DANIEL GEORG
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UNTERRICHT
VON DER
TEUTSCHEN...
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Daniel Veorg Norhofens
nterricht
von der
Teutſchen Sprache und Poeſie /
Deren Urforung / Fortgang und
Lehrfäßen/
Sampt deſſen
Deutſchen Wedichten/
Jetzo von neuem vermehret und
verbeſſert / und nach deß Seel. Au-
toris eigenem Ereinplare uͤberſehen /
zum andern mahle
Son den Erben /
herauß gegeben,
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Lübeck und Franckfurt/
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Abſterben.
Nun dießer Cimber⸗ Schwan und
groſſe Phœbus ſtirbt/
So geht der — Sat mit Trab:
Die Schwäne ab 5
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eklagen / daß zuglei eſang und
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Daniel George Morkofs j
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Der Beutfehen Mocfie
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Von der Teutſchen Sprache /
Dale. |
Bon der Vortreflichkeit und
dem ee Teutſchen
prache. —
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Innhalt.
Rachen / warumb wir von ber teutſchen
Sprache insgemein handeln. Mirdvon
"regnen Landsleuten geringichägig gehalten,
Die Griechiſchen und gateinifchen neuen 2
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—
3 Dası. Cap. Mon Morttefichteit
— — —
hurch Kunftausgeübten Sprachen. Ob die He⸗
braͤiſche Die Älefte / und allgemeine Sprache 2,
Oft zweiffelhafftig und ſchwer zu erteilen. Be-
Canus sieht die Cimbriſche und George Stiern⸗
belm die Schwediſche Der Hebraͤiſchen vor.
Gleichheit der Teutſchen / Danifchen und Bri⸗
tannifcheny mit der Hebraͤiſchen. Ob die Teut⸗
ſche Sprache naͤhern Grund in der Natur habe?
Meinung daß die Figur der Hebraͤiſchen Buchſta⸗
ben den Menſchen angebohren / und am Himmel
u leſen. Der Analogiſmus der. Woͤrter und
Dinge iſt nicht einerley. Borrichii Lob. Go-
ropiı Becani felkame Einfälle! Seine faſt en-
thufiatifche Critica über das Hebraifche und La⸗
teinifche Alphabet, Caramuels gleiche Gedan-
cken über das Lateinifche. Jacobi Hugonis laͤ⸗
cherliche Meinung von der Sateinifchen Sprache.
Befnier will alle Sprachen unter die Sateinifche
— SBGeorge Stiernhelm Meinung von der
Scythiſchen oder Schwediſchen Sprache, Deſ⸗
‚fen Synopfis Gapitum Runz Sveticz wird ans
geführet. Hat das Werck nicht vollfuͤhren koͤn⸗
nen, Seine andere verheiffene: Schrifften.
Olaus Rudbeck hat einige Capita Bier Syno-
| Br Ku seeften Sei — am
e ein Engellander halt die Ehine
‚Sprache vor Die. altefle, Non
i. eilt
dder Teutſchen Sprache:
1442 3 g
An N Eiln wir den Urfprung und
I (4 o sortgangderTeutichen Does
ER
ee teren vorzuftellen entfchlofe
fen/ ſo wird vielleicht niche
übel gethan feyn / wenn wir erfilihvon
Der Teutfchen Sprache insgemein hans
deln / und deren Vortreflichkeit erwei⸗
fen. Welches auch deßhalben noͤthig iſt /
weilen ſich auch unter gelehrten Leuten⸗
und die von Teutſcher Herkunfft ſeyn / ei⸗
nige finden / die ihre Mutter⸗Sprache
laͤſtern / und deren Grobheit und Unge⸗
ſchicklichkeit zu guten Erfindungen / und
zierlicher Ausbildung der Gedancken
vorzugeben ſich nicht ſcheuen. Damit
nun hievon ordentlich geredet werde fo
tollen wir erftlich von derfelben Alters
thumb / als worinnen nicht der geringfte
Theil ihrer Vortreflichkeit befteher/ hans
dein / und dann folgendes von derſelben
Geſchicklichkeit zur Poeterey mit mehren
erwehnen. tt dr
Es ſind faſt die mieiften fo geartet /
daß ſie vor einheimiſchen Dingen einen
| a 2 Eckel
Ben
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das ü Cap von Vortrefuchteiit
REckel haben / ſich über alle frembde Sa⸗
chen verwundern / und dieſelde hochhal⸗
ten / weiches die Teutſche Sprache auch)
erfahren / die von ihren eigenen Lands⸗
leuten geringſchätzig gehalten / und der
Hebr ͤiſchen/ Griechiſchen und Lateini⸗
ſchen unterwuͤrffig gemacht / da ſie doch /
wenn ich ja die Hebraͤiſche ausnehme / der
Griechiſchen und Latemiſchen am Alter
nicht allein nichts nachgiebt / fondern
weit bevor thut / hingegen aber jene/ in
Anſehung der Teutſchen / neue / und et⸗
was ehe durch Kunſt ausgeübet ſeyn / als
dieſe / die hingegen viel gruͤndlicher / und
jenen zum Theil den Urſprung gegeben.
Welches ob es jemand gleich frembde und
ungereimbe ſcheinen folte / dennoch der
Wahrheit gemäß/ und fo gruͤndlich ers
wieſen werden kan daß niemand daran
zu zweiffein Fug bat / er habe ihm denn
vorgenommen unbeſonnener Weiſe auff
feinem Wahn zu verharren/ und keiner
Dernunfft zu folgen. Wovon vielleicht
von mir mit mehremineiner Differtation
de Novitate: Græcæ & Latin, lingux
Eünfftig gehandelt werden Fan.
Ich will zwar igo den Vorzug der |
Hebraͤi⸗
— —
_ _ der Teutſchen Syrache 5
Hebraͤiſchen Sprache nicht iin Zweiffel
ziehen mie Goropius Becanus gethan /
weicher / nach aller verfländigen Leute
Meinung / ‚mehr Nachſinnens t ale
Urtheils gehabt / und Georgius Stiern⸗
helm ein gelehrter Schwediſcher Edei⸗
mann / welcher die Scythiſche Sprache
Der. Hebraͤiſchen vorgeſeket. Es ift ar
ber dennoch nicht ausgemacht / ob fie ee
en Die erfte und allgemeine Sprache ges
weſen / davon die anderm berftamı en.
Dann der Grund von den Rahmen der
alten Bärer / die in derfelben vorkom⸗
men / iſt nicht ſo unwiedertreiblich / daß
des Grotii und Cluverii Gegeneinwen⸗
dungen demſelben nichts anhaben ſolten /
ob zwar Heidegger in ſeiner Exercit.
XVI.deLingvä & Literis Patriarcharum
ich Diefelbe zu beantworten fehr bemuͤhet.
Es iſt am. gläublichften , daß Feine non
den itzo befandten Sprachen, als die das
meiſte von der Kunſt entiehnet/ die ers
ſten geweſen / ſondern eine bon dieſen un⸗
serichiedene/ von welchen alle Sprachen
in ihren Wörtern / eine aber mehr.alg
Die Andere / etivas mit eingemifcht ha⸗
ben. Aus dieſem Grunde ſheue ich inich
a3 nicht
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|
“Das 1Cap Don Vortreflichkeit
nicht die Teutſche Sprache mehr für eine
Schweſter der andern / als für ihre
Tochter auszugeben / und zwar alſo /
daß die Hebrälfche und uralteScythifche
dder Celtifhe Spracen / als ältere /
vor den andern den Vorzug haben.
Wie denn nicht allein Rodornus Schric-
kius an vielen Dehrtern feiner weitläuffe
tigen Schriftten/ undinfonderbeit lib. 3.
Originum Celticarum , behaupten will /
Daß die Hebräifche und TeutfcheSprache
nur als dialettiunferfebieden ſeyn · Sie⸗
be Hiervon auch Harßdoͤrffer in Speci-
mine Philolog. German. Difquift, VI. |
Mit der Dänifchen und Britanniihen/ |
welche ebenfalg diale&ti der alten Teut⸗
ſchen Sprache find/mollen Lyfcander und
Daviefiusdie Gleichheit erweiſen.
Wann wir die Natur hierüber fra:
gen (denn «8 find egliche/ die auff den
analogifmum nominum & rerum das
Alterthumb und den Vorzug der Spra:
chen gründen) fo Haben fich zwar einige
ſcharfſinnige Leute gefunden welche die
Hebraͤiſche Sprache gar der Natur ge⸗
mäß halten / daß fie auch meinen, / es
werden die Buchſtaben der ſelben / wann
* * man
der Teutſchen Sprache. 5
man fie ausfpriche/ mit eben ſolcher Fi⸗
gur von der Zunge im Halſe gebildet /
davon ſie ſchon einen anatomifchen Abrig
gegeben. Der jüngere Helmontius bat
bievon eineigen Buch gefchrieben / deffen
Titel / Delineatio Alphabeti vere natura-
lis Hebraici , worinne man Dick mehr
als Cabaliftifche Heimlicyfeiten feier
nachfehen Fan. . Die. Rabbinen haben
‚ihnen eingebilder/ fie Fönten am Himmel
die Hebräifchen Buchftaben inden Ster-
nen abgebildet leſen davon mitmehrem
laude Duret in feiner Hiftoire des Lan-
Zues, und infonderheit Gaffarel in feinen
Curieufitez inouyies , handele. - Wir
mißgönnen niemand feine, Einfälle / .fo
aber auff dieſen Grund etwas zu trauen /
ſo iſt unter allen Sprachen keine eintzi⸗
ger die der Teutſchen hierinne vorgehet /
welches Herr Schottel in feinen Lob⸗
reden voñ der Teuſchen Sprache zur Ge⸗
nuge erwieſen / dem ein weit mehrers
hinzugethan werden koͤnnte / wann es an
diefem Orie nicht zu weitlaͤufftig waͤre.
Es iſt aber dieß aug⸗ hiebey zu bedencken /
daß dieſer analogifimus nicht einerien ift/
und nach verfchiedener Betrachtung der
1 94 Dins
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8 ___ Dasl.Cap. Don Bortteflichteit
Dinge/ vielfälsig inden Wortenfanauss
gebildet werden / wie ſolches Herr Olaus
Borrichius in feiner gelehrten Differtation
‚de caufis diverfitatis linguarum mis. meh»
zen erwieſen. Es Fan die Griechiſche/
Lateiniſche und Teurfche Sprache ein eini-
ges Ding mit verfchiedenen Worten ab-
bilden / da doch ein jedes derfelben fich
auffeinen analogifmum naturæ gründet /
und würde Dann die Frage ſeyn welches
Bu diefen allen am näheften zum Ziel
treffe. —
Sch will mich hier nicht auffhalten
mit weitlaͤufftiger Erzehlung derjenigen
Meinungen / ‚welche gelebrte Leute von
Dem Borzugder Sprachen führen und
mit der Unter ſuchung ihree Gründe.
Diefes ift doch zu mercken / Daß ein groß
Yer Unterfcheid unter ihnen ſey / weßhal«
ben einige denen andern vorzuziehen.
Goropius Becanus wird von vielen verla⸗
xher / und zwar nicht ohn Urfacye / weil
er fich in gar felgame abftrattive fpecula-
tlones und analogifmos vertieffet / die
Boch wenigzur Sache chun undim Grun⸗
De nichts beweiſen. Eine fonderliche
Drobe’pieeinnen ift in feinen Hierogly-
|
|
— —
phi-
phicis, wofelbft er aus dem Hebraͤiſchen
Alphabet, welches er aus Eimbriſchen
Woͤrtern zuſaminen ſetzet / ein Gebet ei⸗
ns Schulmeiſters / vor feine Lehr juͤnger /
ſeltzamer laͤcherlicher Weiſe zuſammen
bringet / wovon er fo viel Wercks machet /
als wann er ein Königreich gewonnen E⸗
ben dergleichen Einfälle hat er von dem
Lateiniſchen 1. 9. Hermathenz, davon
man wohl jagen möchte / was Proper-
tius Yon den Riebhabern: Maxima deni-
"hilonafciturhiftoria. Caramuel, daß er
auch alhie feine Weißheitfehenlieffe/ bat
in feinem Apparatu Philofophic, lib. 2. c,
176. wieder Den Becanum beiveifen wol⸗
len / dag man nicht nörhighärte / zu der
Cimbriſchen Sprache zů gehen fondern
aus der. Lateiniſchen ein gleiches Gebet
‚machen Fönne/ welches alſo lautet: Abz
cede; efigia(ha: i) Elem. en ope quæ-
re te vix, Die Auslegung mag jemand
daſelbſt lefen / dann es der Mühe niche
——
werth / daß man mit ſolcher Grillenfaͤn-
gerey fi auffhale. Nur iſt diß gleich
wohl von dem Becano nicht zuleugnen /
Daß er zum erften und vor andern etivag
bierinne gefehen, ob ers gleich nicht Nr
95, ig
10 Has I Cap. Bon Bortreflichteit
tig ausfuͤhret / und gefällemir in ver ſchie⸗
Denen Dingen fein Ureheil beffer als des
- RodorniSchrieckü, welcher / indem er
Die Gleichheit der Hebräifchen und Nies
derteutſchen Sprache darthun will / in
den Nominibus propriis felgame weitge⸗
füchte alliterationes herbey holet / und
Die primitiva und compofita nach feinem
eigenen Gefallen machee und zufammen
ſetzet dasmanmitalln Spradyenohne
groffe Mühe alfo anftellen koͤnnte. Ja-
cobus Hugo hat einrechtes Gauckelwerck
mie der Lateiniſchen Sprache angefan-
gen / in dem er faft ein Lexicon von eis
genen / nach feinem Gefallen erdichteren /
Japhetifhen Wörtern macher / die doch
einerlen bedeuten ſollen / davon er die
Woͤrter der Lateinischen Sprache her⸗
fuͤhret 7 zugeſchweigen vieler anderer
Thordeiten und Deuteleyen / die in feis
nem Buche / genannt / Origo Italie &
Romzantehuncdiemignota, zu finden,
- Befnier in feinem Büchlein / la Reunion
deslangves, darinnener von einem Mits
sel Handelt / wie manalle Spradyen uns
ser einer lernen koͤnne / hält die Latein |
* eine Mitlerin unter allen / wor⸗
unter
ec 230
“9 c
— |
der Teutſchen Sprache. 7x
unter auff eine fonderliche Art alle Spra⸗
chen koͤnnten gelernet werden. Georgius
Stiernhelm / deſſen Boxhornius in ſei⸗
ner Hiſtoria Univerſali rühmlich ge⸗
denckt / hat von dem Alterthumb der Scy-
thiſchen Sprache zwar etwas zufchreiben
vorgehabt / aber er hat es nicht vollfuͤhrt /
ſondern es iſt nur eine Synopfis Capitum
des gantzen Wercks / deſſen Titul RU-
NA SUETICA ſeyn ſollen / zu meinen
Händen gekommen. Worinnen er die
Hebräifche und faft alle andere Sprachen
zu dialetis der Scythiſchen gemacht /
und endlich ein Syftema verheiffee/ von
einer gewiffer Anzahl Radicum Univer-
falium , daraus fo viel andere Woͤrter
inallen Sprachenfolgen. Sch will, die:
feSynopfin , weil fiefonften nicht leicht zu
finden / allhie gang her fetzen / die Capi-
ta deserftenSyltematis find dieſe. |
I. Mare omnes Linguas, quæ in
| Orbe cognitoextiterunt, & ho-
die extant , ortasexuna, &ad U-
‚nam pofle reduci.
2, Naturæ conveniens, imo omninone-
ceflarium fuiſſe, ex una Lingua mul.
tas oriri. |
Ex
EEE Bu ra 2 Se
2 Das LCap Don Mortrenichkeit
3. Ex confufione Babylonica nullam no-
vam Linguam exortam: & fi qua
exorta eſt, momentaneam, &adbre-
Vetempus exctitiſſe. |
4. Hebrzam, Pheniciam, Chaldæam,
Syram, Arabicam, 'FEgyptiam ; Æ-
thiopicam, Phrygicam , Perficam;,
Dialectorum, non linguarumeefle vo-
'camina. | 19
5. Temporum & Locorum intervallis,
Dialectos abire in Linguas. HA
6. Ex Scythica ortas 'Linguas Primas,
‚non minus Orientales, quam Septen-
trionales, & Occidentales. E:
· Ihraces & Getas, fuiffe Scythas- »
8. Exhisprofeltos primos Populos, Pri-
mamque Linguam Græciæ ‚ Quama-
lias dıtam Barbaram cultu novo poli-
tam, minime vero extirpatam, pofte-
rioribus temporibus demum Helleni-
arm, & Grscamnuncupaverunt..
9 Gr&cos cultum „ elegantias ‚ pofin,
Muſas, facra , Deofque ex Thhracia
habuiſſe.
10. Scytharum propaginem Prterea eſſe
— Europzos ; Germanos, ‚Gallos, Ibe-
ros, Britannos , ‚Aborigines „five
/
Der Teutſchen Sprache: 737
Umbros, primos ItalieIncolas. Hifce
omnibus unam Linguam fuiffe Scy-
thicam , in varias Dialectos poftmo-
dum fciffam. J
u Germaniæ Caput & Principium 0⸗
lim fuiſſe Scythiam Europæam Mino-
rem, Peninfülam nimirum Scandiam ;
quam & Scanziam & Scandinaviam,
antiquiffimivero Scriptores Balthiam ,
Bafıllam ; Abalum , Bannomannam,
&c. Hyperboreorum Infulam indigita-
runt.
22. Exhac Inſula (revera Peninſula) de:
rivatosin Germaniam, & diverfas Or-
bis Terrarum Re iones, non folum
multos Populos; Ra etiam Sacra , Ri-
tus , &Deos, |
33. Peninfule ejufdem , & Hyperboreo:
rum Gentem Principem fuiffe Sueo-
nas, fiveSuezios, quoshodie Suethos ;
Suecos, &Suedos vocitant. Ä
14. Gr&ciscum Hyperboreis ab antiquif-
fimis ufque temporibus communio-
nem fuiße Sacrorum, Amicitiz &
mutuæ Neceſſitudinis; & quod magis
eſt, Græcos Deos coluiſſe inter Ma-
ximos, apud Hyperboreos
ID 6.
24 Das. Cap. Don Dortrefichteit
15. Suerhis cum "Thracibus& Byzantinis
communes fuifle Deos; adeoqueipfos
Deos Phrygios ad Hyperboreos mi-
graſſe.
16. Linguam Latinam ex tribus ortam
- potifllimum; Aboriginum, five Thuf-
ca, Greca, & Phrygia.
17. Ciceronem & Varronem, quipro-
pter peculiarem linguæ Latinz peri-
tiam , habitus fuit Romanorum o-
mnium fapientiflimus ; linguam La-
tinam non intellexifle; nec Demofthe-
nem, ipſumque Platonem linguæ Gr.
cæ fundamentalem ſcientiam habuiſſe.
18. Linguam Hebr&am , non minus
quam Chaldzam ‚ Chananzam , &
Arabicam, Dialettum effe linguæ Pri-
ma, minime vero ipfam linguam Pri=
19. Indolem , & Proprietates vocum lin-
guæ Hebrææ verasimpoffibileefle, da-
- ri pofle, nifi ex radicibus linguxScy-
thicæ. |
zo. Voces Adamzas , cujusgenerisfünt ‘ |
‚Adam »„ Eva, Can, Seth, Noah, &c.
quas pro antiquitate linguæ Hebrææ
vulgo ejus Aſſertores adducunt ; non
— minus
en
“=
—
_ der Teutſchen Spraße ) _1r
minus Scythicas , imo Suethicaseffe
magis, ge gr Lt J
2 Exvocabulisprifezlingue, Gallicæ,
& Ibericz, reliquiis , eas;, probari»
.Scythicas fuiffe, F
22. Antiquas voces Thuſcas, quæ ſuper
* exlinguã Aboriginum, Scythicas
eſſe.
233. Linguam Cambricam, quæ vetus
eſt Cimbrica, Dialetum effe linguæ
Scythicæ. —
24. Voces quæ ſuperſunt. linguæ vete»
ris Phrygiæ, Scythicas eſſe.
25. Linguam Perficam hodiernam, ut
& Armenam, maximam partem con-
ftareex lingua Scythica. Br
26. Deorum Nomina , pleraque o-
Mnium Gentium , origineeffe Scythi-
ca , in illis Sandum DEI Nomen
Tetragrammaton IM, Origine efle
Scythicum ; nec ullum hafenus He-
breumaut Cabaliftam, veras nominis
iftius proprietates, multo minus my-
fteria , aperire potuiffe, Quz Deo
dante, reddet author. r
27. Ultimo, Sermonem ‚, Primo homi-
niconcreatum, aut cumipfaRatione,
| cujus
# ! 4
EEE EEE SEE SHINE DS 1 EEE VERRIEHERETEN
— — en nn =
Eh
16_ Das KCap: Dont MWorftefüihteit Ye
- cujuscharadtereft, & index in ſenſum
incurrens, infuſum.
Hierauff folte dag Syftema fecun.
dumfolgen; deſſen Innhalt alſo lautet⸗
Exhibet ı. Connubium & Nuptias Panoq
Echus, hoceft, Harmoniam & Ans
» :nalogiamRerum:, &Verborum.
2, Iradit Obfervationes & Axiomata;
quæ proprie fpettant ad Scientiam
harıc novam Etymologicam.
3. Eruitur& aperitur certusnumerusRa+
dicum Uniyerfalium,
4. Ponuntur figillatim fingule Radices;
» ex quibus, certo ordine & methodo;
in ipſa rerum genefi fundata, Rivi&
Flumina vocum , in precipuas & ex
his ortaslinguas educuntur, e>boc eß;
LEXICON, ſeu CLAVIS LINGUARUM PRI:
‚MARUM UNWERSALIS.
Esfind indiefer Synopfiviel Dinge)
die in dem Grunde der Warheit fich fo
verhalten / worvon infonderheit zu han⸗
deln nicht dieſes Dres iſt das andere laß
‚ddyandere verantworten: Iſt nur zu be⸗
klagen / daß er uͤber diefem feinem Wer⸗
de geftorben/und auch feine andere nicht
b
rausgegeben / deren Tim hinter ei⸗
2 | nen,
— —
nn — Th ET a nn
ET Ze
— — —
2 TeutfhenSprahe" "4,
nein von ihm in Schwediſcher Gprad
‚gefehriebenem Büchlein Archimedes re-
formatus genannt / in einemdes Locce-
ni Angefügten Carmine —— wer⸗
den/ als antiquarius; Magog A Im&0-
Gothicus: Virgula Divinas Clavis Im-
guarum Generalis? AntiCluverius, few
Origines Sueo Gothicz, Nach feineny
Tode hat man viel verfvorffene Schedas
gefunden / wie Herr Scheffer / wel
cher ein gutes Uriheil von ihm faͤllet ir
ſeinem Schreiben an mich berichtet/ die
man nicht hat in Ordnung bringen kon⸗
nen. Nur gar neulich hat der gelehrte
Olaus Rudbeckius in feiner Atlantıca,
unter ſchiedliche Capita dag Alterthumb
der Schwediſchen Nation berreffend/ ſo
In biefer Synopfi enthalten / mit groͤſſer m
Fleiß / als er vielleicht ſelbſt würde ges
Than haben , ausgeführer ; und wird
noch ferner in deflen Audario hievon
handeln. Won der Ehinefiſchen Spra⸗
che hat ein Engelländer Joannes Webbe
behaupten mollen / daß fie die erftefey /
weil Die Chinefer ein uraltesMolck; umd
ihr Land fo fort nach der Suͤndflut vor
Erbauung des Vabrlonuſchen Thurms /
bey
ee ni ar |
19 Dasl. Cap · Bon MVortrenichteit
ben welchem fie vermuthlich nicht geweſen /
hewohnet / weil fie mit feinen frembden
Boͤlckern vermiſchet / die Sprache meh⸗
rentheils in einſylbigen Wörtern beſtehe.
Und muß ich geſtehen / daß es mit derſel⸗
ben eine ſonderliche Bewandnis habe |
weil ſie mit keiner andern was gemein
hat / und nach einem Muſicaliſchen Thon
die Bedeutung der Woͤrter aͤndert / daß
es faſt ſcheinet / fie ſey mehr mir Fleiß aus
gedacht und erfunden / als von einigen
andern allgemaͤhlich abgeleitet. u
denn Andreas Mullerus diefer Sprache
Beſchaffenheit und Zufammenjegung in
|
|
|
feinen Obfervationibus Sinicis und Pro- |
pofitione fuper Clave Sinica darzuthun
lich erbietet. Es fan aber auch beneinis |
gen Boickern die natürliche Neigung zu |
einem gewiflen Laut eine abgeführte |
Spradye fo verändern / daß fie gantz
frembde feheine / wie wir deflen fattfame!
Exempel in den Dialedtis der Teutichen |
Sprache haben. J——
Das |
|
|
|
|
—
4
PER der Teutſchen Sprache. ‚1g
mn DAL Cap.
Daß die Teutſche Sprache
älter als die Sricchifche und La⸗
Mi teiniſche. EP
| Innhalt.
edie Philoſophie / fo iſt auch die Spra⸗ =
MR: von den.Barbaris auff die Griechen
Fommen. garanie der Griechen felbft.
Pelafgi haben eine Barbarifche Spra e geredet,
Tirana, ein Wort aus der alten Griechifchen
Syrache / davon Ariftoteles erwaͤhnet/ ıft Cel⸗
tiſcher oder Scythiſcher Ankunfit. Platonis
Zeugniß. Die älteften Einwohner Griechenlan⸗
des / die Pelaſgi, undandere /- find ſeibſt Barba-
geweſen. Die Buchſtaben der Griechen von
den Barbaris. OlaiRu beckii Meinung. Ein
Ertz Biſchoff von Toledo hält die Gothiſchen
Buchſtahen vor die aͤſteſten. Zeugniß der Gries
nund Lateiner / vom Urſprung der Buchſtaben.
Olai Rudbeck en der Europaͤiſchen
Volker und Sprachen. Menge der Teurichen
Wörter in der Sriechifchen und Lateinifchen
Sprache, Werden durch Die frembdetermina-
ones und andere Veränderungen unkenntlich.
Erempel der Teurfchen und Sransöfifchen Spra⸗
che. Lateinifche Sprache iſt aus der Griechiſchen
und Barbariſchen gemiſchet. Zeugniß Diony-
fü Halicarnallei Melchior Inchofer widerle⸗
— 2* get.
2
⸗ *
= _ Das 1. Cav. Dom Altertgumb
et. DBuchftaben der Lateiner von den Celtis.
Die Nahmen der Voͤlcker und Stadte Eeltifcher
und Seutfeher Ankunft Herrn Cafpar Dog.
tens hierüber verfaßte Arbeit; _ Peirelcii Mei⸗
nung / daß in der alten Gallifchen Sprache Die
Stamm⸗Woͤrter vieler Lateiniſchen ſeyn.
Kjcde und Teutſche Sprache wenig unterfchieden.
Skinnerus hat hievon andere Meinung. Geine
Gruͤnde werden widerleget. Ein Dre’ dus dem
Cæſare wird von ihm übel angefuͤhret. Dialecti
‚einer Sprache find bißweilen fo muͤhſam zu lernen /
als neue Sprachen ſelbſt. Cluverius wird von
ibm ige rg — Die Nahmen der
Voͤlcker Leute / Staͤdte und Fluͤſſe / geben gu⸗
te Nachricht von den Sprachen, Lutherus und
‚Cambdenus haben etwas hievon gefihrieben, - |
Skinnerus fehlt fehr inden Etymologiisder Gals
liſchen alten Nahmen. In der alten Britannis | |
{chen find einige Stamm⸗Woͤrter der Sateinifchen | |
‚Sprache, die auch Teutſche. Deren Exempla, | |
Teutſche Sprache hat ſich biß in Afien erftrecket, | |
Exempel von den WVoͤlckern / die in Taurica Cher-
fonefo wohnen / beym busbequio. Skinnerus | |
verachtet dieſen Beweißthumb ohne Urſache.
Die Perſiſche Sprache beſtehet von vielen Teut⸗
— — — — —
— — — — — — —
%
—
ſchen Woͤrtern. Exempel von den alten Perſi⸗
ſchen Woͤrtern aus den. Hiſtoricis. Salinalũ
Zeugniß. FElichmannus hat hievon ein gantzes
Buch ſchreiben wollen. Piccarti Oration, daß
die Teutſchen der Perſer Bruͤder ſeyn. Wel⸗
chem Rupertus zwar widerſprechen will. a |
Er} er
#
der Trutſchen Sprache Sa
aber. von Georgio Richtern zuruͤcke gehalten.
Bochartus muß es faſt wieder feinen Willen ber,
kennen Grahi Zeugmif.. Ein Bud) mir&o=
Ifeher Schrifft 7. hat fich in China gefunden.
Re ——— andern Orientaliſchen
prachen / auch in der Americaniſchen.
Jr lafen den Streit von der er⸗
YES REN Sprache an feinen Ort ge⸗
ADyſtellet ſeyn / und bleiben hey der
Teutſchen welche dennoch zum wenig⸗
ſten der Griechiſchen und Lateiniſchen n
ihren Alterthumb vorzuzſehen Denn
geich wie der Urfprung der Philofophie
Don denen den Griechen ſo genanten Bar-
barisgenominen/ fo find auchdie Spras
chen als Vehicula feientiarum , wie fie
erulamius nennet / von ihnen forfges
pflantzet. Was die Wiſſen ſchafft en an:
langet / ſo befennet Ariſtoteies ausdruͤck⸗
Kb / daß die‘Philofophie Yon den Sem-
notheis der Eelfen ihren Urſprunghabe ⸗
und daß Gallia die Lehrmeifer in des
Griechenlands ſey . Von welchen fehr
weitlaufftig Piccard in feiner Celtopædia
fals Die Ge — —
Griechen / und unter nen der
ältefte Hiftoricus —— lib. — cap.
ODE —
— ET N
ES = ——
22 _ Das. Cap. Dom Alterthumb
und befraftigt es Placo in feinem Cratylo
mit unterfchiedlichen Erempeln / welche /
wann fie recht unterfüchet werden / alte
Scythiſche / daß iſt Zeutfche Wörter
find. Es gedencfet Ariftoteles Rhetor.
1. 1.C;2, von dem Worte rixuae, davon
hernach das Wort rexuspov gekommen /
daß es in der alten Griechiſchen Sprache
ſo viel / als finem oder limitem, bedeu⸗
tet / welches ja nichts anders als das
Wort tecken marck / zuſammen teeck⸗
marck / das in der neuen Teutſchen
Sprache Merckzeichen genannt wird/ /
feynfan / weil man die Grengenmitders |
gleichen Zeichen zu unterfcheiden pflegte /
amd es ifi ja bekannt dag das Worf
Mar oder Marck in der alten Teuts
ſchen Sprach / fo viel als eine Grenge
bedeute. | Dos Grie chiſche Wor AEIKvuu-
ich Zeige / iſt dem vorigen auch vers
wandt. Plato faget ja felbft in feinem: |
Cratylo unfer dem Nahmen Socratis:
ewon 5, ürı word ol "ERnes dröuare dRwg re,
al arirois Bapeapuig oixävres, DE ray Bag-
Bapuy sinn Yarı, Das if: Ich halte da⸗
vor / DAP die Griechen viel Woͤr⸗
ter von den Barbaris, mſonderheit
—J—
.— ——
der Teutſchen Sprache. 25
die ſenigen / die unter ihnen woh⸗
nen / empfangen haben. Wie die⸗
ſer von den Griechen / ſo ſchreibt Varro
von den Lateinern / daß ihrer Woͤrter
Urſprung von den Barbaren kommen /
und durch die langwierige Zeit faſt gantz
verdunckelt ſey. Wie ſollte auch die Gries
chiſche Sprache nicht von den linguis bar⸗
baris ihren Urſprung haben / weilja die
Volcker ſelbſt von (dem benachbarten
Phrygibus und Scythis in Griechen⸗and
zuſammen gekommen / und bezeugt dieß
Strabo in feinem fiebenden Buche aus⸗
drücdlih und mit vielen Umbftänden.
Daß die Pelafgi die Aelteſten in Gries
chenland / ein herumſchweiffendes Molck/
wie Die Scychen geweſen / von rauher
harter Art / iſt im Herodot.l.i. c. 56. und
Halicarnafseo lib. ı. zu ſehen / und hat
Palmeritis a Grentemefil in feiner Gr&-
ci Antiquä lib. 1. c, 9, und von allen
Griechen ins gemein es Gulielmus Burto-
nus in Aoris Lingus Græc. pag. 13.
weitlaͤufftiger ausgefuͤhret. Nun find
die von den Pelafgis entftandene andere
Dölder nicht nad) Sprachen/ fondern
nur nad) dialedtis URN u 5
En ee er a BB
34 Das U Cap. Dom Altertfumb
en. Ja es hat der gelehrte-Olaus Rud-
‚ beck in ſeinem Buche Atlantica genannt
2.38: neulich mit guten Gründen behaup⸗
gen wollen / daß die Griechen auch die
Buchſtaben von den Hyperboreis und
‚alten Scythis erftlich einpfangen haben:
And ift mercklich was Claude Duret,Hi-
Koire de V origine des langues'p.m;860.
ſaget von einem Erg Bifchoffe zu: Tole-
dos Welcher davor gehalten / quel'Al-
phabetdeslettres Gothes aeftele premier
„Alphabet des’premiers , & plus ancien-
neslettres, les quelles furent donnees de
Dieu à commencement du monde a no-
ſtre premiere Pere Adam. Ja es beken⸗
nen die Griechen ſelbſt beym Varrone lib.
7.de linguã latina, daß ſie ihr Alphabet
von den Barbaris empfangen haben / und
Cæſar ib. ı: de bello Gallico, meldet:
Man habe bey den Helverüseinige Regi⸗
ſter gefunden mit Griechifehen Buchſta⸗
ben geichrieben. «Die Gleichheit derals |
sen Eünbrifchen und Runiſchen Buche
ftaben / mit. der Griechiſchen / ſtellet
Olaus W ormius.in feiner Literarurä Ru-
hica e. 21.22. Vor, HerrRudbeck, defs
fen wir zuvor gedacht / thetlet u. Die
J er uror
der Teutſchen Sprache. 35
Eur opaͤiſchen Voͤlcker in Scythen / Cel⸗
ten ı und Griechen / und Hält auch da⸗
vor/ daß ſie an Sprachen unterſchieden.
Ich glaube aber / wann dieſer vortrefli⸗
che Mann die Teutſche / und deren vle⸗
lerley Dialectos, gründlich begrieffen/
er ſo gar groſſen Unter ſcheid unter dieſen
Sprachen nicht finden / und in vielen
Dingen eine andere Meinung führen
würde, Es foınmen diefelben in ihrem
Grunde. überein / wie dann Bibliander,
in feinem Buch de ratione communi o.
mnium linguarum , angemerckt/ daß
bon 2000, Teutſchen Stamm IBörtern
mebr al8goo. der Sriechifchenund Ratei:
nifchen Sprache gemein find / welcher. as
ber eine weit gröffere Zahl haͤtte ausrech⸗
nenfönnen. Denn ſch mich ver pflichten
will / in einer jeden von den beeden Spras
hen uͤber die Hetffte Teutſcher und Go⸗
thiſcher Wörter zu zeigen. Sie klingen
aber fo frembde in unfern Dhreny weil
die Fünftliche Ausarbeitung derfelben
Durch fo viel permutationes ‚literarum
des Wollautens halber , terminationes,
exiones, compofitiones , translatio-
nes und frembde Deatungen fie faſt in ei⸗
| 5 ne
un nn
EZ Re ee ——— —
26 Das II. Cap. Dom Alterthumb
ie andere Forme gegoſſen / fiehierdurch
als durch eine ausländifche Tracht / Die
Geſtallt der Eingebohrnen: verlohren /
und einen auslaͤndiſchen Schein gewon⸗
nen. Wie jetzo die Frantzoͤſiſchen einen
fo groſſen Unterfcheid von der Lateini-
schen und Zeutfchen hat/ davon ſie doch
entfproflen / daß es nicht leichtlidy einer
glauben würde / der nicht beeder Spras
chen genaue Wiflenfchaflt bat / auch die
Transofen felber nicht/ welche viel Woͤr⸗
‚ter vonder Griechiſchen und Lateiniſchen
herziehen / die doch warhafftig Teutſch
find. Solches ift von Wolfigang Hun-
gero fvider Bovillum zur Genuͤge erwie⸗
ſen / und fönnte wieder des Menagii O-
rigines Gallicas und: Italicas klaͤrlich von
uns dargethan werden.
Was die Lateiniſche Sprache an⸗
langet / fo haben wir ein ſchoͤnes Zeug⸗
nis bey dem Dionyſio Halicarnaſs. am
nde des erften Buche / welcher Flarlich
chreibt daß Rom von den: Griechen
zwar erbauet / es ſey aber Wunder daß
ihre Sprache durch die Vermiſchung der
—— > — Sabinorum,
FE Terra mm, N mbrorum;
h
Ligu-
|
— — — — me ——— — —
— — —— — — — —— — — — — —
1 * — — — —
_ rzeutihenGprade. 27
Ligurum ‚ Hifpanorum, 'und Gallorum;;
(welche eben aus. den Celtis und Scythis
hergefommen ) nicht. gangin eine Bars
bariiche Sprache verfehret. Er ſchlieſ⸗
jet endlich darauff / dag die Römer eine
Sprache angenommen / dienicht gang
Griechiſch / oder gang DBarbarifdy/
jondern aus beeden geiniſcht geweſen
Iſt alſo gantz falſch / was Melchior
uchofer in Hiſtoria ſacræ Latiniraris
ib. 1. c. 6. behaupten wollen / daß nie⸗
mahls einige ältere Sprache in Italien ge⸗
weſen als Die Lateiniſche. Denn es iſt
glaublich / daß lange vorher’ ehe Rom
auffgebauet / und einige Hiftoria hatföns
nen gefehrieben werden / aus Norden |
viel frembde Voͤlcker nach Italien fich ges |
wendet, Gülielmus Poftellus will ir
feinen Originibus Etruriæ erweiſen/ daß
Neihre Buchſtaben von den Celtis haben;
Scrieckius bringet auch in feinen libris o-
riginum Celticarım pielmonumenta her⸗
bey / woraus er die Ankunfft der Latei⸗
niſchen von der Celtifchen Sprache fchliefe
ſet. Aber er gebrauchehierinnen eine
gar zu groſſe Freyheit. Wann nun die
Griechiſche ihren Urfprung ER
| 0%
EEE
i—aun
ıe: Das ren Bom Alerthumb
Yon: der Scytiſchen und Barbarifchent
Sprache genommen / wie vielmehr wird
Denn. Die: Lateiniſche davon bekommen
haben / die aus der Griechiſchen und
SBarbarifchen zuſammen gefeget 2: Die
Nahmen der Voͤlcker / Ränder / Städte
in Welſchland fuͤhren / noch die Kennzei⸗
chen ihrer Herkunfft bey ſich / wie ſolches
mit Verwunderung kan angemerckt wer⸗
Den / wenn man die alten Nahmen der
Eimbriſchen / Galliſchen / Teutſchen /
Gothiſchen Voͤlcker und Länder dagegen
haͤlt Welches alles mit groſſem Fleiß
unter ſuchet bat / nein ſehr groſſer Goͤn⸗
ner und Freund / Herr Caſpar Voigt /
hochver dienter Buͤrgermeiſter der Stadt
Wißmar / von welchem die gelehrte
Welt der mahleins + fo ihm GOtt / wie
ich Bon: Hertzen wuͤnſche / das Leben fris
ſtet 7, Tine ausführliche Arbeit: bierüber
zu ſehen haben wird. Daraus denn ab
zunehmen / wie ſo weit ſich / von den er⸗
— Zeiten: her m die Voͤlcker dieſer Laͤn⸗
der und. Ihre Sprache ausgebreitet.
Hierzu Fan auch zum Zeugnis dienen /
was Saſſendus von dem unvergleichli⸗
en Manne odem eireſcio in der. Bes
ur rei
I ſchrei⸗
|
—SEe Leutſhen Eytache ·
ſchreibung feines Lebens 195. auffge⸗
Verne h Er Anaftäfiım ——
Capuceinum plurima perferipfit de lin·
gua Arefmörika', in que confenfit , Pluri-
‚mas antiquarum vocum Patinarum eſſe
radices. Nun iſt die alte Galliſche Spra⸗
che mit der Teutſchen einerley / und wo
Ja eis Unterfcheid darinnen iſt, fo ift er
nicht hauptfächlich / als eftva unter Diale-
‘cis , wovbon Lambecius'], 2. Comm?
'biblioth, ‚Vinidobonenfis P- 427. mit meh⸗
rem handelt. Skinnerus haͤlt zwar das
Gegentheil in der prafatione feines Ety-
‘mologici’ Lexiei', und vermeint wider
‚Cluverium‘, und faft alle diefer Sache
erfahrne 7 es fen die Sprache der Gällier
"und Teutſchen gang unterſchieden geives
feny aber feine Brände darauffer bauer ⸗
Find überaus ſchlecht. Denn was Cæ⸗
farem ', der. in Franckreich dreyerlen
"Sptadenfegt/ Tacitum , der
ER von den Srangofen der Sprache
halber unterſchieden / anlanget / ſo kan
Man aus beeder Zuſammenhaͤltung leicht
erſehen / daß fie nicht Sprachen / jons
dern Dialestos verſt
etliche vielleicht ziemlich, weit entfernet/
wie
320 __Basll.Cap. Dom Alterthumb. |
wie etwa heute, zu Tage Schwedilch und
Teutſch / Hollaͤndiſch und Schwaͤbiſch /
welche ein Ausländer leichtlich vor gantz
‚unterfchiedene Sprachen halten: könnte.
Die Gallı find vor Alters in dreyerley
Dölcker getheilet Belgas, Celtas, und
Aquitanos: Die beeden erften find unftrei-
tig Teutſcher Ankunfft und werden die
Seltæ, wie Cæſar felbft bezeugt/ za &o-
>» Galli genannt. Wer den Unterſcheid
dieſer Voͤlcker / und ihrer Spraden
genauer zu willen verlangen. fehe nur
Merulaman / welcher Cofmogr. part. 2.
lib.1.cap. 15. es alfoausgeführet/ daß id)
‚nicht ſehe / was dawider fonderliches koͤn⸗
ne geſagt werden. Er bringet ferner
‚zum Beweißthum an / Cæſar ſage in
feinem 1. Buch de Bello Gallico, daß A-
rioviftus, der Zeutfchen König / durd)
‚lange Gewohnheit von 14. Jahren erfis
lich die Gallifche Sprache erlernet/ mel»
che er ja / wann der Linterfcheid fo gering
geweſen / in. eflihen Monaten lernen
können. Wann man aber den Cafarem
recht anſiehet / ſo ſtehet nicht allda/ daß
Arioviſtus ſich 14. Jahr in Gallien auff⸗
gehalten. umb die Sprache zuerlernen /
eher on⸗
— — —— —— —
der Teutſchen Sprache. 31
ſondern Cæſar hätte C. Valerium Procil-
Jum an Arioviftum gefandt / Propter
dem, & propter linguæ Gallicz fcien-
tiam , qua multa jam Arioyiftus longin-
qua confuetudine utebatur. Die Meis
nung dieſer Worte / wie ein jeglicher
ſieht / iſt dieſe / weil Arioviftus nun eine
geraume Zeit einen Theil von Gallien be⸗
ſeſſen und der Gallifchen Sprache/ aus
langen Gebrauch) / gewohnet / hätte
man ihn: dahin geſandt / der in. diefer
Sprache fid) mit ihm unterreden könnte,
Es wäre ja auch endlich nicht zu verwun⸗
dern geweſen / wenn Arioviftus, umb
die Fertigkeit dieſer Sprache zu haben /
einer langen: Seit bedürfftig geweſen /
denn auch in Hialectis ſo groſſer Unter⸗
ſcheid ſeyn kan / dag man vieler Zeit
Mübe vonnoͤthen hat) dieſelbe recht fer⸗
tig zu erlernen / inſonderheit wenn keine
Grammatiſche Lehr⸗Saͤtze vorhanden.
Ja in Srandreich und Zeutfchland find
heutiges Tages / die einerien Sprache
reden / und einander Doch nicht verſte⸗
ben. Waurde man einen Schwaben in
Niederland bringen / es wuͤrde groſſe
Muͤhe koſten / daß er des Landes Rn
| e
ui
32 Das IE. Cap: Dom Altertum
che ohne Anſtoß in langer Zeit reden ler⸗
nete. Er greifft endlich auch den Cluve⸗
Tinman / welcher aus den Endigungen
in den Nahmen der Könige / Voͤlcker /
‚Kinder / Fluͤſſe &c. dero Teutſchen Ur⸗
ſprung behaupten will. Welches ob es
inmgleich geringe daͤuchtet / dennoch ein
Grund von groſſer Wichtigkeit iſt. Es
waͤre der Muͤhe wohl werth die barbara
nomina, Die man bey den alten Autori-
bus findet / mit Fleiß zu unterfüchen.
Lutherus haf zwar ein Büchlein von den
Nominibus propriis der alten Teutſchen /
‚und Gottfried Wegener Anmerduns
gen darüber gefchrieben. Auch findet
man bey dem Gambdeno tn feinen Remai-
nes concerning Britain , etwas von der⸗
gleichen Wörtern / es ift aber alles uns
vollfoinmen. Skinnerus meint / er bas
be ein grofles gemonnen/ wann er am
‚Ende jeines Buchs ermeifen mwill/ daß
die im Glare und andern Autoribus vor⸗
tommende Gallifche Yahınen / von ans |
dern Wörtern ver alten Brittanıfcher
Sprache berftammen. Aber er hat viele
mehr feine Unwiſſenheit in der Teutſchen
‚an den Tag geleget. Welches weitlaͤuff⸗
”
BR der Teutſchen Sprache: —
tigfönnte dargethan werden / wenn man
fi damit auff haiten woſte Was ſonſt
Feirefeiusbon den Stamm Wörtern de
Latemſchen Sprache / die in der alten
Lalliſchen noch übrig y_ erwaͤhnet 7 ſol⸗
8 tan auch aus dem alten Britanni⸗
ſchen (welche elar vor dieſelbe haͤltt er,
wieſen werden nn es hat Robertus
Sheringham in feinen Buch de Origine
Gentis Anglorum &ap. ‘6. P- 109. (da ep
auch der Armoricaniſchen Woͤrter G leich⸗
heit mit den Lateitnſchen behauptet/ und
anweiſet/ daß die Sprache ſelbſt von
den Dritanniern dahinnein gebracht )
verſchiedene alte Woͤrter angemerkt, die
{en entſprungen find. Daß ſolche aber
IE den Teutſchen überein kommen /
und ſelbſt Teutſche find / will ich bewei⸗
fen. Latini veteres, (ſagt er p. IM.) in.
venuftas & difformes perfonds vocabant
Miriones 3; Cambro.Bri ttanni feinihäs in.
facetas &K ruſticas Mairiones, Es iſt ein
alles Runiſches Wort Mar five Mör Vir
50. Worm in Lexic, Ruhico und if
hernach ein Muttet⸗Pferd fo genafınt)
g ung
———
’
\)
34__ Das U. Cap. Vom Alterthumb
und wird noch heutiges Tagesper trans-
lationem geſagt / Es iſt einelofe Maͤh⸗
re) . Veteribus ‚fa4andeceptio eſt: Cam-
bro-Britannis fe⸗ (dieß iſt ein Teutſches
Wort / fehl / fall / fault / und faſt
in allen andern Neben⸗Sprachen /bey
den Sriechenhatman auch) sd ) Ve-
teribus Gulofus. giuten & gluvia dictus,
Cambro-Britannis g/vvrb.. (Esiftein als
ses Wort Gul / welches in Dänifcher
Sprache foviel heiſſet / als einſchlucken /
davon noch bey den Hollaͤndern das
Wort Guͤlſich koͤmmt / und iſt per aerd-
Secu literarum entſtanden) Veteribus |
Ruma mamma eſt, Cambro-Britannis
Khumen. (Es heißt aber. ben ihnen auch
abdomen. Vid. Boxborn. Lexie, Britann.
aꝛcin. wie e8 bey den-Rateinern auch das
cavum colli bedeutet worinnen bey dem
Diehedie Speifegefammlet wird / daher
noch ruminare „, Iſt es alſo das Teutfche
Wort Rum oder. Raum / dag ift der
Orcth / Da etwas gefammlerwird.) Ve-
teribus ſummus Ofcorum Magiftratus
‚Meddix. vocabatur. - Cambro-Britannis
Meddu fignificat potentem efle, (Box-
"horn. hat nicht dieſes Meddu, pndepe
ech®
der Teutſchen Sprade. 3
Mechdeyra. Iſt das Tſh⸗ Macht)
Mogen/ Angl. Sax. Mighty.) Veteri-
bus Daivus , fultus, - Cambro-Britan-
nis Deif, Barbarus, Dieß Wort fen»
nen auch die Bauren in Mecklenburg
wann ſie einen dummen Menſchen Delft
Nennen.) His multa (fagr er tweiter )
adjici poffent nomina propria veterum
omanorum, qu&omnino nullum cum
atina lingua, magnam cum Britannicä
Cognitionem haben. (Ja ſollte er die
Sriefifche / Dänifäpe / Schwediſche
Sprache durchſehen /ſ wird er noch
biel mehr derfelben Nahmen finden,
Denn die jenigen / die er anführer / hat
er meines Erachteng nicht recht unterſu⸗
chet. Don den Frieſen Ichreibt ſehr
mercklich Boxhorn, ip einem Briefe an
Pibonem aBomap, 217. Lingua, mores, {fie
flituta antiqua Frifiorum ca effe hactenus
deprehendo, quibus ſua &Greci & Ro»
Mani ferre debeant accepta. Nihiljado, -
sus, etiam origine Frifiorum multa,
eaque ampliffima obfervav; aliis hacte⸗
Nus omnibus indida, Sheringham
fühttferner in den AemiihenTlapimen/
* J einig
>
IT ———
36 Das I. Cap. Vom Alterthumb
einige Britannifche Wörter an/alg/ pda»
_ yidere , da ift bey den Teutſchen das
Hort Zillen / davon Befoldus de Nat.
Popul. und das alte Lateiniſche cilleo, fie
auch das Frantzoͤſiſche Wort Ciller, wel⸗
ches jo viel iſt / als / nidtare. Er ſetzt
das Wort celu, bey den Lateinern celare3
diß ift bey den Teutſchen helen / Gehe⸗
Ten und mit ausgeſtoſſenem (e) Ghe⸗
len: oder das (c) wird in ch) verwan⸗
delt / wie in den Wörtern calamus,
halm / Kara , hart ı und mwiein Dem
folgenden “Britannien Worte cırnel ,
angulus, eene hoͤrn in der gemeinen
Sprache/ fo ſt in Gothreks Hiftoria, von
dem Verelio herausgegeben / das Gothi⸗
he Wort Pallshor» , fcamni angulus. |
a8 Lateintfche Cornu, und das Teutſche
Sorn / werden auch auff ſolche Art vet»
wechſeit. Das Wort occulere aber bey
den Rateinern / wird zwar ben Voſſio von
colere her gefuͤhret / da iſt aber das Nieder⸗
teutſche Wort Kuͤl / welches ſo viel iſt als
ein Loch / darinnen man was vergraͤbet.
Silyn, ſoboles, bey den Cambrobritannis iſt
ben den Teutſchen auch zufinden. Sie |
len / teelen heiſt wann man eine —
| | "Au
a a u a a a m
e der Teutſhen Sprade. 3%
ucht zulegt. Cyzne five eyunevd incen”
2 Ami fc iſt aber dag Teutſchẽ
Wort Zunden / anzünden. Dieſes
find die wenigen Wor le/ dieer anfuͤhrt /
deren noch eine groſſe Menge uͤbrig iſt / da⸗
von viel koͤnte geſagt werden / wenn eg Dies
fer Ort leiden wollte. ——
Terner iſt die Teutſche Sprache in
Europa nicht beſtehen blieben / ſondern hat
ſich auch in Afıa feibff ausgebreiter/ift viel⸗
leicht aud) von dannnen erft heraus ge.
vor Gothen / die von langer Seit ber dagea
' hnet/ n N —
Ererugs, der die tymologias pe
m Grunde Anzugreiffen nicht —* Er⸗
ahrung hat "und vielfaijche hypothefes
etzet / eine nutzliche Arbeit aber bierinne
than daß er den paralleliſnum Occi-
entalium & Septentrionalium lingua-
um quſammien getragen haͤlt dieſes für
63 eine
En u nn met 1 An in
EEE EEE —
38__ Das I. Cap Dom Altertfumb___
eine geringe Sache / und vermeinet auch /
es fen ein Teutſches Volck / welches von
den alten Seythis in dieſen Winckel hinein
getrieben / wie die alten Britannivon den
Sachſen innerhalb Walliam und Cornu-
biam befchloffen. Er bat aber nicht in
acht genommen / daß die Gleichheit mit
der Teutſchen Sprache. nicht allein bey
dieſem Orte bleibt / fondern durch groffe
Känder in Ada fich erfiresfet. Denn es
find nicht ungefähr fo fehr viel Zeutfche
Wörter in die Derfifche Sprache fonw |
men / da denn infonderheitzumercfen/daß
Die alten Perſiſchen Woͤrter / die von
Gurtio und andern Hiſtoricis beylaͤufftig
eingeführer/ und von Burtono unter ve
itul : Peters Linguæ Perfice rerlua ZUR
lammen gebracht/ faſt alle Teutſche find/ |
welches zwar Burtonus nicht in Acheger
ommen/ fondern zum Theil Boxhornius
im einem Brieff an Blancardum,undBlan-
Cardus felbft in den Anmerckungen über
den Chrtium,angezeiget. Es bezeugt Sal-
mafius in feinem Buche de Lingua Hel-
leniftica mit diefen ausdrücklichen Wors
ten: Perfica feu Parthica, qua & ipfa au-
ctores originis habet Scythas,infinitas *
7 De ie
Tr Teufen Sptäht. 39 _
fertvocesiz.: quæeædem ern hn
Greciä pariter & Teutonicä dialecto. |
Derfelbe hat in der Vorrede über Cebe-
tıs Tabule verfionem Arabicam von dem
Elichmanno, derfiein Lateiniſch uͤberſe⸗
hzet / und die Perſtſche Sprache gruͤndlich
verſtanden / dieſes berichtet: Quodadhoc.
vi latuit plerofque eruditorum , exeä-
m origine compererat,fluxiffe. Germa:
nicam & Perficamlinguam,, #4banc ilum
conjecturam ducente infinit4vocum copiä utri-
quelingue communium? ſed &verbisfimili-
terterminatis,, eodem modo compöfitis,
aliifque argumentis.: Wie fönnte ein
glaubwürdiger Zeugnis hiepon abgeſtat⸗
tet werden? Es hatte ſchon zuvor der
gelehrte ne —* —— OÖ.
ratiomgefchrieben/ Daß die ‚eutfchen
der Perſer Bräderf eyn / welche —
nung Kupertus hat wider iegen wollen /
aber e ſchreibt Georgius Richterin feis
nen Briefen P- 416. an ihn /daß dieſe
Meinung nicht fo gar zu vertverffen/deg
Scaligeri Urthel ihm vorhaltend / welcher
ſagte/ m rationeillosinfanire, quiita
fentiunt; wie deffen Worte hieyon lauteny
und hat Rupertus -rachgehende meines
a (4 Wiſ—⸗
# ‘
r
En Er ———
Kl
1
Il
"n
4° Das I. Cap: vom Alterthumtz
Wiſſens nichts dawider geredet Bo
chartus der ſonſt der Teutſchen Sprache
nicht ſonder lich gewogen / und alles auff
ſeine Carthaginenſer ziehet / muß dennoch
die ſes bekennen in ſeinein Phaleg l.u c.25.
Perſicam linguam quod quidam Viri do⸗
cti ſeribunt accedere ad Germanicam, in
tantälocorum intercapedine nemo facile
fibi perfuadere finat:>"Famen rei proban-
dee. tot exempla congerunt , ut ab invitis
pene fidemextorqueant. Uber dieſe von
uns angefuͤhrte Zeugniſſe gelehrter Reuters
und Exempelder Woͤrter / diebeymLipfio
angemerckt Cent. 3, ad Belgas Epift.44s:
und heym Abrahamo Myliode antig. Ting.
Belg. cap.ıı. fönnen wir audy beybrins'
genden Joannem Gravium, der ſelbſt im;
ven Morgenländern fich ange auffgehal⸗
ven/undElementalingux Perſicæ heraus
gegeben.: Dieſer / daervonderSyntaxii
— ** mit der Engliſchen / (als welche
gleichfalls Teutſcher Eigen ſchaft iſt) hier⸗
innen uͤberein komme. Denn ſo ſpricht
er P +89, InreliquispartibusOrationis
nulla Syntaxeos difficultas eft, nequeul-
lam puto effe linguam inter Orientales,
1 | quæ
1
f!
der Derfifchen Sprache handelt / erkennet
De Saga en Y unten
et Teutſchen Sprache —
er paucioribusindigeatregulis, auf cum
uropzis magis confentiat, Plurima
vocabulareperio, exa@te cum Angliciseod-
dem fenfü'& numero fere literartum con-
gruentia. — — — 5
Cape. Seper hier auff inige Engliſche
Perſhen gleiche Wörter / die eben?
falls Teutſch find. Über dieſe bringet er
etliche her bey / welche von den Lateiniſchen
ihren Urſprüng haben ſollen Aber es
find die meiften davon Teutſche / wi⸗ ine
gleichen auch die entgen / melche err 0
learius in ſeiner Per aniſchen Reifelib 5.
c. 26. Anführer/ der Megen der Gleichheit
mit den Zeutichen auch einerley Meinung’
bat. Man hat auch / wie Martinus Mar⸗
tiniusin feinen Atlante Sinico meldet) ein
Buch mie Gothiſchen Buchſtaben ge⸗
ſchrieben in China, efunden / dein awas
vonder H. Schr Ein Rateinifcher Spras
che bengefügt geweſen Vidi, fagt er/
14 Cum Sodis hic apud literatum uen-
m volumen vetus, Gothicischaradter;.
us diligentiffime eXaratum. Adhibita
"it papyri loco tenuiffima membranä,
ma Scripture Sacræ ars Latine e⸗
at Conferipta, Tentavi,:librum utcon.
| 65 ‚fegue.
En N
\ —
42 Dasit.Gap. Dom Alsertfumb
(equerer: ar ejus Dominus, tametfigen-
tilıs, necprece, necprecioulvadcuci —*
tuit, uttraderet,, ſua tamilia per multas
jamnepotum progenies, tanquamrarifli-
_mumquoddamantiquitatiscimelium, ad
{ervatumilludadferens, Es ſcheinet aber /
daß. diefes Buch.nichts anders geweſen /
als die KvangeliaGothica, die aus dem Co>
diceargenteo vonFrancifco Junio mit feis
nen Anmerckungen / und vor etlichen Jah⸗
ren in Schweden herausgegeben wor⸗
den.. Dieſe find vielleicht vor Alters von
jemand in Ehinagebracht/und von einem
Liebhaber big auff diefe Zeit verwahret
. worden / der felber dieſes Buche Innhalt
nicht verftanden. - Man hat auch noch in
andern Orientalif den Sprachen / in der
. Aigyptifchens Arabifchen einige Wörter’
die Celtiſcher Herkunfft zu ſeyn fcheinen.
08 ort Bara bey den Xgyptiern / iſt /
mas .bey uns eine Bahr. GieheKir- |
‚cherum in Obelifc. Pamphil. lib. 5. p.472. |
deſſen Prodromus Copt. viel folche gleich?
lautende Wörter bat. Gefnerus hat in
‚fäinem Mithridate auch dieſes Worte Bar
dacht. Man kan auch ben dem Dio-
ro Sicul; lib, 2.& Herodotolib, 2. Petro
%
EM | Vickto⸗
GE 1 gear a See he A En
„Det teutſchen Sprache. 0. 43
Victorio variar.le@.lib.ıo.c. 9. von einer
cymba funerali diefeg Nahmens / etwas le⸗
fen. Bey den Araberniftdas WorfHa-
mel, welches arietem bedentet/ und das
ſelbſt Teutſch iſt. Daher meinet Kirche-
usia Oedip. Agypt. Syut.3.c.6. Fomme
dee Jovis Ammonis Beynahme. Ja ſo
gar in America finden ſich viel den Celti⸗
ſchen gleich lauiende und bedeutende Woͤr⸗
fer/ fbovon mit groſſem Fleiffe gehandelt
bat Mylius de antiquitate Lingua Belgi-
„Cap 25. und in den Additionibus e.
JuS capitis, welcher gantzlich der Meinung
iſt daß vor Alters einige Colonien von
N Cimbris oder Scythis hineingekom⸗
men / weiſet auch an 7 auff was Weiſe ſol⸗
ches habe geſchehen koͤnnen. *
447.48
Daßviel €
44 Das II. Cap. Griechiſch und Lateiniſch
JJ a, ne
Daß riechiſche und La⸗
einiſche Wörter von den alten
Teutſchen oder Schthiſchen
—— herkommen.
ee Annbalt: ma munn
Je Scythiſche / eine Stamm-Sprache der
uropaͤiſchen. Wird vom Salmafiound
aY@= Boxhorniodavor gehalten. , Welche aber
ben rechten Grund / wegen Unfundeder Teutfchen
Sprache / nicht entdecken Fonnen. Boxhornit
Origines 5 * Varta er m von
dem Alterthumb der Dollandifchen Sprache ge>
ſchrieben. Die Gloflaria der Barbarifchen
Wörter und andere Schriften inden Nordiſchen
Sprachen koͤnnen hierzu nüßen. Kircheri fal⸗
fher Bahn von der Teutfchen Sprache. - In
dem Mecklenburgiſchen / Pommeriſchen / Weſt⸗
phaͤliſchen / find viel Stamm⸗Woͤrter verborgen.
der Teutſchen Sprache find keine frembde
rter/ als Die mit SortpflangungderReligion,
und aus bemöffentlichen Gebrauch in Politifchen
Sachen hinein kommen find. Se älter die Lateis
wifhen Wörter / je mehr find fie den Teutſchen
ahnlich, Bacrio, Becher; Spectile, Speck) Ste-
Steg / Stritare, Steiden/ Plancz; Plancken /
rocum. Trog / Caulis, Kohl / Matta, Matter
Bumipus, Kump/ x, Wörter die EEE |
= j . Ä ; t e
Ba
F
J
“sn
nr £
ı 2
FE 2
Wr
BA
Bu
no His „bon den Teutſchen. 1 * *
the bedeuten / ſind aus der Celtiſchen in die dateini⸗
ſche Sprache gekommen. Aus dieſen Fan inſon⸗
derheit der Urſprung der Sprachen en
werden. Hlonos Hohn / Dub Zwo / Es Eiſen /
Equs,Eik, (vox Gothica) Kaf, (Gothica vox)
profundum: Cavare Cavea, Scapha.'&2c. ztı=
&> Steuri siuxo, Zeuch / Tůch. VarrozFeftus
und Alle andere Etymologi fehlen Ir in ihren
Etymologüs: Auch die Srankofen in ihrer
rache. Die ihre urſpringliche Teutfche
oͤrter von den Öriechifchen over Sateinifchen
herbeingen tollen. Mericus Cafaubonus wili
die Englifchen Wörter von den Griechifchen leiten,
Worinnen faſt alle fehlen : Skinnerus, Franc.
Junius, Rigaltius, Meurfius, Vofhus, &e. Die
Urfachen dieſes Fehlers. Aguilonius hateini-
ge Seiechit e und Lateinifche Woͤrter von den
Danifchen hergeführet, _Meinet/ daß die Daͤni⸗
ſche Sprache der Lateiniſchen mehr Woͤrter ge⸗
eben als Die, Teurfche. Worinen er irret.
ne angeführten yempel werben toibetlegr
Grunnire, Grungen/ Hinnus, „inde/ Rape.
16, raffen/ Tolerare,dulten; Torrere,derren }
Irritare, anteitgen, Fömmt nichtson ira, irrire ve
der ritus, fie Voffiusmeinet/fondern bon dem al:
sen Zeutfchen Worte Razu, Riote, Ric, irritatio,
Erra, ein altes —3 Wort / davon das Sateini-
/eira, bedeutet eben daſſeide - Olai Wormüi
uch de lireratura Runicä, Edda Islando-
rum Refenii, Eine ältere Edda in Schtweden
vorhanden. Die alten Gpthifchen Sorten j
hr die
a a, a
a ee — .
46 Das II. Cap. Griechiſch und Lateiniſch
die in Schweden heraus gegeben worden. Col-
legium Antiquitatum und_Profeslio lingua-
rum Septentrionalium auff der Upfalifchen A-
cademie angeftellt / geveicht dee Schwediſchen
Nation zu groffem Ruhm. Codex argenteus
der Sothifchen Evangelien. —J
Urch dieſe fo augenſcheinliche
Gruͤnde find die vortreflichen
” Leute / Salmafıus und Boxhor-
nius, endlich auff die Gedancken gekom⸗
mæen / daß fie die alte Scythilche vor eine
Erg Sr der Europæiſchen ger
balten. Es hat ihnen aber hieran gefeh⸗
let / daß fie Feine vollflommene Wiffenfchaft
der alten Teutſchen und deren Pialecto⸗
rum, der Gothiſchen / Schwedifchen/ DE
nifchen und anderer gehabt ohne wels
em nichts fruchtbarliches hierinnen Fan
verrichtet werden. Boxhornius hat zwar
einen guten Verſuch gethan in feinen Ori-
ginibus linguæ Gallicæ, woſelbſt in der
Vorrede einige nüglidye und ungen eine
Dinge deßhalben abgehandelt werden)
und vorhin in einem KHolländifchen
Buͤchlein von der Abgöttin Nehalennia:
Uber esift zu beflagen/daß er über dieſem
Werde geftorben/undes N
n
von den Teutſchen 47
koͤnnen. Es hat auch ſchon vor Boxhor-
nio, Abrahamus Mylius, in ſeinem Buch
de Linguæ belgicæ Antiquitate, eine gute
Arbeit: feiner Mutter⸗Sprache zum ber
fienverrichtet: Es beftehetnur das miete
fte in Mergleihung der Teutfchen und
frembden Woͤrter / womit Boxhornius
ſich gleichfalls bemühet / und iſt noch zur
Zeit niemand / der was hauptſaͤchliches
darinne gethan.
Wer nun ſolches thun wollte/ muͤſte
theils die alte Griechiſchen und Lateini⸗
ſchen Woͤrter / die man in den Fragmentis
noch) uͤbrig hat / aus den Gloſſarüs hervor
ſuchen / und darneben gar genau die Ural⸗
ten Teutſchen Wörter / ausdenalten
Schrifften zufammen lefen/ die alten Go⸗
thiſchen / Runiſchen / Angeltächfifchen /
Eimbrifchen / Frantzoͤſiſchen / Spani⸗
ſchen / die heutigen Teutſchen / und alle de» |
ven Dialectos woran am meiften gelegen/ |
die Holländifchen/ Daͤniſchen / Schwedi⸗
ſchen / Norwegiſchen / &c. zum wenigſten /
fo weit verſtehen / daß ihm die Wörter der:
ſelben nicht unbefannt. Kircherus in ſei⸗
nem ‘Buch de TurriBabel.lib.3.fe&t.3.c. 4.
macht die Holländifchen / a. |
e has
— —
43 Das M. Cap Griechiſch und Lateiniſch
Weſtphaͤliſchen zu Toͤchtern der Teut⸗
ſchen / und meint / daß die Teutſche Spra⸗
che deſto mehr verdorben ſen / je weiter fie
gen Norden ſich erſtrecket / worinnen er
ſehr irret. Denn es iſt das Gegenſpiel
wahr / und ſind die Stamm: Wörter rri⸗
ner und unvermifchter da zu ſinden. Es
wuͤrde einer mit Verwunderung feben /
wie eine Sprache / ein Dialectus dem an⸗
dern zu Huͤlffe koͤmmt / und wie viel
Stamm⸗Woͤrter in dein alten Sächſi⸗
ſchen / Cimbriſchen / Pommeriſchen /
Weſtphaͤliſchen / Mecklenburgiſchen 8c.
und inſonder heit in der alten Gothiſchen
ſtecken / davon nicht allein viel Woͤrter in
der Hochteutſchen unſtreitig hergeleitet /
welches die Hochteutſchen ſelbſt nicht wiſ⸗
ſen / ſondern eine ſo groſſe Mengein der
Griechiſchen und Lateiniſchen herſtam⸗
met. Denn daß die Unſrigen ſolche von
den Griechen und Roͤmern geholet / fan
nicht mit dem geringſten Scheine der
Warheit geſaget werden / und läuffe wie
der des Dionyfii Halicarnaſſæi oben ange⸗
führtes Zeugniß. Es waͤren denn ſolche
Woͤrter mit Einführung der Chriſtiichen
Religion, oder aus den verdorbenen La
mE teini⸗
m —— — — — — — — ü— — — —— — — — — —— — —— — — — — —— — —— — — — — — —
|
/
— — — ne 2 —
bunden Teutſchen.. 39
teiniſchen terminis, deren ſich die erſten
Zeutſchen Kayſer in, ihren Öffentlichen
Schriften gebrauchet / auff uns geleitet /
davon ſo gar viel nicht zu finden ſeyn wer⸗
Del, Zu dem kan man ſoiches an den Ras
teinifchen Wörtern’ die in Ofca, Volica
TufcaLingua zu finden geweſen / felber
ſehen / welche / jeätter fie find / je naͤher ſie
dein Teutſchen kaͤmmen. Das Wort
bacrio oder hacar, welches Fettus nennet
genus vaſis longioris manubrii, quodaliz
trullam vocant (Trua Oder Trulla iſt e⸗
ben ſo wohl das Teutſche Truhe) ins
fer Teutſches Wort Becher/ Bacher /
oder Beker / und gieichwohl ſeitet Voſ⸗
ſius das bateiniſche von Baccho aber·
Snow und das Hollaͤndiſche beker von
dieſem bacris. Was ſſt das Wort ipeti-
leben dein Plauto, welches Feitus aillum
opfoniumnennet/ anders ale unfer Teut⸗
ſches Speck? nur daß fie eine fonderlis
determination hinan gehaͤnget und dena
noch wollen einige erleuchtete Critici lies
ber von dem Kateinifcyen Wort fpecio
und Ipetto ; ‚quali fcılicet (peitabile alia
quidüit in illoopfonio, es herführen/ alg
von dem Teutſchen Syheck/ da doch ſpe⸗
10
ge Das Il Cap Griechiſch und Lateiniſch
eio nnd ſpecto eben fo wohl von alter
eutfcher und Seychifcher Herkunft find/
Davon aber jego nicht ZU fogen. Das
Wort Stega bey dem Plauro ift tabulatum
navis, in quo nautz ambulant. Iſt
nicht dies dag rechte Teutſche Wort
Steg? Stritare wird ben den alten La⸗
teinern von denen gefaget/ qui zquali paf-
fu irenon poflunt, fed velpede fummo, vel
talo terram firingebant. Was ift dies
anders/ als unfer Niederteutſches Wort
Strieden ? Wekhes doch Naurenberg
in feinem Antiquario vonftringere, und
‚Vofliusvon tero , und deffen ſupino tri- |
tum abziehet. Sindnicht Plancz, quæ
Fefto vocantur tabulæ planz , was mie
noch heutiges Tages Plancken beiflen.
Mon mwelhyen Chimentellus in ſeinem
Buch deHonore Befelliicap. 21. das Ita⸗
tiänifche Panche oder Banche, eine Banck
abziehen ill / das doch eben fo wohlein
Teutſch Wort if, Was iſt das Wor!
Caulis,fo bey den Scriptoribus reiruftic®|
gebraucht wird / andersals unfer Teut⸗
fches Wort Kohl ? denn die Roͤmet
haben das au als eino ausgereder. Es
iſt auch das Griechiſche zaunos , welches N |
— —
bon den Teutſchen. S8
ne gemeine Bedeutung hat / und pro virgä
<ujufeunque, plantz genommen, wird
Mit den Worte Throcum, deffen F eftus
gedencket / qualet fich Chimentellusig dor,
erwehnten Buche un 27. fehr. Es ift
aber eine Art von Stülen geweſen/ „die
man getragen’ und haben wir in Teut⸗
Ser Sprache dieſem ein gleichlautend
MWortTrog. ‘Welches mit dieſem wohl
Tan vergliechen iverden. Das Wort Mat-
ta, Storea Oder teges, MelchesOvid.l. 6.
Faſtor.gebraucht / wird beyim Martino ver⸗
geolich vom Hebrätichen her gefuͤhret / wen
es ein recht Teutſches Wori/ und in eben
demſelben Verſtande genommen wird.
Bey den fequioribus Scriptoribus iſt es
vielhäuffiger zu finden ) welche Savaroın
‚Sid. Apol.lib, ı. Epift. 24. anführef / bey
einem andern / als nur beym Ovidio eins
mahl / daraus man ſehen kan / daß ſolche
‚Wörter eher geweſen / aber als gemeine
und Plebeia nicht gebraucher worden. Es
Find aber ſolche den andern fm Alters
thumb vorzuziehen. Das Wort Sicili-
‚ces ift unfer Zeutſches Sidyel/ davon
das Griechiiche Zayzan : Auch nicht gar
lehr entfernet. Dan finder unter den
rieakiigge dꝛ Woͤr⸗
EV BEREIT |
¶ Das U. Cay Griechiſch und Lateiniſch
Woͤrtern / die alleriey Geraͤthe bedeuten / |
überaus viele/die Celtiſcher Ankunfft find.
Woraus man einen feften Schluß ma⸗
henkan / daß die Lateiniſchen von dieſen
‚bergefommen. Denn ſolche Woͤrter
find ins gemein Die aͤlteſten / und bleiben
mnngen unberandert / weil keine Urſa⸗
eift 1. eine Neuerung dabey vorzunehr
men / wie bey denen/ die in öffentlichen Re⸗
den gebrauchet ‚werden. Aber hiervon
£an allhier nicht geredet werden. Wenn
ich auch die üblichen Wörter in der. Latele
nischen Sprache anfehe/ mie. vielfind Der
rer die ohne Beraͤnderung Teutich find
Iſt nicht konos und hohn gleich? Den
das Wort iſt bey den Lateinern mediz{i-
enihicationis,ie dag Wort dolus. FO-
nos malus ift fo viel / als/injuria. . Beſie⸗
be.Gall. lib. 12... 9.. UND Laurenberg, in
Antiquario. Duo, und ben. den Teut⸗
ſchen / two oder zwo / iſt ein Wort/und
wie Gifanius in ſeinem Indice Lucretiano
P+ 333. bezeuget/ bat mans vor dieſein im
Lateiniſchen einſylbig außgeſprochen.
Von den andern Zahlen kan dergleichen
bewieſen werden. In der alten Runi⸗
ſchen Sprache iſt das Wort Eik,in der La⸗
tei⸗
—
init.» nonden Teuſchen DR
einifchen Equus, welches daſſelbe bedeus
tet. In der Gothiſchen hat man ein
Wortkaf, bedeutet proſundum Wo⸗
von in den Lateiniſchen viel Woͤrter ent⸗
ſpringen / Cavare, Cavea, das Teutſche /
Kafen / und das Griechifchersware, ex=
cavo.das Lateiniſche Scappa. Das Teut⸗
ſche Scap hat hiermit auch einige Gleich⸗
heit. Was iſt das Lateiniſche es, vor die⸗
ſem æſis anders / als das Teutſche / Eiſen?
Das Griechiſche seixe, Fabricor, hat im
Teutſchen das Wort Tuͤch / oder Zeug /
eyvxu , incendo, das Wort Schmo /
Schmöcken / ſchmochen / ſchmaͤu⸗
chen. Zreiex, Carina naviss wird VON
04 folidushergeführet/ und wir haben
im Zeutfchen das Wort Steur / welches
viel eigentlicher den Urfprung fürbildet.
Rumpus ein abgeriſſener Zweig Aump/
ein geſtuͤmmelter Coͤrper koͤmmt uͤberein.
zu koͤnnte bier ein gang Lexicon ſolcher
oͤrter ſchreiben 7 wenn es diefes Orts
waͤre. Die jenigen / die von dem Varrone
und Feſto derſelben Urſprung erlernen
wollen / betriegen ſich ſehr / denn es hat nie⸗
mand die Origines der Lateiniſchen Spra⸗
che weniger verſtanden als eben ſie ⸗ —F
23 ol⸗
Oi» «10
EEE
54 Das U. Eap. Griechiſch und Lateiniſch
ſolches faſt in allen Sprachen ſo zugehet /
in welchen die Eingebohrne Die gröbeften
Tehler begeben / dann es folget niemand
Hierinnen der Natur und der Dernunfft
mach/fondern ſeinem eigenen Bahn. Die
die Hebraiſche oder Griechiſche Sprache
vor andern lieben‘ wollen hiervon alles
her holen / wie Bochärtus alles von der Pu-
niſchen. Dieder freimbden feine ſonder⸗
Jiche Kundſchafft haben / erdencken einige
ſonderliche alluſiones und alliterationes, |
umddaiftdenn allesgut. So muß Ve
nus-von veniendo herfommen / Veſta
wird deßhalben ſo genannt. / quod yi ſua
1. Met: welche derivationes eben fo gut ſind /
| als / wenn das Wort Biſchoff davon
gemacht fenn fol / weil er bey den
Schaffen iſt. Denn es iſt der Nahme
und die Verehrung dieſer Goͤttin von den
| Barbariszuden Römern kommen / Davon
| atihie tweiter nicht Fan geredet werden;
| Sift der ohalben eine Thorheit das run
| der Wörter. ben den Roͤmern zu fuchen
i Die Frantzoſen und Jtaliäner / die beutie
as Tages Etymologias fehreiben / find
mit dergleichen Irrthümern angefuͤllet
- Bovillushat in feinem Buch de di —
vu
WVon den Teutſchen 55
vulgariüm linguarum gar kindiſche Ein”
fälle von den Sransöfiichen Wörtern /
den aber W olftgangus Hungerus gründ®
li) widerlegt hat. Menagius, fonf ein
bornehmer Philologus und Criticus, wel⸗
chem Skinnerus gemeiniglich folgt / ein
Blinder deinandern holt ing gemein aus
Griechenland oder. aus Rom vie
Stamm Woͤrter her / die er in Teuſchland
ſuchen ſollte. Beza,Perionius, welche von
der Gleichheit der Sriechifchen und Fran⸗
tzoͤſſchen Sprache geichrieben/fehlen auch
ſehr hierinnen. Franc Hottomannus in
feiner Franco -Gallia bat viel beflere
Nachricht gegeben. So hat auch Mo-
rolinus in feinem Buche genannt / Flos
LinguzItalicz, viel Italianiſche Wörter
von den Griechiſchen hergeleitet/ die doc)
Teutſchland vor ihre Mutter erkennen.
Mericus Cafaubonus in feiner Commen-
tationede Gra=cäLinguä, worinnen er die
Gleichheit, der Englifchen und Griech⸗⸗
hen Sprache zeiget/ift dennoch auch der
Meinung, alstwanndiefe Woͤr ter von
dem Griechiſchen herſtammeten / und kan
endlich woll ſeyn / wie vor dieſem die Grie⸗
—R d4 en
geſchrieben / und eine Vergleichung mit
———
56 Das M. Cap · Griechiſch und Lateiniſch
chen ihre Colonias und Schiffe hin und
wieder geſchickt / (denn Jacobus Eyndius
in feinem Chronico Zelandiz cap. 9» auch
erweiſen will / Daß Die Griechen die See⸗
ĩandiſche Kuͤſten beſeegelt) daß einige
von ihren Wörtern kleben blieben. Ir
ber es ift eine gröffere und viel gruͤndliche⸗
re Übereinftimmung diefer Sprachen /
als daß von ungefähr ſolches jolfe geicher
ben fenn. Es .ift dieſes præjudicium ſo
ſehr bey gelehrten Leuten eingewurtzelt /
Das fiefaft proparadoxo halten / Mann
ander Teutfchen und Der Verwandten
sprachen Alterthumb über Die Griechi⸗
he und dateiniſche erhebet / und dieſe von
ener herleitet. Skinnerus, der einEty-
ologicum der alten Englichen Wörter
— — — — — —
Den andern verwandten Sprachen ange⸗
flellet / hat zwar eine nügliche Arbeit ver⸗
richtet / wie ingleichen Franciſcus Junius
in feinem Gloflario Gothico, welches er
den Gothiſchen Evangeliis angefüget/
und ſetzo vermehrter in feinem hohen Al⸗
ter her aus geben will. Aber fie liegen
—5 — an dieſer Seuche kranck / da ſie
och deſſen fo klar ſcheinende Zeugniſſe vor
m | Augen
A
— —
——
von den Teutſchen. 55
Augen liegen haben. Sehen wir Nico>»
laum Rigaltium, Johannem Meurſium in
feinen Vocibus Mixo-Barbaris, Voſſium
de Vitiis fermonis Latini, Ludovicum de
la Cerda in feinen adverfarüis,;Lindenbro-
gium, Gothofredum, W endelinum, Hen-
ricum Spelmannum, und endlich du Fref-
ne in ihren Gloflariis an,. Man könnte
viel hundert / jataufend ſolche Sehler mer»
cken / und ein groſſes Buch davon zuſam⸗
men tragen / welches aus keiner andern
Urſache koͤmmt / als daß ſie dieſer Spra⸗
chen Grund nicht recht begreiffen. Und
iſt zuverwundern / daß / da der Augen⸗
ſchein ſelbſt ſſe vor Barbariſche Wörter
ausgiebt/ ſie dennoch lieber den Urſprung
in der Ferne bey den Griechen / ais bey den
Teutſchen ſuchen. Bey ſo groſſer Men⸗
ge der Irrenden hat dennoch einer in Den⸗
nemarck/ der ſich Aquilonium nennet / in
einigen kleinen Büchlein/ dieer demiftio-
ne Græcæ & Latine cumDanicäLinguä
geſchrieben / das Gegentheil darthun mol
len / und die Worter hervor geſuchet / die
ausder Daͤniſchen Sprache in die Lateini⸗
ſche und Griechiſche gekommen find / das
von er ſeine Runen daſelbſt eröffnet.
* 5
Er
|
i
EEE Tr ——
#3 Das M. Cap Griechiſth und Lateiniſch
Er haͤtte aber wann er die andern Spra⸗
chen zu Huͤlffe gezogen ſeine Meinung
gel gruͤndlicher und beſſer ausführen koͤn⸗
nen / ober zwar meinet / daß die Daͤniſche
Sprache einen ſonderlichen Vorzug vor
der Teutſchen habe / was die Gleichheit
mit der Lateiniſchen betrifft: · Die Woͤr⸗
ter die er p. 46. anfuͤhret / zeugen viel⸗
mehr / dag er ſelber der Teutſchen Spra⸗
chenicht recht kundig geweſen / denn ih
beweiſen will / daß die meiften Teutſchen
angemerckten XBörter/eine beflere Gleich⸗
Heitmitder Lateinifchen haben/als Die Dir
nifchen / und muß hierinnen nicht Die
Hochreutfche / fondern vielmehr die Nie⸗
derteutſche Sprache / zur Richtſchnur ge
feget werden. Jedoch haben wir in der
Hochteutſchen Sprache fo wohl das
Hort Gruntzen (Grunnire) ale die
Dänendas Wortgeynte/ davor erden
Teutſchen das Wort Aucheln/ (A
chelnmollte er jagen) zufchreibef. Das
Wort Hind (Hinnus) ift gleichfale ben
uns / wie bey ihnen/ nicht Rechhochs /
ſolte vieleicht Aehbock feım. Bir has
ben I wohl das Wort raffen (rapere)
* ihr Rape / denn hinnehmen kein
* | J ers.
A ———
bvop den Teutſchen. 50
ders. Tole (Tolero) koͤnnen wir ſo
wohl durch dulden / als ertragen / ge⸗
ben / wie ingleichen Toͤrre ( Torreo) durch
duͤrren / denn Drogen / daß er davor ſe⸗
tzet/ it nicht Hochteutſch / ſondern trocke⸗
nen auch wohl treugen · Das Lateini⸗
ſche Wort irrito, ziehet er von dem Daͤni⸗
ſchen Wort Irre / davor die Teuſſchen
anreitzen. Aber es trifft dieſes Teut⸗
ſche viel beſſer zum Ziel / weilesdag
Stamm⸗Wort in ſich hat/ davon das Ras
temifche herkommt. "Denn ob wohl Vof- —
ſius ſich ſehr mit dieſemn Worte qvaͤlt / in
dem ersbald von Ira,baldnon irrire,quod .
de Canibusdicitur, bald von dem Griech⸗
ſchen i9o, das doch gleichfalls von dem
Teutſchen ent ſproſſen / und nicht von dern
Griechiſchen oAa⸗. wie er will/ bald von it⸗
und ritus herführet / fo fehlt er doch ſehr
weit · Daß das Wort ritare gebrãuchlich
geweſen / erſcheinet aus dem Bortepori-
tare, welches er aus proiritare meinet zu⸗
ſammen gezogen zu feyn/darfnnener doch
Irret. Denn man lieſet in den alten
MStis-inritare, weiches eine Anzeigung ift/
das das IBerf voninumdrito zufammen
heſetzet / wie denn auch Daumius in un
Br \ U⸗
a
I as rn a —
I
6o Das ll. Cap. Griechiſch und Lateiniſch
gBuch de Caufis amiflarum radicum lin-
guæ latinæ c. Hi: 14: unter «die: unge?
Bräuchlichen implicia eg feget- Iſt es al⸗
fo das rechte Teutſche Wort anreitzen /
ie wir es nach dem hochteutfehen Diale-
&o außſprechen. Dasfimplex hiervon
finder fich in den alten Teutfchen Woͤr⸗
terinywelche Lipfius Cent,3.ad Belgas epiſt.
44: zuſammen geleſen hat · Katodon, Ir-
ritaverunt: & Ratuot,Irritat & Garatot,coN-
eitatuseft , & Ratunufh, Irritatione: Wo⸗
ben Somnerus, in denen won Merico Ga-
faubono heraus ‚gegebenen Anmercuns
gen folgendes ſetzet Huic affıne eit no-
ftrum Path, iram „iracundiam fignans:
Nufk auten eft,terminatio nominum ſub ·
ſtantivorum. Iſt nun alſo das rechte _
Stamm⸗Wort Ras, Ixritatio⁊ mit dies
fem koͤmpt überein das alte Fraͤnckiſche
Wort Riere; kit, welches ineiner alten Ver-
fione Franco-Gallieä der Bibel geleſen
wird / wie Skinnerus hezeuget. Es beißt
aber dieſes Wort ſo viel/ als / jurtzium, al-
tercatio; Rioter, Riottare, Jurgari,altercari;
und iſt lächerlich / daß Skinnerus ſolches
von dem Lateiniſchen Arietare herziehen
will. Sonſt haben wir auch das ——
88 ——
—_ —
WWWbbon den Teutſchen 6
sche Wort terren / tarren / targen / wel⸗
hes der Bedeutung nach einer len iſt Will
bier nicht ſagen von dein alten Wort zrre,
weſches in den Niederländifchen Geſetzen
gefunden wird / inerre möcde wit doen, ani«
mo irato aliquid facere ; Wovbon das La⸗
feinifche Ira her zu kommen fcheinet.” Bit
baben jego in dergleichen Dingen viel
Huͤlffs⸗Mittel von den alten abgeftorber
nen Sprachen, die jetzo wieder hervor ge⸗
chet werden Wormius hat die alte
Runiſche Sprachein feiner literaturaRu.
nica,Faftis und Monumentis Danicis, ie⸗
Der aus dem Grabe erwecket. Die Edda
Islandorum , darinnen der alten Nordi⸗
ſchen Poͤlcker ihre Theologia und Mytho-
logia beftanden/ift von Petro Refenio her;
außgegeben. Es follaber eine volltän.
digere Eddanoch inSchweden vorhanden
ſeyn / welche zu feiner Zeit auch ans Licht
wird gebracht werden / in welcher groſſe
Nachricht it von der Aſtatiſchen Bolcker
Ankunfft in die Nordifchen Länder/ wo⸗
bon auch Schefferus in Uptalia antiquac.
7. tannachgelefen werden. Es kan auch
treflich zuſtatten kommen / daß man die al⸗
te Gothiſche Sprache und ——
sm
6a Das 111. Cap Gtiechiſch und eatemiſch
mit.geoflem Sieiß.iegoin Schweden her⸗
vorfuchet Zu welchen Endedann/ 34
groflem Ruhmdieſer Nation, einabjon?
derliches Collegium „Antiquitatum 5; und
u
‚Profeffio Linguarum. Septentrionalium
‚auft der Upfalifchen Academie angeftellet/
and bereits eine ziennliche Anzahl folchek
‚alten, Scheiftten ‚mit gelehrten Anmer⸗
ckungen / von Olao Verelio,tie auch ande
re biexu dienende Bücher von Loccenio
‚Scheftero „ı Rudbeckio hervor gegeben,
ARorunter vor. allen andern zu feren I
der fo genannte Codex argenteus Evan- |
geliorum Gothicorum, welcher nach dem
er einmahl aus der Königlichen Schtvedl
chen Bibliochec verlohren geweſen / 9
‚eine groſſe Summa Geldes / von dem
Herrn Reichs Cantzler de la Garde wie⸗
der her bey geſchaffet / und er ſtlich von Fran⸗
Eeo Junio, her nach in Schweden her aus⸗
‚gegeben worden. Darinnen man biß⸗
wellen unterſchiedliche Wurtzeln findet /
davon Griechiſche und Lateiniſche Woͤrter
herſtammen / welqes auch von Denen Au-
‚toribusfelbft / die ſie heraus gegeben / nicht
beobachtet worden... —
AS HEN 6 Da
su bot den Teutſchen. 8
oe ORT et
Bon den Gründen der, Herz
kitungin Wörtern/und zwar von dem
erſten / daß eine einfältige grobe
ESdbroaghe der fünftlichen den
Arnſang gegeben.
cr, Innhalt. Ben
Riechiſche und Latein ſche Stamm⸗Woͤr⸗
ter aus dem alten Schthiſchen. Es köns
onen in der Etymologia richtige made
gegeben werden. &e einfaltiger die Spr e/
1 auterer und aͤlter iftfie. DiealteLingua Pe-
lalgal, hatder neuen Griechiſchen / unddie alte O⸗
Ica, Tufca, &c, der Be ee Urs
fprunggegeben. Thuſci, dem Rahmen undder
Ausrede nach / Teutfcher Art und Ankunft. Jo-
fephi Scaligeri Yrtheil hievan. %n Toſcanien
find bie aͤlteſten Städte, Die plebeia Lingua
Latina iff von der zierlichen allezeit unterfchieden
geweſen / wie in allen Sprachen der Unterſchied
il Erempel aus dem Inftrumento plenariz
ecuritatis, fo zu Juftiniani Zeiten gefchrieben,
Frägmentum Petronianum Skinnerus ver⸗
irfft die Meinung, daß Sriechifche Aörter von
Teutſchen und Scythiſchen herkommen. Hat ej⸗
nen falſchen Grund. Die Griechen ſind ſelbſt
toieder ihn welche geſtehen / daß ihre —— von
re. Trefſiche Zeugniſſe aus
ae Ka em
den barbaris —*
EEE —
das Cap Von den Gründen
dem Jambliche,Clemente Alexandrino,daß die
Griechen durch ihre geichtfinfigfeitund Kunfteley
mehr nerdorben/ alaverbeifert. _ Anacharlıs ein
Sehthiſcher Philofophus wirfft den) Griechen
felbfE ihren Scythilmum. vor. Skinnerus at
Feinen Unterfchied gun unter Den wachſenden
und solffommenen Sprachen. Seine angeführs
te — fünmen vwider ihm ſelbſt gebraucht
erden. Ä | |
STE iſ dann num diefeg meine gan
KEyihe Meinung / die nicht ohne gun
Grxuͤnde von den freflichen Leuten
Salmafio und Boxhornio 'auffgebracht/
wiewohl ſie dieſelbe nicht außgefuͤhrt / daß
die alte deythiſche dierechte Haupt⸗Quell
der Europeifchen Sprachen ſey / aus wel⸗
cher die alte Teutſche und Gothiſche zu
erſt entſprungen / wo ſie nicht faſt eben die⸗
ſelbe geweſen / und der Griechiſchen und
Lateiniſchen zum Theil ihre Stamm⸗
Woͤrter gegeben / welches zu beweiſen kei⸗
ne groffe Mühe erfordern würde. Wun⸗
dert mich nur dag gelehrte Leute nicht eher
auffdiefe Gedancken gerahten / und ſo viel
ſeltzame thoͤrichte alluſiones , an ſtatt
gruͤndlicher REtymologien angenommen
deren Nichtigkeit ſich ſelbſt an den Tag
gel
in Herleitung der Wörter. >65
get/ und Anlaß gegeben / dag vielgelehrte
Beute alle Etymologias,gle ein ungewiſſes
Ding / und die auff keinen Vernunfftfchlüf
ſen gegruͤndet / zu verwerffen. Dadoch
ſo richtige principia dar inne koͤnnen geſe⸗
tzet werden / aus welchen die Herleitung
der Wörter folger/ wie etwa e corporibus
fimplichbus & elementis die miſta entſte⸗
hen / und findet faſt eine demonſtratio auch
allhier ſtatt / jedoch jo viel die Natur und
Beſchaffenheit der Dingezugiebt. Erſt⸗
lich iſt dieſes für einen feften Grund zus
ſetzen / daß je einfältiger und groͤber
eine Sprache / deſto alter und unge⸗
miſchter ſie ſey / und denen andern
vorgehe. Will man nun die Stamms
Woͤrter einer jetzo ausgearbeiten Spra⸗
che ſuchen / ſo muß man nicht zu einer ge⸗
hen / die in gleicher Bollfommenbeiti /}
fondern man muß auff dem Rande unter
den Bauren/ an Dertern / da niemahls
rembde hingekommen / dieſelben ſuchen.
enn es iſt mit den Sprachen wie mit
den Boͤlckern bewandt / weiche erftrob
und wilde / hernach mit der Zeit gebändige
und außgeüber werden. Wollte man
nun bie. Stamm⸗Woͤrter der Be
e en
a Ze A ar Daran a u te ee
66 Das IV. Cap. Bon den Gründen __
ſchen Sprache haben / fo muͤſte man / mas
vonder alten LUnguãa Pelaſpa noch uͤbrig /
hervor ziehen. Die Lateiniſchen werden
rnbeften erforfchet inden alten fragmen-
tislingiz Oſcæ, Thufcz, infonderheit
dieſer / denn dieſe Voͤlcker / auch faſt dem
Naͤhmen nach / ihren Urſprung aus
Teutſchland zu haben ſcheinen. Wie
dann auch faſt der accent, den ſie in der
Außrede fuͤhren / ſolches augweiſet / 1. GC.
Scaliger auch in feiner Oration ae verb⸗
Lxprus angemerckt / wenn er ſpricht: Le-
niffime pronunciat magna ltaliæ pars,
craſſiſſimè pene univerfaGermania. At
Thuſci, (qui Arnumcircumcolunt, pene
- Germanicos illos fpiricus ſuperant. Z4U
dem ſind daſelbſt Städte / die älter al
Rom / wie Jofeph. Scaliger in den Ex-
cerpt. die die Fratres Puteani heraus ge
geben/bezeuget/Inktaliäfunt mültz urbes
antiquiores Roma: in Tofcaniä antiquiſ⸗
ßne. Es bilde ihm auch niemand ein/
daß man in ltalien, auch zu Ciceronis Zei⸗
ten / durchgehends auff dem Lande und bey
Bauren / ſolche re wie er in Rom /
gefuͤhret. Es eroͤrtert dieſe Frage / an
vulgus & literati eodem modõ & idioma⸗
BT | te
1 Herleitung der Wörter, Be.)
te Romelocutifint,Zeowardus dretinäslbr.
6. EPR. pm. 273. wieder den Elavium
Forolivienfen , der anderer Meinung.
mar, und beiveifet mit etlichen Exempein /
quod Latina lingua à vulgari differatter-
minatione, infiexione, fignificatione,con-
ſtructione, &accentu. Von des gemei⸗
nen Poͤbels Art zu reden urtheilet RAID.
Nonad piftorestantum & lanittas , ſed
multð magis ad eos, qui in Reip. guberna⸗
tione verſabantur, & quorum intererat.
quid populusdecerneret Orator loqueba.
tur. Praeftantes igitur homines rato⸗
rem Latinè literateq concionantem, præ⸗
Clare intelligebant,piftores werd &laniftz.
& hujufmodi turba fic intelligebant Ora-
orisverba, ut nuncintelligunt miffärum
olenhia. Und wie follfe die Sateinifche,
prache hierinn einen Vorzug vor ans
dernhaben ? Denn foftfeine Sprache in⸗
die nicht folchen Unterfcyeid h tle. In
der Staliäniichen/Frangöfiichen hat man
ben ſo Wohl die fo genannte Rufticam ,
OManam, davon der. Yahıne der
Aomances berfömmt/vormabie gehabt /
und iſt ja bekannt/ wie heutiges Tages fait
mallen Oertern und Rändern eine an
EN ? pe
ER N DEREN EICH BE, San, TRIER. SE
__Dasıv . Cap. Bon den Gründen |
pelte Sprache / eine wilde und robe/ und
eine ſerliche und. Höfliche geredet werde,
Es zeigt zum Theil das Inftrumentum |
plenariz fecuritatis , welches zu Jultiniani
Zeiten geſchrieben 7 und Anno 1641.VoR
Gabriele Naudz0 aug der Bibliothec deß
Cardinalis 4 Balneo (der die Abſchrifft
aus der Königlichen Bibliothec in Franck⸗
reichbefommen) herausgegeben. Wor⸗
innen ſo viel frembde und ſeltzame Arten
zu reden confufiones cafüum wider DIE,
. -Regelnder Grammatic, fo viel —390
Wörter von allerhand Haußraht / als
Butta, Butticella, Sarica, ranciſio, ſcotella,
zu finden daß man genugdarausfeben
fan / wie ben dem gemeinen Mann dar
mahls eine gang. andere Art zuredenge,
weſen / weßwegen ich auch da vielen ſo ver⸗
dacht ige Fragmentüm Petronianum ni
gänzlich verwerffen will. Je mehr man. |
nun Diealfeften monumenta, und die von
der Kunſt nicht ausgearbeitet ſind / durch⸗
ſuchet / je mehr wird man die Sleichbeit,
der Teutjchen und Lateiniſchen Sprache,
finden. Hierbey kan ich mich nicht genug:
verwundern / twieSkinnerus in der mehr⸗
mahls erwehnten Vorrede feines Lexich
inHerleitumgderMörten. ⸗j
Etymologici, fo gar wieder alle Vernunf
dieſe Meinung tadele / daß vom Teutfeher
einige Griechiſche Wörter herſtammen,
und ſie ſo gar hoͤniſch und mit ſchaͤndlichen
Schmaͤhworten auff die Teutfehe Nation,
durchziehe 'Quidenim, ſagt er Acömı
muni humani generis uſu & ration ipsa
lueulentius abhorret, quam gentemo-
mniam cultiffimam, eoquenomine füper-
bientem‘s populorum Costerorum etiam
mitiorum & humaniorum ‚'Perfarum ſc.
Syrorum& Agyptiorum contefi ptorem,
€ gentibustotius terrarum 'orbis immä-
niffunis,fordidiffimis,& plus quambarba-
ris (einfchöner Lobfpruch vor die Feng,
ſchen!) wocabula& idiotiimos avidehau-
rire „ & tanquam gemmas ie fterquilinio
fuo fermoni infüere. Wohl getroffen‘
ein sreflicher Schluß! Eben dieſes iſt die
Urſache warumb die alten Teutſchen nicht
von den Griechen / ſondern dieſe vielmehr
von jenenihrer Woͤrter Urſprunghaben⸗
well eine ausgeputzte Sprache ſuͤnger iſt⸗
als eine rauhe und unbeſchnitiene. Wil
dann Skinnerus mehr wiſſen als dieißztiics
hen felbft:2: welche auffrichtig bekennen /
daß die aͤlteſten Eiaw ohner —
e3 eine
EN
„6 _ Das IV.Eap: Von den Gründen
einebarbarifche Sprache geredet / die
Buchftaben von den Barbarisb eföinmen/
pie. im vorigen erwaͤhnet. Haben fie
nicht ihre 2Beigheit von den Barbaris erfl
geholet 2: Es lefe einer nur den Jofephum
contra appionem da wird er weitlaͤufftig
— — | — — ———
ſehen / daß die Griechen nichts von ihnen
felber haben / und daß alle das ihrige /
Städte/Künfte und Schrifften/ nur von
geftern her / und fie allezeit Kinder und
Fuͤnglinge geweſen. Was fie von Scy-
this, Thracibus und andern erlernet/ ba
ben fe vor ihre eigene Erfindung außges
geben. Die was fonderliches haben ler
anenwolten / find bey den Barbaris in die
Schule gangen / wie beym Diodorolib. 3:
6. zt lefen. Clemens Alexanidrinus
Aib,1Strematumfaget / daß die alteften
Philofophi: in ı Griechenland entweder
fehl Barbari geivefen/ oder von den Bar-
‚ris untertviefen: Pythagoras felbft iſt
beyden Gallis, ‚oder Geltis indie Schule
gegangen, Von diefen Barbaris haben
die. Griechen das ihrige erlernet und
nur uͤberhin gefaffet: Denn ſo redet von
ihnen Jamblichus, der ſie von auſſen und
innen beſchreibet / Græci naturã rerum no·
> varum
_ Van Herleſtung der Woͤrter "7;
varum ftudiofi fünt, & hræeipites uſque
quaque feruntur, inſtar navis laburrã ca⸗ |
ventis:nullam habentis ſtabilitatem. Ne-
ue conſervant, quod abaliis acceperunt,
hoceito dimittunt,& omnia propterin=
ftabilitatem; moVeque inventionis elocutionem.
rransformarefolent, Er fagt ferner / wie
die Barbari ernſthafftig und beftändig: in
ihrem Wefenund Reden und wie Die Bar-
bariſchen Wörter fehr furgmären / und
einengrofen Nachdruck hätten, und des
rohalben bequem zu Goͤttlichen Dingen
zu gebrauchen, die Griechen haͤtten ſie a⸗
ber verdorben / diefie mit ihrer Sprache
gemiſchet / oder mir freinbden Wörterg
außdrücken wollen. Man kan auch hier⸗
bey nachlefen des Ccel. Rhodigin.: Lee;
Antiquar.lib.16.c.14. Der von uns oben
angeführte Clemens Alexandrinurs zeiget
viel andere Griechiſche Autores als Sca⸗
monemMitylenzum, Theophraftum,Ere-
fium» Cydippum Mantineum, ‚Antipha=
nem, Ariftodemum, Ariftotelem, Phitofte-:
num, &Stratonem, die hierinnen mit
hwoͤbereinſtimmen / und dieBarbaros zu
Lyrmeiſter der Griechen machen / fee
auch folgende Worte dar auff / —
J— 4
oe ee Tai Ze —
jr __DasTV: Cap, Bonden ruuden !
Savröv. oriya eis adzarı as @%y Paeßapas
äueeriuns:C BıwPsAss Qvosas, mu dv Minvss re
ämrndsimaru wPernra. EX hispaucaad«
jeci ad confirmandam inventricem & vi-
tz utilem naturam , qua fuitapud Barba-
ros, à quibus in ſtudiis & rebus exercen-
dis Græci acceperunt magnam utilitatem.
Nach dieſem redet er ſehr merckwuͤrdig
vonder Sprache/Eideristnv Parzı NaBar-
Atı mv Baoßgan, euordg, Draw, © Avaxapcıs,
HANTEE EAAHNEZ ERTOIZOTEIN.G 'Siquis
autem vocemreprehendit Barbaram? Mi-
hi, autem, inguit Anacharfis: OMNES
GRECI SCYTHE SUNT. Was
koͤnnte herrlichers und rühmlichers ge
fagt werden zu dem Lobe der fogenann?
ten Barbarifiyen Sprache und Philofo-
phie , und zur Behauptung des Alters
mbs derfelben. Und diefe find Die |
Dölcker / welche ung Skinnerus foheßlid)
abgemahlet. Es wird ferner weder vom
Mylio(mit welchem er zu thun bat) nod)
von jemand anders gefaget/ Daß die Grie⸗
chen dazumahl / wie fie durch Wiſſenſchaft
oder Tapfferkeit ſich und ihre Sprache ſo
vollkommen gemacht / ihre Wörter und
idiotiſmos erftlich von den Teutſchen ge⸗
ER 3 nom⸗
in Hetleitung der Wörter. 73
nommen. Der Anfang ihrer Sprache
ift vor vielen Jahren erſtlich von den ih»
nenfo genannten Barbaris,diedoch Wigeg
und Berftandes genug gehabt / entſtan⸗
den welchem fie von Jahr zu Jahrenihre
eigene Form und Außbildung gegeben /
und da fie die Sprache zu der gröften
Stufte ihrer Vollkommenheit gebracht/
nicht mehr nötbig gehabt / vonandern
was zu entlehnen. . Die Gleichniſſe die
Skinnerus,hiezu füget/ find gleichfals laͤ⸗
cherlidy und ungereimbt: Perinde hoc
eit, fagter/achGalliBrafilie, autnoftra-
tes Virginie coloniagreftium fübditorum
dialettum, tanquam ſuavem & feecun-
dum, affe&tantes, vocabula inde in fermo-
nis ornatum cooptarent.- Imo quid ab-
fürdius, ‚quam Aulicum, gregie expoli-
tum Rufticum ineptum loquendi magj-
firum adfeifcere? Es ift ein groffer Un:
terſcheid / wenn eine wohl cultivirte Na-
tion eine Barbarifche übermeiftert / die
fie darnach an ſtatt der Knechte gebraus
het / von denen ſie ihr nichts vorſchreiben
laͤſt / und wann ein rauhes Kriegesvolck
ein anders gleich oder weniger Barbari-
ſches übertwindet ; oder mit ihn zu
5 AN;
eu Zr ln el ie > Me Sue ae *
4 Das V. Cap. Einſylbige
handeln hat. Der Bauer iſt eher gewe⸗
fen / als der wolberedte Hoffmann / und
wuͤrde dieſer keine Beredſambkeit haben /
wenn nicht die Bauren vor ihm geredet
haͤtten/ und die Sprache machen belffen:
Aber wir. muͤſſen endlich von dieſen Umb⸗
ſchweiff wieder auffden rechten Weg fon
men/und zu unſerm Wercke fchreiten.
e —
Bon dem andern Brundede
Herleitung / daß vielſylbige Wörs
| ter von Einfplbigen müffen
geleitet werden. ie
Innhalt. BR
Jelſylbige Woͤrter von Einſylbigen / deſſen
Su inder J ——
ciplinarum. e Teutſche Sprache
beſtehet von vielen Monoſyllabis. et Ans
zahl, Viel alte Lateinifche einſylbige Wörter
Dieſe find Durch Dierterminationes mehr außge⸗
dehnet. Worauff die Zufammenferung der Las |
teiniſchen Sprache/ihre pronuntiation, und mo·
dulation. in. Po£fi beruhet. Viel Teutſche
Wörter in der Griechiſchen und Lateinifchen/ die
Mylius augemercket. Deren eine weit gröflere
Anjahl. Putcanus wird widerlegt. Derk
4 13 molo⸗
st Sr
von Vielſylbigen 78
mologorum ſeltzame Einfälle, / kommen ausdiefer
— Varro hat etwas dennoch —* —
Caroli du breſne Zeugnif. Ein groſſes iſ an
den terminationibus gelegen. Worinnen Die
idea der gangen Sprache verborgen. Man kan
unter ei als Locis Communibus eine ganße
Sprache ordnen. Meinung von dem Dictionai⸗
re General eines Frantzoͤſiſchen Autoris, und Hr.
Bechers Compendio Lexicö in Lateinifcher
Sprache. Francifei Guyeti fonderlicher Ans
ſchlag von der Herleitung der Griechiſchen Woͤr⸗
tere monoſyllabiß.
Er andere Grund in Herfuͤhrung
der Woͤrter Fan hierinne gefegt
- werden/ dag man die Einſylbigen /
und von Confonantibus gleichfamb zu⸗
ſammen gepreßte Woͤrter älter halte/alg
andere / von welchen die vielſylbigen und
wohlklingenden berfommen / ob zwar
in gewiſſen Faͤllen dieſe Regul einige Ex-
ceptionleider. Es iſt der Ratur gemäß)
daß vondenleichternundeinfältigen Dins
gen / man zu den ſchwerern und unbefanns
ten ſchreite / wie auch in den Wiſſenſchaff⸗
ten ſelbſt der Ariſtot. J. Metaph. Ct, die⸗
fen Weg vorfchreibet. "Yun iſt wohl kei⸗
ne Sprache zu finden / die mehr einſhibige
Woͤrter hat / ais eben die Teutſche / ſo aan |
„6 _DasYuCap. Einplöie ____
daß auch die, Buchftaben ſelbſt nichts als
ihreneinfältigennatürlichen Laut haben/
welche derohafbenScrieckiusponden@el‘
ten oder Teutfchen auff die Römer meint
gekommen zu fen. Simon Stevinus
rechnet 2170. Monofyllaba in der Teut⸗
fhen Sprache / und hat hier von gar finn:
(7
reich und vernünfftig Goropius Becabus
l:z. Hermathenzphilofophiret/ der bil⸗
lig hieruͤber nachzulefen if. Bernardus
\
a Malincrot in feiner Differtatione Philolo-
icä de naturã & uſu literarumc. 27. €
firectet die Zahläberdrentaufend.. Ma
findet auch / daß die Ofci wielmonofyliaba
gebr aucht / als Gau pro gaudio,ce/pro cos
lo, dapro domo : dann dieterminationes
find/ da die Sprachen beffer außgearbeis
tet / hinzu gekommen / und haben die La⸗
teiner und Griechen mit Zwiſchenſchie⸗
bung einiger. Vocalium, und Hinwegneh⸗
mung einiger Confonantium den harten)
Klang der Woͤrter etwas gemildert das
mit in der Ausſprache / und hernach in
dein metro ſie gieichſam einen Abfall bekär
men / und die lange und kurtze Sylben eine
richtige Maſſe gegen einander haͤtten.
ſieht many daß in den fexionibus;
*
decli-
j
> h
dechnationibus und. conjugationibus, die
Arten der Endungen/ fo vielfältig/ meh⸗
rentheils zwey:und wol gar drenfnlbig/
1.nd mit mehr kurtzen als langen. vocali-
bus außgemeflen find... Welches der gan»
Ken Sprache einen ſonderlichen chyth-
mum und numerum in der pronunciation,
und in dem Metro, Poetico verurſachet.
Wornach zum. Theil die alte jego vers
lohrne Mufic, und modulation der- Oden
ſich gerichtekida hingegen in der Teutſchen /
und faſt den meiften Sprachen/mwegen der
furgen ein-und zweyſylbigen Wörter)
ein durchgehend gleichfoͤrmiges Maaß /
die aber mehr der Natur gemäß / in Acht
genommen wird. Ich koͤnnte bier einige
bunderf Teutſcher und Niederteutſcher
Wörter berfegen/ welche eben diefelbigen
jindy die im Lateiniſchen und Griechifchen
fich finden /. nur daß ihre: terminationes
binangehänget. Abraham Myliusin fei-
nem Buche de Antiquitate. Linguæ Bel-
gicz hat allein 200. Holländifche Wörter
gezehlet / die in der Lateiniſchen und noch
ſo viel / die in der Griechiſchen ſich finden /
er hat aber nur die jenigen genommen/die
ihm in dem erſten Anblicke OREARFOUKHEN!
m
78 Das V. Cap Einfulbige ___
und geſtehet / daß er noch eine viel groͤſſere
Anzahl der ſelben lieffern Fönne. Com:
monftraretantum viam volui ; ſagt er/
eamque aliquatenus |pr&ire ad hanc ju⸗
cundam obfervationem , tantum , qu& |
fponte occurrunt, non quæ quæſita ſunt;
recenſui. Si vis ipſe te oblectare his flo-
ribus,tranfilexica, inprimis Græca, ab Al-
pha ufgüeOmega, Promitto plenos cala⸗
thos rerum bellarum. Auch hat Kilia-
nus in feinem Etymologico Belgico bey⸗
läufftig einige Vergleichungen der Woͤr⸗
ter angeſtellet / wie ingleichen Sigifmundu
Geleniusin feinem Lexico Symphoniaco,
Andreas Helvvigius in einem ſonderlichen
Buche/Hadrianus Junius Animadv.l. 5.c.
6. ſolches von Teutſcher und Hochteut⸗
ſcher Sprache dargethan. Es ſind aber
beym Mylio nur die kenntlichen und nur
aus der; Holländifhen Sprache allein
angemercht. Was fuͤr eine Mengekönn?
te man nicht vonalten Teutſchen / Saͤch⸗
ſiſchen / Gothiſchen / Daͤniſchen Wörtern
hinzuthun / darauff noch keiner jemahls
gedacht hat ? Dieſes erforderte aber ein
ganz volifiändiges Buch. Puteanus in
feiner Qratione 6. die ex de facilitate Gr@-
e cæ
ei 9
ö— ii
ex lingus geſchrieben / Hat weitlaufftig
pon den Griechifchfcheinenden Wörtern
in der Teutſchen / und andern Sprachen
Ehandelt / wodurch er der Griechiſchen
Sprache weiten Begriff uod Außſire⸗
dung darthun will: Er iſt aber ganglich
auff Irrwegen / wenn er meinet / durch dies
ſen Grund zu erweiſen / daß jemahls Grie⸗
chen die Oerter bewohnet / ‚oder vor die⸗
ſein Griechiſch geredet hätten. In Ger-
mania, fagter/ nonvocabula tantum, fed
loca quamplurima nomenclaturam Grz-
cam reddunt, Nos verd Belgæ, qui vici-
ni& affines, utita dicam, Germanisfi-
mus,annon habuimusolim hanc linguam,
& reliquias hodie rerinemus ? Diefes
jagt Puteanus, und zwar alseinOrator.,
welcher bißmeilen zu Behauptung feines
Satzes / alles hervor ſucht / was die Sache
wahr ſcheinlich machen Fan. Es beiveifer
aber dieſes im Gegenthei vielmehr / daß
die. Griechen von unferer Sprache den
Grund ihr er Wörter empfangen / feilja
auch nicht durch einen Schein fan wahr
gemacht werden / daß wir von ihnen un⸗
fere Sprache haben / auch jemahledie Ih⸗
rige geredet. 6
EEE a
— — :
70 Das V.Cap. Einfplbige
kannte Woͤrter anlanget / ſo muß man ſich
verwundern / wann man die Etymologias
Grammaticorum hieruͤber anſiehet daB
fie bißhero fo blind geweſen / und fo viel
tbörichte allufiones auff die: Bahn ge
bracht/ da ſie dem Wegegefolger/ darauff
fieVarro, Feſtus und Iſidorus, die doch
ſelbſt blind geweſen / geleitet. Varro hat
zwar etwas hierinne geſehen / aber nicht
ausführen koͤnnen / welches feine Worte
anzeigen 4 4. de L. L. Non omnis impoſi-
tioverborumextat , quod vetuſtas quæ⸗
dam delevit, nec, quæ extat, ſine mendoo-
mnis impoſita.nec, quæ rectè eſt impoſita,
certa manet. Mulia enimberbaliteris com.
mutatis ſunt interpolata. OMNISORIGO
EST NOSTRA LINGUAL,EVERNA
CULIS. VERBIS, & multa verba aliud nun
oflendunt, aliud autem ſigniſicabant. Ich er⸗
freue mich auch / daß ich eben ſolche Gedan⸗
cken bey dem Garolo du Freſne in der Vor⸗
rede ſeines Gloflarii gefunden / da er von
den Lateiniſchen Etymologis dieſes Ur⸗
theil faͤllet. Qui apud Græcos & Lati-
NOS, swuoAoyıny» tractarunt, ab ipſamet
Grzcä vel Latina linguä originationes
ſuas fere femper formarunt ; tametfinon
A inficias
— Lon Vielſylbigen.7
inficias ierim, eas interdum ab exterisre-
petendas. Auch hat derſelbige Autor ge⸗
rahten wieder alle andere / daß man die
Origines ihrer Woͤrter in der Teutſchen
und Hollaͤndiſchen Sprache ſuchen follte,
Aber er thut es felber nicht / wegen der Uns
Funde in dieſer Sprache. Wann die En⸗
dungen hinweg genommen werden/ ſo
ſtehen die nackten Teutſchen Wörter da /
zum oͤfftern ohne die geringſte Enderung /
bißweilen / daß ein Vocalis in dem andern
verwechſelt / welches auch wohl in derſelben
Sprache geſchicht. Solche terminatio-
nes muͤſſen wohl in acht genommen wer⸗
den / denn e8 hält eine jegliche Sprache
hierinnen ihre Richtfcehnur,/ daß nach ge⸗
willen Bedeutungen / und nach dem mo-
do conceptuum de rebus ſie eingerichtet
werden. Wie ich denn davor halte/ dag
ber Sransöfihe Autor von der Gram..
maire General & Raifonnee, welcher ein
Dittionaire General außzugeben verbeifs
fen und Herr Joachim Becher⸗ we⸗
cher in feinem Merhodo Didaktica ſich ruͤh⸗
Met’ daß er alle Wörter der Rateinifchen
Sprache auff einen Bogen Papier ges
bracht / nach der Eintbeiling Diefer ..
| une
ER EEE
See
„2 ____DasV.Eap:Einibit___
gungen / die Gedancken gerichtet / dent fie
\indgleichfam die Charatteresdadurd) Die
Seſchaffenheit ver Woͤrter außgedruͤcket
wird. In Lateiniſcher Sprache bat ſonſt
einer Jacobus Engelbrecht / nach Anlet
tung dieſer ternunationu ein kleines Le-
xıcon gefehrieben. : Daß nun-auff dieſe
richtige natürliche Art die Woͤrter her zu⸗
leiten niemand bißhero gekommen / daſo
viei verſtaͤndige Leute hiervon geſchrie⸗
ben / iſt billig verwunderns werth. E
ſcheinet aber / daß Francifcus Guyetus;
ein vornehmer gelehrter Frantzoſe und
Criticus,. deſſen Anmerckungen über des
Terentũ Gomoedien/ Herr Baeclerus her⸗
aufgegeben / in diefer Sache auft dem
rechten Wege geweſen. Denn foIchrei |
bet Antonius Periander inVitä Fr· Guyeti. O
rigines potiffimum ferutabatur, ac Lati
namnovo &ignoto antea confilioaGr&:
cä derivabat ? in quä etiam primitivaor
mnia, unde coetera deducerentur vocabu-
la, eflemonofyllaba, contendebat. Hoc
profundum ftudiigenus, cujusante ipfum
neminiinmentemvenerat, totam vitæ e⸗
jus ztatem occupavit. Sed cumincon-
fortium kujus inventineminem alium ad-
NEN. mitte-
_ bon Wielpibigen: - BR.
mitteret, & illius gloriam fibi retinere ,
quam pluribuscommunem facere, mallet;
nulli copiam ejus fecit. Undeaccidit, ut
—* exceſſum ipſius nihil aliud ex tanto la-
ore, quam collectio vocahulorum Græ ·
corumindigefta plane, acinformis reper-
ta fuerit: qua viginti quinquechartaceis
voluminibus comprehenfa , quamvisele-
ganticharadtere ſcripta fint, nullo tamen
ordinedilpofita, vix.in unum colligi po-
tnerunt : Cum præſertim Autornihil Ge
prefatus, undedeinftituti füi ratione,-ufü
& arcanis, que tantopere premebat, Con-
ftarepoflet. Es iſt zu beklagen, daß die⸗
ſes Mannes Arbeit verlohren gegangen /
welche aber dennoch ohne Beyhuffe ber
Teutſchen Sprache unvollkommen gewe—⸗
ſen ware. Es iſt aber dieſes an ihm zu lo⸗
ben/ daß er den falſchen Weg gefehen/ und
einen richtigern erwehlen wollen. Non
der Briechtſchen Sprache hat dieſes
gleichfalls angemercket Haacus Voffius in
einen gelehrten Buche de Pormatum canen
© diribas rhythm. 48.44. daß fie anfangs
lauter monofyllaba gehabt : Afperam
(agter) Icabram; Komnisdienitatis &
elegantiæ experten * inde ſatis
tel·
74 DasVv.CAp. Einſylbige
telligas, quod vix alia, quam monofyllaba,
prifcistemporibushabuit vocabula', eu
illanominaeflent,ceu verba. Nefeiebant
infupereain modos, tempora, ee ;
& cafusinfledtere; denique, quodinbarba-
rispoftmodumrifere , idem hocin fuisa«
enovere majoribus. In nachfolgenden
fagterferner. Hinc fatum , ut verba
uæ priuserant monofyllaba, fierent po-
Iyiyllaba, eademque voxab unaadfex vel
fepterm nonnunquarn excrefceretfyllabas,
manente quidem priori fignificatione, fed
—* longi ſyrmatis appoſitione aliquam
bi acquirens majeſtatein. Und dieſes iſt
eben geweſen / was Francifcus Guyetus
geſehen / und ift ſolches das warhafftige
Kennzeichen / daß ſie eine neue / und von
der alten Barbariſchen oder Celtiſchen
hergeleitete Sprache fg. "u =
Amen!
Fon Das VI. Cap. —
Von dem dritten Grunde der
Herleitung / der Veraͤnderung
der Buchſtaben.
J Inn⸗
von Vielwibigen. Fi
Innhalt.
Eraͤnderung der Buchſtaben. Gleichheit
ar ver Bedeutung, Einige Exempel. Gleiche
ER heit. der Woͤrter ift Feine gewiſſe Anzeige
des Herleitung. Die find in einer Sprache offt⸗
mahls von verfchiedenen Bedeutungen. Exem⸗
pel an dem Teutſchen Worte Mat: Bedeutet (1)
Speiſe. Mats, matſa, matibalg, mæt, mets,
Mattey Wieſe / macta, matta, Matte / Matten /
Mettwurſt / mattia, mattiarii, Maͤtzcher /madta-
re, mattar,.maitan, uarra uala,uadda, mactea,
mattici,mactra, Mathmas / maithms, refaue-
Sıov, Backmatt / Maiz, matha, maddik Mat be⸗
deutet, (2) einen der muͤde und ſchwach iſt. Mat-
tare,mattus,madidus,via matta,mattus,triftis,
matt/ natt Schachmatt. Critici handhaben die
loco Autorum übel. Schach,Rex,latro ben den
Teutſchen. Skinnerus tadelt hierüber unbikig
den Spelmannum, Scacchum,rapina,Scahe-
ro, Schächer. Mat bedeutet. (3) Socium,
Collegam. Maca, gamaca, Mafer/ metan,
Moͤten. Matı bedeutet. (4) Menluram ein
Maſſe / Meten/ metiri,meet, mes,mefa,menfa,
Die Gleichheit und Veränderung der Wörter
nach den Buchſtaben. Skinnerus wird gelobet.
Lexica Harmonica verfchiedener Auforum,
Die Veränderung iſt in Teurfcher/ Staliänifcher/
Frantzoͤſiſcher Sprache Elärlich zu ſchen. Erem:
Dei Brangöfifcher und Teutſcher Woͤrter: Petri
ſanovæ Origines 3* Die Hoffſprache
3 [|
—
276 __ Bas IV.Cap. Don Verändtung
‚in Franckreich ift am meiften verderbet. Vocales
werden am meiften geandert / nach der Öleichheit
und nach der naturlichen Neigung des Landes.
Die Thiere felbft haben einen angebohrnen V oca-
lem. Die Conionantes werden auch auff dieſe
Arrverändert. Diefe Beranderung muß in eine
Nichtigkeit gebracht werden. Exempel aus det
Frantzoͤſiſchen / Italiaͤniſchen Spanifchen Spra
. Een Diefer an hat Bernardns Aldrete
einen Fleiß erwieſen. Gemeine Hauprfäge der
Beranderunginden Buchſtaben. Deſſen Exem⸗
pel werden angefuͤhret.
Fair ſchreiten zum dritten Haupt⸗
ER SHrunde / undiftderfelbe / daß
man gar genau Die Deränderung
der Vocalium und Confonantium in acht
nehme / woran ein groffes inden Deriva-
tionibus der Woͤrter gelegen. Die allzu
groſſe Gleichheit ift viel verdachtiger/ als
wenn einiger Unterfcheid inden Wörtern
iſt / es waͤre denn / daß eine Gleichheit der
Bedeutung daſey / welches die erſte und
beſte Art der Etymologie iſt. So kan
ein jeglicher ſehen daß Pureus von Puͤt /
VERMIS VON Worm / varrum von Wall /
piscusvon Difcy / uRus von Muͤr/
HABEO von Gabe / orravon Thür (das
ber dag Lateiniſche obturare ) ——
Jet
3
der Buchſtaben 77
Met oder Mit / scavusvon Scheff /
K2x&& von Aiſch / Locus von Lock⸗
bochreutfh Koch. (Denn das Grie⸗
(de ALx@», davon Voflius eg herleitet / iſt
daſſelbe und bedeutet einen Orth von
dem man jemand auffdem Wege auffpap
jet/ welches in der Teutſchen Sprache ein
Loch / eine Höle genandt wird/ was Lo⸗
cı muliebres heiffen / ift auch befannt.)
nrPr& von Burg / porcus von Borg/
imzuo von Buͤe/ (Lixivium, Procella)
Axis von Art / SSxſus von Sinn/ (el:
ches letzte Skinnerus meint von den Latei⸗
nern aufdie Teutſchen gefommen zu ſeyn /
als wann diefelbe nich eber ihre Sinne zu
nennen gewuſt / oder diefelbegar gehabt
haͤtten / ehe die Römer fie es gelehret) und
biel andere vondergleichen Wörtern ber;
kommen. Die Gleichheit aber der Woͤr⸗
ter / die im bloffen Raut beftehet/ machet
Feine Verwandſchafft unter fie/ wodurch
ſich doch bißweilen gelehrte Reute verfüh:
ven laſſen. So finden ſich in einer eintzi⸗
gen Sprache Woͤrter / die gleiches Lautes /
aber verichieden von Bedeutung und Urs
(prung find. In der Teurfchen haben
wir liegen / — mentiri arm/ pau⸗
ide 4 per
5y8 Das VI. Cap. Von Veraͤnderung
er & brachium, wagen / currus & aude-
re, kuͤſſen / pulvinar & oſculari, Thor /
ſtultus & porta Wand / paries & pan-
nus, welche feine Gemeinſchafft zuſammen
haben. Man Fan: deflen ein Flarliches
Erempel vor Augen fiellen indem Teut⸗
ſchen / oder vielmehr Miederteutfchen
Worte Mat / welches ſo viel Bedeutun⸗
gen hat / Die doch untereinander Feine Ge⸗
meinfchafft baben/und nicht voneinander
herfommen. Erſtlich heiſſet Mat eine
Speiſe / davon noch in dem Niederteut⸗
schen viel Wörter zuſammen geſetzet wer⸗
den / Mattfatt / Mattkorff / in dem Da
niſchen iſt es auch daher noch Hammel
mad In dem alten Gothiſchen iſt
Mats, davon Marza, veſci, und das Gom-
pofitum Matibalg, Pera, ein Speiſeſack / das
bey den Daͤnen Madpoſe / welches vor⸗
koͤmmt in den Gothiſchen Evangelien /
Marc.6.8. Luc.9.3, wie auch Nathamat,
Abendmahlzeit / Undauknimat, Mittags⸗
mahl. In dem Engelſaͤchſiſchen iſt das
Wort Met, indem Engelſchen Meat, in
dem Cambro · Britanniſchen MAaerh, Nutri ·
mentum. In dem alten Fraͤnckiſchen iſt
‚Mets, Fexculin. Hiervon iſt auch /
va
der Buchſtaben. 79
das Graß Matt genennet wird von den
Bauren / weil es dem Viehe zur Speiſe
dienet / und nennet man auch in dem Hoch⸗
teutſchen / die Wieſen Matten / wovon
endlich der Nahme der Decken fan ent:
ftanden feyn / dieman in Lateiniſch⸗ und
Teutſcher Sprache alfo nennet / weil ſie
pon Schilffund dergleichen Dingen, die
aufjden Wiefen wachfen/gemadst. Cato
hat auch herbam adultam a&am genen»
net. In Piederländifcher und Frantzoͤ⸗
ſiſcher Sprache wird auch mazze genannt /
was in der Milch Fäfiche ift / / weil es zur
Speife. gebraucht wird. Hiervon
koͤmmt auch das Wort Mettwuͤrſt / in
unſrer Sprache. Es find auch Die Inte-
ftina Maria genannt worden / davon Pa-
pias Diefeshat. Matiadicuntur inteftina,
qua fordes emittunt;unde Matiarii dicun-
tur , qui eatradtantac vendunt, Sind
unſere heutige Maͤtſcher / die hiervon
den Nahmen Eönnen befommen baben.
Matıa aber werden die Inteftina genannt /
vonder Speift/diedarinnen ver daͤuet ift.
Das Wort Maͤtſcher / fan auchvon
dem Wort Mat herkommen / algabob-
jecto, weil es eine Speifeift/davon es ber-
[5 nach
— ——
30 Das VI. Cay Don Veraͤnderung
nach auch bey den Opffern / und von allem
hinr ichten gebrauchet worden. Und
koͤmmt mir ſehr glaͤublich vor / daß das
Wort Mactare, und bey den Italiaͤnern
und Spaniern mattare. pro occidere hie⸗
von entſproſſen. Ob ich ſonſt wohlweiß /
daß die alten Grammatici andere Gedan⸗
cken hiervon haben / davon bey anderer
Gelegenheit weitläufftiger Fan geredet
werden/ e8 wäredenn/ daß man daffelbe
von dem Sothifchen IBorfermazitan, con
fcindere,prfecare herführenmwolte. Ben
den Griechen hat man auch diefe Wörter
parria UNd vala, auch bey den Hebräern
felbft mazonund matfah , : davon Arhe-
nzus Deipnof, lib. æ. & Ix. Cafaubonus 42%:
madverſo in Athen. lib. q. c. 13. zu ſehen iſt.
Suidas bezeuget auch / daß die Megarenſer
padda vor neta geſagt. Ben den Latei⸗
nern ift dag Wort mattea,imadteaeben ſo
mohlgebräuchlich. Sueton. in Caligula ce.
38, Multis venenatas Made» mifit. Mar:
tialis gebraucht es auch / Zibr. 10. Epigr S9.
und in dem 92. Epier. libr. ı3. leſen etliche
Inter quadrupedes mattya prima lepus.
Beſiehe Turneb. adverf. 22. c.6. Mattici
werden auch genannt die Wielfrägfigen..
J
—der Buchſtaben. 81
Beym Ariſtophane heiſt za’rrew fo vielals
freſſen. Das Wort mactra, ein Gefaſſe /
darinnen das Meel geknaͤten wird / iſt auch
hievon buͤrtig. Man hat auch das Græ⸗
co-barbarum mwfandöy, bedeutet ſo viel
als panem recoctum, buccellatum, dirvegr
ara, ʒzwieback / und / daß es recht nach dem
Worte gegeben werde / Backmat / geba⸗
cken Brodt. Denn daß Suidas eg von
einem Paxamo, der von dieſem Brodtege:
ſchrieben / berführet/ könnt mir faft eben
fo vor / als wenn die jenigen/ die eines Bol⸗
ckes Ur ſprung erforſchen / einen König dep
ſelben Nahmens ertichten / oder wenn die
Naturkuͤndiger / umb eine natürliche Be:
Ichaffenbeit zu erweiſen / adqualitatemoc-
eultam ihre guflucht nehmen. Es ift dies
fe8 Wort fo gemein fait in allen Spras
chen / wie das Wort Mann / daß ich da⸗
vor halte / es fen eines von den Stamm⸗
Woͤrtern der erſten Grundſprache / und
ſcheinet das Indiſche Maiz auch hievon ge⸗
bolet zu ſeyn. Ein altes Teutſches Wort
mathmas / bedeutet die Geſchencke/ die
man Säften und Freunden pflegte zu
(henden. Xenia nanntenfie/ die Latei—
ner / ohne Zweiffel darumb / weil one
an
32 Das VI. Cap. Bon Veränderung
hand Speifen anfangs geweſen. Die
Gothi nenneten eg Maithms , davon Ju-
nius in Gloflario Gothico p. 242. kan ge⸗
feben werden. Das Gothiſche Wort
Matha,dag Teutſche Maddick / Made
iſt auch hiervon / bedeutet einen Wurm /
der vom Freſſen den Nahmen bat / oder
in der Speiſe gezeuget wird. Dieſes ſey
von der erſten Bedeutting geſaget. Die
andere iſt dieſe / venn das Wort Matt ſo
viel iſt / als / muͤde / ſchwach / weich / muͤrbe
Daß ſolches in dieſer Bedeutung ein al⸗
tes Latein iſches Wort ſey / bezeuget Sal-
maſius in Hævii Vop. vitd Proculi ranni,
davon auch das Wort mattare, welches ſo
viel iſt / als domare, ſubigere & macerare;
auff Teutſch abmatten / daher matto
hernach ben den Italiaͤnern per Metappo-
ram einen Melancholiſchen oder Narren
bedeutet. iſidorus in Gloflis $ martum
eſt, humectum eſt, emollitum, infectum.
Es fuͤhret Salmafıus einen Ort aus dei
Cicerone ad Atticum ib. 16. epifl. 12. an /
woſelbſt in allen MStis befländig gelefen
fwird/longulumfaneiter, & via mattas &
Aunutoſa, andere lefen hier inepta: auß wel⸗
chem Erempel/ und den obigen des Mar·
— | tia-
der Buchſtaben 23
tialis, von dem Worte Mattyazufehen/
wie bißweilen von den Criticis die loca au-
torum gehandhabet Hund die guten alten
den Zeutfchen gleichlautenden Wörter/
als werdächrige außgemuftert werden /
denen man Glauben geben wuͤrde / wann
nicht die alten Gloflaria dieſe Wörter ere
halten hätten: Es heift auch mattus fo
viel / als / triftis bey den Lateinern / welches
Turnebus in feinen adverſariis aug einis
gen alten Gloſſis beweiſet und willSals
maſius von dem Griechiſchen udrropinfo,
fubigo, kart, ſubactus, emollitus herfuͤh⸗
ren / da es denn auff die erſte Bedeutung
wieder verfallen wuͤrde. Ich duͤrffte
ſchier ſagen daß das Lateiniſche madere
und madidus hiervon ſey denn Mattus
und madidusift wenigunterfchieden. Es
koͤnnte audy einer das Teutſche Wort
SAFE und dieſes matt vor eines halten /
wie Salmafius in Flavii Vopifci Vitä Divi
Aureliani das Rateinifchematta , welches
eine Decke bedeutet / uͤnd das Frantzoͤfi⸗
ſche Natte, vor eines haͤlt Das Wort
Schachmatt in dem Schachſpiele /
koͤmmt von eben dieſem Urſprunge / wie⸗
wol es Menagius in ſeinen Originibus HR |
Y2- ‚tcis
34 Das VI. Cap⸗ Von Veraͤnderung |
— — — — — — — — — — — — —— — nn
licis von dem Perſiſchen Worte Scach;
Rex und Mara,mortuuseftherführet- Es
iſt aber das Perſiſche Mata eben auch uns
fer Teutſches/ und das alte Srangöfiche
Matter, Emmättir, das alte Engliſche As
mate, wovon Skinneruszufeheny wie in⸗
gleichen das Wort Schach; welches her⸗
nach ben den Zeutfchen latronem bedeu⸗
tet / weil vor Alters die Raͤuberey eine
Handthierung groffer Heren geweſen /
als wiedas Wort Tyrannus inüblen Be⸗
uff gekommen. Ich muß hier beylaͤuff
tig erwehnen / daß Skinnerus in vock
Check-mate den Speimannum uͤber dieſe
orte unbillig tadele. Vocem Schach
(ſagt er) in hoc ſenſu (Zatrocinii ſc.) nec
audiſſe nec legiſſe memini, nec hucuſque
in ullo Dictionario occurrit: Woraus
man ſehen kan / was von ſeinen Etymolo⸗
giis zu hoffen / daer in ſo bekannten Din⸗
gen fehlet. Er hätte nur die leges Lon-
gobardorum b.⁊.tit. y5. 437. anſehen fol
len / woſelbſt de furto &cfachogehandelt
wird / welches letztere rapinam, latroci-
nium bedeutet. Ben den Otfrido Zb. 2
Rvangel. cap. . wird die Moͤrder⸗Grube
genannt ſcahero luage, und 2id,4.c.27. 3%
wall. Die
der Buchſtaben. 88
diemit Chrifto gekreutzigte Mörder Sca-
hero. Lutherus nennet fie gleichfalle
Schaͤcher. Hiervon fönmtaud noch
das Wiederländifche Wort Ontfchaecken,
entführen von welchen Worten kan geles
fen werden Antonius Matthæi de Crimini=-
bus ad lib. 48. Dig. Tit, 4. cap. 4,8. 7. Sum
dritten bedeutet das Wort Mat in Wie:
derteutſcher und Englifcher Spradye ſo
viel / als ſocium, Collegam, es wird aber
der Vocalis (a) etwas länger außgefpro:
chen. Franc. Junius führer es ber von
dem Griechiſchen us@: aber dieſes ift dag
Zeutfche mer oder mit. Inder Engel;
fächfifchen ift das Wort Maca,Gemaca, M-
ualis, Socius, auch in dem Jiederländis
eben das Wort Maecker/ welches ich
aber vor einbefonderes Wort halte / und
bon diefem Mat unterfchieden.: Skin-
nerus führer es von dem Engeifächfifchen
Worte Meran,occurrere, convenire. Wo⸗
von noch das Niederländifche gemoer/
segemoet fommen/ und indem Nieders
fahfifchen moͤten / bemoͤten / das ift/
begegnen / welches ich dahin geſtellet ſeyn
Zum vierten bedeutet dag Wort
Mat’ menfuram, Bon AL er ;
RX mm
3E__DasIv. Cap Don Veränderung
koͤmmt metior; undvielandere in der La⸗
feinifchen Sprache / welches kuͤrtze halber
jetzo vorbey gehe: Es iſt auch das Wort
Meet, aptus, idoneus, decorus (gleich als
abgemeffen ) ben den Engelländern Dies
fern verwandt / auch das Gothiſche Wort
Mes, dag Exigelfächfifche Me/z , patina , di-
feus. ' Wovon das Lateiniſche Wort Me-
fa, und hernach Menia gemacht/denn es bes
zeugt Varro, daß das (N) darziwifchen |
gerhoben. Die Urfache dieſer Herler
fung ift leicht zu ſehen / weil nemblieh ein ge
wies Maaß fo wohl an den Gefaͤſſen / als
an dem Tifche in acht genommen. Aus
dieſem eingigen Worteiftnun zu erfehen/
wie nicht die Gleichheit der Wörter allein
müfleangefeben werden. Denn allhiee
viererlen Hauptbedeutungen dieſes eintzi⸗
gen Wortesfindy welche mit einander kei⸗
ne Gemeinfchafft Haben. Und ob zwar
durch einige Umbſchweiffe diefelben koͤnn⸗
ten vereiniget werden / ſo iſt doch glaͤubli⸗
cher / daß dieſe gleichlautende / doch ver⸗
ſchiedene Stainm⸗Woͤrter find: Es kan
auch kommen / daß in frembden Sprachen
bißweilen Wörter vorkommen gleiches
LSautes und Bedeutung / ——
ING r
—
fehr / daraus fo fortnicht zu ſchlieſſen / es
komme dieſes Volck oder dieſe Sprache
von dem andern bee: Wie denn dieſes
ein ſehr ſchwacher Grund iſt / darauff
Hornius zum Theil den Urſprung der A-
mericaner bauet / indem er von Phœni-
eiern / Seythen / Tuͤrcken / Tartarn / und
andern Voͤlckern einige Woͤrter bey den
Americanern angemerckt / und daraus
die Ankunfft von ihnen ſchlieſſen will. SIE
alſo auff Gleichheit nicht fo ſehr zu feben /
als auffdie Deränderung die inden Woͤr⸗
tern vorfällt. Hier fan nun gar wohl ei⸗
ne gewiſſe Nichtigkeit getroffen/ und fefte
Regeln aus innftändiger Obfervation gea
zogen werden. Wie denn in der Lateini⸗
ſchen Sprachedie alten Grammatici, und
am vollkommenſten Voflius, in feinem
Tractat de permuratione literarum , ges
than / und davon etivag zu fchreiben ver⸗
heiſſen hat Schefferus in Upfalia antiqua
Ca. welches aber nicht ans Tage⸗Licht
gekommen. In den andern Sprachen
hat eine nügliche Arbeit in diefem Stücke
» verrichtet SKinnerus in Prolegomenis Le-
ic [ui Etymologici: Worinnen er aus
dem Parallelifmo (0 vieler Dialetorum
r Ir TE 7: J
| % Sr i
gar eigentlich und genau die Veraͤnderun⸗
gen auftgezeichner. Diefe Gleichheit und
Veraͤnderung in den Woͤrtern recht zu
|
3. 908 wW. Cap Von Vekaͤnderung
erforſchen giebt Thomas Hayme in ſei⸗
nein Buche de cognarione linguarum poſit. 9
Den Raht/ daßmanLexicaHarmonica
aus allen Sprachen machen ſolle / und ha⸗
ben auch ſolches Gruciger, Gelenius, Nir-
mutanus gethan. Aber es klagen Die Au-
tores ſelber uͤber deren Unvollkommen⸗
heit / und ihrem Unvermoͤgen. Welches
nicht zu verwundern / weil ſie keinen ge⸗
wiſſen Reguln und Gruͤnden folgen / und
mit vielen falſchen præjudiciis beladen
Es hat auch ein Engellaͤnder / Gulielmus
Lamplugh, eine ſolche Arbeit verfertiget/
welche noch gefchrieben in Bibliotheca
Oxonienfi verwahret wird/ und Thomas
Hayme in vorerwehntem Buche p- 46.
ſehr ruͤhmet. Wir haben in der eingigen
Teutſchen Sprache diefelbe von Zeiten zu
geiten/ und in den Dialedtis vor Augen /
wie follte denn dieſes nicht geſchehen /
mann voneinem Volcke auff das andere
die Wörter verfeger werden ? Der vor⸗
trefliche Peireſcius (wie Gaſſendus in ſei⸗
nem Vita p. 196, erzehlet) hat uͤber 9
der Buchſtaben. 09
To ſehr veränderten Nahmen der Fluͤſſe
feine Gedancken / die doch ohnſtreitig von
einander herkommen / und wuͤnſchet/ daß
Schrieckius und Becanus ihren Fleiß hier⸗
innen angewandt hätten: Man ſehe nur
die Nahmen / Petrus Joannes, Jacobus, &c.
an / wie ſie in allen Sprachen umbgekeh⸗
ret und verwandelt werden. In der ſe⸗
tzigen Frantzoͤſiſchen Sprache haben wir
jo wohl an denen Einheimiſchen / als von
den Teutſchen entlehneten Woͤrtern viel⸗
faͤltige Exempel. Daß ich von dieſen letz⸗
ten etwas ſage / wer ſollte meinen [daB
crevifle (Torica); Krebs /" "Esquif,
Sciff/ Alefne Ale / (ſubula) Böule-
verts Bollwerck / (ereiche, Krippe⸗
Eſechevin Schoͤpffe (Genus Magutra⸗
tus,) Reu, Feur/ banle, Gabel / Taget·
tLade / E previer, Sperber/ Effieu ,
Ax an den Wagen / Stegre f/
Gule,Dife/Weife/Houlaı x. ofen
Querquois. RHcher/Quille,Regel/Kei-
ne, Rieme, Rofeau, Robr/ Sergeant,
Schyerge/chagrigner,geimimenveiner-
ley Wörter wären ? welches ein Teuta
‚ Kher zwar ſehen kan / aber feine Sranzor
ken / die viel thoͤrichte Einfälle von dem uͤr⸗
[HN] 5.2 iprunge
a ine a
— — — —— — — — —
auch faſt nicht moͤglich / daß ein Frantzofe /
Der anderer Sprachen unfündig iſt / hier⸗
100 Das VI. Cap Bon Veränderung
fprungederfelben. haben / die deghalben
mit recht vom Barth. Adverfarior;. 4b,
cap, 4. getadelt werden/melcher mehr ders
felben an dem Orte anführet. Es iſt
innen etwas gründliches verrichten Fön
ne/ wiewohl Bernardus Medoniusin Vita
Petri Caſanovæ, fo er an den -Nicolaum
Heinfium geſchrieben / uns verfichern wil/
daß dieſer gelehrte Mann ein vollſtaͤndi⸗
ges Werck / Originum Linguæ Gallicz,
unter Händen gehabt / dar innen diefelben
gruͤndlich außgefuͤhret auch Menagius in
der Vorrede feiner Originum es bezeuget
daß ihm folches nicht befanne geweſen /
wollte fonften von feiner Arbeit abgeftan
den feyn / und diefem den Vorzug gelaſſen
haben. ‚Sch gläube aber daß er / ob wohl
fonft einverftändiger Mann / auch hier in⸗
nen nicht gluͤcklicher als — wuͤrde
geweſen fenn. Es bezeuget Beſnier in dem
vorhin erwehntem Buches vonder Fran⸗
tzoͤſiſchen Sprache / daß das alte Frantzoͤ⸗
ſiſche welches noch. geredet wird in der
Provence, ‚Languedoc und Picardieviel
weniger verdorben / und von dem Ur⸗
| t ſprung
der Buchſtaben. ron
ſprung entfernet / als die Hoffſprache /
welche / je mehr ſie außgeputzet / je mehr ſie
von ihrem Anfange abweichet / und durch
die Veränderung der Vocalium , harten
confonanten, pronunciation. und durch fo
viel Herleitungen dev Bedeutungen ihr
ſelber gang unähnlich wird. Deeſes ift
nicht alleinvondiefer Sprache / fondern
von allen wahr. Mon der Lateinifchen
fagt Quintilianus 4 9: Inf}, oras. Sianti-
quum noftro fermonem comparemus,
pene, quicquid Jam loquimur , figura eft.
Esfolget aber diefes hieraus) daß in den
derivationibus ınan diefen Weg wieder
zu ruͤcke gehen / und die Veränderung von
Zeiten zu Zeiten mercken muͤſſe / weiche
nicht auffeinmahl/fondern Stuffenweiſe
gefchehen. In den Wörtern ift nichts
veränderlicyer/ als die Voocales, welche, ob
fie zwar die Seele derfelben find/und ohne
ſie nicht koͤnnen außgeſprochen werden. fo
bleiben ſie doch bey den Orientalibus ‚als
‚, ein principium ideale , und worauffdie
Vernunfft ihre meifte Wuͤrckung hats
ſcier in den Gedancken befchloffen/ un
werden unter den Confonantıbus verftan:
den / weßhalben bey ihnen auch zu
J 83 eb⸗
EN ESSEN |
02: Das VI. Can Von Veraͤnderung |
derliche Muͤhe / von Jugend auff / die Woͤr⸗
ter auff ſolche Art faſt fertiger geleſen
sverden / als wann bey uns die Vocales
dar zwiſchen gefeget find. Nachdem nun
ein Vocalis dem andern an dem Laute naͤ⸗
ber koͤmmt / oder einem jeglichen Volcke
nach feiner Landesarth / ein natürlicher
Thon / der Aus der conformatione orga-
norum,. Hder aus einem geheimen;princi-
pio impreflionum mentalium herflieflet/
eingepflanget it. So werden die Woͤr—
ter notbivendig nicht allein in frembden
Sprachen/ fondern auch inden Dialectis
von einer Sprache verändert. Zumahl/
Da die Vocales unter fich feinen gröffern |
Unterfcheid haben/ als nachdem einer den
Mund enger oder weiter auffthut. Ja
es ſcheinet faſt / daß auch die Natur dergleis
chen in die unv rnuͤnfftigen Thiere gele⸗
get / und auff einen gewiſſen Vocalern ode®
Diphthongum ihre Stimme gleichſamb
gegruͤndet ſey / welcher zum theil auch in
den Woͤrtern zu finden / womit man ihre
Stimme zu bezeichnen pflege / auch in ei⸗
‚nem jeglichen Thiere dieſelbige auff einen
Vocalem ſich grndende Summe / nach
gewiſſer Außdruͤckung ihres Verlangen⸗
der Buchſtaben 168
inwerspandre Vocales. ‚geändert werde.
Ein Schwabe und Spanier verändert
alles-in ein a oder 0, ein Holländer. und
Frantzoſe lieben die gelinden Vocales,
Die Confonantes werden auch in einan⸗
der verwandelt / nachdem ſie einander ver»
wandt / oder von einem organo gebildet
werden / und den. Voͤlckern angebohren
find wie denn eine jegliche Sprache ihre
eigene Conſonantes hat / welche fievor als
len andern beliebet. Bey etlichen Döle
ckern / Die auff den Wohllaut viel halten /
oder præcipitant in reden ſind / wird man
eine-groffeirregularirät in den Veraͤnde⸗
rungenfinden. Wiebenden Srangofen /
welche gantze Confonantes wegwerffen /
verſetzen / von einander trennen / neue hin⸗
ein ſchieben. Dieſe Veraͤnderungen muͤſ⸗
ſen / vielmoͤglich / in eine Richtigkeit ges
bracht werden / welches endlich wohl ge⸗
ſchehen kan. Die Stuffen dieſer Ver⸗
änderung koͤnnen nicht beſſer in acht ges
nommen werden / als in der heutigen Ita⸗
— — Franhoͤſiſchen
Sprache. Denn weill dieſelben zum theil
ausdem Lateiniſchen entſproſſen / ſo ſiehet
man / wie die Vocales und Conſonantes
Bin 94 ſich
———
I a ee TE Tr TE
104 Das VI.Cap-MonDerändtung
fich verwechfelt haben. In der Srangdı
fifchen und SJtaliänifchen hat es Menagius
gewieſen In Spanifcer hat es mif
fonderlihem Fleiß außgefuͤhret Bernar-
dus Aldrete Canonicus Cordubenſis, ein
geehrter Mann/ von welchem Nicolaus
Antonius in feiner Bibliotheca Hifpanica
dieſes fonderliche angemercket / daß erfei
nein Bruder Jofepho fo ähnlich geweſen /
dag ſie nicht anders / als durch den Geruch
haben koͤnnen von einander geſchieden
werden. Diefer bat in feinem Buche |
dell’origen della Lengua Caftellanalib.% |
faft durch 12. Capita weitläufftig/ und mil
Erempeln die: Veränderung in allen
Buchſtaben vorgeſtellet unddaben auch
einige Regiſter von heutigen und alten
Mörterngegeben / welche aus dem Brit
chiſchen / Rateinifchen und Yrabifchen?e
in die Spanifhe Sprache gekommen
Daben aber viel zu erinnern / weiler die
Celtiſchen Woͤrter von den rechten fremb⸗
den / als der Teutſchen Sprache unerfah⸗
ren / nicht zu unter ſcheiden gewuſt, Es
bat auch Chriftianus Nirmutanus in ſel⸗
nem Di&tionario Harmonico viel Regeln
gegeben von Veränderung der —
‚ar — aus
der Buchſtaben. io0
aus dem Griechiſchen in der Lateiniſchen /
und aus dieſer in der Srangöfifchen und
Itallaniſchen Sprache/ und mehrentheils.
aus ihm Thomas Hayme in feinem Bus
che de cognatione Linguarum poft 8. Es
beſtehet diefe Veraͤnderung der Buchftas
ben in vier Stuͤcken / im Zuſatz / Abzug /
Verſetzung / und Verwechſelung derſei⸗
ben. Der Zuſatz iſt im Anfange des
Worts / mild von den Grammaticis ges
nannf Profthefis , inder Mitten deffelben
iſt Epentheſis, am Ende ift Paragoge.
Der Abzug im Anfange des Worte iſt
Aphzrefis, in der Mitten ift Ecthlipfis,
am Endeift Apocope, Es kommen audy
in etlichen Wörtern vielderfelbenzufam»
men. Don: jeglichen fönnten viel Exem⸗
pelbengebrachtiverden / wenn es dieſes
Hrts wäre: Nur etliche wenige anzu⸗
rühren) fo find Exempla profthefeosdiefe.
Zban in der Gothifchen Sprache cum N
bey den Griechen öran. GoF / gut /
anna: Foff/ axorın. Sterr, benden
Niederländern (Stella )- dsrHr. "RG:
the / erroe Nahm / ona.· KRiven/
reiben TPIBEIN.., Kant (ein Riederian⸗
diſch Wort) bedeutet eine Spike/skanea, |
en 85
{pina *
er TE
| | \
206 Das VI. Cap Von Veränderung _ |
ſpina Raicken / reichen /reichan»
. (Goth:) ‘este die Hand außrecken /
wie/ (Belg:) qVl'&c,ExemplaEpen“-
thef6os find’ Art / arer Gems / xxxa⸗
oder wie es Heſychius außſpricht x&Bum⸗
(welches etliche gar lächerlich von aäö
herfuͤhren / da es daſſelbe Teutſche Wort
iſt) Hembdð / mario. Kron/CoRO-
Na, Kouten (Belgica vox) Kar- |
iREN. Salben Arsen. Zur Pas
ragoge gehören faſt alle Griechiſche und
Lateiniſche Woͤrter / ſo von den Celtiſchen
gebildet / deren faſt kein eintziges iſt / dem ſie
nicht eine ſonderliche termimation ange⸗
haãnget. Zum Exempel ſind dieſe / das
alte Scythiſche Wort A/ Aa / weiches
auch unter den von Lipſio angefuͤhrten
Teutſchen iſt / bedeutet Waſſer / auch noch
heutiges Tages bey ven Schweden. Da⸗
von iſt das Teutſche Wort Audas
Frantzoͤſiſche Rau, das Lateiniſche Acua,
und hernach Aqua gemacht: Von dieſen
kommen viel andere Woͤrter / fo wohl im
Teutſchen / als Lateiniſchen her / Sal, ah Al-
bis, Æ Sau, (Fluvius Pannoniæ) Salm,
ahl &c. worvon weitlaͤufftig Scheferus,
an nachgeſehen werden / ibn de Upſalia
Te LE: | antiq.
⸗
antiq. cap. 1.- So ift dag Scythiſche und
Runiſche Wort Ay, Zt, davondier, FE-
vum ewig., Da ift ben den Teutſchen
das Wort Beyl / bey den Griechen neAe-
2053. Aare ARılta , Unn (Goth,, Aqua)
UNda bey den Lateinern / auchben den
Teutſchen ik Unde gebräuchlich. Wel—
hes im Lobwaſſer. Pf sı. noch gefuns
den wird / Loͤſch die aus mit deiner
Gnaden Unden Apharetis iftin die⸗
en Woͤrtern / Schwelle/ uaoc Salgt /
AA2. Gans (Ganea beym (+linıo)
ANSer,. , Stiye / (Gothis Vitulus )
Stier / Germanis, Tiur, Danis, TAU.
Rus. Gruf/ RUdus, Schnur/ NU-
Rus , Schliem +. Keem/ 1LIMus,
Schmweren / Gothie , Svvaran,
Schwur/ JURare Aaat / Ara,
Gran / RAVus color. (vic’La urenberg.
in Antiquario) Saman (Goth.) tſa⸗
34 &c. Mon der Ecthlipfi und
Apocope find wenig Erempel / weil den
Celtiſchen Wörtern’ die ohmdemfurg und
mehrentheils einylbig / nicht vielfan ab»
genommen, werden, Mon der Merfes
Kung find mehr / und vonder Berwechſe⸗
kung die meiften au finden. Das Gries
chi⸗
Rn
308 Das VI. Cap Bon Veränderung
chiſche Wort = ‚@swweldhyesHefychius hat /
and einen Adler bedeutet / iſt das verſetzte
Wort Arendt. Das Wort Terra, iſt
das verfente Teuitfehe Wort Erd, CB |
ſind lauter thoͤr ichte Einfalle / daßetliche
das Wort von Lerendo herfuͤhren / und
iſt die Verſetzung keiner andern Urſache /
als des Wohllauts halber geſchehen / denn
vordemift das rechte Teutſche Wort erda
beh den Lateinern im Gebrauch geweſen /
weich es Scaliger noch in denen fo genann⸗
ten Primis Scaligeranis, die Tanaquil. Fa-
ber herausgegeben / p. 80. angezeichnet,
Es hat aber fo viel alg Stercus bedeutet /
davon homerda, bucerda, mucerda,homi-
nis, bovis, muris ſtercus genannt werden.
Dieſes Wort iſt faſt in allen Sprachen /
earth, hertha, airta,aerde, Græcis &ow, He-.
breis res. In der alten Runiſchen
Sprache iſt das Wort Ar , bedeutetan-
nuumterræ proventum, daher das Latei⸗
nifche/arare,aratrum. Die Lateiner nen⸗
nen einen Jagt⸗ Hund Vertagum, welches
Wort aus dem Niederlaͤndiſchen Vel-
tragge gemacht / per abjectionem 7# (1)
& ne@ ho +3 (r) wie foldyes Vlitius in
feinem Commentario ad Gratiani Cyne-⸗
ge
get: verf.203 weitlaͤufftig / und mit vielen
angeführten Zeugniffen beweifet: : Denn
Ragge, bedeutet einen Hund / undift das
Wort Veltraus noch in Legibus Burgun-
dionum zu finden. So iſt atıch Das
Wort STERCus das Zeutfche Dreck
perni@ Jean, 01 A®-, Kieff/ DORMire,,
Dromen/und andere mehr. Die Ber
wechjelung der Buchſtaben ift mannig⸗
faltig/in vocalibus, diphthongis,undcon-
ſonantibus, wovon einige abfonderliche
Reguln muͤſſen in acht genommen wer⸗
den / von welchen zu handeln hier viel zu
mweitläufftig fallen würde. Zum Exem⸗
pelſind diefe/ HOR Tus, Gartı Jord /
HESTERNus, Geftern/ HOSTis,
Gaſt / HOEDus, Geit / Hoͤcken / denn
die aſpirationes wer den leicht alſo verwan⸗
delt / wie Aagardus im feinem Buche de
diagammate vielfaltig erwieſen GRA-
Num, Korn / Karn / A,ern/ FLOS,
blöffen/ FLAre, blafen/‘ CURRus,
Karn. Mitzdo (Gothice) ai: mer-
ces. APER, Eber/ PORCus Bord /
12,Sus, Sy’ San, MACER, mager /
KIXAH » (Lurdus) Röchlen. PL
SCis, Fiſch / Fiſ kethor cht ie, wen die
( Gram⸗
a
126_'Das VCap Von Veränderung
Grammaricida8 Wort von pafcere, oder
wien herführen) NAaTRix, Nadr / Nat⸗
rer / Adder / ULL. Melith Gothic.) Br-
ko, Braffersratov,5cHP/zATTa,fAtth
ge/ BOpa, oder / Doer/ IVs. Juͤch⸗
PiRus, Bien/begis x⸗, (Voflius will es
von dem Griechiſchen ie herfuͤhren) RA-
PA, Rabe Belg: Rape POMUS,
Boom 7: (denn wie das Wort Pomum
allerien Fruͤchte bedeuter/ fofan aud) Po
mus allerley Bäume bedeutet haben’ mie
bey den Griechen Atrz eine Eiche) bey den
Gothis Trui,ben den Engeländern Tree, ei⸗
nen jeglichen Baum bedeutet. NUXYJ
Nutt / Nuß von welchem Worte Var
ro felgame, Traͤume bat) GRAmen
Graß / Groͤen / to grew / (Anglis) ib
dãs Lateiniſche creiccre. AZTo,Aryoua
(cubarefacio,cubo.) Ick legge / ligge⸗
Wovon viel andere Wörter Aayg&, Aa
Lager / urgoy lectus, oveloi, Lopies
Loggi. Ayysw, (ceffare ) fi. legen:
Asyası yuvaizes Archilocho, muliereslibidl-
nofe , (een leeg Wyff) Axtu (dico)
ickleege / ſngen / loͤgens (Belg)
. SCUTum; een Stütt / beftärten?
ORIri, ORigo Ur/Uriprunek/ Lux, IY8
a (Suec,) |
> a ı > u -
a u u Se
Sder Buchſtaben. 43
Guee.) Licht / Cambro · Britanni, Liug.
Angli'Zuxyidere, FRIgus Frieſt (Dan.)
ftieren Nre, NrX@n.. Nox, Fracht’
neight (Afıgl.) und bielanderein grofs
fer Den ‚davon alkyier weitläufftiger
Bicht fangeredet werden. Es find viel ab»
Sonderliche Regein / wegen diefer Beraͤn⸗
derung / aber wir wollen die vollftändige
und gründliche Außführung dieſer Sa⸗
Pb adiff eine bequemere Gelegenheit ver:
TE le
3
vr.
v — eç — — — ——
son, DAE VIE EM. |
Gleichheit der Griechiſchen
und Latemiſchen Wörter mit den Teut⸗
ſchen / wird mit dem Exempel der Be;
nennungen erwieſen die von dein
Menſchen und deſſen Thei⸗
genommen,
Brenn |»? Alena
Je Gleichheit der Griechiſchen und Lateis
Fe nifchen mitden Teurfchen Woörtern/ wiry
. M8 um Erempelandem Menfchen und den
Benennungen feiner Glieder gezeigt. ‚Homo iſt
NHrdon au, humus, vder eg Ts fondern von den
Kuchen Man /. Mon. Hemon, ———
Me ucu-
0
| x —* N s |
122 Has VII. Cap: Gleichheit des Griechiſchen
Iacumon lugemon.præfectus. Mani bey den
Einwohnern des Reichs Cons Goropii Beca-
ni fonderliche cabala Des Worts Man. Man⸗
nus ein König der Teutſchen. Rudbecku Mer
4 hietvon. 1, C, Scaligert fonderfiche Be⸗
Achim iiber daß teutfche Abort Man- Das
Griechiſche mans, mannus, ww, monile,
vie
Man Mon eine Jungfer / Vyfwman, Wimman,
oman,femina, SMenfeh. Mas. Vir,Wers
Ver, Wayr, Firthan, Wirth. Weerd / Vaer,
Var.Ber, Baro, Baur, Bur, Por,Puer, Elog. yuis
‚cvven,quena, guind,Kün/ Kone, Cyrne (Ge
aus) cennan, Acennan, generare. Kind, gend
gIgnO;yeivopal AL LI Wino,Win,Wen,Ve-
nus, Wina, Winia, Polevvin, Amicus populisz
nicht victor populi, fie Voflius will / lebvvin.
Venus iſt eine frembde Goͤttin bey den Roͤmern
geweſen / mie auch Der Rahme. Varronis und
Macrobii Zeugniß. Venus ift bey den Nordi⸗
ſchen Völkern als eine Goͤttin geachtet. Von
ihnen ſi viel Des Goͤtzenweſens nach Orient ge⸗
fommen. VinulusBhra,Bdva,Bıvaw bini, Mais
Maja Moye / Maid, Magd/Senex, Sineigs (Go-
thic.) Volgus Voick / Ins thoͤle. Kegaan Kop /
Kopf / Haupt / hapt / head, Oculus, Og / Spece-
re, Spi aus haͤhen / ſpock / ſpecies, auris, Ohr. lv,
rinnnalus, wieos bedeutet in translato enfu be
den Griechen promontorium 5 Kirimernäß.
Promontorium wird bey den Griechen ya
genannt. ſkiaͤren gsess (littus) 2x» Inſul
bey den riechen. Scheer Keil ———— *
———
DE u u ei HE
J
/
und Sateinifchen mit dem Teutſchen. 113
hande/prehendo.. Hentan. augen Maxilla,
Mandıbula, Mando, Mentum, Mund Mant,
Munch. . #3e4«,het hair (Belgice ) capillus,
vac, Wülle, "OvassidarC, Wulltopff, E⸗
werden viel dergleichen Woͤrter mehr erzehlet.
Lacryma, dacruma. $axeuor. Cambro-bri-
tannis Paigr, Gothis Tagr , Anglo-Saxonibus
Tear Zaher / Zaͤhr. Traen / Thrän/ —RXRX
Mens,von Meenen,eit alt dateiniſch Wort Meno,
Mind, &c. Schluß des erften Theile, |
N 69 Achdern wir der Teutſchen Spras
JG de Alterehumb hieraus erwiefen?
daß die Sriechifche und Lateiniſche
zum theil ihren Urfpenng von ihr genom⸗
men / ſo ſollte uns nun obſiegen / ſolches mit
mehren Exempeln darzuthun und zube⸗
kraͤfftigen. Weil aber dieſe Arbeit viel
weitlaͤufftiger / als ſie bier Fan außgefühe
tet. werden / fo wollen wir fie. vorbehal-
ten / und indiefan Capitelnur die Woͤr⸗
ser die von dem Menſchen und deſſen
Theilen und Glledern genommen find /
vor die Hand nehmen, und deren Gleich»
beit mit den Sriechifchen und Lateiniſchen
zeigen. Denn dieſe find die erſten / ſo uns
die Natur zu benennen unterrichtet, wel⸗
chen hernach ſahen 3% Dinge und K m)
£
ea
EEE b. 2E
i |
11.908 Yll Cap. Gleichheit des Griechiſchen
ſte / damit man taͤglich umbgeht / Speiſe | |
Bleh zucht / Ackerbau / Bauwerck / Kieis
dung / und dergleichen. Welcher Dinge
Rahmen ben einem Volcke / ſo nicht von
andern verpflantzet / gebohren ſeyn muͤſ
ſen / und nicht von andern erſtlich herge⸗
holet. Wir wollen aber nur vor dieß⸗
mahl bey den erſten verbleiben. Hier
finde ich erſtlich bey den Rateinern dad
Wort HOMO. Was hat man nicht vor | |
munderlihe Einfälle hiervon ? Daiſt
Varro,der es von dem Lateiniſchen humus |
herleitet. Scaliger fuͤhret es von dem |
Griechifchen Worte susber 7 weilder
Menfch ein düormarrınov, und geſellig iſt/
Vofliusvon dem Ebreiſchen SRRwelches
Die Syr er außgeſprochen ODOM, davon
per contractionem 002 , hoom, und endlich
das Rateinifche HOMO. Wer fiehet abet | |
nicht / daß dieſes nur ungegruͤndete Kün⸗
ſteleyen und alluſiones find / deren keint
wahrſcheinliche Urſache zu geben. Es iſt
das Teutſche Wort Man in den meiſten
Sprachen gebraͤuchlich und ohne Zweiffel
eins von den erſten Grund⸗Woͤrtern/
‚welches auch Cluveriüshib, 1. Germ.An-
tig. c. 9. P. 83. ſchon geben: |
RL Wi. em
und Lateiniſchen mit dem Teutſchen tre
ſem / hait ich / amme das Wort Homo her.
Dieſes wird einer fuͤr einen mehr als Be⸗
canifihen Einfall halten aber es wird die
Wahrfcheinlichkeit bald hervor blicken /
wenn man dieſes Wort ein wenig genauer
beleuchtet. Das Wort Man ſt bey den
Angel-Sadhfen Mon außgeſprochen /
wie bey dem.Skinnero und Junio in ihren
Lexieis zu fehen. Nun war beyden La⸗
teinerndasalte Wortnicht Homo, Ho-
minis, fondern Hemon, Hemonis, wie in
des Ennii und anderer alten Poeten Ver⸗
fen zu leſen. IR alfo das Wort fon
ſo wohlin recto als obliquis cafibus 34 fin⸗
den. Die Syallabe Ze, ſcheinet als aus
dem Articul geblieben / und ein bloſſer
Vorſatz zu ſeyn / welche auch bey den Teuf⸗
ſchen und Sachſen pronomen demonftra-
tivum mafculini fexus iſt. Ich dürffre
(hier auff die Sedandenfommen / al
wenn das alte Wort Lucumon bey den
Thufcis von dein Worfe Mon oder He-
mon und dem .alten Zeutfchen Worte
ügen/ Videre, obfervare zufamınen ge⸗
ſetzt / daß es fo viel ſey als äανν, Luge⸗
mon. Denn ob zwar einigen Gramati-
as and andern Autoribus dieſes Wort ef>
day D 2 nen
En Er A a a en
I ra st Be a a TE ET TE
As6Das vn Cap Gleichheit des Griechiſch en
nen Unſinnigen bedeutet / ſo iſt Doch zu wiſ⸗
ſen / daß das Wort inſanus, in keiner an⸗
dern Bedeutung bier gebraucht werde /
alg/ wenn Horatius den L.abeonem infa-
numnennet/ iſt es ſo viel als wunderlich /
ſtreng / eigenſinnig mit dem man nicht
umbgehenfan. Eigentlich find die pr&-
feti Thufcie Zucumones genennet worden!
vie Servius bezeuget / comm.in VIII. R-
neid. Tufciaduodecim Lucumones ha-
buit, id eft, reges, quibusunuspraerat.
Sind etwa jolche geweſen / ale ben und
Amptmaͤnner / Geivalthaber- Dieſen /
der uͤber die Zwoͤlffe zu gebieten hatte /
nennten fieLartern, tvelcheg gleichfalls ein
Wort iſt / das noch heute ben den Engel⸗
länderngebräuchlich/ woſelbſt die vorneh⸗
men Herrn des Landes Lords genannt
werden / welches Godelevæus in notis ſu⸗
per Livium, und nach ihm andere ſchon
angemerckt / und inden Nordifchen Spra⸗
chen ale ein Vornahme der Männer ge⸗
braucht wird. Go einem nicht gefallen
wuͤrde / von dem Worte Luͤgen / Videre,
(davon doch gange Voicker und Stadfe
benahmet) das Wort Lucumon her zu⸗
ühren/ ſo iſt das alte Wort Log; —
| NOW.
und Sateinifchen mit dem Zeutfchen. 117
noch heute einen Ort / oder diftrict eines
Landes bey den Schotten und Irrlaͤn⸗
dern/bedeutet/ und dag Lateiniſche Locus,
davon Lucumon feinen Nahmen haben
koͤnne / als der eines geiviflen Landes und
Ortes Beherrſcher iſt. Daß aber das
Wort Man ſo viel als Ducem, præfe-
ctum, bedeute / konnte mit gar vielen E⸗
xempeln durch alle Sprachen erwieſen
werden / ſo zar / daß auch bey den Einwoh⸗
nern des Koͤnigreichs Congi ſolches zu
finden / davon barlæus in ſeinen Buche de
rebus geſtis ſub Mauritio in Brafilia p. 2475.
woſelbſt er das Koͤnigreich Congi bes
fchreibet. Bamba : littoralis — —
regni) regitur a varis præfectis, quos
Mani vocant, utManiBamba, Mani
Loanda, Mani Coanza. Rexipfe voca-
tur Mania Congo, & Regia Conjux Man-
nimom banda. Bey den gyptiern iff
Das Wort Mene auch ein Nahme der Rös
nige geweſen. Goropius Becanus in lıb,
1. Gallicorum , und andern Orten mehr /
hat über dieſes Wort Man feine jonderlis
che ſchier cabaliſtiſche Einfälle, weiche ich
an jeinen Ort geftellet ſeyn laſſe. Denn
weildas Wort Man umbgekehrt Ram
h3 macht /
N Tr
irggag Vn. Cap: Gleichheit des Griechiſchen
macht / fo meinet er / es fen hiedurch als
durch eine Prophetifhe gigur / die andere
Perſon der Dreyemigkeit abgebildet /
welche wahrer Mentch und zugleich auch
dag Wort des Maters iſt. Es ift nicht‘
unangenehm zu leſen / was er für pielfältie
e Betrachtungen hat / wegen der Ver⸗
ehrung der Woͤrter in Der Teutſchen
Sprache / welche fo ſonderlich iſt als im⸗
mermehr die cabala der Juden und Ara⸗
ber ſehn fan. Cluverius in dem vorher
angeführtem Orte/ meinet/ daß der bey
den Teutſchen gepriefene Mannus nie⸗
mand anders/ ale Adam ſey / womit Vol
fius in feinem Buche de Idololarria und
Boecdler. Exerc. in Jofeph.lib.ı.c.2. Antiq.
Tudaic. übereinftinnmen, Welchen aber. .|
Rudbeck in feiner Arlantica zu einen ur⸗
alten Rönige der Schweden macht/ nad) |
welchen Schweden felbft Manheim /
und noch gange Ränder darinnen genen?
net. werden. . 1. C. Scaliger hat über dies
jem Worfe Man eine fonderliche Betrach⸗
tung / inder ereflichen Rede / Dieer zum
- Rabın der jenigengehalten die in den
Taͤrcken Kriege vor Wien geblieben / wel⸗
He nebſt (einen Brecfen heraus gege
x ““ 5 13 h
mid Lateiniſchen mit dem Teutſchen. vr
Wie er nun die Teutſche Nation vor allen
andernerhebt / und ein beſer Urtheil von
ihr faͤllet / als fein Sohn Jofephus gethan /
ſo hat er aus dem Rahmen MAN , der
durch alle Boͤlcker gegangen/ die Mora
treflichkeit des Teutſchen Volcks erwieſen.
Der Ort iſt wuͤrdig allhie hergeſetzet zu
werden. Hoe numen Terræ filium, fi-
cuti Etruſei Tagem, ita hunc putarent Ma-
jores noſtri eujus proles fuerit MAN.
Unde etiarh nune apud nos, quemadmo-
dum apud Hebræos, primi Parentis no-
men hominem ſignificat. Erigite nunc
animos veſtros Germani Viri! Rom ANus
IPSIS:VOS RACANPARTFVEL LOQUENDILE:»
GES ,,‘VEE SALTEM/PRINCIPIA ATQUE ELE-
MENTA TRADIDISTIS. 4: Nam cum:illi no-
voshomines, atquesavorum obfcuritate
ignotos, Terræ filios appellarent, eofdem
quoque MANIOS: dixerunt. Hæc ve-
ſtra vox eſt, veſtrique conditoris ⁊ qua fi
er univerſam Aſſam pervagata eſt, fi ex
Parchia atque Scythia,in fortiffimasi natio⸗
nescimanavit, nullamvideo caufam;quin;
Principisillius veftri aufpiciis, in eas o-
mues regiones colonias veftras miſiſſe
aut deduxiſſe videamini.. -Exftant’adhuc
in Da _ voca-
*
ws
———
ad
Talafımanorum, quidicunturobnuncia-
Nahme durch alle Voͤlcker gewandert.
detortiter geſſiſſent in bello, proprium ge⸗
vocabula veſtimentorum, officiorum,
Principum; Nationum. Eſt enim veſtis
Aſiatica Doloman,quafi Stolam Viridixe-
ris. Stola profecto eſt. Audimus fun-
ctiones atque operas Turcimanorum &
Dragomanorum, qui ſunt interpretes, &
tores. Habemus Vartomanos, Otho-
mannos, & Solimannos, Regum atque
Imperatorum appellationes. Er fuͤhret
dieſes ferner aus / und weiſet / wie dieſer
Das Wort mern ein Knechts⸗Nahme / iſt
eben dieſes Teutfche Man / wie auch das
Sateinifche Mannus, melches einen jungen
Hengſt bedeutet. Das Griechifche rar
S, Das Lateiniſche mannus, eine Kette /
leitet Schefferus in ſeinem Syntagmate de
Antiquorum torquibus $. i. von dem
Worte Man. Quiamanish,e. viris;qui
ftamen fuit: Das Wort Monile iſt ihm
von gleicher. Herkunfft. Das Wort
Man / Mon/ Moenm hat auch bey den
Teutſchen ſo viel als eine Jungſer geheiſ⸗
ſen / wovon Schefferus in Upfalia antiqu.
‚Sf alſo diefes Wort bederien Ge
FJ
a Däü ſchlechts.
fe) del ı |
Da Da
kl Al 2... X 2. De
und Lateimſchen mit dem Teutſchen. 121
ſchlechts. Die alten Anglo Saxones has
ben eine Frau Wifinan ; Wimman'und |
hernach Woman genennt / iſt ſo viel als ein |
Menſch Weiblicyes Geſchlechts/ mit wel⸗ |
chem das Lateiniſche Wort femina is
bereinfömmt. Das Teutfche Wort
Menſch iſt auch von diefein Wort / nicht
von dem Lateiniſchen Mens; oder vondem
Hebraiſchen VOR, wie Voflius meinet / da⸗
von Junius in feinem Gloſſario Gothico;
und weitlaͤufftig Vorſtius in ſeinem Spe-
cimine Obfervationum in Linguam Ver- |
naculamicap: 2,’ Das Lateiniſche Mas iſt
auch von derfelben Herkunfft. Aber von
dieſen allen will ich mit mehrem handeln
in einer abſonderlichen Differtätione de
Mannis Germanorum. Auß dieſem we⸗
nigen aber / was ichangeführer/ Fan man
leichtlich ſchlieſſen / daß das Wort Homo
auß keinem andern / als aus dem alten
Worte Man entſtanden. Ferner iſt das
Lateiniſche Wort Vir, welchetz gleichfallg
vonfrermbder Herkunfft ift. Syn den STE
thiſchen Evangelüis hat man das Wort
WawlLuc.g,37, Wairos twaj Viri duo,
Zween Männer. Luc.9,30. Inder An,
gelſaͤchſiſchen —— das Wort *
| | 5 wel;
Pr
I u he a ——
1228) 48 VII. Cap · Gleichheit des Griechiſchen
welches einen Mann bedeuret. So fin⸗
derman Inder Angelſaͤchſiſchen Uberſe⸗
zung des erſten Pſalmens / Zah Ver, Bea«
3In der Runiſchen Sprache
nennt mañ ihn Firthar, ein: Armee Furth.
Siehe Worm. in: Epicedium Regneri
L.odorog.. Mtt diefem koͤmmt das Leute
the Wirth / Werd überem/ welches ſo
Wwelm̃ als das Wort Mann: Das Nie⸗
der laͤndiſche Vaer, und das Teutſche Bars
Pobon das Wort Baro gemacht / dam,
feibe: an dem Teutſchen Helden⸗ Buche
wird das Wort Bar offtmabhls pro Viro
gebraucht. Die Sloſſæ veteres Gallico⸗
&Vir., ‚Melchior Gok;
daft. in den: Anmerstungen über W insr
bekizparenelin. p..417.. haͤlt Das Wort
Ber vor teutſch / Ver vor das Lateiniſche·
Berajo prifcos dixiffe,quilatinis,77r, alus
Aeodmsicanı zu Wer Er führet eine altelun
feriptionem Curienfern an/ / VECTORs
VER, INLUSTER, PRESES, . Dasilln
vi&tor ,: Vir &e; Aber es iſt nichts alla
ders / ais das rechte Teutfche Wort / und,
it in der Engeiſachſiſchen Sprache das
Wort Ver auch gebräuchlich geweſen / wie
goir jeo .gefehen- Davon ift hernach
a
— — - 0 — — — — — — — — —
Baur, Bur⸗ und das bey Teutſchen / Grie⸗
chen/und Lateinern gebraͤuchliche Porin#;
Puerein Knecht. Bey den Lateinern hat
man den Nahmen Marcipor , Lucipor 5
Qinndipor. Virgilius braucht das Las
teinifche Fur davor. 0 Bey den Teutſchen
hat man das Wort Schildpor weiches
ſonſt Schildknap / woͤrvon Gryphian
der de W eichbildisc;°67,ns1r. Die Grie⸗
chen / und inſonder heit die Dores, haben
das Wort ne für ax gebraucht: Das
Griechiſche Wort rer iſt bey uns auch zu
finden. Die Engelſachſen jagen Cvven.
Die alten Zeutfchen Quena. Im Runks
ſchen iſt Qui»d,die Dani und Cimbr: baben
Kun / De Ungarn Kone / weiche Wor⸗
ter eine Sraubedeutön. Wen den Engels
landern wird dieſer Nahimexar’ sEexnv der
Koͤnigin gegeben. Sonannten auch die
Angelfachfen eine Kube init dieſein Nah⸗
men / welcher noch heute in Holffein ges
bräuchlich it. Die Niederländer nen:
nen ein Iofes oder gemeines Igeib alfo.
Sonſt iſt auch bey den Angelfachfen Cyn-
ne, welches ein Geſchlecht Genus, Genera-
tionem bedeutet / Cennan, Acennan, parere,
benerare. In Teutſcher Sprache Kind
el⸗
124Dasw Il. Cap, Gleichheit des Griechiſchen
welches mit dem Griechiſchen und Lateini⸗
ſchen geno, gigno,Yilvopas, yıraa überein:
kömmt. Das Gothiſche ins, Werund
Angeiſachſiſche 7”, uxor, iſt das La teini⸗
ſche Venus, ſo von dieſem herkoͤmmt. Die
alten Teutſchen Wörter Wire und Minze,
bedeuten fo viel/ als / dilectus und dilecta.
Willeramus in Paraphraſi Cantici Ganti-
corlim min Vno dilectus meus. Daher
find ſo viel eompoſita bey den Teut ſchen /
truoiwin,fidelitatis amicus, Sigewin, Victo⸗
ri amicus Vinirad, amicorum conſilium,
und viel andere mehr / welche Juniusam
führetj;commentario inParaphrafin Wil:
lerami p.20. 21: Hieher gehöret das Teut⸗
ſche Wort Yolckwin, "Amicuspopuli, ‚del
ches Voflius in feinem Lexico Etymologi«
co füb-voce Vinco,pon. dem Wort innen
berleitet / davor haltend / es ſen ſo viel als
das Griechiſche Wort Nicolaus, worin⸗
nen er doch fehlet. Es iſt das Wort Led-
yinbeyden Teutſchen geweſen / welches ſo
viel ais ein ſieber Freund. Hugbaldus
Monachus Elromenfis in vita 8. Lebvini
Presbyteri, cap. ». Lebvinum , carum fibi
amicum, juxta idioma nominis ſui optime
congruentis. Fertur enim 3 ſuæ a
” ns
und Sateinifchen mit dem Teutſchen. 125
linguæ, quod Liefuuynpatriotice fit voca-
tus, quod Romanis ſonat carusamicus,
fedecce, quamdignicofum illius vocabuli
prefagium, dum,quod futuruserat opere,
Jam ejus prefignatum eft nomine, Mel-
chior Goldaftus, der diefes anführet in fei-
ner Anmerctung über den Parznet. vet.p,
454. bat diefe — nicht
recht begrieffen/und von dem Worte Win
nichts gedacht. Daß nun Venus hiers
von/ oder vondem Sothifchen 7er, ami-
zus herkoͤmmt / iſt daraus zu ſehen dag
Fein Wort/ weder inder Griechiſchen noch
Lateinischen Sprache fen/ davon eg fönne
hergeleitet iverdens Denn dag Cicero
und Ovidius es von Venio herführen/ges
ſchicht nur per allufionem, weiches ob eg
zwar Voſſius billiget/und daher ſchlieſſet /
elle vocemorigine Latinam , non AGre-
is, nonab Oriente, ſo irret er doch fehr /
denn es widerſpricht ihm Varro felbft /
welcher außdruͤcklich faget / nomen Vene-
ris, ne ſub Regibusquidem, apud Roma-
nosvelLatinum, vel Græcum füiffe, wel⸗
ches er aus ihm anfuͤhret Macrob.lib.ı. Sa.
turn. cap.a2. zu beweiſen / daß der Monat
Aprilis nicht habe koͤnnen von der —
| oder
12698 Vn.Cap. Gleichheit des Griechiſchen
pder A'Opoöirn genennet werden / die da⸗
mabis nicht bekannt geweſen· Scaliger
ad Feftum in voce aper?# faget/ınan koͤn⸗
ne auch aus dem Nahmen ſehen / daß ſie
keine einheimiſche Goͤttin fen / denn ſie
wuͤrde deßhalbenà veniendo fo genannt /
quod ſit apornAur®& Ye Welches mehr
finnreich als der War heit gemäß. Denn
dabefannt/Venus fen einer frembden Aus
kunfft / warumb wollen wir ſie nicht aus
der Sprache herleiten / da ſie mit eben den⸗
ſelben Buchſtaben dasjenige bedeutet /
warumb ſie ſo genannt wird. Danoe
dieſes hinzu koͤmmt / daß den den Noröb
fhen Boickern / dieſelbe von alters unter
den Nahınen Friggavonfrigar > amare
ou) Frenna des Dea Amoris genannt /
verehret worden: Und wird ſich niemand
verwundern/ daß aus dem Norden dieſer
GBotzendienſt auff die Römer verpflantzet /
wenn er beym Diodoro Siculolib.2. c. 47
leſen wird / wie die alten Heyd niſchen bey
den Griechen gewoͤhnlichen Goͤtzendienſte
ben den Hyperboreis urſpruͤnguch gew⸗⸗
ſen / und von dannen dahin gekommen.
Bon. demfelbigen Worte Wen oder
Win iſt das Lateiniſche Vi nulus, none
| | niqt
und Lateiniſchen mit dem Teutſchen 227
nicht von Vinum. ' Und hiervon / meine
ich / ſey das Griechiſche Wort Ara, auff
Doriſch Bdra, Mulier; Filia, wie auch des
2BortPirea, welches den atum amorisbes
deutet / un das bey Dem Cicerone lib.9,ad
Fam. Epift. 22. verdächtige Work bin.
Aber wir müffen wieder zu unferer
Hauptſache kommen / und zu den übrigen
Wörtern. Bey den Griechen iſt Mais,
Obitetrix, Maja bey den Lateinern. Bey
den Cimbris iſt noch heute tiioye Im
der Gothiſchen Sprache Mayi, puella,
Maid bey den Engelländern/ Magd bey
den Zeutfchen.: "Das Wort Senexaiff
einalt Gothiſch Wort / wird faft mitders
gleihen Buchftaben in: den Gothiſchen
Evangeliis gefunden / Sineigs, Senex; Zuc, 1.
22. Siniflans;Seniores Marc. 1,27, Diekty-
mologi haben viel felgamer Einfälle hier
bey. Das Wort Volgus ift nichts ans
ders / als / das Teutſche Volck / das Grie⸗
chiſche S3Au,femininum, und das Teutſche
thöle/ bedeutendcanem fexusfeminini,
koͤmmt auch uͤberein &ebet man nun
die Glieder des Menſchlichen Leibes
durch / ſo wird man die Sleichheitüberall
finden. Das Wort æ alao aput, Kop/
Kopf! +
u Z—
En EM —
——
une
>»
nn
2:
129das VI. Cap. Gleichheit des Griechiſchen
Kopff / Haupt / hapt / Ang). head, iſt mas
die Stammbuchtaben betrifft / einerlen.
Dennc und. hmwerden unter ſich verwan⸗
dẽlt / als cornu, Horn / xagdia, hart / cutis»
Hut / calamus, Halım/avor, Hund. Ocu⸗
tus ift alseindiminutivum von Og / qua-
ROeulus, Auge / und das Griechiſche
ſpleudor kommt überein. Dasalte
YBortSpecere ſehen / koͤmmt von den al⸗
tenScythifchenSpi, ſehe / daher noch Ari-
mafpigenannt werden / die mit einem Aw
ge ſehen und die Wörter außſpaͤhen /
verſpaͤhen / ſpok / die Rateinifchen/Spe-
cıdum , Species, wovon Boxhornius in
Prafatione Originum Gallicarum: weiß
läufftiger handelt. Das Lateiniſche
Woͤrt Auris, und das Teutſche Ohr iſt ei⸗
nes/ dennesiftbefannt/ daß das au bey)
den Rateinern als ein o außgefprochen/
und bezeugf es Laurenbergius in feinen
Antiquar. dag die Bauren oris an ſtat au-
ris gebraucht: Das Griechiſche iv. na⸗
füs, it das Teutſche rinn / denn die Naſe
nicht anders als canalis cerebri iſt / und
das Lateiniſche naſus iſt eben das Teut⸗
fche Das Briechifhernr®-; welches in
dem eigentlichen Virſtande nicht met /
24
I
*
und Pateinifchen mit dem Teut them 129
fondernin ſenſu translato gebraucht wird)
und infulam bedeutet / iſt ohn Zweiffel von
dem Teutſchen naͤſe oder nafa / und
koͤmmt nicht vondem Worte veiy, natare
wie manmoill. Es iſt bekannt / daß das
Wort no S auchofft eine halbe Inſul bes
deutet / da denn angeregtes runs feine
Ratt finden fan. Das Wort näp heiſt
aber in der Gothifhen Sprache mera-
phorice ein promontorium ', welches faſt
einer peninſulæ kan vergliechen werden /
als Kimmernaͤß / promontorium Cim«
meriz, welcher Nahme noch heutiges Ta⸗
ges in Schweden übrigift/wieRudbekius
bezeuget und anderemehr. Es wird as
ber das promontoriumeiner Naſe der Fi⸗
gur halben vergliechen / und alfo genannt/
wie ein. Promontorium bey der Inſul Safe-
na; YAaosa, lingua genannt wird. Anna
Comnena Alexiadoslib.;. p. o8. Kay dy ray
RUDI Ras 3 Aupparyiov dm Abit,
XD axgorHön, TAwosar KaAsuho, ueylsw
uAndani aid miemen]äneh Et quidem
prætergreſſa elaſſe Coreyræorum in ipfo
verlüs Dyrrhachium flexu, eircapromon-
torium, quod Zingna dicitur, maxima in
eam ſubito procella ingruit, Und eben
i biete
—
sgodns VIE Cap. Gleichheit des Griechiſchen
dieſes promontorium iſt / was noch heut?
ges. Tages Lenguette, Lengterta, das ift eine
Kleine Zunge / genannt wird / weil es hier?
nit kan vergliechen werden; In dem
zwölften Buch Alexiados wird der Eins
gang des Meers alſo genannt/ und bezeu⸗
get oſſinus in Gloſſario Annæo, daß es
gar gebräuchlich bey den Frantzoſen ſey /
daß die promontoria langues de terre ges |
nannt werden: Zu dem find dergleichen
vielmehr translara nominajalg Umbilici,
capita,cornua, daß es nicht ungereittibt /
es ſey das Wort wr& von eben folchem
Worte genommen / inſonderheit / da es in
demſelben Verſtande noch verhanden
und darff ſich niemand verwundern / daß
u
aus Norden: folches dahin verpflangek/
denn viel mehr derfelben in: der Griecht⸗
schen Sprache gefunden werden / als / un
ter andern / das Wort ſkiaͤren / wodurch
die litora Sveciæ verſtanden werden / von
den Außſchnitten alſo genannt / da bat
man in der Griechiſchen Sprache/ wie
Hefychius bezeuget / das Wort xepos.littuS
und iſt die Inſul Torcyra xxc⸗ia vor alterb
genannt / welches Wort Jac. Palmerius@
Grentemefiukin feiner Græciã antiqua lib.
1 | 2.0610
um Late iniſchen mit dem Teutfihen. 13x
2:c.10. von den Griechiſchen Jeeas lieber
herfuͤhren will / als von der Sabeldeg Eu-
ſtathii. Wie ich es auch für wahr halte /
aus dieſem Grunde. . Denn eg ift. diefe
Inſul auch doerzın genannt / welches eine
Sicjelbedeutet / uͤmb dieſer Urfache wil⸗
len / weil die eine Seiteder FInfulfo krumm
außgefchnitten/da fieeine Sichel abbildet.
Nun werden. die, ſkiaͤren in Schweden
von ſkiaͤra / das iſt / außſchneiden / fo ges
nannt / und in der Teutſchen Sprache iſt
das Wort Scheer ein Werckzeug da⸗
mit man Außſchnitte macht / welches / da
es von einander gethan wird / ſelbſt einen
Außſchnitt / und gleichſamb eine Sichel
vorſtellet. Dem koxhornio traun iſt in
feineeSymphoniaLinguarum, p.g. nicht
unger eimbt vorgefommen/ das Griechi⸗
ſche Wort xae, eine Hand / und das Teut⸗
ſche Scheer / vor eines zu haiten. Nul-
lus ambigo ſpricht er/quin idem hoc vo-
cabulum fit cum ifto, quo arte factam ma-
num, hoceft, forcipes, Belgæ ſignificant.
cheer xeie, Poeticexeoos, item xlaoos &
xnees appellatur.. Welches ich an feinen
Detgeftellet ſeyn laſſe. Zufernerer Bes
Fräfftigung könne auch dieſes angefuͤhret
Koy | 2 wer⸗
* —
⸗
UI
* —
ı 5
132Das VII. Cap Gleichheit des Griechiſchen
werden / weil die Singer der Scheeren
gleich an Geſtallt find. Das. Teuticht
Wort and ſi nicht mehr zu finden, als
in dem Vort prehendo,und haben die D4
nen noch heutiges Tages ein Wort berdas
heift fo viel/a!8/manu capere, welches das
Rateinifcheprehendo Auch bedeutet / und
hat e8 Aquilius in feinem Di&tionario Da-
nico-Latino angeimerdft/p.19. Es iſt auch
ein Angelſaͤchſiſches Wort Hentan, pergqui-
rere, perfequi. Die Wangen werden in
den alten Teutfchen Woͤrtern / die Lipfius
beraus gegeben’ / Mangon gen annt / wir
haben in der Lateiniſchen Sprache Man-
balten/daß das Kateinifche Mandere, Men
tum , von unfern Worte Mund her⸗
komme. Unter den alten Britanniſchen
Woͤrtern / deren Lexicon Boxhornius her⸗
aus gegeben / und in welcher viel Kareink
ſche Origines ſtecken mie Hr.Peirefcius
angemerckt/ ift das Wort Mant, Maxilla
In der Engelfchen Munch, mafticare, Ans
ger, mangeare. Ihdöorus ſelbſt leitet das
‚Rateinifchernentum von mandıbula ,’ tel
ches Vofhounglaublich ift/ aber er bie
von
naher zumgiel/ alserfeiber, der esba
uud Lateinifchen mit dem Teutſchen. 133-
Ion —R indico, bald von movimentum,
bald von meno, memini herieitef, Das
paar wird ben den Griechen &Iucz ges
nannte / iſt das rechte Niederlaͤndiſche
Wort mit dem Articulo bes hayr. Die
Athenienfer nennen die Fraufen. Haare
va; und einen Kraufefopf OvAoxowor,
DvarsParoı. Pollux hat Diefes ange
merckt in feinem Onomaitico lib. 2. c.3-
Dieſes it das Zeutfche Wull / lana,denn
die fraufen Haare der Wolle gleich.
Daß aber eine folche Kraͤuſe / wie die Wol⸗
le hat / damit gemeint werde/fan man aug
deinloco Herodati, den Pollux anführet /
erfeben / denn er faget von den Colchis,
—XVR— 810 1 Kay SÄQTEIXES 3 nigri coloris
funt, & crifporum capillordm. Denn es
pflegendie Schwargen ſolche Wollfraus
figte Haarzubaben. Die Griechen för
nen aber das W, welches als ein Digam-
ma Xolieum iſt / nicht außſprechen / wie fle
feinen Buchſtaben dazu haben, (vid.
er de Digammate cap. 3, £. 3)
* halben laſſen fie es aus / denn die literæ
ſubſidiariæ ß, », @ hatten bie auch feine
ſtatt. Man hat der gleichen mehr Woͤr⸗
ter. als syor Merck, wos Wein / Win / zen
i13 Waeyen /
“
I
533 dag VII. Cap. Gleichheit des Griechiſchen
Maenen/Nare,blafen/drsda. efle, Weſen /
Einen, Wiecken / cedere &c. Folgende find
ſo gleich unter einander / als jemahls welche
ſeyn koͤnnen / Bucca, eine Backe / armus ein
Arm / (daher armillæ Armbaͤnde) xarı
Galle / odes, Dens, Tant, Zahn Pes, nẽc,
Fuß / Voet / pedden / calcareẽ: Genu, yow;
Knie / daliva, Salve / Sabbel / Sagul / Da-
nice: Barba Bart’ cx⸗⸗, Arßh (Ch)
podex: Lumbus, Lend / xarSic (oculi an-
gulus) Kante/xyAn, (tumor oris quicun⸗
que) fehl/colliums calvusfahl/re va,
cavitatesoculorum, Kuhl / vellus, pellis, |
villus, 9A», Fell, fillen/Pantex Dane /
Wanfl/ ders cutis) Darın/ Hedarme
(nihil enim inteftina, nifi membrana &
cutis) Marcus’ (mollis) Marck/medul-
la: Strundus, excrementum Laurenb. in
Antiq. Strund / 206, Mueus, Mug |
Danice : xaxxn (bey dem Heſychio,)
merda: Lingo, Asixa, licken / unde lingua;
Edo, eten / efle effen/guftarefoften/ Spuo,
Tunesien ſpeien / dormire, dromen / dor⸗
men / ayos (cavitas manus) goſpe/min⸗
o migo, elyen migen / Meio, Meia/Dani-
cum,wie Aquil. in ſeinem Dictionaxio Da-
een‘
| 142 —
nieo Latino p. 24. ——————
nn > . So 2
I
|
*
und Lateiniſchen mit'demXeutichen- 13 7
Sof (Gothicum) dormire, Sopor, Sopire,
Dani.Soffn/ durun,aruOp,@rews Athen /
Othem / am Belgicè, animus, anima. La-
bium, Danice, Rave.) Glolſſ. Lipſ. Lepira,
Belgæ Leppe / Germanice Lippe. "Nepp&,
Mer: /; ‚ren per metatheſin. Von dieſen
Wörtern allen fönnte viel merckwuͤrdiges
angeführet werden / aber e8 liegt ihre
Gleichheit ſo andem Tage / daR esunnd:
thig / ein Wort mehr drüber zu verlieh:
ren / und muß e8 zu anderer Gelegenheit
verſparet werden. Das Rateinifche
Wort / Lacryma ; davor die Alten daery⸗
ma gebraucht / wie Feſtus bezeugt / un
zwar nach dem Griechiſchen dapure , if
weder bey den Griechen / noch bey den WO:
mern gebohren. Bey den alten Gother
war Tagr;}, Lacrymas Marc. ı0: 24. afrop
gandssz;mithtagran, exclamans cum Lacry
mis. Bey den Cambrobrirannis: Daigr
dieſes iſt das rechte Griechiſche und Lateit
niſche Wort / denn (vor); oder (ve) if
nur die Endung. Die Anglo:Saxone
ſtoſſen das (g) heraus und ſprechen tear
die Daͤnen aA47, welches einen Waſſer
tropffen bedeutet, Die Alamanni haber
Zaher daraus gemacht / davon noch dar
14 heutig
1230as VII. Cap; Gleichheit des Griechischen
heutige Zaͤhr / fe eines Urfprungs mit
daxguo und Lacryma iſt / welches niemand
glaͤuben ſollte / wenn er nicht die Herlei⸗
tung vor Augen fähe: Das Niederlan⸗
diſche Traen / das Zeutfihe Thran
ſcheint auch hiervon durch Verfegung zu
fenn / mit weichen denn dag Griechifche
Wort 9er@- übereinfommte Das Las
teinifche Wort Mens hat gleichfausfeinen
Urfprung nicht ben den Lateinern oder
Griechen. Iidorus führet es her von
memini,0der eminere welches letztere Pe⸗
rotto beſſer gefaͤllt / als daß es von uiwnus
hergefuͤhret werde. Etliche von metien⸗
do. Scaliger von dem Griechiſchen uns,
indico , Voflius will es.von dem alten
Worte Meno, deffen preteritum memini
iſt / oder auch von dem Griechiſchen Wor⸗
te var, impetus animi, herleiten / welcher
es am naͤchſten trifft. Aber ſo wohl die
Lateiniſchen / als die Griechiſchen Woͤrter
ter ſind außheimiſcher Herkunfft. Da⸗
von iſt das Teutſche Wort Meenen /
das Angelſachſiſche Menen, welches fo viel
iſt / als gedencken / cogitare, opinari, daher
das alte Lateiniſche Wort menere, in quo
conüftitipfa animi eſſentia, — in
| ec
Tg - Tr En nn
und Lateiniſchen mit dem Teutſchen. 137
der Englifchen Sprache dag von diefen
ertipringende Wort Mind , Mentem be
deutet. In der Gothſchen Sprache iſt
Gamunen,Meminifle,
Aber wir fehreiten in dieſem Wercke
zuweit / und koͤnnen uns begnügen, daß
wir dargethan / wie die Wörter / welche
von dem Menſchen und feinen Theilen /
und Sliedern allein genommen / als die
ja Die erſten in allen Sprachen ſeyn muͤſ⸗
ſen / die Gleichheit des Griechiſchen und
Lateiniſchen mit der Teutſchen vor Augen
ftellen. Daran aber noch mehr fehlen /
als wir angefuͤhret baben/ welche / Weit⸗
laͤufftigkeit zu vermeiden/bier muͤſſen vor⸗
bey gegangen werden Sollten wir nun
die andern Claſſes rerum durchgehen /
alsı dieXhiere / Baͤume und Kräuter /
Speifen/ Kleidungen / Ackerbau, Baus
wert 2’ Schiffart / Fiſchfang / allerfen
Haußraht/ Waaß / Gewicht und Zahi / die
Vahmen der Oerier⸗ Städte/ Ränder)
Vergeund Fluͤſſe die Kahmen der Weis
her und Maͤnner / die Rahmen der Aemp⸗
ter / Verwandſchafften / die Pronomina,
Onjunctiones, Interje&tiones, und andes
re Particulas, Actiones Facultatis vegeta-
15 tivæ,
138 Das VI Cap Gleichheit des Griechiſchen
tive, locomotivæ, Intellectus, Viohuntatis
undvielandere Dinge mehr· Es koͤnnte
ein groſſes Buch darvon zuſammen ge⸗
tragen werden / und werde ich / ob GOtt
will / hiervon abſonderlich / uud außfuͤhr⸗
lich handeln. Aventinus ſchreibt Annal,
Bojorum lib. 1. p. 10. VON Joanne.Came-
rarioaDalburgio, daß er etliche taufend
Griechiſche Woͤrter zuſammen aelefen /
die in der Teutfehen Spracheeineriey be
deuten... Was wir hier erwehnen / iſt nur
oben hin beruͤhret / und aus einem groſſen
VBorraht gleichſamb zum Vorſchmack
vorgetragen worden. Wer nun aus ſo
vielen Exempeln gleichwohl nicht ſchlieſ⸗
ſen wollte daß die Griechiſche und Latei⸗
nifche von dem Teutſchen / und den ihnen
verwandten Sprachen zum theil ihren
Urſprung genommen / und vermeinte / daß
dieſe Gleichheit fo von ungefähr komme /
der bat gar Feine Faͤhtgkeit von dieſen
Dingen zu ureheilen. : Bir laflen num
Diefes bis zu einer volftändigen Eroͤrte⸗
rungaußgefegtfenn/ und kommen zum
andern Theil > \ TER. VE
Bu 77
BERSUERR Rei )E MB
nal CH, hbeit. —
Bon der Teutſchen Poeterey
Urſprung und Fortgang.
Das I. Cap. |
Bon dem auffnehmen derrei⸗
menden Poeterey bey frembden Voͤl⸗
ckern / und zwar erſtlich von Poete⸗
rey der Frantzoſen.
| Imbale:
Mr wir von der Außländifchen Poeſie
zu erſt handeln. Die Seh haben
„jederzeit. Das Lob Der Beredſambkeit ges
habt, Die Doefe mit fonderlichem Sleiffe von
2 außgeuͤbet. Die Provincial-Poeten bey
ihnen. - Claude Fauchet , ‚Jean Noftredame
andeln.pon ihnen. Aquitanien und die Stade
olofa iſt ihr vornehmbſter Sig geweſen. Sie
findRomains , und die S rache Die Roͤmiſche
Sprache genannt worden. ranckreich in Fran⸗
ken und Provinciales getheilet. Die geoflen
Herren haben die * chen Spiele angefteller,
Bodurch die Poeſie in groffen Kuff gekommen /
und die Provincial-Sprachebepalten Yußländern
werth gehalten. Die Iralihaben den Provincia-
libus viel Erfindungen ahgeſehen. Die Framen
haben es den Proyincialibus nachgemacht. it
—
4
R a
5
XF
2 J
ka *2
— F
- -
40 Dasl.Cap.WomderFrangofen _
d’amour,arreftd’amour. ‚Die alten Spiele zu
Tolofa Jeux fleureaux genannt. Befehreibung
derfelben. Geſetze der Spiele, Lob des Hn. de
Cafeneuve, Troubadours, Trouverres,Chan-
terres, Jongleurs. reißwuͤrdigkeit der Fran⸗
tzoͤſſchen Nation. Ihre ſonderliche Zuneigung
suder Poeterey. Clement Marott ein guter
Epigrammatilte, Sammarthani Zeugniß von
ihm. Ronfard iſt zu feiner Zeit in groilem Be⸗
vuff geweſen. Was an ihm zu (oben und zu ta⸗
dein. Maiherbe hat zumerſten die beſte Richtig⸗
kat indie Poeſie gebracht. Godeau legt ihm ein
el bey, Balzacs Urtheil von ihm. DIE
ergleichungmitihmund Ronfard, Iheopil-
le ahnt ihm nach / aber et tolgedon) einen eigenen
2 antafeyen. _Voiture ift in feitivo genere
eifer als inferio,- Moliere ein berühmbtet Co⸗
mödienfehreiber Corneille. Regnier. Raolaıs,
Renati Rapini Urtheil von ber —
pi —— Chapel * Menage.
olletet von dem Leben der Frantzoͤſiſchen Poeten.
——— — ue F at Reime
rancoife zu Außübung der Frantzoͤſiſchen Spra⸗
he auffgerichtet. Diefelbe wird von Dem Sorbier
der Sateinichen vorgezogen / aber ohne Grund,
Racii Voſſii Meinung hiervon. 4
War haben in dem vorigen Theile
S von der Teutfchen Sprache Als
VER erthumb geredet / nun kommen
wir auff die Poeterey ſelber / davon ic
u N
ur OBEN. tan __ Ad
nicht alſo Handeln will Z wiemaninsge-
mein zu thun pfleget. Es haben einige
groſſe Bücher angefüllet/von den Regeln
der Teutſchen Ticht und Sprach⸗Kun
welcher Leute Schrifften ich allhier unbe⸗
ruͤhret laſſe / als der ich nicht geſonnen bin /
frembde / und gang uͤberfluͤsſig außgefuͤhr⸗
te Arbeit / von neuen vorzuſtellen. Wir
haben an dieſen Buͤchern gar keinen
Mangel / und waͤre eine thoͤrichte Sache
von einem Papier auffs andere zu ſchrei⸗
ben. Allhier wollen wir von dem Ur⸗
fprung und Fortgang der Teutſchen Poe⸗
teren handeln / und damit folches defto
gruͤndlicher gefchehen koͤnne / wollen wir
vorher / der Außlaͤndiſchen Voͤlcker / als
der Frantzoſen / Italiaͤner / Hiſpanier /
und denn auch der Engellaͤnder und Me⸗
derländer reimende Poeterey anführen /
umb zu ſehen / ob etwa bey ihnen diefelbe
eher als bey den Teutſchen entſprungen /
zumahl / da faſt unter allen denjelben/ ei⸗
nige ſich finden / welche den Vor zug ihnen
anmaſſen.
Wir fangen von den Frantzoſen an /
welche Nation am ſinnreichſten / und in
Neigung zu der Poerereyden andern
J—
RE ————————————————————————————————————
Er Das1.Cap Von der Frantzoſen
lig vor zuziehen iſt. Es iſt bekannt / wie
bereits die alten Gallier ſich in der Bered⸗
ſambkeit hervor gethan. Tacitus giebt
hnen das Lob der Tapfferkeit und Bered⸗
fambfeit. Marcus Cato thut deßgleichen /
weicher an ihnen ruͤhmet / argutè loqui.
Es war zu Ciceronis Zeiten ſchon der Sty+
lusGallicusim Beruff/ und ward Cicero
felber von dem Rufo vor einen Allobro⸗
ger geſcholten / wie beyin Juvenale zu ſehen.
"Apoilinaris’Sidonius lib, 3. Epiſt. 3. von
Den Arvernis redend/ bezeuget/ quod in
Arverniam undique gentium ‘confluxe-
zint tudialiterarum, ubi\fermonis Celtidi
{quamamdepofitura nobilitas ;nuncora-
%torio ftylo,nuncetiam cameenalibus mo⸗
dis imbuebatur. Hieronymus lobet auch
an einem Orte ubertatem nitoremque
Salliei lermonis von welchem ferner nach⸗
zuleſen Savaro ad Apollinaris Sidoniilog,
citätum, und Crelollius Vacat, autumnal,
tib. 1.cap: 4. wie auch Picardus in einem
abfonderlichen Buche genannt Celtop@-
dia, Damit twir aber auff die näheren
Seiten kommen / und auffdie Landſprache
an ſich ſelbſt / fo ift zu wiſſen / daß vor den.
Dtaliaͤnern und Spaniern / ja auch 20
4.
WE,
2 0 0 ae ce de [
mt MORE? aa. 243
Theil den Teutſchen / fo die gemeine rei⸗
mende Poeſie außgeuͤbet / nicht leicht eine
Nation geweſen / darinnen mehr Poeten
ſich befunden / auch mehr Wercks von der
Poeterey gemacht / als eben bey den Fran⸗
tzoſen. Claude Fauchet ein berühmbter
Frantzoſe / hat in einem Buche / deſſen
titul. Recueil de ł origine de la Langue &
Poeſie Francoife, Ryme & Romans weit⸗
laͤufftig von dem erſten Urſprunge der
Frantzoͤſiſchen Poeteren gehandeit/ und
ein Regiſter der Autorum und der von 127.
Tichtern vor dem 1z00fen Jahr geſchrie⸗ |
benen Poetifchen Wercke / gefeget/twelches
alles der Verdier in feine Bibliorheque is
berfeget, Der erſte / den er her bey brin⸗
get/ iſt Mr. Euftace welcher zu Friderici
Barbaroffe Zeiten im Jahr 1ıs5.gelebet.
Sie find aber faft alleProvinciales, fvelche
vor allen andern in Franckreich ſeder zeit
den gröften Ruhm gehabt/undderen Le⸗
ben in einem abfonderlichen Buche Johan-
nes \Noftredamus befchrieben; Dieſe
Poetz Provinciales wurden: die jenigen
genannt welche in Aquitanien wohnten /
und zu Tolofa ihre Verſamblung hatten.
Denn ſeit dem Aquitanlen den titu) eines
ir Konig⸗
En Ze nn ng 2
Taa _Dasl. Cap; Von der Frankofeh
Konigreichs gehabt / iſt Tolofadie Haupt⸗
ſtadt geweſen / und hat man daſelbſt alle
Aerlchkeit des gantzen Landes gehabt.
iewar gleichfamb eine Quelle / woraus
das ganze Land geſchoͤpffet. Es iſt be⸗
fannt / was ſchon Aulonius ihr vor Lob⸗
ſpruͤche geſchrieben. ‚Strabolib, 4.fchreibt
von den Aquitaniern / dag fievor keine
Barbarn zubalten fondern faft alle die
KRömifche Geſchicklichkeit Sprache und
Rebensart an fih Hätten: Sulpicius’Se-.
vertis in’ vitä S: Martini macht gar einen
LUnterfcheid unter einem Gallier und A-
Quitanier, und eignet dieſem die Hoffſpra⸗
che / jenem aber die Bauer ſprache äh
Dieſe Zierligkeit it durch alle Zeiten ge⸗
blieben / wiewohl ſie von Jahren zu Jah⸗
ren ſich in etwas geändert. Und dieſes
war eben die Ur ſache / warumb fie Roma-
ni, Romains, und ihre Sprache Roman
ift genannt worden / und Daß die Koͤnige
ſich anfangs Roys desFrangois&desRo-
mains geſchrieben. Nachgehends / wie
die Gotben und andere Nordifche Voͤl⸗
cher allesüberftrömten / baben fiedie
Sprache in fo weitgeändert / dag man
dennoch die Sußftapffen der alten re
St \ 1) 3.
ABER BR. 12 1 GE RE ta
nifchen ſehen koͤnnen / "die aber mit der:
Frembden ſehr gemiſcht war / da ſie ingua
RomanaRuſticagenannt worden. Wel⸗
che Sprache hernach geblleben / darinne
noch das formular des Eydes zwiſchen
Carolo Calvo, und Ludovico Germanico
verfaſſet / das Nithardus lib z. erwehnet /
und Marquardus Freherus mit Anmer⸗
ckungen heraus gegeben. Dieſe Roͤmi⸗
ſche Sprache iſt die Provencal Sprache
auch genennet worden / und die Voͤlcker /
die ſich Deren gebraucht / nannte man Pro·
vinciales. Es waren aber die Voͤlcker
Franckreichs damahls durchgehends in
Fr ancken / und Provinciales getheilet / un⸗
ter den Provincialibus; begrieff man die:
bon Languedoc; die BurgunderzdieAlle- :
mannosund Gafconesz;welche die Gothi⸗
ſchen ‚Provinciales genannt «.tvurden.
Sen diefen iſt dag Poerifiren fehr gemein
geweſen / davon auch der Nahme der Ro-
manenundRomancen gekommen / weil
ſieſich dergleichen Fabein zu erfinden ſehr
angelegen ſeyn lieſſen. Es meinen auch
etliche / Daß die gantze Art zu reimen von
Ihnen hergekommen / welches ichnicht für.
gaͤublich halte / Baron aber in folgenden
30 | mi
D—[ [
346_ Das L:Eap. Don der Frangofen
mitmehrem foltgehandelt werden. Es
bat fo viel finnreiche Geifter die emula-
tion der unterfehiedlichen Heren auffge
weckt. Dann / da ein jeglicher feinen eige⸗
nen Hoffangeſtellet / umb diefelben bes
rühmbt zu machen / hat man alle luſtige
und kunſtreiche Koͤpffe an ſich gezogen /
welche ſich denn in groſſer Zahl eingefun⸗
den / da ſie gemerckt / daß die Herren ihr
Lob gern außgebreitet geſehen /und ſie
ſelbſt Ehre und Belohnung davon zu ge⸗
warten. Dadurch ift die Poeterey in fo
groffen Ruff und Auffnehmen gekom⸗
men/ daß auch der Adel’ ia ſelbſt Koͤnige /
Der und Graffen / dieſes Lob begierig
uͤchten / auch die vornehmbſten Frauen
und Jungfrauen / Theil daran zu haben
verlangten. Die Provincial⸗Sprache
ward fo hoch gehalten Daß auch die Außr
laͤnder als Spanier und Italiaͤner / hier⸗
innen zu ſchreiben anfiengen / hernach wie
die Italiaͤner ihre eigene Sprache auch
etwas außzuuͤben angefangen / fo haben
ſie doch die meiſten Zierligkeiten von der
Provincial-Poeten Erfindungen genom⸗
men / wie foldyes Bembuslib.r. "Prof. be
zeuget / woraus die Oerter Borellus inder
Vor⸗
J
Poetetren.47
Vorrede ſeines Buchs Trefor de Recher-
ches & Antiquites Gauloiſes angefuͤhret.
Es ift unter den Provincial Poeten Ar⸗
naud Daniel geweſen im Jahr ııgo/mels .
chem Patrarcha viel gute Erfindungen abs
geſehen / wie beym Verdier angemerckt ift/
und gedenckt Petrarcha feiner ſelbſt in Tri-
umph. Amoris.c.4. Hernach haben auch
die Srangofen/ nachdem unter ihnen die
‚Dofifiatt auffgerichtet / esden Provincia-
libusnachmachen wollen / aber es iſt gegen
der Provincialium Poeſie die ihre nicht
zu ſchaͤtzen / welche mehrentheils das befte
aus den Provincialibus berauggenom:
men. Man hat eigene Zuſammenkunff⸗
‚fe/Comitia Po£tica, angeftellet/worinnen
man die Berfehergefagt / und umb den
Sieg geftritten. Der Ort ifi genannt
worden Cour d’ amour ,. undder Auß⸗
fpruc) arreft d’amour, weil die Ber ſe von
Liebesſachen gemeiniglich gehandelt.
Es find aber keine leichtfertige grobe Zo⸗
ten vorgebracht morden/fondern ehrliche
Schertze. Worüber die geebrtefte Ma-
tronen den Außfpruch gegeben/denn die
ie batten in folchen Ergögungen ihren
aeitvertweib/ wenn die Dränne des Are
n 2 gt
— — — ——
NE REES |
a a Tr re ee ee TE —
oblagen / und ihrein Ver ſen beſchriehene
148 Das 1. Cap. Von der Frantzoſen
ges warteten / welche aber zu-Haufe ihren
Zurnierfpielen und dergleichen Ubungen
Züge und Siege ihrem Urthelübergaben.
Dieſer Cour.d’ Amour wird hin und wie⸗
der ben. den. Doeten felbft/audyben einigen
Hittoricis gedacht. Vor dieſem hat man
zu Toloſa dergleichen Verſamblungen
auch — genannt worden Col⸗
lege. de lafcience de Rhetorique oder.de
Ley: ſcience. Die Spiele anfich ſelbſt
nd Jeux fleureaux oder Floralia ge⸗
nannt / wurden alle Jahre den und zo⸗
Maji gehalten. Aus ſolchen Zuſammen⸗
kuͤnfften wurden reimweiß geſchriehene
Briefe durch die gange-province außge⸗
fertiget / und alle vortrefliche ingenia ein⸗
geladen ihre Carmina öffentlich her zuſa⸗
gen. Es wurden ſieben Maͤnner hierzu
erwehlet / welche Maintenodors del gay ſa⸗
ber genannt worden. Am erſten Mey⸗
tage / wur den die Carmina vorgeleſen / des
Zages.hernach Hieltstian der Belohnung,
halber a am letzten des Map. wur⸗
den die‘ OS Aldi Violette, |
Jor und der Zitelv le Docteur en gaye,
eneðã Vetnoch hat TOR AH den POT
"ER 2 } -
WWetetey. 149
gen Dreifen noch zwey andere filberne
Blumen getban: "Die Gefege in diefen
Spielen waren folgende. Kein Keger
ward dieſer Blume fähigerfannt / auch
feine Frauensper ſon / wo fie nicht von ſon⸗
derlicher Gelehr ſamkeit / auch ſchweren
koͤnte / daß ſie ihre Verſe ſelber verfertiget.
Welche eine Blume erhalten / koͤnnten
nicht eher / als nach drey Jahren umb die
andre anhalten. Es koͤnnte keiner ein
Baccalaurens werden / er haͤtte denn eine
Blume uͤberkommen / keiner ein Doktor,
es haͤtten ihn denn erſt die Maintenedores
und der Cantzler examiniret in allen Stuͤ⸗
cken der gaye ſcience, wie ſie es nennten.
Nachdem muſte er in gebundener Rede
anhalten umb den Stul/ oder Catheder,
umbdas Buch/ undden Hut / morauff
dann in Verſen geantwortetiward/ und
ihmalleszuerfannt. Denen / die die vor⸗
nehmbſte Blume / la Violette genannt /
überfamen/ wurd deritituldefin aymant,
eines ‚freuen Biebhaberg gegeben. Die
ſes alles hat ſehr weitlaͤufftig und mit allen
Umbſtaͤnden / aus den alten Schrifften her⸗
vor geſucht der gelehrte Mr. de Cafeneuve
ſeinem Buche / deſſen Titel / 1Origine
Bil 3 | es
“ 5
sro Das J.Cap. Bonder Frankofen
des Jeüx-fleureaux de Touloufe, welches
zu Touloufa felbft im Jahr 1639. heraus
gegeben. Don deffen gelehrter Hand
wir noch viel ſchoͤnere Schrifften / von
Franckreichs antiquitdten/ zu erwarten
Fehabt / wenn ihn nicht der Tod zu fruͤh⸗
eitig hinweggerafft. Es ſcheinet / daß
ernach erſtlich hervorgekommen diejenb
gen / die ſie Troubadours, Trouverres,
Chanterres, Jougleurs, Conteours gP
nannt. Die Troubadours oder Trou-
vVerres waren die Erfinder der Reime und
Der Lieder / die andern fpielten fie auffal
(erhand Inftrumenten , oder fangen fit
auch. KHarsdörffer in feinem Specimine
Philolog.Germ. difquif, 9. $,6. wirfft die
fe Troubadours und Poetes Provencales
untereinander/und ftellet ein Bildniß vor /
fo er auß dem Chaftueil genommen: Mon
dieſem fan Claude Fauchet invorerivehn?
tem Buche chap. 8. nachgefehen werden.
‘ Wir fehen hieraus die Preißwuͤrdigkeit
diefer vortreflihen Nation, welche zu je⸗
Derzeitden Berftand außzuuͤben / und die
Sinnreichen Rünftezur Vollkommenheit
zu bringen / ſich bemuͤhet. Wir ſehen /
wie ſie auch ſchon zu der Seit den als
| nichts
oeterey. 158
nichts zuvor geben wollen / welche ihre
Ludos und Agones Poéticos, zu Erwe⸗
ckung munterer Gemuͤther / angeſtellet.
Man kan noch auß den fragmentis, welche
bey Claude Fauchet, Noſtredame, Verdie-
re, und in abſonderlichen Wercken vor⸗
handen / ſehen / was fuͤr ein Geiſt aus den
Schrifften hervor kuchte, deren ſich auch
die Italiaͤner / und der finnrefthe Petrar-
cha felbft, an verfchiedenen Drten bedies
net/ und welche noch jego unſre fo zarte
Ohren wohl vergnügen Fönnten/ wenn
nur die Erfindung in ein zierlicher Kleid
verhuͤllet. Wie, die Spiele endlich in
Abganggeriethen/ ſo iſt dennoch die Luſt
zu dieſen Wiſſenſchafften geblieben / und
hat ſich von Jahren zu Jahren vermeh⸗
ret / auch die Wiſſenſchafft ſelbſt gebeſſert.
Es iſt nicht dieſes Orts / alle und jede Fran⸗
tzoͤſſſche Poeten / ſo nach und nad) entſtan⸗
den / auff den Fingern herzuzehlen. Wenn
man des Verdiere Bibliothec nur durch⸗
laͤufft / ſo wird die Zahlder Poeten die
gröftefenn / davon er bißweilen ſehr an⸗
nehmliche Proben herbenbringet: Und
iſt nicht zu leugnen / daß ſie an der Zah lan⸗
dern Nationen weit überlegen ſinð / inſon⸗
ta derheit
0352 Dasl.Cap Wonder Frankofen
derheit wenn wirdiealten/ Die .Veerdiere
auffgezeichnet / den neuen hinzu. thun / die
theils von dem Soreberwehnet / theils noch
täglich neugebohrensverden: Es iſt auch
der Fleiß zu loben / daß ſie nicht leicht etwas
artiges und zierliches / es ſey eineSatyra,
ein Epigramma,oder ſonſt etwas / uͤberge⸗
hen / ſondern in gewiſſe Bücher Oeuures
meslees;' Pieces nouvelles, Mercuresga»
lantes, und dergleichen/ verfaffen. Sorel
in feiner Bibl.-Francoif. c. 10. zehlet ben
ſechs oder ſieben Bücher von ſolchen auß⸗
erleſenen Poematibus, und rühmmet fie ſehr
hoch Daer ſagt / daß einige von Frau⸗
ens⸗Perſonen darinne gemacht / die alle
Dee Maͤnner Wercke uͤbertreffen. Nur
etliche der vornehmbſten zu gedencken / fo
iſt wohl einer mit von den erften /: welche
nach der alten Provincialiſchen Poeſie /
Die heutige. auff die Bahn gebracht /
Clement Marott. welcher / da er fein Ge⸗
lehrter / dennoch ein Frantzoͤſiſches Car-
men von ſonderlicher Artligkeit geſchrie⸗
ben. Inſonder heit find ſeine Epigram-
mata ſo wohl gemacht / daß ſie vor andern
en Preiß haben / und wiſſen / die
m dergleichen geſchrieben / ihnen
PTR I ‚feine
Tr —— |
+
Rear Mbetelliy:n 2 1°’ DB 273
feine Erfindungen wohl zu Nutze zu ma⸗
chen. Scævola Sammarthanusy ſo ſelbſt
ein guter Lateiniſcher und Frantzoͤſiſcher
Poete geweſen / giebt ihm in feinen Klogis
dieſes Zeugniß. Si literæ ipfi adfuiſſent,
vixulluserat futurus Poeta melior. Hoc
certe Galliæ præſtitit, quod, cum illius
temporis ſcriptores ſermone uterentur
tam impuro, ut non intelligi poſſentpri
mus in meliorem aptè & dilucideloquen-
di viam ingreſſus ſit. Naͤchſt diefem kan
ich den Konſard dar ſtellen / welcher zu ſei⸗
ner Zeit das groͤſte Rob der Frantzoͤſiſchen
Poeſie er halten. Sammarthanus nenne
ihn Poẽtarum ab omnihus ſeculis ſecun⸗
dum Maronem faeile principem , und hat
ihn mit einem herrlichen Lateiniſchen Epi-
taphio verehret. Der Koͤnig Carolus
IX. hat ihn gewuͤrdiget mit unterſchied⸗
lichen Frantzoͤſiſchen Garminibus, welche
Ronſard beantwortet. Er iſt von den
vornehmbſten gelehrten Leuten einem
Phoͤnix gleich gehalten worden. Mure-
tus hat nebſt andern feine Berfemit com-
mentariis außgezieret. Neben ihin find
verſchiedene andere geweſen / als Jean An-
toine de Bait, Jam AnRHP N PRRIDE
Fr J7
a N
I eu ee —
sa Das J. Cap. Vonder Frangofen
— — — —
de Tyard, Eſtienne Jodelle, Remus Bel-
leau, Eftienne Pafquier,Olivier de Maigny,
1.de la Perufe, Robert Garnier, Jean Paſſe-
rat, Perron &c. Aber fein Stern hat alle
verdunckelt / und haben fie ihm alle gerne
den Vorzug gelaffen. Es iftfrauneine
ſonderliche Artligkeit in feinen Sonneten
und Dden/ in welchen er / nad) Scaligeri
Ürtheil etwas ſonderliches hat: Eriſt
von hohen Einfallen / die er aber ſelbſt biß⸗
weñen verſtellet / indem er gar zu viel Ge⸗
lehrſambkeit / erweiſen will. In ſeiner
Franciade aber fällt dieſer Geiſt ziemlich
weg / denn ein Heroicum Carmen muſte
mit einem gröffern Nachdencken und Ur⸗
theilgefchrieben werden. Du Bartas: Der
das Werck der Schöpffung in Srantzöfl
(chen Werfen befchrieben / ift mehr einem
Hiftoricoale Poetenäbnlich/ ſelhſt nach
Sc. Sammarthani Urtheil. Er aftedtiret
fehr die Zufammenfegung dee Wörter /
nach Artder Sriechifchen beyin Flomero
und Pindaro. Welches aber in Der
Srangöfifiyen Sprache gar eine unfoͤrm⸗
liche und frembde Redensart machet.
Malherbe, der die groͤſte Lieblichkeit und
Kunſt zuſammen verbunden / ward
Poeterey. Ar 155
feinem Reben. von wenigen hochgebalten.
Penner hatte viel Neider und / viean
ihm was zu loben funden / wollten ihn vor
keinen Poeten / ſondern vor einen außbuͤn⸗
digen Verßmacher halten / weiler fich
mehr mit Überfegumgen/ als mit eigenen
. Erfindungen’ hervor gethan. Es mel⸗
det Davon Balzac an einem Drte feiner
Schrifften / daß / mie eines feiner Sonne
ten in einer vornehmen Sefellfchafft vor,
gelefen worden / habe manallesdaran
verwundert / ehe man feinen Rahmen ger
hoͤret / ſo bald aber dieſer kund worden /
habe man alles getadelt / und waͤre nichts
gutes daran geweſen. So ſeltzam faͤllt
bißweilen das Urtheil der Leute! Nach
ſeinem Tode aber hat man mehr Wercks
von ihm gemacht / und auch die geringſten
Bellen von ihm in dem groͤſten Werthe
gehalten. Der gelehrte Biſchoff Go-
deau welcher felbft die Pſalmen Davidg in
die fauberften und zierlichften Frantzoͤſi⸗
fhen Verſe gebracht / hat zu feinem oͤobe
eine eigene Schrift auffgefegetsmorinnen
er ihn nenne!’ honeur defon fiecle,les-de-
cesdes Rois, amour des Mufes, & un
de leurs plus accomplis chefd' oeuvres.
* | Der
- a mn re ee
' —
ab a a a ran N
a Tr er —— a '?-
ırs Dasl. Cap: Vonder Franßoſen
Der heruͤhmbte Menage, welcher ſelbſt die
ziertichften Srangöfifchen Verſe geſchrie⸗
ben / bat des Malherbe Verſe mit einem
anfehnlichen Commentario beehret/ wel⸗
cher in der Vorrede eines Mr. Chevreau
gedencket / der gleichfalls uber diefe Poe-
mata Anmerckungen gefchrieben. Herr
Menage ſcheuet ſich nicht ihn allen ſeinen
Landsleuten vorzuziehen. Balzac, in ſei⸗
ner Lateiniſchen Briefe einem an den Sil-
honp. m. 196: giebt ihm den gröften Lob⸗
fpruch. Primus Francifcus Malherba,
- inprimis viam vidit,quaireturad carmen,
atque hane inter erroris & infcitia caligis
nem ad veramlucem reſpexit primus, ſu⸗
perbiſſimoque aurium judicio. ſatisfecit.
Non tulit; noſtros homines, inventistru«
gibus , amplius BaAampayeir. Docuit-
uid effet pure & cum religione ſeribere.
cuit; in vocibus & fententiisdele&tum
eloquientizefleoriginem , atque.adeo re-
rum;verbörumquecollocationem aptam⸗
ipfis rebus & verbis plerunque potiorem
eſſe. Sernerfagter/ Perfpicacimaxime
& caltigatojudicio plurimainfe , in aliis
nimiumpenemultainquirens , finxit&
emendayit civium fuorum.ingenia, Fate
*2 | elici
*
nn Moe.
TE 157
felici ſucceſſu, utelegantiorum autorum
tarbam, qua nuncGalliacelebratur, una
ipfius difeiplina Gallie dederit. Manfan,
ein mehrers daſelbſt lefen. So urtheilte,
Diefer-trefliche Mann von Malherbe , uns
ten welchen und Ronfard er. eine Verglei⸗
ung angeftellet/Entretien X XXI. dar?
innen er diejenigen anſticht / die den Ron-
fardjenem vorziehen wollen... Inſonder⸗
heit hat Richeler, einCommentator des
Ronſards, einige Verſe wieder Malherbe,
gemacht.n Es iſt aber nicht zu laͤugnen /
daß Maiherbe an unterſchiedlichen Orten
ſich des Ronſards gebraubt:- Von die
ſen und andern Dingen Fan nachgeſehen
werden Mr. de Racan in feinen Meinoires,
our.la vie.de Malherbe. Diefein Mal-,
erbefolgteTheophile, welcher / indem,
erdieflieffende und leichte Art zu fihreiben,
Sau will / auff eineniedrige Kindir
everfaͤllt. Er folgt mehr ſeiner Phan⸗
taſen als dem guten Artheil./ undiftbey:
ſeiner Verwegenheit offtmahls glücktich.
Voitures, har-luftige ‚Einfälle in feinen H⸗
den / aber / da er die Rede er heben follz,
falt-er zu niedrig/ und iſt nicht bequein ⸗
durch hohe Außblldungen / die dem —
*
I ai AA er ne te ae Kein äh P
nn. Mn a Bee ee ee Eee
—
— — —— — ———— —
Characteri zuſtehen / eine groſſe Sache
vorzuſtellen. Sonſt bat er in Scher⸗
gen, Auffzuͤgen / und andern feſtivis den
HPreiß vor andern. In den Comodien
haben die Frantzoſen ſich ſehr hervor ge⸗
than / und hat es niemand höher gebracht /
als Moliere, wiewohl er die Regeln der
Kunft / fo Ariſtoteles vorgeſchrieben /
und derer anderefich gebraucht / weituͤ⸗
berſchritten. Er iſt aber dennoch gluͤck⸗
lich geweſen / und bat feine verwegene
Sinnligfeit fich ben allenbeliebt gemacht /
obergleich / wieder der Comadie Gef
tze / di vornehmbften Leute des Hofesund
des Bandes aufden Schauplatz gebracht /
und mit ihnen feinen Scherg getrieben.
Sein Mifantrope ift wohl eins der beſten
Spiele / dieer jegemadt. In Trag®-
dien hat man den Corneille und andere
gehabt / welche dag ihre wohl gethan / aber
es iſt nicht die Krafft der Woͤrter und der
Augbildungen/ welche bey den Griechen
iſt. Corneille iſt durch die Cid erſtlich
empor kommen / welche / mit unglaͤubli⸗
chem Vergnuͤgen des Hofes und des
Volcks / ſo offt iſt auff den Schauplatz ge⸗
kommen / daß man ſich nicht daran —
TE u 2 Ge
| Poeterey. OB:
genfönnen. Eswurden / auf des Cardi ·
nal Richelien angeben einige Zuſammen⸗
kuͤnffte gehalten / dar innen von allen die⸗
ſes Werck gar genau geurtheilet ward /
welche Urtheile hervor gegeben / und iſt
dasſenige / was ſie getadelt / wieder von
Corneille verthaͤdiget worden. Der
Herr deScudery , hiedurch auffgemun⸗
tert / hat eine Tragoedie erfunden / deſſen
titul, NAmour Tyrannique, welche dem
Cardinal gleichfalls ein groffes Vergnuͤ⸗
gen gegeben. Es hat der Corneille ei»
nen Bruder gehabt / ver ihm hierinne
nichts nachgegeben / er aber hat endlich die⸗
ſe —— ——6 laſſen / und ſich
auff den Kempis delmitatione Chritti , in |
Frantzoͤſiſche Verſe zu uͤberſetzen / bege⸗
hen. Von andern Comesdien und Tra-
gedienſchreibern / mie auch von den
Schauſpielen ſelbſt Tan Sorell gelefen
werden in feiner Bibliotheque Francoife
chap. 10. Ps 208. Regnier in feinen Sacy-
ven ift zwar ſinnreich aber etwas grob
Dem Rablais fehlet die Zierlichkeit dieſer
Ay Überhaupt von der Frantzoſen
Deteren zu urtheilen / fo findet man ins⸗
. gemein Lebhafftigkeit / und —— in
| 0,7
a 0. re
160 Das LCap. Von der Frantzoſen
Worten und Gedanckenſie ſind ge⸗
ſchwinde und weit ſchweiffend/ ungedultig
zu langem nachſinnen / uͤberfluͤsſig in der
Rede / welche natuͤrliche Eigenſchafft ſe zu |
hoben: tieffſinnigen Wercken ungeſchickt
macht. Ich würde mich ſcheuen / ſolches
zu ſchreiben /Wwenn nicht ihr ‚eigener
Landsmann Renatus Rapinus, der Latei⸗
niſche Verſe geſchrieben / die des Vrgilii
ſeinen ſo ähnlich ſind / ale ein Ey dem an⸗
dern / in ſeinen in Frantzoͤſſſcher Sprach
geſchriebenen KReflexionibus über des Au
‚ riftotelis Poetic,pare. .xefl ꝛ5 dieſes be⸗
kraͤfftigte / welches wir aus der Engliſchen
Uberfegung: lauft; Teutſch hieher ſetzen
Wir moͤgen uns ſelbſt mit unſerm
Verſtande und mit dem Sno un⸗
ſrer Nation ſchmeicheln / aber unſer
Geiſt iſt nicht gnug erhoͤhet / umb
groſſe Außdildungen (ideas) zu
machen: Wir hemuͤhen uns mit
kleinen Dingen / ſind in groſſen Din⸗
gen kalt / und erſcheint in unſerm
Wercke kaum ein Schatten der ho⸗
hen oelie, Degen Form uus die alten.
Poeien/als/ Virglius und Romerus,
hinterlaſſen Am andern Orte Ketlex
0ER 30, ſagt
| |
did
.
we: *
Worte gebraucht: er. ſich) Deffener uns
geshrieben / welches dennoch in einigen
voeteten ‚12 _ win
ze fagt er / daß in der Frantzoſen
Tichterey die Logica , oder/ Ders
nunfftkunſt / nicht gebraucht werde/ /
ſondern es ſey insgemein lauter be
danterie,9der/Nönienfe, (Denn dieſer
zehlige Exempel / aus dem du bartas
und Ronfard,beybringen wolle. Ob
nun zwar diefer vortreflihe Mann auffs
richtig in feinem Urtheilift / fo ſcheinet eg
doch / wo ers von den heutigen verftanden
haben will / etwas zu ſtreng zu ſon. Es
iſt kein Hauptwerck geſchrieben ſeiner
Meinung nach / das dem Virgilio nachah⸗
me. So wundert mich doch / daß er des
Chapellaine nicht gedacht / dereinHeroi-
cum Poema yon der Puella Aurelianenſi
Werthe gehalten wird: Auch mag des
Heren deScudery ſein Alaricmwoll gepries
gen. werden. \ Sorell gedencfet noch dee
Pere le Moinele Saint Louys, leS, Paul de
"M.Godeau,leMoyfe fauv& deM.deS. Ay-
manit; le ClouisideM. Definarefts, le David
Fe 5
M. de Lesfargue. So hat auch) der
Herr Sorbier eines von dein Carolo M,
“oder fein reſtabliſſement de l’empireRo-
J main
262 Das J. Cap: Von der Fran kofen
main verſprochen / wovon er den Anfang/
in feinem Buche von der Frantzoͤſiſchen
Sprache / fehenlaffeni Aber hiervon’
als unbekannten Dingen / iſt nicht zuur⸗
theilen. Rapinus ſchreibet von den Eclo-
eis daß ihrer Landsleute keiner einige
tüchtige geſchrieben / da doch Menage un⸗
ter ſeinen Frantzoͤſſchen Poematibus et⸗
liche hat / an welchen der ſcharffſichtigſte
nichts zu tadeln finden ſollte. Die heute
ſchreiben / befleisſigen ſich ſolcher Reinlig⸗
keit und Zierligkeit / als immer erdacht wer⸗
den fan / daes faſt unmoͤglichiſt / Die
Scharffſinnigkeit ſo vieler gelehrten Leute
zu vergnuͤgen / wann man ſich nicht / ei
vollkommenes Meiſterſtuͤck hervor zu
bringen / getrauet. Es wird nicht alles
zu unsberausgebracht / wuͤrde alſo ſehr
gut ſeyn wenn das Werck von Mr. Colle-
ter ans Tage⸗Licht kommen ſollte / welcher
von dem Reben der Frantzoͤſiſchen Poeten
ein Werck geſchrieben / das Menage in ſei⸗
nen Obfervat. über Malherbe p. aꝛo. ſehr
ruͤhmet. Es iſt noch einige kleine Nach⸗
richt zu finden in des Sorelle Bibliotheque
Francoife chap. 67. Welcher aber mehr
ein Panegyrifte, und Nomenclator a;
18
ine EEE —
— —ñ— — ——
m ERDDRDBe nn RE
Genfor iſt. Man iſt auch bemuͤhet / die
Sprache ſelbſt in die richtigſte Verfaſſun
zu bringen / wie denn von dem Cardinal
Richelieu ein eigenes Collegium darzu
angeftellet / und von vielen vornehmen
Leuten darinnen gearbeitet iſt. Es ward
genannt / Academie Francoiſe, davon eine
Hiſtoriſche Relation an den Tag gegeben
iſt / worinnen von diefes Collegii Auffrichs
tung / Drdnungen 7 Ort und Tageder
DBerfamblungen/und andern denckwuͤr di⸗
gen Dingen / Die Darinne vorgegangen 4
bondenen Academicis und Gliedern defa
felben gehandelt wird. - Es iſt hieraus zur
gehen / wie weit man in dieſein Wercke ges
kommen / und gebem es die heutigen
Schrifften zum theil zu erkennen. Ob
gleich der vornehmbſte Zweck / nemblich die
Verfertigung eines Dictionarii » feinen
Fortgang nicht gehabt. Sorell hat in ſei⸗
nee Bibl. Francoiſ.p.iꝛ.du progrezdela
langue Francoiſ. eine vollformmene Er»
zehlung / wie die Sprache durch jedefecula
gefiegen/und in feinemerftencapite, dela
purete delalangue Francoife, handeit er
vonden Autoribus, die hierinne bemuͤht
geweſen. DIE boch nun gleich die er
; 2 es
a u u nn u u"), ©, 201,088
"464 Dael. Cap. Von detgrannoſen
beſſerung der Sprache ſich er hoben / ſo kan
wM boqh nicht des Herrn Sorbier Meinung
billigen / der unter dem Nahmen Labou⸗
seur, ein Buch her auß gegeben / mit dieſer
Ulberſchrifft Avantages de la angue Frau⸗
eoife für la langue Latine: Worinnen er
eriveifen will / daß die Srangöfifche Spra⸗
che vollkommener fen/ als die Lateiniſche
obgleich RenatusFrancifcusSlüfus, in ei⸗
nigen Lateiniſchen Briefen / Das Gegen⸗
heu wieder ihn behauptet. Sein vor»
nehmbſter Grund ift / meildie Frantzoͤſi⸗
ſche Sprache die Gedancken viel richtiger
undordentlicer außdruͤcke / als die Late
niſche / die die Woͤrter und Meinungen
verwerffe / und nicht / ſecundum conci⸗
piendi modum, alles außſpreche. Nun
if zwar dieſes nicht nur der Frantzoͤſ⸗
ſchen / ſondern vielmehr der Teutſchen eis
gen / und beruhet hierinnen die natürliche
Ubereinftimmung. Die Sriechifche und
Sateinifehe Sprache aber / find auffeint
£unftreiche Abmeſſung der Sylben gerich⸗
tet / wornach die gantze Zuſammenfuͤgung
des Periodi ſich ſchicken muß. · ErSorbier
hat / zu Behauptung ſeiner Meinung / die
30. Ode des a. Buchs auß dem —
* ran⸗
—
Poeterey 865
| — — eben ſo viel
ðtrophen und Verſen / zu erweiſen / daß
die rantzoͤſiſche Sprache / mit eben ſo viel
Worten / eine ba co —— kön:
1. . wre s hat Haacus Vo jus in feinem:
2 e; de Poeimatum G Bea 39. ‚Diele
eine Dieinuing, mie fehr gufen Gründen
widerleget / und wird in folgenden noch
mit mehren bievon geredet werden. : De
err Godeau;in feiner Vorrede uͤber deß
alherbe Poemata, iſt faſt einer gleichen
Meinung / daß er der rangofen Art zu
——— — — —
——— —
von der Zraliäne Poste
Junh alt.
—F Helen aptache eine Mifoehent
ateini — — den Landsleu⸗
er als die gateini ſche geſchaͤtzet / und in
7 im haften Ber Mi äuifhe Een
ingegenta Die Italiaͤni pra⸗
‚Se, unterſchiedlicher Art. Die —— iſt
ebefte und doch mit:vielen Provencalifchen
—*
—
Öffentliche
—— en Pocten welche die Sprache
"ausgehb ke Artheil re Dantes Schriſſtain
|
|
|
|
|
|
— angefuͤllet. Dantes, Petrarcha und
|
Fran-
166 Das I. Cap Wonder Itallaͤnet
Francilcus Petrarcha, der groͤſte Poet feiner Zeit
Ihm wird groſſe Ehre erwieſen. Hat durchaus
su ‚der: Juriſterey ſich nicht bequemen wollen.
Alexander Tallonus hat feine Rocmata ange⸗
riffen. —— Nico
Villanus perachtete ihn gleichfalle. IBelche
Dennoch beede gute Poeten geweſen. Cl. ron —
jeht den Ronlardumdem bᷣetrarchæ unbillig vor
mmentatores uͤber Petrarchaw. Seine
umgereimbten Carmina. Unterſchiedlicher ge⸗
be Leute Urtheil von boccatio. — aus
nl⸗
=
ieſer dreyen Schriften. - Die alten Tolca "
ſ ——— von etlichen ſonderlich auß⸗
ah Die doch beym Perrarcha mit geoffem
dacht geſetzt. Nach diefemift P.Bernbus:
J.Cafa gefommen; - Bembus hat.die barbariem
aus dem Sateinifehen und Staliänifchen er ſtlich
verwieſen. Lob des Caſæ. Seine Commen
tatores. Victoria Columna und Margarefa
Sarrochia vortrefliche Poetinnen. Arioſtus hat
Bojardo was ee Torquatus Taflusdee
fe Seroifche Poer bey den Staliänern. ca |
grofles Lob, Hat den Trifinum zum Vorgaͤn⸗
gergehabt. Sein Vater ein vortreflicher Poete.
Hat bißweilen geraſet / und alsdann die beften Ver⸗
e gefchrieben.: Sein Gjerufälemme liberata
iſt von Dietrich von dem Werder ins Teurfheie
berfegt, Herr Buchners Urthel davon. eine
andern Carmina, "Die Academia dellaCruf-
zn fein erlöftes Jeruſalem in vielen getadelt.
Paulus Beniushat ihn verthaͤdiget und dem Ho-
f ' „PER 0 4
Poeterenn 167
mero: er Vir ilio vorgezogen. Belmontes
Cagnolus, Paulus Guidottus Bur 5 |
Durch dergleichen Pocmata feinen Ruhm verfleis
nerniollen, "Mambriünds,Sangenefius urthei⸗
len auch nicht‘ zum beſten von Ihm. Welche aber
nicht in-allen zu Bilfigemifind > Guarini Hirten⸗
ſpiel Paftor Fido, : Chrifian Hoffmanns Teut⸗
che Uberſetzung. Iſt auch von unterfchiedlichen
Een und verthapiget worden, Mani groſo
ſes Lob aus dem Lor, Gralſo. Sein ‚Adonis por
etlichen gelobet/ von andern — all; une
und — in feiner Pochii et>
——— oͤmmt ihm: hierinne wenig zu ſtatten.
theil vonden Oden des Chiabrera bon Girola-
mo Pretiund Fulvio Teſti. Auguſtini Mafcar-
di „ee von den Sstalianifchen Poeten Ita⸗
liaͤner find nachläsfigin AAN Teeichnung ihrer Poe⸗
ten. Gregoriö Leti,, Die Stalianifche Spras
e iſt wohl auf eibet, NORA, della
rulca wird ge Wie
2) Pay kommen von den —
zu den Itallaͤnern / als welche von
IR
jenen das Mufter ihrer. Zichts
iſt genommen / wie ſie ſeibſt gefteben
He n / und wir, ſchon im borigen Cap.
Gndehibeet. Ei a Staliäniihe-5pra
che eine unächre t der Safeiniichen?
durch Vermifhung I nit der Gothiſche
— Welche/ wi —4 alt 9
gleich iſt / und ihrer Mutter an'gierlig |
keit nicht zu vergleichen/fo haben doch die
Sjraliäner dieſe ihre neue Baſtard⸗Rede /
durch einen — —0 Na⸗
tur / immer hoͤher gehalten / als die auff
richtige alte Lateinſche Sprache / die ſie
Boch in die Welt gebracht / und dieſelbe
andern Voͤlckern gelehret. Denn), da
‚fie / dieſelbe billig zu ihrem alten Stande
zu bringen / ſich hatten bemühen follen/ ſo
Haben fie nody mehr frembde Nedensar
ten vonandern Voͤlckern darzugebettelt /
und / durch dieſe Vermiſchung / zierlicher
zu machen / gemeinet. Franciſe. Flori
dus Sabinuslib. x. ſucciſu klaget ſehr
uͤber dieſe Thorheit feiner. Landsleute
und fuͤhret deſſen Ur ſache an / wie auch
Melchior Inchofer in Hiſtoria Sacræ Lati-
nitatishb.3. cap. 16. welche hierüber Fön
nen nachgeleren iwerden.- Es find au
etliche auff dieſe Gedanken foininen/ daß
E Die gemeine Fraliänifche hat
ffentlichen Schrifften erhoben / und der
Lateiniſchen vorgezogen / als Joannes
Baptifta EvangeliftafPicenus ‚ in einer ab»
fonderlihen Oratiöhl, und Alexänder
J allon Penſieri diverſi #4. 9. qu. 15: Wie⸗
—J — der
| BEER 211141379 ER 2.3 2
der welche billig zu leſen iſt des Johannis
"Nicolai Sauli Carreæe eines gelehrten
Italianers / Brieff an Johannem Franc
ſcum Gropallum, welcher un ter feinen an⸗
dern Briefen ib: 2: p. 129." zu finden.
Worinnen er weitläufftig den Unfug ders
ſelben darthut / und wie ſchaͤdlich ſolche
Meinung ſey /’ erweiſet· Was num die
Sprache anlanget / ſo iſt ſie nicht einerley
Gattung von Anfang geweſen Denn/
gleichwie in Griechenland viel Dialecti
waren / wegen der vielen Voͤlcker Hertz
ſchafften und Nachbarfihafften / alfo ift
es auch in italien geweſen An weicher
Seite es Griechenland nahet / haben die
Calabri die Griechiſche Spraͤche mit der
jhrigen vermiſchet. Wo es an Franck⸗
reich ſtoͤſt / da haben die Ciſalpin viel von
der Frantzoͤſſchen Sprache angenom⸗
men. Die Roͤmer und Toſcanier / wel
dghe mitten in Italien wohnten / waren am
wenigſten diefen Veranderungen unter⸗
worffen Die Toſcanier haben doch
Mehr Zierligkeit/ als die Roͤmer / behak
ten welche jederzeit von frembden Gaͤſten
‚MD verunruhlget worden. Aber der
Tofcanier Spracheift glelchwohl mit den
— 15 Fran⸗
a NE
170 Das. Cap. Bonder Italiaͤner
Stansöfifchen Wörtern der Provincia-
liumerfülleg, gewefen / wie Al. Taflonan
vorerwehntem Orte ſaget / Firenzem
particulare ‚era piena allora diFrancefie
di Provenzali. da’qualilalingua noftra
prefe una infinita di vocaboli.. , Ihr er⸗
ſtes Auffkommen / und gleichfamb ihre
jugend iſt geweſen umb das Jahr Chri⸗
ſti 300/. da Dantes, Petrarcha und Bocca-
tius gelebt haben ./ als die erften Trium-
viri unter den. SJtaliänifchen Poeten.
Dieſe drey haben/ nach Melchioris Ineho⸗
ver Meinung / angefangen Die. gemeine
Sprache außzuüben/fo wohl in freyer als
gehundener Rede / weil ſie ſich nicht ge⸗
trauet / in der Lateiniſchen Sprache et⸗
was tuͤchtiges außzurichten / da alles da⸗
mahls in voller barbarie war· Wiewohl
Petrarcha noch am meiſten darinne ge⸗
than / und als ein unvermutheter Stern /
durch die tunckle Nacht hervor geleuchtek,
Dantes iſt voll von alten Wortern / unter
welchen doch ein tieffſinniges Weſen ſte⸗
det: Seine Poemata haben viel Wieder⸗
facher und Mertbädiger gehabt. Caftra»
villa hatte zwey Bücher wieder. den. Dan-
. tem geſchrieben / mwebhe Inpphus Mazonde
1 | wider⸗
SUR
*
tn mm — U
— —
octereyxx
widerleget / erweiſende / daß des Dantes
(divin hominis, wie er ſagt) Comedia
unbillig getadelt werde. Dieſen Streit
haben nachgehends Beliſarius Bulgarinus,
und Hieronymus Zobbius wieder erneu⸗
ert 7: deflen Außgang Janus Nicius Ery-
thræus Pinacoth. Limag. 38. Pinacoth« II.
imag. 21. außfuͤhrlich beſcthrieben. Jaco-
bus Gaddius libro de ſeriptoribus tom.i.
p.206. urtheilt von dem Dante; daß / mo
fein Werck eine Comoedia fey /ſo uͤber⸗
treffe fie viel der Griechen und Rateiner /
wo es aber ein Heroicum Poema zu nen⸗
nen / waͤre es allein dem Lateiniſchen des
Virgil nicht zu vergleichen / des Homeri
nen Schrifften aber vorzuziehen.
'raneifeusPetrarcha , die Sierde feiner
Nation, iſt vor ein Wunder feiner Zeit ge⸗
halten worden / und bar vondenvors
nehmbſten Koͤnigen / und FürftenEuro-
pæ Die groͤſte Ehre bey feinem Reben ge⸗
noſſen Mon welchen allen tweitldufftig
handelt Thomafinus in feinen Petrarcha
redivivo , worinnen er die Hiftoriefeineg
Lebens außfuͤhrlich und mitallenLimb»
fländen befchreiber/- fogär / daß er auch
feiner fo gepriefenen. Rage wicht ar
| en /
õß õêû— ¶ ET
27a Das Wonder Italiner
ſen / und ihr Bildniß vorgeſtellet Der
vornehme Rechtsgelehrte Cinus, welcher
ſelbſt gute Italiaͤniſche Carmina geſchrie⸗
ben / wie Gaddius in ſeinem Buche de
Scriptoribus bezeuget / hat ihn
Rechtsgelehr ſambkeit noͤthigen wollen?
aber er hat ſich gantz nicht hier zu beque
men wolien /bdann er ſchreibet an ihn⸗
Studium ad quod me hortaris, fervileofll-
cium reputo & maneipium omnihus
præſtant, qui illo utuntur· Quis etd.
hon dicatʒ hæc jura venalia eſſe, & ad bene
rectẽque vivendum longẽè aliis ſtudus eſſe
änferiora? Quid, ad faciendum virum ho⸗
num,iftaconveniunt ? Sed quis non videt
ad virtutem conſequendam nihil pertine⸗
re ? Sed cupidum magis mendacem ira
cundumque hominem reddunt. Hatte
ſich der ohalben gantz auff die Philoſophie
und Poeterey geleget / und dadurch eine
unvergleichliche Ehre erlanget. Dieſen
Ruͤhm des Petrarcha. hat nachgehends
beftritten Alexander Taſſon in feinem?
che / Gonfiderationi,fopralerimedel#e-
trarca, col confronto de luoghi.dePoetl
antichidiyarieliugue.. Wieder denfelben
hat ihn verthaͤdiget Jolephns de Aromm
| 7
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Te on 173
tariis· dem der Taflonus wieder/: unter
Den Nahmen Crefcentis PepeeSufa, ge⸗
antwortet, Diefer Jofephus bat wie⸗
der zumandern mahl / unter dem Nah⸗
menFaleidii Melampodii,in vier Dialogis,
den Taſſonum angegrieffen/ und hat end⸗
lic) Taſſonus, dem nicht leichte was ab zu
gewinnen war / mit einem andern Buche /
deſſen Titel / Tenta roſſa, ihm wieder bes
gegnet. Es iſt aber auf des Taſſoni ſein
Urtheil ſo groß nicht zu achten. Er war
zwar ein gelehrter / luſtiger / aber verwege⸗
ner und zanckſuͤchtiger Geiſt / und ward /
dieſes feines verfahrens halber / von allen
angefeindet. Und was iſt es vom Petrar-
cha zu verwundern / da er des Homeri
ſelbſt nicht ſchonet / wie J. N. Erythr:Pinac.
1.1m.110. erwehnet / welcher ihn an dem
Orte nach feinen Farben abmablet. Von
feinen Animadverfionibusin Petrarcham,
fpricht er Etrufca Fr. Petrarch&Po&mata
adreprehendendum arripuit, quem unum
non modohyricorum, \noflrorum, ſed Græcorum
ætiam, Latinorumgseomniumprincipem poni-
45; in quem quaſdam edidit animad-
verfiones;inquibusnihilfere ab eo dictum
reliquit, quod non, veltanguamvyitiofum,
re-
en Du un sn ni En a 0
174 Das I.Cap. Bonder Sstaliänee
reprehenderit, ve], utabfurdum, neglexe
‚rit, vel, utineptum, irriferit , nullam ejus
laudem prætermiſerit, quam non fiticona-
tus convellere, labefactare evertere. E⸗
ben dergleichen Gemuͤths⸗Art hat Nico:
laus Villanus an fich gehabt / welcher be⸗
trarcham; Arioftum, Taffum, die vorteefe
lichften Leute / vor ſich ver achtet / war aber
dennoch ſelbſt ein vortreflicher Poete / in⸗
fonderheit in ludiero genere. Denn / wie
Erythræus bez —* ediditeruditiffimosde
Poefi jocofa & ridicula fermones, unacum
facetiffimis fuis rhythmis. In Heroico
genere hat er Florentiam liberatam ge⸗
fchrieben/ das nach feinen Zod hervorge⸗
- kommen? worinnen/ nad) Erythraillts |
thei/ digni Homero verfus. Alexander
Taffonus hat gleirhfalls ein artig Poema
jocofum gefchrieben:/ laSecchia rapita,
welches Erythræus fehrrlobet/darinnenee
einen Krieg zwiſchen den Bononienſern
amd Mutinenfern; der umb eines Eimers
willen entſtanden ſeyn ſoll / beſchreibet.
Theodotus Ofius Nov.Opin. Sylva, c.ꝛo.
macht viel Wercks von: dieſem Poemate,
und nennt ihn Poetam ſuper omnes,tum
noſtroxum, tum antiquorum (alas
* cele-
ER. ©)... 1 ER 27,
celebrandum. Es hringet auch Jacobus
Gaddiusin feinem Buche deScriptoribus
tom. 2. P- 245.246. unterfchiedliche Dins
gevor / worinnen er den Petrarcham tas
delt: Aber esift von feiner Erbeblichkeit/
und iſt dieſes Mannes Urtbeil nicht hoch
zu ſchaͤtzen / wie ingleichen des Claudii Ver-
dieri, welcher in feiner ungehoͤbelten Cen-
fione. Autorum veterum & 'recentium;
den Ronfardum: dem Petrarche vor zie⸗
het / worinnen er Mureto wiederſprochen / |
welcher das Gegentheilbehaupten wollen.
Selbiger hat anch Perrarcham befchyuldg |
gen wollen / als hätte er die Erfindung |
feiner Triumphorum aus einem alten
Boetengenommen/ deſſen La@antiuslib,; ı.
Inflit.divinsgedendet. Uber den Petrar-
cham find viel Anmerckungen von vielen
gefchrieben. Menage inder Vorrede feis
her Anmerckungen über des Malherbe
Poematahältdapor / "Daß die zahl der
Commentatorumnicht geringer ſey / alg
derer / die uͤber den Virgilium geſchrieben.
Er hat in der Sprache ſich groffer Frey⸗
beit gebraucht + hat viel gewaltſame Reis
me/undalteldiotifmos. :Nicolo Franco
bat nachgehends in feinem Buche / IlPe-
| trar-
a a a a u ar nn Fe a
ı76 Das 11. Cap Von der Italiaͤner
trarchiſta genannt / unt er ſchiedliche Car-
mina des Petrarcha hervor gegeben / ‚Die
bey ſeinen Lebzeiten nicht hervor gekom⸗
men / worinnen er der Reime ſich nicht ge⸗
braucht Labbeus in feiner Bibliotheca
AMstorum 'p.\67. gedencket noch unter⸗
ſchiedlicher Carminum des Petrarchæ, Die
noch nicht hervor gegeben Boccatius iſt
denvorigen nicht zu vergleichen / die ihn
weit / an Erfindungund tiefffinnigen Ge⸗
dancken / uͤbertreffen / aber er hat dennoch
eine groͤſſere Reinligkeit in der Sprache
veliebet / und dieſelbe zu mehrer Zierligkeit
‚gebracht. ; "Taflonus ſchreibt ihm zu / daß
er der erſte ſey / der die Italiaͤniſche Spra⸗
che außgezieret. Hieron: Boſſius hat ein
Buch geſchrieben / des Inhalts / Che la vol·
gar iingua habbia havuto del’ Petrarca ©
el Boecacio il compimento ſuo. Melch.
Inchofer Hiſt. S. Latinitalib;3. c.9; urthei⸗
let alſo ⸗ Boccatius naturãâ quodammodo
Acqus ad eloquentiam, cum probe noſſet.
fe. cum antiquis Latinis facile certare poſ
E, maluit tamen ingenium à medio curſus
‚cohvertere,ut,cum fummusinter Latinos
‚effe diffideret , Tullium in vulgari elo
quentia affedtaret. Nequetamen ne:
gr | | an
Nenn
BIER 111127 157
harie laudem 'illi conceflerunt, frigidun?
appellantes in nugis ‚qui inferiis , fi lati«
nus eſſe voluiffet, magno cölore efferve-
bat. Ita, qui primus effe malut inter
vulgares, quam fecundus inter nobilio-
res, 'vix gradum inter utrosque obtinuit.
Francifcus Alumnüs , Ferrarienfis, hat
auß Dante,‘ Petrarcha und Böccatioein
Lexicon ihrer Wörter zufamen gefchries
ben? unter dem Titel/ Fabrica del
Mondo, und ein ändere Richezze della
lingha vulgare." Wodurch denen Antag
gegrbeh die ihre Ziertigteit fuhfen in ale
ten derlegenen Flörentinifchen Jgörtern/
deren biel bey Diefen Autoribustzu fin)
det." Denn folcher Art Poeten wurden
damahls gefunden / die nichts andere ge
brauden wollen / als die alten’ Floren-
einifehen Woͤrter welche Jacobüs Micha+
lorius in einer artigen Sacyrä durchgezo⸗
gen / deſſen Erythraus Erwehnungthut
Pinacoth. im zx Von den
Dante, Petrarcha, und Boccätio hat offt
erwehnter Erythraus Pinacoth: IR p, 2201
a er weit wegen der
alten Wörter) nichts an ihren zu tadeln/
Inferunt fe quidem', ſagt ei in ipforum
Tr Mm ſermo.
DI——— ——
72. Das II. Cap. Von der Ttaliäner
fermonem verba aliqua paulö antiquioras
{ed ea miram habent venuftarem, xquia
loco funt pofita,. adeo omnium. intelli-
entiz funt-obvia atque aperta,ut nulla
ere interpretis. cujusquam ope auxilio-,
que indıgeant. Cam anella lobt in feinem.
Buche de ratione udendi artic. 2. den
Dantem vor allen/ ob ideationem Exem-
plorum, mirifcentiam narrationis, imi-
tarıonem rationis. Die Zeit von 1400.
biß 1500. bat nicht vie (omderliches het
porgebracht / weil Krieg/ Peſt und
alterhand- Unruhe die guten Geiſter ſchier
erfticket. Da iſt endlich Petrus Bembus
9
heran gewachſen / welcher der erſte / der
fo wobl in der Lateiniſchen / als Itallaͤ⸗
niſchen Sprache die alte Zierligkeit wie⸗
der hervor: geſuchet. Joannes Cafa , iM
feinem des Bembi Leben / giebt deffen ein
ſattſames Zeugniß. Par. erat atquei-
dem eorum error, ( Er hatte vorhin von
der Lateiniſchen Sprachegeredet)quilta-
lice-fcribebant: qui.cum duos haberent
feriptores, mea quidem fententia,velcum
Latinis , vel cum. Gracis conferendos
( Dantem & Fetrarcham) nam alterius ver“
fus & fuavitatis plurimum habent, & die
| Re gnita«
e“
Y. 172
— a nn N
gnitatis, & variis ingenii aut etiam artis‘
luminibus refertifunt, & animum ſæpe
permovent, atque impellunt, ut de amo-
re ne Græcus quidem quisquam melius⸗
alterius oratio dulcis, copiofa ‚polita, or-
nata, mollis, faceta, rem anteoculospo-
nens, ut geri ea quæ legas, non narrarf
videantur. Hos cum haberent autores |
duos, utrumgue in ſuo genere maxime,
excellentem, cribebant ipfi inepte, adje-
Ctisfmis; verbis, nullus-eratornatus, nul-
lo homine erudito dignæ ſententiæ, nul-
la çompoſitionis aut numerorum ratio.
Licet in manus ſumere, quæ tunc multi
ſeriptitarunt, præter unum Politianum; ik
lumque ipfüm minus dulcem, minus o-
mning eleganter, quam ut legiſſe Patrar-
che ledtisfimos verfus videatur, czteros
ad unum indignos dico, qui, in fcripto-
rum — nabeantur. Unum ſcurrile
vigebat icendi genus;in eo fane ridicu-
li nonnulli ;fed.ipfi quoque multis in lo-
Cis inertes & languidi, Des Bembi feine
Sraliäniiche Carmina find fehr gut/ und
Nach des Petrarche Art ein gerichtet / wel⸗
Sem er inſonderheit gefolget.._ Gaddius
\ Pergleicht ihn bem Boccatio, (dp halte ihn
N Ma Höher
re
1
wo: Das U. Cap. Von der Italiaͤee
hoͤber / ziehe ihm aber den Caſam vor /
wvelcher / wie er das zierlichſte Latein zu
* Zeit geſchrieben / weßwegen er bil⸗
ig vonfeinen Landsleuten hochgehalten
wird / ſo hat er auch im Italianiſchen ſei⸗
ne Annehmligkeit gehabt / wiewohl er in
beeden nur wenig geſchrieben. Gaddius
Hält feine Italiaͤniſchen höher / als die La⸗
teinifcben And zwar nicht unbillich / dein
die Lateiniſchen ſind etwas trucken und
mager / und haben nicht ſolchen Geiſt uñ
Trieb/ wie jene. Die Florentiner ſchaͤ⸗
gen diefen ihren Cafatn über alles / als
den zierlichften Autörem,- und der am
fauberften ſchreibet / wie Erythræus be⸗
zeuget Pinacoch. II1/p.'220.Menagiushat
einen Commentarium’ über feine Itallaͤ⸗
nifche Poemata geſchrieben / deſſen er ges
deuet in feinen Obſervationibus uͤber den
Malherbe p. 505. Ja der treffliche Poet
allus hat fie ſelbſt mit feinen Anmere
ungen zu zieren gewuͤrdiget / woraus
Herr Menage etwas anführet an gedach⸗
‚tem Orte / pag 536. wie auch Querengus.
Gyraldus hält die Vittoriam Columnam
vor eine unvergleichliche Poetin 7 und
find. einige / die fie dem Peirarche gleich
ae‘ | ſchaͤtzen.
—
—
2 ———— ß
VWetetey. 181
ſchaͤtzen. Dergleichen eine / nemblich die
Margaretam Sarrochiam, lobt Erythræ-
us Pinacoth.I:imag.ı45: welche des Sean⸗
begs Leben und: Thaten / Etrufco Car»
mine weitläufftig und: zierlich beſchrie⸗
ben. Sannazarıus, der fo treffliche Latei⸗
niſche Verſe gemacht / hat auch Ruhm
in der Mutterſprache einlegen wollen mit
feiner Arcadia.n Endlich folgen Arioftus
und Taflus ‚die in.alfer Weit befanten
Heroifhen Poeten / won deren Trefligs
und Vorzug gange Bücher: gefchrieben.
Es iſt nicht zu ldugnen daß Arioftusan
der Heroifchen Art dievorigenübergebe.
Er iſt groß und. hoch von Geiſte / feine
Außbildung iſt verwunderlich / feine Bes
(hreibungen find Meiſter ſtuͤcke aber das
Syitema des Wercks an ihm felbft bat
nicht Vollkommenheit / die es haben foll.
Vor ihm hat Matthæus Boyardus, Co-
mes Scandianus, ein Poema vom Robe
des Orlandi gefchrieben / aus welchem /
wie Jacobus Gaddius. de Scriptoribus
tom upryo.will / er vier fol außgeſchrie⸗
ben haben / und hat er unterſchiediiche
Proben deſſen zum Vorſchein gebracht /
au) has Thomafids in ſeinem Buche de
— m 3— plagio
TEE
792 Das I Von der Italiäner
lagio G. zor· etliche Oerter aus dem de
Cerda und Baronio angemerckt / wor⸗
uͤber er eines plagii beſchuldiget wird. Aber
dieſes auß Boyardo iſt von groͤſſerer Er;
heb igkeit weil fie einerley materie um
ter Händen gehabt. Torquatus Taſſus
übertrifft den Arioſtum weit / in ſeinem
er loͤſten Jeruſalem / einem rechtem Mei⸗
ſterſtucke/ womit dieQtaliäner allen a
dern Nationen Troß bieten fönnen/
welches fo viel gelehreeXeute/ als Scipio |
Gentilis, Julius Gaftavinus, Laurentius
Pignorius &c. mit ihren Anmerckungen
beehret Es feind dennoch etliche / welche
behaupten wollen er babe von Georgio
Trisfino , der vor ihm ein Poema pol
dem von den Gothen befrienten Italien ge
fchrieben/ die Forme ſeines feines Werde \
genommen / mie der des; Horseri Ilias ihm
zur Nachfolge vorgeſetzet. Es iſt traun
eine weit beſſere Einrichtung des Wercks /
und richtiger in allen Stuͤcken eines Loe⸗
matis, als der andern! Sjtaliäner:: Der
ſcharffe Genfor Rapinus weiß nichts an
ihm zu tadeln / als daß er bißweilen meht
Brerligteit gebraucht / als die Ernſthafftig⸗
keit der Sachen erfodert. Er *
n 4a |
=
=
more 88
Vater gehabt Bernnardum Taſſum.von
welchem ErythrzusPinac. Il.p. 50. ſaget /
quod, omnes concinnitates ſententiarum,
omnes lepores omnes veneres Græco-
‚rum Latinorumq; poetarum Etrufcam in
‚poefin.transferre, conatus fuerit, Sei⸗
ner.gedencket auch Lilius Gyraldus in feis
nem Dialogo II. de Poßtis noftritemporis;z
woſelbſt vielandere ſonſten Unbefannte
erwäbnet werden / die in Itallaͤniſcher
Sprache etivag gefchrieben und deren
viel nicht ans Licht gekommen. Iſt aljo
kein Wunder / daß unter ſoiches Vaters
Auffziehung / ein ſo vollfommenes Mu⸗
ſſter gebildet iſt Joh, Baptiſta Manio, Mar-
chio Villenſis, welchein Torquatus T af-
ſus fein Geſpraͤche von der Sreundfchafft
ne
J
_
J J
J
u u
zugeſchrieben den. Joannes Miltonus in
«feinen: Poematibus Juvenilibus p. 74. mit
‚einem feinen: Bateinifchen: Carmine bechr
ret / bat des Torquati Taſſi Reben weite
laͤufftig beſchrieben / wor innen viel fon»
derliche Dinge ſind. Unter andern iſt
nicht vorbey zu gehen / welches auch
huanus in dem iiʒ. Buche feiner. Aıfto-
‚ria,erzeblet/ Daß in feiner Jugend ihn ei⸗
aferen befallen / welche hernach zu ge
ad —
184 Das I. Cap Von ver Italiänet
wiſſen Zeiten wiederfommen / dadurd)
ibm nicht Das Gemuͤhte werrücen/ fon
dern vielmehr fo gefaubert worden / daß
er / nach foichen Uberfall / die herrlichſten /
tieffſinnigſten / unvergleichlichſten Car-
mina geſchrieben. Gleich als wann er
durch eine Goͤttliche Regung waͤre ge⸗
ruͤhret worden. Bon dergleichen Exem⸗
pein werde ich einmahl mit mehren in
meiner Differtätione deEnthufiafmoPo8- |
tieo handeln. Sein Glück ift feinem Gei⸗
ſte nicht gleich gewefen / dann er ein hoͤ⸗
berg verdient. Aber dieß ft insgemein
groſſer Männer Eigenfchafft /dag fie
bey ihrem Leben nicht nach | ihrem Ver⸗
dienfte —— ‘werden. Erythræus
Pinacoth. II.p 74. will nichts von feinem
Lobe ſagen / weil er nicht gnug ſagen
kan. Sein herrlicher Verſtand leuchtet
hieraus hervor / daß er in dem ſiebenze⸗
henden Jahre feines Alter Theologie,
Jurisprudentia@ und Philofophief'Do&tor
geworden / weiche Dinge er aber alle
bernach verlaſſen hat / und ſich auff die
Doeterey allein begeben. Es iſt keine
Ni fein Werck überfe
bet. Dietrich von denn Werder har «8
—
Teutſch
———
PN — De *
BR 111272 Ro ı 7,
Teutſch gemacht / aber es iſt allesgezwuns
gen /und hat feine ſonderliche Art. Es
hat dennoch dern Hn Buchnero feine
Arbeit einige Vergnügung gegeben/wie
aus ſeinem andern Brieferden er anden
Opitz geſchrieben / erbellet: De Poefi
ſpricht er / tta ego fententio;illuftremipror-
ſus atq; exinuam eſſe, & paria poſſe facere
eum EpicaGræcoruml atinorumq;, quo-
rum ee cædit. "Translatio-
nem vero , muſtõ & operofiorem Hube-
rianã Bartafii,& meliorem’judico;;quan-
quam Italica nondum lienit' cum: noftris
conferre Er ſetzet aber nächgehends auch
ferner’ was er. an ihm tadelt. Des Tasſi
‘Gyerufalemme Conguiftata ; ein ander
Werck / hat nicht die Vollkommenheit
des erftete. » Deflen Amynta ift von’Me-
‚nagio mit einem Commentario außgts
müde. Seine Dven find voller Reben
und Feier) Diefer fo treftliche Mann
hat dennoch bey feinem Leben feine Nei⸗
der gehabt. Die Academiardella Crufca
hat in feinen‘ Poematibus' viel zu tadeln
‚gefunden / aber PahlasBenius hat es mit
den Aeademicis angenommen und inei⸗
nem abſonderlichen Buche den imn
Ni MS vers. .
—
wa
186 Das II. Cap. Mon der Italiaͤner |
‚verthädiget. Ja er iſt fo weit gegangen/
daß er Taflı Poema desHomeriund Vir-
silu ihren vorgezogen / und viel Oerter
aus ihm angefuͤhret / dadurch «er ſolches
‚behaupten wollen. Worinen er nach ſei⸗
ner Weife verfahren / denn er: ohne dem
‚den alten Auroribus aufffägigen/ ale bil:
lich iſt / und fein Urtheil begreift. Iteer |
denn des Livii Hiſtorien ſehr veraͤchtlich
gehandelt / und ihn / der Doch der vor
nehmbſte nach aller gelehrter Leute Ur⸗
theu iſt / aus der Zahl der guten Hiſto⸗
rienſchreiber auß ſchlieſſen wolſen. Bel
montes Cagnolus hat durch fein doema,
das verſtoͤrte Aquileia, des. haſſi feinen
Ruhm verkleinern wollen / ſeinen aber da’
Durch vernichtet / ob zwar das Poema an
ſich nicht zu verachten: PaulusGuidottus
. »Burghefius hat des Tuorquati Taſſi erloͤ⸗
ſtem Jeruſalem ein anders / nehmblich /
Das verlörte Jeruſalem / entgegen geſe⸗
tzet / in eben ſo viel Geſaͤngen und Ver⸗
fen. Bon: welchen beyden Krythræus n
‚feiner erſten Pinacotheca zu leſen. Es hat
aus Cardanus von den Lateiniſchen und
:Staliänifchen Poeten fein Urrheilgefället/
— in tom. X; Paralipomilib,ı7,C» .
a8 *
ee | —
en $y 3.08 2 MR —
MPeeterey © 185
au finden. Mambrunus in feiner Diſſer⸗
tatıone Peripatetica de Epico Carmine -
‚hat an dem Taflo und Ariofto zu tadeln/
daß fie die Unitatem Adtionis, welche in
foldyem Poemate infonderheit erforderk .
wird /nichein acht nehmen. Beym Tor-
‚quato find zu viel Epifodia;worinnen er
8* zu weitlaͤufftig auffhalte. Die Außs
theilung und Einrichtung des er[öferen
Jeruſalems / wie fie an fich ſebſt ift und
ſeyn fol/ wird ohne Nahınen und Epifo-
diis nebft Homeri und Virgilii ihren vor⸗
geſtellet in feinem Buche vart. 2. quzit.r.
Aber es iſt allen Dingen leicher zu rich⸗
ten’ als ſelbſt etwas ins Werck zuſetzen.
Solche kleine Fehlerswelchedie Academie
della Cruſca auch groß gemacht/ werden
leicht durch die andern Vortreffligkeiten
uͤberwogen / und faͤllt mir alihier desHo-
ratii Spruch bey/ Ubi pluranitent in car
Mine, non ego.paucis 'Offendor macu.
is, Seym Ariofto aber find viel meht
Mängelzu finden; welcher ſich allzufehe
in feinen Epifodiis vertiefft/und mit weit⸗
fhtveiffenden Romain-Einfällen alleg ers
füllet. Iſt aiſo Sangenefius ein unbilliger
Rcchter / wenn er in feinen Satyris de —
1137 oO
J777
138 Dasıl. Cap Von der taliäner.
— G r ßC —
naffolib. 2... cap. 2. ſchreibet / daß ſetzo
auff den Italiaͤniſchen barnaſſo der Tor ·
quatus Taſſus regiere numero megis,
quam virtute ſequentium ſuperior. Gua-
rinus hat in den Hirtenſpielen ein voll
kommenes Muſter hervor gebracht.
Darinne meinen die Italtaͤner / daß ſie
es allen Griechen und Lateinern zuvor
thun. Deffen Paftor Fido iſt ſo beruhmbt /
und in fo viel Sprachen überfegt / daß
er niemand unbekannt feymifan. : Aud)
neulicher Zeit / it er von dem vortrefilb
chen. Ebriftian Hoffmann in Teutſche
Verſe überfegt /faft mit geöferer Zier⸗
ligfeit/ ale er gefchrieben / dann er die
Reime hinzu: gethban /undalfo vielmehr
Wercks in der Uberfegung gefunden/ald
der Autor in der Erfindung / der ſich an
feine Reimegebunden. Dieſes Hirten⸗
fpiel/ oder / wie eg der Autor felbft nen-
net/- Tragi-Comedia, ift von unter⸗
ſchiedlichen angegriffen worden’ und find
deßhalben Bücher auft beeden Seiten
geſchrieben worden / wovon die Nach⸗
richt zu finden: in des Herrn Vincent
Placii Buche de Anonymis.detedtis cap-
|
|
\ 125.5.528, Sonften ſcheinet wohl / daß ſei⸗
6 4 Hirten 3
J 189
Hirten die erieinführer / mehr Zierligkeit
haben’ als ihnen Standes halber zu kom⸗
men kan / und der Anftand erfordert.
Seine Sonnete und andere Carmina
verdienen gleichfalls ihr Lob / ob gleich‘
einige fie geringe halten. 1. B. Marmus,
ein Neapolitaner , der viel feiner Landes⸗
leute / die in der Poeß beruͤhmbt geweſen /
gehabt / wird in dieſer ſanfften Poeterey
gleichfalls Hochgehalten. ' Lor. Craſſ. E
log. d’huominilitterati part. 1.p. 212. lege
ihm diefen Lobſpruch bey.I! Neapolitano
Ovidio , digno folamente dell’aurea pen-
na dell’ immortal'fenice. Non fu inge?’
gno nelle feconditä de’ verſi piũ dilui do“
tato della Natura, dolce nello ftile, chia-
ro nell'efprefliva Jacuto ne’penfieri, e wi⸗
rabile nella varieta de'componimenti &c.
Er vergleicht ihn mit Märtiali, Petrönid;
und der Griechen Anacreonte, infonder;
heit aber dein Ovidio, deffen Seele gleich⸗
am durch eine bythagoriſche Verivech⸗
ſelung in ihn gefahren. Sein Water hat
Ihn in feiner Jugend den echten gewied⸗
mMet / darzu er fi) / eben wie der Ovidi-
us, durchauß nicht bequemen wollen. Ob
gleich viel in Lyrico genere geſchrie⸗
" ben/
“ |
%
©
199 Das II Cap. Don der Staliäner
ben/ fo hat erdoch fein meiſtes Lob durch
feinen Adonis verdienet. Weil er aber
bißmweilen etwas unfauber und geilinfei-
nen Reden / ſo iſt es zu leſen verboten
worden. Diß Buch haben F. Thoma
ſo Stigliani und Angelicus Aproſius du
Ventiniglia angegrieffen. Nicolaus Vil-
lanus, und Hieronymus Aleander, ein ge⸗
lehrter trefflicher Mann / haben es vers
thaͤdiget. Beſiehe Krythræum binac. I. ꝑ.
46. und p. 189. Leonem Allatium in Api-
büsurbanis , und. Vincentium Placcium
in Pfeudonymis. p. io3. Cafpar Murtula,
wie er am Saphoifchen Hofe / da er vor⸗
bin feiner Poefie halber, angenehm gewe⸗
fen /durch Den Marinum herunter geſetzt /
bat: denſelben er ſchieſſen wollen / wie Ery-
thr. Pinac.I.p. 33. bezeugt: Es iſt ſonſt
dieſer Marinus von denen / welche ihrem
Geiſte und Erfindungen die ‚Zügel gar
zu frey ſchieſſen laſſen / und in einem
Dinge zu zieren unauffhoͤrlich und um
endlich find, worinnen doch gewiſſe Maß
muß gehalten werden / wenn den Lehr⸗
fägen diefer Kunſt ein Genuͤgen geſchehen
foll, Es vermeinet zwar Paganinus Gau-
tius- in feiner Oratione Apalogenea
En e pro
n Pic
2.4
c)
J —
aa > Hpoeteren. un?) 1a
pro Mariniana Poeli , welche in feinem:
Inftar Academic. p- 95. zu. finden/ man
hatte nicht. vonnoͤthen / fo gar ſich an
des Ariftotelis Rehrfäge zu halten.’ und
fönne feiner ‚ etwas ſonderliches und.
ruͤhmbliches fihreiben / / wann er ſich ſo
knechtiſch hieran binden wolle. Aber eg
iſt fein Urthel nicht groß. zu achten / als
welcher in feiner Schreibartiwenig Kunſt
und Fleiß erweiſet / und von feinen dan⸗
desleüten deßhalben verachtet wird. ft
deroivegen dem Marino mit feiner Ver⸗
thädigung nicht fonderlicy gedienet Ga-.
briel Chiabrera,, hat in. Italiaͤniſcher
Sprache Dden gefchrieben/ welcher die
Pindaritche hohe Art nach zu machen ihm,
vorgenomen/ un find etliche/tvelche etz,
nen / er habe feine Zweg völlig erbalten.:
Andere bergegen find.indiefer Meinungs
siehe dieſe Schreibart.der Jtaliänis
ſchen Sprache gar nicht an/ als melde
roiche ſchwuͤlſtige Compofita nicht wohl
vertragen Fönne. Girolamo Preti, Fulvio
Tefti und viel Andere / die nicht auhler
zunennen / verdienen ein gutes Lob/ wei⸗
De kurtze finnreiche Sofiete,/ Oden und
Carmina geſchrieben / aber fie Men
J | un
7
5703 5 74
feardus ſelbſt ein ereftlicher Poet / iſt mit
den meiſten Italiaͤniſchen Poeten ni
19 Das I. Cap. Von der Staliäner
— — — —
ſich allzuſehr /umd verlieren offt den gur |
sen Auftand/ indem fie ſcharffſinnig und,
zierlich ſchreiben wollen. Auguftinus Ma,
ww
zu frteden/ uno ift fein Urtbeilvon diefem |
- zulefen in feinen Profe VulgariDifcortl.g.
worinnen er über ein Poema vom Comer
ten urtheilet / Sono alicuni poeti Tofcani
(fagte'er)fi ternerari, che fu l’ali de lor
capriccio, tantö intrepidamente trafcotro-
no Varia d’ una profontuofa licenza, ( he
tüittö il rimanehte del.mondo difpreggia-
no, enon curand punto'ilmaturo Alles
ciö.de’ favi; e poi fi leggono ne cartoe⸗
ciinfelici de que’barbari ciurtnatori ‚figu —
re & hiperbolifigelate, chi apunto hip er-
” .
böree polfon hörkstfi,eiate fötto INCH \
clima dell’ orfe. Es wäre eine gute Mi
beit/ wenn jemand aller Itallaniſchen
Poeten Leben und Wercke außführiih,
befchreiben wollte/ denn esfind ihrer ſehr
viel/ und übertreffen fie an Geiſt die
Frantzofen / als weiche ihnen gern in iD»
ren Raftern nachfolgen/ ſolche kommen
‚ung felten zum Borfchein / und find die
Italianer nicht ſo fleißig die Sachen J
J J
—2
5·. u ie (Je
ir Poeterey. 193
U, ———
rer Landsleute auffzuzeichnen / wie die
Frantzoſen. Von denen jetzo lebenden
Italloͤniſchen Poeten / giebt ung die naͤ⸗
heſte Nachricht der Gregorio Leti in ſei⸗
nem ltalia regnante parts.& 4. worinnen
viel merckwuͤrdiges von denſelben enthal⸗
|
ten, Ihre Sprache haben fie dennoch
beſſer außgeuͤbt / als die Frantzoſen / und
viel Fleiß an deren Grammauſche Rich⸗
tigkeit gewand. Das Vocabularium del-
la Cruſca fan deflen Zeuge fenn / welches
Chimentellus in feinem Buche de Hono-
re Bifellii cap. 29. ingentem Etrufcarum
literarum thefaurum nicht unbillig nen.
net / dergleichen Franckreich nicht vor»
zumeifen hat. Zu geſchweigen anderer
Bücher / die der Tofcanıfhen Sprache
Spruͤchwoͤrter “ınd dergleichen fchöne
Anmerdungen vorftellen.
ae Das III.Cap.
Bon der Spanier Poeterey.
— Innhalt. ne
BED aumG Sie Spanier nicht fo atückic
IP HS in der Pocteren find / als andere Natio⸗
nen. Sie haben eine gute Fähigkeit
hierzu, Sie wollen Die Romaines FeTan
n en
194 Das III. Cap Von der Spanier
den haben. Die ſie doch von den ——— er⸗
lernet. Barthius meinet / die Franßoſen haben ab
le ihre zierlichſten Sachen von den. Spank
ern. Thomas Spraat, ein Engeländer/ wirft
folches auch den Srangofen vor. Man hut ihnen
aberunrecht. Die Spanif.sen Poewata find
mit Romainifchen Schwermereyen angefuͤllet.
Diego Ximenes, Quevedo, Gongora. Diefen
feßten lobet Nico'aus Antoniusfehr, Camans,
ein Potugieſiſcher Poete / Michael de Siiveira,
ein Portugieſe hat ein Heroicum Poema , Eh
Macabeo , geichrieden. Won welchen Torquatus
Taffus ein Mufter nehmen wollen. Cervantes $a-
tyrifche Romain Don Quixot. Barth. Leonard,
Argenfole Oden. Lope de Vegahat 1800, 6%
modien gefihrieben. Seine fonderliche Sertigket
Pas anihm zutadeln. Juan Velalquez de A-
zevedo hat von den Tragasdıen DeIDEIFDEN Gar-
fias Laſo dela Vega, Älphonfus de Ledesma
hat in geiftiichen Sachen viel gefchrieben. SI
mit dem Beynahmen Divinus geehret. Nicolaı
Antonii un Campanellz auffrichtige Bekaͤntnis
võ der Spanier Poeterey. Der Spaniſchen Spra⸗
che Urſprung von Bernardo Aldrete beſchrieben.
. Barthtı Meinung / daß die Spanifche Sprache
der Sateinifchen die gleichfte fey. Wird widerlegt.
Ch wende mich zu den Spanier
einem Volcke/ deſſen Ernftbafl
ee igfeit/ kaum der Poetiſchen Zier⸗
ligkeit faͤhig zu ſeyn / ſcheinen folte. rar
*
—
PR; Poetereh⸗ 12
wir finden doch gleichwohl ben ihnen ei
Trieb / der fie hoch genug führen kan / ſo
ſie nur folgen wollen / dadurch ſie auch⸗
andere uͤberſteigen koͤnnen / wenn ſie ſol⸗
ches mit Ernft ihnen vor ſetzen. Weil die
algemeine Landesart von der Natur
nicht dahin gefuͤhret wird / als wird nicht
gar viel Fleiß dar auff gewandt / und die
bey den ingenüs ſich indende Zuneigung
un dem erſten Beginnen gehemmet/ als
welche durch die Wielheit der Exempel /
und Hochachtung ſolcher Wiſſenſchafft
nicht gereitzet und geleitet wird / wie bey
andern Voͤlckern. Nur / wenn ſich die Na⸗
tur ſelbſt hervor thut / fo hat man die
herrlichſten Poeten auch bey ihnen geſe⸗
hen. Man Fan dieſen Trieb m den als
ten Lateiniſchen aus Spanien bürtigen
Poeten /als/dem Seneca Tragico. Luca-
no und Martialifehen. Denn’ ob man fie
gleich beihuldiget / daß fie ein frembdes
Weſen in die Latemiſche Sprache ges
bracht, ſo iſt doch ein groffer Poetifcher
Geiſt im ihren Schriftten verborgenyder
es den Römern ſelhſt zuvor thůt / als
des Senecain Tragodien / welche fen, Ro⸗
mer ſo hoch gebracht / des Martie)isinE-
N N2 pigram-
EEE ER |
196 Das II. Cap. Don der Spanier
pigrammatib⸗ deren Scharffſinnigteit
unvergleichlich und welchen / alle andere
in dieſem Stuͤcke nachgeben muͤſſen Site
ſind etwas ſpaͤte zu der beutizen Poete⸗
ren gekommen Nur haben fie ſich vor⸗
bin mit ihren Romainen / und einigen ar’
meinen Moren ⸗Liedern ver gnuͤget. Den/
die Romairen wollen fie gar erſunden
baben/ weiches Nicolaus Antonius. M
der Vorrede jeiner Bibliothecæ H:frani-
c»,bebaupıenwilt/ darben erwähnend/
daß dem Ferdinando Haulo, emem
Marggrafen von Piffarien , durch das
fefen diefer Bücher ein folder Muth ge
machten daß er dadurd in den Schladhs
ten ungläubliche Thaten verrichten. A⸗
ber es ift auffer Streit/daß / diefe Art zu
Romanciren von den Provencal Poeten
in Srandreich / nad Spanien und Ita
fien gekonmen fen / weiche fie vor andern
Voͤlckern nachgemacht. Peer. Daniel
Huet, infeiner gelehrren differtation del
origine des Romans, fagt-!' Efpagne& I
Italie receurent denous un art. qui eftoit
le fruit de noftre ignorance, & qui avoit |
efte le iruit des Peifes, des Joniens,&des
Grecs, Woſelbſt viel ſchoͤnere Dingebier |
\ % 5
— rm ——— u | — (EG rn li En |
as > apgafepepäh "ar 197
von können nachgeiefen ‚werden: 7 Da
nun die Spanier ſpaͤte und noch unter
zweyhundert Jahren die Poeterey / umd
deren Zerligkeit angenommen / und ſie
ter srangofen und Italiaͤnern abgeler⸗
ner / ſowundert mich ſehr / daß Barthius,
inder Vorrede feiner Latemiſchen Ur
berfegumg der Celeftitia,fagen mag/ Si,
quæ in caterisGallicapracipuedeledtan-
tia fimul & utilia talia ſcripta prodeant.
pleraque vel inventionibus Hıfpanorum,
vel ılluftrationibus deberi. Es hat audy
ein Engelländer/Thomas Spraat. welcher
Anmercungenüber des Sorbiers Engli⸗
ſche Reife gefchriebenyp.zrz den Frantzoſen
bengemeflen / daß ihre beffen Comcedien
und Tragœdien fie aus den Spanifchen
genommen. Melches doch diefer finnrei-
chen Nation nicht mit Fug Fan nachgere
der werden / als die deſſen Proben ge:
nug an den Zaggeleger har. Aber man
muß dein Thomas Spraar etwag zu gute
halten / deflen Nation von dem Sorbier,
in ſeiner Englifchen Reiſebeſchreibung /
etwas zu nahe getreten war / und deren
Ehre eraltbier verfechten wollen Zu den
Spaniern wieder zu komen ſo iſt gewiß /
A u; daß
Eee u u a 3 4 13 0 Nr u a a a
X
98, Das II. Cap. Bot Der Epaniet
daß ihre Gemuͤthsregung / alles was
fie vornehmen / zur hoͤchſten Vollkommen⸗
heit brmgen laͤſt / aus Urſachen / welche
Erythræus Pinacoth. II.p.i63. gar wohl
und weitlaͤufftig angefähret. Es iſt aber
ihr Zrieb zu der Tichterey mit vielen
feigamen Romainfchen Gedancken / als
wie mit einer Kranckheit / eingenommen /
welche ſie in allen ihren Vornehmen be⸗
gleitet. Ihre Ritter / die fie einfuͤhren /
muſſen nohtwendig Liebhaber ſeyn. Ih⸗
re. Heroiſchen Poemata, ihre Tragasdıen/,
find mehrentheils mit folchen Zhorbeis
ten verderber. Sie ergiefjen ſich in weit⸗
Läufttige Digrefliones: , wie Diego Xime-
nes in der Eroberung von Valencia. Sie
ergögen fich in ihren Einfaͤllen / und hans:
gen ihnennach / wollen Dinge mit weiß
geholten Zier athen mehr und mehr auße
putzen. Wie folches Queve do in feinem:
Wercke vondenneun Mufen /undGon-
gora in feinem Romancen,gethan. Die:
fen hält Nicolaus. Antonius fehr hoch / defe:
jen Werck eenennet / pofterıssadmiran-:
dum potius, quam imitandum. Er ſagt |
ferner / Dlum ‚fi genius accinxiffet. ade-)
picum fabricandum po&ma , hoch —*
FR ella ·
—
21
— — — } >. - — |— - | ı
Yihit Morten: 129
Helladi./Homerum, nec Rome Virgili-
um , nec ktaltie Torgquatum invideremus.
Camoens, ein Heroifcher Poete aus
Portugal / gebraucht fich einer ſchwuͤl⸗
ſtigen auffgeblaſenen Art zu ſchreiben in
feinem Poemate von Indiens Erobe
rung. . Nicolaus Antonius gedencket eis
nes Portugiefen/ Michaelis de Silveira,
welcher in feinem zwey und zwantzigſten
Sjahr ein Poema Heroicum, El Macabæo,
geſchrieben / von Auffbauung des Juͤdi⸗
ſchen Tempels / welches ser ſaget dem
Torquato Taflo ſo gefallen habe / daß er
ſolches zur materie eines Poematis erweh⸗
len wollen / hat aber hernach die Hiſto-
riam vom Gothofredo demſelbigen vor⸗
gezogen. Von dieſem / weil es wenigen
bekannt iſt Fan man nicht urtbeilen. In
ihren Hirten⸗Liedern ift nichts fonderlich
zartes zu finden. Die arsigfte Satyre, Die
jemahls gemacht werden fan ift des
Cervantes , eine Secretariiben dein Duc
d’ Alba, welche Dom Quixot genennt
wird. Die Urſache / die ihn / ſolche zu
ſchreiben / veranlaſſet / erzehlet Rapin.
Reflexion. poet.28. part.2. Er war bey
den Ducde Lerma,pornehmßenStaates
rl N + bediens
*
na inſonder heit hochgehalten. In dein
laͤ herlichen zu unterſcheiden / haben die
200 Das III Cap. Bon der Spanier
bedienten des Philippi IH. welcher: feine
elehrre Leute geachtet / in Ungnaden ge
omınen.Alshater / umb ſich zurächen/
dieſe Satyriſche Romain verfertiger/ mo
durch er den Romainfcyen Geiſt der
Spaniſchen Randart fo durchgezogen /
dag nichts zierlichers fan erdacht wer⸗
den. In Odis giebt Nic. Antonius den
Preiß einem Barcholomzo Leonardo Ar-
genfole, den er den Spaniſchen Horati-
um nennet / welchen die Königin Ebrifli
Spanier eine fonderliche Art / und find
ihre Comasdien voll von fonderlicher Er
findung. Hierinnen hat ben ihnen den
Preiß gehabt Lope de Vega, von mel
chem Rapinus fagt/ daß er 300. Come-
dien gefchrieben. Aber er. irrer weit / dei
es hat Nicolaus Antonius angemerdt/
daß er taufend achthundert gefchrieben.
Es find XXV. Tomi davon gedruckt/a
ber es ifteine gröffere Anzahl gefchrieben/
welche Nicolaus Antonius mit groffem
Fleiß erzehler hat. Esift aber ken Wun⸗
der /daß er fo viel gefchrieben. Denn/
us
| weil er Feiner Reime ſich gebraucht 9
— — — J —
nn 2
Moe a 22
bat er viel eher damit fertig werden koͤn⸗
nen. Zudem iſt fein Teixb von Jugend
auff ungläublich gewefen. Er hat in ſei⸗
ner Kindheit andern Knaben Verſe in die
Feder geſagt / daer die Buchſtaben noch
nicht recht bilden koͤnnen Er ſchreibt ſelbſt
von ſich / daß er / die gantze Zeit ſeines
Lebens durch / an jedem Tage funff Bo⸗
gen Papier voll geſchrieben / welches /
wenn es zuſammen gerechnet wird / viel
mehr außtraͤgt. Bey ſo vielfaͤltiger Ar⸗
beit war es nicht moͤglich / alles nach der
Richtſchnur zu ſtellen Denn es ja nicht
anders fenn fan / nach. dem gemeinen
Sprichivorte/ Canis feftinans cœcos pa-
rit catulos. Er bat ſich an feine Regeln
der KRunft gebunden / fondern feine Fe⸗
‚der lauften laffen / wohin ſie die Gedan⸗
‚en geführet. Ben ihmmachte die Vni-
tas Adtionis, probabilitas, und andere
Dinge Feine grofle Sorge. Diefes fand
fih gar felber / und die Gabe feiner ſinn⸗
reichen Einfälle machte alles angenehm.
Es ift aber billich zw verwundern/ daß.
dennoch / bey ſolcher Menge und taͤglicher
Bemuͤhung / ſie nicht ermattet / und ih⸗
ren Preiß behalten / welchen blos des
War n5 Auto-
262 Das. Cap. Wonder Epanier
Autoris Nahme ihr geben koͤnnte. Gleich:
wohl ſind bey den Spaniern einige gewe⸗
fen. Die die Kunſt der Dramatiſchen Poe-
fie nd der Tragadie aus demAriftotele
vorgeſteüiet. In Spanifher Sprache
t folches gethan Joannes'Valefque de
zevedo,in feiner Idea de la Tragediei
Es. wird von dem Nicolao Antonio auch
Garſias Laſo ide la Vega des KönigsFer-
dinandi Math Z md Legatus an den
abſt / gelobet/ weicher aus den Rateinis
ſchen und Staliänifchen Carminıbus, vie
er fleißig geleſen / die befte Art zu poetiſi⸗
ren angenommen / auch einige Gleichfoͤ⸗
migkeit der Italiaͤniſchen Reimgebaͤnde
der Spaniſchen Sprache einverleibet:
Deſſen Werde find mit des vornehmen
Philologi, Francifei Sanctii Anmerckun⸗
gen zu Salmantica, im 1ıs74ten Jahr her⸗
sußgegeben/ welcher gewieſen / mo der
Autor denen alten Poeten in ſeinem Wer⸗
che gefolget / und ihnen die — 5——
abgeborget. In Geiſtlichen Sachen lobt
er demn Alphonſum de Ledeſma, welcher
in kurtzen Spaniſchen Verſen und Epi-
Zramngatibus dieſelben vorgeſtellet / und
den Zunahmen des Divini bey ihnen er»
ou wor⸗
4
orte 8E) Poetere —4 225
worben. . Metaphoricis. inyentionibus ,
fagter / genio quodam fingularique feli-,
citate-maneipavit animum, docilis ubiq;
& accinetus , quodcunque argumentum-
per verba non unius ignificationis, quo
genere Hifpanus fermo plurimum viget
‚Homonyma Graca dieunt ) acute ‚ac,
uaviter.difcribere.. Seine Schrifften
find / Conceptos Eſpirituales, amas
y Geroglyficos, al Vida de Chrifto &c,
Es find viel andere / ung zum Theil un;
bekannte / die ſchwerlich auſſer hald Lan⸗
des kommen. Der offt gemeldete Meo⸗
laus Antonius, hat in feiner / mit unver⸗
gleichlichem Fleiſſe geſchriebenen / Biblio-
theca Hifpanıca vieie geſetzet / und gelo⸗
bet / bey welchem ſie koͤnnen nachgeſehen
werden. Dieſer geſtehet gerne / daß es
feinen Landesleuten an derrechten Kunſt⸗
richtigkeit gefehlet. Denn / ſo ſagt er in
der Vorrede / Poetica facultas ſingularis
eſt noſtræ genti, & fi junxiſſent vulgò
noſtri artem eruditionemque (ut exteri
conſuevere) locupletiſſimæ inventionum
natur, induſtriamque non in pangendo
adhibuiſſent, ac dedolando tantum car-.
mine, fed in.eo adveterum imitationem,
en LTE tam
204. Das II, Cap Von der @paner
tam Grci, quam latim iermonis;vatum
confirmando , dodtrinaque multiplici, ut
dodtum non minus fit, quam elegans,
imbuendo, poffideremus plane, ante alias
omnes genres, Muſarum principatum.
Diefes auffrichtige Bekaͤntnis ift zu los
ben/ denn / es pflegen insgeinein foiche
Autores an der malerdouavie Frank zu
ſeyn. Aber diefer barnichr zuviel geſagt /
und wuͤrde dieſe Nation gewißlich ande⸗
re. uͤbertreſſen / wenn fie mir Fieiß das
Werd triebe / und gröffere Anreigung
fünde. Dergleichen Urtheil fället auch
Campanella, lib. de recta ratione ftudior.
artic,2. Da er feiner Landsleute Fehler
nicht verbelet. Hıfpani Poetæ, quales Er-
zılla, & qui Columbeidem fcripfit,adhi*
ftoriam magis accedunt ‚fed minus bene
fitiones inferunt, quas etiam plerunque
ab Italismutuantur. Sane Garcilaflus Pe-
verò Comesdias fingitinmaterianon Co-·
‘ mica,fed moribus Hifpanicis fatis con-
venientes. Die Spanifhe Sprache iſt/
meines wiſſens / mit folher Sorafäl-
figfeit nicht außgeuͤbt / wie die andern.
Ihre Origines hat aldrete in einem *
Der. lehr⸗
trarchæ lyram feliciter æmulatur. Lopes
Yale Poeterey. 205
lehrten Buche / del Origen y principiode
— beſchrieben / welches
Ferdmandus de Cordua, ın Didtcalıa
multiplici, cap. 44. nicht ohn Ur ſache 10»
bet: . Was font Barthius fihreibet Ad-
verfar.lib. 47. cap. 13, nullum idiotifmum
Romano propioremefle, und/ daß fie
deßhalben nicht unbillich ihre Sprache die
Roͤmiſche nennen / daß er auylib. 41.
cap.ı7. Die Gleichheit eriweifen will iſt nur
bloß / von feiner fonderlichen Zuneigung
zu Diefer Nation , hergefloflen welche er
anderen weit vorziebet. Denn die Uefa
che / daß ben der nach ſtehenden Lateini⸗
ſchen Sprache / Spanien von frembden
Voͤlckern eingenom̃en / bey deren Abgang
in Welſchland und Franckreich erſt die
frembden Voͤlcker gekommen / foll eher
das Gegentheil darthun. Denn ſe eber
‚eine Sprache durch frembder Voͤlcker
Vermiſchung verfaͤlſchet wird / jelänger
iſt fie ja der Veränderung unterworffen.
Man hat ja in der Spanifchen Spraͤche
fo viel Mohrenlaͤndiſche⸗ Arabifche/
Gothiſche / Vandaliſche Wörter / dadurch
das Lateiniſche gar verdunckelt. Zudem
zeugen Die Exempel / die Barchius'hb, sr,
Cap. ı7.
EEE EN TOR RE TARA —
1
os Das IV. Cap: Von der Engellaͤnder
‚cap, 17. anführet, gar das‘ Wieder ſplel
eSpanicr ſagen Hermofo, hazer ‚ha,
'blar, havo &c. Die Lateiner formofus,
facere, fahulari , favus. Die Traliäner ha
ben jadiefeiben Wörter behalten / ſo ift Ja
ihre Sprache auch aus diefen Erempeln/
und durchgehende der Lateiniſchen viel
naher. | SR
nn DR TV.Cap.
Bon der Engelländer
“er | Poeteren 1 ’ rn ”
Innhalt.
X RNgellaͤnder Eommen den Teutſchen naht
Alte Britannifche Poeten, Angela he
reine Teutſche Sprache. Jetzige Engliſche
> Sprache wird von ihren Landsleuten
hochgehalten. Der Grund iſt Teutſch. EIm uͤbri⸗
iſt fie fehr vermifcht. Groſſe Freyheit Der
Engellander in Erfindung der Wörter, Der U⸗
J—— deg Rapini, verachtet alle Spra en/
und alle ihre Poͤeten / gegen die Englifche. Sein
ungefchlieffenes Urtheil von der Teurfchen Camb-
‚deni Remains , darinnen von der Engliſchen
Sprache. Ihre Poeteren iſt ziemlich dunckel und
eben, voll von weirgehulten Meraphoris.
| —
Leterey ñ
Der König Alfredus und Aldhelmus die erſten
Angelfachfifchen Poeten Aldhelmus bringt Die
dritten Durch feine Lieder zur Gottesfurcht und
Tugend. Alfredi überbliebene tragmenta. Ro-
maın von der Roſe ift eine Seanköftfche /und
feine Engliſche Erfindung. Suil aume de Lorris
hat fie erſt angefangen Jean Clopinelde Meun
vollführet, Alte Chymifche Poeten bep den En»
gellaͤndern / die Elias Ashmol verfamblet. Umer
dieſen iſt auch Seolfry Chaucer, welcher der erfte
unter jetzigen Poeten iſt. Sencer wird dem Ario-
ſto gleich he VVilliam d’ Avenant, Abra-
ham Covvley hat ſchoͤne Lateinifche und Engli⸗
(ee Carmina gefchrieben. Wird von feinen
andsleuten dem Virgilie und Horatio gleich ger
ſchaͤtzt andern vorgezogen. Deren Meinung
wird wiederlegt. Seine in Englifcher as ge⸗
ſchriebene Davideis wird des T. Taffı Wercfe
vorgezogen. Seine Pindarifchen Open, Sehler
in den Metaphoris. John Donne ein trefflicher
Poet, Jacob Catz, Barlzus haben ihm eine *
dung abgeſehen. Conſtantin Huigens hat einige
Carmina ing Niederlaͤndiſche uͤberſetzt. Cleve-
land. VValler. Georg Herbert geiftliche Sven.
Baconis Verulamii in Berfe überfekte Palmen
Davids, Engelländer toollen in Dramatica Poefi
allein den Preiß haben. John Dryden of the
Dramatic Poelie. Teutſche und Niederländer
Werden von den Engelländern verachte, Der
Autor verheißt eine Diflertation de meritis
Germanerum inLiteras. Des Rapini Befcheis
I den⸗
———
Aachen ee a ae a TE
208__Das IV. Cap Nonder Enaelländer
denheit in feiner Critiq, Shekefpeare ‚Fletcher,
Beaumont, Ben, Johnion, Deffen Lob, Johan-
nis’ MiltoniPoemata. Sein Poema Hercicum,
The Paradis loft,: Allgemeines Urtheil-von den
Engelfändern. EN SORlä
N Ron den Spaniern komme ich auff
die Engelländer / welche allgemach
IE Den Teutſchen etwas näher kom⸗
men. Denn / welche heutiges Tages von
alten Verſen noch übrig find / / kommen
von den Anglo-Saxonibus her / Die Zeut:
ſchen Urſprungs find / und ın Engeland
fo wohl die alten Britannifchen / ale die
Rateinifchen gänglich unter druͤcket. Von
den alten Brittanniſchen hat Boxhorni-
us: in feinen Originibus Gallicis gehan⸗
delt / in welcher die alten Druides und
hernach die Bardi one zmeiffel einige Car-
mina oder Rieder gemacht / aber fie find
unfergangen. Chaucer ein alter Engli⸗
ſcher Poete bezeuget dieſes in folgenden
Derfen/ | >
E The old gentle Brittons in her dayes
ofdivers aventurs maden layes. :
RymedFirft in her Mother tongue
Whych layes ‚ vvith her Inftruments
they ſonge. |
| Die _
PR
—
pe ———
—— 292
gelſaͤchſiſche ik —* der Zei,
= “ ieh. als ‚die He Deu re
vermiſcht iſt Was nun ‚die,
— für. En oclanlanger/fi find
einige. —5 — fleißig genug das. Lob.
ihrer che außzubrei welche ſie
Mei ‚an — vorziehen. Morlaner na
ihrep Liebe, su,deim Daterlande etwas zu
gute halter muß... Sonſten iſt nicht zu
augnen / wen ſie e/ den Wörtern undder
Conttruttionnach/.Teutfch/ fie billic an
dem Lobe dieſer Sprache mit Theil Has
he/ jedennoch / dag fie ſich nicht unterneh⸗
me de, Mutter ‚vorzugreiften. Den
es iſt ben weiten die Neinlichkeit nicht. n
der Engeliſchen Sprache / Die in der
Teutſchen / „Die aus ſich ſelbſt beſtehet
Denn die Engellaͤnder nehmen unge⸗
ſcheut aus andern Sprachen / was fie
wollen und ihnen Dienet/ imd iſt / nach ih»
ven belleben / alles gut Engliſch Wo⸗
durch ſie bißweilen dieſen Voͤrtheil ha⸗
ben’ daß ſie ein. Ding kuͤrtzer und nach⸗
dencklicher geben Fönnen / infonderkeif
in, Carmine, Aber dieſes ift eine ſelbſt an⸗
gemaflete Freyheit / dder vielmehr Mer
PRAG melche atzu billigen } und
von
a un Fans. 765 © \ 000
210 Das IV. Cap: Bon der Engelländer _ |
von ihren eignen: dandoleuten welche
etwas verftändiger find / nicht gelober
wird. „Der jeniger'der des Rapini refle-
xions in die Englifche Sprache überfehel/
verachter die Spanifche Sprathe‘/ “ale
die blos nur zu Rodomontaden ſich [hl
de / und wie eine Paucke in der Mufic ſey
Die Italiaͤniſche iſt ihm nur bequem zu
Buürlesque , und 1ächerlichen Dingen /un
ifty wegen der Endungen/ Kindiſch. Die
Srangöfiche ift ihm eine Ruhmfprache/
die Teutſche grob und ungeſchickt/
- und noch nicht genug außgeubf / und zur
Dollenfommenheit der, Enalifchen ge⸗
bradjt. Die Englifche habe: diefe Gluͤckſe⸗
keit vor allen / daß fie zur heroifchen Poe“
fie bequem ſey. Iſt gar ein findifch und
närrifch Urtbeil. Denn nichr allein die
Spanifche/ Italiänifche und Sranköf
ſche Sprache nicht fo veraͤchtlich zu hab
ten / ſondern / was den Laut anlanget /
heſſer Engenichafft haben / als die Engli⸗
ſche Daß er vonder Teutſchen / dariñen
fo viel. herrliche Poemata geſchrieben / |
liederlich urtheilet / ift eineunverfehämbte
| Verwegenheit. Denn ich fehler verfichert
| bin/ dag er weder die Sprache VERS
| NOW -
8
En Mae m
a ⁊
Poetexeh. de SEX
nocheinige unferer Poeten gelefen. Alles/
mas — Teutſchen Sprache iſt / iſt ei⸗
nern Heroico Poemati bequemer / als ir⸗
gend ein andere / geſchweige als die en.
gelfche/die eine baſtard⸗teutſche iſt / auch
durch die Vermiſchung / und Weibiſche
pronuntiation ſo gar derdorben/ daß fie
ſchier nichts maͤnnliches an fich hat / was
aber gutes an ihr iſt / eintzig und allein
der Teutſchen / die ihre. Mutter iſt / zus
fehreibenmuß. Guilielmus Cambdenus,
welcher das herrliche Buch Antiguita-
tum Anglicarum, heraußgegeben / hat in
Engliſcher Sprache nachgehends einige
Romainsgefchrieben/ worinen er handelt
vondenen Dingen/ die er in vorigen Bu⸗
che außgelaffen. Diefer hat gleich im Ans
fange diefes Buchs eine Betrachtung von
der Mortreffligkeit der Englifchen Spra⸗
che / die aber ein anderer gefchrieben/und
er feinem Wercke einverleibet / woriñen
er alle Theile der ſelben durchgehet und
behaubten will / daß fie beſſer ſey / als die
andern. Ja die Vermiſchung ſelbſt legt
er zu ihrem Vortheil qus / und ſchlieſſet
endlich daß in der Engliſchen Sprache
die Seltenbeiten und Zierligfeiten aller
de Spra⸗
— — nn Den | ee ee — — u
!
J
J
ee 2 2
25_DaeV. Canon be gende
Sprachen / als ein Schag / verborgen)
Aund.in die divilös orbe Brirannos‘ gleich
ſahm vertheilet waͤren. Welchen Rhieto-
r.fhenoder poetiſchen Streich wir ihm
billich zu gute halten / der ſonſt alle alte
Philofophos und Poeten in derſelben zu
finden meinet. Er ſpricht / Will yon haue
Platoes vein?read Sir 7bo. Smith. the Jonicki
Sir Thomas Moore. Ciceroes? Afcham. Varros
Chaucer, Demofßhenes ? Sir John, cheek (vvho
inhis treatife to the Rebells hath compo-
fed all te figures of Rhetorik) Will you
read Yırgil? Tak the Earl öf Surrey 0
tullus? Shakejpeare and Barroves fragment
ovid? Daniel, Zucan? Spencer, Martial? SIE
John Davies aud others. Will you have
allinall for profe and verfe? takethemi-
racle of our age Sir Philipp Sidney. DAB mit
nun zu ihrer Woeteren kommen / fo bar
ben fie dieſes eigen’ daß ihrer viel ziemlich
verfrochen und tunckel / fo wohl in der Zur
ſammenſetzung der Wörter/ ale indem
Berſtande fetbft find. Denn / gleichwie /
als John Milton, in feiner Differtation of
Education angemerckt fie mehr mit ver⸗
ſchloſſenem Munde ſprechen / als andere
Moͤlcker / fo if ihre Rede auch gran
| ie
—
0 ee m .- — —⸗ —
Aria Poeterey. 5v 213
Sie belieben die Tieftfinnigfeit/ und in ib
ven Berfen haben fie faft allezeit Meta-
phyſiſche und weit umbſchweiffende Gon-
ceptus, worauff feine andere Nation leichte
lich dencken follte / und iwelche der. Sache
felbft alzu weit entlegen / / da man doc)
fich mehr nach dem durchgehenden Ver⸗
ftande / als nach der Schule richten muß/
die ſolchen dingen eine ungeftallte Sarbe
anftreichet. Hierinnen übergehen fie Die
Italiaͤner ſelbſt welche doch in Diefen
ſchlupffrigen Wegen offt ſtraucheln und
falten. Daß alſo billich ſolche ihre Re⸗
dens Artnicht unter. die dına=, ſondern
vielmehr unter die usriora zu ſetzen. Wo⸗
von: im dritten Theile ein mehres, fol ge»
handelt werden. Die älteften Carmina,
davon wir Nachricht finden bey den En-
gellaͤndern / find wohl dieſelben geweſen /
weiche der König Arltredus, welcher. En;
gelland von den Dänen erloͤſet / und in ei;
nen neuen wohleingerichteten Stand 9%
ſetzet / ſelbſt feinem Dolce zum beften ge-
' macht / und es dadurch zur Gottes—⸗
|
furchtund Tugend auffgemuntert. Joann.
Speelmannus in vitä Altredi Magni lib. 2.
n.38.& fegg. hat: viel-von des ‚Königs
\. ind 03 Poeſie
EBENE SA SEN EEE EEE: EN |
214 _Das IV. Cap Von der Engelländer
Poeſie: Maximus’illefuie, ſagt er / poſt
Alertum & Danis regnum, ejus inſtatra⸗
tor.& velut novus fundator:nam legibus
'omnia circumferipfit, Scholas, Academi.
as infHitunt‘, artes &difciplinas reduxit!
ipfe multa carmina'rhythmo feripfit ‚apos
logos, fabulas ‚ tigmata' ad 'erudien.
dum populum, quibus barbarus ' popu*
lus deliniebatur , inter maximos poetas
fui temporis numerandus Der ſelbe Speel-
mannus erwehnet / in den notis ad g 43.
daß Alfredus, in dieſen Gerängen zu ma⸗
chen / dem heiligen Aldhelmo, der faſt in
die 200. Jahr vor ihn 'gelebet / nachge⸗
folget von weichen Malmesburienfis lib.
s. de geftis Pontificum , dieſes erzeblet/
Nativ& linguæ Aldhelmus non neglige-
bat carmina, aded ‚uttefte'libro‘Alfredi,
nulla üngquam ætate ei par fuerit"quise
quam, poefin Anglicam pofle fäcere, can*
tum Fe er eadem appofite vel ca·
nere vel dicere. Deniquecommemorat
Alfredus carmen 'triviale » quod adhue
vulgo cantillatur;Aldhelmum feciffe; ad«
Jiciens. caufaın, quâ probat rationaliter
tantum virum his, quæ videnturftivola,
incicite. Populum’eo' tempore ſemihar·
— —
UL [u — — — — —
barum,
| Weeetexeyh . 215
— — — — TC DIE
barum ,parum divinjs fermonibus inten«
tentum, cantatis misfis domos Erfitare
folitum. Ideo fan&am virum ſuper Jon-
di ürbem & rura continet abeun-
fe oppofuiffe obicem quali; artem
-antandi profeffum.E6 plus quam femel
fa&o, plebis favorem & concurfum eme-
ritum , fenfimque inter ludicra verbis
fcripturarum infertis, cives ad fandita- |
tem reduxiffe , qui fi fevere & cum’ eX-
comunicarione agendü putaflet, profectò
profeciſſet nihil. Dieſe ſind treffliche E⸗
rempel / wie durch Huͤlffe der Poeſie die
Veute zur GOttesfurcht und Tugend zu
bringen. Dieſer Koͤnig Alfredus-ift ein
rechter Vater feiner Unterthanen gewe⸗
fen/ von deſſen Sorgfalt vor die Oxfor⸗
diſche Academie, die er zu ſtande gebracht/
‚Antonius Wood in feit er Hiftoria & An-
tiquitatibus Oxonienfibus fan nachgele⸗
fen werden. Der Spelmanus führet an
felbigem Orte aus einem MSto Bibliothe-
cz Cottoniane- einige Lehren an / die
Arlfredus' zuſammen ee / berichtet
nun? daß in der Orfordifehen Biblithec
Buch verhanden / mit dem Titul / Pa⸗
tabola Ailftedi Regis
ee
Er haͤlt ſie aber
J mnicht
1:3 aary)samn
316 Pas IV. Cap Bon der-Engelländer-
it, vor auffrichtig/ in onderheit der Ur⸗
Hchen halber: / weil zu der Zeit, man nicht
ſo gut? Reime gehabt oder gar Feind
Wor innen er doch irret. Denn es find
ſchon damahls die Reime gebraͤuchlich ge
Weſen / worvon in folgenden ein mehres.
Der Uber ſetzer der Poetiſchẽ Retlexionen
des Rapini hält die Romain von der Roſe
vor. daserfte Englische Gedichte, und ruͤ⸗
cket den Srangofen auff / daß fir ſich da⸗
mit groß gemacht. Er nennet deſſelben
Autorem Richard Baker, bringet aber
nichs herbey dadurch er ſolches
‚se. Denn es ja ſonſt aus der Frantzo⸗
‚fen Anmerckungen bekannt / und auch
aus der, Romaine ſelbſt / daß einer / Nah⸗
mens Guillaume de Lorris; vice R oma.
‚neangefangen },Jean Cloppinell.de Meun
genannt / hernach vollfuͤhret. Dieſer
Lorris;haf.gelebet. zu Zeiten Ludovic,
und iſt geftorben im Jahr 1263. Der Je-
an de Meun hab vierzig Jahr hernachdiß.
Buch vollfuͤhret ¶ Er..ift genannt wor⸗
den Premier inventeur, —
Frauzoife, Von ihm iſt weitlaͤufftige
Vocht icht hen dem Claude Fauchet 0
vormahls er wehntem Buche / und bi 2)
em
054 +54 |
Be.
—
rem Erwaͤhnung gethan Ein Englifcher
in
EBEN I PARAUD LTD VIAnR Rs
Pooetereh en EU
dein Antonie Verdier in feiner Bibliothe-
que. „ Koͤmmt mir derhalben gar Nicht
wahrſcheinlich vor / daß es eine Eitglifche
Erfindung fen. Der, Autor der dieſe Ro-
maine geſchrieben / ift ein Chymicus, und
hat / zu dem Ende / daß er die Heimlig⸗
keiten der Kunſt verbuͤrge / diß Werck ge
ſchrieben. Denn es find viel merckwuͤr⸗
dige Dinge von dieſer Wiſſenſchafft dar⸗
inne enthalten. Es iſt nicht zu laͤugnen /
daß gar alte Poetifche Schrifften von
dieſer Kunſt in Engelland vorhanden
find. Denn es hat, in diefer Nation ſchon
vor alters Leute gehabt / die in dieſen Ge⸗
heimniffen groſſe Meifterftücte erfoiefen/
Davon ic äneineım andern Orte mit meh⸗
Edelmann Elias Alhmolhat einige derfel;
en in, einem Buche. / ſo er Theatrum
Britangicum nennet / derfainblet, Aber/
FR.BFDENGEEheG Richards Bakers mif feis
em eintzigem Worte, Welches: er doch
billic hätte thun follen. Denn / er bat
Die alteften Poetas Chytnicos, datinnen/ /
rl mit recht mınlai genennet werden /
it Salmafıns Exereit, in Solin. erwie⸗
vr die Chy ln hie
D 5 fom-
218. Das W. a
fommen.. Der Aeltefte. Englifche Do
te. wird von dein Uberſetzer des Rapini ges
feet Geafiry Chaucer , der im {Jahr 1400.
gelebet. Selbiger iſt mit unter den Chy-
- mifhen Poeten / und findet. fich in des
Ashmols Tractat ein Getichte/ deſſen U⸗
berfchrifft The Taleofthe Chanons Yeo-
man, worm̃en er von diefer Runft handelt.
Sein Bildniß und Epitaphium, meldein
der Kirchen zu. Weſtmuͤnſter zu finden/
bat er daben abmahlen laſſen Diefer gee
braucht fich vieler alten Wörfer und Re⸗
densarten z „die nicht mehr gebräuchlich |
|
find. Spencer wird ‚von ihm vor den
erften Heroifchen Poeten / und. dem Ita⸗
lläner. Ariofto gleich gehalten. . Er will
ihn faft allen vorziehen / die nad) dem
Virgilio gefrieben. Er muß aber ge
ſtehen / dag er ſehr hinfaͤllt und it
toeisläufteigen unförmlichen Einfaͤllen ſt
Welches diefem feinem Urtheil entgegen
ſteht. Der Torquatus Taſſusmuß ben ihm
auch verkleinert werden / damit dieſer de⸗
ſto groͤſſer werde. Naͤchſt dieſem ſetzet er
‚den William d"Avenant, welcher ein Poe-
— —5 HR CD IDEEN
e& Ada fobet abet feine Sehler, Beide
«0% ee *
—
u
ur RT Te ET Poeterey. —2— 219
—
⁊ J
falls erzehlet. Endlich ſetzet erden Abra-
ham Covvley, welchen er den andern in
Der Heroifchen Doeteren vorziehet. Dies
fer bat traun. den gröften Preiß unfer
den Englifchen Poeten verdienet/ weiler
in der Griechiſchen und Lateiniſchen
Sprache feine ‚gemeine Gelehrſambteit
gehabt / und nach deren Anleitung die ge⸗
meine Poeteren verbeflert: Er hat au
Lateiniſche Carmina geſchrieben / welche
voll von Scharffſinnigkeit find / fo wohl
it Heroico, al8 Lyricogenere. Daher
einige feiner Landsleute ihn dem Virgilio
und Horatio gleich machen’ worinnen fie
doch viel zu weit gehen. Deñ / ob er gleich
Sifreich genug iſt / fo iſt doch ben ihm die
rechte Sauberkeit / und die ungeſchminckte
Zierligkeit der Roͤmiſchen Sprache nicht
au finden und haben alle andere Voͤl⸗
der /ja auch die Schotten folche/ die ſie
ihm weit vorziehen fönnen, Aber unter
feinen Randgleuten ift feiner / der ihm
gleich „gehalten werden fan. Thomas
Spraat , der. fein Leben Rateinifch bey den
Lateiniſchen / und weitläufftiger in Eng;
licher Sprache / hey den. Engelländis
ſchen Gedichten beichrieben / jene Diele
3:1% N dr fe.
bi |
220: Das IV. Cap. Wonder Engelländer
‚ZBorfe. In verbis nec curiofus admo-
dum, nec nimium negligens.‘ Commu-
nibus & uſitatis contentũs, pauciſſima
‚Aut immutavit, aut innotavit. Rempr&-
cipuè fpedtabat, in eaque immorabatür.
Nun betrachte ein verfiändiger / wie fo
‚gar nicht diefes mir dem andern Urtheil
überein. koͤmme / wenn. er in folgenden
ſpricht. In duobus poftremis pede He-
‚xoico ufüs eft, & abfit verbo invidia,
‘fi,non Virpiium', cæteros certe ©-
Ynnes fuperavit', ale wenn es von dem
Virgilio noch in Zmeiffel zu ziehen waͤre.
Da doch alle andere / ſo wohl der materie,
un Einrichtung / als der Rede halber ihm
weit vor zuziehen. Wo irgend in einem
Dinge/ fo iſt in der Tichterey delectus
vborum, qui origo eſt eloquentiz,N0
thig / daß alfo gar wieder alle Vernunfft
ift / wenn man ihn / als / nach ihrem Ur⸗
thein/ den beſten Poeten / deswegen ruͤh⸗
‘met / quod in verbis non curiofus ad-
modum fuerit. Der Uberſetzer des Rapı-
ni geht etwas befcheidener/und/ da er Die
groffen Gaben dieſes Mannes Tobet’ DIE
in Wahrheit zu loben find /'fo befla
er doch / daß er ſeine Davideis vor feinem
N Ende
41
>
u | er
ES ——
sl Poeterey. ei
Ende nicht wieder uͤberſehen habe / we⸗
ches er in ſeiner Jugend gemacht / uͤnd
worinnen wieder. die Geſetze eines Heroi-
ſchen Poematis offtmahls gefehlet wir d.
Aber des Taſſi feinem Wercke ziehet er
daſſelbe weit vor / In the Davideis
(ſpricht er) thereſhines ſomething oa
more fine, more free, more nevv , and
more noble air than appeares in the Hie-
rufalem of Taſſo, vyhich for alle his care
isfcarce perfectly purged from Pedantry,
Die Welſchen mögen dieſen Hohn vers
fechten / daß. man ihren fo. bochgepriefe,
nen Poeten noch der Pedanterey befchuls
diget. Ich würde fraun noch vor Taflo
reden, In den Lyriſchen und Pindas
riſchen Gerichten / weißfo wohl Thomas
Spraat , als der Hberfeger des Rapini, feis
nen unter allen Italiaͤnern zufinden/der
hin gleich ſey / da doch diefe den Kuhn
hierinne ſuchen / und. vielleicht gefunden
haben. Mich däuchtet/ es fen vor Covvley
Ehre genug / ihnen gleich geſchaͤtzt zu
werden / welches Rob er billich verdiene.
Die bindariſche Art/ zu fehreiben /hat er
zurm erſten unter feinen Sandsleuten ans
' gefangen / wiewohi er. in den Metaphoris
3 ziem⸗
I ee er ——
222 DasIVv.Tap Bon der Engelländer
zieniblich weit außgehet, Als / wann er
unter den Pindariſchen Oden im der U⸗
berfegung der 2, Ode des #4 Buch Ho«
ratıi von Pindaro fihreibet: ei
+ The Phenix Pindar is a vaft Species
y 3, "U, glonesi HR ER
Da ſtreicht das Wort Species, als ein
Schulwort / den Verſen eine Pedanterey⸗
Farbe an / welche ſich nicht wohl bey der
hoben Redensart ſchicket. Aber es if
ſchier kein eintziger En liſcher Poete / der
nicht hierinnen verſtoͤſſet / wovon wie
in unferm dritten Theile weiter handeln
wollen. Ferner fagt er in der erſten
Strophe, | —
"Pındars unnavigablefong.
Like a fvvoln Flood from ſome fteep
— NMountain pours along:
Da iſt zwar gut / daß. er des Pindari
Carmina mit einen lauffenden Fluſſe ver’
vergleichet / welches Horatius aud) ge⸗
than /aber deifen epitheron unnavigabk,
findet bey dem Worte Song. Geſang /
gantz keinen Platz Dergleichen würde
man viel finden/ wenn man alles genau
unterſuchen wollte. Der Uberfeger Ra-
pini bringet unterſchiedliche ir
| m
\ MHarıeın | Poetereh· 9 9 ar P 223
een een, ehr eh - — - —
bungen aus Latetniſchen / Jtalaͤni⸗
ſchen/ Frantzoͤſiſchen Poeten hervor⸗
welche er mit Engliſchen Poeten vers
gleichet davor Haltende / daß jene
weit von diefen überwunden wor⸗
den. Aber «släft ſich allhier fernerniche
davon reden. Es wundert mich / daß er
andere feiner Nationaußgelaffen / als,
den John Donne / welcher im achtzehen⸗
den Jahre feines Alters tieffſinnige Ber⸗
fe geihrieben / welchem unter den Nies
berländern Jacob Catz die Erfindung
bon dem Flohe / der zweyer Kiebhaber
Blut gefogen / abgefehen, und hernach
Barlus in einer abfonderlichen Elepia.
Pulex duorumamantium ſanguine aaa,
beffer außgezieret. Der vortreffliche
Conftantin Huigens, Herr von Zulichem,
und des Fuͤrſten von Orange vornehmb,
fer Rath / hateinıge von ſeinen Geo |
ten in Niederländifch überfeger ’ 0b
zwar der König von Engelland Carolüs
1. ſolches vor unmöglich gehalten. Er
bataber dennoch unter dieſen Schwierig:
feiten folches werckſteilig gemacht /;ob er
geich mit fo viel frembden Mörtern/
als/ Ecktafis, Antomi ; ‘ Influenti&' &c.
ſich
—
IR
224 DasIv.Cap. Bon der@ngelländer
-.—_—- mg
ſich hat plagen muͤſſen / undstolche. in gut
Niedertändirh ver ſetzen / welches Die, En⸗
gellaͤnder nicht achten Denn wie Herr
Auigens ſagt / haer taele male taelensen |
als thaer belieft „Grieefch,en Latyn ſyn
piat Angelſch, dennoch hat er vor keine ge⸗
ringe Suche gehalten / die ſe in Niederlan⸗
diſch uͤber ſetzt zu haben. Tis my veeleers
Gfprichter) (oogrooten Man nageſtamert
te-hebben, ende vel genoegent ſalt my, |
gevenyloo min ſtout vordeen berere pen-
nen aengemoedigt. moge hebben omons
Lan wyijder deelachtigh ge maecken N 1
fo.veel.overzeefche K.oftelikheden; alsick
met [chrick ende eerbiedigkeit, ongeroert
gelaten hebbe. Sehet hier ein ——
Zeugniß / von einem fo groſſen Maune /
der dieſes John Donne ſeine Poetiſche
Wercke/ die er in feiner Jugend geſchrie⸗
ben/ cdenn in leinem Drännlichen Alter
hat er / als Decanus.der S.Paulus Kits
chen / viel geiſtreiche Predigten hervor⸗
gegeben.) ſo hoch gehalten / daß er ſie des
Überfegens würdig geachtet / der in ſeiner
Sprache nicht allein / ſondern auch in der
Lateiniſchen fo viel herrliche ſinnreiche
Verſe geſchrieben / ſo dieſe ſelbſt aberg
N | id
ee. 227
- Wir finden aber auch allbier den Mans
gelallzu groffer Kunſt und Wiſſenſchafft /
der nicht an bequemen Orte angebracht
wird. Man hat ferner des Clevelands,
Edmond Wallers, John Denhams Eng»
‚Nilche Poemata, welchen nichts an gutem
Geiſte und Einfälten gebricht / und an⸗
dere mehr / daran unfer Cenfor nicht ger
gedacht. George Herbert hat fehr gute
Geiſtliche Dven geſchrieben / auffwelchen
Abrah. Covvley eine treflliche Lobſchrifft
gemacht / und dem der Cantzler Baco
: Verulamius feine in Verſe überfegten
Dialmen Davids zugefchrieben hat/
melche jelber von keinem gemeinen Beifte
007, und in den Engliſchen Schriffteny
ie nach feinem Tode hervor gefommen;
zu finden. Was ihre Tragadıen anlan-
get / fo urtheilet Rapinus, daß fie/ vor
allen andern Voͤlckern / hier zu eine for
derliche Neigung haben / weil das Ger
muͤthe dieſer Nation an Graufambfeit
eine fonderliche Ergoͤtzung Habe. Wo—
durch fie zugleich getober und gefcholten
worden. Der Überfeger laͤugnet dieſes
nicht / aber die Urſache will ihm nicht an
ſtehen / uͤber laͤſſet ſolches den Tragcedien⸗
p ſchrei⸗
nun
EEE EN N |
226 Das IV! Cap. Bon der Engelländer
ſchreibern zu unterſuchen / ob der: ger
meine Trieb der Nation, oder ihrer
genfinnigfeit/ veranlaflen/ daß einjok |
ches Urtheil von der beftgefinnten Nati- |
on unter der Sonnen (es beliebt ihnen:
folchen Kobfpruch fich felbft ben zu legen)
von Frembden gefället werde In der
Dramatifchen Poeſie, ſagt er / hat die
Weit nichis / das mit den Engellaͤndern
zu vergleichen. John Dryden, ein gelehr⸗
ter Edeimann / der ein Eflay of Drama-
tick Poefie geſchrieben / hat ſich vorge⸗
nommen / von den Engliſchen Come-
dienund Tragœdienſchreibern fein Be
denen zugeben. Es läft ſich aber als⸗
bald im Anfange mercken / daß die ſen⸗
gen / die itzo in Engelland ſchreiben alle
Ztalicmiſche / Frantzoͤſiſche / und Spa
niſche Comeedien⸗Schreibers übertref⸗
en. The ‚Drama is vvholly ours,
ſpricht er wir eignen ung die Drama
ticam Poefin , alleine zu. RN
Hi fapiunt foli :reliqui volitant velut umbra. * 6
Der Teutſchen wird nicht gedacht / als
wenn die Fein Theil hieran haͤtten / oder
folches Werck unfaͤhig waͤren. Denn
vie der ungeſchlieffne Uberſetzer des
pını _
N
Fr DDr wma m gm rg ee Ei E © u eG a —
Moeterey En 2a
pini urtbeilt/ The Germanftill continues -
rude and unpolisht , not yet filed.and
; eivilized by the commerce ad intermix-
ture vvith firangers, tothat fmoothnefs
“and humanity , vvhich the Engels may
boaft of. Gerade / als wenn alle Weit
die Engelländer vor Lehrmeifter erken
nen müffe/ deren erleuchteter Verſtand
allhier den unwiſſenden / unverftändigen/
groben Teutſchen als eine Idea: vorgeſtel⸗
let wird / nach welcher ſie ſich zu richten.
Ich hoffe / ob GOtt will / noch einmahl
die Gelegenheit zu haben / nicht allein
ihnen /fondern auch andern Nationen, Die
dergleichen Schnarcherenen über die
Teutſchen machen: in einem abfonderli-
en Wercke zu zeigen/ daß die Mer;
dienſte derfelben ın allen Wiſſenſchafften
gröffer find / als daß fie von ihnen föns
nen erkannt und vergolten werden/ j0/
daß wir in pielenKünften ihre Lehrmeiſter
geweſen. Der Niederländer wird gleich
falls mit Feinenaeingigen Worte gedacht /
da doch befannt / was ben ihnen nicht
allein von gemeinen Gedichten / fondern
auch von Comadien/ Tragedien/ von
Joſt van Vondeln, und andern’ verfer:
— p 2 tiget
BE na ana ve nad
; *
228 Das IV. Cap. Bon der Engellaͤnder
tiger hervor gekommen / welche weder
Frangoſen und Ztaliänern/ geſchweige
Engelländern/ was nach zugeben haben,
Thomas Spraat,, deffen wir droben ges
dacht, durch Sorbiere in feiner Reiſebe⸗
fchreibung von Engelland gereiget/ hat /
in den Anmerckungen über dieſelbe / gleich⸗
falls behauptet / daß die Engliſchen So.
medien sund Tragoedienſchreiber beſſer /
als die Trangofen. Es hat mir vor am
dern die grofle Beicheidenheit des Rapı-
ni gefallen / daß / da er fih ale einen
Cenforem und Criticum angiebt / wel; |
ches Ampt er in diefer Kunſt mir gutem
Zug verwalten fany (denn er unftreitig
einer von den gröften Poeten in Franck⸗
reich ift)fo hat er doch mehr anfeinen ei⸗
genen Landsleuten zu tadeln/ als anal?
ſen andern / woraus feine Auffrichtigfeit
zu ſpuͤren / und daß er niemand zu ſchmei⸗
chein gemeinet. Von welchem ein fol
cher entfernet fenn muß / der ſich einee
fo groffen Sache unternimmer. Die
Unpartbeiligfeit muß bey einem Richter
ſeyn / fonft verliehrr er den Nahmen.
Es wäre beffer / daß diefe / dievonden
Engellaͤndern geſchrieben / ſich nicht vor
F Bi;
Gi
Poeteern222
ihre Cenſores, ſondern Panegyriſtas auß⸗
gegeben hätten / wie fie in Warheit ſol⸗
che find / und diefes Ampt mit aller. er
finnlicher Artligkeit und Kunſt verrich
ten. Und der John Dryden bat gar wohl
gelehrt von der Dramaticä Poefügefchrie>
ben. Die Engelländer /dieerbierinnen
anfuͤhret / find Shakefpeare, Fletcher,
Beaumont, von welchen ich nichtg gefes
henhabe. Ben. Johnfon hat gar viel ge
ſchrieben / welcher meines Erachtens /
fein geringes Rob verdiene. Er ift in
Sriechifchen und Rareinifchen Autoribus
wohl befchlagen geweſen. Die Außbil⸗
dungen find kraͤfftig und lebhafft. John
Dryden urtheilet / daß in ihm die Engli⸗
ſche Sprache zur hoͤchſten Vollkommen⸗
heit gebracht / und was nach ihm darin⸗
ne gethan iſt / mehr uͤberfluͤßig als noth⸗
wendig geweſen ſey / welcher ihn nach al⸗
len Umbſtaͤnden beſſer beſchreibt / quch eis
nige feiner Comeden genauer unterſu⸗
chet. 1, Seldenus hat ihm in einem Latei⸗
ſchen Carmine ‚fd feinen Wercken vorge
ſetzt / ein fonderliches Rob gegeben. Er
hat alies wohl unterfucher / ehe ers her⸗
vor gebracht / und bezeugt Dryden, daß
| | p3 u er
mc us er 2 nal ee —
270 Bas IV. Cap. Von der Engellaͤnder
er dem Beaumont alles unter die Hände
geftellet und feine Cenfur darüber gehen
laffen. Antonitis Wood, in feinen An-
tiquiatibus Oxonienfibus lib. 2. p. 145.
meldet / daß er dein Johanni Hoskyns, el
nem vortrefflichen Manne / der von ſei⸗
nen Landsleuten uͤberaus hochgehalten /
und von dem Ovveno mit vielen Epi-
'grammatibus beehret / was er gemacht /
erſilich vorgewieſen. Ile Johnfoni fty-
lum ( ſpricht er ) expolivit, terfumque
'reddidit. Er hat aber ohne Reime meh⸗
rentbeils gefchrieben / welches Dryden
an ihm lobet / der daraus Anlaß nimt /
wieder der Reime Gebrauch viel zu re⸗
den. Dieſer Dryden hat auch einen
‚andern Theil verheiflen/ darinnener von
den Tugenden und Fehlern aller Englie
ſcchen Poeten Handeln will/ worunteri®
ne den gröften Plag vielleicht beftreiten
‘werden. Mon einigen / die wir bereils
angeführetz / urtheilet er alfo: Nothing
fo curtly as Sir Job» Suckling ; nothing.
fo even fvveet and flovving, as Mr. Wal-
ler; nothing fomajeftique, ſo correct as
Sir John Denham; nothing fo elevated,
fo copious, and full ofSpirit as Mr.Gow-
| Ce}.
1 Iey
ee
N rg a
—
er
| Poetereh 231
iv. Ks find noch viel andere / deren
weder der Uberfeger /noch diefer Dryden
erwaͤhnet / die wohl verdiene haben/
daß ihrer gedacht werde. Worunter
wir billig des John Miltons Poemata bes
greiffen. Diefe/ob fie zwar in der ers
ſten Jugend gemacht /fo blickt doch der
gute Seift hervor / und find fieden beſten
gleich gefchägt. Won feinem PoemateHe-
roico, Ihe Paradis loft, davon fie gleich.
falls beede ſchweigen wollen wir im
nachfolgenden handeln. Wir ehren die;
fe finnreiche Nation, und halten fiehoch
und werth / wuͤnſchen aber/ dag zu allen
ihren Bollfommenpeiten noch diefe Hinzu
komme / die Befcheidenheit/ von ihnen
Be und von andern Völkern zu ur
eilen. - i
Das V. Cap.
Bon der Niederländer
| Poeterey.
Innhalt.
Non iſt Teutſch. Hochteutſch ein
neuer Dialectus. Becanus und Antonius
Riccardi halten Die Niederlaͤndiſche
p 4 Spras
232. DasV.Cap. Von der Miederlaͤnder
Spracheälterals die Hebräifche. 'AbraamusMy-
Tos hat von dem Alter der Sprache gefchrieben.
Siehet fich von: vielen feculisher. wenig geändert,
FelchegMylius mit Exempeln wieder Liplium ber
weiſet. Hochteut ſche a wird von Mer-
ei
vvede , als eine Bäurifehe/ verachtet. Seine
Grobheit wird mit des Herrn ConftantintHui-
geus Befcheidenheit wiederlegt. Deſſen Lob
fpruch von den Hochteutfehen. Alte Niederlaͤn⸗
diſche Lieder. Vondels Urthel davon. Reden-
riikers. Ein alt in Reimen geſchriebenes Nieder⸗
laͤndiſches Chronicon, Douß und Heinfius
u die erſte Zierligfeit in die Niederlaͤndiſche
oeterey gebracht. Heinfüi Niederlaͤndiſche Ge⸗
dichte von P. Scriverio heraus gegeben Sein
Lobſpruch hierüber: Jaoob Cate hat eine liebliche
Art / fo wohl im Niederlaͤndiſchen / als im Lateini⸗
ſchen. Conſtantin Huigens Korenblomen,
eine Scharffſinnigkeit. Schauſpiele von Am-
fierdam, Joltvon Vondels Lob. Jande Vois
ein Glaſer / har das treffliche Trauerſpiel von
Aranımd Titus gefehrieben. Conftantin Hu-
gens und Cafpar Barleus erheben ihn feht. Er
nige haben: dieſes Trauerſpiel barlæo ſelbſt zu⸗
ſchreiben wollen. Iſt aber nicht glaͤublich. Barlzus
hat Die Niederlaͤndiſche Peteren verachtet / ſelbſt
aber die ſchoͤnſten Verſe geſchrieben.
PRO,
Hoofts Gedichte find hochtrabend Einige ſchwuͤl⸗
ſtige Art zu fihreiben bey, den Niederlaͤndern.
Vondels Urtheil Davon. Welterbaan wird ges
gelobet. Wie auch Henrichs Brunoos Men-
gelmoßs,
ER Eu Poeterey. a; 233
elmoes,, Johan van Dans. giebesgedichte-
atth. van Mervvede. Janvan der Veen A.-
dams Appel. Decker, Bodecher, Bannıng,
Daniel Jondtys. AnnaSchurmans, Anna Tef-
felfcha. Unterſchiedlicher Autorum zufammen
gefuchte Carmina, Zeeufche Nachtegaei Klio-
os Kraam. Apollos Harp. Einige Auctores
erden erzehlt. Die Teutſchen follen dergleichen
Arbeit ihnen angelegen fein laffen. Der Außlan-
der Partheifche Urtheil von ihren und andern
Poeten, Verdiers Urtheil von Ronfard. Des
ardinals Perrons gleiches Urthel. Alexander
Taffon halt die ——“ neuen Poeten hoͤ⸗
her als die alten. Deßgleichen thun auch andere.
TOR Moeterey der Niederländer/
bon welcher wir jego reden wollen/
Aiſt von der Teutſchen nicht unter»
fchieden / ja fie ift ſelbſt Teutſch / und die
Wörter diefer Sprache / haben mehr
von dem alten Teutfihen / als irgend eine
andere. Die Hochteutfche ift gegen fie
ein gar neuer Dialectus. Das Uhraite
Teutſche hat mit dem Niederländifchen
in vielen Stücken eine ziembliche &leich-
heit, Wir haben ſchon vorhin erwaͤhnet /
daß der Geropius Becanus , und nad
ihm Schrieckius fie zur älteften Sprache
machen / und.andern allen vorziehen
P5.- wol⸗
234 Das V. Cap. Mon der Niederländer
wollen, So meldet auch Ghilini in ſei⸗
nem Theatro d' huomini litterati von eis
nem Antonio Riccardi , der in Welfcher
Sprache ein Buch gefihrieben/ della pre-
cedenza delle lingue , worinnen er bes
hauptet / daß die Cimbrifche Sprade
(wodurch Becanus die Niederländifhe
verſtehet) ihres Alters un Bortrefligkeit
halber der Hebräifchen weit vor zuzie⸗
ben. Diefes Buch habe ich nie geſehen /
nimmt mich aber munder / daß ein Ita⸗
liaͤner eine ihm frembde Sprache / als
die Niederländifche / fo genau durchfüs
chet haben foite/ daß er folchen weit auß⸗
fehenden Sag zu behaupten fich unter
ftanden hätte. Es wäre denn / daß er
von dem Becano feine meiften Gruͤnde
entlehnet / welches ich fchier glauben fol
te. Diefes ift fonft gewiß, daß fie und
andere Dialeti der Teutſchen / der Grie⸗
chifchen und Rateinifchen billich vorzu⸗
Mn älter als diefelben find. A-
raamus Mylius hat in feinem Buche de
Antiquitare linguæ Belgicæ, infonder*
heit cap. 28. dieſes Flar genug dargethan/
eriveifend / daß die Cimbri und Celtæ
fon zu ihren männlichen — ge⸗
Leis: sin
Wu; en/
17:
oeterey. 235
‚kommen / wie Griechenland’ noch in Der
Wiegen gelegen’ und daß / da die an⸗
dern Sprachen fo groſſe DBeranderuns
gen erlitten‘ die ihrige faſt ungeändert
geblieben. "Er ſaget: Eftmihi libellus O-
rationum in membranis manufcriptus,
qui ex charadtere & aliisindiciis apparet,
eſſet antiquiſſimæ notz. Sed fermo in
illis tam fimilis hodierno noftro Bel«
gico, quam aqua, qua tunc Scaldis flu-
xit, ei, qua.tunc fluit. Er führet auch
etwas daraus any ingleichen auch ‘aus
etlichen Uhralten Diplomatibus die er in
den Archivis gefunden. Er behauptet
wieder den Lipfium ‚daß das alte Nieder
laͤndiſche fo derfelbe aus einem alten
Pfälterio, von Caroli M. Seiten ber / in
einem Brieffe an den Schottum herbey
gebracht hat /daflelbe ſey was heutiges
Tages geredet wird. Erfeget auch den
19. Pfalm, nebft der Rateinifchen und neu⸗
en Niederlaͤndiſchen Uberfegung/ dahin,
damit ein jeder die Gleichheit feben Fön
ne, Nur iſt in einigen Endungen ein
Unterfcheid/ und find die alten Wörter
gänzlich nach, der Conftrudtion der Ra
teiniſchen verfion gefeget. Iſt die Nies
| | derläns
EEE re I MARIN DEREN
a8 ad sh a al 1 ee
236 DasV. Cap Wonder Miedetländer _ |
Derländifche Sprache nun zu Caroli M-
Baiten fo beſchaffen gemefen / fo Fan ſie et⸗
!
che hundert Jahr vorher fo. geweſen
ſeyn / weil fie ja nicht zu der Zeit jung
worden. Jego ift fie zu der gröften Zier⸗
lichkeit gebracht / und immer mehr und
mehr in der KRunftmäßigen Nichtigkeit
außgeübet / wie ingleichen auch die Hoch⸗
teutſche. Welche berriicher und anfehns
licher iſt da jene lieblicher und weicher.
Iſt alte eine fehändliche Schmachrede /
ivenn Matth. van der Meervvede, Heer
van Clotvvik, in der Vorrede feines ſo
genandten Uyt-heemfen Oorlogs-otte
445
ul
Roomfen Min-triomfen , in diefe lieder»
liche Worte heraußbricht/ De Franskens
füllen noch veel er d" Hoogh-als de Ne-
derduytfe Tael leeren, meenende, dat in
haer plompigheydeenige aenfienlykheyd
is:gelegen. Hoe.vvel, dat tuflchen ons
Duyts ende het ander by na fo grooten
onderfcheyd is , als tuffchen 't Frans dat
te Parys vverd gefproken, en dat de Bo-
eren in Bretagne fpreken. Diefes Baͤu⸗
.
rifche Urthel von einem Edelmannd
gründet fich nur bloß auff die Unwiſſen⸗
beit: Denn wenn er die Eigenſchaft
—T
—
Be
- * ” —
Poeterrꝛꝛ. 97:
r Hochteutſchen Sprache recht ver⸗
Pac —— ihm vielleicht derglei⸗
chen unbedachtſahme Rede nicht entfal⸗
len ſeyn / der ſonſt im uͤbrigen einen gu⸗
ten Trieb zur Niederlaͤndiſchen Poererey
hat. Erfollte ihm lieber vorſtellen was:
der treftliche Here Zulichem , Conftan-
tin Huigens, zu Lobe der Hochteutfchen
Nation, an feine Niederländer gefchrie
ben / in der Vorrede der aus dem Hochs
teurfchen ins Niederländifche von ihm uͤ⸗
berſetzten Epigrammatum_,
Heeft u des Hemels gunft verheven tot den top
Van des Hooglimogentheit ; vveft niethooghmoedigh
op
Een hoog dat daelen kan: daer is land hoogh ge-
boren | |
t Welk hooge Titulen van ouds heer toebehopren,
En dar de reden vvil dat ghy voer vvieckenmoet,
Gelyckhet laege dal voor hooge Bergen doet.
Auff ihre Poeteren zu kommen / fo if
wohl aufler Zweiffel / daß fie viel alte
. Lieder gehabt / wie die Teütſchen. Joft
van Vondeln, in ſeiner Acnleidinge ter
Nederduitfche Dichtkunfte , erwehnet
noch derfelben. In oude Hollantfche he-
dern hoort men noch een natuurlyke
vrypoftigheyt, vloeientheit , en beval-
u Iycken
|
— —
NE NER EN EEE |
A se ae ee a nr
238 DasV. Cap. Von der Niederlaͤnder
lycken zvvier; maer het gebrak den:
eenvoudigen Hollanderaen opmercking |
en oefening, om zyn geeftigheit,uit een,
natuurlyke ader vloeiende , krachtighop
te zetten , en tevoltojen.: ‚Sie haben ı
auch ihre Reimersund Redenryckers ges: |
habt / welche allerhand Schaufpiele dem
Molke vorgeftellee / wie noch.heutiges
Tages unter den Bauren auff ihren
Kirchmeflen öffentlich gehalten werden.
Der erfte/den ich zu nennen weiß. ift der
Anonymus, welcher vor etiva viertehalb
hundert Jahren ein Niederländifch Chror
nicon in Reimen gefchrieben / woraus
Jacobus Eyndius , in feinem Chronico
Zeelandico , unterweilen etivas anfüh?
ref. Jan vander Does, oder/ wieerfih
fonften nennet/ Johannes Douſa, hat die⸗
fe Holländifche Rymkronyke heraußge⸗
geben / im Jahr 1670. mit feiner Poetb
(chen Vorrede / in Alexandrinifchen Bers
fen verfaffet. Welcher Art zu poetifiren
er am erften in Niederland fich ges
. braucht. Aber fie waren damahls noch
etwas unvollflommen. Der Anfang des:
Holländifchen Chronicilaufet alſo /
Ouden
0 u me en nd n- an dran tar De Ex 2. -
—— Poeterey. 239
Ouden Boeken hoor ic’ gevvagen,
Dat jaltiand beheden Nyemagen
Wilen Nederfaflen hiet,
Alſo als die ftroom verfchiet
Van der Mafen en van den Rine.
Die Schelt vvas dat Welt ende Sine
Alfo als fi valt in de Zee
Oeft ftrekende min no mee,
Es ift wenig Kunft hierinne zu finden /
die Sprache aber ift vonder jegigen nicht
gar viel unterfihieden. Die rechte zierlie
che Tichteren hat fich in dieſem Seculo
erft angefangen / und haben die Nieder,
länder den Staltänern und Srangofen
bierinnen gefolget. Doufa wird von Hz
Grotio in einem Carmine auff den Opi-
tium, als von den erſten einer/gefeget/ as
ber ihn übertrifft fehr weit Daniel Heinfi-
us, defienvonP. Scriverio herauß gege⸗
bene Niederlaͤndiſchen Getichte fo lieblich/
ſuͤſſe und flieffend find / dag ihnen nichts
fan vergliechen werden / welche ich dem .
hochtrabenden Wercken der folgender
weit vorziehe. Er verdienet billich den
groffen Ruhm / den ihm P.Scriverius in
einer abſonderlichen Lobrede beylegt / da
er ihn / als den erſten Urheber der Fünfta
lichen Nieder laͤndiſchen Poeterey /
rufft.
1
— — — — — — — — —— — *
rufft. Er ſpricht von demfelben alſo /
Dees heeft hy uyt het slyk gebeurt en opgenomen, J
Zyn vverk daer van gemaeckt, niet dachtende de lo-
| men, |
Daer Nederland van vvaecht, en dienu (maert’ on⸗
F recht )
De Reden-ryckers bend en Rymers ſyn gelechty;
Een- Volck. dat veeltydt is entbloot van alle reden;
‚„ Onmatich, onbefuylt, vvanfchapen, onbefneden? —
"In treut ſpels blyvan fin; en vveer onbillich gramy
Er vergleichet ferner dafelbft ihreSpr®
che mit der Fraͤntzoͤſiſchen jedoch / daß
er die ſeinige derſelben weit vorziehet /
firaffet auch ſeine Landsleute / daß fit
nicht eher darauff bedacht geweſen / wie
ſie die Vollkommenheit der Poeterey
in der ihrigen ſuchten / "welche andere
Voͤlcker fo zeitig in den ihrigen gefum
den. Naͤchſt dem Heins iſt wohl Jacob
Catz zufegen / der grofle weitlaͤufftige
kun Wercke gefchrieben / und in der
ittenslehre/ durch allerhand Sinnbi
der / (die aber nicht die vollenfommen:
fen find ) vor zuſtellen ſich bemuͤhet. Sel⸗
ne Tichterey iſt zwar von der niedrigen
Art / und mit Worten / mehr alsvonnd?
then / angefuͤllet. Sie iſt aber dennoch
ſuͤſſe / lieblich und ſauber / ohne ie
ee SON 4
ſte Haͤrtligkeit / Darunter bißweilen em
ſinnreicher Einfall hervor leuchtet. Sein
Zweck iſt der gemeine Nutz in Unterrich⸗
tung des Volcks/ dadurch er ſich alſo
beliebt gemacht / daß er von allen durch⸗
gehend geleſen / und auch bey den Auß⸗
laͤndern ſehr beliebt worden. Wenn er
ſich in der allzugroſſen Weitlaͤufftigkeit
etwas gemaßiger/ würde man Das mei:
ſte an ihm zusloben haben. : Seine Ras
teiniſchen / die er hin und wieder mit-un:
termenget / ſind den Niederlaͤndiſchen
vorzuziehen / von uͤberaus groſſer Lieb⸗
ligkeit / ungezwungen / ſauber / und faſt
nach des Lotichii Art / daruͤber ich mich
offtmahls ſehr ergoͤtzet. Conſtantin Na
gens der Herr von Zulichem, deſſen wir
ſchon droben gedacht / hat hingegen in
ſeinen Poetiſchen Wercken / weiche/⸗
unter dem Titul der Korenblomen, neu⸗
lich wieder hervor gegeben / faſt in allen
Zeilen ſeine ſinnr eiche Einfaͤlle Man fan
nicht ohne Verwunderung die ſo reiche
Fruchtbarkeit dieſes ſo hohen Berſtan
des betrachten. Seine Zede-printen Wie
er ſie nennet / Characteres ſind lauter
Geiſt / und hat ur jeglicher Berg 7
Kl) was
2 aa a Kan a
7
242 Das V. Cap. Von der Niederländer
was / darüber man nachzufinnen bat.
Seine Snelldicht, oder Epigrammata,
find fonderlich ſpitz / und bat er unter al
len Landsleuten niemand / der es ihmm
der fcharffiinnigen Redensart nachge⸗
than. Diefes iſt aber zu verwundern
dag er dergleichen Verſe unter Der Laſt
der Staats Geſchaͤffte / damit er über
haͤufft geweſen / hat hervor bringen koͤn⸗
en. Und ift noch jetzund nicht / ben ſo
hohem Alter / faſt von go. Jahren / lei
ne Feder ſtumpff worden. Die Shaw
fpiele find bey ihnen zur Dolfommen
heit "gebracht. Inſonderheit bat die
Stadt Amſterdam ein groſſes daran gr
wandt. Da haben fich in. groffer Mengt
gefunden, welche umb den Nreiß biete
inne geftrietten. Vor andern hat Jo
van Vondel ſich hierinnen hervor gethan /
von deffen Comoedien und "Tragadien
gange groſſe Tomi heraus gekommen /
welcher auch des Virgilii Bücher in Ber
fe.überfeget. Es ift unter’ andern ein
‚Sfafer geweſen / Nahmens Jande Voßs,
der das beruhmbre Trauerfpiel vonA-
0 yanıımd Ticus gemacht. Gang Hollan
>. bat fich hierüber verwundert / denn esil
ei
—
| „heihiuinisiigeleteg. 5 ang 243
eine ungemeine. Erfindung und Außzies
rung / die man von einem: Handwercks⸗
Manne nicht vermuthend geivefen. Con-
ftanrin Huigens und Cafpar Barlzus has
ben es mit ihren Lobſpruͤchen beehret /
und ſchreibet dieſer ſehr artig.
Ik ſtae gelik bedyvelmt en overſtoplt van geeſt.
De Schoubourgh vvort RT: Ki fchoeyt op hooget
? | e. cc
Ryft Sophocles vveer op? ftampt Efchylus vveerhier?
Of maakt Euripides dit ongevvoon getier? |
‚Neens t'is cen Ambachtsman, can ongelettert galt;
Denudegantiche rey van Helicon verraft, |
De noyt gezeten heeft aen Grieks of Roomfche Diſch.
Wyſt nu de vveerelt aen, vvar dat een Tre lis.
Athenen las her-Spel, enfprak : ik fchry£ niet meer,
h ‚Die ons dor glas verlicht, verduyftert all ons cer.
—* koͤnnte herrlichers zu dieſes Mans
nes Lobe geſaget werden? Es haben eini⸗
e gemuthmaſſet ob waͤre Barlzus felber
— Autor dieſer Trageedien geweſen / und
dieſem Jan de Vols Die Freyheit gegeben/
Kie als die feinigen vor zuſtellen / damit er
denen eins anbienge/ weiche zu —
ſeder landiſche Tichtereh faſt höher
———
rd) veranlaſſet wuͤrden die Stiederläns
diſche zu verachten / welche auch fo gemein
|
|
/
| nl ch die Handwercker
im) 2
ihnen
SUR |
44 Das V. Cap. Von der Niederlaͤnder
ihnen ihr Lob ſtreitig machten. Ich Fan
hierinne nicht wohlurtheilen Es iſt die—
fe Tragadiefehr wohl nach allen ihren
Stücken geſchrieben / und ſchemet ein hoͤ⸗
her Geiſt hier innen zu ſeyn / als in den all
dern Verſen dieſes Mannes / wie denn
auch ohne dem die Eigenſchafft der Ira-
&cedıen’ etwas ſonderliches "erfordert:
Wenn ich aber feine andern Verſe be⸗
frachte und neben dieſe halte / ſo ſind
ſie doch auch nach ihrer Arc ſehr wohl ge⸗
ſchrieben / daß Ich. nicht ſehe / wie man de⸗
ſes ihm auf buͤr den koͤnne / es wäre denn
daß Barlaus fie alleſampt gemacht haͤtte /
welches nicht glaͤubuch Sonſten hat et
die Niederländifche Poeteren verachte
Piewohl er jelbft zierticher dariine ge
fchrieben‘/ als faſt alle andere. Man fin
im andern Buch feiner Elegien eine a
Jacob vander Burch und Johann Brol
huyien, worinnen’er fie. von der Pied
a
Jändischen Docteren abmahnet/ um
—
Lateiniſchen anfriſchet. Dieſe iſt
wohl geſchrieben / worinnen unter an
dern Diefe Baſ gu finden)... „., yanıc
‚. „Non, deckt indodtam yatum (apjentia tur al
C
erni-
. "Ethimium veftro vulgus ab örefapite*\
erinnern VAN 34
3 Cernitis, ur viles (candant Helicona Puelle, 4
9 "Fomineumgueriget Caſtalis unda chorum?
Sctibite ſœmineis aliquıd fublimius-außs :' *
* Bangite, quod virgo non queat ulla „melos. 3
P.C. Hooft Ritter von S. Michaelis,
Droſt von Munden/ und Baljovv von
Goeiland hat nicht allein Trauerſpiele /
fondern auch andere Getichte gefchriee
ben / welche einehochtrabende Art haben’
viele ſonderliche geſüchte und zufammen
geſetzte Wörter Wie denn in feinen Hol⸗
laͤndiſchen Geſchichten / die er beſchrieben /
dergleichen ungewoͤhnliche / und faft nach
Taciti Art eingerichtete Rede ſich findet»
Weßhalben ſeine eigene Landsleute etwas
an ihm zu tadeln finden. Und hat er ei⸗
nige Nachfolger gehabt / welche / da ſie am
Urtheil und Verſtande chm nicht gleich
thaten / viel unzuaͤßige Neurungen in
Rede angefangene Auff dieſe / wie es
ſcheinet / hat Vonde gezielet / wann er
m ſeiner Aenleidinge fpricht:d” Allerout-
ſte enbeſte Poeten yn de natuurlyckſte
en eenvoudighfte:Deinakomelingen,om
hem voorby te rennen), vielen hit eer-
ꝛueht of aen het inorcken'enpoffen of
verniſſen en blanketten. Dat bẽehaeghde
in het eerſt, gelyek vvat meuvvs, den
RR a 3 min
En En ca N
ee — — — — — —— — — — —
min verſtandingen, en klonk den nieus-
gierigen, gelyck enn.dondertlagh, ind
ooren; doch het vervvonderen duurde
een korte vvyl, en de vvackerfte vogen
zagen hier door ; en d’ outften tegens'de
jonger vvercken in de Schale van eenbe-
zadight oordel opgevvogen, vielen de lee-
ften te licht, en d’ outften 'behielden:den
verdienden Prys- Es muß des Herrn
Henric. Wefterbaens, Herrn von’ Bran-
devvyck , eines gelehrten Evelmanne
nicht vergeflen werden /deffen Hollaͤndi⸗
ſche Getichtefonderlich zu loben / wegen
‚Ihrer Reinligkeit und nicht gemeinen Er⸗
findung zinfonderheit fein Ockenburg;
und feine Nootzakelik mall , welche voll
artiger Einfälle find, und von feinen vor:
nehmbſten Landsleuten bochgepriefen
werden / auch feine Lateiniſchen / die er
untermiſcht / ſind wohl gefchrieben. Hen-
ric Brunoos ſo genanntes Uengelmoeſs
iſt voll luſtiger Einfälle / fo wohl in Dies
derländifcher als Lateiniſcher Poeſie / deñ
er hat beedes zuſammen gemiſchet. Ich
habe niemand geſehen / der in feftivo ge-
nere es ihm gleich gethan. Joh. Adolph
. Dans hat Liebesgedichte geſchrieben von
pt: Of unglaͤub⸗
u — u ME ie ME m
Pocteteh: ' 247
unglaͤublicher Suͤßigkeit. Der Herr von
eveae, deſſen wir droben gedacht /
gehet hierinnen etwas zu weit / und ob er
zwar durch die Italieniſchen Uberſchriff⸗
ten feine allzufreye Einfälle vertundeln
will / fo liegen fie doch genug am Tage.
Was er hier innen verſehen / hat er nach⸗
gehende mit feinen Geeftelyken Minne-
vlammen: verbeflern wollen. Jann van
der Veen,in feinem fo genanten Adams
Appel; ift voll von Scherg und Luſtigkei⸗
ten/ die nicht unangenehm ſind / ob
gleich etwas gemeines ben ſich führen.
Denn es iſt alles ungezwungen aus ſeiner
Feder gefloſſen. Decker, der von dem
Kobe der Geldſucht / und andere Gedichte
geſchrieben / verdienet ‚auch billich fein
ob: Bodicher Banning; in feinen Leydi⸗
fhen:Oorloffsdagen , hat allerhand Ge⸗
dichte / welche die Mitteibahne halten.
Daniel; Jon&tys hat nur: wenig geſchrie⸗
ben/mehrentheils: Liebesgedichte / fie ind
aber angenehm / und von zarter Art-
Seine Rofelins Oogies ſind mit allen er⸗
dencküchen Farben angefiriechen. Seine
hedensdaeghfe, Venus ‚en Minerva , ein
Sefprächezwifchen denſelben / ſtellet die
N 14 Luſtig⸗
248_ DasV. Cap. BomderMicderländer
Luſtigkeiten und Verdrießligkeiten der
liebenden und ſtudirenden vor / und ift
wohl außgezieret: Man hat audy bey
ihnen-einige Jungfrauen gehabtydie ein
ſchoͤnes / ſo wohl Lateiniſches als Nieder:
laͤndiſches / Gedichte geſchrieben / als / die
Anna Schurmans, auff welche noch der
Herr Huigens ein Lateiniſch treffliches
Carmen gefchrieben / darinnen er ſie er⸗
mahnet von dem Labadie abzuftehen/
und die Anna Teſſelſcha, deren verlohr⸗
nes Auge mit einem weitlaͤufftigen Nie⸗
derlaͤndiſchen Gedichte/ Oogentrooft ge⸗
nannt / derſelbe Herr Huigens beehret /
welcher auch Barſæus viel zu Ehren ge⸗
ſchrieben. Es ſind auch bey hnen viel
außerleſene Garmina; von: den beſten Au-
Koribus, und deren inſonderheit / die
ſonſt wenig geſchrieben / in abſonderlt⸗
hen Büchern verſamlet / wor unter mei⸗
nein Beduͤncken nach / das beſte iſt /de
zeeufche Nachtegael, worinnen der See
aͤndiſchen Poeten Garmina enthalten.
Es ſind hier Geiſtliche / Weltliche / Ernſt⸗
hafftige / Luſtige / untereinander vermi⸗
ſchet / auch viel Baurenkurtzweile / als die
Eyerklacht, eines Bauren —————
en FR nen
—
_ ship Nu” Van? zug
nen zerbrochenen Ener-Rorb und ande.
ve mehr / weiche alle mit Luſt zulefen, Fer⸗
ner iſt Koos Kraam in zwehen Theilen
heraus gegeben / Apollos Haarp, und an⸗
dere mehr. Die darinnen enthaltene Ge⸗
dichte ſind teils von Anonymis und un⸗
bekannten / theils von den befannten’ un
die gantze Wercke heraußgegeben /
gemacht Man finder darinnen Gedich⸗
te von Anslo, van der Burgh, Brandt, Bre-
mer; 'Cämphuyfen, P.de'Groot, Paffchier
de Foine;T. -Rivius, M. vande Heuvel, F,
Martinius, J. Schryver', F. Schnellinx,
Traudeniis, R. Te’ Wittenoom, Abbes
Gabbemaf’Aflellyn, Cafpar von Baerle,
nn Dullaart, Galama,
Geeftdorp; van 'Grierhuyfen , Hugo de
Groot}Jacobs, Jonctys/ Klinge) Nico-
colaus Oudan , Real , Rintius , Sanderus,
Six; Victorin, Wibinga, J. de Brune, Ali-
da Brunoj; J.van Daale,P. Dubbels, J. van
Duisberg;; Maria van Haeftrecht, W. van
Heemskerck ‚Sibylla van Jongftal, J. Le⸗
fchaille, J.Opperveld, :Paffenrode; (der
eine ungemeine Eigenfchafft hat / die Lie⸗
bes⸗Schertze mir doppeldeutigen Wor⸗
ten zufaſſen) CarPrince;Catharina Zve:
ahnen q5 ſtiers,
250: DasV. Cap. Von der Niederländer |
ftiers , D. Zveftiers,W .Schellincks, Volk
lenhofe, W aterloes, Jan Zoet,H:Z vveerds.
Die Berfamlungen find zu loben / denn
e8 werden die befien Carmına außgeſucht /
und inſonderheit die wenigen / die kein
vollſtaͤndig Werck an ſich ſelbſt machen
koͤnnen / oder ſonſt verlohren giengen
Dieſes moͤchte man mit den Teutſchen
auch alſo machen / denn es werden offt⸗
mahls von feinen Ingeniis dergleichen ge⸗
ſchrieben / die wohl wehrt daß ſie bey be⸗
halten wuͤrden. Ich wollte deren allein
aus meiner wenigen Bibliotheo ein groß
ſes vollſtaͤndiges Buch lieffern.
Wir haben bißhero von den Außlaͤn⸗
diſchen Poeten geredet / die nicht allein
unter ſich / ſondern auch mit andern Voͤl⸗
ckern / des Vorzugs halber / ſtreiten Die
meiſten ſprechen ihren Landsleuten zu ge⸗
fallen / und urtheilen nach ihrer Zunei⸗
ung. Unter den Frantzoſen wird Ron-
ardus von dem Verdiero, in feiner Gen-
fione Autorum, allen andern vorgezo⸗
gen / denn er fagt / Ronfardus eorum,
qui quavis ztate aut linguä fcripferunt,o»)
mnium laudes unus promerauit. Er zuͤr⸗
net mit dem Mureto ‚daß er in den An⸗
wit | ner fun.
BHEH20009 6931
een on 258
merckungen über. ihn einige Derter ange
zeichnet / die er aus den: Italianiſchen
Poeten genommen haben ſoil / da ſie doch
beedeaus den Griechiſchen und Latei⸗
niſchen / als gemeinen Brunquellen / ge⸗
ſchoͤpffet. Es waͤre des Verdiers Urthel
nicht groß zuachten / aber der gelehrte
Cardinal Porronius iſt ſelbſt in der Mei⸗
nung / denn in den Excerptis, ſo Die tra:
tres Puteani von ihm auffgezeichnet /find
dieſe Worte außdruͤcklich zufinden 234.
Ronfard eftoit !’homme, qui avoitleplus
beau genie, que Poeteait jamaiseu,iedis
de Virgile & d’Homere. Er ziehet ihn
allen andern Poeten vor / und halt ihn
vor ein Wundermwerd feiner Zeiten / wie
weiter daſelbſt Fan nachgelefen werden.
Was die Itallaͤner anlanget/ fo ftellet
Alexander Taſſon, in feinen Penfieri di-
verfilib: X; cs14: eine Vergleichung zwi⸗
fhen den Grichifchen 7 ———
und den neuen Poeten an / und ſcheuet
ſich nicht dieſe enen vorzuziehen. Ario-
ſtus und Taflüs find ihm / due fourani lu-
mi della lingua e dell’ eta noftra , illuſtri
e gloriofi fopra tutti gli antichi. In den
Hirten⸗Getichten / poeli Lyrica, m er
\ - eine
a u ch ZU E11 ET U En me Te ae ne a En —
2° Das VI, Cap⸗ Won der Teutfchen
feine Landsleute vor unvergleichlich / des
nen alle andere weichen muͤſſen. Unter den
Spaniern / Engellaͤndern und Nieder⸗
laͤndern finden ſich gleichfalls / welche die
Ihrige den andern vorziehen / davon wir
droben mit mehrem gehandelt. Es ge⸗
ber hlerinne nach dem geineinen Sprich⸗
wort / daß man ſeinen eignen Rauch
hoͤher halte / als ein frembdes Feuer Und
Muß. man ſich verwundern / mie offt⸗
mahls nicht nur verichiedener / ſondern
derfelben Leute Urtheil wieder einander
— —
ac dit ara DAN nn ai
Von der Teutſchen Poeterey⸗
und zwar von der erſten Zeit...
'v 52
“ u.
Rrey Zeiten der —3* Poeterey Ca
Ortloh ſetzet fü ——
ra —* in den —————
dacht. Dieſe alten Carminamachet Ola
usRudbeck den Teutfchen ſtreitig / und hreibet
Heben Schweden zu. Aber ohne Geumd- Dr
antwortung feiner angeführten Urfachen. Die
Boefisiift die ältefte bey allen Voͤlckern / und Die-
Net an ſtatt der Hiſtorien. Caltelvetro und Tai
bi Amin) Mei⸗
erst bil:
— =
nn
MP etexey erſten Zeit d _ 28
Meinung hierson, Wird mit Exempeln ewieſen
Seit alfo auch bey Den, Teutſchen geweſen. A eil
diefe Carminanicht Eonen vorgezeiget merden/ fol
get nicht/ daß fie nicht geroefen. Die 7 —
Kriege und der Teutſchen achlaͤſſigkeit iſt Ur⸗
ach an dem Untergang Der alten Leder. Man hat
Über des Tacıtı Zeugniß nach einige alte) Nach
gichrdanen.; Joannis Ayentin und iſtian
Hoffmans Zeugniſſe. Hunibaldus. Albertus
Krantzius haben fich ſolcher Verſe bedienet. Ei⸗
nige Art Schranckverſe 7 fo vor alters 88
Schweden gebräuchlich gervefen welche Olaus
Rüdbeck vor die alten dem Tacito erwaͤhnten
Cärmina halt, ee en ern gezogen.
Dann e8 fcheinen Diefe Carmına nicht ſo gar alt
zu ſeyn. Verſetzung der Woͤrter / eine Anzeigung
der Kunft und Neuerung vielmehr / als des Alter
thumbe., Ausdem Worte bar ditu, welches
citus ponder Teutfchen Kriegeslledern gebraucht/
und Here Rudbeck aus dem Schwediſchen her⸗
Teiter 7 will er behaupten / daß es Schroedifche
Lieder gervefen, Iſt kein richtiger Schluß. Kiem⸗
Yo Whſar bey den Dänen bardi bey den Teut⸗
ſchen barritus Haren / gebaeren / Die Helden⸗
dieder der au fheinen vor. Taciti Zeiten:
‚geiihtieben ju.fepn, Melchioris Goldaftı Mel
nung davon. 5 ifeigefünge und Meiſter ſaͤnger /
ob fie hiervon Den Wrjprung haben, Alte Car-
\miniateinegare Nachricht in den Hiftorien. I. Pal-
\meriis de'Grentemesnil hat die alten Seankö-
ſiſchen und anderer DREOUERG Ra
u Yun
IK
1—
Hl
2354 _ DasVl:Cap. Von der Teutſchen
Un fominen wir endlich zu den
NT eutfihen » von deren Poeterey
mir iegn handeln wollen. Es müp
fen aber hier inne Die Zeiten unterfchieden
erden /neimblich die Uralte deren Ta-
citus gedencket / die Mittelfte/ die von Ca»
rolo den Groſſem her zuführen, und die
neueſte / die in dieſem ſeculo erſtlich ange⸗
gangen. Carolus Ortlob / welcher de va⸗
riis Germanicæ Poefeos ætatibus eine Dif-
ſertation geſchrieben / ſetzet fuͤnff Zeiten,
Die erſte nennet er die Kindheit / Dar
hin er die alten Carmina bringet/deren
Tacieus gedencket. Die andere) die Ju—
gend / welche er von CaroliM. Zeit her»
führet. Die dritte / als das männliche Al-
ter / ‚feet er unter des Barbaorſſæ “u
Henricı VI. Regierung. Die vierte / das
Alter der ſelben / wird nach des Friderici
11:Zeit von ihm gefetzet. Die fünffte/ ale
die Wiedergeburt derfelben / nennet er
die / welche in dieſem feculo von Herrn
Opitio angefangen. Wir wollen aber In
\ den dreyen Zeiten alles fallen- ·
Was nun die Lhralte IN anlanget/
fo haben wir-deren Feine Nachricht als /
‚welche wir beym Tacito finden.) Dein
J
A ——————— —— —— —— ——
|
Poeterey erfiengeit. 7 ___ 25
ben Worte lauten alfo. Celebrant.carmi-
nibus Antiquis ( quod unum apud illos
memoriz& annalium genuseft:) Tuifco-
nem Deum terrä editum , & fillum Ma-
num, originem 'gentis conditoresque:
Diefes hat niemand in zroeiffel gezogen?
und ſiehet es ja fo klar allhier / daß man
deßhalben nicht noͤthig bat die geringſte
Gruͤbeley zu machen. Aber es hat den⸗
noch neulich den Teutſchen Herr Olaus
Rudbeckius dieſes ſtreitig gemacht in ſei⸗
ner Atlantica capa⸗.la uñ darthun wolle /
daß ſolches von keiner andern / als der
Schwediſchen Nation, verſtanden wer⸗
den koͤnne. Ich ehre dieſes vornehmen
Mannes hohen Verſtand / aber hierinne
kan ich ihm feinen Beyfall geben: Denn
bey ſeite geſetzet / was er von der Teutſchen
Herſtammung aus Schweden weitlaͤuff⸗
tig darthun wollen / ( davon auff eine ans
dere Zeit kan geredet werden(fo iſt dieſes
doch handgreifflich wieder des Taciti und
aller / die den Tacitum leſen und verſte⸗
hen koͤnnen / Meinung / daß es alſo von kei⸗
nen andern Teutſchen / als / mit welchen die
Roͤmer damahls zu thun hatten / kan ver⸗
ſtanden werden. Denn daß er — *
ehe/
256 DasVI;EapiPBonder Teutfhen
ſtehe / erhellet ja aus ſeinem andern Buche
der Annalium, da ex von dem Arminio
ſaget/ Canitur adhuc apud barbaras gen·
tes Græcorum annalibus gnotussqunfua
tantum mirantur·Mun iſt ja bekannt /
daß die Cheruſci und die benachbahrten
woarhafftig Teutſche Voͤlcker ſeyn / davon
Tacitus dieſes ſaget· Denn / wer ſolte ſol⸗
che Lieder anders gemacht haben / als die⸗
ſe/ uͤber die Arminius geherrſchet / und de⸗
nen ſeine Tugend bekannt Haben ſie nun
dieſe vom Arminıo gemacht warumb foll-
ten ihre Vorfahren nicht der gleichen ge⸗
than haben? Seine Gruͤnde ſind dieſe /
daß bey den Schweden viel dergleichen
Oarmina zufinden / da doch in Teutſchland
man nichts zum Vorſchein bringen
koͤnue Hierauf zu antworten / ſo iſt zu⸗
wiſſen / daß nicht nur bey den Schweden /
ſondern hey allen andern Voͤlckern⸗ die
noch ſo weit nicht gekommen / daß ſie ih⸗
res Landes Hiſtorien beſchrieben / dieſer
Gebrauch ſey / dem ſie faſt die Natur lehret /
Daß ſie ihrer alten Helden Lob mit Lies
dern preiſen / und ihr Andencken dadurch
erhaiten Man hat ſolches bey den wil⸗
den Americanern ſelbſt gefunden / wie ſol⸗
doo af ches
HR os
066 DeG
un
_. poeterenerften Zeit. __257
ches in den Reifebefchreibungen ange
zeichnet iſt und einer aus ihrer Natıon
Ynca Gargillaflo de la Vega in feiner Pe-
ruvianifhen Hiftorie ſelbſt bezeuget.
Der gelehrte Caftelvetro erwaͤhnet in
feinen Anmercfungen über des Arıftorelis
Poetica diefe Frage / ob die Poeterey der
Hiſtorie vorgehe/ und fpricht vor die
Hiftorie das XBort, Torquarus Taſſus
hingegen /am Ende des erften Buche de
Poermate Heroico, ſchlichtet diefen Streit
alſo / daß zwar die Hifiorie der ‘Porter
rey /.natürlicher Ordnung nach vorger
he:diefe aber diter ſey ale jenesmwelchen
auch Auguftinus Mafcardus in feinem
Buch dell’ arte Hiftorica frattat. 5. cap,
4 particell. 1. und aller Voͤlcker Exempel
beypflichten So hat ınan bey den Grie⸗
chen / von alters her / feine andere Hi⸗
ftorienfchreiber / als ihre Poeten und
Sänger/ gehabt. Ben den Römern ift/
bor des Appi Cæci ſeiner Zeir/ nichts in
ungebundener Rede gefchrieben. Von
den Ehinenfern fehreibt es auch Trigau-
" tius, und Martinus Martinii. Denn / wann
noch feine Schrifft iſt / dadurch man dem
| Gedaͤchtniß zu Hülffe koͤmet / fo RE
— e
258 Das VL Cap. Wonder Teutfchen
die Nothwendigkeit / daß man folchesin
Deren verfafle: Wie mans auch mit
den Geſetzen alfo gehalten / von welchen
roch der Nahme N5u©- in der Poelie ge⸗
> blieben. Wie follten denn nun Die Teut⸗
ſchen nicht faͤhig geweſen ſeyn / ſolche Lie⸗
der zu machen? Daßer ferner vorgiebt/
es Fönnen die Teutſchen ſolche nicht vor⸗
zeigen / ſo beweiſet dieſes nichts / und
iſt das Gegentheil wahr. Es beweiſet
dieſes nichts. Denn da ſo viel tauſend
andere Bücher zu Grunde gegangen / da/
Teutſchland durch ſo viel Kriege verhee⸗
ret worden/ da die Nachlägigkeit letzter
Zeiten dieſe alten Lieder geringſchatzig
gehalten / da fie anfaͤnglich nicht auffge⸗
fehrieben. Wie folte es nicht möglich ſeyn /
daß fie vergehen fönnten? Daß ſie da 9%
weſen / bezeuget Tacitus, ein glaubwur⸗
diger KHiftorienfchreiber. Das Gegen’
theil erbellet hieraus denn «8 ſchreibet
Eeinhartus in vita Caroli Magni voll
ihm Barbara & antiquiffima carmina,qui-
bus veterum Regum adtus & bella can-
tantur, fcripfit memorizque mandavit.
Dieſe find ohne Zweiffel derjenigen et⸗
liche geweſen / deren Tacitus gedendt
eg iz $%
Poeterey erfien Zeil: 259
Wo find fie aber. nun zu finden! Joan-
nes Ayentinus, der fonft alle Bibliothecas,
und Archivadurchgekrochen/ hat im. dem
erften Buche feiner Germanie illuftratz,
die er verheiffen / und deren Innhalt
Gefnerus erzehlet/ handeln/ wollen / de
carminibus antiquis, ‚ quibus Cornelius
Tacitus uſus ed, & qua CarolusM. auxit,
recentiorescorrupere.. Uber 28 iſt von
ihin nichts anders/ ale feine annales Bo-
jorum hervor gekomen / und verſichert
Cifnerus, daß nichts mehr von ihm vor⸗
handen. In dem Rateinifchen finder ſich
von ihnen nichts hauptſaͤchliches / nur daß
er von. dein Tuilcone dieſes erwaͤhnet /
dag er die. Buchftaben erfunden/ quod
jura dederit , leges tulerit, carminibus-
que complexus fuggit , que publice & pri-
vatim cantarent. Er meldet aber nicht?
woher er dieſe Nachricht habe, er zeuget
auch / daß vondenalten Carminibus nod)
zinige in den Bibliothecis vorhanden.
Denn / ſo spricht er ib.» p. ı5.n. 40. Inge»
ramum & Adalogerionem, more n1aj0-
, rum, 9 celebrarunt Carmi⸗
nibus, quæ Bibliothecis exftant. In der
Tereutſchen Hiſtorie / die nach der Latei⸗
55 —— wiſchen
| u
A Te Fe
160 - Das Vi. Cap BonderZeutfhen _
nifchen heraus gegeben / un infonderheit
c deften erſtem Buche weiches er felbft ſehyr
vermehret / meldet er / daß er zu Regens⸗
burg in S. Heymeraus Kloſter / gu⸗
ge alte Lateiniſche Verſe gefunden /
Darinnen etlicher alten Ksvnige und
Helden Thaten beſchrieben wor⸗
Yen / die / auff Befehl Kaͤyſer Caro-
1 des Groſſen / von den alten Teut?
ſchen Tichtern ins Latein gebracht·
Aus denſelben fuͤhret er einige merckwur⸗
dige Dinge an / und iſt vermuthlich / daß
ſoſche aus den alten Teutſchen Liedern
zufammen getragen worden. In der⸗
selben Teutſchen Hiſtorie meldet
auch/ daß wie Der König Tue
zu Anreizung Der Ylachtommen/
die Gutthaten der Frommen IMIE
Liedern zu ebren befohlen / hatte
Aönig Laber geboten / daß man
auch von denen / die übels thaͤten /
damit fiefich ſchaͤmeten und beſſer⸗
gen, Kieder machere / Diefelbigen
bey Hacte Öffentlich auff, den
Gaͤſſen für den Haͤu fange!
wenn man Das Kicht; angezündet
hatte / darumb man auch er
6?
0 20 Eur 1.0 5 2 DE
RR
Poeterey erften. Zeit. 201
Geſanglichter genennet. Sind alſo
dieſe glaͤchſamb oatyren / und zu Verbefr
ſerung der Sitten. angeſehen geweſen. Iſt
ſchier eine ſolche Gewohnheit / wie bey
den. alten Aegyptern / bey welchen je
mand täglich des Königs Tugenden her:
außftreichen /und fein Verſehen entſchul⸗
digen muͤſſen. Damit er zuden Tugenden
angefrifcht / und von Laſtern abgehaiten
würde, In der Teutſchen Hiftorie des
Aventini find noch verichiedene Deter/
woſelbſt er der alten Teutſchen Lieder ges
dencker /die in der Lateiniſchen nicht Zu
finden. Alsdaer von den Hercule han:
delt lib. ı. p. 27.a fpricht ee / Solches
ift viel in unfern alten Teutſchen
Reymen / ſo der alten Teutichen
Chronica feyn/ angezeiget. Und p. 33.
b. Ipricht er von den alten Danbheufer.
Don dem alten Danheuſer und
feiner Reiſe / fingen und fagen noch
viel unfere Teutſchen / man beifl
noch die. alten Meiſtergeſaͤng von
ihm Sprichwortsweif/ Der alte
Danhaͤuſer. Er gedencket ferner da:
ſelbſt emige / die aus dieſen Hıflorier
Romainen gimacht und Kiebesfache
5; ll
62 .DasVI.Cap. Von der Teutſchen
mir Darunter gemenget / Dadurd) Die Hi⸗
ſtorien verfaͤlſchet worden. Ferner p.64
4..berufft er ſich auff Die alten Teutſchen
Rieder von den Landhelden gemacht. P-67-
a.ingleichen. p. 69. a. gedencket er einiger
alten Reime die von dem alten Teutſchen
Wahr ſager Meiſter Alberlang vor Ehre
fi Geburt gemacht / von welchem noch
thörichte Leute alber genannt werden, P.
93. a. findet ſich dies. Su Regens
burg in des Thumbitiffts Bundy
kammer / iſt gar ein alt Buch auf
Dergamen in Lateinische Spra⸗
chewoll befchrieben/ von dem al
ten löblichen herkommen der Bay:
ern) Das ſagt / daß die Bayern / al
lein Alexander unter allen im Nie⸗
dergang der Sonnen Nationen ab⸗
gefagt haben. fan bat ſolches
bey den Alten gejagt und geſun⸗
gen. Sehen wir allo bieraus/ Daß au)
Diefes alte Buch ſich auff die alten Car-
mina beruffe. P. ııo. b. da er von dem
Teutſchen und Bäprifchen Könige Dieth
handelt / berufft er ſich auff die alten
’ Teutſchen Banrifchen Reime und Chro⸗
nitken. Es moͤgen noch wohl einige er
| ere
wor Gr r,
EEREIDEIKERIDE
. * —— —— — — —— — — — — _ 4 —
*
4
Poeterey erſten Zeit.26
dere. Derter mehr daſelſt vorhanden
ſehn / die ich nicht angemerckt In dem
4. Buche feiner Teutſchen Hiſtorie p-289-
b. redet er von den Carminibus, die Ca-
rolusM: zufammen tragen laffen/ aber
er bedauret / daß der meifte Theildavon
verlohren / und bh rnach durch etliche
gefälfcher worden. Denn e8 iftden Als
ten nicht anders ergangen / als den
Neuen / die von frembder Seder fehr
verdorben/ und unzeitlich verneuert find.
Es gefteher auch Albertus Cranzius, daß
er / zum Behuff feiner Hiftorie/ die als
ten Carmina gebraucht habe. Hunibal-
dus’,der von den Francken eine Hiftoria
gefihrieben / hat aus den alten Carmini-
hus auch dag meifte zufammen getragen/
wie Trithemius ‘von ihm bezeuger / der
gar viel auff ihn hält und aus einigen
feinen Büchern einen Außzug gemacht.
Er fpricht/ Ex Carminibus & fcriptisFla-
minum ſuæ gentis.continuavit : Wafthali
hiftoriam:Jch weiß wohl / daß Voſſius und
viel andere dieſen Autorem vermerffen/
aber es fan doch wol wahr fein dag er
aus den: Carminibus, worinnen viel ers
tichtetes Wefens mit: unserläufft / ſeine
| ER: Hiſto⸗
"764 Das VI. Cap. DonderZeutihen
Hiftorien zuſammen getragen.: Dazu
iſt man noch nıcht ſo gar aus den Ro
mern und andern Hıftoricıs, was ung
Zeusfihe angeber / der Wahrheit verfi-
cbert. Es Fan dennoch / unter diefem
Fabelhafften IBefen / wohl etwas wahr
res mit unterfpielen / das nun fo leichte
nicht von einander geſchieben werden
fan. Chriſtian Hoffmann von Hoff
mans Waldau / da er in der Vorrede ſei⸗
ner Gedichte von dieſen alten Geſaͤngen
redet / fchreiber er biervon merck⸗
lid) alſo. Solche Gefänge find
nachmabls je. mehr und mehr
im Lauff kommen / und babenvie
‚de bey der damabls zimlich harten
und rauhen Sprache nicht üble
Gedancken geführet / wie noch in
vielen Rlöfter-Biblioch: fen/ als zu 8.
Ball’ zu Eichſtatt / zu S. Emeran in
Regensburg / und vielen andern
Orten mehr dergleichen auff Per»
gament zu finden iſt Es iſt traum uns
verantwortuch/ daß man dergleichen
Alterthüme fo gar im finftern ſtecken
löft und fie nicht zur Ehreder Teurfchen
ei Natıon hervor gegeben werden ——
| 5
1
—* |
al
Poetereh erſten Zeit. 2s
es denn koͤmmet / daß die Außlaͤnder un⸗
ſere Nadyräßigfeit zu ihrem Vortbeil
gebrauchen / und auch die aller deutlich⸗
ſten Beweißthuͤmer ſtreitig machen wol⸗
ien. Waͤre bey uns em ſolcher Fleiß / ſol⸗
che Dinge hervor zu ſuchen / der jetzo bey
den Schweden iſt / welches an ihnen zu
loben / die faſt alle Winckel ihres Landes
durchſuchen / umb etwas von ihren anti⸗
qu'täten zu finden / wir würden auch
daB ungrige zeigen koͤnnen. Man findet
bergegen bey den unfrigen wohl fo un
artige Leute / diedie alten Schrifften lies
ber die Motten und Mäufe verzehren
laſſen als. daß fie jemand: ihre Arhiven
und Bibliothefen durchſehen Taflen/ mie
dern Aventinus fehr darüber fiager. Hins
gegen in Schweden ift ein eigen Collegi:
um antiquitarum bon den: gelehrteften
Leuten angeftellet 7 die bierinnen allen
moͤglichſten Seig anwenden. Es ſetzet
Herr Rudbeck aus Taubmanni Vor⸗
rede in Culicem Virg:lianum, mager das
ſelbſtvon etlichen Gedichten / die zu Fri-
derici Barbaroſſæ Zeiten geſchrieben / her⸗
bey bringet /adlevandam Germanorum
(ivieer ſaget) ſummam inhis rebus ino⸗
Es piam,
ln nn Zu in 5 2 4 hu 0 N Bl 5 en
366 Das V Cap Von der Teutſchen
piam, die er doch als neue verwirfft/
und welche mit den Schwedifchen. nicht
zu vergleichen.’ Seget fo fort daraufj/ /
Verum enim’vero, noftraipforum fponte
largiemur eispo&ma multoantiquius , ſe-
culorum nempe octo ex Ottfridi Evange-
ls. Als wenn den Teutfchen diefes fo
unbekannt / und niemand ſolches vor»
bin geſehen / num aber erftlich von einem
Augiänder deshalben Bericht empfau
gen müften. Ausdiefem angeführren er
ſcheinet / daß dennoch fo gar nicht daß
Gedächtnis der alten Teutſchen Sefam
ge verlofchen/wie Herr Rudbeck ſolches
bebäupten will / als wenn ihn alle und
jede Heimlichkeiten der Teutſchen Archi-
ven klar vor Augen legen. Dem ek
fpricht / Germanis Carmina, Tacito me-
miorata, prorfus defünt,' quorum aliquot
eenturias ex mMonumentis noftris', fi ita
ufüs exiget,, eruemus; talium vero car-
minum, qualia in lucem protulerunt Ot-
tofredus/ & Taubmannus‘, daturi eri+
mus myriädas.' Wir laſſen dahin geſteb⸗
let ſeyn mas von dergleichen antiquita⸗
ten in Schweden / vorhanden / meinen
aber / eg ſollte gleichfalis Feine geringere
Un au“ * Anzahl
und Un
an aldn |
umd UM £
a a ir ah ar Se re
Poeterey erſten zeit __ 267
Auzahliben ung hervorkommen / wenn
. man alles auffs genaueſte ſuchen wollte.
Zudem würde es / wegen Des eigentlie
chen Alters / noch viel zu erörtern geben-
Erzieher an offt erwähnten DOrteausdes |.
Herrn Verelüi Anmercfung in Hervara |
Saga ein Carmen an / welches er vor ſehr
alt hält / aus dieſer Urfache/ weil die
Wörter fo fehr vermorften / und der
Verſtand verftecker / und dergleichen / ſa⸗
get er find die Carmina geweſen / deren
Tacitus gedendfet / in quibus inter vetu-
ftatis figna, mie er fpricht / non poftre-
mum locum obtinuit anigmatica illavo-
cum trajedtio, qua vetuftiillimorum poe&-
tarum Gr&corum & Latinorum fcripta
longifflime fuperant. Nun möchte ich
wohl defjen den geringften Beweiß ſehen /
warumb die Berfegung en Kennzeichen
des Alters ſeyn ſollte Die SGriechifche
und Lateiniſche Sprache kan hier nicht
zum Exempel gebrauchet werden / denn
die gantze Zuſammenſetzung der Spras
che iſt anders als die Teuffche und
Schivedifche / die der Natur-folgen. In
Griechifcher und Lateiniſcher Sprache/
bat die Kunſt seine andere A ge
I NS Ä etzet
a Zi u re ee -
2ez ¶ Das VI. Cap. Don der Teutſchen
ſetzet / und emen numerum gegeben /
woͤr nach fie ſich richten muͤſſen. Diele
Außmeſſung der Grichiſchen und Latei⸗
niſchen Verſe / und die Verſetzung der
Woͤrter / halte ich vor eine neuere Erfin⸗
dung / als die Troachiſchen und Jambi-
ſchen metra. derer ſich die Teutſchen und
andere Voͤlcker gebrauchen / denn Diele
find in jener Sprache auch eher geweſen
als die andern ınetra ‚und werden ſie mit
dergleichen furgfmlbigen Sprachen ge
bohren. Aber hiervon in folgenden eilt
mehrers. Es läft ſich diefeg eben ſo leicht
verwerffen / ale bejaben. Das Exem⸗
pel wollen wir hieher ſetzen / |
—
— SS
Satur fa er hakon heitit
14 te
Han rakir Kid bannat
13 11 12 20
Jord Lan frelſa fſindum
8 I 9
Frid⸗roſz kongar oſßza
22 1 23 17 2f
Sialfur ride alt och Elfat
19 a1 24
Eira ſtillir a⸗milli |
29 30 26 31°
Gramur ofgifft ad fremi
; 27 Gand⸗
| Poeterey erſten Zeit. ___ 269
Alpe, = EpAATASREN Leuzenii ni)
Gandwitz Jofur landi
In Lateiniſcher Sprache hat ers auch ſo
ausgeleget und die rechte Conſtruction
durch die Zahlen angedeutet /
nu u? 4 J
Facit ille qui Haquinus vocatur
14 15 16 7
ille populum regit, prohibere
X 12 —
patriam poteſt defendere provincias
b 9
_pacis-rupturz Rex infolentiam
22 18 23127
ipfemet adminiſtrat omnia & Goth-Albim
19.20 24
Solus repit inter
20 > 30 26 31
“ Rex valde-virtuofus & praaliis
27 10 | 28
Gandwicum Terre Dominus provinciam,
Es finden fih dergleichen mehr / in den
Arnumerckungen des Herrn Verelii über
| Gotrecks und Rolfs Hiftoriam p. 56. 57.
72.73. woſelbſt er berichtet / daß diefe Arc
des Carminis Refrun genant worden. Daß
einige derfelben jo gar aͤlt nicht find/
it daraus abzunehmen / weil fie seichrie
R / en
N ae Te — —
270 Das Vl Cap Von der Teutſchen
ben / da der Chriſtliche Glaube in Schwe⸗
ſchon auffgefommen. Es ſcheinet viel⸗
wehr / dag / da die Nordiſchen Poeten
gar viel metraerfunden / ſie ein ſolches
Metrum außgedacht / das in ſolchen Ver⸗
ſchrenckungen der Woͤrter beſtehet / auch
deßhalben Retrun iſt genannt worden.
Wie man auch die Runen: in den Über?
fhrifften der Gräber verworften / und
darinnen fonderliche Maß geſetzet / ſol⸗
che wurden Villurunen genannt / und
faget Verelius. in Runog. c. 12. davon /
—* antiquis ignoratum fuerit hoc arti- |
cium. Olaus- Wormius hatin feinemap-
pendice literatur Runicz unter ſchiedli⸗
che Arten ſolcher logogriphorum vorge |
fieller / und / auff was Weiſe folche 8%
macht werden / angetviefen, Iſt allo/
meines erachtens / dieſes kein gründle
cher Beweiß ihres Altertbumbe / und
wolte ich eg vor eine neue Erfindung
halten die zu der Zeit auffgekommen /
wie man in der Laͤteiniſchen Sprache
mit den verßbus quadratis 5 cubicis, PA-
lindromis beſchaͤfftig geweſen Doc ſtel⸗
le ic) ſolches zu weiter er Unter ſuchung⸗
und will ich umb das Alterthumb der
* | Schwe⸗
Poeterey erſten Zeit. u _271
Schwe diſchen Poeſie nicht ſtreiten. A-
ber man muß hieraus nicht gleich den
Schluß machen/ bey den Schweden hat
man ſolche Kieder gemachet / dar⸗
umb find fie bey den Teutſchen nicht
gemwefen. Denn es kan beedes wahr jenn/
und find die Schweden den Teutſchen
hierinne nicht entgegen zu fegen / Die eb
nerley Urſprung / und indem Grund ei⸗
nerien Sprache haben. Von denalten
Gothen bezeuget Jornandes eben daſſel⸗
be/ was Tacitusvonden Teutſchen / daß
fie ſolche Lieder zum Lobe ihrer Helden
gefungen. Es ift gar ein fehlechter Grund /
wenn Herr Rudbeck ausdem Wort Bar-
ditus , welches er von dem Schiwedifchen
Barda,vulnerare, herführet/ beweiſen will/
esmüflebloß von den Schweden verftan-
den iverden / was Tacitusfagef. Sunt il-
lis hæc quoque carmina , quorumrelatu,
quem Barditum vocant ‚accendunt ani-
mos, füturzque pugne fortunam ipfo
cantu augurantur. Denn; marumb folle
teeben von dem Wortearda, vulnerare,
ſolches herkommen / denn / von Wun⸗
den und Todtſchlagen / pflegt man nicht
| leicht folche Lieder zu nennen fondern
| | von
272. Das VI.Cap. Bon der Tentihen
von Fechten oder Streiten. Die Dänen |
nennen fie viel eigentlicher Kiempe⸗
Wyſar / bey weichen foiche Krieges:tie
der auch gebraͤuchlich / derer auch noch
einige vorhanden / und in einem Buche:
verſamblet bervorgegeben find/ woraus
noch Thom Bartholınus der Jüngere/in
feinem Buche de Holgero ‚Dano p. ou
eines anführet. Sch will hier niche ans
führen’ was einige von den alten Bardıs,
Die ſich / ſolche Lieder zu machen / gebrau⸗
chen laſſen Nicht Jo gar unwahrſchein⸗
lich anführen/.alg Elias Schedius de Rs
Germanis Syugram⸗. cap. 4ı und Cy⸗
riacus Spangenberg in emem abſonder⸗
lichen Buche von denfelben welche davor
halten / daß der Ort Bardewick von ihnen
ſo benahmet ſen / woſelbſt ſie ihren Sig ge.
habt habẽ / der Barden Creich. Es hat
Henricus Meıbomius, m ſemer Hıftoria
Bardevici, hiervon eine andere Meinung /
uñ laſſen wirsan feinen Der geſtellet ſeyn /
denn es ſt die echo des Wortes Bardıtus
noch ziveiffelhafftig. Einige MSta haben
nicht Barditus fondern Barritus, und fine.
den wir dafjelbe Wort ben dem Vegetio uñ̃
Ammiano Marcellino etliche mahl *
tin ice
x
a ”
r 7
4 4
MWMecterey erſten Zeit. = __ 3273
dieſe Art geſchrieben Und hat dieſer in⸗
ſonder heit den Barritum ſo beſchrieben /
dag man eigentlich ſehen fan / daß es
mehr auffiden Schall als auff die Lieder
gehet. Er ſaget / es ſey clamor ipſofer⸗
vore certaminis identidem exoriens, qui
paulatim adoleſcens, ritu extollitur Au=
ctuum cautibus ilſorum. Welches ſo ei⸗
gentlich beſchrieben iſt / daß man auch den
Urſprung des Wortes hler aus abnehmen
kan Kilianus,infeinem Dietionariohers
Fläret das alte Teutſche Wort alfo/ Ba⸗
ren / Beren / gebaeren. Barüitummer
dere, ſublate & terociter clamare höre
urſorum. Lipſius ſchlieſſet daher /daß
die Wellen den Nahmen Baren bey den
Niederlaͤndern haben Aundift mercklich /
daß Ammianus Marcellinus den Schall
mir den. Wellen vergleiche Es bezeu⸗ |
get auch die Endung des Wortes
die, Lateiniſch iſt / daß es muß von
dem Schalle verſtanden werden/
welches aus den Worten hinnitus, tin⸗
nitus, &c zu ſehen. EB fuͤhren quch
einige aus dem Aventino an / daß ſolcher
Thon der lermenden und ftuͤrmenden
Barrit geheiſſen davon nor einSt el"
/ 2, 8 Das
|
- ——— — —
254 Das VI. Cap Don der Teutſchen
das Baarlauffen / vorhanden. Es
feynuny wie es wolle / ſo iſt endlich un⸗
fere Meinung ſo gewiß / wo nicht gewiß
jer / als der jenigen /die es vom Schwedi⸗
ſchen barda herfuͤhren. Inſonder hett /
da Vegetius und Ammianus Marcelli-
nus merklich unferer Meinung zu hilf
— — — — —
—— — —
fe kommen. Zu dem koͤnnte jemand noch
zweifeln’ ob es nothwendig ſey / aus Taci-
ti Worten dieſe Meinung zu faſſen / dab
Die Teutſchen es Barritum genennet/ denn
Die Worte / quem Barritum vocant, föns
nen wol auff die Römer gedeutet werden
daß die Römer den Schal alfogenennet
vor den Barris , oder Elephanten/ qui
barrire dicuntur.' Aber es jind die auß⸗
drücklichen Worte bey ben Ammiano
Marcellino , daß die Barbari: den Schall
nennen: Daß ich auff’die alten Helden»
gefängemwieder koinme / fo iftfein weif⸗
fel / daß ſie vielſchoͤne Lehren in ſich ge
habt haben / und iſt auch daraus zu ſchlieſ⸗
je / daß die Teutfchen nicht folche Bar-
ari getvefen / als die hofferrigen Grie:
— und Römer fie außgeſchryen. Es
nicht gläublich / daß die Teutſchen gar
von feinem fehreiben gewuſt zu Zeiten
dacıtı
Bu. |
Poetereh erſten geit. 276
Taciti , denn es ſcheinet / er habe ſich
fo gar viel nicht darumb befümmert. Er
führet doch ſeibſt an / daß man in Teutſch⸗
jand Griechiſche Buchſtaben gefunden /
welches auch Cæſar bezeuget. Es koͤn⸗
nen auch wohl des Laciti Worte / lite-
rarum ſecreta pariter Viri feminzque
ignorant,de literatura fecretiore ver ſtan⸗
den werden / wie fie Heigius quæſt. il-
luftr. 7.Jhb.1.n. 60 verftehet / nicht ‚aber
von den Buchſtaben. Viel weniger iſts
zu glaͤuben daß von Carolo M. erſtlich
die Teutſche Schrifft ſolle A! ſeyn /
wie einige wollen / die Melchior Golda-
ſtus, in der Vorrede ſeiner Anmerckun⸗
gen auff die Paræneſes, deßwegen auß⸗
lachet.Diefer ſchreibet von den alten Car-
minibus alſo. Imperiti, imo ridichli , qui-
cunge exiftimant,,breviculas fuifle can-
| tandi formas, adinftar nunc vulgicanti«
‘ lenarum; hercle non magis, quam vel
Homeri poemata ac Virgilii. Cujusmo-
| di fünt, quæ ex media antiquitate cir-
| cum.feruntur carmina de Ottnite Longo-
| bardo,de Wolftheodoriche Greco, de Gibicho
\ Wangione, de Laurino, de Theodorico Feronen-
1 ade Hiktibrando Gottho. de Sigfride Agrippi-
L | 82 menf,
ES N VER EENE ER UHRDDEILHCHEAN EEE" » . NEL VEENEEE
256 Das VI. Sap. Bon der Teutfihen
ze
zenfi , cognomento corneo, de Eckio, de Eikar-
do Aljato, de Ernefto Auflrio ‚an Bavaro ‚A-
bin, que nec dum in manus noftras pervene-
re. Diefeg ſchreibet er zwar » aber es
find doch nichts / als Muthmaſſungen /
denn weil ſie geſungen worden iſts nicht
glaͤublich / daß ſie ſo gar weitläufffigge
weſen. Don diefen / vermeinet Berneg-
ger quæſt. 6.in Taciti Germaniam waͤ⸗
ren die (0 genannten Meiſtergeſaͤnge
und rieifterfänger herkommen wes⸗
che Beiftliche und Weltliche Hiftorien in
Keime gebracht / und Ddiefelben in Zu⸗
fanmenfünfften öffentlich gefungen/: Den
Trithemium vor ſich anfuͤhrend / der / in
iner Hiftoria Francorum, ſolcher Mei
nung zu fenn ſcheinet · Mos erat ( faget
er ) majoribus noftris, Francis & Germa-
nis, ut Heroum facta vel dicta memora⸗
tu digna , per Sacerdotes templorum pa-
triis commendarentür carminibus, in
quibus difcendis,memorandis & decan-
tandis juvenum excitarentur ingenia;
uæ conſuetudo multis duravit arinis;nec
hodie dekecit. Ich ſollte aber mein en / daß /
zu der Meifterfänger Zeiten! der meiſte
Theil der alten Carninum ——
we ren
er
Poetereh erſten Zeit. _ m__ 277
ren / und diefe vielmebr ihrem eigenem
Triebe / als dem Exempel gefolget / denn
dieſe nicht über zoo. Jahr alt find. Es
nennet zwar Aventınus in feiner. Teufs
ſchen Hiftorien 1.Buc) p. 21. b. die alten
Rieder Meiſter⸗Geſaͤnge / aber nad) Ge⸗
wohnheit feiner und der nachgehenden
zeit Denn er ſpricht: Bon Anfang/
ange Zeit hernach haben die Alten/,,
mas fie gefehrieben haben wollen / und,,
aufgeben laffen/nur in Reimeund Ver⸗
fe verfaſſet / find gut zu fingen /- zu mer=,,
cken und außwendig zulernen Zıbegreifz,,
fen mit furgen Worten viel / heiſen wir,,
Meiftergefänge / welche aus Befehl uns,
terer alten Könige / und Kenfer / von,
den Helden Teutfches Landes befchrier,,
| ben worden auff Poetifche art. Man,
moͤchte ſich wohl die Muͤhe nehmen / alle
das ſenige / was hiervon iſt / wie gerin⸗
| ge es auch ſeyn mag / auffzufuchen / und
bey zu behalten’ denn folches bigmeilen
einen unvermutblichen Nutzen in der
Hiſtorie gebenfan. "Bon dem Palmerio
de Grentemelnil, einein gelebrten Fran⸗
tzzoͤſiſchen Edelmanne/ der vor Furger Zeit
gelebt /und in SEEN fi) beruͤhmbt
83 ge⸗
|
|
|
Ab —
| —
|
I a nung Alt San
— — —
—— e — — — — — — —
—“ wird in Beſchreibung ſeines
Lebens / die feiner Græciæ antiquæ vor⸗
geſetzet / dieſes ſonderlich geprieſen. Non
ſprevit proprias cujusque provinciæ lin-
guas, rudes licet & inamænas, quin plu-
rimarum proverbia, & ſelectiores canti-
unculas diſcere non eft dedignatus. Von
demſelbigen wird auch daſelbſt geſaget /
Germanorum & Anglorum linguas fa-
miliares habuit, ut multa ex iis arcana
erueret. Diefes haben in allen Voͤlckern
die beften bemärtheften Leute gethan /
und bey den Teutſchen ift diefes fo gar
hindan gefeget / daß / wenn wir nicht den
eintzigen Goldaftum gehabt / wir nichts
haͤtten vorzeigen Fönnen. |
Ba Has VIL Cap.
Bon der andern Zeit der
Teutſchen Dog.
Innhalt.
Ndere Zeit wird von Dem Carolo M. an⸗
WER rechnet. Carolus M, hat ſelbſt Lateini⸗
- sche und Teutſche Carmina gefchrieben.
Seine Teutfche Grammatica. Ob er Die —*
en
272 Das VI Cap. Dot der Teutſchen
®
— ee an;
— —
—
Poeterey andern Zeit.28
(chen Buchſtaben zu erſt erfunden. Vor Chil-
— aben die Francken ſchon Buchſta⸗
en gehabt. Strikers Teutſches Buch von den
Thaten des Caroli M. Die ; ige Schrifft in
Zeutfche Reime uͤberſetzt / auff Ludovici I, Ber
fehl. Das Neue Teftament/ auff Caroli M. Ge⸗
heiß / ind Teutfehe uͤberſetzet. Etliche alte Teut⸗
cheMonumenta , das Gebet Des HEren/ Sym-
olum Apoftolorum , der Pfalter Davids. Ci
ne neue Teutſche Paraphrafis thythmica des
Neuen Teftaments / eine andere des Alten Te⸗
ftaments aus dem Theodoro Bibliandro, Mel-
chior Goldaftus gedencket auch einer Davon es
zweiffelhafft ob es Diefelbe, Hottingerus er>
mähnet noch eine andere. Ottfridi Eyangelia in
Zeutfchen Verſen. Au welcher Zeit er gelebet,
&ind von Matthia Flacio —— Lam-
becius tadelt dieſe Edition, Die Vorrede Dies
ſes Buchs. De Verſe find zwar rauh / aber doch
oller Geiſt. Seine andern Schriften. VVil-
lerami Teutſche und $ateinifche Paraphrafis
über das Hohelied Salomonis. Von
Paul. Merula heraußgeben. Koͤmpt mit dem
Wieniſchen MSto nicht überein. Fr. Juni Ans
merckungen darüber, _ Die Teutſche Poeterey
unter dem Friderico Barbarofla in das höchfte
Anfehen gebracht. Poetiſche Spiele /von Kay⸗
fern und Koͤnigen angeſteilt. Ob die Teutſchen
die Frantzoſen darinnen zu Vorgaͤngern ge bt.
Soſches wird gelaͤugnet / und das Gegenfpiel
wieder den Herrn Cafancuve: behauptet.
ER. - 84 Teutſch⸗
Deutſchland ſind eher Catmina gefchrieben / als
"bie Provengal.Poetenauffgefomnten..Dieinder
Provenceiund Languedoc haben Lieder / auff
ihre tapffere Helden / gemacht. Welches fie ohne
Zweiffel den Teuſchen nach gemacht. Ihre Ca⸗
lender wurden au Stäbe gefeinitten. Welches
bey dem Gothen auch gebräuchlich 'geroefen. Des’
Winßbecken Carmina merden gelober/undden
Griechiſchen und Lateiniſchen gleich geſchaͤtzet.
are zu wuͤnſchen / daß noch alle dieſelben Car -·
mina vorhanden waͤren. Es werden ihrer viel
aus dem Melchiore Goldaſto erzehlet / Koͤnige /
Dur m Grafen’ Freyherrn / Edele. Das Helden⸗
ch. Die gelehrte Poetria Hrofvvita: Keime)
von dem Heiligen Annone mit Opitzens Anınerz
ungen heraus gegeben: Catonis Diftichaübers
feßet. Wunſch des: Autoris, daß von den groſ⸗
fen Herrn dieſe Teutſche Antiquitaͤten beſſer her⸗
vor geſucht moͤgen werden. J. F. Gn. des Herrn
84 von Muͤnſter Monumenta Paderbor-'
nenlia, ein trefliches Exempel vor. andere gun
‚Ten und Herrn / umb die Alterthüme ihrer Lane
der zum Worſchein zubringen. Die Poeterey iſt /
‚Durch einfallende Kriege / auß den Haͤnden der
Groſſen / Fuͤrſten und Edelen unter den Poͤbel
Meiſter⸗Sanger. Ihre krivilegien /
285° Das VIl Cap· Von der Teutſchen
reyheiten / Ceremonien / Meiſter⸗Saͤnger⸗
ran. Pritſchen⸗Meiſter Benedickt Edlbeck
Siber/ Pritſchmeiſter. Ein altes Lied von dem
Anrhyrio, Verſchiedene tragmentaalteeBer2
J fe guff Pergament geſchrieben. Eine alte ng f
T-
kıstk.
FT Dr 2 —— y re
J
vpoeterey andern geit281
ſiſche re eg von Trimberg hat
ein Buchigefehrieben der Menner genannt, Iſt
ſehr unterjchieden von: dem MSto, des Herrn
Marg. Gudii.- Deffen wird eine Probe gegeben.
Agricola ‚in Der Vorrede ſeiner Spruͤchwoͤrter /
erwehnet einige alte Teutſche Schrifften. Eck pon
Repkovv Poetifche Borrede des Sachſenſpie⸗
gels· Gemengee Teurfehe Reime mit den Lateiz
niſchen Exempel ſolcher Carminum. Petri Dres-,
denfis Gefaͤnge. Jacob Freidanck. Sebaſtian
Brand. Felix Hemmerlin: Melchior Pfintzingen
Ritler Theurdanck Reincke Voß. Deſſen Aus
or, Wird ſehr geruͤhmet. Iſt Feine Kranker
e
fiche/fondern Teurfche Erfindung. Eſelkoͤnig.
Rollenhagens Srofchmäufeler. Hans Sachſens
oeteren, Bar / ein Lied. Johan, Domans
jed / son der alten Teutſchen Hanſe.
Je Andere und mittlere Zeit muß /
von Carolo dem Groſſen an / ge⸗
Srechnet werden / fo garı daß von
ihm ſelber der Anfang gemacht werde.
Er hat die alte. unbeſchriebenen Geſetze
feiner Voͤlcker zuſammen fipreiben laſſen.
Er hat eine Teutſche Grammaticam zu
ſchreiben angefangen / umb zu erweiſen /
daß er zugleich ein König und Lehrmeifter
feines Volcks wäre. Er bat die alten.
Teutſchen Gedichte / wiedroben gedede
ee 85 au
232 Das VI. Cap. Von der Teutfchen |
auffzeichnen laffen. Er hat alle Wiſſen⸗
ſchafften außgeuͤbt / hohe und niedrige
Schulen vor dieſelben geſtifftet. Er hat
wohl in Latemiſcher / als Teutſcher
Sprache Carmina geſchrieben / welches
das Chronicon Mindenfe von ihm bezeu:
gef p.ıcı. Es wird demfelben/ein Epi-
taphium zugefchrieben / welches er auf
den Ruland gemacht haben fol: Aber
Dem fabelhafften Turpino fan ınan nicht
ficher glaͤuben. Borell, in der Vorrede
feiner Recherches d’ Antiquites Gauloi-
fes & Francoifes , berichtet / daß Carolus
M. Hiftorifche Verſe von Frandreich
gemacht / und Zwar in Zeuticher Spra⸗
che / aber er bringet deffen Fein gewiſſes
Zeugniß /fondern er berufft fihnur auf
ein gemeines Gerüchte. Es ift aber durch»
aus nicht glaͤublich / daß CarolusM. zum
erfien die Teutſchen Buchftaben follte
erfunden haben / mie einige wollen.
Dei Gregorius Turonenfis fehreibet von.
dem Chilperico, einem Könige der Fran⸗
den 1.s.c.45. Addidit & literas literisno«
ftris, id efto, ficut grecihabent, ae, the,
xuui, quarum charadteres — |
auch feibft die Jeder angefent / und fo |
Poeterey andern Zeit. 283
hi fünt o.x.2z.n, Et mifit epiftolas in u-
niverfas civitatesregni lüi , ut fic pu-
eri docerentur , aclibriiantiquitusfcri- -
ti, planati pumice referiberentur.. Wei
nun diefes von der Teutſchen Sprache
muß verfianden werden / und allhier der
Bücher / die von alten Zeiten her ge⸗
fehrieben/ gedacht wird / ſo muß Teutſch⸗
land lange zuvor feine Buchſtaben ges
habt haben welches allerdings audy dee
Wahr heit gemäß zu feyn fcheinet. Sonſt
bat man insgemein die Lateinifchen
Buchftaben gebrauchet: Es ift noch ein
altes Zeutfches Werck vorhanden, deflen
Goldaftus offt gedendfet/ und Lambecius
Erwähnung thut in lib. 2. comment. de
Biblioth. Vindobonenfi, von den Thaten
des Caroli M. und des Rulands / deſſen
Derfertiger fich Striker nennet/ und iſt
dieſes drüber gefchrieben / diz Puech ift
von Chunich Karl und von Ruland ge-
macht, vvie fie diu heidenfchaftt uber-
chomen. €8 ift aber diefes Buch. nicht üs
ber fechftehalbehundert Jahr alt / wie aus
Goldafti Anmerckung uͤber die Parsneſes
p. 361. zu ſehen. Caroli des Groſſen Sohn /
Ludovicus, hat ſich zu erſten bemuben
| ie
284 Das VI. Cap. Don der Teutſchen |
die dange Heilige Schrifft in Teutfche
Verſe zu bringen / damit auch das gemer
ne Volck den Verſtand haben / und ſie zu⸗
jleich dein Gedaͤchtniß einverleiben koͤñ⸗
te. Diefes erwaͤhnet Andr. du Chefne
tom. 2. p. 326. ivelcher/ aus der Vorrede
eines alten / in Sachfifcher Sprache ge
fchriebenen / Bucher digfes zum Zeugniß
angeführet. Cum divinorum Ihbrorum
folummodoliterati atque eruditipriusno-
titiam haberent , ejus ſudio atque impe-
rii ternpore, fed Dei omnipotentia atque
inchoantia mirabiliter attum eſt nuper, |
üt cundtus populus ſuæ ditioni fübditus
Theudifca loquens lingua, ejusdem dive
næ lektionis nihilominus notitiam acce-
perit. Præcepit namque cuidam uni de
— Saxonum,quiapud ſuos non igno-
ilis vates habebatur, ut vetusac Novum
Teſtamentum in germanicam linguam
Poetice “transferre ſtuderet: quatenus
non folum literatis verum etiam illi.
teratis facra divinorum pr&ceptorum
le&tio panderetur.° Es wird dieſes
Werck ferner gelobet/ und diefes hinzu
geſetzet. Juxta morem vero illius po6-
matis omne opus per vitteas diſtinxit,
Als). quas |
JaleRalen
NNIPrTmsIprS
|
|
Bm 0232<„Z —
Poetereh andern geit. 288
quas lectiones nos, vel ſententias poſſu
mus appellare. Dieſe iſt ohne zweiffel DIE
ältefte Überfegung / die in den Hifforseit
zu finden / nur daß von CaroloM. einige,
melden/ob hätte er das Neue Teſtament
im Teutſch überfegen laſſen und Geſnerus
in feinem Mithridate p· 46. gedencket /
es wären die Pfalmen Davids zu Der,
Zeit verseutfcht noch in Dein Klofter Sa
Galli. vorhanden. Rhenanus ſchreibet
dem; Valdoni , Epifcopo 'Frifingenfi ‚die,
Uberfegung der Evangelien zu / ſo im
Jahr 800. gefchehen. Man; har auch noch
daß Gebet des HErrn / das Symbolum:
Apoftolicum, zu der Zeit / oder noch
vor der ſelben / geſchrieben fo aus der
Bibliotheca Vaticana hervor: gekommen/
welche Marquardus Freherus mit. Ans,
merctungen heraußgegeben / und welche
auch bey dem Winckelmanno , in feiner,
Notitia Weftphali&. 1. 3.0.7. zu finden.
Man hat auch noch einige Anglo-Saxo-,
nifche Pſalmen / welche Joannes Seldenus,
mit feinen gelehrten Anmerckungen ges,
zieret. Auch ift eine Saxonıfcheund Hoch⸗
teutfche formul deß Symbolivom Box-,
hornio herauß gegeben Lambecius hat
— m
23€ Das VI. Cap. Von der Teutfchen |
in lih.2. commi deBibl, Vindobonenfi c.
.p.38. Noch eine Teutfche Beichtitor-
mul;die Carolus M. gebraucht haben fol
und p. 388. Die Er zehlung deflen was zwi⸗
Shrifto und dem Samaritanifchen Weis
be vorgegangen / in alter Teutſcher
Sprache. Es wundert mich daß Hot⸗
'ingerus, da er Bibl. Theolog.l. i. c. 3.f0
fleißig iſt / in den vielfältigen Uberſetzun⸗
gen der Biebel hervor zu ſuchen / Die
fer / die von dem Ludovico 1. angeftel
jet / nichts gedencket Es iſt aber ver
murblich / daß fie verlohren gegangen.
ch habe zwar einige Saͤchſiſche Uberfen
Kung Des Neuen Teſtaments / oder viele
mehr / eineparaphrafin rhythmicam ge
ſehen / die aber viel neuer geweſen / und
mit vielandern Erzeblungen vom Leben
Ehrifti/ die inder Bibel nicht enthalten/
permifcht. Thheodorus Bibiiander , in fe#
nem Buche de ratione communi omni-
um linguarum p. 49.bat auch einer Poe⸗
tifchen Uberfegung des Alten Teſtaments
gedacht. Legi vetus inftrumentum, ver
fibus germanicis redditum & Rodolto
quodam , oriundo ex familia, quæ no-
men habet ab eminente arce in Rhatia,
5 quam
JGKId
JerT?
TE — u Te T——
quam vulgus nominat hoben Ems / id»
que rogatu & juſſu Regis Chonradi, fil.
Friderichi ſecundi Cæſaris Auguſti: qui
verſus orthogaphia, verbis, inflexione,
ſtructura modoque carminis difcrepant &
præſente confuetudine. Id quod unoex-
emploperftringä:namde fideGabeonitis :
ä Jolua & cæteris Ifraelitis data fic canit:
Swel man den Ban GHDtts breche
Daß man es an ihm raͤche
proillo,quodfermonunc ufitatus diceret:
Welcher Mann den Gottes Ban braͤch
Das man es an ihm billig rad.
Diefe ift aber / wie er ſchreibt / viel jüne
ger sund in Hochteutſch gefchrieben. Mel-
chior Goldaftus Tom.t. Rer. Alemanicar,
p. 198. thut audy hiervon eine Ermähs
nung / und berichtet/ daß fie in der.Scho-
bingerifchen Bibliothec vorhanden. In
ſeinen Anmercdungen über die Teutſchen
Parznefes, führet er viel aus einer Pa-
raphrafi veteris Teftamenti an / aber er
nennet den Autorem Anonymum anti-
quiſſimum, denn er felbft doch in feinen
AlemannicisRudolphum ab Ems genanit/
daß ich alfo in Zweiffel ſtehen muß / ob
es dieſelbe / oder eine andere Bm
—
TEEN —ſ
” — |
J
Das Vin Cap Von der Teutſchen
his fen. Doch ſcheinet jenes glaubwuͤr di⸗
ger / und fan es vielleicht nur ein Ge⸗
dachtniß⸗Fehler ſeyn / wiewohl dieſes be⸗
dãchtlich daß er ihn antiquiſſiwum neñẽet /
da doch die andern / benebenſt angefuͤhr⸗
‚ren Zeugniſſen / gleiches Alters find. Hot!
tingerüus erwaͤhnet am vorigem Orte eb
ner ändern 7. die er vor fehr "alt haͤlt /
aus welcher “ihn einige frägmenta zu
Handen kommen / deren eins wir bieher
ſen vollen / aus der Hiftoria von
SToreph. 2 ——
Do der hunger ſere / ie mere und aber meere. | E50;
Begunde hertin ober, dü lant. und niemand nicht, torniß vant,
Das liyt in hungers nof began. den Kunic ſcere ruͤſſen an.
Daz er in hiede geben da. Die notdurfte die hietz er ſa.
-Daz ſi zu Joſebe giengin. und von im da enpfingin.
* Korn und fpife daz gefihach. die fehiure man offtienin fach.
Da ſ hs vertoften korns vit. Naht un tac un alliv zil.
Watz umbe in vil groz gedrang daz livt vil grozirhunger twanc.
Daꝛ fie golein durch hungers not. daz Ar not ſwie mans
Seſeph eiwan in turtzim zit. goldis und fibers vit | ;
B bindic richir maze bil. daz ez was meer danne vil.
Bn der. Kunic ſo richite. daz ſih im niht gelichete. |
Banner mie dem ra inen Mann. ſo ſere uchin began,
Dazʒ ſin gůt wůchs un fin gewalt. an wart mit richait manicvalt·
Zu des Lotharii J. Zeiten/ bat gelebet
Ortöfriedus ein Muͤnch des Kloſters Weiſ⸗
fenburg / bat aber zu Lodoyicı Il geiten
erfilich die Evangelia in alten Teutſchen
erſen heraußgegeben / und Dem Lunch
berto
—
*
0%
RE N |
| 4
= W
Poetereh andern Zeit... 289
berto , Meingifehem Ergbifchofle / uger
fhrieben. Er war, des Rabanı N auri
Lehraͤnger. Iſt alſo vielleicht ein gehler
der flüchtigen Feder / daß, Herr. Hoff:
mann / in der Borrede feiner Getichte/
ihn unter de zein des Lotharuund Frie⸗
drichs ſetzt / wodurch niemand anders /
als Lotharius Lund Fridericus Barbarof-
fa, fönnte.verftanden werden, Aber ee
bat vielleicht an ſtatt Friedrichs den Nah⸗
men Ludewig fchreiben. wollen. ‚‚Beatus
Rhenanus.hat zu. erft diefes Buch gefun⸗
den / wie er felbft in feinen rebus Ger-
manicis erzehlet. Hernach hat es Mat-
thias Flacius Ilyricus zu Baſel herauß⸗
gegeben / unter, dieſer Uberſchrifft / Ott⸗
tridi- Evangelium „ liber veterum Gexr—
manorum Grammaticæ, poeſeos, Théo-
logiæ præclarum monumenrum. Mil
dieſer Edition iſt Here. Lambecius lib. 2
cornm.de Bibl, Vindobonenfic.5.nicht Zu
frieden / weiler fie. vor gang unvollkom
men haͤlt / und ſehr viel Fehler darinnen
angemercket. Er. hat eme dreyfache Vor:
rede / die eine laufet an Salomon einen
Biſchoff zu. Coſthitz / die andert.an Koͤ
nig Ludewig / wh utſhenvetn
derel
>
J ———
J
% %
250... Pasvil.cap. VonderXeutfhen _
deren erſte Buchflaben / wenn fie zuſam⸗
men gelefen werden / einen abfonderlihen
Derftand machen / welche Carmiina bei)
den Griechen Argisıza genannt worden /
die dritte an den Ertzbiſchoff zu Meintz
Luitbert, in Lateiniſcher Sprache Wor⸗
innen er zu verfteben giebet / dag er auff
Bitte feiner Brüder /und der Kanferin
Judith, der vor andern Weltlichen und
unfldrigen Gedichten geeckelt die Mühe
auff fich genommen / und ein Theil der
Evangelien in Teutſche Verſe uͤberſe—
Bet. Woraus denn erhellet / daß doch
vorhin einige Lieder und Getichte in Lie
besfadhen muͤſſen geweſen ſeyn Die Ver⸗
ſe ſind / des Maſſes und der rauhen Spra⸗
che wegen / ſehr unlieblich /über welche er
ſehr klaͤget in der Vorrede feiner Evan⸗
gelien. Die wenigen Verſe / die Hert
Hoffmann in feiner Vorrede aus ihm
anfuͤhret / und in Verſe uͤberſetzet / zei⸗
gen / daß dennoch / unter dieſem ſo gro⸗
dem Kittel der Sprache / ein guter Geiſt
verbor gen geweſen. Er hat noch andere
Dinge in Teutſcher Sprache geſchrieben /
als; Predigten über die Evangelia/Fa-
raphrafes in Canticum Eſaiæ, rei
* . Jan-
Poeterey andern Bei _ ...n 291
Hann, Moiſis, Zachariæ, Mariz , über
das Mater, Unfer./ über. des Atbanafii
Symbolum ‚über Die Pfalmen Davids/
und noch drey groſſe Dücher- über Diefel’
ben. Lambecius hat 1.2.C.5. p. 46. als zur
Probe / den erften Dfalmenangeführet/
haͤlt es vor ein ſonderlich feltenes Ge:
denckmahl der alten Sprache / wuͤn⸗
ſchend ⸗ daß es dermahlems ans. Licht
gebracht würde. Trithemius , bad
Bucherde Scriptoribus Ecclefiatticis,nen;
net diefen Ottfridum , Virum in divinis
fcripturis,eruditifimum, & in feculari-
bus Virum.egregie, doctum, Philofo-
phum, Rhetorem, Poetam infignem,in-
genio excellenti & difertum eloquio. SU
Henrici deg II. und IV. Zeiten lebte W ıl-
leramus, ein gelehrter Abt zu Merfes
burg / welcher über das Hohelied Sa⸗
fomonig eine Zateinifche Paraphalın me-
tro-rhythmicam gefchrieben / und auch
eine Teutſche in ungebundener Rede.
Derfelbe geböret wohl nicht unter Die
Zeutfchen Poeten / aber er iftwerth/daß
wir ihn bier berühren. Es ift ein ſchoͤnes
Denckmahl der alten Sprache / undfan
. man einen jonderlichen Verſtand darin⸗
| [2 ne
ne mercken. Die Lateiniſchen Verſe find
auch nicht ſo ——— '/ nur daß
_ fiemit der damahls üblichen Reimeren an⸗
gefuͤllet find.Paul? Merulahaf diefen Auto«
rem 30 erft herauß gegeben / mit feinen
Anmerckungen Aber Lambecivs urtheilet
davon alfo. Tanta & tam multiplex Ba-
tavam illameditionern impreflaminter &
vetuſtiſſimum Codicem MS. (welchen er
in der Kenferlichen Bibliothee gefunden)
eft differentia ‚utadeam demonftfandam
integra nova editione fit Opus. ‘ Es hat
Francifeus Juhius hernad) feine Anmer⸗
ungen abfonderlich darüber außgege⸗
ben/ mworinnen viel fonderlihe Dinge
enthalten. Unter Friederico Barbarofla
if die Damablige Poeteren zum hoͤchſten
Aniehen erhoben / und nicht allein eine
KRitterliche jondern Königliche und
Tüurftliche Ubung worden. Man ſtritte
damahls an dieſes Keyſers Hofe umb den
Preiß die ſer Kunft/ und wurden eigene
Spiele angefteller/ in welchen von den vor⸗
nebmften Matronen die Krängeden Sin
gern außgerbeilet wurdẽ Wie dieſes Ampt
die Winßbeckin gefuͤhret / deren trefliche
Bermahnung an ihre Tochter / in Teut⸗
ſchen
192 Das Vvn Cap. Von der Teutſchen
—
MWeterey andern nn 293
ſchen Ver ſen geſchrieben / von dem Solda-
Kos: nebfb-des Herrn Winßbecken ſei⸗
nen an den Sohn / und andern Verſen
heraußgegeben. Der, Herr, de Caſaneu⸗
ve, in feinem Buche: del Origine de Jeux-
fleureaux, meinet / die Teutſchen hätten
den Frantzoſen hierinne nachgeghmet /
und ihre Heime und Poetiſche Spiele
von ihnen gelernet / worinnen ‚ich, ihm
doch nicht allerdings Beyfall gebenfan-
Das einzige Exempel des Ottfridi, wel⸗
ches er anführet/miederlegt ihn / welcher
Reime geſchrieben / ehe noch von einigen
Frantzoſen etwas vorgewieſen worden.
Es iſt bekannt / daß die Provinciales,Poe-
tæ etwa vor fuͤnffhundert Jahren erſtlich
angefangen. Dan fan feine aͤltere hrin⸗
gen / und. hat. der erſte den. Claude
Fauchet,feget » / im Jahr zıs5; gefhries
ben welches eben in die Regierung des
Friderici,Barbaroflz fällt / da die Teut⸗
ſche Poeſie in. vollen. ſchwange wars
umnd / nach ihrer Art/ ja jo gut und
beſſer / als der Provencalen ihre’ außge⸗
übt. Ottfridus aber hat lange zuvor ſei⸗
ne Verſe gefchrieben / und iſt er nicht
der erſte geweſen — der Reime —2
6) 13 DENE
a a Ja ee ee ee UHREN. N 0
254. __ Das VI Cap Von der Teutſchen
ben / wie de Cafaneuve meint / denn Ott-
fridus gedenckt ſelbſt / in feiner Vorrede
der Riebesliever/die damahls im Schwan
ge geweſen / ob gleich Die Sprache grob
und ungeſchickt / darüber Ottfridus Flagt.
Denn es folger nicht / Ottfridus Flagt ü-
Ber die Maͤhe die erder rauen Sprache
halber gehabt / darumb iſt er der erfie
eweſen 7 der die Reime gemacht. Caro-
jus M.'hat die Grammatic zu feiner Zeit
—⏑——— und wa⸗
ren doch vor ihm / von Tacit Zeiten her
und drüber / Lieder geweſen / die er in ein
Buch ver ſam̃len laſſen Wir haben dro⸗
ben erwieſen / daß / auff Ludoviei LBefeh' /
eine! Peraphrafis des. Alten und "Neuen
Teſtaments in alten Saͤchſiſchen Verſen
Verfertiger die noch Alter als des Ottfri·
di ſeine Iſt alſo falſch / daß dieſe des Ott-
fridı die erften Reime geweſen. Wir ha⸗
ben ein Flares Zeugnig aus dem Papirio
Mäffonio der augdrücklich fchreibet lb.
3. Annal.’daß unter Ludovico dein VII
- Könige in Trandreich / (mar etwa im
Fahr tis zu Keyſers Friderici 11. Zeiten)
die Provingal Poeſie erftlid) in auffnebs
men gekommen / welche Meinung a |
J 3 a
| Poeterey andern Zeit. > D_ 298
Gabriel Naudzus in feiner. Additional
Hiftorie de Louys.XI. p: 349. beyflichtet /
da doch Ju Fridericil. Zeiten in Teutſch⸗
land.die Poereren in vollem Slore gewe⸗
fen. Woraus ich ſchier fehlieflen duͤrffte /
daß die Frantzoſen ſolche von den Teut⸗
fchen gelernet. Was ſonſt der Herr de .
Cafaneuve in erfvähnten Buche p- 22-23.
davon anführet / befräfftiget abermahl
unfere Meinung. Daß die Frantzoſen
von den Teutſchen ihre Poeteren.eriers
net/fan auch bierausdargethan werden/
daß fie eben auff diefe Art / wie Tacitus
von den Teutſchen fehreibet / das Ge
daãchtnis der verftorbenen . Helden: mit
Liedern beehret. Wie denn /vondenen
in der Provence und Langvedoc, Borel-
Us inder Vorrede feiner Frantzoͤſiſchen
antiqwräteny außdruͤcklich bezeuget / On
avoit anciennement accouftume. d’ infti-
tuer des ieux al’ honneur des Hommes
illuftres;;i& de reciterides Vers à leur loü-
ange d’certain jour de chaque annee,afın
, de perpetuer leur memoire: onpratique
, encore cela en ee ville de Langue-
| |
|
doc. :: Ces Couſtumes font fort ancien-
nes. Es erzehlet der, Herr Borell weiters
ad | t4 als
296 _ Das VII. Cap. Don’ der Teutſchen
als ein fonderliches: Zeichen ihres Alter:
manach von Holg machen. Les paifans
Cfadter) fe fervent encore d’ une eſpece
des hieroglyphiques en forte, quꝰ ils font
‚ces Almanachs ſur un morcean de bois
quim eſt pas fi grand qu’ une carte Jouer,
ud font marqueztouslesmois & jours del
‚anne&auec les Feftes & ——— no⸗
tables par un artifice ſingulier.Ce quimar-
—* quecepais a eudes connoifances ‚des
Teiences, & autres belles choſes de puis un
temps imemorial, retenant cela des Epy⸗
ptiens õu autres qu’ilsavoientimitez.Und
‚eben dieſes iſt eine Erfindung / die non
der erſten Zeit.bey den alten Gothen und
Schweden gebräuchlich geweſen / darauß
zu ſehen / daß / wie ſie in einem / alſo auch
in dem andern / von ihnen ihre Sitten
gefaſſet / dann die poeſie iſt bey den Nor⸗
diſchen Voͤlckern + worunter auch Die
Teutſchen gehoͤren / eine uhralte Kunſt
gervefen: Wie wir uns nun billig den
Morzug in der Poefie, die zu Fried. Bar-
baroffe Seit im Schwange gegangen/
Zumaſſen fo fönnen wir Feine ‚geringere
Anzahl von Tiehtern zum Vorfchein
* | .) rin⸗
T
thumbs / daß ſie ihre Calender und All⸗
Poeterey andern Zeit. _297
bringen und zwar nicht von geringen
‚Leuten / fondern Koͤnigen / Sürften und
Graffen / die in diefer Zeit ihre Verſe ge
ſchrieben / davon noch einefragmenta vor⸗
handen / deren Goldaſtus einen Theilin ſei⸗
nen Paræneticis hervor gegebẽ. Worunter
des Winßbecken und der Winßbeckin ih⸗
re fo herrlich ſind / daß auch die ſetzige
Zeit nichts daran zu) verbeſſern findet.
Ich r ede aber nicht von der reinen Spra⸗
che und deren Reimgebaͤnden / wiewohl
ſolches zierlicher und beſſer iſt / als der
Provengal Poeten die damahls geſchrie⸗
ben. Goldaftus fagt / in der Vorrede ſei⸗
ner Anmerckungen / nicht unbillid von
ihnen / Dicite fodes; filatino carminece-
ciniſſet, putatisne pauciores interpretes,
quàm Guntherum, Petrum Blefenfem,ali-
‘osque ejusdemque zvireperturum fuiſſe.
Ich muß geſtehen / daß e8 mir einegrofp
fe Ergoͤtzung ſey / dieſe alte Schrifften /
und inſonder heit des Winßbecks / zu le⸗
ſen / darinnen warlich eine groſſe Weiß⸗
heiß ſteckt / und faſt kein Wort vergebens
geſetzet iſt. Ich gedencke hieben allezeit an
das Urtheil des Jofephi Scaligeri, fd: er
von des Ennü Barmen gefaͤllet wann
sdunid 5 PR <
2:53 Das VII. Cap Wonder Teutſchen |
er diefelben mit den neuen Poeten vers |
gleichet. In den Primis Scaligerianis,
fo Tanaquil Faber heraußgegeben/ ſagt
er alfo von ihm / Utinam 'hunc habere-
mus integrum ‚& amifillemus Lucanum,
Statium,Sılium Italicum, & tous ces gar-
cons-la. Diefes möchte man auch wohl
zum Theil vondiefen alten Poeten ſagen.
Es waͤre zu wuͤnſchen / daß wir ſie alle
gang haͤtten / und an deren ſtatt einige
von unfern Neulingen verlohren / die der
gelehrten Welt mit ihren ungefchickten
Getichten fehr beſchwerlich fallen. Es
ift ihrer feine geringe Anzahl: Wir wol
wollen nur die allhier fegen,/ deren Gol-
daftus eine benläuffige Erwähnung thut.
Des Könige Tyrol aus Scyottiand/und
des Winßbecks Getichte / find vom Gol-
dafto gang geſetzt. Wer dieſer König
Tyrol geweſen ſey / fan er nicht fagen/
denn man findet ſeinen Nahmen nicht in
Schottiſchen Hiſtorien. Es hat aber
gantze Buͤcher von Koͤniglicher Auffer⸗
ziehung geſchrieben woraus dieſes nur
ein Außzug iſt. Es bezeuget Boppo, der
zur ſelben Zeit gelebet daß ee 2 Die
her geſchrieben an feinen Sohn Sriede
Bälle. XJ brands
00-08
IB DIE
la N
MN.
| Poeterey andern zeit. _____299
brand reines / darinnen er handelt Don der
Unterweiſung in Goͤttlichen Dingen /
das andere / von einem guten Lebenund
Wandel’ Wovon Göldaitusmit mehren
Handelt / in der Vorrede der Anmerz
ckungen über die Paræneſes. Winßbeck
iſt bey dem Friederico Barbarofla , und
feinem Sobne in groſſem Anſehen gewe⸗
ſen / hat auch dem Zuge in Syrien mie
bengetwohner. In den Anmerkungen fuh⸗
ret er/nur ben Gelegenheit /einige Stüs
cte aus den andern an / darunter find
. meolffeam sefchelbady/ (der eben zu
der Zeit geleber / und im andern Theile
des Helden Buchs einige Tarmina ge⸗
macht. Welches Helden Buch nichts an⸗
ders ift/ als eine Colledtio vieler Getich⸗
te von den Helden der vorigen Zeit / def
fen erftee Colletor deñnoch unbekannt
iſt Marggraff Henrich von Meij⸗
fen / Graͤff Conrad von Kilchberg /
Konmg Wentzel von Böhmen’
an Seiedrich von Liningen /
WMarckgraff Otto von Branden
burg / Graff Rrafft von Toggen:
burdg / Graff Audolff von Lienen
burg /Burggraff von ur
385 ra
00. Das VI. Eap. Bonder Teutſchen
Staff Albrecht: von Meigerlon/
Sertzog Hinrich von. Prebla/
Zerßog Jobann von YBraband/
|
Zergog von Anhalt / Graff Ot-
ð von Bobenlube / Herr Gott⸗
fried von Niffen / Herr H inrich
von Morunge/ Herr Dithmer
von Aſt / Herr Walter von Alm
gen / Herr Ulrich von Gutenburg /
Herr Jacob. von Wart / Herr
Werner von Tuͤfen / (der Keyſer Frie⸗
drichs Zug / wieder ‚den Saracenifcheit
König Saladin. im Syrien / in Verſen be⸗
ſchrieben haben ſoll / auch ſelbſt demſelhen
mit beygewohnet. Herr Hinrich und
Serr Eberhard von Sar/ Herxr
Rudolff von BRotenburg / Herr
von Glirs/ Herr Hinrich von
Veldig / Noſter von Wengen
alter von der Vogelweide / (mel
cher an den Kayſer Philippum umb das
1200. Jahr ein Buch gefchrieben bat?)
Noſter von Singenberge/ Truch?
ſes 3u St. Gallen / Moſter PN
Grafenberge IT. MWigulais / Ul
rich von Kichtenftein / Henrich
Xon Offterthinge / Hans von RN
wen)
YIıV
>
yoeterey andern Zeit ·301
genberg / Otto von Turne / Ulrich
Schenck von Winterſtaͤten / Reis
mer von Zweter / Konrad Schenck
von Landegge / Tanhůuͤſer / Mar⸗
ner / Tuning von Ringoltingen /
riederich von Huſen / Bruder
Derner/ Bieteroltz / der die Hiſto⸗
rie Dieterichs von Berne befchrieben/
Albert ab Eibe / Meiſter Singe⸗
bar / Hinrich von Frauenberg /
Friedrich von Sünnenburg/ Hart⸗
mann von Owe / Meiſter Kun⸗
rad von Würtzburg / Friederich
der Knecht / Kunrad von Gelm⸗
ſtorff / welcher eine Vergleichung des
Alten und Neuen Teſtaments in Verſen
gemacht / Hinrich von Frauenlob
welcher den Nahmen davon befommen/
daß er den Frauen viel Getichte zu Ehren
gemacht / welche ihn in feinem Tode wie⸗
der damit geehret / daß fie feine Reiche biß
an feine Grabftatt getragen/ und die
ſelbe mit Wein begoffen / davon Wolf. _
Tom. 1.Reg.Mem. Cent. 14 p. 604.3 le⸗
rn. Hinr. von Efferlingen / der dem
Hergogen Leopold von Defterreich viel
Liebes⸗Getichte zu Ehren gefchriebeny
| Rein⸗
zor' __DasVil. gap! Don der Teutſchen *
Reinhard von Zwechin/ ek:
mann von Sachfen / ein Ritter / Der
ein: Komam von der Moͤhrin geſchrie⸗
ben. Man finder auch von einem Kantz⸗
len des Keyſers / der ſich nicht nen?
net / einige Berſe / einen andern/ Der
ſich den Tugendhaffren Schreiber
nennet. Dieſes ſind nur etliche wenge /
deren Getichte uns uͤberblieben / und von
ihnen nur etliche wenige Stückwercke /
die hie und da in den Bibliotheken ſte⸗
cken/ auch mehrentheils von den unwiſ⸗
ſenden Leuten zerriſſen und verderbet
find. - Die Nahmen ſind uns nur bloß
befannı aus den Anmerckuugen des Gol-
dafti, der fie in der Schobingerſchen Bi-
bliothec gefehen und gelegen: Wer weiß/
wo fieigo ſiecken? und ob nicht ſchon der
meifte Theil von ihnen umbkommen
" Taubmannus‘, in der Vorrede feines
Commentarii in Culicem Virgilti, halt
fie fo werth daß er gange Oerter dar⸗
auß gezogen und hingeſetzet. SeimUr⸗
theil davon iſt dieſes / Hæc protecto ta-
ha ſunt, pre quibus genuinus aliquis
Germanus Græcos Latinosque Poetas ta-
> Ridiat. Verweiſet hernach feinen Lands’
Bi et er
OD GD C
RR
INN fa A
Be» m * — — — — — ——
= — — —
ET ET ——
MPoeterey andernzeit: = > 303 -
feuten / daß fie nicht bey folcher Art zu
poerifiren geblieben / ſondern fich je mehr
und mehr verfhlimmert. Es find eini⸗
gederfelben / und andere Lieder / in den
fo genannten Helden ⸗Buche zuſam⸗
men geſamlet / welches unterſchiedliche
mahſ in Teutſchland her außkommen
Die legte Edition iſt meines Wiſſens /
zu Franckfurt Anno1560. gedrucket / iſt in
vier Bücher getheilet. Es wird darinne
gehandelt von den alten Helden und Nies
fen / von Keyfer Ottnit und dem Fleinen |
Elberich/ von Hug Diederich und Wolff
Diedrichen / vondem berühmbten Gars '
ten zu Wormbs / von dem RönigRaurin
und feinem Roſen⸗Garten ꝛc Jftallents
halben mit Sabelngemifchet Es ift aber
von der Rieder eigenem Airertbumb als
les ungemwiß /und deßhalben Feine Nach:
richte, Die Sprache giebt es / daß fiefo
dar alt nicht find / gläube aber / fie find
von etlichen Rlügelingen in eine andere
Form gegoflen / wie andern Werden
auch geſchehen iſt. Es gedender Taub.
mannus ferner einiger anderer Carm⸗
nuinum: Habvi ego in Bibliotheca illu-
| ftris puellæ German, cui nomen HRO-
m.
P,
4
> ”
—
— —
304 Das VII Cap. Von der Teutſchen
_ SVITA, comeedias fex in zmulationem
(ati preferipfit) Terentii faftası Item
"Panegyricum Hexametro & Elegiaco
«armine Ottoni Magno dictum, annisab»
hine eptingentisi& amplius. Dieſen h t
Neibomlus heraußgegeben. Ihrer ge⸗
dencket auch Malincrotius de Archican-
cellariis Inp, 29. Hier müffen auch noch
hergebracht werden eines unbefannten
Teutſchen Poeren Reime / der des Ca:
tonis Difticha überfeet / deſſen Golda-
ftus offt gedencker / auch die von dem Sts
Annone einem Cöllnifyen Ertz⸗Biſchof⸗
fe / Teutſche Verſe vor etwa 600: Jahren
geſchrieben / die HerrOpitz / noch kurtz vor
feinem Tode/ mit Anmerckungen her au
gegeben. Es ſollen in ber Wieniſchen Bi-
bliothec noch einige der alten: Teutſchen
Schrifften verborgenfenn / wie Lambe-
cius einige nennet / morunfer aber. 10%
nig poetifche ſind. Dieſe / hat er ver⸗
ſprochen / in einem abfonderlichen Syn-
tagmate rerumGermanicarum her außzu⸗
geben / weiche Hoffnung nun mit ihm ver⸗
ſoſchen. Wir ermahnen aber alle und je⸗
de / die folder alten Schaͤtze Beſitzer
find / daß fie folche nicht vergraben / nt
ll In
A
Nu 1
I |
a — —
|
geſteine in dem feinſten Golde hervor
| =
. Poeterey andern Zeit. — 6
dern dem Vaterlande zu Ehre und Lie.
be ans Tägelicht bringen ; wůnſchen auch
darneben/ dag Ihrer Kenferl.'Mänrs
den Sürften des Reichs / und allen Groß⸗
mächtigen Befoͤrderern der. Gelehr⸗
ſambkeit und Wiſſenſchafft / dieſe —
Begierde auffſteigen moͤge / unſers wer⸗
then Vaterlandes Alterthuͤme / durch
Gelehrte und darzu bequeme Reuter, un⸗
ter ſuchen zulaſſen / damit fie enduch aus
der Finſternis ang Licht gezogen / und
den Außlaͤndern / der ganzen Welt ımd
den Nachkommen . vor Augen geſtellet
werden mögen. Wir haben deſſen ein
unvergleichliches Erempel an dem Hoch»
würdigften Sürften und Herrn / Herrn
Ferdinand / Biſchoff zů Muͤnſter / deſ⸗
ſen Hochfuͤrſtl Gnade felbft die Feder zur
Hand genommen / und die unfterbliche
Arbeit / Monumentorum Paderbornen-
fum, zu aller Gelehrten _ Verwunde—⸗
rung/ der Welt als einen Eoftbahren
Schar geſchencket. Worunter die fchöns
ſten Lateiniſchen Epigrammata, die aller
Roͤmiſchen Kunſt und Zierlichkeit Trog
bieten koͤnnen / wie die herrlichſten Fol.
euchten. Nach
506 . Das VI. Cap. Von der Teutſchen
Nach diefer fo glücklichen Zeit! da Köa |
nige / Fuͤrſten / Grafen und Edele Die
oeteren für ihre Zierde und Ergoͤtzung
hielten / fiel ine auf einmahl / und
öbels. Denn/ wie in Teutichland Die
| base unter die Hände des gemeinen
BU
un
1)
riege und Zerrüttungen des Reichs an
giengen / und bey 23. Jahren fein Haupt
var / fondern bald diefer / bald jenee
das Reich mit Gewalt zu fich zu reiflen
gedachte / da ift unter fo viel Kriegen:
und Drangfalen / mie die Ritter und
Edelen immer in den Waffen lagen’ dies
je edle Kunſt gar verlaſſen /und piel un?
eſchicktes Dinges von nichtsmüurdigen
— — — — - — —
euten gefchrieben worden. Wie nun de⸗
ven Verſtand ſich nicht weit erſtrecket / ab⸗
ſo iſt ihre Kunſt demſelben gleich geweſen.
Zu dieſer Zeit wurden Die ſo genann⸗
ten Meiſterfaͤnger boch gehalten / Des
ren Lieder Reineccius , Orat. de Hiſtoriæ
dignitate, nad) den alten Heldenliedern
ftellet : Welche aber immer an Güte ab-
genommen. Es haben dennoch einige
auff diefeiben etwas gehalten / und haben
die Keyſer felbft ihnen Privilegia, ſampt ei⸗
„ul
ul
un
nem ſonderlichen Meiſterſaͤnger⸗Krantz /
N. er⸗
TE BEE E27 et ern ep nn ug Te en Tue * nn »
Moe andern Beil, 309
ertheilet. Harsdöffer gedencket / in feir
ner Vorrede über fein Specimen Philolo-
gie Teutonicz, Daß Kenfer Otto der ana
dere ihnen fonderliche Freyheiten ertheis
let habe Maximilianus I. hat eine fon.
derliche Conftitution de honore & Privi-
legiis Poetarum gegeben / weiche beym
Goldafto zu finden/ worunter einige dier
fe Meifterfanger begrieffen: Mon Taro-
lo V. und Rudolpho I. werden fiein den
olicey»Drdnungen de Anno 1548. zu
ugfpurgundde Ao. 1577. zu Franckfurt /
von zandern gemeinen: Sängern und
Reimern abgefondert / als die nicht fol
len gedultet werden. Ihnen iſt allein
vergönnet geweſen /im Roͤmiſchen Rei⸗
che allerhand Getichte und Reimen zu
ſchreiben. Ben den Turnier⸗ und Rit⸗
terſpielen / haben ſie ihre Lobſpruͤche auff
die Wolverdienten verfertiget / und nebſt
den Herolden daß ihrige verrichtet. Wie
auch alle Ritterſchafft des Roͤmiſchen
Reichs in vier Ordnungen nach den vier
Landen / als / Rhein / Francken / Ban
ern und Schwaben eingetheilet / ſo ſind
auch ſolche Meifter-Sängereien in den
\ vornehmbſten Städten dervier — |
ie u2 9
— — — —E ni |
|
|
EN NEE |
308 Das VIEEAp-Bon der Teutſchen
als Nürnberg, Straßburg / Augſpurg/
Ulm / Regensburg / Heilbruũ / Wimpf⸗
fen ꝛc. auffgekominen. Sie: haben ihre
gewiſſe Collegia und Zuſammenkuͤnffte
gehabt / worinnen fie ihre Reime oͤffent⸗
rich in Gegenwart Ritterlicher und ans
derer vornehmen Perſohnen / hergeſagt /
und iſt daſelbſt von ihnen der Meiſter⸗
Saͤnger⸗Krantz denſelben auffgeſetzet
woorden / welchen ſie in ihre Geſellſchafft
auffzunehmen gewuͤrdiget / den ſie mit
gewiſſen Ceremonien / mit Gang / Klang /
und Geſang / zu einen Meiſter ſaͤnger ge⸗
macht / wodurch er dann Freyheit erhal⸗
ten / daß er ſich oͤffentlich hat moͤgen hoͤren
laſſen / auch dabey mit dem Degen ſich
ſchimuͤcken / wie von dieſen und ander |
&eremonien weitlaͤufftiger handelt Chri·
ftian von Gehe in ſeiner Beſchreibung
Des Herolds Memb:'z. de Laurea decan-
tatoria. Es wundertimich.aber 7 daß in
dem Turnier: Buchediefer Meifterfänger
ſo gar mit feinem eingigen Worte ge⸗
dacht wird. Harsdörffer. ver und Die
befte Nachricht geben Fan / weil er an ſol⸗
—* Orte gelebet / da ſie ihre meiſten
Exercitia gehabt/ heſchreibt im aa |
sr . E
wie
ZEK ZEN
ERRKTIERK TE — —
a LEE Zu Tr er Or oe a > — 22*
poetetey andern Zeit. =.” 389
le der Geſpraͤch⸗Spiele ins, SpsFH8.der
Meiſterſaͤnger ihr Weſen etwas außfuͤhr⸗
licher / als ſonſt ſemand anders / aus
welchem wir die Worte anher ſetzen wol,
len. Sie beobachten allein die Anzahl,
der Sylben und der Reime; daß aber,
eine Sylbe lang / die andere kurtzlautend,
ſey / baß gilt ihnen gleich viel DObinun,,
ihre Gedichte ſchlecht ſind und Das Ge⸗
ſang der Choral oder der Ebreer Mus,
ſick nicht ungleich zuhoͤren / ſo haben fie,
doch feine Regul / und ihre Wiſſenſchafft,
in ſolcher Verfaſſung / daß fie ungen,
zweiffet fagen koͤnnen mas gut !oder,,
böß iſt. Sie halten für einen Schler/,
wenn zween oder mehr Reime / ſie fein,
gleich ſtumpff(einſylbig) oder klingend,
(zweyſylbig in einem Geſetze erfunden.
werden / die mit einerley Buchſtaben ger,;
ſchrieben ſind als leben und erleben /
in handen und verhanden u, do;
und werden von ihnen ruͤhrende Rev;
men genannt. Oder wenn abgeleitete,
Wörter) nicht ferne von den Stamm
woͤrtern geſetzet werden / als Herr uñ
berrlich / Ehr und ehruich Oder,
wenn zwey gleiche Wörter —
—Mi | u3 eine
310 Das VI. Cap. Bon der Teutſchen
„einander folgen / als daß / das / ewig⸗
„lich / ich, u. d. g. Oder eine blinde
„Meinung oder Wort führen daß feinen
„richtigen Berftandhars oder ein halbes
„Wort und die Stimmen zufammen zie⸗
„ben /als wie folk wir für follen wir
Iborn für geboren. 1. d. g. werden
„fehnurrende Reimen genandt. Fer⸗
„‚ners achten fie für einen Fehler / wann
„Reimmwörter mit ungleihen Stimmen
„gebunden werden / als Glück und
Strick / gehoͤrt und geleber oder
„wann die Schreibumg gleich / aber die
„Außrede in einem Lied weich / in dem
„andern hart ift / als eine neue Maͤh⸗
zre / und eine feine Lehre. Die Gebaͤu⸗
„de zieben fie nach belieben umd haben
„derfelben über 500. unterfchiedliche Ar»
„ten, Iſt alſo darauß zu fehlieften daß die
„Urbeber dieſer Kunſt das Reimweſen
„mol verſtanden / ımd die Teutſche
„Sprache bereit vor ſechshundert und
„mehr Jahren darin geuͤbet worden:
„nemlich zu Keyſer Otto des Groſſen
„und des Pabſts Leonis des VII. Zeiten’ /
Wweiche die vier gekroͤnte Toͤne / wie es
„die Meiſter noch anheut zu ange *
—30 f ‚
L
Tr Tr Te
00 peter andern Zeit. Ba} 3"
gen/ felbft angehört / und mit gewiſſen,
Freyheiten begabt haben / weil es zu ſel⸗,
biger Zeit etzliche für eine Ketzerey auß⸗
geſchrieen hatten. Iſt alſo vermuthlich /
Daß die Uhralten Heidniſchen Helden
Sefänge mit Einführung des Ehriften»»
thums von Kenfer Earl den Groffen»
ab/ und hingegen Diefe in den Kirchen,
eingeführt. Es führet Herr Zeiler / im;
. feinem 231. Briefe/ aus einer Limburgi⸗
fhen Chronicke an / wie die Teutfchen /
umb daß Jahr 1350.nicht allein ihre Kleis
dungen / fondern auch ihre Gefänge und
ihre Muſick verändert haben/ mie er deñ
ein Ried / welches man damahls durdy
ganz Teutſchland / wie er fagt / fang/
bieben fügt / |
Ach reines Weib von anter Art
Gedenck an alle Stetigkeit
Daf man au nie.von dir fait
Das reinen Weiben übel ſiteit
Daran ſottu nu gedenten
nd ſolt von mir nit wenden
Dieweit daf ich das Leben Yan,
Sie will mich zu g Berderben/
Untroſt win fie an mich erben /
Dan en weiß ich teinen Kath.
Es findet ſich in diefer Chronicke auch ein
| 14 | Se
— — — —
| | |
efang,, Einer /,, die, man wiedersihren
Wil haut Nonne gemacht, Dielelbe
„meldet / daß umbs Jahr 1370. auff dem
3. rich ‚Die be e
ßſaͤtziger Barfüfler
ch ‚Die beſteß Lieder «und Reiben
„tn. der Welt von Gedicht und Meiodey⸗
en gemacht / daß ihm niemand auff
Remesſtroom / oder in ſelbigen Landen
al gleichen möchte: und was er ſang
„das jungen Die Leut alle gern / und alle
Meiſter pfiffen / und andere Spieles
ten den Geſang und diß Gedicht.
ſang diß Liedddd anna
J
uUntreu ich ſÿTÿrrr N 337 1179
Ve a a Ren aan) in
Sch will bier /zu Ergögung des Leſe Ki
Schlacht Kied/ fo ein folcher 9 —
ger / der die Hiftotie des ‚Henricı Aucu-
pis befchrieben und. wie eine Comeedie in
gewiſſe Actus eingerheilet-/-derfelben
mit einverleiht. Dann -er..führet eis
nen Moeten ein der zu 2nfange
ver Schlacht ein Lied / nach dem alten
Gebrauche der. Teuikichen / a iſt
Ikten gar de und ans U TER ee
clen Buche von meinem hochgeehrte
* biheſhe ven me na —J
Veoetereh andern geit
— —
— Herrn D. ‚Aeibern / Tr
gthellet nn 2 amt —
ſ
LEI Krieg ” F% in dieſer Man tan ie a *
Mancher Veſa⸗ * Hi: Man ſchreibt/ ! nu pein Tine,
Dinferben hat * ugeſellt /
ET,
Die Mufieiats fein Gaben: Nach dr Sch — finge 3 |
In erfir Erfinder war Jubat / (Ars ein berühmter ni ©
Des Lamechs Sohn it Namen:| Kondt er in Harkifh ee
Erfand Drommein and ‚Pfeiffen Arerandenm © —
Schall (Streits ſatt je
Kont fie Finmen zuſammen. Ind er J————
Die Muſic gqut/ Kreyß PET
Erweckt den 2 ae ——— — *
— Mile ſins u
Die Feind ver *— Kondt raum Mani mr —* 3
Rufft ſtarck / dran/ mp nie — 6 un Tl
> Feind — *
recht gwaltit rap ei ya um / A
—— und Furch / Br — —*
Schieſt / ſtecht und haut als ah mE
Das ee N ROLE. a: 1, —
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Als dort Enfäiweiägn of / Gt im — zuſtraffe
Da Iſrael Durſt lidte: \ In Be? > .
Sprach er je Hr ein Spiel⸗ Denn was 69 treibt / dof *
man holt ortgehn
Der fpielt nah Davids Sitte: Indith / die Hudn thut fingen: .
Bad kam auff ihn des Herren — 5 5* — Zezecheh
gelinge
Aciſtuich hee were — EN AÜhE ein. ——
Ohn Yiegen! nor Ay af) « f
Much
Bwaltig eäher durchbrochen /
Der Feind Mn By eefftagen Sicht man an ſtarcken re
Drom Draki; Dro * Thut ſich an Feinden ——5
Pom / Pom⸗ ai Didi, SR Pom Pom ,
Drommi und Pfe EN We ” 3
86 ah A lt aͤbt / ſauſſn /⸗/
zen Bud ah ung rs ©
Mei He “ah ve
In Fried und" Stel I —— nicht acht
Wer —— vn betracht /
Hoͤrt mans — u T Basti cht
Mufcam fol mai ehten / * * et De
BEER NER REN... 0 0
314 Das VII. Cap Von der Teutſchen
4 — Ihr Brüder ſetzt nur muchjg dreim
Ob theits gleich wolten weichen ab/| Die Feinde thun verdagen; (ſeyn /
Wie offtmahls iſt geſchehen: Der Sieg und Preiß ſoll unſer
Jedoch ein Lowenmuth ich hab / Gott Lob fe find geſchlagen.
Thut Keyſer Heinrich fehen: , Drom / Trari Trom / *
Der Kern ſue vor die Spreu Kom / Bruder / tom,
e bleibt hindn / Pomp Pomp / Pomp / Pomp /
ſt uns Hertzhafft drein ſchlagen / Freu Dich mein Comp⸗ |
Sie werden fih wol widruͤmb Hilff friſch nachjagn /
wendn / Thu wadr drein ſchlagn /
Ihr Brůdr chut nicht ver zagn. Acht nicht der Beut /
Kyrieleiſon / Sie hat ihr Zeit /
ide’ Pom / Pom / Pom! Wir wollens noch wol finde
Lerm Lerm / Lerm / Blelb keiner nicht dahinden.
Sich keiner herm / 8.
Wirſt gleich gepfetzt / GBGott Lob ihr wehrten Kriges leut /
Vom Feind verlent / Vnd ftreitbahrn Helden gute/
Solchs thut letze gar nicht achten / Den Sieg habn wir erhalten heut /
Hilff nur die Feind abſchlachten. Habt nun eiu guten Muhte /
6. Raubt / und beutet was jeder find/
Wir Haben viet Feldſcheerer gut / Doch theilts fein friedlich auſſe
Die uns woll wieder heilen: Damit ihr Eltern Freund / Weib
Mit Gottes Hürff ı drumb faſt und Kind,
‚ein Much’ Was fchit odr bringe gu Haufe)
Die Vngrer ſich zurtheilen. — Pom- Pony Pony |
Sich nit auff die erfhlagne Feind: Feldefcherer kom!
Laf ja dein Muth nicht ſincken / Bud mich verbind /
Der unfer wenig drunter ſeynd / Bin harber Blind /
Wollns ihm mit Nach eintrenckẽ. Hie fett ein Pfeil /
Drom/ Drari, Drom, Zieht aus in Eit /
Ryrieteifon ı Verbind mich vor/
Schlagt ſtecht / ſchieſt drein Sonſt toſts mein Ohr/
Einfer muß ſeyn/ Werbind mich auch /
Der Sieg und Preiß / Bech / Feur / und Rauch /
einer außreiß / Laß mich vorgehn /
der weich nicht! Kan nicht Lange ſtehn /
Dich nach mir richt / Sicher gebt her zu trincken
Bott hetffs mit Gnaben walten Mein Hertz wit mir ver ſincken⸗
Daß wir nurs Felb behalten. 9 Keiegsbräber
\ 1 r
Gott ift ferbft fornz mie uns dran) Der DM 7
Thut feiber für uns ſtreiten. Kein Fleiß wil ich nicht ſpahren:
Der Feind nicht langer fechen tan / Ieit gych fürm Feind Im Hel⸗
Bei 0b anf am Sehe; "Bm a
BR, 2
N
2 JA
|
|
_Dietetep andern, anderngeit.. __ 315
Solches iſt wiederfahren Halt den Artzt werth /
Gehabt euch wor / /rafe a friſch er —— — ihn ehrt /
tes K
Gotts Huͤlff ——— ſinden / Soll bringen En
Db gleich —* eben groß der In groſſer Noth
chmertz / Schafft dir ihn GOtt /
Verleurt —* im verbinden. Kein Arntgeit fol man ſparen /
Wiſch ab das Blut / Gott wolt eu “ bewahren.
Halt Bruder gut |
Deich her die Scheer] Kein feetii 3* iſt In der Were
Gibs Pflafter her i Als wer fürm Beind erſchlagen:
Hate bie den Arımı Auf je Heid im freyen Feld /
Dind zu fein warm / Darff nicht ae — Wehela⸗
Gebt jenem zu trinckn
af ihn hinhincken Im engen Beitıba eine alleiny
Gott Lob fie feind verbunden, / Muß an den Zodesreghen,
Mit ihren Stichn / Schüffn / and| Hie aber find er Gſellſchafft Feiny
fe den. ar th Kraͤutr im Meyer
ohn Spot / |
Ein Wundartz bat drey Angeſicht / A a Tod,
Wird z er ſt für 8864 Iſt in der Weit /
So offts in Schäden wuͤetet und Als ſo man feltd/
ſticht Auff gruͤner Heid /
Kompt er in Engels Gſtalten / Ohn Rıng und Leid /
Wenn man ihn aber zahlen ſolt / Mit Trommeln Klang /
Undanck thut ſich basdfinden/ /Und Pfeiffen Gſang /
Wolt daß ihm dieſr und jener holt / Wird man begrabn /
Oder muͤſt gar verblinden. Davon man thut haben /
Vndanck / Vndanck / Unſter blichen Ruhm ı
Macht Guthat kranck / Mancher Heid fromm/
Iſt eingroß Laſit / Hat zugeſetzt Leib und Blate
Fuͤr heilſame Pflaſtr / —* Vaterland zu gute.
Es iſt nichts lächerliches in diefem gane
senungefchinackten Kiede / ale wann er
das Kyrieleiſon unter Pom bidt
Dom mifchet / lautet faft eben ſo / ale
wenn man Scherg:oder Sprichworts⸗
weiſe fagt/ fein luſtig / daß GE Otter:
barm. Es ſcheinet ader / als ob biefes
ein
316_ Das VI. Cap. Von der Teutſchen
ein Gebrauch bey den Schlachten gewe⸗
fen’ dag ſie das Wort Kyrieeleiſon
geruffen Daß die alten Rorweger fol
ches gerhan / bezeuget Janß Dolmer
infeiner Anmerckung über ‚die Norſte
ae / Ciftein Buch von der Hoff
haltung ) welches/ in uhralter Daͤniſcher
Sprache befchrieben / er heraußgegeben
und erkläre. Denn er führer in der
Anmerckunguͤber das 5. Cap:-auß einer
Norwegiſchen alten, Chronic. p. 483. All.
Gamle Norbagger hafpve icke alle
niſte brugt deſſe Ord / deres Kon⸗
gers Kroͤning / men end ocſaa udi
Strud. Erxrling Skak befalede ſit
dick⸗ udi Struden mod Grafve
igurd / at de ſkulle paakalde
Gud / ſiunge Kyrie eleifon/ oc ſſag
paa deres Skiolde. Es haben auch
die alten Gothen / wenn fie mit ven Roͤ⸗ |
mern geftritten/die Worte / Herre dig
forbarme / iſt fo viel/ als Kyrie elei⸗
ſon / gebraucht / und haben die Römer
ſolches von ihnen gelernet / wie ein Ort
bey dem Auguſtind Epiftolä 178. ſolches
anzeigt. Sienim licet dicere,non folum
barbarislingva füayıfed etiarh Roranig
PER —
(ie Sum 2 ZZ Po u Teen u — —— m ——uu ee wm www m 0 | 7 = + Te | Ge —391&—
PPeteren andern Zeit7
Si hora armen, quod interpretatur: Domi-
ne miſerere, cur non liceret in concilũs
patrum in ipſa terra Græcorum, lingua
propria homouſion confiteri. Es iſt a⸗
ber das / Sirhora armen, aus dem vorigen /
Herre dig forbarme / verfaͤlſchet· Es
iſt noch eine andere / dieſer gleiche / Ark:
Reimenmacher / die man die Pritſchmei⸗
ſter nennet / "welchen bey öffentlichen
Auffzuͤgen / Vogelſchieſſen / und derglei⸗
chen/ ihre naͤrriſche und ungereimbte
Reime hervor gebracht. Man findet der⸗
gleichen noch etliche und: iſt mir einer /
Benedickt Edlbeck Siber / bekañt/
der in einem weitlaͤufftigem Buche das
Ritterliche Schieſſen zu Zwickau Anno!
1574. in Reime gefaſſet /welche voll laͤ⸗
cherlicher ‚Einfälle find. Er nennet ſich
des Ertzhertzog Ferdinands zu Oeſtereich
Pritſchmeiſter. Aber es iſt der Mühe
nicht werth / mit dieſen ſich ferner auff⸗
zuhalten. Nur iſt gleichwohl dieſes zu
mercken / daß zuweilen von etlichen fei⸗
nen Leuten einige artige Dinge zu der
Br gefchrieben / welche wo nicht der
Reim wegen / dennoch der Erfindimg
| halber / zu loben find. Ich habe ofſt⸗
mahls
u
a |
3,8 Das VII. Cap Mon der Teutſchen
mahls alte Teutſche / auff Pergamen
geſchriebene / Verſe geſehen / darinnen
von Hiſtorien gehandelt worden / oder
auch etliche Derter aus der Bibel übers
feet / woinnen andere Bücher einge‘
bunden geweſen / und ift zu beflagen/:
daß dergleichen Dinge/ als unnüge Wer⸗
cke / verbrauchet werden. Der fo genann⸗
te unverdroſſene Carl Guftav von
Hille / hat in feinem Teutſchen Palm⸗
baum darinnen er von der Fruchtbrin⸗
genden Geſellſchafft Anfang und Auff⸗
nehmen geſchrieben / ein Teutſches Lied
angeführet / welches in dem Meckelbur⸗
giſchen Kiofter Dobran/ von etlichen
Kanferlichen Soldaten, in einem ge.
mauerten Schrande gefunden worden /
vonzg. dem Reiingebande nach‘ / wohl
gefenten Strophen beflehend/ zu Lo⸗
be des Wendiſchen Königs Anthyrü ger
. / davon ich z. Strophen herfegen
will. | —V
DE Tugend hat fen Raſt / ri fchtäffet miche in Betteiy
\ Beſonder ſy trinckt Blut / |
a ak bie ER
Bet fügetommenin dů Schlachten \
Und manchen wilden Biderman
Mit ihrem Sturm gewand umbrachſen /
Tor man noch hart freu fan. 3. Cio
— — — —
an ne ee
gu ur Zr — — —
„u NBpeteren andern Zeile. 319
Ein Edter König ride in Biefem Sande ware! |
Das Wendentand genant/ |
Du mer behalten iſt / fo tert viele Jahre
manchen Drud betamt
Sein Nahme heiſet fonft Anthyre
Gr führt mic Abm fe Sutter Buesde
Hs ihm fort wor anftahn. |
Die Worte gebenes/ daß «8 fo.gar alt
nicht ſey / aber es iſt / der Zeit nach /
nicht uͤbel gemacht. Beym Henrico
Meibomio wird in ſeinen Schrifften oft.
mahls etwas / auß einem Alten Chronico
Rhythmico Saxonico, welches vor 400.
Jahren geſchrieben / angefuͤhret / dem er
groſſen Glauben beyleget. Dieſes ge:
dencket unter andern von dem. Hen-
rico Leone, daß er nach dem Exempel
des Caroli M.die alten Chronicken habe
ufammen tragen laſſen. Denn diefes
ind die Worte.
| Allein dho groz Kranckheit
E oghenge her was doch gemeyt
Gemmter natürlicher Tugent /
Darnach ber an der jngent /
Bnz an alder Funde ringhen
Her leyz zo famene bringben
Te alten Kronicken und feriben/
eß began ber fo verne treiben,
Dad war dha uff verdact
Mengen Zah und Nacht. ſ
Ich muß hier auch eines nicht gar viel
| bekann⸗
— er Zn
. Das Vn. Cap Von der Teutſchen
bekannten Hugo von Trimberg ge⸗
dencken / welcher vor etwa 380. Jahren
gelebet / und ein weitlaͤuffti zu
Reimen geſchrieben / ſo er den Kenner
nennet / woͤrmnen die Mißbraͤuche / die
amghls in allen Ständen geweſen vor⸗
| eftel Nolel Mängelder Seiftlichen ent
deckt, und alle zur Tugend und Wohl
RB), ewieſen werden. Solch Bud)
ift von Cyriaco Jacob zum Soc] Buchs
drucker Anno 1549. unterden Titul det
Renner / beraußgegeben. Es find viel
artige Einfälle / viel fehöne wohlgeſetzte
"ehren darinne / und ift nicht ohne Luſt
zu leſen Es iſt abergarfehr durch unge
tige. Zufäge / und Veränderung dee
Woͤrter verderbet. Denn weil der Sty-
tus, wegen Alters / bißweilen etwas un⸗
verſtaͤndlich / hat der Editor die Alten
Woͤrter in neue verkehret wodurch der
Derftand wieder des Autoris'intention
verfälfchet. Et hat bißweilen gange Ber:
ſe nach der Reihe / auß groſſer Rachlaͤß
ſigkeit / außgelaſſen. Deſſen wir eine
Probe darſtellen wollen. Ich habe ein
[Stum,, Exemplar.von dieſem Buche
ch menem Hochgeneigen Gönner/ dent
Bd & Herrn
erg gg | |
Drd rd | |
RIR Bra = ce
Poeterey andern Zeit. 3ar:
Herrn HoffR. Marquardo Gudio, gejer
ben welcher auch dieſes in feine fo herr⸗
liche Schatzkammer / der außerlefenen
MStorum , auffzunehmen gemürdigef
bat. Wir wollen ein Stüce des Capies
tel von den Meyden vornehmen/ un
das gedruckte Eremplar mit dem gefchrier
benen zufammenbalten / da man den
groflen Unterfcheid mercken wird.
Das Gedruckte. Das Geſchriebene.
85 muͤht und langes haar
Haben die Meyd / daß iſt war Haben die Meyd ſonderbahr /
T ie zu ihren Tagen kommen ſindt /
Die wahle in machet das hertze
blind / 14
Die augen deygen ihn den weg)
Donihren augen geht ein ſtegt
Zů dem hertzen nie gar lang
Au ff dem ſteiget mancher gedangt
Wen fie worin nemen oder nicht, |
O wehe wie offt daſſelbe geſchicht O wehe wie dich das gefchicht
Das fie gar zwerifein von der Das jüngtin firen bey der wahlt /
wahle /
Die fie ha! en darinn / ohne zahl. Die fie haben fibrats ohne zart,
Diß iſt zum erſten ihr gedange: |
Diefer iſt kurtz jeher iſt lang / | |
Dieſer iſt höffertig und alt / Eyner iſt parthot und iſt alt /
Der ander jung und übel geſtalt
Diefer iſt mager / und iſt tahl /
Der iſt feyſt / der (ft ſchmal.
Dieſer iſt Edel / yener tft ſchwach
Der nuͤm̃er nie Fein ſpehr zůbrach. Yener ſeltenſpehr zubrach
Eyner iſt weiß der ander iſt ſchwart |
So benffet einer meyſter hart‘
Diefer iſt bleich / yener iſt roth /
ener iſſet ſelten froͤlich brode.
Dieter ift engen / der iſt frey / |
| x | Woͤlte
u Zu a >
322 Das VII Cap. Bon der Teutſchen |
Woͤtte er Idem lege ich gern bey.
Diefer iftreich yener iſt arm,
Der tompt nitinmeinen arın. |
ener iff des leibs gar verzagt/ |Yener iſt des Leibes gar cin zag
4er ander iſt ein böfer trage. |Der ander ifk ein loſer trage,
Eyner iſt nicht gar wol gezogen
Diefer hat mende viel bedrogen.
Der iſt mir lieb / dem bin ich leyt.
Das machet feine unſtedigteyt. |
Enner geht greynen ats ein hundt. |Enner geht grimme als ein hundt /
Dem andern ni fein zucht ward
| fund /
Der dritt ift Eder und gar ein
Schlund /
Der vierth ein Baia bif an den
rund.
Des fünfften Oden ift ungefund]
fuubt. Der fechfte Hat ein weiten Mund.
Ser fiebende kan manchen böfen 2
Der achte hat gar manches pfundt| Der achte hat viel manches pfund
Boßlich verzehrt bey feinen Lagen |
|
i
Das horte ich feine Freunde tlagẽ.
Diefer ift ein drefter torb
Diefes nafe iſt als ein ſenſſẽ worb |
Eyner iſt wannicht als ein trog
Der ift tnorrechtig ats ein ſtock |Der ander noractig als ein ſtock
Der dritte eine Leine hofe und ein| Der dritte ein tinhof amd ein fi ock
of,
Der vierdte hat einen böfen rock / Der vierdte hat ein bioffenrod/ /
Der fünffte iſt gar ein narr / Der fanfft iſi gareinnarrenpod/ /
Der ſechſte iſt ein ſchlauch und ein] Der ſechſte iſt ein ſchlauch und ein
Farr. gedrock.
Der tan ſich maufſfẽ als ein habich / F
geme hangen die Wangen als ein yem hangen die Wangen als ein
taͤppich. Wabich .
Eim ſiehet man die ſchulderen ſtor⸗
rent
As bodes ohren’ und rindes Als bockes horen und eindes tnor⸗
fnorren ren
Der iſt gehler denn ein Quitten / Dirr ( 4.e, diefer ) ift geiber dann
Der ander von hübfchen fittten ein Wachs
yener ſchnau fer as ein Dachs. HYener ſchnaudet als ein Dachs/
Gleich wie ein neu gebroche Fiachß Diefem geſtrichen leit fein Vachs /
D Als ein nen gebürfter Blachs
Die naſe neuer auffrimpffet / Die naſe dirr auffrimpffet / Ge
t
Poeterey andern Zeit. 323
Gar ſelten yener ſchimpffet. Viel ſelten yener ſchimpffet.
Ener ſpielt / der andetr ſtilt /
Diefem kein Boßheyt nit gefellt. Dem dritten boßheit nit bewillt /
Der vierdte heimlich unſaͤnffte Der vierte unſanfft heimlich ſchilt.
hate,‘ °
Nach dem mein hertze felten qualt. Mach den mein Hertz felten quilſt.
Der ift fehier ein Lem̃elein auflen/ |
Doch mag ein Wolff wol in ihm) Doch mag ein Wolfflin in ihm
| laufen / laufen
yener were wol ein feiner tnecht |Yener wer gar ein Edling
Er fpringt ER gleich wie ein! Den der zitter Howling /
t
hecht /
Dieſer iſt gar ein ſeiden ſchwantz / Diefer iſt gar ein ſiden ſchwantz /
yener iſt der meyde roſen trantz
Seine ſtimme dieret wol den dantz /
An ihm leyt gar meins here glantz An ihm leit meines Herten glantz /
Dan er bat geht nnd rothes haar / Denn er hat gehl und reides haar /
Mit dem ich leider nit wol dar Mit dem ich leider nicht getar
Mich gnug bereden nach meinem Mich ertoſen nach meinen muthe /
Die leut age vieleicht in huͤte. Bor der leiden mercker hute.
Aus dieſem Exempel iſt zu erſehen / wie
man mit den alten Verſen gehandelt /
nach belieben außgelaſſen / und hinein
geſetzt / was man gewollt / und iſt es
mit den aͤltern auch alfo ergangen. Wer
dieſer Autor geweſen/ und wenn er ge⸗
ſchrieben / kan man aus dem Beſchluſſe
des Buches abnehmen / denn er fpricht/
Der diß Buͤch gedichtet har
Der pflag der ſchulen zuͤ Thuͤrſtat
Viertzig Jahr vor Babenberg /
Und hieß Huͤgo von Trymberg.
Es wardt follenbracht das iſt war 7
Da tauſend und dreyhundert jar
Nach Chriſtus geburt vergangen waren.
Ferner ſetzet er die Urſache / warumb bie,
| K2 v
denn er vor dieſem eines geſchrieben wel⸗
ches er denn Samler genennet / woraus
er viel genommen / und in diefeg verſetzet:
Ich hatte vor vier und dreißigjaren /
Meinen gefellen / die da bey mir waren
Gemacht ein kleynes Buͤchelein /
Daß ſie da bey gedaͤchten mein.
Das war der Sameler genant / |
Ehe das fam von meiner handt / e
Da wart feineyne Quintern verlorn/
Dieſelbe Verluſt / die thaͤt mir zorn /
Das ichs da nit follenbrachte / |
Mir dem ſinne / als ich gedachte.
Wie viel fein aber iſt gefchrieben/
Das ift hin und her beflieben |
Viel baß / dann ich mich verfach /
Pens leuffet vor / diß rennet nad) / {
Wer yenes Liefer der mercke daben/ |
Das diß von yeme genommen ſey /
Dos jr beyder ſinn ſey gleich/
Wiewol jhr liebe doch ſey ungleich.
Seine Reime entſchuldiget er in vorher⸗
gehenden / weil er deren ungewohnet.
Und wiſſet / daß ich wol dreißig jar / 5
|
|
Meinen finn hatte auff Latein fo gar
Geleit / das mir die Teut ſchen Reimen /
Schnür / hafften / pynſel und leym /
So gar waren unbekant /
Als ob ich fuͤhre in frembde landt
Und woͤlte eyne ſprache lernen da /
Die ich doch vor vielleicht anderſwo |
Gehört hette / und fie nit förderlich So \
Fo
cc ee ze — ann
Spoeteren andern Zeit. 325
Sollbrengen fündte/ und endelich.
Drumb folt je mır vergeben /
Mann etliche Reimen nit ſtehn gar eben.
Wer dichten fan der ſchmiede fiebaß/
Mit meinem Dienfte / ohn allen haß.
Agricola, der teuſche Sprüchmwörter ges
fchrieben / gedencket dieſes Renners / uñ
führer bißweilen aus ihm etwas an. In
der Vorrede derſelben / erwaͤhnet er etli⸗
che alte Teutſche Schrifften / von Creck
Ivan / Triſtrand / Koͤnig Ruͤcker / Par⸗
tzival / und Wiglois / von dem alten Hil⸗
debrand / Ditrich von Bern / Herrn
Ecken / König Faſolt / Riſen Signot/
dem edlen Moringer / Ritter Pontus /
von der Taffelrunde / von dem Ritter
vom Thurn / Siebenmeiſternꝛc. Es
werden etliche von dieſen beym Goldaſto
gedacht und find einige davon nur in
Profa gefthrieben / diefich unter den alten
Teutſchen Romainen befinden / welche in
dem fo genannten Buche der Liebes ſo
zu Franckfurt Anno 1585. gedruckt / zu⸗
fanımen getragen. Noch vor des Trim⸗
bergs feiner / Zeit etwa um das Jahr
1200. hat Ecko, von Repkovv , der das
Saͤchſiſche Recht / unter dem Titul des
' Sachfenjpiegels/ in Ordnung re |
| v3 eine
| a
a a a SR SE
326 Das VII. Cap. Mon der Teutſchen
— — En rn. —
eine Vorrede in Reimen dafür gemacht.
Es ſcheinet aber/daß diealten Teutſchen
Wörter / nach der damahis üblichen Res
De / etwas geaͤndert / wie ſolches auch der
Unterſcheid der MStorum weiſet / die in
der DidenburgifchenBibliothec noch vor;
banden/ und deren Gryphiander, in ſei⸗
nem Buche de Weichbildis Saxonicis cap.
53. gedencket. Der Schluß von der Vor:
rede lautet alfo. |
Run dandet allgemein
Dem von Faldenftem
Der da ift Graff Hoyer genant /
Das an Deudſch ift gewant /
Dis Buch durch feine bete.
Ed von Repkow es thete /
Ungern er es anfam /
Da er aber vernam]
So groß des herrn gere /
Da harter Fleine wehre /
Des Herrn liebe ingar uͤberwan /
Das er des Buches began /
Das im war viel unbedacht /
Da er es in Latein hatte bracht /
On huͤlff und on lere.
Da daucht ihm das zu ſchwere
Das er es in Deudſch wante /
Zu letzt er es doch geandte
Die arbeit / und thete
Graff Hoyers Bere.
Es iſt fein richtiges Reimgebände und
En Maß
4
Poeterey andern Zeit. 327
Maß der Sylben / nur daß Die Reime
in acht genommen werden/ mit welcher
RKeimſucht damahls alle behafftet war en /
daß man auch in dem Lateiniſchen die⸗
ſeiben gebrauchte / ja wohl gar Lateiniſche
unfer die Teutſchen miſchte / deſſen wir
unterſchiedliche Exempla in alten Grab⸗
ſchrifften haben / dergleichen eins’ im dem
Hobberanifchen Kloſter in Meckelnburg
auff einen Peter Wieſen / zu leſen / deſſen
Anfang alſo lauter.
Hier Peter Wiefe tumba requiefeit in iftä >
Godgeef em Spife cæleſtem, quiq; legis Na &c.
Es iſt aber diefe Art zu reimen jo gar
altnicht. Dennesift Anno 1380. inFri-
dericum Strenuum , Randgrafen von
Thüringen / dergleichen Grabſchrifft ge
macht / welches Fridericus Hortlederus
in einigen Lateiniſchen / auff einen Saͤch⸗
ſiſchen Herzog gemachten / Grabſchriff⸗
gen mit angefuͤhret / und lautet alfo-
Hye lyt ein Fuͤrſte loͤbelich
Quem vulgus flebile plangit,
Von Mifne Marcgrav Friderich
Cujus inſignia pangit
Clerus, clauftralis, laicus.
Den Fuͤrſten leidlichen Klagen
v4 Dives
RB ee |
23 __ Das VII. Cap. Don der Teutſchen
Be Dives, inops, altus, infimus. |
Fuͤrſtliche Werck von ihm ſagen
Warhafft / Wife) Tugentlich/
Affabilis atque benienus
In Gottes Gürchte ftätigli
Fuit hic laudarier dignus
Da veniam Chrıfte
Laß uns Gnaden erfinden-
Annue quod ifte
oß werd von finen Sünden,
Es wird auch noch heute, unter den Kir-
chengefängen/ dag Lied, In dulci jubilo,
gebraucht / ſo auff dieſe Art von dem Pe-
tro Drefdenfi etiva Anno 1410. Dder noch -
wohl eher gemacht. Es meinen etliche/
‚Daß er vorgebabt / die Teutſchen Sefäns
ge in der Kirche aufzubringen’ und wäre
es vom Pabſte alfo vermittelt / daß ihm
dieſe Vermiſchung mit dem Lateiniſchen
vergoͤnnet / oder / er hätte es deßhalben
gethan / daß allgemach der Weg zu den
Teutſchen Liedern gebähner wuͤrde / wel ·
ches ich nicht für glaubwürdig halte.
Sondern er hat ſich bielmehr nab dem
Triebe feiner Zeit gerichter, da man ſol⸗
he Art zu Boetifiren/ vor eine fonderlis
he Sierligkeit gehalten. Von diefem
Petro Drefdenüi, und feinen Liedern / kan
ein mehres bey den Herrn ie
eine
Poeterey andern Zeit. 329
einer abfonderlichen Differtation, de Pe-
tro Drefdenfi , gelefen iverden. Matthias
Flaciusgedendet infeinem Catalogo Teft.
Veritatis lib. 19. auch dieſer Art Merfe/
als welche zu der Zeit gemein gemefen/ /
davon er jpricht / Sunt etiam rhythmi
quidam femigermanice & femilatinejam
olim editi. Es find dergleihhen Carmi-
na jegiger Zeit von einigen luftigeninge-
nis nachgemacht / und findet man etlis
che beymllenricoBrunone in feinenMen-
gelmoeiS. p. 177, und 202. mie Baudius,
und andere / ſolche aus Griechiſch und
Lateinisch gemiſchte / Verſe gemacht/dar:
aus dieſes zur Probe/
Erant & au« bellule
Bly⸗geeſtig, [oet van aert
Er non minus tenellule,
. Ent t’ foenen beyde waert.
Libens tuliſſem bafıa |
Maer ick en fagh gheenkans. _
Want elck was daer amafia |
Van een veelgroter Hans,
Ich habe felbft wohl einige,diefer Art/in
meiner Jugend gemacht. Zu derfelben
Zeit des Hugo von Trumbergs lebte
Freydanck / ver von jenem efft angefuͤh⸗
FE ret
al aa Arie ee ni ., u
330 Das VII. Cap. Wonder Teutfchen
ret wird / bat ein Buch / in teutfchen
Reimen / gefehrieben/ ſo er Die Laien⸗Bi⸗
bel nennet / darinnen er die fuͤrnehmbſten
iſtorien altes und neues Teſtaments
in Teutſche Verſe verfoßt / und aller⸗
hand feine Lehren mit untermiſcht. Er
hat auch einen Außzug der ſiebenden
Zahl / aus der Bibel und den hronicken /
hervorgegeben / deſſen doch Leonhard
Wurffbain / in ſeinem Buch de Septena-
rio, feine Erwähnung gethan. Siefind
au Srandfurth Anno 1769. gedruckt. Es
bat Anno 1494. Sebaſtian Brandy ein
vornebiner Rechtsgelahrter und Keyſer⸗
liher Rath / ein recht artiges Buch ge
ſchrieben / fo er nennet: Das Niv
Schiff von Narragonia / worinnen
er die Laſter und Eitelkeiten durchziehet /
uͤnd / die damit behafftet ſind als Narren
in einem Narren-Schiffe/ in 140. Capi⸗
keln / und Gemaͤhlden / vorbilder. Die:
fes Bud) hat Nicolaus Honiger mit An?
merckungen gezieret/ und bat ein Straß:
burger Thheologus, Johan Geiler Keifers-
berg, Predigten darüber gehalten/ wie
Mofeherofch in der Borrededes Buchs /
das Gumpelzhaimer de Exercitiis Aca-
8 " demil«-
—
— [m
Poetereh andern Zeit. ‚337
demicorum gefchrieben / bezeuger. ft
auch in Rateinifche Verſe überfeget. Er
ift ein gelehrter finnreicher Mann geive
ſen / und hat noch ein ziemblich Lateini⸗
fcheg Carmen gefchrieben / wie er denn
vor des Felicis Hemmerlins / oder Mal-
leoli opufculis , die er heraußgegeben /
eine Elegie gemacht. Selbiger Hemmer»
lin Hat noch vor ihm gelebet » war ein
Kechtsgelehrter und Canonicus , und.
bat / unfer andern feinen Sachen / ein
fehr artiges fcriptum gemacht / deflen
Titel DocdtoratusinStultitia , worinnen
er / nach) der damahls gebräudylichen
Schreibart/ viel fonderliche Einfälle hat /
und ein recht vollfommenes Diploma
Dotoratus in ftultitia hinangehänger.
Es ift auch im Jahr 1497. von einem
Ritter das Hoffieben Reimweiſe beichrie:
ben / und Anno ı535. von “Johann
Morgheim beraußgegeben / welches
auch wohl würdig / daß es hier erwaͤh⸗
net werde. Es iſt die Poetifche Hiſto⸗
rie von dem Ritter Theurdand / in
Teutſchen Verſen befchrieben / wor⸗
innen daß Leben des Keyſers Maximilia-
ni enthalten iſt. Es werden Fuͤrwitz /
Neid /
332 Das VII. Cap. Bon det Teutſchen
— — nn
Neid / und Verwegenheit / unter gewiſſen
Perſonen / als en Yieydelb
Hart / Unfalo / vorgeftellt/ welche den
Kitter Theurdanck zu allen boͤſen Din⸗
gen gerathen / die aber endlich ihren
Rohn davor befommen. Die Erfindung
ift nicht ungeſchickt wiewohl an den
Verſen nichts fünftliches. Es babenei-
nige dem Maximiliano felbft dieſes Bud)
zugefchrieben / welches auch Voſſius, lib.
3.c.10. de Hiftoricıs Latinis, gethan / der
es felber nicht gefehen / ſetzet es unter die
En A
Rateinifchen Hiftoricos ‚worüber er vol
Sandio, in feinen Animadverfionib"s,
und von andern / gefadelt wird. Der
wahre Autoraber ift Melchior Pfinging/
der folcheg dem Carolo V. zugeſchrieben /
im Jahr ısız. Er nennet ih J. Maſe⸗
‚tät Capellanen zu St. Alban bey Meink/
und St. Seebald zu Nürnberg Probfl.
Has Buch ift in anfehnlicher Forme ger
druckt / mit einer Art Buchflaben/ wel:
che noch heutiges Tages den Nahmen
Theuerdanck davon behalten. Der Herr
von Bircken hat/ in feinem Spiegel Det
Ehren des Haufes Defterreichs/lib.6.c«
20. diefes Buchs gedacht / und des ae
mılıanı
in. 2 ar in 2 aa
Poeterey andernzeit. 333
milianı Tugenden fo body erhoben/ daß
fie viel gröffere Ehre verdienen/ als dies
fe. Nachgehends hat einer / Burcar⸗
dus Waldis / daſſelbe zu Franckfurt nach:
drucey laſſen / und gar viel Verſe darin⸗
ne geändert, und / wie er ſelbſt bekennet /
etliche tauſend paar dar zu geſetzet / der as
ber dieſe Arbeit wohl hätte mögen blei⸗
ben laffen. ; In Niederſoͤchſiſchen Ber»
fen har man den fo genannten / und je⸗
dermann wohl bekannten / Reincken -
Dof / ein überaus finnreiches Buch,
wormnen / unter einer Fabel / der Rauff
der Welt/und alle Hoͤfiſche Sitten und
Streiche / ſo artig abgebildet werden / daß
von keinem alten Poeten ſolches beſſer
haͤtte vorgeſtellet werden koͤnnen. Es
moͤgen billich alle Niederſachſen dieſes
Buch / als eine Frucht eines wohlge⸗
ſchlieffenen Verſtandes / werth und in
Ehren halten. Denn ob zwar / in der
Vorrede deſſelben / gedacht wird / ob fen eg
aus der Fraͤntzoͤſiſchen Sprache uͤberſe.
tzet / ſo iſt ſolches nur von dein Autore
vorgegeben /damit er deſto ſicherer / un⸗
ter dieſem Vorwand / ſich verſtecken koͤn⸗
ne. Wer die Niederſaͤchſiſche Sprache
ver⸗
<
334 Das Vil Cap. Don der Teutſchen
verſtehet / und davon urtheilen Fan / fies
het wohl aus der Fuͤgung der gantzen
Fede / Daß es einheimiſcher / und nicht
frembder Ankunfft ſey. Die es in Late⸗⸗
niſche und Hochteutſche Sprache uͤber⸗
ſetzt haben es vielmehr verderbet / Janus
Guilielmus Laurenbergius, der die ſinn⸗
reichen Schertzgedichte in Nieder ſaͤchſi⸗
ſcher Sprache gefhrieben/ hält davor /
es ſey Fein beſſer Buch / nechſt der Bibel /
als dieſes. Der Autor ſoll ſeyn Nicolaus
Bauman , beym Urſprunge des Weſer⸗
ſtroms bürtig. Andere haben mich ver⸗
ſichern wollen / er ſey aus Wißmar / mei⸗
ner Geburs⸗Stadt / entſproſſen / woſelbſt
unterſchiedliche des Nahmens / von alters
her geweſen / wie ich mich auch ſelbſt wohl
erinnere. Diefer iſt / nach dem er am Juͤli⸗
———— N ee — —
A Zu “
(chen Hofe/durch Verlaͤumbdung aus
des Hergogs Gnade gefeget worden /
bey Hertzog Magnus in Mecklenburg
he Rachricht in der Vorrede des Froſth
* möufee
Secretarius worden. Da er denn das
Buch aus eigener Erfahrung geſchrie⸗
ben/undesalfo im Jahr 1522. als wenns
zuvor ein altes Frañtzoͤſiſches Werck mar
ve geweſen / in den Druck gegeben. Mel
EEE .
Vin. ; Pen", Ober. OH VE u u ee en
| —— 0.
>
Poetereh andern Zeit. BU
MEERE” ed
maͤuſelers zu finden/ nebfi dem Epita-
phio auff den Autorem Gryphiander I. ı.
Oecom. Legal. c. I. n. sı. nennet den Au-
torem , Ludovicum Romanum, davon
mir gar nicht wiſſend / denn ich nie eini⸗
ge edition unter diefem Nahmen gefehen.
Iſt fie aber. /foift der Nahme ohne zweif⸗
fel ertichtet , oder einem andern des
Nahmens beygemeflen Dan findet zwar /
bey dem Geinero und Ifraele Spachio,
den Nahmen Ludovici Romani,felcher
Navigationes in Aithiopiam, Ægyptum,
Arabiam, und von verfchiedenen / das
jelbft befindlichen / Sachen Bücher ge
ichrieben. Aber von dieſem Buche wird
nichts. gedacht. Schopperus, der den
Reincken Suche in Rateinifch uͤberſetzet /
faget in der Vorrede / daß er den Auto-
rem des Buchs nicht Fenne / welchen er
ja kennen müfte, weiter fich/ umbdenfeb
ben zu wiſſen / ohne zweiffel bemuͤhet hat.
Es ift auch dieſes Buch in Schwediſch
und Daͤniſch uͤberſetzet / wie zu ſehen aus
des Herrn Schefferi Buche / de Scriptis &
Scriptoribus Gentis Svecicæ. p. 117. Aber
er irret ſehr / wenn er meinet / daß es zu
erft in Rateinifcher Sprache ..
| en
336 Das VII. Cap. Von der Tentfchen _
ben / dann ia Schopperus in der Vorre⸗
de außdrücklich der Uberfegung aus dem
Teutſchen gedencket Man findet zwar
in ‚der Bibliorheque deg Verdiers em
Buch / Reynier, le Renard, davon Ver-
dier faget / Hiſtorie trefioyeufe & recre-
ativ contenant 70, chapitres. impr, en
deuxlanguages,, Francois & bas Aleman |
en Anvers $. par Chriftople Plantin 1566.
Dieſes ſcheinet daſſelbe zu ſeyn / und bat
es im Nieder ſaͤchſiſchen 75 Capitel / in dem
Frantzoͤſiſchen 70. Da denn etwas auß⸗
gelaffen ſeyn kan / vielleicht / was von den
Pabſtiſchen Kirchenfachen bißweilen ein⸗
gemiſchet. Muß es alſo eine Uberſetzung
fenn weil es fo lange hernach gedrucket
worden / und haͤtte Verdier es nicht ver⸗
ſchwiegen / wenn er von dem Autore
was gewuſt haͤtte / oder eine Ältere Edi
tion ihm bekannt geweſen. Zu dem ſetzet
er/ daß es im Frangöfifchen und Kiez
fächfiichen zugleich gedruckt / woraus ab⸗
zunehmen / daß eg eine Uber ſetzung ſein
muß. Die Borrede des Froſchmaͤuſe⸗
lers meldet außdrüclich / dag es ins
Trangöfifche überfeget ſey. Auch würde
es Huetius nicht verheelt haben in —9
| iuer⸗
—
Poeterey ändern Zeit. > 337 |
Differtation, de V origine des Romains,
der p. 61.de8 Eulenfpiegels gedencket/ fo
ing Sran oͤſiſche und vom Argidıo Peri-
andro in Lateiniſche Verſe / uͤber ſetzet / die⸗
ſes Buchs aber mit keinem eintzigen
Worte ermähnet. Im übrigen noch
zweiffelnd / ob die Hiſtorie von dem Eu⸗
lenſpiegel eine Frantzoͤſiſche/ oder Teut⸗
ſche Erfindung ſey / da doch bekannt / daß
fo wohl der jo genannte Til Eulenfpiegel/
als das Buch vor ihm / in Niederſach⸗
fen gebohren. In den Anmerckungen
des Reincke Fuchſes / werden aus un⸗
terfchiedlichen Teutſchen Poeten viel
ſchoͤne Lehren angefuͤhret / die mie noch
nicht zu handen kommen / als aus oa
hann Rorßheim / Ritterndervon Stau
Untreu geſchrieben / "aus Hate von
Schwartzenberg / Rittern Memorialder
Tugend’ und Kummertroſt aus dem
Schweitzer / aus dem Henſelin. Es iſt
auch im Hebraͤiſchen ein Buch / R
YWD Mifchle Sckualim, Fabule Vulpium,
welches ein Rabbi Barachias Ben-Natronät:
N} gemacht / das dem Jitul nach / den
Reincken Fuchſe Sie zu ſeyn Ran
| ; er
Ga U, En ———— us
— —_. —
338 Das VII Cap Von det Teutſchen
Aber es find in Diejeim Buche nicht allein‘
Fabeln von den Fuͤchſen / ſondern auch
von andern Thieren / und nad) Art der
Fabein Fſopi gefchrieben. Es iſt zu
Mantua Anno 1557. gedruckt / und wird.
von Plantavicio in feiner Bibliotheca
Rabbinicä num.425. fehr hoch gebalten/
denn / wie er faget / eloquentiam & pu-
fitatem linguz= ubique oltendit , multi.
lici.dicendi ratione abundans, & flumen.
quoddam infigne in profa ‚rhythmica.&
carmine profundens. Buxtorfhius. nen»
ner es / im feiner Bibliothecä , Librum ra-
rifimum, ad virtutem &. prudentiam
comparandam directum. Der Sabeln
find ao. an der, Zahl / welcher Uber:
eifften Plantayıcius , ſampt einigen
Proben derfelben / auffgezeichnet. Mel-
chior Hänel , ein Jefuit,hat dafleibe nebſt
der Lateiniſchen Uberſetzung zu Prage
_ Anno 1661. in gvo. heraußgegeben Man
bat auch ein altes Teutſches Buch VON
den lofen Füchfen dieſer Welt / wir
ches zu Dregden Anno 1585. gedruckt /
Porinnen die Laſter aller Stände unter
Fabeln / Bildern und Geſichtern von
Fuͤchſen vorgeſtellet worden / folchee f
| A aͤlle
Rn re
— mn — — *
— — — — — — — — — —
aͤlter als der Reinicke Fuchs / wozu die⸗
ſes Autoris Buch vielleicht Anlaß Fan ge
geben haben, Denn mie im Titul deflels
ben ſtehet und der Editor in der Vor-
rede gedencket / ift es in Brabantiſcher
Sprache An. 1495, außgegangen, Wor⸗
aus dann zu feben / dag ce dem Herrn
D. Luthero nicht kan zugefchrieben wer⸗
den/ wie einige wollen. Sebaftian Brand
hat eine Rateinifcye Elegiam davor ge
macht / weraus man fhier jchlieffen ſol⸗
te/ ala wenn er deflen Autor were / denn
er fpricht / |
Hæc fibi quid pidtura velit , vel inane po@ma
Qui legis hæc, aures arrige qvafo piass
Plus tibi nam’pidtura feret, quam Carmina noftra -
‚Rauca, improvifus me lupus scce vider.
Man koͤnnte es auch: fihier daraus ab-
mercken / weil inder gaugen Elegiadeß
| Autoris mif feinem eingigen IPorte ges
ı dacht wird Diefes laffen wir aber dahin
I geftellet ſeyn. Es hat der Editor , viel
' alte ABörter verändert /und andere bins
I eingefchoben / wie faft mit allen ſol⸗
t chen Schriftten verfahren if: Welches
1 an ihinnichtäu loben: In Hochreutfcher
l Sprache ift ein Setichte von. einem ſinn⸗
u 2 reichen
. 3405 Das VI. Cap. Von der Teutfchen
reihen Mann / ollenhagen / einem
Redore der Schulen zu Magdeburg/
unter dem Nahmen des Froſchmaͤuſe⸗
lers / gefehrieben / worinnen er handelt
yon der Fröfche und :Meufe, twunderl
chen Hoftbaltung: : Alle weltliche Ham
del jind bierunter vorgeſtellet / und ſte⸗
cfetes voll Klugheit und allerhand Leh⸗
ren / Davon nicht nöthig mehr zu era
mähnen/-meil es jedermann / ſampt feis
nem andern Buche / von den war haffti⸗
gen Luͤgen und wunderlichen Reiſen be⸗
kannt ift. Saft dergleichen Bud) iſt in
Profa gefchrieben unter dem Titul des
Efelk nigs / dieſes Inhalts / wie nemb⸗
lich der Loͤwe des Regimens unter den
Tieren entſetzet und Die Krone auf
einen Efel gerathen / weicher geftalif der⸗
felbe regieret / und wieder umb das Koͤ⸗
nigreich bekomen. Der Autor nennet ſich
Adolph Roſen von Creutzheim / welches
ohne zweiffel ein ertichteter Nahme if. Er
meldet in der Vorrede / wie erdurd dad
Getichte vom Reinicken Suhsr und en
Büchlein / der Gaͤnſe König genannt’
faft gleichen Inhalts / fo Anno 1607. ge⸗
druckt / hierzu angereitzet. Deſſen Au-
— tor,
na en
EEE
Poetereh andern Zeil: _ 348
tor in der. Vorrede des Gaͤnſe⸗Koͤnigs /
eines Poetiſchen Wercks / vom Eſekoͤ⸗
nig / Andeutung gethan / und die auß⸗
fuͤhrliche Entwerffunge des Wercks An.
1608. hinter laſſen / wor aus er denn die⸗
ſe Beſchreibung ohne Abbruch oder Zu⸗
ſatz verfertiget. Es iſt ſehr artig / luſtig
und nuͤtzlich zu leſen / und verdienet un⸗
ter andern Teutſchen Erfindungen kein
geringes Lob. Umb dieſe Zeit lebte Hans
Sachſe / der erſtlich ein Schuſter feines
Handwercks / und hernach ein Bürger
Schulmeiſter zu Nürnberg geweſen Er
baf von Anno 1514. biß 567. in Die ſechs⸗
taufend acht und viergig Stücke gefchries
ben / wie er felbft die Rechnung machet /
in dem legten Theile feiner Gedichte. Die
find unterfchiedliche mahl heraußgeges
ben/ inetlichen Theilen / in quarto und
in folio, und muß man fich verwundern/
daß. ein Handwercksmann / der Latei⸗
nifchen und Griechifchen Sprache un?
fündig / fo mancherley Sachen hat
fchreiben Fönnen / die nicht ohne Geiſt
ſeyn von welchen Hoffmann urtheilet /
daß / wenn er beſſere Wiſſenſchafft von
gelehrten Sachen / und genauere An⸗
93 wei⸗
342 Das VI. Cab Von ver Teutſchen
mweifung gehabt haͤtte / es vielen / die
nad) feiner Zeit gefchrieben / und man:
che ungereimbre Dinge uns ſehen und
bören laſſen / weit vorgethan haben wuͤr⸗
de. Er ſelbſt geſtehet ſolches / in dem
Scylufle ſemes Wercks / wenn er ſpricht.
Gott ſey Lob / der mir ſant herab
So mildiglich die Gottes gab
Als einem ungelehrten Mann /
Der weder Latein noch Griechiſch kan /
Daß mein Gedicht grün / blüh und wachs
Und viel Frucht bring / das wuͤnſcht Hans Sachs.
Schopperus machet in feiner Teutſch⸗
lands Befchreibung fo viel Wercks von
ihm / daß er ihn den Zeutfchen Virgilium
neñet / welchen Titul er zu feiner Zeit nicht
unbillig führen koͤnnte / denn es gieng
feine Poeteren auch ultra crepidam und |
unter den Blinden fan auch ein Eindw
giger König fein / im Finftern auch ein
faules Holg glängen. Er ift einer von
den Meifterfängern geweſen / wie er ſelbſt
in feinem Lebenslauffe ſchreibet / wor in⸗
nen ich das Wort / Bar / in dem Ver⸗
ſtande gebraucht finde daß es der Mel’
fterfänger Lieder bedeutet / worauß dent
zu ſchlieſſen / daß dieſes Wort muß Ih
| alten
guten eindn deitt. 33
alten Zeiten davor gebraucht ſeyn und
das ben dem Tacito verhandene Wort/
Barritus, davon den Hrfprung haben/
denn fo ſpricht er /
| Sch hatt von Lienhard Runnenbecken
Erſtlich der Kunſt einen Anfang /
Wo ich im Land hört Meiſtergſang
Da lernet ich in ſchneller Eil A
Der BAR und Thön ein grofen Theil
Und als ich meines Alters war
Faſt eben im zwantzigſten Jahr
That ich mic) erftlich unterftahn
Mit GOttes Huͤlff zu dichten an
Men erft BAR ım langen Marner
‚Gloria }Patri $ob und Ehr.
Was er durch das Bar imlangen Mar⸗
ner verftebe / Fan ich nicht fagen. So
vielfan man daraus fenlieffen | daß es ei⸗
ne gewifje Art von Thönen geweſen / die
etiva einer / Marner genannt/vor dieſem
‚ erfunden. Diefes Marners haben wir
droben gedacht / und gedencket Auch feia
ner Harsdoͤrffer in des erften Theils Der
Geſpraͤchſpiele Anhange p- 45. woſelbſt er
die Nahmen der Sänger erzeblet / Die
die Rieder geſungen und abgelefen / die
zu Friederici Barbaroflz , und der folgen-
gen Kenfer Zeiten / von Fuͤrſten und
Herren gemacht. Er ſpricht / es ap
y4 | a⸗
—— | m — — en m nm En un ER nn ne — — — —n —
m TEEN ADDEN RL TRFREN AUNSATeT MER
444 Das VO.Capı Bon der Teutſchen
‚damahls auch) hohe Standsperfonen
‚ihre Gedichte zwar felbft zu: Papiere
»gebracht / im Beyweſen des Srauenzim
»mers / aber andere ſingen / oder auch le⸗
»ſen laſſen / die Urtheil von allem Anſe⸗
hen ihrer Wuͤrde zu befreyen. Sol⸗
»che Singer und zugleich auch Dichter
‚find gewefen/ Wilde / Bieterolff/
Boppo / Saffer / Ehinheim / Fol⸗
chin ein Abt / Gaſt Herdegůãer /
,&amart / Ticlingee 7 KRerv
IITARTIER/ Kitbart / Notker /
»Ottfried / Rabken / Sigeher /
Schervogel / Stricker / Tanhuͤſer /
„Walefried/ Werner / Willeram /
„der Tugendſame Schreiber / und
„viel andere unbenannte. Er gebraucht
ferner dieſes Wort Bar / da er vonfeu
nen Büchernreder: ini.
Darin viel ſchrifftlicher BAR warn. DU 1
Und da er feine Gefänge ruͤhmet / weil ſie
von der Sittenlehre handeln / undallen
angenehm geweſe — —
In einer ſumma diefer BAR
Der Meiftergefang affer war. —
Iſt alſo / aus dem fo offt Maul |
| 3 5 | \ es |
Poeterey andern Zeit, 7345
Gebrauche diefes Wortes /faft zu ſchlieſ⸗
ſen / daß daſſelbige vor alters ſchon von
ſolchen Liedern gebraͤuchlich geweſen / und
ſey davon derfelbe Thon bey dem Taci-
to Barritus:genennet worden. Daß ſie
fonderliche Art von Thönen gehabt / fo
wohl alte / als neue / ſo die Nachfolger er-
funden / iſt aus dieſen Worten des Sach⸗
ſen an angeregtem Orte zu ſehen / da er
ſprich 5 —
Auch fand ich in meinen Buͤchern geſchrieben
u Dialogos fieben:c.
Auch) Lieder von Kriegsgeſchrey /
Auch etliche Bullieder dabey /
Der allerſammen ich vernumm 5
Drey und ſiebentzig in der ſumm. |
| In Thönen Ichlecht und gargemein
Ä Der Thon fechtkehn mein eigen fein,
Nach Hans Sachſen weiß ich niemand
su nennen/ der einige des Andenckens
wuͤr dige Berfegefchrieben/es waͤre denn /
daß man/ der Kurtzweile und Ergoͤtzung
halher / ihr Gedaͤchtniß benbehielte / wie
die Epitaphia ſind / welche Taubmannus,
in præfatione Culicis Virgiliani , an⸗
führet: Die: Meifterfänger haben den:
noch ıhre Singe und Reim Wercke je⸗
1 Derzeit getrieben / und haben einige ſol⸗
ei:
ah 2ER BR Eng Ss a ES rn u 2
346_ Das VII. Cap Von der Teutſchen
che Fertigkeit darinne gehabt / daß fie
auff jeden vorgegebenen Satz auß dem
Siegereiff / oder / wie Horatius ſagt / ſtante
pede in uno erlihe Dutzent Reimedaher
ſchneiden koͤnnen Denn ihre Erfindun⸗
gen berubeten bloß auff den Reimen / und
nachdem ein Reim dem andern den Weg
gebahnet / ſo muſten die Worte mit dem
Verſtande nachfolgen. Eine laͤcherliche
Hiſtorie iſt mir erzehlet / daß / da einer
-aus dieſer Zunfft von dreyen unbekand⸗
ten Buben uͤberfallen / und in den Koth
geſtoſſen / er / auß dem Kothe ſich erhe⸗
bend / alſo fort ſeine Reime daher ge
macht / deren Angfang dieſer geweſen /
O Gott du gerechter Richter /
Der du kennſt die Menſchlichen Geſichter /
Ich bitte dich / thue mir diß zu Lieb /
Und entdecke dieſe drey Dieb ꝛc.
Aber / wir laſſen dieſes Gauckelwerck fah
ren / und muͤſſen / ebe wir ferner fhreb
ten / noch eines artlichen Carminis 96
dencken / das ein berühmbter Mann
Johannes Doman , der Hanje- Städte
Syndicus, der fein Vaterland Weſtpha⸗
[en /twieder der Lipfi Schimpfh Brieffe
in einem abfonderlichen Bachen
*
Poeterehy andern Zeit. > 347
J
thaͤdiget / und dannenhero bey gelehrten
Leuten wohl bekannt / von der alten
Teutſchen Hanfegemacht. Ich weiß mich
nicht zu erinnern / daß ich daſſelbe ben
jemand angefuͤhret geſehen / will es deß⸗
halben / als etwas ungemeines / daß mir
von einem guten Freunde als eine rarıtäf
geſchencket / und voll von Elugen Reden
it / (wiewohl er etwas zu frey geſchrie⸗
ben) zum Beſchluß dieſes Capitels hieher
ſetzen / es iſt Anno 1618. eben da die Mor⸗
genroͤthe der Teutſchen Poeterey unter „
Herr Opitzen hervorbrach beraußge
geben / unter dem Titel eines Liedes / im
Thon des Rolande / oder wie es einem
jeden beffer’gefällt zu fingen/ und lau⸗
tet alſo / |
I.
Of, Din laft ung eins fingen / ein $ied und new Gedicht
Obs fo wolt bag gelingen/dan fo mans fagt und ſpricht /
Was ſchads einmahlgefungen / wann fagen nicht viel gilt /
Es ift wohl eh gelungen / was man im fcherg gefpielt.
2.
Die Welt ift zwar geneiget / nach ihrem ftolgen Kropff/
Das fie/wer Warheit geiget | die Geigenfchlegt an Kopff /
Noch dennoch) foll man wiſſen was Warheit und gut ıft/
Drumb feyd hieher geflieffen / und merckt was euch gebrift.
32
Euch Hanfe Städt ich meyne / wo jr gelegen feyd/
Dann such ft es alleine / zum Ehren zubereit /
—— | Drumb
=: ne =
348 Das VIEICAp. Von der Teutfihen
Drumb thut es nicht verachten / halt an der Warheit feft/
Darnach thu ich auch trachten ſuch nichts dann euer beſt.
roh | 4
WVorzelten wahre ihr Hänfe benahmet mit der That/
Sept ſogt man feyt ihr Gaͤnſe / von fehlechter That und Rath]
Ein Hanf fleugt über Meere / nach jrem Kopff und Sinn /
Endert ſich doch nicht fehre 7 iſt Gagag her und hin.
ee | : |
So ſagt man von euch Hönfen (wolt Gott es wer nit War)
Daß ihr euch ſolt den Gaͤnſen verglichen haben gar /
Und wann jr kompt zuſammen / und ſcheint es ſey was werth /
So habs doch nur den Namen / bleibt ſonſten heur wie ferth.
J 6.
—* Ru ſeyd ihr dennoch Haͤnſe / wann ihr nur ſelber wolt /
Dörffe nit des Nahmens Gaͤnſe / habt noch wol was ihr folt/
Weißheit / Verſtand und Sinne / Reichthum / Vermoͤgenheit /
Und daß euch nichts entrinne / die ſchoͤn Gelegenheit.
7»
Gott hat euch außgetheilet / zu Waſſer und zustande / /
So ihrs zu merken eylet / habe ihre ſchon in der Hand /
Eın Glück eich ſelbſt zu ſchmieden / und ohne Slügelfey/
Dabey ihr font im Frieden vorm Garauß bleiben frei)-
8. \
So laſt nu dig ob allen/ euch erfi befohlen feyn/
Daß es thu Gott gefallen / dag niemand ſey allein /
Sa daß er euch gezeiget / durch die Gelegenheit /
pre daß es ſey geneiget / zu eurer Einigkeit,
9.
Wolt Gott ich koͤnnt erbitten euch allen diß groß Gut /
Daß ihr die Zweyung mitten / mit gleichem Sin und Much
Und Hielter euch beyfammen / und ſtuͤndet all vor ein /
Huf Gott was Nug und Rahmen folt bald erworben fein
. 10%
Nu Hettich ift ein Vogel / Habid) zwar beffer iſt /
Doch ſtehts als auff der Kugel / drumb traut zu after friſt /
Ob Gott einſt wolt beſcheren / die liebe Einigkeit /
nd euch dadurch gewehren / der alten Herrlichkeit
u.
Le
a aan hr a u ae ar EZ u UL EZZEe
Poeteren andern Zeil: un 349
RER TR.
In Gottes Hand verfchloffen ft t alle Ding allein /
Darumb ſeyd unverdroffen / ruft an den Rahmen fein/ Kr
Auff daß ihr einft genefen von der Zweyhelligteit ⸗/
Und kriegt ein friedſam Weſen / in Lieb und Einigkeit.
12. *
Doch thut allein nit nuͤtzen / daß man viel ruff und ſchrey /
Han die Karr ſteckt im Pfuͤtzen die Hand muß fein dabey/
Arbeit die hat den Seegen / macht was hart helt doch loß.
Drumb folt je Arbeit pflegen / legn nit die Hand in Schoß,
———
Was wolt ihr aber machen / in dieſer argen Zeit /
Da ſich bey bunten Sachen I fo Welt verſchrauffte Leut
An allen örten finden / die vorne lecken füß/ War
Ind kratzen doch) von hinden / nach dem alt Katzen kuß.
14.
Ihr Mund redt auf der Lungen / daß Hertz ligt weit dabo /
Mans nur hat wol geklungen / fo iſt das Mundwerck ſchon /
Und wann mans hören müffen / ein Stund zwo oder drey /
So kan man doch nicht wiſſen / obs Fuchs oder Haſe ſey.
| ————
Nun iſts mit ſolchn Geſellen einig zu bleiben ſchwer /
Doc) wil ic) euch erzehlen/ der alten gute Lehr /
Wie man ſich ſolle ſchicken / recht und geſcheidentlich /
Damit ſolch ſalſche Zucken / gehn mögen hinderſich.
ERBE
Bor allem mug man haben] doch wenig fromme Leut ,
Die auffrecht einher traben / und meinens hertzlich gut / {>
| Und gehn mit ihrem Wandel/ andern zur folg voran / -
Daß ſie ſich auch zum handel / gleich ſchicken auffdie bahn
—5*
17.
Was manin andere preifet/ das foll man felber tanz
Und was man ihn. verwerfer / gleich ihn verbleiben lahn /
Falſch muß doch endlich ſchwinden / wie man zufügen pflegt‘
| Ber recht thut fols auch finden / Untreu ſein Herrn. fchlägt,
18. 4
Wanns dann von etlichen Städten / mir fo gemeinet —
| | an
a ee TE —
>
50° Das VI. Cap. Bon der Teutſchen
Die doc gang gerne. hetten vielmehr bey fich ohn Liſt /
Die follen ferner wiſſen / was hiezu dienlich ſey /
Ind ſeyn darauff befliffen / wiefies auch bringen bey.
| * 19
Niemand ſoll man verachten / wie Flein er immer ſey /
Allein man fol betrachten / 0b Treu auch ſey dabey /
Iſt er auffrecht und treue / er thut auch feinen Strauß/
Das hat wol eh der Leue / erfahren ander Mauß.
20. >
Es ift nichts fo geringe] eshat fein nug und brauch)
Solchs zeigen ale Dinge/ flein Glöcklein klingen aud)/
Vom Donner und Plagregen waͤchſt nicht alleine Graß /
Dann auch durch Gottes Segen/ flein Reglin machen naß.
21
Doch weils nit tauren wuͤrde / und lange ſtehen an /
So map wolt gleiche Buͤrde auff laden jederman⸗
Muß man Geleichheit halten / ſehn das Vermoͤgen an -
Sonſt muß ſich doch abſpalten / wer nicht mehr tragen kan.
22
So libt nun treu und reine / wie ihr von andern wahrt
Niemand ſey euch zu fleine / befchwert niemand zu hart /
So wird auch Sieb und Treue / hergegen finden ſich
Und ohne Leid und Reue / bleiben beftändiglich.
| 23. ; |
Wann aber nit wil gelten / treu / lieb und treglich Laſt /
Wie man dann findet ſelten / ein Holtz gerad ohn Aſt /
Und ſelten Companeyen / darin nicht Meiſter ſeyn /
So lernt euch ferner freyen / von ſolchen Hemmerlein,
24.:
Borzeiten war ein Probe / fo man ein reden hoͤrt -
Jetzt iftes nur ein Klobe / damit man Leut bethoͤrt /
Der trauer dent Geſange / das alls ſoll Amen ſeyn ⸗/
Der iſt gar bald gefangen / weils Hertz ſpricht lauter Ren,
25.
Drumb muß man tieffer ſtreichen / die abgevierdte leut /
Damit man moͤge reichen / durch die viel Zwibeln Haͤut /
— * 3 i Zur |
3
*
988
e
|
IB
*
=
—
*
Vveterey andern Zeit. > m 35%
Zur linden Zigengrunde / fo kan man prüfen gantz /
Ob zwifchen Herg und Munde / auch fey ein Concordantz ⸗/
| | 26.
Die That thu ich euch nennen / That iſt der rechte Teſt /
Darob ihr koͤnnt erkennen / welch Leut ſein dicht und feſt /
Drumb laſſet euch nicht aͤffen / die Wort ſein heur wol feil /
Wanns aber kompt zum treffen / fo finds ſichs erſt weis fehle.
27.
Welch Leute viel parlieren / wiſſen vom Schluͤſſel nicht /
Und immer dilatiren , biß beſſer Zeit anbricht /
Erbieten ſich doch milde [fie wollens Morgen chun]
Führen nichts guts im Schilde / wers thun wil / thu es nuu
Bee 28. BRD:
Wann ihr nun diefe fennet/ halt fie zum Werd und that /
Wer fi dann davon trenner.’ muß leiden andern Rath /
Daß man die Thür, ihm weiſe / und ſchließ ihn genglich auß /
Dann al zu ſanfft und leiſe / endlich auffhoͤren muß.
29. Hast
Man ſagt es ſey im eben / wie mit dem Würffelfpielf
Wann nicht thut fallen eben / was man woll haben wi /
So muß man was gefallen / gedultig nehmen an /
Troi cinq; vorquater allen / oder ſes duis anſchlan.
| 30. 10%)
So thutihr mu dergleichen / fpielt was gefallen iſt /
Man muß der zeit doc) weichen / biß auffein ander friſt /
Wie man kan muß mans treiben / halten alls vor Gewinn /
Drumb was nicht treu wil bleiben / laß immer fahren hin
142 31. —
Eins man tein Zahl nit nennet / was fragt ihr dañ darnachy
Wann euer von euch rennet / habt dannoch gute Sady
Seyd auff ihr nicht gebauet / auff einig zahlund Schar,
Darumb mir auch wicht grauet/ ob ihr ſchon lieff ein par.
322
Und wann ihr dann ſeyd worden / des uͤbels
Sp mercket auff den Orden / er ſey klein oder
| Und halter ihn in Ehren,
Bas ihr koͤnnt fein für
etwas loß /
geñ⸗
ihr wißt es warlich nicht /
Herren / ſtuͤnd ihr euch nicht un Sicht.
33. Vor
—
Er — zZ "3 ir — 2 1
352 Das VN. Cap. Don der Teutſchen
| —— ze de
Vor allem hut euch fleiffen das ihr Gott Habe zum frennd/
Das koͤnt ihr dann genieflen/ daß ihr mehr haben kuͤndt /
An Gott iſt es gelegen / ſoit ihr recht werden froh /
Dann ohne ſeinen Segen / all Hände dreſchen Stoh.
34. dh ht er
Darnach wie gring und wenig / daß euer immer find /
Bleib mit ein ander einig / wie jener lehrt fein Kind /
Da er viel Beſemreiſer / verfaffer in ein Bund /
Daß doch kein ſtarck noch weiſer mit macht zerbrechen kund⸗
35%
Da er fie aber theiler/ und eintzel leget dat /
Da wars nicht mehr gefeihlee / man brach fie alle gar/
Alfo vermehrt und ſtercket / all Ding die Einigfeit
Wie man nichts guts vermercket / auß der Zweyheillig keit ⸗
Dr x Arsch
arr)T ı 1,36, .
Wann ihr die Augen wendet / ein wenig hin und her -
So muͤſt ihr fein verblendet / folt ihr nicht mercken ſehr /
Wie daß die nechſten Jahren / da mansvermuchet nicht/
Durch fo gar wentg Scharen / groß Dinge find verricht.
"37% | |
So ſeyd nun auch einträchtlich/ Halt an einander feſt /
So ſeyd ihr leicht ſo mächtig / auch bey den treuen Reſt /
Daß ihr wohl koͤnt abtreiben/ die ohne fug und recht /
AIn euch ſich wollen reiben / doͤrfft nicht fern audrer Knecht:
rer J it
1. 3 8.
Von Frembden thuich ſagen / deß muͤſt ihr ſein bericht /
Die euch ohn fug nachjagen / denn wem ihr ſeyd verpflicht
Zu Zollen / Schoß und Ehren / und was des dings mehr iſt /
Dem thut es auch gewehren / treulich ohn Gfahr und Liſt⸗
39.
Es fan wol ſtehn beyſammen / hat unter ſich fein Streit}
Daß man in Gottes Nahmen / freu bleib der DOberfeit/
Geb, andern auch die Ehre / behalt fein Freyheit doch /
Sich nehre / ſchͤtz und wehre/zich nicht am frembden Joch.
40. er
Davon nicht noch au fagen / mit mehren / weil at |
Poyeterey andern Zeit. 353
Alein muß ich beklagen / den gar geringen Sleiß]
Den Leute thun anfehren / damit fie wüften recht /
Was fievermögens weren/ das iſt doch gar zu ſchlecht /
ge |
Jetzt wil ichs aber ſtellen / an den gemeinen Ort /
Dahin man folche fellen / zuſetzen pfleget fort / |
Ynd mil das mumehr treiben / das Feb und Emigleit /
Nicht fönnen tool betleiben / wor Geitz im wege leidt.
42⸗
Worunter Menſthentindern / Hans Eigen Man regirt/
Daſelbſt bleibt weit dahinden / was gmeinen Nutz fovirt /
Das leugnet niemand ſehre / darf auch gar feiner Lehr /
Wie man ihm aber wehre / das iſt zumahlen ſchwer.
43
Wol iſt es zwar nicht ohne] das Nutz und Nießlichteit
Anmuhtig it und ſchone / gewefen allezeit /
Iſt auch. der Menfchen Hertzen / gleich am naturet ein] |
Daß fie mit Muͤh und Schmergen] darauff befliffen feyn/ -
44
Drumb laf ich auch) pasfirch/der Narung rechten Brauch /
Sonſt muß man warlich feyren / bey gſunden Zaͤhnen auch
ers aber recht bedencket / dem gibt hiebey ein ſtutz
Wanns gmeine beſte krencket / der heilloß Eigennutz.
470
Derwegen laſt euch lehren / daß gar kein Nutz nicht ſey /
Was man mit GOtt und Ehren/nicht hat gebracht herbey /
Und daß bey Arm und Reichen / Privat geſuch und Geld/
Dem gmeinen Nutz muß weichen/wanns foll fein recht beftelk.
| 46.
Es iſt auch nicht beftändig / auch nicht fo groß und fein/
Mas man alfo unbAndig /an ſich erzwackt allein /
Wanm man dem gantzen teibe/ fein Speiß und Narung leßt /
Seo ſicht man daß auch bleibe / ein jedes Gliedmaß feſt.
47. *
Wann aber eins der Glieder / dem andern goͤnnet nicht /
So ſicht man das herwieder / dem Neidhard ſelbſt entbricht /
sw 3 Leufft
a N N >, RSS
a a
354 Das VI. Cap. Wonder Teutſchen
reufft doch wiedr durch die Finger / der Finger faufe ſach /
Davon fing ich was ringer / ihr denckt ihm doc) wol nach.
| 48.
Und zwar wans möchte werden / auff ſolche weiß bedacht /
So wuͤrd man hie auff Erden / nicht ſein ſo hoch veracht /
Und wuͤrd doch nicht alleine / ins gmeine beſſer ſtahn /
Sondern beyd groß und kleine / jeder fein Fuͤlle han.
4. /
as aber allzeit eben / mürzlich und Erbar ſey /
Darnach man folle ſtreben / muß man hie wiſſen bey /
Und iſt doch aus dermaffen / eim Menſchen viel zu fchmwer|
Daß ers fole können faſſen in gwiſſe furge tehre
50, | |
Darumb ben allen Sachen man erſt rathfchlagen muß /
Damit man möge machen / darauff gewiſſen Schluß /
All Ding hat fein Umſtaͤnde / die man erwegen ſoll /
So kan man dann behende / zum Ziel gelangen wol.
| SL
So kompt nun auch zuſammen und rathet in gemein)
Was in gefamten Rahmen / will zu verrichten ſeyn / Ri
Die alten Deutfchen Helde/ dens gbrach an gmeinemRath /
Erſchlagen find im Felde / wie mans auffſchrieben bat.
52.
er forg und furcht Fantragen/ und dencken recht herum̃ /
Der fans auch glücklich wagen / Sorg felt nicht leichtlich um /
Bag aber iſt gewaget / auffs glück und wolgerath/
Schaden zum Spottintraget / nach reu folge folcher thal.
53: Ya
Doc) fan niemand rach gehen wer felber nicht viel weiß/
Drumb muß man darnach fireben / mit ſonderlichem fleiß /
Dog manmag Seutehaben] die fromm fein und gelehrt?
Und redlich einher traben / und darob feyn bewehrt.
| 4.
Wer fein Sach hat ftudiret , hat auch das Hertz dabey /
Daß erniemand boſiret /berent die Warheit frey /
Und weiß was nah und ferne / nuͤtzen und gehen fan /
27,7 Pr
1
Undthut es dann auch gerne / das iſt der rechte Mann,
55 |
Doch weil man dieſe Rüben / gar dünn geſaͤet find /
Sols uns nicht gar betruͤben / weil man noch Menſchenkind /
Auch findet unter Leyen / die nicht find fo gelahrt 7 |
Doch auch fo rum nicht rn wie nunmehr ift die art.
50
Die furcht und lieb des HErren / ein Herg das offen ſteh /
Und fich wit laſſen lehren / wuͤntſcht das es recht zugeh /
Thu auch kein Feiß nit ſpahren / denckt ihm ſelbſt treulich nach /
Solch ſtuͤck hab ich erfahren / verrichten ale Sach.
| —* |
Man muß ihm aber nehmen/ zum Rathſchlag rechte teil?
Und ſich mit nichte ſchemen / ſo man nicht in der eyl /
Kan alle Sachen ſchlichten / Morgen kompt auch ein Tag /
Da man kan weiter richten / was Heut nicht langen mag.
58. |
So thut auch mit fich bringen / ein jeder Tag fein Raht /
Und pflegt dem langfam glingen / daß er Feyrabend Hat/
Wann nach dem fall die Straſſe / die Eil noch bindend riet?
Drumb foll man halten maffe lauffen und fallen nicht.
59. ;
Doch ift Auch nicht zu rathen dag man ſitzt ſtets zu Haug?
Gleich man auß Eyern gbraten / wolt Huͤnlein bruͤten auß /
Wie die Procraftinirer , nunmehr im Brauche hanız.
Welch nur find Worte schmierer / greiffen das Werck nit an.
. 6 . {
0% A
Her auff eim Schenckel hincket / der tomt nichehin fo drat/
Und wem zu fruͤh ſtets duͤncket / der tompt gewiß zu ſpat /
Hab acht / heiſts/ auff die ſchantze / eh man vor dich zugreifft /
Und wiltu mit zum Tantze / fo zieh auff weil man pfleifft?
61 | |
Zu rechter Zeit und maſſen 7 wil alles fern verricht /
Darumb man auch fol laſſen / an Fleiß ermangeln nicht /
Das tapffer werd erwogen / was man vorhanden hat/
Sonſt find man ſich betrogen / wann iſt verricht die That.
a "il 62, Wie
36 Das VII.Eap. Bon der Teutſchen
| | —
Wie man ſich nun folhüten/ daß nichts zu wenig ſey /
So kan man übergüten / gleichfals ein ding hiebey /
Drumb muß man rechnung machen / verruͤcken nicht dag ziel /
Das man nicht thu dem Ban! zu lügel noch zu viel,
st 3
Wer die Floͤh huſten höret/umd daß Graß wachſen ficht/ |
Und leicht den Fried zerftöret/ left von der Geißwoll nicht /
glnd führt in feiner Kreiden / kurtz Wuͤrſt und lang Sermon/
Der ſteht nicht wol zu leiden / daß iſt gewiß nicht ohn.
6
A an
Alſo durch diſputiren / geſchwind und gar fubeill
Thut man offt gar verlieren / die Warheit in der eil /
Und iſt ohn das nicht artig / wie ihr vorhin wol wißt /
Denn alizu ſcharff macht ſchartig / ſchlecht bald geſchliffen iſt.
Are 5»
Drumb ſeyd nicht allzutoeife / ſolch Leut haſſet das Gluͤck /
Und fuͤhrt nicht groß beweiſe / uͤber eim ſchlechten Stuͤck /
hut nicht im Katzbalg liegen / ſchleifft nicht viel glate wort /
Und was nicht ſchad gefehtviegen / fpart an ein andern Ort.
6.
Doch muß man garnicht ſchweigen / wans ift zu reden zeit /
er heimlich friſt die Feigen / und legts doch von ſich weit/
Dem muß man fonft abtreiben / damit es komm herfür/
And da nicht möge bleiben / die Schuldfürs Nachbars Thür.
. |
—
So thut man aber ſparen / die Warheit allerbeſt /
Wo nicht zum Jubeljahren / doch gwiß ans Hehe Feſt
nd ſchiaͤgt derweil den Ballen / wann man recht ſtim̃en fol/
Damit man mög gefallen/fein lieben Nachbar wol.
68.
Daher ſo thuts auch gehen / wie Krebſe krichen fort /
Und bleibe leider beſtehen / am alten boͤſen Ort / |
Dann was man nicht darff fügen/ das thut man nimermehr /
Derhalb man auch erjagen / fan nimmer Ruhm und Ehr.
e | 60 { h j |
Drum lag euch ungekrauet / und ftreicht den Kauren *
| ann
Berg f | se
f
l
Pooeteren andern Zeit. __35%
Dam folches gar nicht bauet / ſondern vielmehr zerbricht /
Regiment auff Erden /den hohen theuren Schatz /
Unp ſoůs einft beſſer werden / muß han die Warheit platt.
70.
Warheit du biſt es einig / die lang auff Erden wehrt /
gpeilman dich brauchet wenig/ drumb wirſtu nicht verzehrt /
Doch hab ich dich erfohren vor Silber und roth Goldt /
Dir hab ich einft geſchworen / dir bleib ich ewig hold.
a
71
Wil mich von deinet wegen jemand ſaur fehen an /
Machs wie es ihm gelegen / waͤchſt mir fein Bart davon/
Es hilfft doch wicht ſaur fehen | die Milch faurt davon nicht/
Muß endlich) doc) recht gehen / wanns fol fein außgericht.
723
So thut nu dergeleichen / wannihr zu Rathe geht/
Und thut der Warheit weichen / wanns euch auch widerſteht /
Ein Schiffthut alſo lauffen / ein Gurren nennt ein Gaul /
Das thut fo übern hauffen / und nehmt fein Blat vors Maul.
73.
Wol iſt die Warheit reſſig / hat gar ein ſcharffes Saltz /
Doch übertrifft ihr Effig | der Dreyer tummes Schmaltz /
Biel beffer Freunde Wunden / wie hart fiefommen an /
Dann aller falſcher Hunden) [ag Wort und Paſelman.
24.
Wann man dann hat gehalten / zeitig und weißlich Raht /
Wie nach der Fehr der Alten / man thun ſoll vor der That /
So ift auch hoch von nöthen | das man koͤnn ſchweigen wol /
Und doͤrff nicht erſchamroͤthen / wann mans verlegen ſoll.
75:
Viel tonnen weidlich fchtvegen / und fügeln fich damit /
Thun fich darob ergetzen ] gleich iſt des Storchen Sitt _
Der bald die Flügel ſchwinget / wenn ihm der Schnabel geht /
Meynt daß er lieblich finget / weil er fo hohe ſteht.
6
6. |
Aber die Kunſt zu ſchweigen / wird nimmer profitirt / ]
So gibt fih ihr zu eigen / niemand der fie ſtudirt /
a 33 % Noch
BEER — n
Fu
9
Noch iſt wol ſchweigen koͤnnen / ein treflich edel Kunſt /
Dargegen nichts zu nennen / das brecht ſo groſſe Gunſt.
| 77. |
Darum dann auch zwey Ohren/ uñ nur ein zung und mund /
Der Menſch hat / daß er hören / ſoll mehr zu aller ſtund /
Als reden und auch ſchweigen / iſt ein natuͤrlich Bild /
Darob ſoll niemand ſetzen / ſonſt iſt er gar zu wild.
7
Aber vor allen dingen / wil Raht verſchwiegen ſeyn /
Sonſt mag er nicht gelingen / wer er auch noch ſo fein /
Wenn man leſt andre wiſſen / was unſer Anſchlaͤg ſein /
So ſind uns bald geriſſen / der Boſſen zwey vor ein.
79 4 _ \
Das darff man nicht bewehren / iſt hell und klar am Taq /
Doch thut man hienon hören noch hin und wider Klagf
Das bald der Nachbar frage Z was für geweſen iſt /
Und dag mans ihm auch fage Z ob.ers zubeflern wißt.
| 80. *—
Der kans dann bald verfuͤgen / das lauff durch Stadt
Leſt ſich noch nicht dran gnuͤgen / ſchickt über See. und Sand /
Und wann man dann zu ſchaffen / wil einmahl heben an /
So weiß davon zu klaffen / niemand dann jederman /
* |
Derhalb wie mit eim Schilde / ein Wirt zeigt an ſein Hauß /
So ſolt man Schweigersbilde zum Rathauß hengen auß /
Darmit des Singers ſchloſſe /ſein Maul verriegelt ſeſt /
Und ſeines Bauches groͤſſe / noch nicht zertrennen leſt.
82. 2
Damit ung anzuzeiget/ wie nuͤtz und noth es ſey /
Und daß von vielen ſchweigen / der Bauch nicht reiß entzwey /
Darumb ſtets ſolt gedencken / der Schwetzer an das Bild /
Sonſt ſeh man beſſer hencken den Schwetzer ſelbſt zum ſchild⸗
ER *
Damit ich aber wende / weil ich noch heiſer bin/
Und komme ſchier zum Ende / fo ſchließ ich nu dahin /
Daß mans auch můſſe wagen / wann mans erwogen hat /
Und ohne ſchreck und zagen / greiffen zum Werck —
54:
9
358 DasVI.Cap- VBonderTeutfhen
u
NE.
22 |
Das Glüd hat oben Slügel/ und fleugt geſchwind daher /
Und weils ſteht auff der Kugel / wancken fein Fuͤſſe ſehr /
Darumbesinder mitten / wil angegriffen fein /
Gemeiftert und geritten / und nicht gef oͤrchtet fein.
85. |
Wer hat ein Schwert inhandenk demthut fein Degen leid!
Damit pflegts mans zu anden / helts ander in der Scheid /
So muß man eim begegnen / allzeit in breitſchafft ſtehn /
e
Meynt jener er könn regnen / fan der auff der Steltzen gehu⸗
| 806.
So hab ichs vor bewogen | und frey gefagt herauf /
Zwar aus feim Finger gfogen / und fegs euch noch zu Hauß
Daß ihr ſeyd leicht fo mächtig / zu treiben euer Sach /⸗
Wañ ihr nun bleibt eintraͤchtig / dem denckt doch weiter nach,
87...
Jetzt wolt ich gar befchlieffen / ſo ſorg ich noch hieben]
Daß jemand möcht verdrieflen/ wasıch gefungen frey/
Möchts möglich beffer wollen ‚und längfthin han gewißt /
Darumb ich nur hett follen / ſchweigen zu dieſer friſt.
Dem thu ich kuͤrtzlich fagen / dag ichs ihm glaͤube zwar /
Daß ers im Kopff umbtragen / hab mannich zeit und Jahr /
Hab auch davon parliret, mit beyden Backen voll
Hett er nur mit ſiudiret / daß mans auch thuen fol.
89. —*
Es hilfft doch gar nit Wiſſen / wans nur beim Wiſſen bleibt /
Nuͤtzt auch nicht viel gebiſſen mit Worten mie mans treibt /
Die Tugend ftehtim Werde / die That muß ſeyn damit /
Da wird erfand ihr ſtercke / Wort fehlan die Leute nicht.
90.
Drum loßt nu diß zuletste die macht des Werbens fein/
Das mans ins Werd eins fege wenn man weiß alfo fein:
Am Were ift alls gelegen/ Werd bringt viel Nutz und Ehr /
Damit euch GOtt gefegen, Dißmahl fing ichnicht mehr.
een Kr Das
—
2
N
#
360 Das VII. Cap. Von der Nordiſchen
| Has VIII. Cap.
Bon der Nordiſchen
Poeterey.
Innhalt.
eENordiſche Poeterey iſt alt, Iſt aber
—D ſie an Alterthumb der Teut⸗
chen vorzuziehen. Die Schweden koͤnnen
ſo gar alte Lieder nicht beybringen. Herr
Scheffer meldet von dieſen nichts in ſeiner dyecia
hterata, Es iſt alles Davon ungewiß. Die Art / die
Hiſtorien in Lieder zu faffen / iſt bey den aa
noch nor kurtzer Zeit gebräuchlich gemefen. Die
Heldenlieder bey den Schweden auff Gaſtereyen
efungen. Die alten Danifchen Heldengeſaͤnge.
a8 altefte Danifche Lied bey dem Olao Wor-
mio, Schrannen der Teurfchen Schulen. Die
Ehinefifche — Zweyerley Eddz der Iß⸗
laͤnder. Noch eine andere in Schweden. Scalda,
“Die Profodıa der Nordiſchen Sprache. Scaldri
die Poeten / find in groffen Ehren geweſen. Die
vielerley Metra, Verelit Meinung von der Poete⸗
rey der Scaldrorum. Sie iſt ohne Keimen, Skal-
vungl. Unterfchiedliche Schwediſche Reim⸗Chro⸗
nicken und andere Carmina, VDaͤmſche Poetes
ven. Der Sinnen. alte und neue Art zu Poetiſiren.
empel eines Baͤrenliedes / fo fie bey ver Bären:
| "ng gebraucht Die Lappen —* auch derglei⸗
een Lieder. Derſelben Liebeslieder. gen —
vo
|
ee Hu se
BER
ae Na Fe 5 000
Poeterey. —6
yon denen wird in Teutſcher Sprache angefuͤh⸗
ret. Iſt ſonderlich ſinnreich geſchrieben. Die Poe⸗
teren der Peruvianer. Deren wird ein Exempel
angeführet.
He wir zu der Dritten Zeit der
eutfchen Poeterey foinmen/ und
vonder andern abgehen / müflen
fir noch). von der Nordiſchen Poeterey
reden / die an Alterthumbs der Leutichen
nichts nachgiebt/ und /wie etliche wollen)
viel älter iſt Welches ich an jeinen Ort
geſtellet ſeyn laſſe. Dennes find die Bea
weißthuͤmer /die deßhalben geführet wer,
den / nicht fo. richtig/ dag man bierauff
fo fefte Schlüfle machen koͤnne. Noch
zur Zeit habe ic) nichts gefehen / das zum
beſtaͤndigen Grunde angenommen wer⸗
den koͤnne. Ob zwar Olaus Wormius,itt
einer Literatura Runica, und Olaus Rud-
yeck in feiner Antlantica , -diefes Alters
thumb wahrfcheinlich zu machen’ ſuchen
Wormius behauptet / daß fie vor Chri⸗
fti Geburt fhon in vollem. Schwange
geweſen / und führer zum Beweißthumb
an / daß/ kurtz nach Chriſti Geburt / Hiar-
nus dadurch das Koͤnigreich an ſich ge⸗
hracht. Die Teutſchen haben des Taciti
nt 35 klares
Pr
362: Das VII, Kap. Wonder Nordifhen |
klares Zeugniß / der zu feiner Zeit ihre
Lieder / Carmina antiqua , nennet/ müffen
fie alfolangevor Chriſti Geburt geweſen
ſeyn / da denn niemand wird Sciede |
mann fenn Fönnen / welchen der Vorzug
zu geben. Beporab/dadiefer Gebrauch /
Die Helden mit Liedern zu ehren / bey
allen Voͤlckern / ja auch bey den milden
Amer icanern ſelbſt / gebraͤuchlich / wie ſol⸗
ches Joannes Lerius von den Menſchen⸗
freſſern bezeuget / und ihren Geſang vor⸗
ſtellet / part. 3.p. 221. Herr Rudbeck will
zwar des Tacitigeugniß auff die Schwe⸗
den ziehen. Aber / dag dieſes ohne Grund
efaget werde / haben wir im VI. Cap klaͤr⸗
ich dargethan Er giebt zwar vor [daß
er hundert / derer Carminum, vorzeigen
wolle / deren Tacitus gedenckt / da Die
Teutſchen hingegen folches nicht thun koͤñ⸗
ten. Wie weit dieſer Schluß zureiche/ift
Broben angeführet/ wenn gleich ja das ek
gentliche Alter der Schmwedifchen Carmı-
num follfe dargethan werden Fönnen/
woran ichnoch einen groffen Zweiftel bar
be. Herr Scheffer / der die Alterthuͤme
Der Schweden forgfältig genug durch?
eſuchet / und alles’ was hin möglich ges
BR weſen
BEL
Er
unielunig
ne ee | A
| re ee 363
weſen / herbeygebracht / hatin feiner Sve-
cia literara, da er de Scriptoribus Svecis
“handelt /und infonderbeit fo merckwuͤr⸗
dige Dingehätte beybringen ſollen nur
von Anno EhriftiMCL. den Anfang ge
macht. Er gedencket einiger Scaldrorum
oder Poeten, als des Halbiorn Hale, und
Torftein , die Anno 1168. des Sumerlide,
‘und Torgelr Danafkald , die Anno ga.
des Grane Hialbianarfon , und Jonas
Sverkers,die Anno 1202.de8 Olai Torde-
fon;der Anno 1223. gelebt / aus den Regi⸗
fer ver Schwedifchen Scaldrorum, fo bey
Dem Wormio Zu finden. Aber diefe Car-
wina find alle verlohren/dadoch bey den
Teutſchen noch einige/ die. vor der Zeit
‚gefchrieben/verbanden find: Er ſaget auß:
Drüclich in der Vorrede / licet haud fit
dubium,quin & diuanteillatempora gens
Svetica habuerit, qui valerent ingenioje-
jusque rei ad pofteritatem darent docu-
menta, ut velex Scaldris prifeis certum
fit , clariffimeque docet exemplum Star-
koteri, quem , ex Svecis ortum, & pro
Svecis militantem,res faorumtemporum,
bellaque carminecomplexum ,: Saxoau-
ctor eftstamen cum & ztas —
eye it
364_ Das VI. Cap- Won der Morbiftien |
fit incerta, opera etiam atquetituli eorun-
Aem non fat noti,ratioeftmanifefta,cur
10
a ſupra memorato demum tempore inci-
piendum. Wenn nun dieſem ſo iſt / mit
was vor Gruͤnden will man beweiſen / daß
einige Lieder vor ITaciti Zeiten geſchrie⸗
ben? Es wird zwar in feinem Buche / un⸗
_ terdem Nahmen des Joannis Meflenii,
gedacht / daß er verbeiffenhabe heraus
zugeben/ Antiquiflimas ac potiflimas he-
roum cantilenas ‚ex quibus HiftoriaSve-
ticz gentis primum confignari cœpta eſt.
Sich follte aber kaum gläuben/ "daß dar⸗
aus das eigentliche Alter werde abzuneh⸗
men ſeyn. Es wird vermuthlich mit Den
Schwediſchen Liedern nicht anders / als
mit den Teutfchen ergangen ſeyn / daß
die Nachkommen ihrer Vorfahren NHel
denlieder verfälfchet/ oder endlich gar vers
geſſen / wenn die neuen/ auff die man alles
zeit begieriger ift / anderen Stelle gekom⸗
men. Denn diefe Art/die Geſchichte in
Rieder zuverfaſſen / hat ziemlich lange 98
währet / fo wohl bey den Nordiſchen
Mölckern/ als benden Teutſchen. Bon
dieſen jagt Schmid / in feinen Zwickau⸗⸗
fchen Annalibus, im Jahr 1450. mupprun
lic).
>) 10,
w
0
|
—
| Poeterey⸗
ich. Apel Vitzthum hat einen boͤſen,
Nahmen hinter ihm gelaſſen / daß man,
in allen Bier⸗ und Weinhaͤuſern von ihin,,
geſungen: Dann es damahls noch fehr,,
im Gebrauch geweſen / daß man / wag,,
ſich begeben / nicht in Ehronicenund,,
Geſchichtbuͤcher eingefchrieben/fondern,,
in folche Lieder darinnen fie ihre Handel,
und Zhatenfürglich verfaffet/gebracht/.,
und auff die Nachkommen fortgepflans,,
get. Da nun eine ſo groffe Menge
folcher Lieder geweſen / wie fonnte
es moͤglich fenn / daß derfelben Ge:
dächtnis ſo unverändert beybehalten
morden. Joannes Magnus gedendfet in
der Vorrede feiner Hiftorie / daß die
alten Gothen die Thaten ihren Hel
den in Verſen verfaßt / auff ihren
Gaſtereyen / ben den Angedencks Be
ern / da ſie / ihren Helden zu &hren/
getruncken / zugleich gefungen / damit
die Jugend dadurch auffgemuntert würs
de, Schefierus, in feiner Upfalia antiqua.
cap. 10, Pag. 46, meinet / «8 fen fol
ches Lied Zragerbott genant worden / das
bon Sephanius, in feinen Anmercfungen.
uber den Saxonem, Erwehnung tbut/ e
Ian Kr re ee — —
ses Das VIll. Cap. Von der Nordiſchen
ſo viel / als im Lateiniſchen Nuncius Vi-
vorum fortium, wie der ‚Becher / das
mit fie ihrer Helden Angedencken beeh⸗
vet / Bragebagere genannt, Bey ven Daͤ⸗
‚nen hat Andreas Welleius auch her⸗
aufgegeben CGenturiam Cantilenarum'
Danıcarum , /”de priſcis Danorum
Regibus.& rebus geltis, wie Albertus
Bartholinus , in feinem Buche de Scriptis:
Danorum ,: bezeuget: Ich Fan aber hier⸗
von nicht urtheilen / weil ich fie nicht geſe⸗
hen habe. Olaus Wormius, Det de litera⸗
tara Runica geſchrieben / und in defien
Anhange von der alten Zichteren Der Dis
nen gar außführlich gehandelt bat / brins
get fein ältersvor / als das. der Regner
Lodbrog ;: vor feinem Tode geſungen /
welcher Anno 857. zu Ludovici Il. Zeiten
gelebet. Daß mir in Teutſchland Alte,
re gehabt haben / iſt droben erwieſen /
und ſchrieb umb Ludovicill. Zeit der Ott⸗
tridus feine Evangelia. Von dem Tui-
one meldet Aventinus , von welchem
Boxhornius urfheilet / daß er die glaub“
wuͤrdigſten Rachrichten gehabt: / DaB7
ſchon zu feiner Zeit / Lob un, Scheltlieder
gemacht find / wie Mir broben erwaͤrne
Bi Be
*
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zn He ME HE ET
WVUeetereh 367
auch die Schulen / oder / wie fie es da⸗
mahls auffrecht Teutſch genannt haben/
die Schrannen von ihm angeſtellet / wor⸗
innen dergleihen Dinge gelehret worden.
Dergleichen Artder Doeterey ifi bey ven
Sinenfern vor diefein auch gebräuchlich
geweſen. Denn es bezeuget Martinus
Martini, in feiner Hiftoria Sinenfi. Ars
Poetica-apud Sinos antiquifflima et, &
varia vario metro carmina compledtitur.
Inter quinque Carminumlibros, & quibus
doctrinam eorum, qui:dignitates ambi-
unt, in Republ. periclitantur , 'unus,
in explicandis antiquorum Principum re-
ctè fecusquefaltis, ita verfatur, utmalis
terrorem addat,bonis calcar ad virtutem,
In diefem find aber die Wordifchen Voͤl⸗
ter efivas glücklicher / daß fie mehr von
ihren monumentis beybehalten Haben/
als die Teutſchen / deſſen Urfachen mir
droben angefuͤhret. Bey den Ißlaͤndern
hat manein fonderlich Buch / die Edda,
gehabt / das war die Mythologia Poeti-
ca der alten Nordifchen Voͤlcker / ‘oder
vielmehr ihre Theologia , Phyfica und E-
thica, Es find zweyerley Eddz geweſen /
* ————
368. Das VII. Cap: Bon der Nordiſchen
Die eine / als die ältefte / iſt in alte unver⸗
ſtaͤndliche Verſe verfaſſet / onSaͤmund
Sigfuſon / der mit dem Zunahmen
————— iſt / der Weiſe genannt wor⸗
en / und Anno 1077. zu Odde in Ißland
Prediger geweſen. Die neue Edda hat
gemacht Snorre Sturlaͤſon / ein
vornehmer kluger Mann / und Ober⸗
Richter über Ißland im Jahr 222. und
auß der aͤltern des Saͤmunden zuſam⸗
men gezogen / welche Petrus Reſenius mit
ſehr nuͤtzlichen Anmerckungen / und ei⸗
ner weitlaͤufftigen Vorrede heraußgege⸗
ben /darinnen er mit mehrem von dieſen
benden Eddis handelt. In der Könige
lichen Schivedifchen Bibliothec ſoll noch
eine andere und beffere vorhanden fenn/
wie Herr Rudbeck ineldet. Dieſer Snor⸗
ve Sturlefon bat die alte Eddam ef
was verändert / und auff ihre Poeterey
gerichtet. Wie nun Die Edda ihre Mytho-
logia, fo ift die Scalda ihre Metrica und
Profodia geivefen. Arngrimus ſagt von
diefer alfo. Scalda eft liber de arte Poeti-
ca iſſandorum, qui eft quafi praxis Eddæ
ut Edda inventionem ‚ Scalda ufum vel
artem adjuvet. Mon, welchem ——
ca
. en — (|
el DHEERRHE 2 Ui Ei 36
Scalda die Poeten hernach Staldrer
‚genannt / welche bey den Königen in job
chem Anfehen geweſen / wie heutiges Ta⸗
ges Cantzler und Raͤthe. Ja es haben
die Königefelbft für ihre groͤſte Ehre ge⸗
fchäger wenn fie mit in ihren Orden has
ben fönnen auffgenommen werden / und
mit ‚vielen Kiedern ihre Faͤhigkeit dazu
vorgeftellet, ‘Der Autor diefer Scalde
folly wie Arngrimus Crymog. lib. 1. bes
zeugt / Anno Chr. 1216. gelebet haben/
umd wird von dem Wormio in feiner Li»
teratura Runica aus dieſem Buche - offt
was angeführet: Es ift auch ſehr glaub»
lich / daß die Alten gewiſſe Regeln diefer
Kunft gehabt / denn wie Olaus Wormius
jager / in’Appendice Literat, Runie, Rhyth»
morum veterum infinita ſunt genera,
‘ vulgo tamen ufitatorum centum triginta
fex effe putancur. Er feget daſelbſt unters
ſchiedliche Arten/und die Nahmen derſel⸗
ben / als / Sextanmali Vyſa. Worinnen ein
gewiſſer Schall der Woͤrter ſechzehn⸗
mahl wiederholet wird / die fie auch Drori-
quett nennen. Ingleichen gedenckt er vie
ler Logogriphorum, welche / ohne gewiſ⸗
ſe Kunſtregeln / nicht wohl haben verfer⸗
* | aa N a
u
ME — —
370 Das VII. Cap Von der Nordiſchen "
tiget werden können. Auch haben fie biß⸗
weilen gewiſſe Verfus intercalares ge⸗
braucht / wie Thomas Bartholinus der
jüngere / in feiner Differtation deHolge-
ro Dano cap.ıs. ermeifet. Aber Verelius
‚behauptet in feiner Runographia cap. 6.
das Gegentbeil/ daß nemblich die alten
Scaldri feine gewiſſe Negelngehabt. Er
fagtı Scaldrorum poefis natura , magis
quam arteconftabat. Et licet in eorum
poematibus omnia fchemata Grammati-
ca & Rhetorica inveniantur,rectetamen
dixeris, ipfos Grammaticz & Rhetoricz
artis rudes, folaingenii felicitate & abun-
dantia ea peperiffe, quæ & ıpforum æv⸗
& nobis admirationi fuere , & hodie ad‘
miramur. Ex illisfua congeflit Snorro,
& in formam artis redegit ipfe Scaldrus
ingeniofus. Wenn diefem alfo waͤret /
ſo wuͤrde auch des Herrn Rudbeck⸗
Grund von feiner, Erhebligkeit ſeyn / da
er die Art der Carminum, die fie Refrun
nennen, vor die dltefte Hält / und vor der⸗
ienigen Zahl / deren Tacitus gedencket
denn die bierunter gebrauchte Kunſt an
den Tag geben würde daß fiejo gat alt
nicht find. Worinnen die Kunſt der u.
| „ee
ma en u De em (eig pp EHEZ+ -. — —
fe beſtanden / ſolches wird weitläufffig vom
Wormio außgefuͤhret / uñ iſt merckwuͤrdig /
daß ſie feine/ ben uns uͤbliche / Reime ge⸗
habt haben / ſondern die Berfe find beſtan⸗
den in gewiſſer Zahl der Sylben und
Gleichſtimmung derfelben/ aber nicht am
Ende. Sie haben dieſer Poeſie groffe
geheime/faft zauberifche Krafft zugeföhrier
den / wie fie denn auch ihre Runas mna-
gicas gehabt. Einige haben einen gewiſ⸗
fen Zrieb der Natur dazu gehabt / den ſie
Scallviingl, das ifly einen Poetiſchen
Schromdel neñen / welcher fich gemeinig-
dic) mit dem neuen Monden eingefunden/
da diefe / auff folche Art Lunaticioder
Monfüchtige Poeten/ ihre Berfe mit uns
gläublicher Fertigkeit außgeſchuͤttet. In⸗
Schwediſcher Sprache wird bey dem
Herrn Scheffero, in ſeiner Svecia litera-
ta, zum erſten angefuͤhret ein Chronicon
rhythmicum majus, von einen Anony-
mo Anno 1319. gefhrieben / und Anno
1674. von Johanne Hadorph heraußge⸗
geben. Zudiefem ift hernach das Chroni-
con Rhythmicum minus hinzu gekom̃en /
fb Anno 1448. gleihfollsvon einem Ano-
nymo geſchrieben / nebfl einigen 7 zu. ver
| ad 2 ſchiede⸗
ne ——
gr2_ Das VO. Cap om der Nordithen
Achiedenen Zeiten;verfertigfen/,continua-
tionibus. « Man.hat-aud) Alexandri Ms
‚Hiftoriam eines Anonymi Anno 1363, ein
Chronicon Epilcoporum Scarenfium An-
Nno 3397. von Brynolpho it Schwediſche
Reime verfaſſet. Der Koͤnig Carolus IX.
bat Anno16oo. feine eigene Ge ſchichte it
Schwediſchen Berſen berieben. E
find viel andere Chronica auch auff diele
Yirt:verfertiget / und eine ziembliche
Sprenger theilg geiſtlicher / theils weltlicher
Gedichte / die. ben dem Herrn Scheer
können nachgelefen. werden. Worunter
infonderheitdes Hn. Stiernhelms feine
Bauette / Sonnete/ und andere Carıni-
na zuloben. Es hat aud) einer / Ze
charias Brockenius, eine Anleitung sur
Schwedifchen Poeterengefchrieben. Es
fehlet auch in ver Daͤniſchen Sprache
nicht an guten Poeten / und wird ietzi⸗
ger eine Frauensperſon / Dorothea
Rngelberts Datter / ſehr gerühmet/
welche geiftliche-Carmina von ungemeiner
— geſchrieben. Erafmus Bartho-
nus bat in einer abfonderlichen Diſſerta
tion ‚de ftudio Linguæ Danicæ, ſeine
Landsleute zur Außuͤbung ihrer u
an OR sam, 373 373
che angefriſchet Es hat einer Aquilonius⸗
deſſen wir. ſchon vormahls gedacht / in
tateinifyer Sprache eine Manuductio-
nem:ad Poefin Danicam heraußgegeben /
worinnen er die Griechiſchen und Lateini⸗
ſchen metra, in Daͤniſcher Sprache ein⸗
zuführen gedencket / wovon in. folgenden
ein. mehres ſoll geredet werden. Man
ſpuͤhret auch bey den Finnen eine: Nei⸗
gung zur Poeterey. Aber wie, Mich. O.
‘exionius.;; in:Epitome Defcriptionis
Syeciz lib. 3.C.14. ſchreibet / Fenni præ⸗
ter Rhythmum: & Lamdacifmum, ubi
eædem liter initiales.continuantur; Utz,
Poiat parat/ panhakam: EM
Neitzet nuoret ilotcam
Wanhut wahwaß weiſatkamn ae
neque ullum carmenagnofcunt. In quibug
omnibus —— melodia fuit.Di-
cebantur & olim Rundi ad imitationem
Runarum Sveco-Gothicarum:.. Ich ſolle
te aber meinen. / daß dieſes von den ge⸗
meinen Verſen zu verfteben fen. Denn.
die geiftlishen Lieder und Pſalmen / die ben
ihnen in Verſe geſetzt /und-das Sinnifche
Chronicon in. Fiñiſchen Reimen / (0.34
Abo 1658. hexaußgegangen / ſind / wie ich
BT, 993, Wal: Deka:
u Wu — —— — (m TE © WE nn —— — — J— > N
— — —
Fr 2—
474 Das VII. Cap. Von der Nordiſchen
vermeine / nach Art der Schwediſchen
eingerichtet. Petrus Baͤng / profeſſor The-
-ologiz auff der Finlaͤndiſche Academia zu
Abo,bat in feiner Hiftoria Eccleſiaſtica
Sveo-Gothorum lib. 6. cap. 6.au8 des A-
icole, eines Wiburgifchen Biſchoffs /
Soetifehen Vorrede über die Pfalmen
Davids einige Finniſche Verſe angefuͤh⸗
ret / worinnen die Nahmen der alten
Finnifchen Götter erzehlet werden / dieſe
ſind aber nach Art der Teutſchen ge
macht. Ferner hat er ein fü genanntes
Baͤrenlied in Finniſcher Sprache cap.
+. ejusd.libri hingefegt / welches die Sin
nen ben ihrer Bdrenjagt haben pflegen
au fingen/ dieſes ift nach der erſten Art
geſchrieben / und lautet alü.
Meaedʒaͤn dyris woitettu
Tuouo meil fantta terweytt
Altta waſtan faalihita.
Tuo tuhatta tulleſaßa
Saata fata —
tulin Jumaliſta
anſa ſaalin iloiſeſta /
oka ilmam ihmet / waiwat
Anmnon andoi / rahan radei.
Coſca tulen kotihijn
Colme yoͤtaͤ ilon pidaͤn.
8
Poeterey. anf,
108 tulin / ilos laͤhdin |
aͤpi laxo / wuoret / waarat /
Wa paha erellanfa.
Perios tuli Paͤiwaͤn tuls.
aiwaͤ tule wielaͤ pertos
unnivitan ſua jalliſtaͤnſa
Wuoſi wuodel ſaalihixi
Etten unheidz ·Ochton wirren.
Sitaͤ waſt wiel toiſti tulen.
Dieſes kan auff Teutſch ohngefaͤhr alſo
gegeben werden.
O ſchoͤnes Wild von unſern Pfeilen /
urch fo viel Wunden hier beruͤckt /
Das ſich getraut bey ung zu heile /
Will ſeyn von unſrer Speiſ erquiche/
Durch dich wird ung nunmehr gelingen
roch hundertmahl dergleichen, Beut /
Und du Fanft taufend Nůtzen bringen)
Biftuzu kommen nur bereit.
Ich Fönnte hie vielleicht mohl kommen
Selbft von den Göttern hergefand/
Die mir zu meinem Nutz und frommen /
Piel guter Beute bracht zur Hand.
Wird u Tag denn mn | ‚enden
So geh ich in mein Hauß hinein /
So toill ich zwiſchen meinen Waͤnden /
Drey Naͤchte durch voll Freuden ſeyn.
Iqh habe mich mit Luft und Gluͤcke |
Hieher Durch Berg und Thal gebracht)
4
Lk
das?
376 Das VII. Cap. Don der Nordiſchen
Nun komm ich frölicher zuruͤcke /
AM Unluft habe gute Nacht. -
Der Tag iſt frölich angefangen/ -
Mit denen die noch übrig fein /
Bald koͤmmt er wieder hergegangen
n voller Luft und Sreudenfchein: -
ch ehre Dich allzeit indeſſen |
Ron dir erwartend Deut und Danck /
Daß ich nicht möge Dich vergeſſen
Und meinen guten Barenfang.
Die Kappländer haben auch bey ihnen
dergleichen Bärengefänge/ davon Schef-
ferus in feiner Lapponia cap.ı9. handelt.
Sie haben fonderliche Ceremonien. Weñ
fie einen Bären erfchoffen / fo heben fie
ihren Ggfang/ale ein ZriumpbLiedan.
Der Borfänger unter ihnen ift ihr Fuͤh⸗
rer / der einen Stab mif einem Meßin⸗
genen Ringe in der Hand führet., In
dem erften Liede dancken fie dem Bären /
daß er ihnen keinen Schaden am Leibe
und Gewehre zugefuͤget. Hernach haben
fie einen andern Geſang / darinnen fie
den Bär bitten/ er wolle ihnen kein uͤ⸗
bei zufügen/noch Ungemitter zuſchicken /
weit fie ihn umbgebracht hätten/dennfie
baben:einen Aberglauben / als: wenn fie
bißiveilen/ einiger Thiere balber 7 die fie
umb⸗
oeoe Pe
TEE
REEL IE, poeteren. dd. 272-
umbgebracht / Schaden haben fönnfene,
Sie haben aud) noch einen andern Ge⸗
fang / darinnen fie GOtt dancken / daß
er das Wild zu ihrem Nutzen erſchaffen /
und die Krafft verliehen / daß ſie ein ſo
grauſames Thier haben überwinden.
fönnen, Wenn fie nun den Bar zu Hau⸗
fe gebracht / fo fangen fie: einen andern
Geſang an / darinnen fie ihre Weiber.
bitten/ daß fie die Rinde vondem Eller».
baume zerfauen/ und ihren Männer
ins Geſicht fpeyen. mögen / melches fie
denn thun / daß ſie als blutrünftig era
fchienen / und man meinen möge/es ſey
die Jagt nicht ohne Gefahr und Blut
abgangen. Sie haben viel andere Ges
bräuche/ die dabey vorfallen / von wel⸗
chen Herr: Schefferus fan nachgeleſen
iverden. Wer-follte meinen) dag unter
den Rappen fich auch ein Woetifches Feu⸗
er ben Kiebesfachen regen follte? Es hat
Herr Scheffer in feiner Lapponia cap: 25.
einige ihrer Liebeslieder angeführet/ die
fie Morſe faurog nennen. Es ift aber fein
gewiſſes Gebaͤnde / noch abgemeſſene
ahl der Sylben. Ein Vers iſt lang /
er andere iſt kurtz / haben bißweilen
as gleiche
*
EEE MEER NET EDIT REST)
376 Das VII. Cap. Wonder Nordiſchen
gieichſylbige Reime bißweilen gar keine
Sie richten ihnen ſelbſt nach ihrem Be⸗
lieben / den Befang ein. Wenn ich die
Einfälle derfelben betrachte / jo find fie
Wwoarlich nicht ohne Geift/ wie denn dad
eine/ jo Herr Schefter daſelbſt beybrin⸗
get / recht finnreich iſt. Es ift ein Ge⸗
fang eines / der von feiner Riebften weit
entfernet / und nicht zu ihr Formen fan.
Wir tollen es verteutſchet Hieber fegen/
Laß / Soñe / deinen Schein vorhin nach Orra gehẽ/
Sy font ich dieſen Ort von ferne nur erſehen
Di Elite Hügel an und deren höchften Baum⸗
D machte mir Dazu Ro gaub und Zweige
| aum /
hen / wo mein Lieb in Blumen geht fpadken
Sch fieffe mich dahin von Wind uñ Wolcken ruhre/
Fun ift Fein Flůgel daykein Zuß zu Deiner Spur
Reinfefter Gaͤnſe Fuß / der mich hin zu dir trage /
And dich verlangt nach mir fo manche liebe Tage.
Dulencftdein liebes Aug’ und iners Hertz zu ik.
Doch /lieffſt du über Meer/ ich folgte endlich Dit.
Arie Stricke / Bande’ Stahl und Eifen uns be
pinnen / J
So lenckt die Liebe mich / ſo zent fie Hertz uñ Siñen.
Der Kinder Wille zwar ſteht / fallt zur ſelben Zeit.
Einjunges Blut das liebt / das denefet lang und.
wei t.
Sollt
uſe
ech nn hin / hatt? ich Der Tu Fluͤgelnur /
— — — — ——
ae ne 7 aD 37R
Solle ihfie allegeitund ihre Meinung hören’ /
So wuͤrd ich leichtlich mich vom rechten Wege
ehren.
Nur ein Rath iſt noch da / den ich ergreiffen kan /
So find ich / wie mich duͤnckt / die rechte Liebes⸗bahn.
Ich habe / ſo vielmoͤglich geweſen / es an
Morten und Meinungen ungeaͤndert
gelaffen. Nun febe mir einer dieſen Lop⸗
ſaͤnder / wie artig er der Bewegungs⸗Fi⸗
guren zu gebrauchen weiß / fein Verlan⸗
gen darzuftellen/ was er für zierliche
Sleichnifle und Bildungen in diefem Liede
habe. Dieſes alles klinget in der Muster:
Sprache noch befler / weildarinen Figu-
ræ dietionis, Appofitiones , Anadiplofes
vorkommen: / die fich Im Teutfchen nicht
spohlfchichen / welche aber den Hirtenlie⸗
dern / ſehr wohlanftehen/ und eine zier⸗
liche Einfalt vorſtellen. Als / wenn beymn
Virgilioam Ende der zehenden Eclogæ
ehet / gravis efle folet cantantibus um-
ra, Juniperi gravis umbra: fd ift in dies
fein Carmine nad) der Lateiniſchen U—
berfegung des Herrn Sceflers/ o-
imnes ramos prefecarem ‚ virentes
ramos, fiad te volare poflemalis, cor-
nicum alis; per, tot dies, tot dies tuos.opti-
mos
En a En Be a aa ya.
380 Das VI. RER |
mos Sc. Welches zugleich ein Liebloſen /
und -eine Augdrüdfung des Verlangens
vorftellet, Diefes Lied kan ficherlich der‘
Meifterfänger Kunft beſchaͤmen. Ich
muß bier beyläufftig der Peruvianer auch
eriwähnen/ welche ein Art der Poeteren
unter ihnen gehabt / Die / nach ihrer Art
recht vollfommen gemefen / wie hiervon
der Yncas Garcillaffo de la Vega, in ſei⸗
ner Hiftora Peruviana cap.27.weitläufftig
handelt: Sie haben gehabt / diefie A+
mautas , daß ift/ Philofophos , genannt’
die Tragoedienvor den Königen und vor⸗
nehmen Herren / von ihren Kriegen/
Siegen / der Vorfahren Heldenthaten/
und Comacdien / von allen in dem gemeß
en Reben vorfallenden Dingen’ gefpie‘
et. Man hat auch allerhand Encomis
aftica, und Moralia Carminaunterihneh/
die vorgemeldeter Autor überaus lobet.
Sie Tieben mehrentheils Furge Verſe in
vier Sylben beftehende/ aber ohne Rei⸗
me / damit fie dieſelben deſto beſſer im Ge⸗
daͤcht niſſe behalten / und deſto bequemer
fingen/und aͤuff der Floͤte ſpielen fönnen
inſonderheit in Liebesſachen Davon fie
verfipiedene Thoͤne haben. Der A
i | ⸗
vergleich
yet fie der SpanifchenRedondilla,
welche eine Art der Rondeaux iſt. Man
bat auch welche ben ihnen / die man Ha-
ravec nennet / iſt fo viel als Erfinder/
welche eben den Nahmen gehabt wie ben
den alten Sransofen die "Troubadours.
Selbige haben von natürlichen Dingen
Berſe geſchrieben / undeinige Fabeln mit
untergemifchet neinblich wie der Schöpfr
fer der Welt eine Jungfrau vom Hims
mel gefandt / inder Hand einen Krug
after haltend/ welcher wenn er von ih⸗
rem Bruder zerbrochen wird / Donner
und Regen erzeget/und andere derglei—
chen / welche er aus P. Blas Valera ger
ſchriebenem Buche angeführet / ſampt eis
nem Carmine, fo er ben den Zeitknoten
und Bandern/ derenfie fich Inder Jahr⸗
Rechnung gebrauchen / gefunden. Die
Verſe / die er fpondiacos nennt/lauten als
fo / welche wir ſampt der Rateinifchen U⸗
berfegung bieher fegen wollen.
Cumac Nofa, Pulchra Nympha
Torallayguin, Frater tuus _
Puynnuy quita Vrnam tuam
Pagnir Gayan Nunc infringit:
Aina
-
— — u gr u — ————— |
— 0 —_ —
382 ¶ Das IX. Cap von der Teutſchen
Hina mantara Cujus ictus
Cununnunun Tonat, fulget,
Mapantac Fulminatque:
Canri Nuſta gSed tu Nympha
Unny guita . Juam Limphams
aramunqui Fundes pluis
May mimpiri Interdumque
Chici mung Grandjnem feu _
Pitimungsi‘ _ Niuem mittisz |
Pacha rurae Mundi factor
Pachacamac - Pachacamac
.. Viracocha Viracocha
Ciyhmapac Ad hoc munus
Churas ungut Te fuflecit
Caumas unqui Ac præfecit.
Herr Hoffinann hat in der Vorrede ſei⸗
ner Gedichte auch ein Indianiſches Lie⸗
des gedichte / von einer Schlange / in⸗
Teutſche ver ſetzet / angefuͤhret / welches
traun recht ſinnreich iſt / und bey ihm
kan nachgeleſen werden. |
——
das Ix. Cap.
Von der dritten Zeit der
Teutſchen Poeterey.
By dritte Zeit fange an von Herr Oral
MPoeterey. 383
Vor ihm hat Petrus Denaifius , Affeflor Ca-
merzSpirenlis , Teutfche Carmina geſchrieben.
Wird ſehr gelobet von Melch. Adamı, Hubners
Verdeutſchung desBartas, Opitzens oje Dip
fe. Er ift Dem Ronfard, Douſæ und Heinfio
efolget. Dem Doufe mird vom Voflio die
eime Ehronicke zugeſchrieben. Opitzens ſon⸗
derliche Gelehrſambkeit. Seyn Dacia iſt ver⸗
lohren. Des Herrn von dem Werder Teutſche
Carmina. Urtheil von Opitzen.
Flemming iſt hoͤher geſtiegen. Wird vor
allen andern geruͤhmet. Von feinen. eigenen
Landsleuten werden feine Tugenden nicht recht
erfannt. Herr Dlearius hat feine Carmina here
aufgegeben. Seine Lateinifchen Epigrammata,
Des Herrn Tſchernings Teutfche Carmina,
Werden gleichfalls ſehr gelobet. Matthäus
Appellis geiftlihe Doen, Colerus, Czepko,
Dahn de X Daniel Cafpar son gobentke
aben Die Traurfpiele in Teutfchland zur Volk
kommenheit gebracht. Verdienen ein groffes Lob.
Hr. Ehriftian Hoffmann von Hoffmans⸗Waldau
ein vortrefflicher Poete. Schreibt faft nach ver
Staliamifchen Art. Herr Riſtens Open. Sei⸗
ne Mula Teutonica, Simon Dach. Fohan
Roͤlings Geiſtliche Gedichte, Zohan Franckens
Geiſtliches Sion und rdifcher ik Seine
viel N DVeranderang des Vater Unfers,
Herrn Harsdoͤrffers / hetuli, von Bircken / Jo⸗
hann Klai Teutſche Poemata. Die Bayern/
Tyroler und Oeſterreicher haben in Teuiſcher
Port
Zn Ze a ET STE a
38% Das R. Cap Wonder Fentichen
Poeterey fchlechte Proben gegeben. Scioppii Ur⸗
Besen ihnen. ‘Jacobi Balde Teutfi e Car-
' mina de. vanitate Mundi, Herrru Chrifhan
eifens abens Behr: Es
werden unterſchiedliche andere erzehlet. Die
heutige Zeit hat viel naͤrriſche Tichter ‚gegeben.
Eines/der fih Hartmann Reinhold nenne’ Sa
Friſche Schrift wieder dieſelben. Ungelehrte
Leute fuͤhlen bißweilen einen ſonderlichen Trieb
Tichterey. Benedicti, eines Italiaͤniſchen
Bauers / Carmina· Gabriel Voigtlaͤnders er
nes Trompeters / Lieder. 'ZacharizLundii, Joh,
‚ Freinshemii Teutſche Carmina, Gedichte Teut⸗
ſcher Frauensperſonen. Sibylla Schwartzin wird
ehr geruͤhmet. Eine Probe ihre Carminum, der
Fleyherrin Henrietta Catharina Gersdorffin /
—— ruen Sriefin/ trefliche Garmina. Der Frau
Moͤllerin / gebohrnen Eiflerin / heraußgegebe⸗
ne Lieder, Conſtantia Sirenbergin Fruchthrin⸗
gende Geſellſchafft. Schluß des andern Theils
| ) IR Se muͤſſen endlich auff die dritte
A 8 Zeit der. Teutſchen Poeterey kom⸗
Omen / da diefelbe gleichfam aus
Dem Grabetieder erwecket worden / und
viel herrlicher / als jemahls / hervorkom⸗
men / unter des Herrn Opitʒens An
führung. Es haben zwar einige vor ihm
ſich etwas darinne angenommen / abet
es macht doch nichts gegen feine Boll |
* kom⸗
ET TIER
Poeterey dritten Zeit. 335
kommenheit. Petrus Denaifius , ein vor⸗
nehmer JCtus und Afleffor Camerz Spi-
renfis, OU vor Herrn Opitio, im Ans»
fange diejeg Seculi , ſehr gute Teutfche
Verſe giſhrieben haben. Denn diefes
bezeuge“ Jelchior Adamiin feinem Vita.
In ver Aa elegantiflim& venz poeta’
fuit , docuitg; ipfe fno exemplo;linguam
Germanicam nullam omnino cultus ele-
gantiam refpuere, modò excolatur. Nos
hunc unum ſi nullus alius eſſet, omni-
bus Italis Gallisque opponere non- dubi-
tamus, tantä facilitate , tantä felicitäte,'
tanta fermonis puritate ac leporibus ufüs
eft in vernaculis carminibus concinnanS -
-dis, Diefes ift ein groſſes Zeugniß vom
ihm / daß der Autor Ahno 1620, da Here
|
|
\
Opitz fehon einige Carmina heraußgege,
ben / geſchrieben. Daß alfo vermuth⸗
lich / er Habe der Warheit gemäß geur⸗
theilet. Weil ich aber nichts Davon gefee
hen lafje ich es dahin) geſtellet ſeyn
Huͤbner / der des BartasSchrifftenfaft
umb diefelbe zeit uͤberſetzet / ſchreibet
nichts / das mit Opitzen kan vergliechen
werden. Er ſelbſt hat in ſeinen er ſten
Verſen / die ET viel Arten
— au
326 Das IX. Cap. Bon der Teutſchen
zu reden und reimen von der alten Zeit /
ie man in dee Vorrede Der verteutſch⸗
\ ten Arriana ſehen fan / da dergleichen et⸗
liche von feinen Erftlingen berben ger
bracht werden / wie denn auch in feiner
uͤberſetzten Argenis Die Verſe nicht alle⸗
mahl gleiche zierlich find. De ‚Hater/
nach. dem Mufter,des Herrn Ronſards
in Francoſiſcher und des Herrn Pouſe
und Hein in Niederlandiſcher Sprache /
feine Poeterey und Schreibart viel ver⸗
bbeſſeri. Yon Heinfii Poematibus iſt dro⸗
ben geredet. Doufa hat / meines wiſſens /
nichts ſonderliches gefchrieben / nur daß
er vie alte Holländifhe Reim⸗Chronicke /
deren wir droben gedacht / heraußgege⸗
ben welſche Gerh. Voffius , de Hiftoricis
Grzcis lib. 2. cap. 27. dem Doufz felbft/
weiß nicht durch was Irrthumh/ zuſchrei⸗
bet / denn er ſpricht / Janus Douſa in præ⸗
fatione hiſtoriæ ſuæ metricæ, und wieder
umb / in præfatione, quam præmiſit an-
nalibus Batavis carmine a ſe compoſtis
dadoc) in dem Titel felbft enthalten / doß
ſie nicht von ihm geſchrieben ſondern
nur beraußgegebenfen. Het? Opitzwar
ein gelehrter Mann / und in Sitren
® ı Ze
9
—
>
N
Poetereny dritten Zeit: 227
Griechiſcher und Lateinifcher Sprache
wohl erfahren / wie feine V ariz lectiones,
Cominentaria in Catonis Diflicha , und
andere Sachen zur Genüge anzeigen.
Senn Dacia antiqua,mweldyesfehr geruͤh⸗
met wird / und welches Her: Ehriftian
Hoffmann von Hoffmans⸗Waldau ſelbſt
in ſeinen Haͤnden gehabt / wie er in der
Vorrede ſeiner Poematum bezeuget / iſt
verlohren gangen / und wird von vielen
ſehr bedauert. Er war ſehr glücklich im
Uberfegen /mwie er denn viel Verſe aus
dem Niederländifchen und Srangöfifchen
ins Zeutfche gebracht: Des Herrn
von dem Werder Zeutfche Uberfes
gungen und Gedichte / find audy umb dies
ſelbe Zeit hervor gegeben / von melden
wir droben ſchon gedacht / und Fan ınan
des Herrn Buchners Urtheil davon lefen
in feiner andern Epiftel/ wo ſelbſt er fei-
ne Fehler angemercket. Von des Opitü
Gedichten urtheilet er Epitt. 51. Non po-
teſf afcendere altius Muſa Patria, & ne-
; cefle eſt ut acquieſcat eo faftigio, quotu
collacaſti. Interim te fequemur longe,
; &tua' veftigia adorabimus s fic.tamen
, ‚Non obfcuri — morituri. Ich gehe
h b 2. ihn
33%: Das IX: Can Mon der Teufen _
ihm Benfall / Daß: zu ſeiner Zeit er der
porsvefflichfte Poete, geweſen / vermeine
aber / daß die Teutſche Ticht⸗Kunſt in
Herr Flemmingen noch hoͤher geſtie⸗
gen. Denn / in Warheit / es ſtecket ein
unvergleichlicher Geiſt in ihm / der mehr
auff ſich ſelhſt / als frembder Nachah⸗
mung beruhet. Wir haben an ihm / den
ir den Zraltänernund Frantzoſen ent⸗
gegen ſetzon koͤnnen / und mo einer.bequem
geweſen / ein vollſtaͤndiges Epieum boe⸗
ma, wie Taſſus/ und Arioſtus, her vor zu
geben / ſo haͤtte es dieſer / vor allen an
dern ſeinen Landsleuten / vollfuͤhren koͤn⸗
nen. Die Elocutio iſt an gebuͤhrendem
Orte herꝛlich und Heldenmäßig/in.Dden
lieblich und ſiñreich / die Außbildung kraͤff⸗
tig / die Erfindung angenehm und ſonder⸗
lich / und iſt dieſen allen eine fonderliche/
aus der Sache ſelbſt flieſſende / nicht weit
geholete / und mit harten Metaphoris ver
bluͤmte Scharffſinnigkeit vermiſchet. Ja
es mag mit Ehren von ihm geſaget wer⸗
den / was er ſelbſt in ſeiner Grabſchrifft
ſetzet / daß ihm kein Landsmann gleich ge⸗
ſungen. Ich kan mich aber nicht genug pet»
wundern / Daß man ſo wenig Werde 9
Hr h
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—— — URN [6
N U‚ — — — — — — — —
Moeterey dritten geit. 389
ihm gemacht / und. feine Tugenden nicht
in hoͤherem Werthe gehalten Hr. Sof
tel hat ihn ſehr kaltſinniggelobet / weñ er
ihin keinen andern Lobſpruch / als /res
guten uftigeng Poetens / beyleget Herr
Hoffmann lobt nichts anders an bin /
als daß er, ein feines Sonnet geſchrieben.
Welches / ob es zwar wahr ut / dann er
hierinnenunvergleichlich. geweſen o war
doch ein weit mehrers an ihm au loben.
Han fiehet nur hleraus / wie die Ur heie
von vornehmen, Leuten ſo ungleich und
‚parthenic fallen- Air find dem Geil. j
Hertn Oleario ehr, verpflichtet/ der.uns N]
die herrlichen Schritten. dieſes Mignnes L
erhaͤlten / und der gelehrten Welt mitge⸗ |
theilet /wünfche / daß die verlohrnen / ſo
fie noch irgend wo verborgen ſind wie⸗ |
der zum Bor ſchein gebracht wer den 18 | |
i
|
gen. Es hat unſer werthes Hoſlſtein bi⸗
lieb auch ein Theudar an welches durch
die Derfifhe Geſandſchafft / zu den Mich
ſten Gedichten Anlas gegeben. In La⸗
teinifcher Sprache hat er zwareinige Ep- |
grammata geſchrieben / aber ſie reichen
nicht an die Vollkommenheit der Teut⸗
ſchen Nach ihm I AH CThchernan I
9 3° > Ä
|
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4
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7 —
Das IX. Cap. Von der Teutſchen
ſetzen / deſſen Frühling und Vortrab des
Sommers viel ſchoͤne Gedichte hat / wel⸗
che HreOpitzens feinen auff alle Weiſe
und Wege koͤnnen gleich geſchaͤtzet wer⸗
den. Es iſt eine ſonderliche Reinligkeit /
und ungeſchminckte Zierligkeit ben ihm /
weßhalben man ihn billich unter Teutſch⸗
lands Hauptpoeten zu ſetzen hat: Eswar
eine fonderliche Gelehrfambfeit in Wiſ⸗
fenf&bafften und Sprachen bey ihm / wie
ſolches feine Zafeinifhen Carmina , und
die verteutſchten / auch / mit Anmerckun⸗
gen heraußgegebene / Arabiſche Sprich⸗
wörter / bezeugen / hatauff der Roſtock⸗
ſchen Academia’ die Profeflionen Poeſeos
betreten/ welche vor ihm Lubinus, Chy-
træus, Kirchmannus, Laurenbergius , uñ
ich nad) ihm /als meinem Rehrrmeifter un
Vorgaͤnger veraltet. Es find noch viel
feiner Getichte uͤbrig / welche verdienen/
daß ſie auch ang Richt gebracht / und mit
‚den übrigen in ein vollftändig Werck vet:
ſamblet werden. ‘Er hat viel andere ſei⸗
ner Landsleute / ( denn er war ein Schle
fier ) gehabt / die zur felben Zeit und nach
ihm geſchrieben / wie denn Schlefien alle
mahlſehr fruchtbahr von Poeten a
— UV en.
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ar RE RER pe ee N
a a Kae Er — * ir rue
Poeteten dritten Zeit ·28
fen. Aber es find von ihnen nicht eben
rechtevonftändige Wer cke hervorfomene
Martthaͤus Appelles / von Leuen⸗
fein / auft Kangenboft / Kenferlicher
und Fuͤrſtlicher MunfterbergeDelßniicher
Rach / dem Herr Tſcherning ſeinen Fruͤh⸗
fing zugefchrieben / bat einige Geiſtliche
Rieder unter dem Titeldes Fruͤhlmgs⸗
- Mayen hervorgegeben / mehrentheils auff
Wahiſpruͤche Fuͤrſtlicher Perſonen / uñ
zu ſonderlicher Erweckung ihrer Andacht
gerichtet / melde mein KHochgeehrien,
Collega, Her: D. Major. feinem vorneh⸗
men Landsmanne zu Ehren / allhier in
Kiel wiederumb zum Drucke befördert.
Yusdeffen gelehrten Feder felbft / jo viel
ſchoͤne Gedichte gefloflen / womit er / un⸗
ter andern vielfältigen Schrifften / den
Kuhn feines Vaterlandes vermehret.
Es haben auch ausderfelben Nation, Co-
lerıs und Czepko Teutſche Ver ſe geſchrie⸗
ben / und find endlich Herz Gry hius,
Daniei Cafpar von Lobenfteit/
und E.briftian Hoffmann von Hoff⸗
mannñs Waldau aus derſelben hervor⸗
gekommen Die beeden erſten haben die
Traum Spiele in Teutſcher Sprache zur
de bb 4 hoͤch⸗
J
J
z⸗2 Das R. Cap: Von der Teutſchen
hoͤchſten Vollenkommenheit gebracht /
daß wir den Außlaͤndern nichts darınnen
nach zugeben haben wie denn ihre Wer—⸗
fe einem jeden vor Augen liegen. Ande⸗
rer Art Gedichte: zu gefchmweigen/ dar;
innen fie gleichfalls fehr gluͤcklich gewe⸗
fen. Her2 Daniel Caſpar ift fehr Spruch⸗
reich.in feiner Schreibart / und hat eine
fonderliche Art’ fehr furg diefelbe zu faſ⸗
fen/ ſo wohl in Trauer pielenvals in Oden.
Es ift ihnen dieſe Poeterey fo wohl auß⸗
geſchlagen / weil fie die alten Griechen und
Rateiner zum Zweck ihrer. Nachahmung
gehabt / ohne welchen nichts beftändiges
und. vollenfommenes: außgeführet mer-
Den fan. Denn mo feine gründliche Geler⸗
ſambleit bey einen Tichter ift/ ſo wird nie
was gutes und vollenkommenes von ſei⸗
nen Haͤnden kommen. Ber: Chriſtian
Hoffmann von Hoffmanns: Wal
au hat eine Sinn und Sprucreide
Schreibart nach Art der Italiaͤniſchen
im Teutſchen gefuͤhret / ſeine Helden
Briefe nach Art des Ovidii gefchrieben/
find ſehr zierlich / und mit Metaphori⸗
ſchen Redensarten/ ‚nach der; Italiaͤni⸗
ſchen Weiſe / durch: und durch gewht |
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5, Poeterep dritten Zeit. 328
Es muß desheren Riſtens / auch nicht
vergeſſen werden / welcher eine flieſſende
Art Lieder zu ſchreiben gehabt / deſſen
letzte Schrifften ſehr von den erſten unter⸗
ſchieden ſind. Denn / feine Muſa Teuto-
nica, dieer Anno 1640. heraußgegeben
bat / laufft fehr mieder die Regeln der
Kunft: Simon Dach hatauch fehr gus
te Oden gefchrieben/ deffen Nachfolger in
der Profeflione Poeſeos zu Königsberg/
Herr Roͤling / mein lieber Freund / ge:
weſen / der gar zu frühe uns durch den
Tod entriſſen iſt. Seine Geiſtlichen Lie
der / deren ein Theil. hergußgegangen /
ſind voll tieffſinniger Einfaͤlle / und fuͤh⸗
ren eine Flemmingiſche Art bey ſich / als
die er jederzeit beliebet hat. Es iſt zu be⸗
klagen / daß nicht alle feine Verſe in ein
vollſtaͤndig Werck verſamblet werden ſol⸗
len / die faͤhig ſind unter die treflichſten
J Geiſter dieſer Zeit. ihn zu ſetzen / und der
1 Nachwelt vorzuftellen. Johann Fran⸗
1 cEe/ ein Rathsherr der Stadt Suben/
| batein reinliches und wohlgeſetztes Teut⸗
ſches Carmen gefchrieben / deſſen Geiſt⸗
.licher Sion und irrdiſcher Seiteh her⸗
vorgegeben worinen viel ſchoͤner Geiſtli⸗
IE A
= > = >.
her. und Weltlicher Lieder ſich befinden.
Herr Buchner / als der verftändigfte
Richter in diefen Dingen / hat ihm ein
groſſes Lob bengelegt : Poematibus tuis,
fpricht er / nec ipfee Muſæ Muſicæ magis.
Ita & diclionis venuftate & inventionum
przeftantiäfe approbabant , ut de fe jure
poffintjadtare,quod Flaccus olim de fe:
bai profanum vulgus & arceo, Es iſt inſon⸗
derheit die vielfältige eränderung des
Bater Unſers / die er in jener Vater⸗Un⸗
ſers⸗Harffe darftellet/ ver wunderne wuͤr⸗
dig. Denner hat dreyhundert drey und
dreißigmahldaffelbe umbgeleget. Hars⸗
doͤrffer / Sie. von Bircken/ Alat/
haben viel Dinge. / ſo wohl in gebunde⸗
ner alsloger Rede geſchrieben / denen es
nicht an Seift / Erfindung / finnreichee
Augbildungfehlet. Aber es ift doch et⸗
has frembdes darben / daß inden Oh⸗
render Schlefier und Meißner nicht
wohl flinget. Sie gebrauchen gewiſſe
Trenheiten in den Verſetzungen und Be⸗
ſchneidungen der Wörter / Fuͤgung der
ede/ undin dem numero, welches denn
etwag unlieblich lautet. Die Bayern /
. zolerumd Deftexegiher haben Feine (OR
\
394. DasıIX Eap.von der Teutſchen
— —
Weteren dritten Zeit. BE;
derliche Art im Poetifiven/ und weiß ich
deren feine‘ zunennen. DennihreSpras
che und Mundart it unfreundlich / deß⸗
Kolben die Tichter ey frembde und unlieb⸗
lich.) Seioppius bat in feinen Confultatio-
nibus p. 29. die Grobheit ihrer Sprache
weitlaͤufftig beſchrieben / und inſonderheit
den Wieniſchen Biſchoff Melchiorem Cle-
lun der doch infonderheit der Teut⸗
ſchen Sprache Zierligkeit ſich angelegen
ſeyn laſſen / heßlich durch gezogen und
feine Idiotifmos Bavaricos ihm vorgehal⸗
ten. Aus dieſer Urſache / halte ich / find des
‚Jacobi'Balde, eines Bayern / Carmina,
die er feinen! Lateiniſchen de Vanitate
Mundi mit eingemifcht / fo unförmlic)
und harte / ob gleich die Sachen gut find.
Herr Chriftian Weiſens Teutſche
Gedichte/die vor etlichen Jahren hervor
gekommen / mögen billig unter die beſten
Geburten dieſer Zeit gerechnet werden.
In der Scherghafften Art iſt er unver⸗
gleichlich / wie ſolches feine uͤberfluͤßigen
Gedancken / und andere Satyriſche
Schrifften darthun. Wir koͤnnten hier
eine gantze Menge Teutſcher Poeten her⸗
bey bringen, als Zefens / Calden⸗
bachs/
*
— 5
3905 Das IX:-Eap: Wonder Teutſchen
bachs / Neumarcken / Sleifchersy
Schirmers/ Sibers Helden /
Schochs und anderer / uñ koñte viel von
ihnẽ / wie auchvon den obigen geſagt wer⸗
den. Aber ich werde mich nicht unterneh⸗
‚men allhier den Richterſtab zuführen/un
wird esim folgende offters Gelegenheit ge⸗
benveines un des andern an gehörigen Or⸗
te zu gedenckẽ / daß es alſo nicht noͤthig / uns
Hiermit auftzubalten: Wir haben derer / ſo
“wohl bekannten / als unbekañten Tichter
gar keinen Mangel / und fehlet wenig daß
Die Tichterey nicht gar den Handwerckern
unter die Faͤuſte geräht: Wer einen Reim
zuſammen ſetzen kan / der ſchreibet ſchon
mer drauff loß und weiß doch im Grun⸗
de nicht / worinnen die rechte Zierligkeit
eines werſes beftehet.: Wieder der gieichen
unzeitige Reimer iſt eine gar ſinnreiche
Sathrifche Schrifft geſchrieben von: je
mand / der ſich aartmann Reinhold
nennet. Dieſer ſey wer er wolle / jo hat
er traun dieſelbe ſo artig abgemahlet / daß
nichts druüber iſt Denn es iſt eine per-
petua lune⸗e; und Unterrichtung eines
naͤrriſchen Verſemachers. Es iſt ohne
Bweiftelderfelbe Autor, der den —1
“RL
”* . J
Be
EZ EZ mE Zu 70 zz
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— — N =. — — — ——
gpoeteren dritten Zeit. 31 © 397
igen Redner neulic) geſchrieben / woriñen
piel aus dieſein Buche wiederholet wird /
der ſonſt aus andern Schrifften wohl be⸗
Fand. Die Uberſchrifft dieſes Buchs iſt
Reime dich oder ich; freſſe dich / An
tipericatametaparnabeugedamphirribi-
cationes Poeticæ, ‚oder,/ Schellen und
Scheltens⸗wuͤrdige Thorbeit Bgotiſcher
Poeten in Teutſchland / Hans Wurſien
zu ſonderbahrem Nutzen und Ehren vor⸗
geſtellet. Ber eine Ergoͤtzung bey muͤßl⸗
gen Stunden fücher wird ſeine Muͤhe bey
Durchleſung dieſes Buches nicht uͤbel an⸗
legen. Ich muß zwar bekennen / daß biß⸗
weilen / auch bey den gemeinen ungelehrs
ten Leuten / ein Tichter Geiſt ſich erreget /
ſich uͤber deren Verſtand erhebet/ und
was ungemeines beyjichführer/ wie denn
der jenige Bauer / Benedictus, geweſen /
deſſen Jan. Nic· Erythræus gedencket / wei⸗
cher nad) verrichteter Bauer: Arbeit Ders
fe gefehrieben und unter andern IMlußre
poema, Ewie ers nennet) quod cum 6%
mnibus, ab aliis editis, eruditione elegaun?
tiaque æquari conferriq; poſſe videatur?
de Ignatio I:ojolä Soc; ‚Jefi fundatore: A⸗
ber es iſt dieſes mehr dem Triebe der Ra⸗
tur
3965 Das X.Cap. Von der Teutſchen
tur als der Runft zuzufhreiben. Des Ga⸗
briel Voigtlaͤnders / eines Trompeters /
Lieder / haben viel artige Einfälle/ ob ſie
gleich nicht nach der Kunſt gemacht. Hin⸗
gegen find gelehrteLeute / die in Lateinſcher
Sprache die groͤſten Poeten find/ und
in Teutſcher gang unartig/nach des Ennii |
Art /ingenio maximi ‚arte rudes, wie Ja-
cob Baldeinfeinen Teuſchen Carminibus,
de vanitate Mundi , und Zacharias Lun-
dius in feinen Teutſchen Po&matibus , Die
doch beede fchöne Latemiſche Carmina ges
——A So haben auch des Herrn Jo-
annis-Freinshemii der doch ein grund⸗
gelehrter Philologus geweſen/ Teutſche
Tarmina, nicht diefelbe Art / die wir an
andern ſehen Man finder felten die Voll
kom̃enheit in benden Sprachen beyſam⸗
men, Vor allen Dingen muß allhier
nicht vorben gegangen werden / daß fit
in Zeutfchland Srauensperfonen gehabt/
und aud) noch zur Zeit haben / die Die
Männer felbft in der Tichtkunſt beſchaͤ⸗
men fönnen. Umb das Jahr 1638. lebit
Sibylla Schwarsin / Herrn
Thriſtian Schwargens / Fuͤrſtl⸗⸗
ben Pommerſſchen geheimen Landraths
un Ä und
1
rl
|
|
|
|
Poeterey dritten Zeit. 39 9
und Burgermeifiers der Stadt Greiffs⸗
walder Tochter. Diefe mar traun ein
under ihrer Zeit/ denn fie hat von
dem dreyzehenden Jahre ihres. Alters
bis zum fiebenzehenden / wor innen fie ſee⸗
ligen Todes verbliechen / Verſe gefchries
ben / die vor. foldhe zarte Jugend / und
zwar eine Jungfer/ unvergleichlich find.
Da zu derjelben zeit Männer / die in ih⸗
rem vollftändigen Alter 7. und nachges
hends feinen geringen Ruhm inder Does
fie erworben / es ihr ben weiten nichr gleich
gethan. Nach ihrem Tode find ihre Ders
fe von M. Samuel Gerlachen zu Dans
tig Anno 1650. in 4to heraußgegeben/
und mit des Herrn Paftorii , und Herrn
Titii auffeichtigen Robfprüchen beehret.
Denn es ift der Warheit allerdings. ges
maͤß / was Herr Titius bon ihr fehreibet/
Hzc fuerat, fiquapotuisfent rumpere fata
Teutonici Virgo gloria prima Chori.
Quos olim cantus annıs provedta dediflet,
Tam docto tangens ungue puella chelyn}
Weil nun ihre Gedichte in weniger Haͤn⸗
den find / fo mil ich. einige wenige Verſe
hieher fegen/ Ut, quemadmodum ex un-
gue Leo, ira vel ex uno folio hæc Sibyl-
e
OR EBENEN SERACREF ER ERICH
400 —-HasIX. Cap. Bon der Teutſchen |
Iazftimetur. Eslefe einer das Scherge |
(ied öelches’ fie auf den unadelichen Adel
ER es iſt warlich fo finreich und
tachlicht / als etwas Fönnte von Dem bee
en Geifte erdacht werden Zur Probe
nd etliche Strophen aus diefem Liede /
Bet den Weg der Demuth kennet /
Der iſt edel nur allen. —
RE ſich ſelbſt unedel nenne =
Der mag zweymahl edel fein. |
oder ift edel von Gemuͤt 0%
Und nicht fehlecht nur von Gebluͤhh .
Marius will nicht viel preiſen
J en Ahnen. Ruhmund Schild/
ESondern will viel lieber weiſen
Yun ihm ſelbſt der Eltern Bild.
Denn es find nur bleiche Wangen /
Die mit frembder Roͤthe prangen.
Die andern Strophen die wir Kuͤrtze
halber nicht hieher ſetzen / find gleiches
Schlages. Die Sonneten / die fie ge
ſchrieben / find alle fo gut / als fie ſeyn
Fönnen., Zur Probe fen diefes/ /
Fieb ein Feur und Fan das Eifen ſchmiegen /
in ich voll Feur und voller Liebes Pein /
Wovon mag Doch der Liehſten Hertze ſyyn ⸗
Waans Eiſern waͤr / fo wuͤrd es mit erliegen/
Manns Guͤlden waͤr / ſo würd ichs Fonen biegen
Durch meine Gluht / ſolls aber ieſcheinſe
|
So ſchließ ich fort? Es iſt ein flelſchern Steine,
8 —— fie berriegent,
Iſts dann wie St wife Se undEiß
Dan. aus mir den LiebesSchturigr
dauch —— orberblaͤtter /
* ———— *
er 1172
nd ift befreit ſur deinem Donnerwetter.
fe andern übertrefien ſchier dieſes ange
führte Exempel Woraus denn zuſeyen /
was in ihr fur ein Set geſtecket⸗
ei in fo zartem Alter ſchon ſoſchen beb
ar Schein von ſich gegeben. Dieſes num
mermidyaber Wunder / daß man ſie nicht
fm gröferer Hochachtung gehalten / ſon⸗
dern noch dar zu / dieſer groſſen Gaben
9 DE Ewa ſte hin uñ
WVder Magen) welches ein unfehlhahres
Hl eichen der ungeſchiffenſten Grob⸗
Hi HN Die alten Griechen und Roͤmer /
7a auch noch heute die Aulander / haͤtten
vlenehr anter ſolchen Exeinpein die Eh⸗
Te ihrer Nation geſucht / wie ſie denn der⸗
‚gleichen nicht verſchweigen taum aber
eins / das — gieich ne ſolchem Alter
‘Sa hervor Bringen koͤngen Wir
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km zu unſeter Zeit noch ein groͤſſer Er⸗
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dero hohen Hand zu empfang
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Per Wuͤllers / gewe
"Profefforis auff der. 8 —
cademig;Eheliebften/arbo ua
micht vergeſſen / wwau⸗ ein Buch Te
0
woncw etittindeeen
Oden die ſo wohlgeſetzet ſind / als fie der
befte Porte ſetzen mag / an das Licht ge⸗
geben Es fehlet hier nicht allein nichts
an Erfindung / an Eigenſchafft und Ben
lichfeirder Rede / an gehoͤr iger Kunſtrich⸗
igkeit/ ſondern ich darff kuͤhulich ſagen /
dag ſie emigen Tichtern unſerer Zeit / Die
dennoch ennen Nahmen geſucht und ers
langet haben / weis vorzuziehen ſey Hat
fie alſo billig das Lob ver dienet / welches
‚Herr Titiuss in ſeinem ſinnt eichen Epi-
Fammate auff dero Eheliebſten Tod⸗
hr mit recht beyleget / da er ſpricht ou
SGeritodis decimum pridem jubat adcia Muß,
: Pallados & Phabi'gloria'quanta a ARERN
.‚Quz manus inferibet.do&tis Eifleria e&dris,
Per maria & jterras ledula fama Vehet
») N Fa * hans 2 TATEN:
ſchlieſſet endiich
*
A————
Eriſtina TERN —
Maebopt etiam ‚lecula voſtia logui. .., „
—
Bolonico der Gonitäntie de
renbergs vornehmen N eitere |
2*8*— Zungfer Tochter / g
Loedche Te.» BEIDE
Ay Zr
re
ar
u ia CT a —— =
derfelben ein. unvergleichliches: Lob ihr
bengeleget / nennet ſie Sirenem Balthicam.
Es ſind noch andere Exempel bey uns
vorhanden: / deren Herr Thomaſius,
in feiner. Diſſertation de Eruditione Femi-
narum;jgedencket / und die mir theils ſon⸗
ften bekannt / vondenen mir abernichte
fonderliches zu handen kommen / deren
Ruhme ich ietzo / mit Werſchweigung ih⸗
res Nahmens / nichts willentzogen haben.
Ich halte traun deu Ruhm Der: Frauen /
den ſie aus der Poeterey erlanget viel
hoher / als den Ruhm der Maͤnner Deñ⸗
‚gift gar ein unbilliges Urtheil des vor⸗
nehmen Arabiſchen Poeten Pharezdaki,
weicher / da er ein ſehr ſchoͤnes Carmen ei⸗
ner Araberin geleſen / geſagt / (wie Poco-
kius in der Vorrede feiner Anmerckun⸗
enüber das Arabiſche Carmen Tograi
erzehlet) Galli cantum cum Gallina imi-
us die Henne wie
der Hahn finger muß man ihr der
al abfchneiden. Sonſten hat man
zu dieſer Zeit mit allem Ernſte die Der?
deſſerung der Teutſchen Sprache fort⸗
— — und / nach dem, Eremp k der
„nrankofen und Itallaͤner / ——
——— ——— —— —— — —
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Loeeterey dritten Zeit: | sn... 40f
dieſem Zwecke ztelende Geſellſchafften ans
eſtellet. Worunter inſonderheit die fo
enanidte Fruchtbringende /- darunter
auch Sürftliche Perſonen ſich befinden/
den Borzug bar/durchderen Stifftung
viel gutes erfolget / und viel —
cher hervor gekommen. Mon ihrem Ur⸗
ſprunge / Satzung / Vorhaben / Gliedern /
hat der ſo genannte unverdroſſene Carl
Chriſtoph von Hille ein eigenes Buch /
unter dem Nahmen des Teutſchen Palm⸗
baums / heraußgegeben. Rachgehends
haben auch andere dieſem Exempel gefol⸗
get / und andere Geſellſchafften ange⸗
ſtellet Aber es iſt dadurch zu vielen
thoͤrichten Weſen Anlaß gegeben / da⸗
von allhler nichts weiters zuerrwähnen.
Wir laſſen dieſe / als itzo bekandte / Din⸗
ge fahren / a zum dritten
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Ds 1.Cap.
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Zeut chen Sprache) und om
Faͤhigkett re ypoeteren:
= " vo — — Fierlig en 3
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3, zeutfchen haben fi fie —— |
Aa wird bey ven" Autoribos barbara lingua
genannt. Ih Vollius verachtet die heutige
| Zeurfehe Sprecheich ohne Zug. — 5 e-
ifönnen I: beauf ch nicht he Mi
Bayern und H —— Au bei —
'oppio —06 getadelt. Des Htt- C Aa
und-Hert Meafchens Yrtheil von De
keit der Teutſchen Sprache Caroli
Grammatica, : Die’ Teutſche Sprache 9 at ſich
weit erftrecket. — und Tritiemius haben
die Teurfche Sprache auch zu verbeſſern gefuchet-
Des Kenfers Mapimiltani blicher Vorſatz Mrs
theil von der = heri Grammatica aus dem
Bibliandro, AdamiBohorizi Ardtic® horul&
fuccilive, Johannis Grachi Pierit, La izlai
Suntheim, Iehann Brücken Alftedii I .
sentü Alberti Oſiro Franck/ — u Ickeb
Hr 4.
239
\
N
| 200 Du Du tem L ee Don Sun jgteit
38 der Teutſchen Sprache PR 4697
Bahr Johannıs Claii, Teutſch Grammati«
—— Teutſche Sprach⸗Atheit.
Plaubergius’hatde Caufis Iingu& Germafic
reiben wollen Teutſche Sprache iſt vor andern
ſonderlich zu erheben, Allgemeine Sprach⸗Arbeit⸗
Battefii Urtheil yon. einer ‚Erfindung einer lin⸗
F Vniverialis. Deſſen Vorſchlag von einen
ingua Dalgarne, lohn
Wilkins, und Joachimi Friſichii hierauff zielen⸗
DECLÄNOLMGEN.. — .- .. 4, 1
SEHE toi zu der Zeusichen Poete⸗
or ſelbſt kommen / muͤſſen wir et⸗
gs ſille ſtehen / und von Dee
Kunſtrichtigkelt der Teutſchen Sprache /
und deren Grammatica etwas reden.
Henn es findetliche ſo die Teutſche für ei⸗
ne barbarifche/und zur Poetiſchen Liebli⸗
chkeit unbequeme Sprache halten. Ja es
Haben ſich die Teutſchen ſelbſt Barbaros uñ
ihre Sprache Barbaramgenandt/ Egin-
Kaftus, in vita Caroli M,. in præfatione
nennet fi) hominem barbarum, Walle-
fridus Strabo de Vita Gallicap. 6.nennet
die linguam Alemannicam barbaricamlo-
cutionem. Der ſelbe hat de reb. Eccle⸗
ſiſt.c. 7.diefe Worte. Dicam fecundum
=
J
noftram barb; Ken ‚.gux eft Theodifca,
il von &. Gallen bat
I DE SD BORN ENOR
Kero, ein, M
GB
308. jörg, 1. Cap.Hon der r Funſtrichtigteit
ge geigrkhen taterpretauonem. ıonem. Vocäh
354 Barb 3 meinet dadurch 4—
Teutſchen, Ein. mebreg.bat-Savaro, in
noris ad -Apollinar. Sidonium. libr. 4. e⸗
piſt. io angefuͤhret. Welches alles aus der
roſſen Ehrerbietung gegen die Latein
7 Sprache hergefloſſen / dadurch ande:
ve ſich Der Teutſchen Beſcheidenheit m
brauchet / und die Sprache noch mehr
derkleinert/ Die einige Landsleute ſelt
verachtet Ja es iſt dahin gekomn
diejenigen Die ſelbſt Teutſcher
d/ nicht die alte nur /ſondern auc
etzige / Die doch nach allen ihren —
außgezieret iſt noch vor. Barbari
aubiwelten. Iſt derowegen unfeidie
was \.voflius, de Poematum Cantup:5 |
von derſelben ſaget. Germänorumutv |
{ta fünc corpora ,ita quoque vaſtus ei |
fermo.. Plusille ponderis, quam ‚maR:
ftatis habet, qua tamen ‚non deftituet
tur, uiſi illam inffingeret (yllabarum, ipfas
uoq; fauces ‚abradentium , afperitas is
* nimis.confonantium concurlüse,
nd ferner. ‚Germanorum fermo, Ieeh:
Pi non admittat pedum gen hus ,.dif-,
| * Äculter tamen hic fe infinuat ' —*
=> IC,
ee
VVVV V ————
—
be Lniſchen Soache — 409
F non rantumpröpter Cre
Bramfibılum ſitere S, & concurſum nis
Ahremconfonarumm & præterea ruſticum
Kobfenrum A& Olongi forum ſed &
quod maximã ſui parte conftat ſpondeis
ge mölosfis. Dieſes Urtheil iſt viel zu hart
ud anfremmdlich X" auch“ der Worbet
nicht gemäß. De es werden ja endlich die
Eonfonantes ſo gar fehr nicht überhäufft/
wie er vorgiebt Mund fan auch hierin⸗
den eine Maſſe gegeben werden / ſehe
auch nicht / wie die Vocales, Aund O,eine
Sprache baͤuriſch machen ſollten / denn
a die majeſtas liinzuæ inſonder heit von
ſolchen Vocalkbus her koinmen muß. Wie
man ſoſches beym Virgilio ſehen fan/
der monderheit dieſer Vocaltum ſich ge⸗
brauchet / wenn er die Worte klingend
und anſehnlich in einer wichtigen Sache‘
machen will. Was wollteer denn von der
Spanifher und Italiaͤniſchen Sprache
ggen / wo dieſe V.ocales gar haͤuffig fich
finden? Sind alſo nur nichtige Kluge⸗
Jleien damit man der Teutſchen Spra⸗
che Wuͤrde und Anſehen zu ſchmaͤlern
gedencket. Es kan auch einer oder andern
Nation harte und rauhe Außrede / der
N he a
ee
den. N * —
ln len; oder Be
einen,
— — in ‚feinen Cont
nibus p. 29 von Ihnen — beimfe
aa / an ſtatt au /waarle vor ne
ich Gooid Taacht vor.
Geier‘, 8 ann. Tal, it: er/Hacile YerH
lıs &calus, Aulpicionem mOVet ; a
verbecum in patrid — — aöye,nal
patent In —B———— „falten.
| eiishominibus, non Heum eost
opihitum, qui ea,dialefti o,magis —— 4
exempla kdem faciunt,quas —35 are |
tem. obtufi, ingenij,iguavos.& —5 |
gitantes eſſe conftat. A abe lan
diefen —— erhaupt ne |
gangen Sprache urth heilen / wie tan b B
den Griechen.) ‚ja, ben, allen, Nationet
foldhever’fchieden gehabt / und noch heuti⸗
8. Tage Ik, Ich wolite ein. gan
örterbuch D rchgeben / und nach der
KReihe.eriveifen iL daß unfre. Wörter nick,
harter find/g ai aGriechiſchen und Latei⸗
niſchen / ja wohl weicher, / als ſene / und /
wo fie härter ind/ der-Natur meht nach⸗
jene. Welches vlelmeht pH
Ne Kt " 3 J
erbeten |
— — — — —— — — —
2 DB
ce TE
er
ri der Teutſchen Spracht : —
ler die Tugen den / als Loſter ein Ki
che zuſchen. Ich ziehe ghhier ar Ada
Eonungiiderbeif,/; un der Epiltola auf
Des Herrn Schotteliu, Werck Na
Teutſchen Sprache / ‚Dielen des, N Oli
vor / deſſen Worte Diele find.. HaberGer-
mänica-ungua, qua fe, pr& Græca patiter,
& Latina, commendat, fimul.incredibi-
lem. atquie infinitam, ‚vocum. comppnen-
darum vim & felicitatem ‚ habet primiti-
va plurima, modo Praßr eruantur. , Nec
eftaliquidtemere elegantiz, quo cuiquam
linguarum fit fecunda, niſi, quod, dum
verbisauxiliaribus cogitur ‚als fuppetias
nimisfrequentes ferre ‚jJufto poslit vide-
ri prolixior, X Gr&canicam Latinamque
brevitatemhaud affequatur. Quas dotes
&.quam felicitatem non ‚agnofcere , ideo
autem duntaxat viliusilla eftimare,quo-
niam exotica non ſunt hec bona ‚indi-
gnumprofedto facinuseft ,nec tolerandü
. . prudentibus. Herr Praſch baf in feinen
Buche /von Fuͤrtreffligkeit und Verbeſſe⸗
rung der Teutſchen Poeſie / die Teutſche
Sprache / nicht allein an ihrer Heiden:
mäßigen Eigenſchaftt / ſondern auch an
— dar Grin | Saenicien
use Fe
ira Das 1. Cap Wonder Kunſtrſchtigkeit |
Du DD
zogen / Dadurch ft
fer als andere,
N
|
——
sachen! vorge
oeteren gefehich
in\feiiies Satzes Ur⸗
fachen er dalelbft wettlaͤufftig anfuͤhre
— ——— Eigenſchaffien det
Teutſchen Spra
von verſtaͤndigen
Seren wohl gemercfettvordenfoift man
in richtige Regeln gebracht: Hier innen
if: Carolus M. zu foben/ tvelcher zum er⸗
ften feine Mutterfprache in ein ‚Gram-
u
|
|
doch fpäte darzu konnnen / daß man fie |
|
er
matifche Richrigfeit verfaſſet / dutch Dei
hüffte'des Nannonis, T heobaldi "Albin |
und Berengeri. Denn ob zwar die Theo-
eivefen / wie Lambecius1: 2..de Biblioth,
indaben. p. 427. erweiſet / ſo iſt doch kein
weſentlicher Unterſcheid darinnen gewe⸗
ſen. Dieſe des Caroli M. Grammäaticaift/
diea und Francica hügua unterfthleden
|
|
ie Geinerus in feiner Bibliothec erweh⸗
net /:noch zu feiner. Zeit vorhanden ge
wegen. Slie ift aber dennoch nicht zut
Bollkomm enheit gebracht / denn. / 18
flaget nachgehends Ottfridus, in det Vor⸗
rede feiner Evangelien’
tigkeit und Unfreundlig
Es hat auch Trichermus nicht a
Ö
\
N
h
br über die Haͤr⸗
it der 364
emuͤhet /
RETTET · au
bemuͤhet dieſelbe in Richtigkeit zu brin⸗
‚gen. Kaͤyſer Maximilianus hat auch die
Beſſerung der Teutſchen Sprache vor⸗
gehabt: bibliander, de’rationg communi
Bmnium linguarum, ſagt p-27. Ferunt &
‘Maximilranum Imperatorem in animo
verſaviſſe emendationem ſermonis Teu-
tonici Non prætermittere hie etiamfen-
tentiam gravem & ſapientem; ut judico,
Fabiani Francki;civis Bolislavienſis de-
beo. Cujjus Ræc fimt!yerba , Es waͤr
or Schaden ja meines Bedun⸗
ckens hoch von noͤthen / daß eine
gantze Grammatiea hierin befchries
ben wuͤrde / recht regulirtes Teut⸗
ſchen. Die Sprache iſt fo luſtig /
nützlich und dapffer in ihrer red⸗
map; als jndert eine andere befun⸗
den wirds Lambecius gedenderlib.a.
Biblioth. Vindobon. eines Adami Boho-
rizi, welcher ein Buch / genannt / Ardi-
cas horulas fuccifivas;; geſchrieben / de
Latino Carniolana literatura, ad Latinæ
linguæ Analogiam accommodata, ſo zu
Wittenberg An.1584. in gvo heraußkom⸗
men / quo libello, wie er ſagt / Slayoni-
cæ linguæ Grammatica, & Moſcoviticæ
7 Rute-
4
r h J
gs *
Aia. Das 1.Cap Do der Kunſtrichtigkeit
Rurbnicz;Polohiez;Bohemicz & Lufati-
<elingız,cumBälmatica &roäteäco-
gnstioindicarardeffen Lazius.ufGelne-
ineruszdnt ſeinem Mithridatezifichwieliges
braucht · Koͤnnte alſo auch dieſes ur
Teutſchen Grammatic einen groſſen Vor⸗
ſchub thun· Lambecius hat hiervon / in
ſeinen vᷣrolegomenis Armal ium ·Auſtria
‚corum weitlãufftiger handeln wollen /
und des Taciti⸗ und anderer Autorum
‚loca, erklaͤren wollen. Welche Arbeit
aber min mit ihm verloſchen. Es ſoll ei⸗
ner Johannes GracchusPierius quch über
eine, Grammatica gearbeitet / aber nicht
pollführet haben und: bacLadislaus
‚Suntheim, deren; Geſnerus und Simlerüs
«gedeneken/ einige herausgegeben: Drau-
‚dius:gedendet einesı Johann Brücfend/
dDeſſen ZeuticheGrammatica zu Stand: |
furt Aw 1620. hervorkommen⸗ Aber ich
habe deren keine geſehen / auch nicht / wo
mir recht / ben dem Herrn Schotte
ige. Erwehnung von ihnen gefunden.
Man wird audyin des Alttedii Eneyelo-
pædia eine finden. Laurentius Albertus
Oſtro⸗ Frauck hat eine Teutſche Grin
maticam zu Augiburg / Anno:73° jr |
— — — —
en 5,7
nyn BL ER eng —
I
1 = ei =;
Nat | A ein
Een —
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BI eo und da er
Scolroere
5
gele nige eſ AA de
ehrten DD T in | arteftäni,
— gü, Bi — Gen
— deſſene m fe ner Arte Etymölok
gie Toto — — vbrkom̃e
Hehe: rdegewitzch re gute Arı
rm. Denn ale
er opBicis princi — Hd der Ai
Bi egehet/aneihr —* rliche Scharf⸗
nigkeſt in Etforſchung der Wörter ges
draueh KU weiche FON
ne Ze ee ee
Brand
Y mr) rede dm abeı
Hichrekzugverden / A hi
Kin | Ans En ne
zecht /.Sub feolewix-bre ir —
Gua eſt, que —
416 — ——— |
ob er, Ina ai |
u on ri ach; Den be ejeM
eine Sprashe, — Den
rnunfft und den
* Air
conflans, —— Fan! 9 N
bulk me uſag —
—9 he A a ji
en /iverden gar weitlaufftig.non dei
— Ye Hi vorg
une unbe don. |
einige ehabt I rs
— zu erfinden / * 9
und der —
eUnricht Narren, habe»
avor / daß man die;
je betriffn/ allen; ———
Es ware gar leicht au ——
Be Gründe / melde ee gie
—— Autor, in ‚feiner 6
enerale Krailonnee sr 308
mn on Zn um en Tr en —
en ee —
der Teutſchen Sprache. 417
andern der Teutſchen Sprache zukom⸗
men koͤnnen. Ichkan nicht umterlaflen/
beydiefer Gelegenheit / einen Außfchtoeiff
zumachen und von denen / die ſoſche allge⸗
meine Sprach⸗Arbeiten vorgehabt / eine
Erwehnung zu thun. Es urtheilet Carte-
fius;part.1. Epiſt. m. ad: Merfennum; Der
ihr / wegen Erfindung einer inguz Uni-
verfalis die jeinand vorgegeben / umb
Rach gefraget / daß es eine vergebliche
und uͤnnuͤtze Arbeit ſey / wenn es auff die
Art /wie der Autor vorgeſchrieben / an⸗
gefangen wuͤr de Der Autor ruͤhmet von
ſeiner neuen Sprache / daß man durch de⸗
ren Erlernung alle andere Sprachen / als
ihr e dialectos erlernen koͤnne und dag
er der Alten Gedancken / durch ihre Woͤr⸗
ter erforſchen wolle. Solches wird aber
von Garteũo vor eine Grillenfaͤnger ey ges
halten. Derſelbe hat auch vorgehabt /
eine neue allgemeine Grammaticamı. zu
machen / nach welcher eine Sprache in
fuͤnff oder ſechs Stunden koͤnne gelernet
werden.) Welches Cartefiusnicht eben ta⸗
delt Kan nicht wiſſen / ob es nicht etwa
dem jenigen gieich ſeyn ſollte / welches der
—— her.
4 D | r
an ie — |
ais Dasl. Cap Von der gunſtrichtigteit
Erfeger aber zwo Fehler / welche Die Ars
heit uͤnangenehm machen wuͤrden / als
erftlichy die 3ufamenftoffung vieler Buch⸗
naben dieden Ohren zu wider iſt / dann
sımböiefer Urfache willen hat man die vie⸗
len flexiones der Worter eingefuͤhret.
fahrer die» Beſchwerlichkeit Die
örter. der Sprache außwendig zu ler⸗
nen / dann es müfteeinejede Nation, ent⸗
weder die Stammwoͤrter ihrer Sprache
= gebrauchen / ſo waͤre es zwar leicht / aber
mian würde mit andern keine Gemein⸗
ſchafft haben koͤnnen / oder auch frembde
ESsyprachen ihm mit hinzu ſetzen / und ſo
wuͤrde man ſchwerlich jemand finden /
Der dieſe Wuͤhe auff ſich nehmen wollte
Dennoch würde es im schreiben den Nu
gen haben / daß / wenn vieler Spraden
gleichdeutige Worter mit einem Beihen
in einem Lexico vorgebitder würden!
durch dieſelben ſich alle Nationes verſte⸗
hen koͤnnten. Welches von Hert Becche-
ro, in feinem Charadtere Univerfali, und
nachgehends von Kirchero, if feiner Po- |
Iygraphia , vorgeftellet worden / wori®
nen etlicher maſſen der Weg gewieſen
Es. thus: aber. Carteſius einen andern |
—— | Vor⸗
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der Leutſchen Sprache a9
Vorſchlag / daß man / durch Huͤlffe eines
richtigen Methodi Philoſophicæ, eine
Sprache erdencken koͤnne / die allen ge⸗
mein ſey. Er ſagt / Adverto, poſſe ad hoc
addiinventionemaliam ‚tum ad primiti-
va lingu& hujus vocabula, tumadchara-
&eres inveniendos s:ita , ut. breviffimo
temporedoceri poflit , idqueope ordinis,
h.e.ordinem:ftabiliendo inter omnescos
—— quæ animum humanum ſu-
ire poffunt;quemadmodum internumes
ros ordo eſt natnraliter conftitutus: & fi-
cut: unodie quilibet doceri poteſt nume-
ros omnes in infinitum nominare.lingua
incognita, & fcribere, qua tamen innu«
meris diverfis: vocabulis' defignantur, I-
dem quoque fieri poſſit de aliis omnibus
vocäbulis,ad.cztera , quæ in mentem
hominis cadunt exprimenda neceſſarius.
Es ſcheinet / daß einige Engellaͤnder die⸗
fen Borſchlag ergrieften. Denn ce hat
Georgius Dalgarnegin Buch gefchrieben/
defien Titel/ Ars fignorum, —* Cha«
radter univerfalis & Lingua Philofophica,
Worinnen er / nach den Clasſibus Præ-
dicamentorum, und den Eintheilungen
der Dinge / in 9* Wiſſenſchafften meh⸗
2
rentheilß
—
re
- | | a
| |
420 Das kLCap. Von den Kunftrichtigteit |
tentbeilsEinfibige Woͤrter erdichtet / die
nach den Vocalibus un ihrem poſitu uñder
Conſonantium Verſetzung / eine Veraͤnde⸗
eungdeBedeutungebefomen.Alfobedenr
tet ihin Ad,Ens;res, Ar Subftanga,Er Acci- |
dens, 2» Ens completumvelconeretum;or |
Corpus; Spiritus, 77. compofitumidelt;
Homoy Mes concretuim“mathematicum
Dieſen folgen nun alle fpecies nad) der
reihe / und ein jegliches: / was unter ih⸗
nen gehoͤret / worin nen eine richtige Ord⸗
nung der Conſonantium und Vocalium
gehalten wird. Wie er denneitkexicon
Grammätico-Philofophicum: auffeinen
Bögen verfafler,Ebendiefe Arbeit hat D.
John Wilkins vorgenommen / der ein
groſſes Buch / von dem Reali Charactere
und: Lingua Philoſophica, geſchrieben /
end der Koͤniglichen Geſellſchafft zur
Eroͤrterung auffgetragen. Er bat
groſſe Mühe angewand / alle Dinge um
ter 40. Generibus einzurbeilen / hat auch
gleichfalls / «nach dem Unterſchiede dee
Vocalium und Confonantium die Dine
ge mit feinen. Wörtern benennet / und
mit gewiſſen Zieffern gezeichnet. Sobat
auch gar neulich ein Profeflor: ——
149 | e
—
—
gen⸗
2 - a A ——
a u me iii Me
”
Os
ver Teutſchen Syrache · 8
Rigenfis; Joachimus Friſichius, derglei⸗
chen allgemeines Sprady Werd und eine
Linstam Ludoviceam', dent Könige 11
Franckreich zu Ebren / vorgenommien/
davon er den Abrig und Innhalt / auff
etliche Bogen / bervorgegeben/ die mir
von meinem hochivehrten Freunde / Hr.
Hennig Witten / deſſelben Gymnafii be⸗
ruͤhmbien Profeflore, zugefandt worden,
Es werden bierinnenviel groffe Dinge
verbeiffen., Das meiftewird daran. gelte
gen ſeyn / daß man andere Nationes auch
zu dergleichen Einfaͤllebr ingẽ koͤnne. Car-
leßus uͤrtheilet an angefuͤhrtem Orte von
ſolcher Sprache alfo/ Exiftimo posſibi-
lem effe hanc linguam & reperiri poſſe
(cientiam illam, ex quä illa pendet: cujus
certe beneficio rufticus quifpiam de re-
rum veritate poflet meliusjudicare, quam
jam Philofophus aliquis. Sed ne fperate
unouam vifürum:illam in uſu: idmagnas
in arbe mutationes ſupponit, eſſetque ne-
ceffetotum Orbem in Paradifum terre-
ftrem converti; quod fanein fabulis tan-
tum locum habeat. Was die Liebligkeit
anlanget / kan diefelbe in dieſen er dichteten
Sprachen feine Rott finden. Vermeine
DD; | alſo ⸗
7
#22 Das IL. Cap: Bon ber Orthographia
alſo / daß eine Sprache / die durch die
Natur und Kunft zugleich zur Vollkom⸗
menheit gebracht wie unfere Teutſche
ift / billig vor allen andern werch zu
halten fey. | min
wer Das I. Cap.
Bon der Orthographia
der Teutſchen Sprade
Innhalt.
* Orthograph a muß mit gewiſſer Map
e außgeuͤbet werden. Die Holländerfind
die eriten hierinne, Cornel. Gisbert
Plempius'hat von der Orthographia geſchrie ·
ben. Ob die Etymologiaein richtiger Grund
Der Orthographiz fen. Maͤnſch wird von etl⸗
hen vor Menſch gejchrieben. Des Worts Ur⸗
forung und Ableitung. Die, Veränderung der
uchftaben Fannicht vermieden werden. Ob man
fo fchreiben folle/wie man redet. Iſt keine richtige
Regel. Die Vocales claræ und. obfcurz Fönnen
an der Schrifft nicht wohl unterfchieden wer⸗
den. Hömüthig wird vor Demüthig von Buſſch⸗
fi gefchrieben / deo,theo, demoutah. Das
|
|
——
-(b) und die Verdoppelung dee Vocalium wird
‚von etlichen zur außdehnung des Vocalis ges
braucht, Menfchfeben vor Menfchen! Lachchen
‚vor Lachen ze, iR ungereimbt. Die Cnbigung ne
|
9:0
ER ds hl ic
ka Yen Er
hr at ra FE, 7 BT and? =
ern Sprache. 42
Woͤrter iſt auff ein en / ohne Zuſatz eines Con-
ionantis. Plempius behauptet — in der
Hollaͤndiſchen und Griechiſchen Sprache. Ta⸗
delt die Teutſchen unbillig wegen Verdoppelung
der Confonantium. Baconis Verulamii Urtheil
yon der Regel / daß man fo fehreiben ar man
redet. Dergleichen Neuerung in Frankoͤſiſcher
Sprache. Heren Titii Urtheil von der Neuerung
in ver Zeutfhen Orthographia,. Die Hinzufe
gung und Hinwegwerffung des (e) im Teutſchen.
Das (e) mutum bey: den Engelländern. Der
Sufaß,deg(e) im Nominativo Pluralider Woͤr⸗
ter.) die auff er und el außgehen/ wird getadelt /
wie auch, die Hinwerffung von Dem Datıvo
finzulari und Imperativo. Erempel der Zuſam⸗
niet and in den alten Teutſchen Werfen, Bier
teriey Dialecti der Teutfchen Sprache. Scioppi-
us jeher devenfechfe, x. Den. Meißnifchen. Def-
fen Sehler. 2. Den Rheiniſchen. 3. Den Schwa⸗
bifchen.4. Den Sehweitzeriſchen. 5. Den Saͤchſi⸗
ſchen. Iſt den andern vorzuziehen. Micrælii Ur⸗
heit. 6. Den Bayeriſchen. Solche Dialecti find
vor alters auch geweſen Ob die Dialecti unterein⸗
ander zumiſchen Ronſard und Mambrunus ge⸗
ben es zu. Aherohne Fug. Des Hugo von Trim⸗
berg Reime hiervon Sam. Bu Aaccentus in
der Teutſchen Sprache.
ER YA mietwir auch die Theile der Gram·
matic kurtz berübren / fü mollen
ssılı3h
ogpir etwas weniges hiervon anfuͤh⸗
n d5d4 | ren.
_. aaa ee r- 0 —
F
424 Das II. Cap. Von der Orthographia |
ven... Denn weil von andern groſſe Bü, |
cher davon gefchrieben / ſo iſt es nichtnd,
tbig, daß wir uns bierinn aufibalten.
as nun erftlich die Orthographiam ans
langet / ſo hat man in diefer Zeit Leute ge⸗
gehabt / die. alle ihre Kunſt in dieſer Grů⸗
Beley gefischee / und für groffe Meifter ha⸗
benmollen gehalten. ſeyn / wenn fie nur
‚etwas neueg/ ihren thörichten Einfaͤllen
ach / bierinne haben: hervor gehracht.
Ich tadele nicht) daß man die Orthogra
Dhiam außuͤbe / aber eg muß eine Male
darinen fenn/ und allezeit ein Auge auf
den gemeinen Gebrauch gerichtet wer⸗
den. Die Teutfchen haben fpäter die Or⸗
thographiam außgeübet/alsdie Hollaͤn⸗
der /ivelches Herr Conring angemerckt /
in dem Briffe über des Herren Schotfelß
SpracdyArbeit. Cornelius Gifebertüs,
Plempiusbaf ein Buch/ de Orthographia
Belgica ‚ geichrieben / . worinnen er viel
fonderliche Einfälle. hat/ denen ic) durch»
gehends nicht Befall arben kan Insge⸗
mein ſetzet man die Erymologiam zu e⸗
nem Grunde der Orthographie. Es ifta⸗
ber folche Regel nicht fo unfehlbahr / daß
man nicht davon abſchreiten muͤſſe. en
HH
7 .-%
2 na er 75 u
ee —— —
der Teutſchen Sprache: 425
an fehlet zum oͤfftern ſelhſt in den Ety-
mologiis „und leidet Die übliche Außrede
fothe Schrifft nicht: Denn es iſt ein un:
ereimbter Schluß / die ſes Wort fan. mit
olhen Buchftaben füglicher geſchrieben
werden / darumb muß es auch alfo ſeyn.
Man muß hier der gemeinen Bellebung/
davon vornehmlich eine Sprache / und
nicht von dieſes oder. jenes ungeitiger Cri-
tica, hanget / für die Richtſchnur balten.
as erhebliche Urſachen find / daß ic)
Maͤnſch / nicht Menſch ſchrelven ſolleẽ
Mian ſagt / weil es von Mann her kompt.
Es iſt dieſes wohl wahr / denn das Wort
Meuſch vor Alters Fein. Subftantivum
ſondern ein Adjectivũgeweſen / dis es end⸗
iſch durch den Gebrauch zum Subftantivo
worden / wie ſolches Vorſtius, in ſeinem
Specimine obſervationum in linguam
ernaculam cap. weitlaͤufftig außfuͤhret.
Es iſt aber. allezeit Menniſch, nicht Män-
nilch geſchrieben worden / da das Haupt⸗
mortinSinguları Mañ / in elurali Meñ
gehabt / und gang ſrrig iſt / daß die Deri-
vara eben Die Buchſtaben behalte muͤſſen /
die. in primitiv find. Iſt Auch unmoͤg⸗
uch wegen der nothwendigen Veraͤude⸗
J dds rung
eo
426 Dasll. Cap. Wonder Orthographia_
—
rung der Buchſtaben / wie ſolches aus der
Griechiſchen und Lateiniſchen Sprache
ſattſamb erbellet/ (deren vielfaͤlltige Er⸗
empel bey dem Vosfio, in feinem Buche/
de permutatione hiterarum , ja auch in der
formatione tewporum und caſuum, be
allen Voͤlckern zu ſehen) und nicht anders
mit der Teutſchen Sprache kan gehalten
werden. Es haben dieſe neue Critici auch
dieſe Haupt⸗Regel / daß man ſo ſchrieben
ſolle / wie man rede. Iſt wiederumb ein
unrichtiger Schluß / denn da ſind / fuͤrs
erſte / unter ſchiedliche Dialecti und Mund⸗
arten / und waͤre / was nach diefer geſchrie⸗
ben / nach der andern verwerflich Bleibf.
man alfo lieber / weil die Teutſchen in e⸗
ner Art zu ſchreiben übereinfommen/
ben der Einftimmung' ihrer Feder /al®
dag man dem ungleichen Mundlaute fol
ge. Thöricht ift deßhalben ) dag ich foll
fhreiben Haben für Heben / war en
für werffen / läben_für leben / fam
den für fenden, “Dann man Fan kei
nen Linterfcheid machen unter deme cla-
ro und obfcuro, wo es nicht von allen
vocalibus gelten foll/ welche / per remis“
fionerh vel elationem foni, nicht: konnen
© & 24 ſo
1
4
der Teutſchen Sprache: 427
fo fort in lireras ſpecie diverfas, oder
diphthongos verwandelt werden. Alſo iſt
bey den Rateinern (e).obfcurum in dem
orte Severus, (e) clarum „in dem
Worte merces , welches aber deßbalben
nicht anders darff gefchrieben werden. I
obfurum ift in. dem Worte inimici, cla-
rum, in dem Worte pilcis. Auch iſt gar
laͤcherlich wann Samuel Butfhfi do⸗
müthig vor demüthig / zum theil aus
dieſem Grunde / threibet: Denn/ ob
zwar das Wort deomuat bey. den alten
Teutſchen geichrieben worden / zum: Er
empel / das Wort deo, theo, welches hu⸗
wilem oder ſervum bedeutet / davon Vor-
ſtius in oberwaͤhntem Buche<.3. zu leſen /
muß man doch nicht eben die gemeine
Schꝛreibart ändern.Es find auch etliche die
die Erhebung und Außdehnung der vo-
calium mit Zufag eines (h) / oder mit Ver⸗
doppelung des vocalis außdruͤcken / wel⸗
ches auch unnoͤthig iſt. Wieder dieſe / die
ſolches gleichfalls in der Schwediſchen
Sprache thun / bat Martinus Brunnerus
einige Diſſertationes geſchrieben / wie Hr:
Schefferus, in Svecia litera-p. 216. beʒeu⸗
get. Auß dieſer ungegruͤndeten Run
ST > n
— | — [| Semseis ——
428 Das H. Cap. Von der Orthographia
dung koͤmpt auch / daß man Menſch⸗
fehenvor enſchen lachchen vor
lachen / Sachchen vor Sachen,
fepreibt /weilman meine? man vede A
ſo / welches doch Falfch if. Denn es
ift in Teutſcher Sprache die Hexio in
plurali nicht auff ein schen / fondern en
oder er / als heid/ heid en / licht?
licht / er, Man fan hierüber Herr
Tſcherningen / in feinem unvorgreifflichen
Bedencken / über etliche Mißbraͤuche in
der Teutſchen Schreib⸗ und Sprach⸗
Kunſt / cap.ı. obferv.2. nachfehen / wo⸗
felbft er Buchners Urtheil/ und viel an
dere merckwuͤrdige / und die Teutſche
Orthographiam betreffende/ Dinge an
führet/deffen DanesUrtheilich viel höher
halte / als diefer Neulinge unzeitige Cri-
tic, Plempius, deffen wir droben gedacht /
bat in feiner’ Orhographia Belgica Mif
vielen Gründen erweiſen wollen / daß die
duplicatio Confonantium , infonderheif
- indenInfinitivis, falſch und unrichtig/
und nur von einer unförmlichen Außre⸗
de. berfoinme: Die jenigen / fo die Endi⸗
gung des Infinitivi auff ben/ den / fen/
gen/ ken / len / men / nen pen / 97
— — — —
— — HF ——
— — — — —
\
—— © ——— um ED - — u > u——
der Teutſchen Sprache 422
ſen / ten / jen / wen machen / irren alle /
nach ſeiner Meinung / denn die Endigung
iſt bloß auff en / als / in dieſen Worten
hebben / wedden / fuflen / leggen⸗
bakken/ willen / temmen / zc. und iſt
er hier innen auff rechter Meinung. Er
meinet aber / daß die Conſonantes in dem
Hauptworte nicht zu ver doppeln / ſondern
nur einfach zu ſetzen / wie ich bey den La⸗
teinern nicht ſage pPuvvere, fondern fpue-
re; nicht ruvvere‘, ſondern ruere. Si quis
objiciat, ſpricht er / krabben heri ex
krabb& en / ex eo quaſi verim, quis ho-
motam auritus, ut in frabb duo (hb) au-
dire poſſit. Ja er koͤmpt ſo weit’ daß er
meinet / man folle auch im Griechiſchen
die Confonantes nicht verdoppeln / ſon⸗
DErN vor ER Er Ey; ODE Ey YErRsIE eye
Yer-sm, VOR meLr]swı meer, ſchreiben.
Wor innen ich mit ihm nicht uͤberein ſtim⸗
men kan / wiewohl er einige Grunde
beybringet / die nicht allerdings zu ver⸗
werffen ſind Daß er aber von den
Teutſchen die duplicationem Conſonan-
tium herholen will / ale wenn Durch
Grobheit unſerer Sprache die Zierlig⸗
keit der Hollaͤndiſchen verdorben / dar⸗
innen
Dir u
— — — — — —
130 Das 1.Cap. Bon deriOrthögraphia |
innen irret er ſehr / undurtheiler vonder
ſelben ſehr grob und ungeſchliffen / nach
Arc einiger feiner andern danbolelte ihje
Germanis, ſpricht er p. 25. nihil dicam,
Moañ / Sonn / feribentibus, ſecundum
Hlumbeas iuds linguas atque craſſas, und
2. Auriculis aſini profe&to' carere non
Hoterit,fi cum Germanis auſcultet, qui |
in Sonn/ Mann/duo (nn), clare audiri
‚volunt: Daß Inden Worte Sonn und
Mann von etlichen ‚Die>Confonantes
verdoppelt werden / hat dieſe Urſache. |
Dann jenes iſt mehr ein zivensalseinmb
big Wort. "Das gange Wort heiflet! |
die Sonne / bleibt alfo / wenn es einſy⸗
big gebraucht wird / die Sonn; aber
ſo wird in den Verſen / vor einem fol⸗
genden Vocali;dag(e)per Apoſtrophum
weggeworffen. : Denn es gar unlieblich |
flingen würde / wenn ich es einfyibig
vor einem folgenden. Confonante.' (een
wollte. Das Wort Mann / wird dar⸗
Amb ſo Feſchrieben / weil es in obliquis |
Laũbus ein doppeltes cn) hat. Haͤtte alſo
der gutePlempius mit feinem ſo groben
Urtheue / von der Teutſchen Spradel /
wohl zu Haufe bleiben Fonnen, ar
br
Bf HM:
id N |
GE u © en —
nn.
det Teutſchen Sprache43
gen hat Claubergius in ſeinem 5. Buche /
deCauf.L.Germ.eriveifenivollen/daß aus
der verdoppelung der Confonantium' die
euphonia, '‘volubilitas ‚ vehementia it
Zeuticher Sprache beftebe / wie er / in ſei⸗
ner arte Eymol. p.'34. bezeuget. Daß
nun dieſe Regul falſch / un man nach der
Außrede die Schreibart nicht einrichten
koͤnne / erhellet ſattſam hierauß / und
ſtimmet mit uns uͤberein der vortreftliche
Baco Verulamius; infeinem Buche / de
augmentis-Scientiarüfnlibi6. c: 1. woſelbſt
dieſe Worte fich befinden, Ila Tcriptio,
quæ formata videri poſſit, ut pronuntia-
tioni confona fit, eft’ex’genere inutilium
fubtilitatum, Nam &apfa pronuntiatio
quotidie glifeit , nee conſtans eft,.& de-
rivationes verborum, pr&fertim ex lin-
guis extraneis prorfus obſeurantur. De-
nique , cum ex more recepto fcriptamo-
rem pronunciandinullo modo impediant;
fedliberum relinquant ; quorſum attinot
ifta novatio? Mandat auchinder Fran⸗
tzoͤſſchen Sprache folche Neuerung ein
führen wollen / welches noch viel närris
fcher iſt davon Herr Sorel ‚in feiner Bi-
blioreque Rrangoife, fan nachgelefen wer-
— den /
2 t P — —————— ——
”
⸗ °
;
a32 Das Il.EapıVBomerOrthopraphia
a — — — — —
er der ſelbe fen / bezeuget Ar. Denys, in ſe
nen Memoires des Artes & fcenicesp:74)
in feinem Buche / de la connoiflance des
ons liyresitraite. 44chap. 4. du nouveau
angage frangois. Dur diefe und ders
gleichen unrechte Rechtſchreihung / iſt die
ehrliche Teutſche Sprache / ſo verketzert
worden / daß ſie faſt ihr nicht mehr aͤhn⸗
lich geſehen / und iſt Herr Jiti ſein ver⸗
ſtaͤndiges Urtbeil/i Manududtionead ex⸗
cerpendum p.37: hiervon dieſes.· Quod
firatione folä nitendum eflet, bonalinguz
pars, faciem longe aliam & f&pe variam
aberet. Id, quod in Germanie noſtr
fierinvidemus: — ratiunculas
nefcja,quas, tant indulgentiã amplecten»
cibus; ut quæ ſeribant ex alio orbe adve·
&äl videantur.\do zihorg sad |
Icch koͤnnte hier viel abſonderliche Lehr⸗
ſaͤtze von der Teutſchen —
beybringen / aber es find von vielen der⸗
gleichen Dinge geſchrieben / unter web⸗
den inſonderheit Herr Tſchernings De
dencken zu loben Zugeſchweigen derer /
die gantze Buͤcher allein: davon geſchrie⸗
ben/ als / Gueinzius, und andere; DNS
| den / und eben derſelbe Aucor(denn/baß
[4 |
|
|
u en — Fe — nl u
der Teutſchen Sprache 433
muß:aber die Novatores meiden / wor,
unter Bellin infeiner Rechtſchreibung der
vornehmbiie ft. Eines muß ich noch von
dern (e) gedencken / welches offt zur Un⸗
zett weggeworffen und hinzugeſetzet wird,
Opitz feiber ſetzet es bißweilen einigen
Woöͤrtern zu / dahin es nicht gehoͤret / als
Baͤnde / Helde / Hande / Dinge/
Munde. So wird es auch in die va-
&ylıfeben Verſe bißweilen hinem geſcho⸗
ben / aber es iſt ein groſſer Ubelſtand der
Sprache / und klinget ſehr Außländıch.
‚Sn der Engliſchen Sprache wird daß
)auch ſehr haͤuffig hinter die verba uñ
nomina gehenget / wird aber nimmer⸗
mehr in der Außrede / oder in dem Car-
mine angeſehen / deßhalben es auch Ce)
mutum genennet wird / davon Wallis in
ſeiner Engliſchen Grammatica C.1#$.2.P»
56.& feq Dergleiche findet ſich auch. inder
Teutfchen Sprache / aber die Engelläns
der gebrauchen ſich einer groͤſſeren Frey⸗
heit in Zuſammenziehung der Woͤrter /
und Heraußſtoſſung des (e). Joannes Bel-
lin hatin feinem Syntaxi Prepofitionum
Teutonicarum von p. 44. biß 58. aus der
Dibel/ und andern Noeten die Exem⸗
t
pel
— ng
434_Das II.CAp; Mon der Orthögraphia_ '
‚gel der Woͤrter zufammen getragen’ de⸗
nen das (e) am Ende angehangen / oder
entzogen wird. Es mwollen auch einige
Grammatici;unfer welchen Herr Schof-
gel iſt denen Woͤrtern die in fingulari
auff ein er oder el außgehen / im plurali
ein (e) zuſetzen / als der Vater / die DA:
tere / oder / da es ſich un. Verſe nicht
ſchicke / das erſte ce) wegwerffen / und da⸗
fuͤr ſetzen / die Ubelthaͤt re / die Buͤrgre
Hergegen in den Woͤrtern / ſo einen vo- ·
calem oder liquidam vor dem er haben,
laſſen fie es nicht gelten / als Mahlre/
Beſchwer re / Zuhoͤr re. Ob nun
Amar dieſes von der analogiain declinen ·
do kan Hergeführer werden / und Het ı
Schottel den Opig deßhalben beſtrafft /
Daß er dieſes nicht in acht genommen /
fo iſt doch die Gewohnheit / die den plu-
ralem dem fingulari gleich machet/ "vor
zehn Hr. Buchners Urtheil / das Hr:
Tſcherning in ſeinem Bedencken c.ꝛ. obſ.
2. anfuhret / giebt den beſten Außſchlag.
Pronunciatio hzc, fägt er / foni difhcilis |
eſt &ingrati, quod fügiendum, guieguid |
etiam Grammatici precipiant , quorum
vita & ſpiritus in regulis vertitur. “ g%
re | ea |
ICII HH IEIL
En
DE 7 z— T=ea nn ——— u — m ———7— is ee —
ee — 4
der Teutſchen Syrache >45
brauchen auch einige groſſe Freyheit in
Megwerffung des (e) vonden Impera- -·
tivis in den legten Sylben / (equente vo-
cali, welches die Niederländer. nicht groß
beobachten. Bon den Dativis und Ab-
latıvis fingularıbus , womit Harsdörfier/
und andere Oberländer/e8 fogenau nicht
nehmen. Aber es: macher die Rede fehr
hart und unlieblich. Die Zufammenzies
hung der Wörter / durch Außſtoſſung
des (E) und anderer Voeslum, iſt be
den alten: Zeutichen noch beutiged Ta»
ges in unferer Niederſaͤchſiſchen Sprache
fehr gebräuchlich: So findet man unter
den alten Teutſchen Poeten / beym Gol-
daſto, foß.vor/fo. alt / daſt, vor / das
iſt / erſ vor / er iſt / mirſt vor / mir iſt /
ſiſt vor/ fie iſt / derſt, vor der tft /jw N
vor / ſo es / ea vor / es iſt Aber die heu⸗
tigen Ohren ſind viel zu zarte / daß ſie der⸗
gleichen Laut erdulten ſoilten Es iſt auch
ein groſſer Unterſcheid unter den Dia ectis
und Mundarten / nach welchen die Rede
und Schreibart ſollte eingerichtet wer⸗
den / wie ſchon droben gedacht: Denn es
find einige gar zu raube / und muͤſſen
durchaus nicht zum Muſter geſetzet *
ee2 DM,
3436 das Cap. Morider'Orthögraphie |
den. Der Meißner Außrede iſt die zier
oſte 7 aber / fie haben auch einige Arten⸗
Die nicht nachzuahmen find. An den
‚peignern tadelt Scioppius in feinen Con-
Litationibus p.28.Dieft6. Mifnenfesöpti-
mis ac probätiffimis vocabulis ac ph
"bus uruntür: quamvisin ——
diphthongisac confonantibus nonnulls,
'rifum ceteris Germanis meritO debeant
verbi gratia cum dicunt x Heeht pro
For / Zeeberer pro Zauberer /
— —
vd pro Gott / Gar pro Jahr. Jott
ſeb euch een jutes naues Gar / pa
Gott geb euch ein gutes neues
Jahr. Dem Meißniſchen ſetzet Sciopr
— Seite Turingicam, Francicam⸗
affjeam Dialetum. Den andern Haupt
Diale&um nennet er den Rheiniſchen/
deſſen fich die Voͤlcker ben dem Rheine /
bi ans Niederland / gebrauchen Der
dritre ift ben ihm der Schwäbilche/
welcher doch’ auch an unterfchiedliben
Orten ſich ändert. ° Der vierdie it der
Schweitzeriſche / der vorhin allen
Alemannis eigen gemefen, Dieſen Dia
ledtum nennet Scioppius, copiofisfimam,
| omniumque 'minime depravatam; we
br pie alten Schweiger von andern abge
fondert/
u
W a
der Teutſchen Sprache. 437
fondert / und nicht/ durch frembde Voͤl⸗
cker Vermiſchung / ihre Sprache verder⸗
bet. Der fuͤnffte iſt bey ihin der Saͤch⸗
ſiſche Dialectus, welchen die alten Sach⸗
ſen / Weſtphaͤlinger / Holſteiner / Mecklen⸗
burger / Pommern / Brandenburger
gebraucht / und der mit dem Schweitzeri⸗
ſchen des Alterthumbs / der Unver⸗
aͤnderligkeit / ja mit allen andern / auch
der Sierligfeit halber / wohl reiten Fan.
Denn es ift der Warheit gemäß / was
der berühmte Micrelius, mein vormah⸗
liger Rehrmeifter / in feiner Pommeri⸗
ſchen Ehronica/inder Borrede des drite
sen Buchs / ſchreibet. Diealten Sve- „
vi haben auch die rechte Saͤchſiſche,
Wurtzel ihrer alten Miederteutfchen
Sprache mit in Helveriam gebracht »
und Dafelbft den Swyzern oder Swey⸗
zern / das iſt / Svevitzern ihren Nah⸗
men / und ein groß Theil ihres Idiona⸗
tis, mitgetheilet. Dagegen hat die ſibi⸗
lirende /und mit vielen harten diphton⸗
eis erfuͤllete / Hochteutſche Sprache der »
Francken auch fich hin unher außgebrei »
tet/un die Svevi oder Sucboni ( Schwar
ben) Die. ſich in Schwaben ferten/ba: »
. | ee3 „ben
gu. — BED rn — Ve — a
m — — — —
—
—
—
48 Das II. Cap Von der Orthographia
„ben / fie gar gelernet. Die Oberſaͤchſi⸗
ſchen / auch in Meiflen und Thuͤrm⸗
z gen haben fie fich belieben laſſen. Wir
„ andern Sachſenleute haben nun au
„on unfere Mutterfprache einen folchen
„ Ekel gehabt / das unfre Kinder nicht
; ein Dater unfer / wo nicht in Hody
Ateutſcher Sprache/ beten, und wir kei⸗
„ne Pommeriſche Dredigt faft mehr in
„gang Pommern hören mögen. Um
„ fer männlıches Atticißirendes Tau (T)
„muß allenthalben der Sigmatiſiren⸗
den S) Sprache weichen. Unterdeflt
„fen fan gnugſam dargethan werden /
„ daß die Saͤchſiſche / Schveviſche / oder
Goͤthiſche Sprache die. rechte alte
Teutſche Sprache iſt. Der fechfle iſt
der Bayerifche / welchen die Leute in
Bayern) Tyrol / Steyermarckt / Kaͤrn⸗
ten / Oeſterreich reden / eine von den
raueſten Redarten / mit welcher Sciop-
pius an demſelben Orte viel Spottes
treibet. Solche unter ſchiedliche Red⸗und
Schreibarten find ſchon vor alters IN
Den Sprachen geweſen / wie ſolches / gus
den verſchiedenen Exempeln der alten
Teutſchen Sprache / zu erſehen die Sit |
— — —
—
A——
| i
Der Teutſchen Sprabei 42
ler in der 381. Epiftel anfuͤhret Wer num
ein reinliches Teutſches Carmen ſchreiben
will / der muß den lieblichſten Dialectum,
wie der Meißniſche iſt / ihm vorſetzen / |
unter welchen aber die andern Oberlaͤn⸗
der ſchwerlich zu bringen find /Denn ihre
Idiotifmi fauffen: alezeit mit unter · Mei⸗ f
nes erachtens fol ein Niederfachfedie ber
fte Art im ſchreiben an ſich nehmen/ weñ |
er in den Hochteutfihen Idiotifmis etwas |
geuͤbet iſt. Daß man aber alle Dialectos |
unter einander verimifchen koͤnne / iſt eine |
viel zu groſſe Freyheit welche Ronard |
ſeinen Frantzoſen giebt / jedoch / daß die |
Boffſprache den Vorzug vor ihnen has |
: be. Denn er fpricht in feinem’ difcurs,
von der Frantzoͤſiſchen Poeterey / Je te
conſeille d' uer indifferement de tous
dialectes; entre lesquels le courtifant eſt
touſiours le plus beau, a caufe de la ma⸗
jeſtè du Prince; mais il ne peuteftre par-
;ı fait fansl’aide des autres. Car.chacun
l
jardin afa particuliere fleur & toutes na-
tions ont affaire les unes des autres. Ich |
wundere mich / daß dergelehrte Mambru- ·
nus, in ſeinem Buche / de Carmine Epico,
part.. quæſt. 10. num. 12. dieſer Meinung |
ie - De 1
er eu “
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— EN Ag x
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A a EEE ar _
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Benfall giebt / uud feine Landsleute / die
—8
Auff man
2
——— —— —ñe — — — — — — — —
beurigen Frantzoſen / ſtraffet / daß fie
allzuſtrenge bierinne find. Er wirfft ih⸗ |
nen der Griechen und Rateiner Exempel
vor / da zwar wahrıdaß die Griechen ef
wasfreyer geweſen / wiewohl fie auch die
Dermifchung ohne Unterfcheid nicht ge
braucht: Die Rateiner hergegen find ſo
(or gfältig geweſen / als jemahls eine Na-
tion fenn mögen / die Sauberfeit ihrer
Sprache zu beobachten /daß fie auch den
Spaniern deßhalben aufffaͤtzig find/weil
ſie eine frembde Art in die Kateinıfche
Sprache / der ſo genannten goͤldnen Zeit /
gebracht. Hugo von Trimberg / deſſen
wir droben gedacht / hat in ſeinem Ren⸗
ner eine gleiche Meinung / deſſen Urtheil /
ob es zwar zu unſern Zeiten kein Anſe⸗
ben hat / will ich Doch ſeine Verſe hieher
ſetzen / welche nur ihres Alters halben
uns ergoͤtzen koͤnnen. Dann er ſpricht /
unter dem Titel von allerley Sprachen /
P. 112%: | Pr
Wer Teutſch wil eben dichten’
Der muß Ei herße richten
herleye fprache ı —
Ber meynet / daß die von Ache
Reden / als die son Francken
= Au Frane —
—
ZiS
= 0 32 Ze
— — an ——9 —
der Teutſchen Sprache. · 441
Dem ſollen die Meuſe dancken.
Ein yegklich landt hat feine rede und ſitte -
Der ſeinem Landtvolck wonet mit / *
An ſprache / an maſſe / und an gewande /
Al unterfchenden landt von lande.
er welte ding ſteht uͤber al / /
An ſprache / an maſſe / an wage / an zal.
ft aber nit tugend an dieſen Dreyen/
traffet man fie dann / das laß ich fein. -
Die Schröaben ihe Woͤrter ſpalten /
Die Be ein Theil fie falten.
Die Beyern fie de auf
y
Die Döringen fie aufffperren.
Die Sachfen/ fie underzuͤcken /
Die Reinlender fie underdruͤcken.
Die Wederauwer fie mürgen/
Die Meiffener fie wol aus fehurgen.
Egerland die Woͤrter ſchwencken /
Steyerland fie baß lencken / |
Oſterland fie ſchrencken /
Kernthen ein theil ſie ſencken.
Böhmen/Ungern/ Pohlen / Lamparten
Die hauen nit mit Teutſcher Barten.
ren Wahlen / und Engelandt /
Norwegen / Ybernia ſind unbekandt /
An ihren Sprachen. Teutſchen leuten
Niemandt Fan euch rool.gedeuten =...
ei | Serben. * ar
EN) aldeifeh)
Wer dasmifcher in Teurfeh gedichte \ 1.
‚Sein Meyſterſchafft wuͤrd gar zu nichte.
ee Die
> 442 Das U. Cap. Von der Orthographia
Die landt fprachen davor gengn =
In Teutſchen landen find. befand! 5
| Wer aus Denen was gutes nimet / |
Das mwolinfeinemdichte jimet/,,
Mich dunckt der habe nit miſſethan _ |
Thut ers mit kunſte / und nirdurch wahl.
—— He
In eutfchen landenfind bekandt / |
iewol fie wuͤrgen / zwicken / und binden |
Die fprach / vorn / mitten’ und hinden.
Dann / und N/ und R. |
Sind von den Francken fer |
An manches wortes enden? |
|
|
en/ und manch landt |
Bil yemandfie darumb,pfenden?.
. Das Schmwanfelder ihr wörter. lengen si
Und Bamberger ihr fprache brengen -
Don den hülfen auff den Ferm
Eyn yegklich menfchfpricherigern +
Die fprache/ bey der er ifk erg.
Sint meine wort ein theil gebogen
Auff francken / nimandt fei das Jorn /
‚Dann ich von. Srancken bin geboren.
Was fonft in dee Orthographia noch zu
erinnern iſt / kan bey andern Auto-
ribus weildufftig geleſen werden. Diefes
eine muß ich noch erwähnen / daß Sa⸗
muel Buͤtſkiin ſeiner Hochteutfihen Can
zeley durchgehends / nach Art der Grie⸗
chen / einen accent über die Woͤrter ſetzet /
dar nach fie ſollen außgeſprochen werden.
"rt A | 5%
IRIDOSEIOO: |
IAARIARRN |
er
WIIWTITBE N IWIIDH
u: — u ee rn ——
— 5 — — mr u —
der Teutſchen Sprache.443
— —
Ich ſehe aber. nicht worzu dieſes dienen
ſoite in einer bekannten Sprache/ man
möchte e8 denn einem Außländer zu ges
fallen thun. pr %
| Das I. Cap.
Bon der Etymologia der
Teutſchen Sprache.
Innhalt. *
Tymologia weyerley Art. Die Ablei⸗
tung der Woͤrter geſchiehet durch Veraͤn⸗
= derung ber Buchſtaben. Deſſen Erempel
im Sean de und Lateiniſchen. Vey Den
. Zeutfchen find dergleichen Woͤrter viel / deren
Wurktzel unbefannt / aber in abgeftorbenen
Sprachen ilieget, Exempel aus deg V orltii Spe-
cımine obfervationü. Claubergi Ars Etymo»
logicaTeutonum, Seine fonderliche Scharff⸗
ſinnigkeit hierinne. Seine Regeln werden ange⸗
fuͤhret. Sein Buch / de Caulis ingux Gertna-
nicæ, wird ſehr verlanget. Teutſche Lexica. Ra-
bani Mauri und Keronis Gloſſaria Latino-
Theodifca. Sened iſt vom Lambecio verheiſſen.
Goldaftus und Freherus haben einige alte Woͤr⸗
ter auffgezeichnet / und hat dieſer ein vollſtaͤn⸗
diges Lexicon verſprochen. Sein Buch de No ⸗
minibus propriis. Lucheri®Burh hiervon. Teu⸗
toniſta, der Teutſchlaͤnder. Der Autor Senn
Rn uche
444 Das II. Cap. Von der Etymologia
Buches. Anonymi Gloſſæ Latino Germani-
cz MSt& in der Kilifchen Academifchen Biblio-
thec. Kıliani Didionarium; Etymologicum.
ft ſehr geftümmelt. Georgü Henifchii The-
aurus ae & Sapientiz Gernianic. Lin-
denbrogii Vorhaben / ein Lexicon Germani«
cum zu fihreiben. Gloflarium Latino-Theodi-
fcum. Viel Teutſche Woͤrter beym Ifidoro.
Joh. Bernhard Zinzerlings Worhaben wegen
eines Teutſchen Lexici, Frembde Wörter by
den Zeutfchen. Articuli, verba auxiliaria,und
ronomia bey den Gothen und Teutſchen außge⸗
affen, Der Articulus muß nicht vor die Nomi-
na Propria gefehet werden. Kan bißweilen ab
gefchehen. Etliche Endungen der Woͤrter von an⸗
Deren Grammaticis sorbeygegangen. Die Pre-
— infeparabiles, Wan und Ver.Hars⸗
oͤrffers fuͤnfffacher Gedencks-⸗Ring. Das alte
verbum auxiliare. Ich thue / noch heute bey den
Engellaͤndern gebraͤuchlich. er
Di andere Theil der Sprachkunſt
Woͤrterforſchung. Dieſe iſt nun
in der Teutſchen Sprache von groſſer
Erhebligkeit. Sie fan aber auff zweyer⸗
ley Art betrachtet werden/ erſtlich / wen
man der Stammwoͤrter Urfprung ſelbſt
unter ſuchet und auch aus andern Spra⸗
chen herbey holet. Zum andern / *
—W
Bean
te
arlab Kae dblcım
Rbeſtehet in der Etymologia oder
“
der Teutſchen Sprache. 445
man die Eigenfchafft jeglicher Woͤrter in
Betrachtung zieher/und ihre Bedeutung /
nad) den neun Haupttbeilungender Re
de / und deren, Abrheilungen und Ver⸗
wandſchafft / eroͤrtert· Von der erſten
Art der Etymologie: haben wir in dem
erſten Theile weitläufftig gehandelt / und
wäre der Mühe werth / daß man alles
am genaueſten unterſuchte / welches keine
gemeine Scharffſinnigkeit er fordert. Ei⸗
ne Hauptreguliſt / wie ich ſchon vorhin
erwieſen / daß man nicht ſo ſehr auff die
Gleichheit / als auff die Veraͤnderung der
Woͤrter ſehe. Denn es kommen bißwei⸗
len Woͤrter von andern her / die faſt kei⸗
nen Buchſtaben gleich haben / und kan
Doch gar klaͤrlich dargethan werden. Wer
ſollte meinen / daß in der Frantzoͤſiſchen
Sprache das Wort / dechdir, von dem
Lateiniſchen / cadere, komme / und iſt doch
in: Warheit nicht anders... Erſtlich hat
man das e finale weggeworffen / und ca-
der vor cadere geſaget / wie die Italiaͤ⸗
ner noch heutiges Tages. Hernach hat
man das d beraußgeftoflen . und caer
darausgemacht/ das noch die Spanier
‚gebrauchen, Einige haben gar, cär 14
’ ET
446 Das IN Cap. Bon der Etymologıa
ker daraus‘gebilder / wie / die in der Pi-
cardie, eg außfprechen. Die ein menig
tieblicher in der Rede fenn wollen haben
es in.cher verändert / wie es noch ın al⸗
ten Srangöfifchen Romanien gebraucht
wird. Endlich hat man den Vocalem
ineinen diphtongum verwandelt / und
choir davon gemacht Davon das Com-
pofitum dechoir noch im Gebrauch if.
Wenn einem das Stammmwort nicht bes
kannt wäre/und die Mirte- Wörter nod)
verhanden / wer follte fagen/ daß dechoir
von caderefotime. Eben auffdiefe Art
hat man viele Wörter in der Latein’
ſchen Sprache / diedurch viele Veraͤnde⸗
rungen erſtlich auff den rechten Urfprung
gebracht worden. Dieſes hat Salmaſins
in dem Worte, Pollintör , vorgeſtellet.
Wer ſollte meinen daß ſolches von
Per und ligare herkomme? und ifl doch
fo Augenſcheinlich / daß es Fein verſtaͤn⸗
diger leugnen fan, Da hingegen andere
Grammaticidielndrrifhe Einfaͤlle davon
haben. In Teutſcher Spräche hat man
eine groſſe Menge folcher Wörter / 0%
ven Urfprung niemand errathenfan/
‚aber die monumenta der alten Teutſchen
| Sprade
f- AT g 3
—830
VLM F
u
„Dee Teutſchen Sprache, 447
Sprache nachfiehet / umd auffdie Veraͤn⸗
derung der Buchſtaben acht hat / der
wird ſich bald darein finden. Dergleichen
Arbeit iſt von keinem Teutſchen noch zur
Zeit vorgenommen / nur daß Voritius,
in ſeinem Specimine' obfervationum in
linguam vernaculamm‘, folgende Wörter
zur Probevor gebracht. Wer will ſagen /
woher daß Wort ruchloß komme / weñ
er nicht Weiß / daß das Wor / ruch, oder
rnach „0 viel als / Sorge / bey den alten
Teutſchen bedeutet Des Wortes)
Beichte / Urſprung wird ſchwerlich ei⸗
ner geben / welcher nicht weiß, daß es in
dem alten Teutſchen Pfalter begihr, over
begicht gefchrieben wird / und. alfo zu⸗
ſammen geſetzet ift/ aus der pr&pofitione
infeparabili be,und dem Morte/'Fibr
der giebt. Woraus hernäch per Synco-
en Dich , und im Hochreukfchen /
Beiche / morden. Die Wörter /
Freund und Feind / erden dor primi-
tiva gehalten, Wer aber die alten Woͤr⸗
fer / fen, odiſſe Migan, amare, fennet/fie-
bet leicht daß es die participia, fan,
und frigond find / dienachgehends in eih-
ſylbige Woͤrter zufammen rn =
—* andelt
. 448 Das I.-Eap. Don det Etymolo 21
paper ferner von dem. Urfprunge.der
Woͤrter / erquicken / barmhertzig / er⸗
eugen / Beyſpiel / Wucher / die vonab
‚ten abgeſtorbenen Woͤr ern herkommen.
Es koͤnnte aber ein groſſes vollſtaͤndiges
Buch / von Exempeln / zuſammen getra⸗
gen: werden. Iſt derowegen dieſes der
‚nähefle Weg, Daß man aus den alten
Woͤrtern der ſelben Sprache / die H
leitung ſuche / nicht aber aus den fremb⸗
‚den. Caubergius, deſſen wir, im vorher⸗
gehenden capite gedacht / weiſet auch
eben denſelbigen Weg / in feiner Arte Ety-
mologica Teutonum, e Philofophizfon-
„tibus derivata, wie man das Teutſche
vom Teutſchen herleiten ſoll. Es iſt eine
kurtze aber ſinnreiche Schrifft / Dieig ir
‚fonderheit degbalben hoch halte / weiler
auch gefehen/ daß man Teutſche/ nicht
‚von dem Griechiſchen und Latemiſchen⸗
ſondern dieſes von jenem herleiten muſſe⸗
und iſt ſehr zu beklagen / daß fein Buch /
de Caufis linguæ Germanicæ nicht het⸗
vorgegeben / worinnen er außführlicher
von allen handeln wollen. In dieſer klei
nen dıflertation hat er nur die. drey Woͤr⸗
erden Suchen‘ Sr;
"
— — —
5 I u En u 2 — ⏑— u ——
#
Nationis Germanicæ e Proprieyexöp-
der Teutſchen Sprache
— —
chen / erörtert. / und durch dieſe Gete⸗
genheit ſchoͤne Regein / und viel andere
Erempelmit eingeiniimet: Seine Regeln
find diefe, 1. Germanica vocabula‘prius
& potius e'Germanicis;quamerperegria
nis derivanda: a· Argumenta abanalogia
petita fünt'eo valıdiora,squo major' vo-
cum, quæ inter deconferuntur, ũmilitu⸗
do elucet: 3. Cum ad'materialem vocum
fimilitudinemacceditformalis;(ie;fieni-
hcatio) ‚tum demum etymologia certa
eſt. 4. Dialectorum & antiquitätisiconfr-
deratio multum facit an Iinguæ Germa-
nicæ origines inveniendas. 5. Quoties
in aliis eruditis linguis ſimilein quoad
materiam aut formam,/ maxime oad
utramque;, conſpicimus derivandi ratio⸗
nem;novaindeGermanicisorigimbüsiux
accedit o. Aſenſilihus ad intelligibilianug:
plurima vocabula ſunt traducta Vocabiu
lorum Teutonicorü:majoreft quandoque
bonitas quam Gr&corü,Latinonim;alios
rum ꝓeregrinorum g Voces quæ a rei
perfectione petitæ ſunt/ melius eanyexc-
primunt, quam quæ ab ejus defeau
corruptione. 9. Veritas:&. elegantiaorigi-
Ä poſio-
&
c
)
zz
450° Das II. Cap. Von der Erymologia _
fitiopeioriginationis falle & alienzcla-
Yiusielncet; 10. Vocales omnes inter
permütarii poſſunt. 11 :Nulla vocalisıtam
eft Germanis familiaris uam Eins Ma
- * 2 4 |
res nominum vocales:( O& Vi) funte
minoribus( A; E,T);verborum; unde de-
vivantur. 13. Inaliarum vocum ab ali
— fepius magnæ vocales abe»
unt viciſſim in parvas. 14» Non omnes
confonz zque-facile jungi poſſunt, fed
. aliz magis aliis ſociari gaudent. 15; Ger-
mani-multas amant’confonas unä (yllaba
comprehendere: 10. Confon& lenes tan-
_ tum-cum lenibus ;.:afpere cumnafperis
conjungipoffunt in: pronunciando« 17
Germani ad fortem: potius, quamsad
mollemipronunciationem inclinants‘ 18:
Szpiusi$:confona fortis eſt, 8 fortibus
jungitur. ig. Nulla eſt magis amicacon«
fonantiutn locietas, quam fi planefimiles
fungantur. 20. Sonus longus: yocalium |
compenfat geminätionem’ confonatium,
& contra; zl Gerinanicertas vocales cer-
tis rebus per vocabula denotandiselegan-
ter accommodant; 22.Germani fapediph-
mongos amant, ubi Græci & Latin! vo
— — —
salibus utuntur ñmplicibus. D J
vilog 1
©
x
—
‚der Teutſchen Sprache ast
die Regeln / die ich aus ihm habe auß⸗
—— weil das Buch nicht ũ⸗
erall bekannt Woraus er zuerkennen
giebt / daß keine Sprache der Natur
ſelbſt und unſern conceptibus, naͤher
koͤmpt / als die Teutſche. Wäre das voll⸗
ſtaͤndige Werck / de Cauſis linguæ Ger-
manicz, hervorgekommen / wuͤrde es
ohne zweiffel das vollkommenſte geweſen
ſehyn / fo bis auffdieſe Zeit darvon geſchrie⸗
ben. Er iſt ſetzo geſtorben / und zweiffle
ich / ob das Buch noch vorhanden ſey.
GSs iſt aber zu mercken / daß er die Ana-
logiam bißweilen allzuweit außdehnet /
und mehr Tieffſinnigkeit / als etwa gruͤnd⸗
lich iſt / er weiſet. Als / wenn er Suchen /
von Sehen Zechen von Ziehen / Flu⸗
chen / von Flehen herfuͤhret. Wiewohl
er es ſo wahrſcheinlich machet / als es im⸗
mermehr ſeyn Fan. Seine hierinne ge⸗
brauchte Critica iſt fo artig und fein / als
ſjemahls Scaliger, Sanctius Voflius oder
' Scioppius von der Lateiniſchen Sprache
etwas mögen erdacht haben: ' Deßhals
ben wir diefes Marines ſonderliche Ge
ſchickligkeit / und Faͤhigkeit in dieſem
Wercke / ſehr erheben / und allen andern
vorsehen. ff: Daß
1. ONE:
u 5 f
| E22 i
ee
452_Das Ul. Cap. Von der Etymologia
Daß die Worterforkhung recht von
fatten gehe / fo ſollte billig ein vollſtaͤn⸗
Diges Woͤrterbuch oder Lexicon, in
Teutſcher Sprache gefchrieben werden/
welches Harspörffer /infeinem Specimi-
ne Philologi& Teutonicæ difq. 8.9.13: Mil
unter ſeine / zu Verbeſſerung der Teut
ſchen Sprache zielende / Vorſchlaͤge ſetzet /
deſſen Entwurff Here Schottel in feiner
Sprach⸗Arbeit vorgeſtellet. Aber noch
zur. Zeit iſt nichts vollkommenes zum
Vorſchein gekommen / da man hingegen
in Weiſcher und Frantzoͤſiſcher Sprache
ſo viel Muͤhe / der Sprachehalben/ange
Pandt. Man: bat einige alte Gloflaria
ſo billig im hohen Werthe zu halten ſind /
weil in dieſen der jetzigen Sprache Stan
wörter / zum theil ſtecken Daiſt des Ka⸗
bani Mauri Gloſſarium Latino- Theodi-
fcum,intota Biblia Veteris & Novi Te-
@amenti, fo noch nimmer. hervorgege?
ben. Diefes Buch bat Lambecius; auff
feiner Zyrolifchen Reife / irgend in einem
Schioffe unter alten Büchern gefunden
und der Känferlichen Wieniſchen Bibllo⸗
check einverleibet / bat auch verſprochen /
Am feinem: Syntagmate rerum Germanl-
| | carum,
— — — — — — — — — —
— —
— —— — — — — — —
U
Ve u an 53 ee 3 —————————— u ET Zr —
—
der Teutſchen Sprache. 45
carum, es hervor zugeben / welche Hoff⸗
nung nun verloſchen. Er ſetzet den An⸗
fang dieſes Gloſſarii, lib.2. com. de Bi-
blioth.Vindob.c;5.p. ai6.welcher alſo lau⸗
tet Pikinnant Samenunga Uuorto fona dero ni-
yum anti deru altun Euu. Inchoant con-
gregationes verborum ex novo & vetere
teftamento. Dieſes iſt warlich eine ſchoͤ⸗
ne antiquitaͤt / denn es iſt etwa Anno Chr.
847. geſchrieben. Deſſelben Autoris Glof-
{2 Latino-Theotife, de partibus huma-
ni’corporis , wie auch / deinventione:lin-
guarum,ab Hebraico ad Theotiſcam, &
notis-antiquis,felche Walefridus Strabo,
aus feinem Munde in die Feder verfaſſet /
hat Melchior Goldaftus dem andern to-
mo feiner Rerum Alemannicarum part.i.
pP. 65.& 66. einverleibee / welche auch, /
unter den Wercken des Rabani , Die zu
Coͤlln Anno 1607. heraußgegeben / ſich
mir. befinden. Es hat auch ferner ein
Muͤnch zu S. Gallen’ Kero genannt/In- ,
terpretationem vocabulorum'barbarico»
rum, wie er die Teutſchen Wörter nen»
net/ gefchrieben/ fo an eben deinfelben
Drteben Goldafto ap. 69. usq; oꝛ.befind⸗
ich, Derfelbige x Fun, hat /
* in
| Sea 1 ar Sa ae
414 _ Das Tl; Ep. Von der Etymologia_
in feinem. Tom. I. Rerum Alemannica-
‚rum, ein Gloflarium hinzugefegt/ wie auch)
Marg- Freherus in dem feinigen/ welcher
auch ein vollſtaͤndiges Lexicon Etymolo.
‚gium der Teutſchen Sprache verſpro⸗
‚hen/ wie, Melchior Adami, in. feiner. Le—
bensbefchreibung/ bezeuget. Er hat auch
vorgebabt.orauaSerm,;, f de nominibus
propriis Alemannorum, traetatum. Wo⸗
vᷣon Herr Lutherus ein abſonderliches
Büchlein auch geſchrieben / dag von
Gotifried Wegenern mit Anmerckungen
neulich wieder heraußgegeben. Aber Fre-
heri Arbeit ift ohne Zweyffel verlobren
gegangen / welcher Berluſt traun nicht
wenig zubedauern. Man hat aucheinne
tes Lexicon Germanico-Latinum, mir
ches / unter dem titul Teuthoniſta, oder /⸗
der Teutſchlaͤnder / zu Coͤlln —5—
gedruckt: Der Autor nennet ſich ain E⸗
de.deffelben/mmofelbft diefe Worte ſich be⸗
befinden. Explicit præſens voceabulorum
materia à perdocto eloquentiſſimoque Ye |
roDrno'Gerhardo’ de Schuren, Cancella-
rioillaftriffimi' Dueis-Clivenfis ex;diver-
ſorum -.terminiftrarum voluminibus
donterta In der Vorrede ſetzet der Aur
dnoxdi⸗ 33% tor,
SONOZONGN de
LOUOFOUOT
— —
— —
u
der Teutſchen Sprache 45⸗
— — BAER Ms — — 2
tor, Huguiconem; vetuſtisſimum & am⸗-
plisſimum terminiſtam, huice operi penò
totum inſerui, aliosquo etiam totus im-
mifeui, Woraus zu ſehen / daß noch ei⸗
nige andere uns unbekannte / Lexico-
graphi damahls geweſen. In dieſem
Buche finden ſich unterfchiedliche / jetzt
ungebraͤuchliche / alte Teutſche Woͤrter.
Es findet ſich auff unſrer Academiſchen
Bibliothee eines: Anonymi geſchriebenes
Latino·Germanicum Gloſſarium welches
aber nach dem ſo genannten Catholico
erſtlich herauß gekommen / und mit dem
obigen eines Alters zu ſeyn ſcheinet. In
der Niederlaͤndiſchen Sprache hat Cor-
nelius Kilianus eine gute Arbeit gethan /
deſſen Etymologieum Teutonicæ linguæ
ſehr offt herauß gekommen. Wird von
Lipfos- und andern gelehrten Leuten /
billig hoch gehalten / denn es finden ſich
offtmahls ſehr gute Anmerckungen dar⸗
innen. Esiſt aber nachgehends / unter den
Titul Kiliani audi , ſchaͤndlich geſtuͤm⸗
melt hervorgefommen / worüber; Frans
cifeus: Junius, in feiner ' Vorrede uͤber
des: Willerami Paraphraſin / fehr kla⸗
get / und die Obrigkeit ermahnetz bag fie
ff4 folche
BR - i rn
— — 1
46 _ Das IUl Cap Von der Etymologia
ſolche Stuͤmmelung / die zum Nachtheile
des Vateriandes gereichen / ſtraffen und
nicht zugeben ſolle. Er nennet das voll⸗
ſtaͤndige Werck billig eximıum Belgarum
oinnium\Ihefaurum, Es hat im Jahr
1616.:Georgius Henifchius ‚ein gelehrter
Mann / unter dem Titel‘ Thefauri"Lin-
guæ & Sapientiæ Germanicæ, den erſten
Theil eines Lexici heraußgegeben Era
her iſt nicht weiter als biß zu dem Buche
ſtaben gekommen Er Hat alle Teut⸗
ſche Enonyma, derivata, phraſes com⸗
pofita,epitheta','pröverbia , antitheta zu
eglichen Wörtern geſetzet / und waͤre ei⸗
ne ſehr nuͤtzliche Arbeit geweſen / ſo er ſie zu
Ende gebracht: Aber von den uhralten
Woͤrtern findet man fogar viel nicht dar⸗
innen: Es iſt auch der gelehrte Linden-
brogusmit ſolcher Arbeit ſchwanger gan:
gen / denn es ſchreibet Grotius Epıft. ad
Gallos 144. ad Cordeſium. Laborat nunc
Lindenbrogi9 in concinnando Lexico ve-
teris ſermonis Germanieu & multa habet
adjumenta, quæ nec.Spelmannussnecalü
habuerunt Trit idopus eruditis nec ingra-
tü;heeimn de Die ſes iſt aber niemahls hei
vorgekom̃ꝛen / nur daß man mir beruht
8 |
us ıvT >
Bay ih u
der Teuſchen Sprache. "457
ob waͤre noch in Bibliotheca Hamburg nfi
ein Gloflarium MStum von ihm vorhan⸗
den / halte aber / es ſey nur das Gloſſa⸗
rium Lätino-Theodifeum, daß er offt⸗
mahls in ſeinen Schriften anführet Das
jenige ſo er über den Codicem Legum
geſchrieben / ift Anno‘ 1613. heraußkom⸗
nen. Hat alſo dieſes eine andere voll
ſtaͤndige Arbeit ſeyn ſollen Es waͤre die⸗
ſer Mann ſehr gut zu dieſem Wercke ge⸗
weſen / weil er eine groſſe Kunde in den
alten Gloflariis gehabt / worinnen ſich
meiſtens Teutſche Wörter befinden /
wie auch bey dem iNdoro viei derſei⸗
bigen mit Lateiniſchen terminationibus
find ‚welche Bärchius Adverfar. ib. 7.0.3.
angemercket. Noch ift von meinem vor:
mahis- lieben Freunde dem Seal. Herren
D. Johann Bernhard Zinzerling/
des Julti Zinzerkngii Gohne / eine volle
ſtaͤndige Arbeit eines Teutſchen Lexici
vorgenommen geweien / daß er mit grof;
fein: Fleiſſe/ in ſchoͤner Drdnung zuſam⸗
men gerragen / welches ich gefehen und
geleſen Es iſt aber durch feinen fruͤhzei⸗
tigen Tod diefes Werck unvollfommen
geblieben‘ Iſt alfa bißherd nichts haupt⸗
TR ffs ſaͤchli⸗
— —— —
4,8 Das Ul Cap· Von der Etymologia
ſaͤchliches bey den Teutſchen hierinne ge⸗
ſchehen / und bleibet dieſe Mühe noch ei⸗
nem getreuen Liebhaber des Vaterlan⸗
des / und gelehrtem Manne vorbehalten.
Hierzu gehoͤret auch / daß man frembde
Worler aus der Sprache außmuftere |
Dieſe ſind entweder der Kkunſt⸗ oder Rechts⸗
woͤrter / oder ſonſt aus frembden Spra⸗
chen der Teutſchen mit eingemiſcht Der
Kunſtwoͤrter hat Zeiler Cent. Ep 35.0
nen Theil verdeutfchet: Es ifauchein
gantzes Buch davon neulich gefchrieben,
Diefes hat auch). Harsdörffer unter an⸗
dern mit zur Verbeſſerung der Teutſchen
Sprache vorgeſchlagen auch find unten
fehiedliche Satyrifche Schrifften überifob
che Bermifchung der Wörter vorhanden.
Es find aber einigegar zu aberglaͤubiſch
hierinne / welche auch / die ſchon laͤn
ben den Zeutfchen auffgenomenen Wor
ter nicht dulten: wollen deren Thorheil
billig zu verlachen iſt. J u
Nun follten wir auch die Theile, den E>
tymologiæ als / den Articulum; nomens
pronomen ‚verbum; participium ,pr&p9»
fitionem, adverbium, conjun&ionem»in+
terjedtionem; betrachten. Aber
ih | jer⸗
der Teutſchen Sprache. 459 114
hiervon alle Bücher voll, / und hat Herr
Schottel ſolches u Genuͤge auß gefuͤhret /
nur will ich dieſe wenige Anmerckungen
hinzu thun. Die Articulos, pronomi-
na und verba Auxiliaria findet man in der
älteften Gothiſchen und Teutſchen Spra⸗
che offtmahls außgelaſſen / und an ſtatt
derer gewiſſe Endigungen der. Woͤrter /
dadurch. der Unterſcheid der Caluum,
temporum. und perfonarum außgebildet
wird / wie in dem Anfange des Gloflarii
Rabaniani / fo. wir droben angefuͤhret / zu
ſehen / und in dem / was Herr Zeiler / in
‚Der 38, Epiſtel aus dem, Micrælio her⸗
bey gebracht. Ich ſollte aber. den Ge⸗
brauch der articulorum und verborum
auxiliarium.Alter Halten / und ſcheinet/
daß man hierinnie den Lateinern nachge⸗
ahmet habe. Von den Articulis hat der
Menage, in ſeinen Anmerckungen uͤber
des Malherbe poëmata p. 325. dieſes in
Frantzoͤſiſcher Sprache erinnert / daß die⸗
ſelben / vor die nomina propria. gejeßt/
nicht wohlklingen. Man ſaget alſo nicht
recht le Jupiter leBachus, V Amour, ſon⸗
dern Jupiter Bacchus , Amour. Er fadelt
auch die Italiaͤner / die hierinne wenge
sr | 1%
u — — D
Dieſes muß gleichfalls in der Teutſchen
Sprache in acht genommen werden / aber
wenn ihnen epitheta beygeſetzt find / fo
muͤſſen die Articuli nothwendig defekt
werden. Es kan auch bißweilen / weñ an⸗
|
dere Nominapropria unter fich verglie⸗
chen oder entgegen gefeger werden / der
Articulus wohl beftehen bleiben. Die En⸗
digungen der Wörrer werden fleißig ge⸗
nug von den Grammaticis angezeihnet/
jedennoch hat Vorſtius, in ſeinen obfer-
vationibus cap. s. angemerckt / daß Die
Endigung De von ihnen außgelaflen/
melche fich finder inden Wörtern/ Freu⸗
de’ Begierde / Zierde/ Gelubde.
Die Endigunge auff (ft) und (E)/ find
gleichfalls von Herr Schotteln außge⸗
laſſen / da doch viel Nomina, die von ver⸗
bis herkommen / ſich alſo endigen / as
hrennen / Brunſt / ankommen / At
kunfft / goͤnnen / Gunſt / vernehmen /
Vernunfft ꝛc. Man findet auch beym
Vorſtio einige Anmerckung vonder præ
em inſeparabili, wan / capui. Clau-
ergius hat / in feiner arte Etymologica
Teutonum, von der præpoſitione infepa-
rabiliy Ver / ſehr wentlaufftig und Be,
a en: ee 2
er Teutſchen Sprache. 461
lich gehandelt / und ihre vielfältige Br
deutungẽ mit den Bedeutungẽ des Latei⸗
niſchen PER vergliechen / welche Wörter |
guch / den Buchſtaben nach / gäntzlichuͤ⸗
bereinfomen. Wer die richtige Ordnung |
der Theile / daraus die Wörter zuſammen |
geſetzet / gleichſamb als in einer Taffelung
Spiegel / ſehen will / ſehe nur den fuͤnfffa⸗ |
chen Gedendring des. Herrn Harsdoͤrf⸗
fers an / welchen durch eingfinnreiche Era |
findung / in deffen Rädern und Ringen |
die Wörter vor Augen-geftellet / daß / |
nachdem dieſelben gefchoben wwerden/bald
dieſes / bald jenes: Wort heraußkoͤmpt. |
Worauß denn die Kunſtrichtigkeit / gleich; |
ſamb als durch eine Mathematiſche de-
wonſtration/dargethan wird / und iſt die⸗
ſelbe in ſeinem Poetiſchen Trichter zufins
den. Unter die alten verba auxiliaria muß |
aud) das Wort / thun / gefeger werden,
welches ſie zu den yerbis attıvis hinzugeſe⸗
zet / und geſchiehet ſolches noch. iehzo bey
vielen Dberländern/ im täglichen Ge
brauche der Rede. Daber Opitz es an
‚etlichen Oertern zugelaſſen / als wenn er
bHricht / ein fettes Haſelhun / wor⸗
‚nach Die Buͤrger ſonſt die Singer
| | | ecken
ecken thun. So hat es Here Ri/in
einer‘ Mufa Teutonica, faft in allen Car-
pinibus , welches zwar nicht eben zu lo⸗
Jen. Aber es if doch feine Neuerung? /
die etliche meinen. Man bat auhdm
EN Verbum auxiliare,n0c) heutige
ages in der Engliſchen Sprache] denn
© Conjugiren alfo / Idoe love, ich thue |
jeben/ und fo ferner. Wer aber vecht
auber reden will/ der fafle die unnd®
'bigen periphrafes fahren. Und fo viel
yon der Etymologie.
En Das IV. Cap. ©
Von der Synraxidet
Teutſchen Sprache.
— Innhait.
8 der ab Sprache / kompt mit
51
der Griechiſchen infonderheinuberein. Iſt Der
> natürlichen Ordnung gemäß,SynraxisPo&
Fica iſt fehr unterfchieden von Det Profaica, Elo- |
tutio Poerica muß nicht allzu prolaifch feyn. 2
mandie Syntaxin Poeticam nad) der Profaia
eichten muͤſſe. Dieſes meinen viele, Andere He
brauchen geöffere Freyheit. Es finder einige Ver⸗
Kung der Wörter inden Verſen ſtatt. Comer
n Exempel ‚angeführer ‚Die Ordnung
Woͤrter iſt in einem Reimgebaͤnde an ers J
M |
der Teutſchen Sprache. 463
igebundener Rede. Warumb die —500
prache die Verſetzungen beſſer vertragen Fany
als die Teutſche. An der Zuſammenſetung der
Woͤrter iſt ſehr viel — Ariſtotelis Uxtheil
bon: der Poetiſchen Verſetzungen. Exempel der
Verſetzung 55 — Teuiſchen Rede. Verſetzun⸗
genin Sateinijcher Poclie: „ Bird unbilig dom
orbier getadelt. Exempel einiger. Sateinifihen
Verſe / die dutch geroiffe Wörter. / nachdem fie
gefeßt / gezieret / oder verun ſeret werden Defma-
reits Urtheil von den Verſetzungen in der Sean:
köfifchen Sprache. ' Joh, Bellini Syntaxis Pr-
— V Germanicarum; Dergleichen Ar⸗
eit ſollte man in andern particulis in cpithe
tis, anthithetis, Hnonymis vornehmen:
Ir kommen zu der Woͤrterfuͤ⸗
gung in der Teutſchen Sprache /
welche nicht weitlaͤufftig und ver⸗
worren iſt / und zum theil mit der Latei⸗
niſchen / vielmehr aber mit der Griechi⸗
ſchen übereinfompt/melchesiiegteBerneg-
ger, queft.itinGerman. Tac. mit einigen
Exempeln erwieſen. Ja / ſie folgt der na⸗
tuͤrlichẽ Ordnung genauͤer nach / als irgend
eine andere Sprache / worinnen ihr die
Frantzoͤſiſche nachahmet / welche Sorbier,
dieſer Ur ſachen halber / der Lateiniſchen /
in einem abſonderlichen Buche *
| roben
464 __BDAsIV. Cap, Von der Syntaxi
droben geſehen vorgezogen. So haͤt⸗
te die Teutſche vielmehr Recht / ſich des
Vorzuges anzumaſſen / wenn man auff
dieſen Grund gehen wollte: Ich will hier
nicht weitlaͤufftig die Regeln der Worter⸗
fügunganführenrdenn dieſes ift zur Gnu⸗
ge von andern gefchehen. Diefes muß ins
— — —
ſonderheit in acht genoimen werden / daß
in allen Sprachen die Syntaxis in Gar |
mine vonder Syntaxi in Proſa unterſchie⸗
den ſey / wie dieſes in Griechiſcher und
Lateiniſcher Sprache bekannt iſt / und
folches in der letztern Maſenius Paleitr,
Elog. ligatæ lib. 2.c.12. gar artig außge⸗
führet:: So hat man auch. in Zenefaikt
Derfen bißiveilen eine Conſtruction di
in Prosänicht eben gebräuchlichift: DW
her es vor ein vitium gehalten wird / wei
die Außrede im: Carmine allzu prolaiſch
iſt / weiches nicht in der Syntax allein / ſon⸗
dern auch in den Woͤrtern / und der Re⸗
de ſelbſt / beſtehet. Dieſes tadelt auch Me-
— feinen Obfervat. uͤber den Mal-
herbe lıv.5. da ex dieſe Verſe des Auto⸗
ris erklaͤret / Ou trouves tu qui id, faille apor
Jemè fon bien ‚ci ne recucillir rien. Denn
er ſagt hiervon / Ces vers fon, trop pro⸗
11.77 ſaiques.
— — — — — — — — —
— —
0
„nike Ta ⸗ * E a
det Teutſchen Sprache. 465
ſaiques, qui eſt le plus grand defaut des
vers, comme celui de la profe, d eftre
trop poetique. Wenn fir num vieler‘
Teutſcher Poeten Verſe befehen /fo fins
den wir / daß dieſes Laſter bey vielen ſehr
gemeine ſey / wiewohl bey der Teutſchen
Sprache es weniger getadelt wird’ als
bey denandern. Ta es kommen einige ſo
weit / daß fie gar nicht zugeben wollen / daß
man im geringſten die Conſtruckion aͤn⸗
dere/die in Profa' gebrauchlich iſt / und’
vermeinen / daß man alsdenn die hoͤchſte
Zierligkeit im Teutſchen Carmine er hal⸗
ten. Einige geben gar zu weit / und ges
brauchen ſich einiger Berfegungen / die:
den Teutſchen Ohren’ gar unlieblich Fins
gen/welche Freyheit bey den Oberlaͤndern
ſehr gemein iſt / und finder man deren ſehr
viel Erempel beym Harsdoͤffer / Klai
und andern Alſo klinget es der gebraͤuch⸗
lichen Außrede zu wieder / again
Die Geigen wicht ſchweigen | verfüffenden Kauf.
wie 5* —X — V
Die ſchoͤne Reuterey in ſchoͤ |
Ein be rüftet fh / auf fin De. nen.
Herr Ebriftian Weiſe der eiten Uns
serricht von Derfertigumg der Teuſchen
Gedichte feinen J RED,
| i
en 0 U se
456 _ Das IV: ‚Cap. Bon der Syntaxi
ift gar zu ſor gfaͤltig in dieſem Stuͤcke /
wenn er die Conſtructionem Proſaicam
zu einer volllommenen Richtſchnure ſe⸗
tzet. Vermeine derohalben nicht / daß die
vᷣon ihm angefuͤhrten Verſe /
Der Himmel mag ſtuͤrmen / mag hitzen und blitzen:
Wan unter den Schirmen der Liche wir figen/
fo gar zu tadelny ja ich vermeine viel
mehr / daß es befler klinge / wenn in dem
Verſe an ſolchem Orte das: Wort / wir/
geſetzet werde. Sich hielte davor aan foll
te auch in Profa bißweilen ſolche Ord⸗
nung der Wörter belieben koͤñͤen Soſind
auch dieſe Arten zu reden / ich werde
gehen ein / und andere dergleichen im |
Poefi nicht allein. zu dulten / ſondern Die
Nothwendigkeit ſelbſt giebt uns die Thei⸗
kung dieſer Woͤrter an die Hand Denn
66 Wörter / als / eingehen / außge⸗
en abnehmen / auffkommen / und
viel andere / gar ſchwerlich einen Dekan
T eutfehen Metro finden: wenn man ſie
nicht von einander trennet / welche Tren⸗
gi ns Ahr 4 Profa BIETER —*
et. wird. Zugeſchweigen / daß der Reim
offtmahls / von Der Profaifchen Conikrur
&ion ableitet / welches nicht woh au
|
— mas
ee
er Teutſchen Sa‘ _ 5
vermeiden ift. Es iftdie Yebundehe Rede -
einer gewiſſen Art der Verſetzung faͤhig
die in Der ungebundenen Rede Feine ſtatt
- finder, inſonderheit wender Nachdruck
der Woͤrter ſelbſt ſolche an die Hand giebt /
welches das Urtheil der Ohren bey einem
verſtaͤndigen Manne nur allein begreiß
fen fan. Man verſuche es nur / und neh⸗
ine eine Ode aus dem Flemming oͤder je
mand anders / und fee an ſtatt der Reumn⸗
wörter / andere KARA / die ſich
nicht reimen / ſo wird man klaͤblich ſehen/
wie ſo gar nicht die Ordnung der Rede⸗
mit derſelben / die man in. Profa ge⸗
brauche / übereinfornne' "Denn da⸗
Mag der Fuͤſſe/ das Reimgebande/
giebt der Rede eine eigene Geltalie/ drk
wohl klinget wenn man fie mit den Nee
men / und in demſelben Maſſe lieſet / une
aber) wenn man ſie davon abſondert Sit
der Lateiniſchen Sprach kan man dieteg
kgqrlich ſehen/ in weſcher die vielmibigen
Woͤrter / und derfeiben Maß einefonder
lcche Art von Verſetzungen erfordern/dit
' it Prof durchaus nicht klinget In der
Teutſchen/ weil fie verba duxiläre ar
ticulos, und Pröhomina gebpulichen/iänd
' | 992 fich
Wer
ar le '
Fr
48 Das IV. Cap. Von der Syntaxi
diefe Arc der, Verſetzung nicht an
‚bringen. Denn teil diefe bey allen nomi-
nibusund vLerbis ſtehen / ſo laͤſt ſich dieſes
Band nicht trennen / und muͤſſen diead-
verbia und andere Particulæ ihren gewiſ⸗
fen Platz behalten / „der in Lateiniſcher
Sprache ſich vielfältig ändern: Tal,
Dieſes ift eben der fo. genannte Numerus
in der Nede/ der noch viel geheimes in lic)
hat und vonniemanden noch zur Zeit /
zecht unterſuchet iſt. In Lateiniſcher
Sprache bat es viel auff ſich ſo gar / daß
geh) den vor den beſten Meiſter derſelben
Halten will/der von dem rechten poſitu der
Woͤrter wird urtheilen koͤnnen / welche
Kunſt dem Ciceroni UND Virgilio inſon⸗
Derheit / mit tieffiinnigem Nachdencken /
abzulernen iſt. Es glaͤubt niemand /
was doch warhafftig iſt / quod voces:&
phrafes per fe bonz folajunctura fieri pol-
nt ineptæ & degeneres.Aber biervontäl
aneine andern Orte weitlaufftiger geredet
werden. Die Griechen und Latemer bar
hen jederzeit Das genus Orationis zrpunss
und zer Aaspirov unterſchieden. Dieſes letz⸗
teiſt / das in Orationibus und. Carminle
bus gebraugps (wird / dagewiſſe hnyern.
1 >
R der Teutſchen Sprache 469
nes und Verſetzungen ſtatt finden. Ari-
Toteles hat / in feinem Buche, de Poetica
c.12, Bol Ariphrade angeführer / dag er
Die, Tragaedos außgelachet / welche/
PwnaTa 470, OF / dam dmparı ,„ Ayı dal
7:64, DDV DE AXiREos gefagt. Aber Ari-
ftotelesurfheilet gang anders / denn er
beſchuldiget Den Ariphradem der Unwif
ſenheit / daß er nicht eine gemeine und
poetiſche / oder vielmehr Zragifche Rede ⸗
zu unterſcheiden gewuſt. Bey dem Home-
ro, und andern / ſindet man ſolcher Ex⸗
empel eine groſſe Menge. Iſt alfo auch
nicht ungereimbt wenn ich ſage / daß in
der Teutſchen Poeſie einige Verſetzung /
ledoch nach Artder Sprache / zugelaffen
ſey. Wir wollen deſſen ein Exempel neh⸗
men. Es iſt eine Enunciatio , die in richti⸗
ger Ordnung ſteht / wenn ich in gemei⸗
ner Rede fprehe / ich will Gaben
ı bringen Daftehet das Pronomen yor/
| Daß verbum auxiharefolget. Das verbum
ſchlieſſet / und hat feinen Accufativum
; vorfih/ Andere man dieſe Drdnung /
; fo hat es fo fort einen frembden Kauf.
Wenn es aber in einen andern contex-
; tum gefeßef wird / als wenn ein mem-
993 brum
|
’
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‚A: Dasly. Cap. Von et _
brum —D — {id J das ‚andere
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ee af Ben m Exe
1 das Neu Sahara ill ich a
Say d das ie Die ie e
| he auxiliarı geſetzet r BEE
an hin ter dem YErRSBN est mer eñ
Birch w den Accufa wi ef ha das
eh auft venfelben referitet/. aldi ..
Wann Rule Sol/fe seo. Bingen)
x "Die keine Zeit verzehrt” J
Dann die Antıthefst er Gold und
Gaben macht dieſe ereinſtimmung /
die in den Ohren nicht — kli
Man könnte zwar auch den Accu
vum vorſetzen / aber es hat einen F
gröffern Nachdruck z wenn er machgefts |
Yale * ann Ders iſt ben —
em
* —* Verluſt —— ge
8% fteben ‚die. Worte / und
ewinn /gleichfambin Bei ine
ın der Czlur das andere am. E }: das
urch es die Harmonie lieblich macht So
an.ich. auch. in vorigein. Exempel den
Dativum, Dir / hintenan ſetzen / der ſonſt
vorher gehen muß / wenn etwas an⸗
ders dar auſf folget / als / a
— — — — >
— ——
— —
u
J der — — keutſchen Sprache
us ht ſche will ——
Dan du en von Hertz.
Hier ſteht der Accuſativus vor / und der
Dativus nach / gantz wieder die ordentli⸗
che Fuͤgung der Rede / weil dieEmiphafis
und der Gegenſatz offtmahls eine Unord⸗
nung der Woͤrter veranlaſſet / die ſonſt
ungebraͤuchlich iſt Sch babe in einem
Gärmine dieſe Verſe geſetzet /
Ron iſt hier und Athen/ A
Als Rh Pe maud der Nachwelt —
Dieſe Verſetzung der Woͤrter wuͤr de viel⸗
leicht Jemand tadeln / denn ich hätte ſa⸗
gen ſollen / hier iſt Rom und Athen
Aber es iſt der Klang der iel
beſſer / wenn ich das Wort /
—8*— or⸗
ſetze. In Lateiniſcher Poehe finder man
Verſetzungen beym Virgilio da faſt alles
untereinander verworfſen zu ſeyn ſchei⸗
net. Es iſt gar eine ur ge⸗
nannt. Sy wird von Virgilio mit
groſſein ande gebraucht. Denn
—* reur/ oder‘ Sorbier‘, im fe
ae üe —*
coiſe ſur Ja lang: u en |
Verſetzungen p — iſt a
Feiner —— ER A
0 884 fegung
493 : DaeIV. Cap. VonderSyntsi
— — ———
ſetzung in. der Lateimſchen Sprache dun
ckel vorkoͤmmet / iſt nicht nur daher / daß
wir Die Alte pronuntiation nicht wiſſen /
wie Slufius sin der Antwort auffdesSor-
bierii Buch memet / ſondern vielmehr aus
dieſem Grunde / weil wir des Rıhychmi
find numeri gang unerfahren find; Was
Der nofitus. der Wörter in Lateinifhen
Berſen vermag / kan man aus diefen Ey
—UT0.
eınpeln ſehen. Der bekannte Verß des
Virgihi Tityre, tu patulaæ recubans fü
tegmine fagi, würde gar übel lauten / weñ
ich ihn alſo Anderte/ Tu patulæ recubans
fub tegmme., Tityre, fagi.· Tibullus ſchrei⸗
bet gar zierlich. Me retinent vinctum
formolz; vincla puella, Eſedeo durasia-
nitor ante fores. Kehrt man die Woͤrtet
umb / auff dieſe Art. Formoſæ retinent
vinctum me vincla puellæ, Duras & ſe-
deo ianitorantefores,flingt es übel. Pro»
| pertius -faget: Cynthia prıma ſuis mife- |
rum me cepit ocellis „lautet viel ‚befter/
als wenn. man alſo ſchriebe. Prima fuis
_miferum-me' Gynthia.cepitocellis Wuͤr⸗
de. man den fo.dieblihen Verß des Virgi-
lu; Mollı paulatim, flaveſcet campus ari
fa, anders umbſeten / wie es pennio)]
Keen Kesaı
der Teutſchen Sprache _473
dreymahl gefcheben kan / man würde ihn
ſo fort verderben / theils / daß der poſitus
verborum ſich nicht ſo wohl ſchicket /
theils / daß die onlecutio pedum nicht
feinem Buche / de Poe&marum Cantu piaꝛ
angemerckt / daß in profa,andem:pofi-
tu verborum gleichfalls ſehr viel gelegen
Quis non perinde eſſe putet; fagt er fi
quis dicat: birefl optimus, aut vir oplimus —
ef? Auribus tamen minime -fatisfacere
credebatur;fi quis, vel incommnni ſer⸗
mone, pofterius ufurpaflerHert Defmai
refts , der dag Posma «eu; Oder) Ja Kram
ce Chreflienne in Frantzoͤſiſcher Sprache
geſchrieben / hat in feinemAdvis, dager
hinten anhänger / erwieſen / daß in einem
Srangöfiichen Poemate: ‚gleichfalls die
Verſetzungen diebeftegierligkeit machen:
Denn er faget; La Poeſie Erangoife n'a
xien de plus beauʒ que cesnobles inverfi-
ons, que Malherbe a ſi bien faites oul
on reſerve au diernier ‚vers, 4 defigner
ta perfonne de quil’on:parle;; parce que
l.efprit attend avecgrandplaifir,cenom;;
que fembloit devoir eftre ‚au commence-
ment. Er fiber Alm unterſchiedliche
0 7° 5 |
Exem⸗
a
474 Das WCap. Mon der Syntaxi _
Exempelan / und ſtraffet feiner Landsleu⸗
te etliche / die gar keine Inverfiones dul⸗
ten woilen / nennet es / une pauvre & mi-
ſerable politefle, deren fie fich hier inne zu
gebrauchen vereinen: Sein Urtheil lau⸗
tet alfo. Ce feroit: une pure toibleffe; que
d’abandönner la force en ces rencontres,
pour de tels ffupules ; pour veu quel'on
n’y retombe pas fouvent. tl onrecon⸗
noift bien, file Poeten a pas voulu per-
dre la force de ſon expreſſion⸗ pour U
confideration’moins forte; Dieſesc
wird ſich in der Stalienifchen S
gleichfalls alſo finden / und ſehen wir
hieraus / daß nicht alle Inverfiones zu
herwerffen / uͤnd wicht allein koͤnnen ge
dultet wer den / ſondern bißweilen /
der heit im Heroico Carmine nothwen⸗
dig fen. Was ſonſt noch "ferner von
der Synraxiin Teutſcher Spracyefönte
te gefaget werden, folcyes ift von HUF
Schotteinmweitläufftig außgefübret: DE
Conftru&tio der/Pr&pofitionum, muß in⸗
fonderheit im Teutſchen wohl in arg
nommen werden. Hiervon hat Johannes
Bellin ein nuͤtzlichhes Bud) geſchrieben/
welches auſſerhalb der üben Schreba
Be 2 el HD 2
der Teutſchen Sprache. 4zi
die — — ſehr wohl zu ge⸗
brauchen waͤre aber beſſer / wenn er die
Lateinſchen üblichen terminos behalten
haͤtte / weil er· durch die neuen / von ihm er⸗
dichteten Teutſchen Kunſtwoͤrter / die
Regeln Hr dunckel macht. Es märeeine
feine Arb ei % BES N partıculas,
nit gleiche Fleiſſe beh bandelte/undfieh |
ſonderheit betrachtete/ wie ſie mit an:
dern Woͤrtern und Gliedern der Rede
‚zufügen.‘ Man ſollte auch die fynonyma,
Bam 5 Keen in Teutſcher
zuſamn ir Sf A Die
476_ Das V. v. Cap. Don bet —
St Das V. Cap. —*
on der ——
* Teutſchen kr a: rd
| Innhalt. bee Be
Sfi nd viele / ſo Die Teutſche Pre od
D> chreiben. Herr Opitius., 10 r
hann Engatd / * noch" —9
Anonymus. Mad) ihm Bde
Titius, Schortel. Qfherning: ee
Caldenbach. Harsdoͤffer. Sigis
lius oder von Bircken 3 ann
Die quantitas im her en. iſt
Lateiniſchen und Griechiſchen.
ben zu meſſen iſt neuer als jene —
fehen metra im Teutſchen nachgemacht-E
werden. Plempius hat im Niederlandiſch
ches thun tollen. Ereimpel eines: Saphir
Jambıfchen / und Hexametri Carminis. Gons,
- ftantini Hugenũ Elegia im Niederlo Di IL,
Zeutfche Latinifirende Carmina von etlichen A
gemacht.Burchardi Berlichii Zeutfche Hexame-
tri Leonini, Dergleichen Verſe im ani
Italiaͤniſchen und Frantzoͤſiſchen. S u
Cafauboni Urtheilhiervon. Aquilonius hat in
Daniſcher Sprache Die Seien metra ein⸗
führen tollen. Exempel des Vater Unfers in
einem Dänifchen Phaleuce. Baconis Verulamil
Urtheil von dergleichen metris. Einiger Auto-
sum ſonderlicher Handgriff im Verſe m en.
cheri
#:
er
der Teutſchen Sprache... - 477
Kircheri’Artificium Poeticum, Webbe, eineg
Engelländers/permeintes Kunſtſtuͤck wie einery
der Kateinifshen Poeſie unwiſſend Verſe machen
koͤnne. Stanislai Minck von Weißheim Teur:
ſcher Protens. Quirini Kuhlmans vorgegebe⸗
nes Kunſtſtuͤcke. Urtheil von dieſen Erfindungen.
Ein Vorſchlag / die Woͤrter unter die Pedes zus
ſammen zu leſen. Nußen ſolcher Arbeit. Die Reis
‚me geben bißweilen Erfindungen an die Hand.
on der guantitate der dreyſylbigen zuſammen⸗
geſetzten Woͤrter im Teutſchen. Von den Mo-
nolyllabis, Die Vervielfaͤltigung derſelben Fan
im Teutſchen nicht permieden werden. Menagii
Urtheil von den Einſylbigen Wörtern im Srankps
ſiſchen. Einſylbige Endungen der Verſe.
Ir kommen endlich auff die Pro-
ſodiam ſelbſt / weiche von der
Quantitate Syllabarum, Pedibus;
Metris, und was zu: dieſem gehörig iſt /
handelt. Hierinnen iſt von vielen weit⸗
laͤufftig geſchrieben daß man auch alles /
was zu der Kunſt gehoͤret / herbey ges
bracht. Weßhalben unnöthig ift / daß
wir uns darinnen auffhalten Herr Opitz⸗
der zum erſten die Teutſche Poefie in
Richtigkeit gebracht / hat auch eine Ans
leitung Dazu geſchrieben / welche offte
mahls / und auch mit Haͤnnemans Aııs
mMerckungen / heraußgegeben · Bor m
| J m
—
——
find zwar einige geweſen / die hierinnen
Mwas gefhricben/ mir aber. nie zu Ge⸗
ſichte gekommen. Es gedencket Draudius
eines, Johann Engard / der ein Buch
mit dieſem Titel zu Ingolſtad Anno 1583.
in gvo. herauggegeben/ Teutſche Pro-
(odia. das ift/ Nothwendiger U
terricht / auffwelcherley weile und
art in Teutſcher Spra e Verß wm
Reimen nach rechter poetiſchet
Kunſt zu machen / und noch einegan
dern Anonymi,von dem zu Magdeburg
Anno16os: ein Buch heraußgekommen /
genannt /Epatologica Hieroglyphica
Rhychmica; Neu Formular / zierlihe
Reime vorzubringen. Es it abet
teichrlich za erachten / daß dieſer Leu⸗
e hre Arbeit dem Triebe dieſer Felt
nicht gleich geweſen Rach Dpigen hat
Herr Buchner eine Teutſche broſodiam
geſchrieben / worinne dieſer trefflich
Mann ein richtiges Maß geſetzet wel⸗
chem man bierinne zufolgen habe.
muß auch aulhier meines ſehr werth
Freundes / des Herrn Tier; nicht ur
geſſen / welcher zwey Bücher / von der
Kunfi / Hochteuuſche Ver ſe undgiederil
| — machen /
—
der Teutſchen Sprache. 479
machen / heraußgegeben Worinnen alles
viel vollſtaͤndiger vorgetragen / und eine
ungemeine Gelehr ſamkeit gezeiget wir d⸗
der auch ſelbſt eine ſaubere Art zu ſchrei⸗
ben / nicht allein in Teutſcher / ſoubern
auch in Lateiniſcher Sprache / gewieſen
Nachgehends haben auch unter ſehlediche
in: Prolodieis etwas ans Licht gebracht.
Tſchernings Teutſche Anmerckungen
haben wir ſchon vielmahls angeführer.
Schottels Arbeit iſt alẽ bekañt Geor⸗
geLleumanifensPoetifheTaftelti/mif
den gelehrten Anmercfungen / verdienen
billig ihr Lobe Caldenbach hat eine
Poeticam. ‚Germanicamin Rafeinifcher
Sprache gefchriebe ‚uf zugleich) einige/äu
DBerfertigung unterfähiedlicher Carminü.
dienende / Ideas mit hinangefeper. Ars,
doͤrffers Poetifiher Trichter if gieich;
falle niemanden unbekannt; und mit vie;
len gelehrten Difeurfen’y'und nüßlichen
Huͤlffsmitteln angefuͤllet —
hat auch einige gute: Lehrſeße hei orge⸗
geben. Sigißmund Betulius oder
von Bircken hat / vor etlichen Japrany
eine Anweiſung zur Teutſchen Poefe ge⸗
ſchrieben / worinnen einige ſonbernhe
81 *
Dinge
EEE GENE
reh<Erdhr
|
6
430. Das ViEap Won der Profdia
Dinge vorkommen Der ausvielen (hör |
2 Schriftten wohlbekannte Johan
udewig Praſch / bat auch neulich
von. Turtreffugkeit und Verbeſſerung
ZTeutſcher Poeſie / ſeine gelehrten Ge⸗
dancken der Welt mitgetheilet / worin⸗
nen er infonderheit weiſet wie der Laut
der Sylben / quantitas Syllabarum , iM
Carmine beſſer in acht zu nehmen ſey
Diefe find die vornehmbſien / die ſich in
dieſein Stücke hervor gethan / vieler ans
dern zu geſchweigen / die ſich ohne Noth
bemuͤhet. Iſt gĩſo nicht noͤthig / hierin⸗
ne ſich weitlaͤufftig auffzuhalten.
Das erfte /damit die Profodia umge⸗
bet/. ift/, daß die quantitas ‚Syllabarum?
wohl in acht genommen werde. Selbige
iſt nun / in der Griechiſchen und Lateini⸗
ſchen Sprache / mehr auff die Eigenfeha
der Buchſtaben gerichtet / als in der
Teutſchen / Frantzoͤſiſchen und Itallani⸗
ſchen / welche nur loß auff den Accentgee
ben. - Nachdem derſelbe die Wörter er
hebet / oder nieder drucket / nachdem en:
auch die. quantitas Syllabarum ſich richten
Wie nun / bey Griechen und Lateinern / ih⸗
unſt hat /
te quantitas Syllabarum mehr K
— Ana"
u
Bi;
ODE Teutſchen Sprache gr
ſo folge bey uns die guantitas Mabarumi
der Natur und Außſprache Henn auch
ver Griechen und Latemer Wörter vor
alters nicht anders/ \als'die unfrigen?
geweſen / nachgehends aber ſind durch die
perſchiedene Endungen / Zertrewimg
der Conſonantium dieſe Sprachen in er
ne gantz andere Forme gegoften / und
hat / nachdem die quantitas Syllabarüı
Nic) geändert / dag wetrm und ſelb
Die Muficfich auff die ſen Grund faſt ges
Etzet. Nach der Griechiſchen un Latel⸗
viſchen Sprache aber zu urtheilenyfo hat
Die: Teutſche Sprache mehr. Moloffos
| und Spondeos, als am brBhntbeh
wurde das in dem Rateimidhen und
Griechiſchen uübliche Rerum ſich zu der⸗
ſfelben nicht Ihren Die andern ‚Spra
Den / als / Itananiſehe / Spaniſche und
Frangoſtſche wel ſie der Lateiniſchen
| u. — 5 ee
re BeränderungdePedum,alspenumg
"Siefind aber gleichwohl des Rateihifhen
| metrinicht fähig NE haben ſich zwau ei⸗
aige bemuͤhet / dergleichen metrumin dem
— en anffzubemgen /abertsiniu nd
tchaus bey ünſern Oyren nidhljäyiefen.
"dur
ARE h Plem-
\
Ba 4 A ⏑⏑
air se
483” Das-V-Cap: Moihidet’Profodia |
Plempius ‚bat in: feiner |Orthographia
Belgica eine ſolche Art zu poetiſiren in der
RNiederlaͤndiſchen geſuchet Zu dem En⸗
de er die Verdoppelung der CGonfonan-
cum in den infinitivis ‚und andern Wörs
‚tern auffhebet / welche er für unnoͤthig
Hält. Daher denn ſolche Sylben ihmlang
oder fur geſetzt werden nachdem die
Natur des vocalis es erfordert. Er bat
die 10: Ode des 2. Buches aus dem
Horatio ;inein gleiches Sapphiſches Nie
derländifches verferzer / deſſen Anfang al⸗
fo lautet = | 3
Leeftvvel,endringd, alsfchip-er hoogebaren
Nierte feersniet al tebedeeit inonvveet
Siinde, feild ontrent rißsen, ofgevaer van:
Sandige banken, &G:
Er hat allhier ausdem Worte Schippef
dag einep; aus dem Worte / riffen, da
eine kweggeworffen. Er hat noch
re/ als / Phaleucos, Jambos: im Frieder
kändifchen geleget / aber Die Reimen all
Ende behalten. So flingen dieſe Jarnd
*
wicht fo gar ungereimbt / —*
et kleine hert,dan’t groote ve |ismoe
De lichte voet, dã anne veel istpoediger‘
Das Vater Unfr hat er in MD
a ine —
— —
der Teutſchen Syrache. 483
ſche — auch am Ende —* /He-
xametros werfaget iin mon
‚Onfer al-er Vader tot in Heemelen hoochfie
5 mıyerheeven,
Udiin heilige naem moet vverden „en eere
haneinuBsgeyem» dc, , |.
Confahtinus Hugenius bat: / in feineh
Niederlänpifchen (Gedichten: ein Elegia-
cum, nad) Art des Lateiniſchen / gemacht /
aber die uͤbliche quantitatem Syllabarum
behalten / jedoch ohne Reime. Es fäns
get alfo.an.
Muyden ik legg; te bedde gevelt veel plätter
©» alsyemant, \© 0.45 »(terekuft,
Die mette vallende fucht, d 'aerde van’ach-
Koortlige kolenin ‚helderen brand’ verlange
verändert (ten nochtan⸗ &c,
Doenmydenandeen dagh vreefen en vie-
In Teutſcher Sprache haben; auch es
bie Latinifirende Carmina af, acht / gle
wie * und. JEMAND, Herr *
tium geſch —ä—— —
Unſer / Opit / — dr — —— bie Spra⸗
i Iche mi h
—
Ba enTe nm te bekant.
Der / ‚in der. Te un Sb ———
sa a —— En
—
484 O as.V. Ch Bon der Prolodia
vorfauende lexameter; iſt auch von
unter ſchiedlichen angemerckt und Iſaac
er mit ſeinem Weibe kybeecca
Burchardus Berlichw® der ein Buch) de
“Jure Novercarum gejd rieben/ Arıno3628.
hat Die verfo Leonmos imTeutſchen nad
ahnen wolien / indem r Die Pflicht der
| Stieffmuͤtter in ‚solche Ver ſen begrieffeh /
tweldye aus deſſen Buche dart. narn ziel
g.der Rurgmeile dalben / ich hicher ſo
tzen will ya MG RORT. ‚a6
Ein fromm Stieff mutter thut Die verſtotbene Mücre
— Sa wieder erwecken; Sie hut gleichförmige Werft
.. giebt ihren Ehgatten/ dem ſie nach Wunſche gerathen/
WMiacht ihm viel Freuden / die macht — J
In Zorn deßgleichen | fie thut ihm mit. Gnade weichen
* ‚Hilft ihen Stiefftindern / and mag fie nichts an hi
as — dern
Dieſelt ſie liehet ; Sienie fein Schande veruͤbet /
Hilfe hi zu freyen; Hulſſt ſonſt su denn / ſo gedehen
fe nichtem Stärbod/opr| gang Hab
Iſt auch nicht untreu / was recht / fie Fhnet
| reach i nehrlich/ iſt freu ee
ft nicht dem Kindern hapigs nicht fa erer
Bill nicht verlegen! da ſie doch tonte verhen
Sondern
— — — ——— — ——
= — ——
————— —— — — — — — —
— —— za
J
Den Mañ gegn Rindern:
Daß der böfe Vater mit ihn i
4 Das fie mehret / das Ha
ek enden / il
Sdder Teutſchen Sprache. 485
IR n . | ge em.
’3R Cum Die ih /Bäsrhit Vefih wg Te
Und trifft das Mittel IDEE N
Dergleichen Verfus’Leoninos; wie auch
andere nach Bateinifcher Art/ hat auch
Campanella im Staliänischen und Spa;
nischen geſchrieben / und meinety/daßfolche
gar wohl und leicht in denſelben zu ma⸗
chen. Denn er ſaget /Poetie cap. io.
art. Hano menſuram nec in ltalica vuls
gari, ned in Hiſpanica, necinGällica ha⸗
bemus? Jed poteft facile inveniri — ele⸗
ganter,uti in verfib catoria Italicaoftendi
&innoftris canticıs plurima ſunt vulga+
ria , metrö latino compoſita Sorbier
hat in den Buche, das er don der Frans
tzoͤſſſchen Sprache geſchrieben deſſen
wir droben erwaͤhnet 2 voh derſel⸗
ben eben. dolches behauptet daes nicht
unmöglich dießateinifchen metradarinne
nad) zu machen / gedencket guch des Rapi-
ni, der deſſen eine Probe gegeben, welche
der gelehrte Caſaubonus in feinemicom:
mentario uͤher den Perſum ſobet ®
9
dem Geſnero, in ſeinen Mithri tes finde
man ein Exempel eines Teutſchen Hexa-
metrigund Srangöfifchen:Phaleuca, ' Joh;
Gerh. Voſſius meſdet / Inf. Orarahis.c5:
bb3 P- 329
a ——
AscDas V CapVon Der Profodia
p. 329. Daß er iin Nieder laͤndiſchen auch
dergleichen gemacht. Es hat auch. Agui-
konius, in feiner Manuductione ad Poeſm
Danicam · inſonderheit ſich bemuͤhet / die
Lateiniſche Art zu Poetiſir en seinen
Fandsleuten beliebt zu machen / wie er
F
Denn: viel genera Metrorum Latinorum
in Därifiher Sprache angefuͤhret und
unter andern ein Heroieum auff die
Siadt Malmoͤ / ſo ziemlich weitlaͤufſtig
iſt Das Vater Unſer hat er in einem
Phaleuco Carmine verfaſſet / welches al⸗
ß
Fader milde der Himmelen beſidder rn . 5
0.77 „Rat vanre. bitimınıer „gerithes län
nr Ds dir Mige betonte lod POTTER
Pt Hebin Ville begas het de ſorholdis DINoG
al ——n— her ofven erre.
ni a Vorder paglige,gif met al behoring.
or EStyld bortleg de ey betale / fomvt N
iin): —* emo fr ni A RN
1.0 nen Friſtelſe bepare leggo fra SE Beh
hing Auge Ah Sen] eu See / TB, h
—— Mact ve Herlighed mmier uden ende Dh
Wir laffen zwar. einem jedem diesſals
feine überflünigen Gedancken/ halte
aber / daß es eine vergebliche Arbeit ſey /
eine Sprache wieder ihre Eigenſchafft
in ſolches Gebande zu zwingen Diueſes
urtbeilet auch baeo Verulamius; Jib. ö.de
n nn —X Zi: augmell-
— —
os os
EEE WEI Fe zu
ü⏑
= a m ——— — =
ber Teutſchen Sptache der
augmentis ſeientiarum; cap. Ihidrepre-
hendendum, ſagt er/ quoe vidam, anti⸗
— VETKA Te Re ıdernas’adme-
——— heroicas, elegiacas, fapphi-
caSträducere conati ſunt, Quasipfälingua-
rũ fabrica refpuitiniec minus aures’abhor-
rent? in hujusmodi rebus ſenſus judicium
artis præceptis præponendũ Sf alfo das
befte / daßman ben der üblichen Poeſie im
Teutſchen bleibe / uñ dieſe Kunſt/ ſo viel als
mer moglich iſt / außuͤbe Von den dehrſa⸗
gen ſelbſt wird bey andern weitlãufftig ge⸗
handelt / worinnen man eben ſich nicht
ſo viel auffzuhalten. Denn es lernet ſich
Die Poefis viel gluͤcklicher / durch die Us
bung an ſich ſeibſt Als durch ‘viel Re⸗
gein: Es haben ſich auch einige gefunden /
welche ſonderliche Handgrieffe in’ dieſer
Kunſt verheiſſen wodurch man / ohne
groſſe Bemühungralfo fort in Carmen
ſchreiben koͤnne / ob man 'gleich feine Pro-
fodiam geleſen. Dergfeichen artificium
eignet ihm Kircherus in Lateiniſchen zu /
gleich wie er auch einige Erfindungen hat /
einen/der Mufic unwiſſenden/ d hin zu
bringen / daß er etwas richtig in die
ſie ſetzen ſolle und gelcbichen eben auff
4 ſolche
N cc9
— t
ſolche Art / als wenn man dur ch die Vir
gulas Nepperianas.k zet / ohne ſonder⸗
Stechen Arbeit hat/ iange vor Kirchero,
ein Engellaͤnder Webbe in einem ab⸗
fonderlicyen Buche/deffen Titel, Ulus &
autoritasloquens „.Horgefiellet / worin
ven einige ®ierfeaus dem Ovidio in ihre
es auffgelöfer / und nad: Drönung
felben die Woͤrter Dingefeget; Wenn
Kun einer, Verſe machen fill /;den;liefee
die Wörter aus den pedibus zuſammen /
daß ein Hexameter ‚open, ſonn mag dats
AUS wird. Abereskanzeim-jeglicher Feicht
gedencken / aß dieſes eine ar mſcelige Er⸗
nen zuſgmmen gehracht werden / abebhe
he Verſtande und-Geift.ı Zaaieutfähen |
bat Stanislaus Minck von Weinsheim? |
oder / der unter dieſem Nahmen verhor ·
gen iſt / Joannes Juftus A |
ein Buch / genannt Proteus;gefihrieben/ |
worinnen er nach der Lullianiſchen
Kunft anweiſen wili / wie ein jedivedenohe —
ne Muͤhe |
machen und zu Papiere bringen könne: n
Er ſetzet des ».Lullumenn Sähendsale A
alfobald etliche tauſend Berfe u
Guͤte /
der Teutſchen Sprache +84
l Güte/ Groͤſſe / Beſtaͤndigkeit / Ge⸗
n walt / Weißheit / Begierde / Cu⸗
NMugend / Waͤrheit / Ruhm. Dieſen
n ſind ſo vielandere Contrar entgegen ge⸗
fetzt Ein jedes Sach muß nach dem Als
phabet in ſich begreiffen. Subſtantivs a.
Achectiva. zVerba. Em Jegliches / von
|
Fe
den erſten Fächern / iſt mit einem auffge⸗
richteten / die contraxia, mit einem umb⸗
gekehrten Buchſtaben / gezeichnet. Wie
offt nun die Buchſtaben unter einander
verwechfelnwerden koͤnnen / ſo offt koͤn⸗
nen auch die Faͤcher durch einander ge⸗
fuͤhret wer den / und / was dar unter enthal⸗
ten / zu einer Rede oder Carmine ge⸗
braucht werden. So hat auch Quirinus
Kuhlinan / in ſeinem Bodromo Quin⸗
quennii mixabilis ‚ein Buch verheiſſen /
deſſen Titel ſehr weit hinaus ſiehet. Ars
magna Poëtica, Verſiſicatoria Rhythmi-
ea, in quãâ parta ad Germanicam tripli⸗
cem Poeſincum Deo aperienda, multa
millia carminum genera docenda, Epi-
theta plusquam 100000, Poetica virtute
inventorum novorum artis:-Aliphabero-
rum eruenda +verbo: in paueis quibus.
dam methodus demonitranda tantze BE
965 ecti-
——
J _
- i *
«
guta dietione/ mit mehrem
490 Das V. Eap. Bon der Profodia
feetitudinis ‚ut Teutonica linguacumali:
is, „non de copiä ſolum, fedde ipfo prin
eipatielaborationis , poſſit contendere
facillime. In femer Epiftel de mirabili
bus guibusdam: inventis gedencket er
auch dieſer Erfindung / undgiebt zu ver⸗
ſtehen / daß folches in einer Rota Natur⸗
beſtehe. Woraus'zu ſehen / daß es dem
Artificio Lulliano gleich ſeyn müſſe Ich
laſſe dieſe Künfte an feinen Ort geftellet
ſeyn / und weiß ich wohl / was man insge⸗
men don der arte Lulliana urtheilet Hals
te aber davor /dag man einigen Nugen
Davon haben koͤnne / wenn man zuvor die
rechten Gründe der wahren Rede und
Dichtkunſt geleget hat. Denn es giebt
auch die Natur in den Erſindungen an
am Die Hand / daß / wenn man die gewiſ⸗
fe Ordnung der Dinge in richtiger Be⸗
reitſchafft hat /man ſeine Gedancken ſehr
wohl darnach einrichten koͤnne/ die in
dem Analogiſmo Naturæ ihren Gru
haben müffen. Es iſt aber gleichviel/ ob
ich Die Artem Luhlianam, oder die zehen
Predicamentä’dazu gebrauche Wovon
ich / ob Gott will/ in einen Buchedear-
—
ber Zeutſchen Sprache. 49.
Wer aber dierechten Gründeder Wiſſen⸗
ſchafften anifich ſelbſten nicht vollſtaͤndig
erlernet / als / die von Ariſtotele gewie⸗
ſene locos und Enthymemata in Rethori
cis; Die aus dem Hertzen der Sachen
flleſſen / dem werden alle dieſe Kuͤnſte uñ
Circulatoriainventa , die nur an ſtatt ei
nes Indicis:und Directorii dienen fönnen/
wenig nuͤtzen. Denn er wird / weiher
keinen delectum darunter zu machen
weiß / an ſtatt einer foͤrmlichen Rede und
Carminis / ein unnuͤtzes Papegeten⸗Ge⸗
ſchwaͤtze hervorbringen. sun
Es follte auch nicht wenig zu Erleich⸗
terung der Teutſchen Wer fe helffen / weñ
man / wie in dem Griechiſchen von Georg;
Roͤnig / imLateiniſchen von Bucellinoaun
Balbino die Woͤrter nach dẽ pedibus geord
net hätte: Dei ich habe dieſes als eine gute
Beyhuͤlffe befunden/ wen manbißiweilen
auff ein epitheron ; verhum oder fubftan-
tivum nicht kommen kan / ja esgiebt.offe
mahls zu einigen Einfaͤllen und Erfin⸗
dungen Anlaß / indem man auff ein Wort
geraͤth / das eine Metaphoram (: welche
ein Grund aller ſolchen Einfaͤlle iſt) an
die. Hand giebt / daß man offt . *
5
„92 Das WEAp- Bon der Proſodia
mehr Verſe daraus leiten fan / wie ſol⸗
Veo im Teut ſen auch: die bloſſen Neir
me thun können‘ Adetzhalben die Reim⸗
Lexica einen groſſen Mugen haben E
ſchiehet ſoiches bißweilen in Der Teut⸗
ſchen Poeſie / daß ein Wort geſetzet wird /
ſo eben micht fuͤguich / oder / welche⸗ durch
eine! Metaphor am tkoͤnnte er hoͤhet wer⸗
den. Weil man aber an den pedem gebum⸗
den iſt fo wird man lange herumb den
en maſſen / Heman ein bequemes un⸗
anftindiges Wort: finder. Wenn man
nun foldyen Abatum von. denen / unter
ihrem pedibüsigefegten, fubftantivis, ver
bisgadjettivis,partichlis'hat 710° darft
man nur den pedem anſehen / und wird
foifort fich auſern / ob ein bequenns
Wort zu ſinden / oder nicht
Wir ſolten nun zwar auch von der qua
titareSyllabartı abfonderlich bhandeln/a
esfind geoffe Bücher hiervon geſchrieben.
Rur wouen wir dieſes wenige allhier an⸗
führen. Wen einadietivüzudenmfubltan‘
1 tivo gefeget wird / oder fonft ein zwey h
ſubſtantivum zu einem andern einſylbigẽ
Worte odereine aienfhibigen Verm
|. „ Aiivogine prpolitio vor gefaßeetWitd/
rau I
niit NnMit |
SITU NHU —
— — — —
en
der Teutſchen Spraden 423
‚giebt ſolches einen dactylum. Wiewohl/
dem Aeccent nach zu gehen / die Mittel⸗
ſylben gleichſamb halblang ſind / over Die
beyden erſten Sylben gar einen Ponde⸗
um wachen Dergleichen Wörter find/
Ehrfüchtig Großmůuͤthig / Wahn⸗
witzig /NAnliegen NAutreffen/
Großvaterec. Sd findet man bey dem
Fleinming / daß er lieber die letzte Sylbe
mn die ſen Woͤrtern lang ſetzen wolle/ als
das Mittel / weil die Nothwendigkeit in
‚ven Dactylis ſoſches erheiſchet Denn er
ſaget / Großvater/ Großmut⸗
vers u GSs kunget aber ſehr unieblich.
Plempius hat in ſeiner Orthographia p.
zorvon den Infnitivis, cam particuläjun-
etſi penultima ſyllaba videatur eſſe longa;
non eſt tamen, ſed accentueminet quod
in ea vis ipſaverbi ſit nequaquam infyl-
labam appoſititiam transferenda
‚wollte dochlieber im TrochaicöiundJän-
vico genere wenn ſo ein Wortfolund
muͤſte gebrauchet werden / die nittelfte
Eyhlbe lang vun Es iſt aber viel beſſer /
| —— |
| faſt en dem Teutſchen Feines metti
| ter zumeiden? weil ſie
his fähig
SE RnB OEM SAN
faͤhig ſind. Diefes muß aud non denen
Wörtern in acht genommen werden /
die im plurali einen Dactylum machen /
und im Singulari» eine zweyſubige Com·
ofition haben / als / Wirthshaͤuſer /
zehrgelder Es hat auch faſt eine glei⸗
che Bewandnis mit den Woͤrtern / die im
ingulari zweyſilbig / Im plurali drenfilbig
ſind / als / Kleidung / Kleidungen /
Irrthumb / Irrthuͤmer / und derglei⸗
chen. Beſſer iſt folche gantz und gar zu
vermeiden. Ferner muß auch noch etwas
von den Einfyibigen Wörtern erinnert
‚werden. Diefe weil fie fehr haͤuffig in der
Teutfhen Sprache find/unddannenheto
bißweilen gantze Berſe daraus beſtehen /
ſo hat man die Regel gemacht / daß die
NMonoſyllaba lang und kurtz ſeyn / welche
Herr Praſch nicht wil gelten laſſen. Dei
nach ſeiner Meinung / ſind etliche von
MNatur lang / etliche kurtz / etliche frey / et⸗
liche / zufaͤlger Weiſe / jang oder ku
nachdem fie ſtehen / oder mit andern v
— — —
——
—
— —— —— —— — — — — —
/
9
‚einiget; werdem Er. führer dennoch
‚Biel -Monofyliaba an/ die/ nach Veran⸗
‚derungdes Derftandes/ bald lang/ bald
‚&urs find. Weilches zwar an ſich ſelbſt
lurtz find. Weiches zwar an ſi Hirte
a
_ DE Teutſchen @ptalhe: - 495
richtig genug iſt / aber es iſt etwas zu genau
geſuchet Deñ wen alle die Exempel/ die er
ſelbſt anfuͤhret / ſollten verworffen wer den /
ſo wuͤrde der halbe Theil von den beſten
Gedichten der vornehmbſten Poeten ge⸗
fährlich tauffen. : Es werden in allen
Sprachen einige Srenbeiten von den
vornehmbſten Poeten gebrauchet / die
man nicht eben nach der Grammatiſchen
Richtſchnure abmeſſen muß: Denn es
erfordert bißweilen der Nuͤmerũs die
Nothwendigkeit / und der Wohllaute
was / das man ſonſt nicht billigen wuͤrde.
Wie wir deñ / dieſer Ur ſachen wegen beym
Homero und Virgilio groſſe Freyheien
ſehen / worinnen ein gemeiner Berand /
der über die Grammatic und die Protodia
nicht fchreitet / ſich nicht zu finden
weiß. Und ift über dem zu betrachten /
was Herr Menage urtheilet / daß man
Kleine Fehler bey groſſen Poeten überfe
hen muͤſſe. Im uͤbrigen iſt von den Ein⸗
ſylbigen Woͤr tern zu mercken / daß es eine
überflüßige Sorgfalt fen / der ſelben Diels
‚fälltigfeit zumeiden. Dieſes fan ih der⸗
gleichen Sprachen nicht: gefcheben. Am
|
—— — —— rg —
ur
ZZ.
WR —————
—— —— 7—
sur
ex Q Das as Vlat Cap. Bon dem Numero _
es;denn auch im Frangöfifchen HrMe
nage vor unmöglich.hältt in: feinen Ans
merckungen über den Malherbe L5. p. 452.
So find auch die Einſylbigen Endun⸗
gen nicht zupermerffen/ es wäre denn/
daß dieſe Wörter einen ienfünmabruptum
Haͤtten / und ein eonma machten / wenn
andere vielſylbige vorher gehen. Im
Griechiſchen und Lateiniſchen / wird «6
bißweilen vor eine Zierraht des Ver
gehalten / wie Hermogenes ſelbſt Davon
artheilet: Ob zwar dervius, von des
Virgilii Einſylbigen Endungen zZ
ſe / das Gegentheilbehaupren will.
ſen / als eines —— — /n
groB zu achten iſt —J ana
' "Das VL. Cap) hin
Son dem Numerd Rocca
Jnunhalt
ne in acht genommen w
ein Leben on Drey —
, fudwss, DB
fr Ei Andertr ein een: ein In na
Ana en Bor
Pe — ——
tfchen. Pedes ſimplices un
—— — — —
— — — — —— — —
| :PoRtico) und Van 497.
mm — nn TE
im Sateinifchen und Teutſchen. Teutſche — **
Ein jegliches metrum hat ſanen ‚fon
Rhythmum. Wie auch die Dden die geſungen
werden. Derrhythmus am fich felbft i fahig.
das Gemürhe zu bewegen. Rhythmus ih dem,
Trommelſchlag / und, in andern Bewegungen
Rhythmus in den Kaͤmmen der Haare / ausllaa-
co V.oflio. Collocatio & harmor a verborum.
Marti‘ Bettini Mathematifche: etrachtungen
ae —J 9 Sr Auen Sufaınene
erung In Den Verſen. Der Autor deg Nuchgz-
a — livres A N
de-la connoi ance des’bons livres , Ba
nicht wohl / weñ er die tede Doch vor leich⸗
rer haͤlt / als die Sransöfifche: ergleichen Hate
moniſche Collocation findet man auch im Teut⸗
ſchen Die Zufammenftimmung der Str. '
Marii Bettini Commentarius über Arıftotelis,
' Poeticam. , Homeri und Virgili —
keit beruhet vbornehmolich auff den Numero oe⸗
tico. Claudiani raupwereia, Man muß‘ auff
die Liebligkeit im Carmine nicht alleine en
Torquatus Taflüs ift bißtveilen mit leiß unliebe:
li): Rapini Lateiniſche Pochs, Die Sranköfifche
ESprache ift folchesnumeri nicht fahig/ zum thel
auch nicht Die Teutfche. Hiervon mird ein meh⸗
Lexrs anderweit Orte gehandelt werden.
SCH Je Detracbtung der furken und)
| langen Spiben/ und. deren, data
aus entſtehenden / Süfle / und
Veimgebande/ a uns ODE AUR
|
Won...
—û—— UNERHENEN SE EEE |
498 Oas VI.Cap. Bon dem Numero |
die Betrachtung deg Numeri Poetici 09
per Khytlimi. Von weldhein auch die vor?
sieninbiten Posten fo gar wenig zufagen,
iften/ Da dennoch dieles gleichfamb das
eben „eineg Carminis if / und andatt
Geihteridie eg hören oder fefen / gleich⸗
famb: jebendig macht / und auſſer ſich fuͤh⸗
ver Denn / gleich wie Die Kuͤnſtler /
Bildſchnitzer und Mahler / es fuͤr BIC
Kunſt halten, ihren Wercken DIE AU
hendige Bewegung, jo weit esficb.iuu
ĩaſt / mit zutheilen / 10 muß auch die koe
(is; deren gantzes Weſen in jmitatione
beſiehet / den Wörtern eine fonderlihe
Kr AN und Regung / theils. durc das
Gebände/ Wohlaut und gebürhlihe3W
tammenfegung UND Verſetzung / heile
Durch Die Metaphoras, die Ariftorelesxali
inioyssav nennet /geben. Denn es wird
ein jeglich Carmen, oder. vielmehr ſedwe⸗
de Rede von dem Platone ‚Dial. delegi-
bus, in 3- Theile / —
fm worunter diefeg alles begeief®
- — — Sen
——
en wird. Ohne dierem iſt aue todt / und
beſtehet nur aus einem ieeren Scholle
Mer Rhythmus (denn fo nennen Die Al,
ten die gewiſſe proportion der Säle
oısmuVl RG; und ‚TV 9 IV War
ſich/ die aus chrer Kurke andıLänge en ent⸗
muß / wie m riecht tei⸗
eher) — —* nen fihen una
fo: utſchen
—B— Fa
e auer er Fuͤſſe
| ——— nur bloß nach dent:
—— Nach dem nun die Be⸗
heit der eh es erfordert / die
r
uͤhtsbewegungen erregen / dar⸗
ichtet ſich auch d er Gebrauch der
und der daraus: |
Er ——
—— Uber di —
ces hat man auch com
——— ehr
andere
nehmen Denn —
nder wie dergleichen brelih ——
He
(gen at man zwar edes *
Troch&üm, BR De |
Ayla. Denen ——
Aid
— denn in die⸗
— Pan liebt lebr/ **
— —
—
En _ ,
s00 Das VI. Cap. Von dem Numero
Goldbergwerck / denſelben zu foden
meinet. Man kan auch —*
Zateiniſchen einige pedes com
chen / wie wir im re —
Wie nun ein * been;
ner gewiſſen Maaſſe der F 4
gofolget auch daraus 7 — |
rum feinen fonderlichenrhychmum:
welcher / da er nicht in acht genom
wird das gantze Weſen deßhalben in
ehr kömt / und durchaus kein.
— hat / ‚ob gleich die quantitas Fla
um und. Dagmetrum;im uͤbrigen wohl
in acht genommen, Es verhaͤlt ſich auch
Diefes mit der Teutſchen eoeſ nicht an⸗
ders / wie wir nachgehends / wenn wir
wvon den Oden handeln / darthim mollen/
Daß der Rhythmus derſelben / die zur
ſic gemacht: werden / gantz anders —*
mmuͤſſe / als der gemeine. VBon dem byth⸗
mo), infofer und gebundener Rede,/, If
beymAriftotele.in Rhetoricis Cicerone
in-Oratore ,: auch bey den altern Muficis, |
Claude; Fauchet de ia langue & poehie
en. 5 6. Patrieio in einen: ſchoͤ⸗
/. della ‚Poetica,part-, ».libr. ·
F pa un moi ra — 1
'
|
‚Hlali
„nF 0 RT Yan
— eis
rers zulefen. Zugeichmweigen desDionyfiz
"Ha A en ücher von der
Rhythmica veterum geſchrieben / welche
‚aber.verfohren find. Es haben auch die
„Medici in. dem Pulß der Hand ihren
Rhythmum. Ja alles mas’ auff gewiſſe
Art und Maſſe bewegt wird/ bat denfels
ben / ingleichen auch das Tantzen. Man
kan ſoſchen Rythmum, auch ohne die
Woͤrter und dem metro , ihm einbilden.
Wie ſolches aus den Wörtern des Virgi-
eiliiin Bucolicis erhellet/ numeros memi-
ni, fi verba fenerem. Man kandieles am
beffen: auff einer Trommel vorſtellen /
woͤrauff durch die Drdnungder Schläger
unñ deren gewiſſe Zeiten / nicht allein ſonder⸗
liche/ un mit den Kriegs⸗Auffzuͤgen ſehr
wohl — Reichen koͤnnen
gegeben werden / ſondern alle Lieder / auf
was Weiſe und Art fie auch gemacht /
Sic) fielen Taffen/ ob gleich Feine Worte /
feine andere Meloden dabey iſt. Man
hat bey den Alten Muficos gehabt / die
auch PYGE eingige Rede / bloß durch den
Rhychmum,die Gemuther der Menſchen
kraͤfftiger bewegen real die Orato-
| 3 res
so Das e v1.Cap. Bon dem Numero
ji — de
| as pon nden, ’antomıtm is Ami |
9 dieſelhen — th ihre EDEN
un inen it tn chythoauın, alles haben
anal en Fönnen. Esift Ticherlih und
‚mer g7 was ofluus in offterwehn⸗
fein Bu jet u anführet. Noniemelre-
cordor,, ſagt er / miein ‚gusmodi incidiffe
nanus, qui quorumvis etiam cantico-
rum maotus ſuis imifarentur pe<tinibus,ita
ut nonnuinguam „jambos vel trachzos,
alias dactylos vel anapzftos — ne
an amphibraches aut pohas |
itiflime ı exprimerehit, undeha 1,mo
ca oriebatur delectatio. Wen Ru
dieſein Rhythmo die, Wörter. ge⸗
kommen / und diejelben ihre gute.harmo-
niam fi Hbrent poſitu gehe 6/10
Koheeh Hberfi Andigen ge t lg
fere Be eihug, erregen. muͤſſe
ar re catione verborum Ay |
aſſe und der — gelegen (alte |
bat eine viel tieffinnigere Beratung |
von noͤthen / als hier Fan mn. wer⸗
Dein. BA: BAR * dem horatign * 9
— EEE _ ui
157 RT Poeticor AV an
Indignum
503
coges: adimam bona: nempe
| ‚PeeUS, Tem.
hat mit diefem des Claudiani, _ |
J Hæc largo matura die, laturataqᷓ; vernis &c. |
eine gleiche, dimenfionem, Aber dieſer
klingt viel lieblicher / und hat einen be
fern Poetiſchen numerum , als jener.
Denn Die vielen kleinen membra.und in-
cdilſa, die / ohne eineharmonifche Verwech⸗
ſelung der Subftantivorum und. Epıche-
tofum, auff einander folgen / geben dem
Verſe eine frembde Art / die einer lofeny
als gebundenen Rede ähnlicher ft, Weß⸗
halben die/in Oratione foluta ungefaͤhr
einfallenden/DBerfe/ ben Ermangelung
- Des. numeri, keine rechten Verſe zu nen⸗
| ten. Der Marius Bettinus, ein. gelehr⸗
; ‚tee, Mathematicus,philofophiret über dies
ſe Woͤrter⸗Ordnung / aus Mathemati⸗
ſchen und Muſicaliſchen Gruͤnden / in ei⸗
hien ſo genannten Apiariis Apiar. 10.pro-
m. 1,prop» 7. worinnen er. von. der
|
larmonia metrica, in den Rateinifchen
Carminibus handelt, Er bat alle genera
der Confonantiarum ‚Muficarum in Ele-
ı giaco Carmine unterſucht / als diapafon,,
diapente, diateffaron. Zum Exempel von:
dieſen Verfen. 114 SEHE
so4 __ Das VI. Cap. Von dem Numero _
Et:Phaetontzas ſolitæ deflere querelas
Rofcida frondofz revocant eledtraforores.
urtheilet er alfo. Solite & frondofe , quin-
‘to inter fe loco confonant , per confanti-
am diapente. Solite & forores, odtavoloco,
per dispafon. Praterea , Phaetonteas & que.
relas ‚item, rofeida & eledtra, quartis IN-
ter fe locis refonant diareffaron. Derglei⸗
hen mehr exempla führet er aus feinem
Sylviludio, und Satyro-paftorali an.
diefem difticho, 17 700. MPN
Fertilis, affiduo finonrenovetur aratro, .
Nilnifi cum fpinisgramen habebit,ager,
findeter Diapafon diateflaron. Denn die
Woͤrter / Fertilis undager, klingen gleich⸗
fam in einem Circkel zuſammen und
=
.
Ziebet traun diefes Die (chömfte Harmo-
hiam in Elegiaco Carmine , ob gleich fer
fe Confonantia inden Endungen DEE
Woͤrter ift/ wie in aflıduo und aratro.
Denn diefe iſt / wie er faget/ Confonan-.
tiaintellettualise correlationibus verdo-
rum. Diefe Harmonia,meinet er /ſey dem
Lateiniſchen ſo eigen / daß ſie durchaus
inandern Sprachen keine ftat habe Web⸗
ches auch der Wahrheit gemäß / und iſt
durchaus nicht zubilligen / was Dir Aus
17%
—
— >
rer MESPBEHEOHND 17 AR yor
Buches / de la connoiſſance des
bonslivres;traite, 3. ur theilet / daß dieſer
ſo vielfaͤltigen Verſetzungen halber/ ein
Lateiniſches Carmen leichter zu machen
ſey / als ein Frantzoͤſiſches worinneman
gar feine Freyheiten hätte/ und fich gar.
genau an Die Regeln der Natuͤrlichen Re
de binden muͤſſe. Denn es iſt / eben dies.
fer Urſachen halber/ vielmehr umb zu keh⸗
ven/ weil in der Lateiniſchen und Griechi⸗
ſchen Sprache viel Verſetzungen ſind die
aber nicht / wie er meinet / nach belieben
koͤnnen geſetzet wenden, denn es gehoͤret
eine groͤſſere bung und Sorgfalit zu
denfelben / als zuden Frantzoͤſichen Mair
hat auch gleichfalls im Teutſchen eine U⸗
bereinſtimmung der commatum und
mewbrorum, welche einen groſſen Un⸗
terſcheid in der Elocutione Poẽtica macht ·
Man leſe Herr Opitzens und Herr Flein⸗
mings CArmima und halte fie gegen ein»
ander / man Wird eine groffe Ungleich⸗
ei
beit / Dieft8 Rhychmi baiber / finden.
Denn bey dem Slemming ein concitati-'
ornumerus ſich finder’ als bey dem Opitz.
Eben die Confonantiz, die ex colloca-
tione Verborum metrica in einem Verſe
kit ih is fom:
7
tor des
s0o6 Das VI. Cap. Don dem Numero
kom̃en / könen auch in den Strophisder De
den dargethan werden. Denn «8 iſt auch
alihier / fo wohl eine generalisconfonan- ·
tiaStropharum.,. als eine particularis
verluum. Bettinus findet. auch, bierinne
ftrophas tetrachordas, pentachordas; he-
xachordas, o&tochordas &c.deren &rem
pel er in feinen, Eutrapelüs , und infeis
nem: Viridario vorbringet / verweiſet
auch den Leſer auff feinen Commentariü,
in.Ariftotelis Poeticam , davon ich nicht
weiß / ob er herausgegeben ſey oder nicht.
Er ſaget ſonſt ſelbſt von dieſem —*
ede/ ad hoc opus.exornandum „congelln
mus pene omnes opespoeticas, e pr&cır
uis Poetarum ac efabularum ar
usGrzcis, Latinis, Italis.. Wodurch
mir keine geringe Begierde erwachſen /
dieſes Buches habhafft zu werden / denn
er eine ungemeine Scharffſinnigkeit IM
Erforſchung des Rhythmi, img Garmine,
zeiget / welches niemand vor. ihm in. den
Sinn gekommen. Die alten. Griechiſchen
und Rateinifchen Doeten haben durch
diefen Numerum ihre. Carmina unver⸗
gleichlich gemacht / und je: mehr ee von
ihnen in acht genommen worden / je vor⸗
io? Er treffli⸗
—ã— $07
gehucher igahre dictio und Elocutio ges
EB lacht des Homeri Poefie
ch daher auch Athenzus da⸗
— — Carmina beſſer zu
ingen ſeyn /als Homer!. " Virgilius iſt
Meateiniſchen der Meifter/ deſſenunver⸗
‚Heichliches Hrtheil alle Worte und Mer
fe. jo abinißt/ doß man /die Sachen ſelbſt
” Augen zu haben / meinet. Wer dies
es begreiſſen Fan / und den Vorzug / den
Virgilius in dieſem Stuͤcke vor ‚andern
Bor I. der bat, einen, vollfoinmenen Ver⸗
fand von der Rateinifchen Poefie, zu ur⸗
en Runen alle / wie ſie heiſſen /
kommen hm beyweiten hierinne nicht
gleich. Claudianus wird zwar vom Bar-
thio, Adyerf. Ib. 57. C.ı1.pro numerofiffi-
mo Poeta gehalten / aber es iſt eine Tev-
rosre., daß ichs alſo nenne / darinne/
und Eon DIR MBFDEHRER gleihfam tantz⸗
bafftiges, Woͤrter maaß· Welches vor
ein Heldengedichte nicht ernſthafftig ge⸗
nugiſt / uñ in Vielfaͤlltigkeit der Dinge / die
vorgeſtellet werden / ſich nicht ſchicket.
enn man muß nicht auff Die Lieblig⸗
it gllein ſehen / ſondern ſſe muß nach
Beſchaffenheit unterbrochen . SRH
sos-Das VI.-Cap. Von dem Numero Post,
Gleichmie auch der Miplaut felbit,/ die
Harmoniam bißwenen lieblich HT.
Darumb hat der unvergleichliche ‚Tall
die Kiebligfeit der Italidmſchen ——
/
mit. harten Confonantibus verſetzet/
ausdern Anfänge des vierdten Bu
feiner. Gjerufalemme liberata, zu ſehen
Rachgehends hat man dieſes ſpringe
Körtermang noch vielmehr bhellebt/ ml
Apollinaris Sidonius gethan / bis mal
dar auff Die aparemdev@ , ‚ODER, I auf
T eutich genanmen Reime / gekonm
Die Atrı, Scriptores haben, infonderpei
dieſe Reim Art auch in eroſabeliebet DI
im. Virgilio_Diefen numerum der SDErt
etivag genauer angernerdtet/ und ſolches
nachahmen koͤnnen / find ohne zweiffel
die beften. Worunter / zu unſerer Ze
billig der Rapinus zu rechnen / wech 1
in feinen Reflexionibus, num.36. die Fran⸗
köfihe Sprachediefer Zierde unfähig zu
ſeyn fchäget / weil kein Linterfcheid der
Hbrälledarimen. Welches auff gew⸗
ſe Art auch von der Teutſchen wahr iſt
ir wollen hiervon nicht mehr handeln?
damit nicht, mag ju einer ahdern Arbeit
von uns außerfehen/ ahier vergrieften
werde. DW
— —
— — —
ET
Dasvıl; Be der Reime Motäwendigt.soo
Mind Das VII. Cap· |
FAN den Reimen / ob ſie
nothwendis ſind in der Rommel. e
nation Potfie. |
no —8 "nl"
* 5 berw
id älter‘ alg die verfus Leonini, DI
ef und Sorbiers ———
IN ehe 8 die Keime) als
Ir cus Volliüs, Rolandus Marefius, Sie
— "Die Reimende boe era)
t durch den Gleichlaut keinen Eckel oder Ein⸗
—V ‚Serbien ſagt di Ken —T von;
DR gun Italiaͤner
nn —20 Na u —534 re
Br — die Sran oſen. Lehe on td"
vom Doreen ang uͤhret. weiffelt /
ob man in HAN n Reime *— ae
Deſſen Urſache -V. off Urtheil von des Ar
ungereimbten Comcedien de Mefliriaczhat Ovi-
dii Epiſtolas in Fr u ungereimbte Verſe
vor FE nn ' ohn Mil eh
ilton } hat ein
Poema The Para Kar gefchrieben. .
abıch an in Sem Nie laͤndiſe ſchen aus dem
—* Mylio
An)
e eig iR 4 einen. ‚groffen
a cheil.de BETEN
—186 deren DK
—2 ng?
;10. 1 Pas VI. Cap Von der Reime
etwas gruͤndlicher Ahäuftellen /denn bey |
andern werden nur bioßbie Lehrfäßenen |
den Reimen gefunden /mit welch
uns nicht aufhalten wollen! Es haben
die Außlaͤnder dieſe Frage auff die Bahn
gebracht / ob es nicht beſſer ſey / daß man
die Verſe ohne oe : Jas
ſiud gelehrte Leute die Diefe Reimer
alg-ein barbariſches und augländt
Weſen / verwerffen wollen. Iaacus
Has hat / in dem ſo offt erwehnten Tania
de'Poematum Gantup⸗y· gar weitlaug /
tig davon gehandelt / und —
erwieſen / wie ſehr fie den Gleichlaut m
den Sylben getadelt. Er nenniet e
Reimgebaͤnde / barbarum & incong tum,
metri genus. Rolandus Marefius „ein ge⸗
lehrter Mann /hat/lib.2. Epiftol;Philos
lopic. 4. wieder deffelben Gebrauch ger |
det Lund vermeinet / daß dieſe Art der ge
meinen Berſe von den verfibüs Beoninis‘
her gekom̃en / worinnen etirret / deñ chde
vor halle daß die verſus Leonin von,
DETLEF in, den, gemeinen OPEN
ihren Urfprung zenommen /MIEIDIET
> nachgebendg tmit mebrein Darkouı WERE
a den ne —2 — oth *
il |
DIG 9
a
Mothwendigkeit. gti
digkeit und Nügligkeit der Reimen in den
gemeinen Verſen / ift zwiſchen dem Slufio
und Sorbier, in dem offt erwehnten Bu⸗
che/ auch abgehandelt, Jener wirft. die⸗
ſem vor / daß die Reimende — 5350000
den Gleichlaut mehr den Schlaff als die |
Auffmunter ung verur ſache Welches as
ber dorbier Idugner/ und zwar nicht ohne
Ur ſache Denn / obſchon die Gleichhen fich,
findet / ſo iſt doch R— /
und iſt die Bielfäftigeit und MA bechre-
lung der Dinge auch da/die einen Zuhor
rer Oder Leſer in. der Auffmerctfarubkeie
erhalten fan. Ja erbehaupter das Ge⸗
ntheil/ daß ben Anhörung eines noch
d herrlichen ungereimbten Gedichtes
ihm der. Schlaft und Eckel eher anfomy
men wuͤrde / als wenn der Reim die Dhe
ren / Die ihre Dergnügung davon haben)
allezeit gleichſamb / ale durch eine har-
monie eröffnet. Welche harmonie denn
durch Die Abtoechfelung der Reime ſche
unterhalten wird Derohalben die. Gras
liaͤner / in ihrem Poemate Heroico infons
derheit Diefe Wechfel Reime: belieber ’ die
denn nicht weniger einfchläffern koͤnnen /
als eine wohlgeſetgzte uc dem ſemgen⸗
der
ee —
u
,ı2 Gas VII. Cap. Don der Reime
der mit Fleß darauf wercket. Denn/ |
wer folche. nicht begreiftet,/, oder, feinen
auffmerckſamen Sinn hat / den wirdaug)
eallezierlichſte und kuͤnſtlichſte Rede
achtin den Schlaff bringen Ersvillpiela
mehr durch Diekangefübrte philofopbifche
Stunde / ap. 235,ad243.barthun ‚est
nen die Griechiſchen und Lalteiniſchen me⸗
anen eher einſchlaffern / als die reimen⸗
en Sransöfichen Berſe / wovon weiter
ben.ihin Fan nachgeleſen werden. Es iſt
wohlwahr / daß die Italiaͤner und Spa
nier ſolche ungereimbre Dichteren, beier |
ben/ / wie den V olliusdiefelbe lobet. ‚Aber
Sorbicr hält davor / es komme von ihrer
Tauıibeit ber,/daßflenicht (viel Mübe,
anwenden mollen: Wie er denn ſeine Fran⸗
tzoſen deßhalben lobet / daß ſie lieber eini⸗
ge metra, als Sozmet Kendeau, Ba ade, Fir,
relas erfinden wollen / darinnen einer⸗
len Art Reime offtmahls wider holet wers
den / als diefelben vermeiden welches
die e8 mübfamer / ſo auch ergoͤtlcher⸗
ift. Hatte Lope de Vega ſeine &oimoe ien
allen Reimen ſchreiben follew/erwirdeeie
ne fo grofle Anzahl nicht Hernorgebra@k
babe... Doc wurde Der Oramoa
— — u un —
Nothwendigkeit. _ zı2
Poefie halber noch einiger Zweiffel enſte⸗
ben können: Denn man möchte hier
ehnwenden / die Schaufpiele beftünden aus
Geſpraͤchen die Geſpraͤche aus geſchwin⸗
den Einfaͤllen / wozu kein Reim ſich ſchi⸗
cke / als welcher erſt mit Muͤhe / und nicht
ohne Kunſt / die doch billig verhoͤlet wer⸗
Den ſoll / mürle gefuchet werden. Es waͤ⸗
re denn / daß man die Perſonen emes
Schauſpiels vor gebohrne Poeten hal⸗
ten könnte. Weßhalben auch die Latei⸗
ner hierzu eine Art Verſe erwehlet "die
der ungebundenen Rede am naͤchſten
koͤmpt. Es geben auch emige vor 7 es ſey
ein Reim unfaͤhig / groſſe Gedancken auß⸗
zudruͤcken und ſey vor kleine Dinge laͤ⸗
cherlich · Denn es koͤnne ja nichts unges
ſchickters ſeyn / als wenn man einem Die⸗
ner ein gemeines Gewerbe / die Pforte
zu ſchlieſſen / die Taffel zudecken ꝛc reittis
weiß anbefehlen / und hingegen / da man
etwas groſſes vorzuftellen / ſich an die
Nothivendigfeit eines. fo unnoͤthigen
Wortes’ fo feſt verbinden wollte /ı daß
man offt feine Gedancken dem Reime'st
gerallemändern mäfte, Ob nun zwar die,
ſes nicht ohn M Schein der Fl
| ei
a —
ga Das VIE Cap. Bon der Reime
heit eingewande wird/ ſo feblet es doch
nicht an ſattſaamer Beantwortung / wie
wir denn im folgenden Cap-mit mehrem
dabon handeln wollen. Dieſe und ande
re Urfachen haben einige bewogen’ daß
fie lieber unreimende / als reitmende
erſe / ſchreiben wollen. Bey dem Ati
oft find Comaedien; welche aus unge⸗
zeimbten Jambis befteben. Voſſius urthei⸗
jet von ihnen. Multis illæ placuere, &
certe digne ſunt, "qua ab omnibus lau-
denrur, propter ingenium, ſed etiam,
auodeo.carminisigenere expreſſæ ſunt.
quod cantum admittat. orquatus Taf
s hat / in ſeinem ct age Guarinus,
in feinem Paftor Fido ;.
Srenheit auch gebraucht. Petrarcha hat
einige folche Carmina hinterlaſſen / dar?
von Nicolaus Franco, in feinem DU
11 Petrarchifta „einige beraußge
hat auch im Seangöfichen der Herk de
Meffhiriac deg Ovidü Epiltolas Heroidum
in ungereimbte Frantzoͤſtſche Verſeuber⸗
feet / welche einigennicht übel ‚gefallen.
Aber Herr Sorbier urtheilet von den
bten Verſen / Si
r
Frantzoͤſiſchen unger eim
quelquesun de) nous je haza
1 dhuy
|
— —
- — — = -
—
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—
ante,
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F:
i
<dhuy de faire des vers.fans rimes, tout
le monde:fien moquereit:aulieu deluy-
en ſavoir grẽ en faveur de noſtre langue.
In der Engliſchen Sprache hat’ man
nicht allein Coimnoedienſchreber / wie den
Johnfton und andere gehabt /. fondern
auch einige / die im Heroico Posmaredie
ungereimbte Art beliebet· "Der bekann⸗
te Jshaunes Milton ‚Hat ein vollſtaͤndig
Poeëma, genannt The Paradu of, ohne
Reime geſchrieben / woſelbſt er in der
Vorrede dieſer Schreibart das Wort ro⸗
det / inſon derheit dieſer Ur ſachen halber)
daß / des Reims wegen / man offtmahls
wieder willen Wörter 77a gange Reden /
ſetzen muͤſſe / die man viel eigentiicher und
beſſer ohne ——— haͤtte geben
koͤnnen. In der Nieder laͤndiſchen Spra⸗
Feif 838—
Keine / welcher / in, feinem Buche
Lingua Belgica <.29..eine gange. Ode de
officio & delitate vera Amicitice im
Hollaͤndiſcher Sprache gleichſamb zur
robe gegeben 7 degen Anfang! alte
Aa%77, z
7 z \
IE Ian TU nur
Coomt hier mien Luidt geluydeloos DO
Noch komm vxilt ſo niet bangen 2)
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au ee, A nie
—— Oas VII Cap Bon DEE Reime
oo, doetmy nu den beſten dienf,
i Die immer ghy ſoudt moegen?
Commt, helpt nu each chen ſinnen:
Wilt nu te, vuerke le
—— — ni
‚Äluvve. lieflickhe
In Tutcher —— one |
e8 zn. ver ſuchen begehret / iſt auch eine un⸗
noͤthige Arbeit Meines ——
er / a
die andern halten / wollte / wäre es eb
einer die ungereimbten Verſe hoͤh
als weñ jemand einerſStrohfiedel vor ene
|
ae Geige den —— J
Das VII: Ca
‚ Bestheidigung der a m
ae
Pen Godeau Meinung h
NO gelober. Bey den alten Sehen und
teinern hat man einige ame“ auch) ne ie
erfe, Barthü Urtheik Keime füeſſen aus dr
atut. Sind derowegen nicht gerwer
are Anacreontis und Varro!
—— ——— wird ver bon Iiaach
eſtoſſen Seine
lat der aus den kaͤnn eniſtehende W
a Verſe in.den gemeinen Sp ai
den ihre” meifte Ziege Eh es
ur,
PR
Vertheidigung Fig
— —
zwang iſt
= — — — in
ai hfalls nichtig, Deledtus: verba-
zum kan beſſer in einen. gereimbten als unger
teimbten Carmine in acht, genomnien werden.
Der Reim umbfehrencket Die toeitaußfchrieiffen
‘den ee sit im Teutfchen nothiwendig.
Giebt bißweilen Erfindungen an die Hand. Man
muß auch in den Schauſpielen die reimenden Ver⸗
fe zugeben.· Antwort auff die im vorigen Capitel
geſchehenen Einwuͤrffe Dr Reime find in den
zateinifchen Hlymnıs beliebet worden / mehr als Die
‚gervohnlihen Sateinifchen Metra. Des Muͤnchẽ
Ehtenfried Sateinifcher Rhythmus. Buchneri
Urtheil. Lateinifche Meime aus dem Cambde-
no, pPlempii, Cæſii, Caldenbachii , Maſenũ
Sateinifche Reime, Petermanns Lateinifche Da
ben aus Riſtens Liedern. Gemengte Lateis
nifche und Teutfche Reime. Eine Probe aus de
Barthii Adverfaruis, und ausdeg lempii Mu-
fio. Conitantini’Hugenii Olla podrida, Æ-
quivoca Carmina, Eines das ‚gugleich Teutfch
a Ein anders / das zugleich Jia⸗
laͤniſch und Hebraͤiſch. Dergleichen Carmina
findet. man auch im Italiaͤniſchen und Frantzoͤſi⸗
ſchen. Macaronica Carmina.
AR nun zwar von vielen gelehrten
Leuten / wie wir bereits angefuͤh⸗
Xret / die Reime / als eine Kindifche
Zierligkeit / verworffen werden / d kan
und muß dennoch behauptet werden/
RR ET N a
sie Das Vn Cap Von der Meime
daß dieſelben in den gemelnen Sprachen,
uraD Anh al der Teutſchen nicht abs
kein zu dulten / ſondern auch nothwendig
fern / und.nichefönnen außgelaſſen wer⸗
Ben: Weßhalben Herr Gogeau, in ſei⸗
‚em Difcours über das Malherbe Poema-
te, ſoiche Are Verſe / als untaugliche /
verwirfft / und den Malherbe lobet daß
er eine genauere Richtigkeit in DIE Frans
söfifhen Reine gebracht. . Denn Diet
neuen Ketten. / wie er ſagt / ſind vielmehr
eine Zerde derſelben / als Kennzeichen der
Dienſtbarkrit· Esifind Die Reime nicht
fo barbarifch / wie die Roͤmer und Grie⸗
ben fie davor gehalten / denn man findet
such einige figuren Der Rede / deren Zier⸗
tigkeit bioß in Reimen beſtehet welche
auchzur rechter Zeit einen guten Platz
in der Rede finden. Der Griechiſche
ete Anacreon hat fie auch bißweilen
in den Verſen / die nach feinem Nahen
genennet werden / beliebet. Weihe
ben den Rateinern viele gefolger find/ wie
Barthius Adverfar.lib,gı.c. 7. angemeret
deren Schrifften / ob fie zwar untergan⸗
gen + jo haben dennod} einige Gram-
matici etliche fragmenta uus EN
— — — —
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dent Ende führet: er
Orthophallica attulit pfälterig >.
„ Quibus fonant inGrcia diteria,
win an collocant exofdia,
Es fee barthius hinzu. In eam rema-
dr —— loci — poffent, Rand.
ie noftra poetica exfcribere vellemus,
-
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? efe ver e des
J 0 * -
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Pa
vn.
m.
mos à metris diftin it ‚ueutrumgquege-.
mir vonhfeatir. Er cam.
Ctionem novitultimumvum;ftudio,non
ignorantia peccans.. Es ae Abe
n/ * w
allhter andererhythmiverftanden/ n
it folgenden: cap- zu feben- Ob nun zwor
die Griechen und datemer foldye
a 4
nicht durchgehende gebrauchet / denn die
‚Sügung und Abmeſſung der evetäfl es
nicht zu / fo-fehen wir dennody daraus)
Daß ſolche Reime mitder Sprache felbff
jung werden ımdder Natur gemäß find.
Von welcher die Griechen und Römer
ſich / durch geſuchte Runftregeln /zu weit
entfernet. Haacus Voſſius fan nicht [auge
. ” ur
nen / daß die Reitnenatürlich ſeynd / und
das Dhr beluftigen. Aber er tadelt die⸗
ſes / daß — lieber / als der
* 4
Kunſt /
einen on: ern Zuetransne
220. Das VII. Cap. Bon der Reime
Kunft/ folgen wolle, Er ſagt p. a9, Fru-
ftra argumenta petuhtur 9 natura, quæ
non imperfe&ta tantum ‚(ed & vitiola eſt
in multis. Multa homines naturæ faciunt
inſtincu, quæ inſigniter inepta ſunt Die⸗
fer Grund iſt nicht der Erhebligkeit / daß
er den Gebrauch der Reime umbſioſſen
follte. Ja / es iſt vielmehr diefer Schluß
gang unrichtig Deñ / was iſt die Kunſt an⸗
ders / als eine Nachahmung der Natur?
welche zu einein Grunde aller, Willens
ſchafften nothwendig geſetzet werden
‚muß. Eben dieſe hat / in der riechiſchen
"und Lateiniſchen Spradje./ die Furkeh
‚und fangen Sylben veranlaſſet / wie ſie
unsden Relm gegeben / und wer Mil
Hierinnen urtheilen / welches unter dieſen
beeden ihr wuͤrdigſies Geſchencke ſehe
ift eine. groſſe Verwegenheit / den auge
meinen Trieb den wir bey Staliänern/
Spaniern/ Srangofen/ Teutichen/ Mor⸗
genländern / und allen Voͤſckern Mich
fen / als eine michtswuͤrdige / thoͤrichte
Sache zu verlachen, Man pflegt es VOL
eine Richtfehnur des Rechtes zu balten/
wenn alle Bölcker darinnen uͤbereinſtim⸗
men / deßhalben das fo bekannte I"
e 5
.:
—f
—
—
U EU U nur ui Zu
—
—
"se Vertheidiguug. ER,» 12
Gentium ‚allen. Buͤrg rlichen Rechten
vorgezogen wird. ð ma: ſollen wir
in Dingen / die zur Runft und. Willen,
ſchafft gehoͤren nicht ein gleiches behaup⸗
ten koͤnnen. Es hat über ‚dem ein ſegli⸗
&e8 eculum feinen fonderfithen Genium,
der ſich / wie in Allen Dingen / alſo auch
in Wiſſenſchafften und, Künften.bervor:
thut / welhennniemand,/ mit feinem eis
gnen Wige zu wiederfireben / vermag,
Es geben einige,vor/ der. Reim zwinge
den Zichter offtmahis ‚diebeften Gedan⸗
dien jeinethalben fahren zu laſſen⸗ Dder
etwas überflü iges beyzubringen / dag
zur Sache nicht ‚gehöre, Als wenn fich
Diefer ‚Zwang nicht. vielmehr bey. den
Griechen. und Lateinern fände) da es
viel ſchwerer / die metra und pedes recht
zuſetzen ‚als. bey ung die Reime zu
erfinden. ‚Die. diefe Eintr e ma»
chen / Die fhlieffen aus dem Mißbrauche
der Reime / wieder den rechten Gebrauch
derfelben. Es iſt ja bekannt, dag in der
Poeteren inſonder heit ein «dele&tus ver-
borum und deren richtige Ordnung ſeyn
muͤſſe Iſt dieſe da/ wie kan der Kein
bierimen eine Aenderungmachen Man
ſagt /
2Das VIE. Cap Volt der Reimen
agt/ dereine Verß werde des andern
Salbei gemacht So: antworte ich
ft entweder eine natürliche dependence
wiſchen dem er ſten und andern f
oder nicht, Iſt dieſe Connexion D@/
muß der andere Berß nothwendig aus
dein erſten flieffen. Iſt ſie nicht / ſo muß
doch die Ordnung der Woͤrter geaͤndert
werden / daß alſo der Jeun keine Nom»
wendigkeit bringe / auff folche Art / und
hicht andere, zu ſchrehen Ein gue
Det KONG feine Meinung in Dem F
en Derfe/ bier feinen: Reim außge
ficht babey;der dequem ſey / Diefelbe any
audrücten... Deghalben auch bey den He
bräern und Arabern die beeden KReime/
die vor und hinter Thürem Des 7
das ift/desciftichi, geneiit werden So
Fälle auch offtmabis der Schluß. der Mit
nung indie Hefte des nechftfolgenden
Derfeg / und meiter hinaus /1varäl Die
Bermifgung der Männlichenund2B |
lichen Keime vorſchub thut / wodurch
man die vorgegebene Rothwendigkeit
der Reimen keichtlich umbgehen lau Es
verunfachet auch diefer eimzwangnin
daß man weitläufftiger ſeyn muͤſſe / als die
Sache
ii
pi
J
— Setthewdigiung Isah
Sache erfordert. Denn dieſes iſt viel
eher ben den ungereimbten Verſen zu be⸗
fuͤrchten / worinnen die Phantaſie die
Woͤrter und ſententias weiter ziehen kan)
als wenn Die Reime denſelben Maß und
iel ſetzen Wer ein guter Poete iſt / wird
ie Woͤrter und Reime fo fügen koͤnnen /
daß es ſcheine / als wenn ſie dazu geboh⸗
ren wären. Ja es kan ein Reim bißwe
len zu ſolchen guten und bequemen Ge—
Banden Anlaß geben / dieniemand in den
Sinn gekommen waͤren / wenn man nicht
den Reim zum Fuͤhrer gehabt: SE als
foder Borsheitfo groß / als der Nach
theil. Was füllte auch endlich bey ung
vor ein Unterſcheid unter der gebunde
nen und tingebundenen Rede feyn weñ
die Reime die groſſe Srenbeit / die wir in
quantitate Syllabarum haben/ nicht ein-
ſchrenckete? Was die Comadien anlan⸗
get’ To finddie im vorigen Eapitel ans
geführten / Einwürffe Feines weges fo
beſchaffen / daß man fiediefer halben des
Reimes entledigen follte. Warumb ſoll⸗
4 ten die Dialogi, wie bez den Lafteinenn
und Griechen in ıhren Eclogis ‚nicht auch
in ben Reimen bey uns koͤnnen vorge⸗
ſtellet
EN
524 __Das VL, Caps Von der Keime _
ftellet werden? . Denn ob ſchon die Na⸗
tur die geſchwinden Einfälle u extempo⸗
rales cogitationes nicht in ꝰ rſen her⸗
vor bringet / ſo hindert doch dieſes nicht /
dag man dergleichen. Dialogos I Ders |
— — —
fen-begreifte. Sie find keine extemporz-
les conceptus , weder ben dem Poeten/
noch ben dein Actore, ſondern fverdenin
einem gangen Syfteimate auff gewiſſe Art
und Weiſe geordnet / wie die membra tiv
nes andern vollitändigen Garminis,
Deßhalben auch hierinne nicht die Kunſt
außzufchlienen / die dennoch ſo kan ver haͤ⸗
let werden / daß ſie nicht ſo ſehr in die Au
gen leuchte / denn man hat nicht nötbig
alle. und jede Reden in völlige ‚doppelte
Merfe zu faſſen / fondern man kan ſie
in den halben Verſen „und noch oh
fürger. enden. Wodurch dann die Reime
fo unterbrochen werden / daß fit kaum in
die Ohren fallen. Bleibt es alle dar⸗
ben.’ dag die Suͤſſigkeit der wogenn
üblichen Reime ſa ſo gut / wo nicht beſſer
fen / als die in den Lateiniſchen und Grie⸗
chiſchen Carminibus ſich befindenden Ab⸗
fälle und Erhebungen der Woͤrter
ſind hierdurch etliche bewogen worden |
an | N}
EEE EEE Tr ED ——
=——n-
rn —————— —
—
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Be set __ Wettpeibigung. _ 3
nachdruückl N den Ohren fün BER
— Geiftlichen "Hymnos , it
datein ſche reimende Verſe / ale in die
rap uͤblichen Oden und Lyrica Carmi-
na verfaflen vollen / ie Se Jeiligen
Thomz Hymnivondiefer Art/ und
‚ältere vor! anden. Baı his har) reihen
‚Adverfariis ]ib. 32. c. 1. eineg Münchesy
Erinfredi, eig: no 806. gel SEHR
Rhythmicum, fo er in der ——
ſchen Bibliothec — 6 REISESEH
| deſſen Ana Anfang alfo lauf,
— Felicitatis ‚Regula. Rn 5 ‘4
—* fine, 1, fomper conftitit... 3
—5 cta cum venit — f j
voluta corruit &c. Her)
Ser cr Buche urtheitet in feiner 994 E⸗
ſten Theile von dieſen Katei-
ni ne Ei ut or Hoc; 5
* * |
pere
eteres
Horn a magt —
ve;non — *5* —5 eft: Pr&-
uecu infervit.Quare ſup
5 — EHRT n ivi
ri eoinprimisfe dele&tarunt. Diefe s ſchrel⸗
bet er an den Tobam Haufeonium —*
ecrx
alſo anfaͤnget /
s26 Das VIII.Cap. Mon det Reine
— — — — — —
cher ein 29— von. ſolchen Lateiniſche
Ödis gefchrieben. Der gelehrte Cambde⸗
denus hat / in feinen Remaines concerning
Britain p. 327. gar viel dergleichen reimen⸗
de Merfe und Oden / aus ihren. alten mo
numentis her vorgezogen 4 welche abet
kein Lateiniſches metrum haben / ſonder
nach dem jegigen accent in der pronunti-
ation gerichtet find. Etliche find gar oh⸗
ne metro, wie diefed des Walterde Ma-
pes, ſo gar laͤcherlich iſt / deflen Anfang
alſo lautet /
Mihi eft propofitum in taberna mori, —
Vinum ſit appoſitum morientis ori:
Ut dicant,cum venerint Angelorum
Deus fit propitius huic potatori.
Poculisaecenditür anımi luacern,
Cor imbutum nedtare volat ädfuperna.
» Mibhi fapit dulciusvinum in tabernæ⸗
Quam quod aqua mifcuit Pralulis Pincet-
u, MAC, 0° aan
Nach der jego üblichen promuntiatie!
find von unterfchiedlichen reimende
mina gefchrieben. Cornelius Gisbertus
Plempius hat / in feinen _Mufio , betr
gleichen etliche gemacht / deſſen Vorrede /
Aro⸗n
Si vis Lector, quis fim feine, „mn 1%,
| „ ‘Poflum — di m J
Nec
VWertheidigung. ga2 =
..Nec eft jopus füfius,;.ı |
Ex ſutore Delphi natus . °
Sum re Deih vocatus
. .. Coguomento Mufius, &c,
Cfiushat / in der Vorrede feiner Roſe⸗
munde / zu Bezeugung feines fünftlichen
Ingenii , dergleichen zum Frempelvorzeis
gen wollen / meinend / er fen der erfte/
von dem dieſe herrliche Erfindung ent⸗
ſtanden. Caldenbach hat / in feinen. Ly-
ricis, ein abſonderlich Buch von Latei⸗
niſchen Reimen/und in den Sylvis Tu-
bingenſe libir; eines "auff\ des Thome
Lanfıi Zod / jedoch. mit Behaltung der
quantifät geſchrieben / welches nicht übel
gemacht. So hat auch Maſenius ein
Lateiniſches Saufflied in ſeiner Come-
dia, Bacchi Schola everfa, und einer/
Hetermann / des Riſtens Himmliſche
Lieder in Lateiniſche Reime gebracht;
Chriſtianus Daumius, der den Palponi-
ſtam heraußgegeben / gedencket in der
Vorrede unterfchiedlicher alter Lateini⸗
niſcher Reimſchreiber Man hat einige
gehabt; die Teutſche un Lateinifche Verſe
untereinander gemiſchet / und gereimet /
davon wir droben gedacht. Es hat har⸗
2 Pr thius
\ |
en
a a ——
nn... —— ——
’
°» a8: Das VI. Cap Von dem Reime
|
‚Der ndifchen / grantzoſiſchen / Zralidnb
N ——
thius Adverſ. lib!'34. cap· 17. ſoſchen
Rhythmum Latino · Germanicum von
Anno 1259. der-in einem. Kloſter bey
Straßburg gefunden worden / hervor⸗
RNuchet / welcher alſo anfaͤnge /
"Gens ſins capite mag keinen Rath geſchafen
Imperium vacat capite. So hant Fein hoptdi
—* Pfaffee6
bpropter quoã ſchisma vertitur in Der
Chriſma per hoc deſtruitur· Jederman lug
| iu wen chebren. a)
Dergleichenhaben einige zu unferer Zeit
nachgemadyt / als ‚Plempius in ſemer
Strenula; a
Gaudeamus, laethons blye
Welſen, heden. boc imdie ann
Hilius nam, vvant den ſone |
Des goe moeders matris bone |
Toont der aerden, monfrat tereæ
Stellam (nam ıynen fterre, NN
In welchem das Lateinifche und Nie⸗
derlaͤndiſche einerley bedeutet· Conftan-
dus Hugenius hat unter feinen Nitde
Jänpifchen Gedichten’ein Carmen fo
Olla podrida nennet/ welches aus" Pe
4
fyen, Spanifchen / Latemiſchen / Gr
chiſchen unter ſich reimenden —
J
Tl V theidi 9. *
ſtehet. Solche Art Verſe aber findnur
der —— — ber vn a
ten / nicht. aber zur Nachfolge geſchrie⸗
———0
iſt dieſe / da einige Garmina gemacht /
die in zwo Sprachen zugleich ihre Ber
deutung: und Reimgebände haben. Es
ihrer Herr Wagenſeil in-feiner Sota,
e Uxore Adulterũ ſuſpecta cap. r. p. 49.
an / daß tiiier R. JüdasMed. D. ein-Epi-
thalamium gefchrieben / welches zugleich
Teutſch und Hebraͤiſch geweſen / deffen
Anfang alſo lautet zur: . Ela 0
RER Da N Ur Alps
Jaacob isjofo vvol im eben heraus auf ein,
Das uͤbrige / von dem, Carmine,hat der
Autor vergeſſen gehabt. Er erzeblet fers
ner / wie er auff feiner" Reife ein Buch
| angetroffen / genannt MT FA wor⸗
; inne der R. Leo, Mutinenfis ein ſoſches
| Epicediu: EN von 8. Ber⸗
| ir geſetzt / das zugleich Hebraͤiſch und ge
aliaͤniſch iſt / weiches es auff feinen ræ
ceptorem Moſem gemacht. Welches wir
bichet fegen Pollen. = non
rr —
%
“Zrdiik,
u Ä Ik
3: Pig : 4: 5 u 2* —
α—
92
-
con⸗ yien » * cosi ordin’ eh
Santo fia ogn’ huom; con pure zel
“ ch alla meta, gia mai fenza , riferbor ı |
= darge peyı a! owım
| yal p huomo er ix viva aflai, ——
‚as vIn. Cap. Fon der. Keime _
DTM» «Dp> rd iR oo UP
. Chi naſce muor & — che pals’ acerbo,
dp apa a m ONE an”
ap, wo Di D
Ael⸗ mori — gia car de Aare J
BA In 1 In
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Arriir ee “ ma vec ran in cangiar [se
Se fin —* ch al Cielo: yeroä neno
— J
|
A
Die Lateinifche Außlegung iz
nifchen Wörter ifl biefe! .
ihi } uam pa
N
ng E
Quinaleitur, moritur, Væm i 1
acerbus!
)homo, fic Geißaordne
Colligitur, P. ————
alum.
Mofes mortuus ef, "Mofesplim aruseloquio. |
danctus ſit omnis homo „cum puro Zelo.
4
q
am)
Vertheidigung 1 ya
| Nam, ad medietatem aliquando, haud quic«
enounone„ quamrelervans, _
rertingithomo, Sed, con pilimutantur,appa-
| ee BE |
‚ Quemfinem habeamus.Quippeadcalum ye-
| y zu Tumamoenum ——
Vadit homo, five muitum, five parum vivat.
Herr Wagenſeil haͤlt dieſes fuͤr eine ſon⸗
derliche und ver wunderungswuͤrdige Sa⸗
che / dann er ſaget / Non habeo ſatis ex⸗
ploratum ‚an quisquam usquam gentium
tale quid, præter Jud&os, aufus fit, ſcio
tamen Junilium Epifcopum Africanum,)
kı —* Div.Legc.o. pprore imposſibij
‚id habuiſſe, cum feriberet· A422 dieiomes .
1 trum in alia lingua tonſervat, wimiverban
‚rum ordinerhguenon mutat Ich verwunde;
‚re mich aber/ daßdiefemgelchrren Man⸗
je Se Ä n Nan⸗
ne nicht eingefallen/ wie dag in der Fran⸗
tzoͤſiſchen Sprache der seignenr des’ Acconde
junter dem titul,les Bigarrures, dergleichen:
Fquivoca Latino-Gallica pfel zuſammen
ln A — dieſes Epitaphium auff
"En premorelicy ef ‚fell ‚bride, mort'& coy
#. 8 — — 8 J | (cur,
yast euft en ᷣ I? along afßre au
kin . le 3,
„2 Das Cap Von der Meine
En premor eliciet celebri de mortecoegit
_Fiant utendos copia longa procul. .
Es gedencket Verdieraudy eines / Blaiſe
d’Auriol; welcher. ein Buch / les ioye⸗ &
douleurs denoftreDame, avec une oral-
{onpar Equivoques: tatir & francois, ge⸗
ſchrieben / ſo eben dieſes Schlagesift Nik
colaus, Antonius;lobet:,/ in feiner, Biblio-
thecä Hifpanica,den Alphonlum de Ledes-
ma ‚der in Spaniſcher Sprache in dieſen
Æquiyocis, ſonderlich glücklich. geworfen.
Es ſieht aber ein jeder / daß die vorgeſetzten
Exemplamehr Aedctation als Verſtandes
haben / und vielmehr eine Bemuͤhung
muͤſſiger / als rechtſchaffen gelehrter Zeus
te / ſeyn. Die / von den Italianern belieb⸗
ten / Carmina Macäronica; ſind au⸗ d
gemeinen / nach der Lateiniſchen Art ein⸗
gerichteten /Italiaͤniſchen tern
And den Lateiniſchen gemiſchet / deren ein
ganzes Buch / unter Dem Nahmen/
Merlini Cocaji, hervor gekommen: Hm
hen aber ein gemeines liederliches
(en /und.ift zuverwundern / daß auchg
eyes? ReuteralsBernhardinusStephonius)
mit dieſen Thorheiten Ba ei
Erytht iyım) int
es bezeuget rychræuſs DON ſchrei⸗
»:Dü:e 9»
Wrcecertheidignung53
ſchreibhung ſenes Lebens: Circumfer-
tur Macheronicum ejus Carmen, quod
Aacharonis Forꝗa in ſeribitur; quo nihil fie-
ri poteſt ineo genere venuſtius. Aber eg
heiſſet auch ben gelehrten / quod monſtra
‚etiam delectent, und daß Die Heßligkeit
ſelbſt bißweilen angenehm gemacht wer⸗
Den öniee Bi
Von dem Urſprunge der
| | Reine tu 3 6:
——
Je reine find nicht ſo gar neu. Ob fie
CD, don der Nenbern 8 Provincial⸗
Poeten in Franckreich igekommen? Die
Hebraer haben fie fpare angenoramen. Ihre alte
Poeſis iſt verlohren.Gomaril,yra Davidica. Ob
‚Die Gothen ſie in Italien auffgebracht? Kan nicht
gruͤndlich erwieſen werden. Jocitz wurden die
Gothiſchen Poeten genannt Jocticos facere ein
Spiel am Neuen⸗Jaͤhrs Tage. Was Rhythmi⸗
a Carmina bey den Griechen und Roͤmern erſt⸗
lich ch ‚Sie tar ohne — hat:
sten nurbloß die menluram. temporum, Exem⸗
den. Sriechen. AR war Diefelben Pen u
hy 12 i u; 3° >. had j tv
R
4
RR
1
334 Das IX. Cap. Bon dem Urſprunge |
Pas Act ſie geſchrieben Griechiſche Reim⸗Ver⸗
ſe. Tzeræ und Conftantini Manaſſis verfus |
politici: »WBarumb jener lieber verlus politie
cos ſchreiben wollen, Die Reime werden von
der Ratur gelehret. Viermsl.eonini, Autores;
die dergleichen / und die von folchen / gefchrieben.
Eine genauere Eintheilung und Erempel derfels
ben. Dieſe Reimeren it auch ın Predigten und
Difputationibus beliebet worden. °
Nden vorigen Capitteln haben wit
Feoͤrtert was wieder die Reime
vor gebraͤcht wird / und diefelben ger
gen die Einwuͤrffe verthaͤdiget. Die dieſe
machen / halten die Reime vor eine Er⸗
findung der neuen Zeit / und verwerffen
ſie mehrentheils aus dieſem Grunde Wir
haben in dem vor hergehenden Gapitelet |
wieſen / daß man ſie / auch ben den Greiechen
und Roͤmern / gehabt / ob man fie gleich
urchgehends nicht gebrauchet. Weihe
RMenuna zum Theil auch der gelehrte
Huct benflichtet.. Denn / ob er zwar / ih
‚feiner iDiflestation , de Forigine des Ro-
maines.p: 13. davor hält / daß dieft Reim⸗
kunſt erſtlich von den Arabern in Euro:
Nah gebracht / nach des Taric und des
Mirza Anfunfft,/ in Spanien / welches
toai / AunoChr:714. fo ſehzet er doch er
/
der Meine © 835
—— FREE OUBrTDEE
zu / daß er gar leicht beweifen wolle / wie
auch den alten Römern die reimendẽ Ver⸗
fenicht unbefannt geweſen. Campanella
giebt in feinen Poeticis , Die Araber
auch vordie Erfinder der Reime an / uñũ
ift auff feine Randgleute ungehalten /doB
fie diefelben fo begierig angenommen.
ch laſſe dieſes dahin geftellet ſeyn Wenn
ich aber die Art der Reime bey den Ara»
bern / die Clerice, 'infeiner Profodia A-
rabica ‚ beſchrieben / anſehe / ſo find fie doch
von unſerer Art etwas: unterſchieden /
denn fie fich eine viel groͤſſere Freyheit
nehmen. Lilius Gyraldus will / in feinen
Dialogis ‚de —— füi temporis, den Ur⸗
ſprung derſelben auff die Sicilier, ‚einige
aber wollen fie auff die Provincial-Poes
ten in Franckreich briggen / von denen
auch die Sicilier die ihrigen uͤberkommen.
Dieſes bemuͤhet fidy Claude Fauchet, in
feinem Buche del’ origine de Poeſie Fran-
coife liv. 4: chap.7.zu behaupten / aber
ohne Grund. Es find auch einige / die von
den Hebraͤern die Reime herziehen wol⸗
len / welche aber hierinne irren / denn die
Juden hierinne den Chriſten gefolget /
und haben etwa ur 500. Hahren / Don
7
nl
91
fi
TR
536 Das X. Cap. Vondem Urſprunge
des R. David Kimchi feiner Zeit an / der⸗
gleichen Verſe / wie die unſrigen geſchrie⸗
ben, Denn ihre alte koeñs iſt gar ver;
lohren / welche zu erforfchen ſich viele ver⸗
geblich bemuͤhet / und die Koͤpffe druͤber
zerbrochen haben. Scaliger vermeinet /
Daß man niemahls einig metrum in He-
braicis gehabt. Andere / es fen eine ge⸗
wiſſe Zahl der Sylben geweſen / ohne ein⸗
JJ
— — —
tzige quantität zuſammen geſetzet / und
nun in ſolchen Periodum gebracht / dab
man fie deſto fuͤglicher fingen fönnen.Go-
marus , in feiner'Lyra’Davidica, meinet /
was fonderlichesgefundenzu haben: / IN
demeralleArtender Pedum: undmetro:
rum in den Pfalmen Dapids / fozerfirew
et/auffgefucher: Aber Capellus wendet
Dagegen ein/ und zwar nicht ohne Fug /
daß wenn man auff ſolche Art die metra
in den Reden ſuchen wollte / nie feine Pro-
fa fen würde / darinne ſich nicht viel fin⸗
den würde. Bleibt alſo ben ihnen alle
ungewiß. Die jenigen/fo die Avaber zu
den erften Uhrheber/der Reime machen!
bringen dennoch ihrer Meinung keinen
fo grändlichen Beweiß. Denn ich ſchwer⸗
lich glaͤube / daß man / von der Zeit rin |
100
un
|
‚1 A a
np DE REM nn 31 0 537.
1 nige Carınina werde herbey bringen koͤn⸗
nen. Iſaacus Voſſius ſetzet den Ur ſprung
dieſer Reime auſf die Zeiten / wie die Go⸗
then erſtlich in Italien gekommen / wel⸗
che die Lateiniſchen Verſe nach den Rei⸗
men ihrer. Landsart eingerichtet. Aber
er bringet doch nichts hauptfächliches
zum Beweiß . Denn wenn man die Poe-
fin der alten Gothen anſiehet / fo findet
man / ſo viel man Nachricht haben kan /
keine Reime an dem Ende der Verſe / in
den Liedern / welche nach Karol ZEN
geichrieben / wie folchesaus des W ormii
Poefi Runica zu fehen. So follte ich aud)
meinen / daß es ſchwer zu erweiſen / ob
bey den uhralten Gothiſchen Verſen
auch die Reime ſich befunden. Daß ſie a⸗
ber ihre Berſe und Poeten gehabt / iſt
auſſer Zweiffel / und wurden ihre Lateini⸗
ſirenden Poeten Jociſtæ genannt / wie
aus des ori Gloflario zu fehen. Von
diefen fagt audy-Barthius, Adverſ. lib. 3. c.
4.Apud Reges Gothicos, Romanis dila-
ceratis;rhythmi, vice carminum, in pre-
tio erant ,; & aded pertinax fuit Rhyth-
micorum iftorum Jociftarum natio , ut
hodie — non magnatum ar?
| Sa FE
;
— —
*
s38_ Das IX. Cap. Von dein urſprunge
lis reperiantur, qui verficulis rhythmicis,
linguä vernacula pronunciandis, ad mi-
raculum usque expediti fünt. lfidorus
fagt / Jocifta eft, gei verbum,jocatur.Bar-
thius fetget vor verbum , verfum, und an ei⸗
einem andern Orte / lib. 12. c. 29. lieſet er
verum. Det du Frefne aber ändert es aus
den GloflisMStis Regis, Jocifta , qui ver-
bis jocatur. Sie tverden auch Joculatores,
Joculares genannt worvon Dad Teut⸗
fche Wort Goͤchel / Goͤcheler / noch
herkoͤmpt. Hiervon muß auch das Spiel /
od man auff den Calendis Januariis ge⸗
raucht / genannt worden ſeyn / welches
in den concilũs verboten / Jocticos facere.
Das Strauchius in feinen Calendis Janu-
ariisc.5.vondem Wort Juchten / ber
führe. Denn er meiner/ es ſey geweſen
corium pilis abraſis præparatum.
halte aber dieſe Meinung vor irrig. Denn
06 zwar / das zu der Zeit übliche Spiel/
Yecula,vel Gerbolo, facere, einige meinen mit
abgezogenen Häuten gefcheben zu ſeyn /
ſo ift von dein Worte Jodticos doch ſol⸗
‚ches nicht zuerweiſen. Ja auch das Wort
Cervolo, facere, Wird por conviciari , Ge⸗
ckerey treiben / gebraucht / davon Be
ODE. :
dene}
En en ME nn
N — |
— |
vet geinnee⸗
Tb. 4. Advert. c. 15. zu leſen. Won
den Keimen finde ich Hier nichts. Denn/
"obzwar bißtveilen auch Rhythmici ver-
ſus genannt werden’ fo meinet man nicht
die jenigen./ die am Ende gleichlauten/
fondern die/mit Hindanfegung der red).
ten Rateinifchen quansität / nur bloß den
thythmum nach der Zahl der Fuͤſſe und
dem accent, in acht nehmen. Welches
_ klärlich aus des Bed& feinem Buche de
merris zufeben / der dieſe Verſe zum Erz
empel bringet / 4
Aßpparebit Be ei magnaDomini,
deſſen metrur
troachicum iſt / ob gleich
die quantitas Syllabarum nicht in acht ger
nommen. Soldyer Art Verſe / Die ben den
Griechen politicigenannt worden / find
auch ſchon vor alters bey den Roͤ⸗
|
mern gemwefen und nicht vonden Gothen
auffgebracht. Penn das gemeine Volck
hat ſolche Geſaͤnge bißiveilenerdacht und
gebraucht / welche zwar den rhychmurh
des Carminis hatten / aber nicht die ges
bührende / und von den ver ſtaͤndigern eins
geführte /quantitatern pedum. Würden
alfo / ad diſtinctionem metricorum Car-
nam ‚rhythmica genannt / weil fie
oe
oo
$40 Das x. Cap, Won dem urſprunge
nichts / als nur die bloffen tempora, be⸗
hielten. Solcher Art war auch dieſes Der
Soldaten auff den Cæſarem. Urbani ſex-
— uxores,,.ma@chum calyum adduci-
mus. Die,metra bey den. Comicis koͤn⸗
nen auch deflen cin Erempelgeben, Dies
‚fegift eben DAS metrum welches Saturni-
um genanntivurde/ von welchem Servi-
„us in feinen? ‚ommentario.uber.diefeBel?
fe des Virgilü ‚Georg.l.2.V.385- 1,114,
Nec non Aufonü Troja gens miffa coloni
Srerfibus incomptis ludunt, rifuque foluto.
mit mehrem bamdelt / denn er ertlaͤret
dieſe Verfus incomptos AljO- Verfibus in-
‚comptisi.& carminibus Saturnio metro
‚compofitis, quos ad. rhythmum; folum
vulgares componere confueverunt, O0
cher Art find auch Die /; bey den Ro
‚mern alte gebräuchliche Fefcennini , und
die / vom Ariftotele fo genannte / AUNX%E-
ddrnara; geweſen. In den uhralten
Schauſpielen bat mañ auch ſolche Art
Derfe gehabt / von welchen Livius ‚ib.
‚,c.:. Czterum , parva hæc quoque, (ut
’
. ‚ferme principiaomnia ) & ea ipfa peregri-
naresfuit , fine carmine ullo, fine imni-
‚zandorum carminum,, actu, ludiones ex
4 I BR KM y
* | ; Hetru-
q
5
‚+ BB /
=
— —
| — — GT; > 2 i
| | Hetruria aceiti; actibicitis modos faltan+
ges, /haud ifidecoros möfüs; more Thu-
- (do,dabant.Imitari'deindeeös juventus fi»
mul inconditis inter ſe jocularia fundentes
erũhus ccepere: necabfoniä voce mo:
uus erant. Aẽcepta res, ſæpiusque ufur-)
pando exeitätavernaculis artificibus quia
—* Tuſceo verbo ludio vocabatur, no«:
men hiftrionibus inditum· qui non ſieut
ante Feſcennino verfüiimilem, compo-
ſitumtemere ac rudem alternis jaciebant?
. fedimpletasmodisfätiras, defcripto.jam:
4 adtibicinem cantu,motugzcongruentipe-
ragebant·Dergleichen Art waren die Ver⸗
ro ſe ſo die Kinder / und das gemeine Volck
m auff den Aurelianum geſungen / und nach
ihrem rhythmo getantzet / welche beym
iv FlavioVopifeo.in ſeiner Lebensbeſchrei⸗
m Sungauwlilen/ns niunhundie am „ons,
Mile mile, mille, mille;mille;mille;amille;
Dun anaA sidecollavimus |. oma!
it, SrRBE ARE HR SCCR —
Miele vivar, gelte hille oc
ſut 'Tanktım Yini habet nemo, 'quantuin füdie
X Bi —* * ——————— lout bonn
. Bierüber ſind die geiehrten Anmerckun⸗
EEn des delmann guĩeſen / welcher von ner
RI ; glei⸗
1
N
J. wa
J ‘
\ h
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sn ee
s42 DAsıX. Cap. Von dem Lirfprunge
gieichen Ars Verſe / und ihrem rhythmo
vielgelehrte Dinge zuſammen getragen.
Es erhellet doch hieraus / daß unter
- Griechen und Roͤmern jederzeit bey dem
gemeinen Manne fo eine Are Verſe gewe⸗
ſen / wiebernach, auffgekommen / und/
durch die öffentliche Einführungder Rei⸗
me / eine gröffere Annehmligkeit bekom⸗
men Dergleichen Verſe wurden / we—⸗
gen des gemeinen Gebrauches / bey den
Griechen politiei verlus genannt / oder /
wie andere meinen / weil ſie der ungebun⸗
denen Rede naͤher war / denn die Proſa iſt
bey den Griechen AdyO- rrıma%s genant/
daben Nacus Voffius meinet / daß fie in
den Gebrauch gekommen: wiedie Grie⸗
chiſche Sprache durch die barbaros ver⸗
dorben / und die alte Mufic , pronunti«
atio , und Abmefjung der Wörter vers
töhren gegangen. Wenn jemand des
Homeri Carmina nad) dem Accent auß⸗
ſpricht / fo find dergleihen Art Verſe
viel Darinne zu finden. Wie. auch Die hexa-
merrinicht gleich und bald. 12. ‚bald 7.
auch tolı7. Syiben haben / fo find Die
Jerius bontici auch ungleich Die dreyzehn
|
&
DE»
MM
Sylben haben / kommen mit dem Alerane
* drini⸗
—
Be der Keimen“ 543
driniſchen Genere bey den Srangofen un
- Zeutihenüberein. Insgemein aber ge
ben fienicht über 15. Sylben. Leo Alla-
tiushat /in feinem Buche / deSimeonum
feriptis, von ihnen außführlic) gefihries
en, Solcher politicorü verfuum,die nod)
jur Zeit nicht hervorgegeben / find viele
vorhanden in der Rönigl. Frantzoͤſiſchen
Bibliothec, wie bey dem Labbeo in feiner
Nova‘ Bibliotheca MStor: p. 1332. 133. 134.
mdns.jufehen. Man hat auch einige
zriechiſche Reim⸗Verſe / worinnen die
ftoria Apollonii Tyrii verfaſſet / die zu
Wenedig bervorgegeben / unddes Deme-
trii Zeni Baregxouvowaxier, davon 'Cru-
fusin feiner Turco-Grzcia. Sonft find
dee Tzez& , und Conftantini Manaflis
| verfuspolitici allen befannt.Und hät Tze-
zes in der Vorrede feiner Verſe / die Ur⸗
—A— warumb er die politicos
derſus lieber brauchen wollen / welche Jo-
xchimus Camer Epift. 19.lib. 5. in gute
Lateiniſche Jambos uͤber ſetzet. Er ſpricht /
EEEt cur enim aliquis artifici ſeribat mado
| © Legesubig;temporum & ſervans pedumꝰ
Xtcunda poliens ut decet ſubtilitex
Artificioſacum pari atquebarbara _
Be
- Im — — — —
— — — — —
— —
U N ul I ah
A TE ——— A WE 57
ER Majo-
4
A ti. >
N
544 Has IX. Cap: Won den Urſprunge
© Majore fint adeoinquehonore barbara -
5 ‘Etaneruditi plaufum uti docti terant. en
Aus diefen/ was wir weitlaͤufftig ange⸗
führer / iſt zu ſehen / daß dennoch der na⸗
gürliche Trieb allgemaͤhlich zu ſolchem me⸗
‚ro. iponret / und die Reime endlich vo
ſich ſelbſt darauff gefolget. Es fan aber
keine &emißbeit.dargerban werden / tel,
cher den erften Anfang dieſer Reime ge⸗
macht. Meinem Beduͤncken nach / ſoi
die Ratur die Lehrmeiſter in geweſen UND
iſt nach und nach dieſe Reimerey auffge⸗
kommen / und kan vielleicht bey den Teut⸗
ſchen fo: wohi / als ben jemand anders am
erften:gervefen ſeyn. Wir würden ſoſche⸗
defto'getvifler fagen koͤnnen / wenn die Ur⸗
‚alten. Carmina noch vorhanden waͤren
Daß wir in Teutſchland ſie eher/ als die
Srangöfiichen Poeten / gehabt / iſt au
10
in
‚Streit / und dr oben augefuͤhret. DR |
Der Rateinifchen Sprache zeitig den An⸗
|
genannten Verſus Leo nini haben ſo
fang genommen / und erweiſet Naudzus
J
|
e
Addition,al;Hiftoire de Louys&l.p:149.
daß fchon"Anno’Chr. 480: man Dergleiz
en Are Berſe gehabt. Nachgehends
Find piefeiben alfoiinden Gebrauch geton
Hu 9
iur if
|
|.
der Reimc· A
men / daß man keine andere/ als dieſe /
beliebet / infonderbeit in dem zwoͤlfften
ſecalo. Worunter de&:Bernhardı Morla⸗
nenſis, die er de contemptu mundi⸗ ge⸗
ſchrieben / die allerartigſten ind. Ja man
JJ——
c
ulorum mit dergleichen. Soriptoribus ans.
gfuͤlet/ deren Nabmen und Hiſtorien
allhier zu erschien viel zu weitlaͤufftig iſt
Man bat die bekannte Scholam Salernis,
tanam in ſolchen Verſen / etwa umb Dası
Jaht.u00.pongincn Joanne.de Medıola-
n0, gejchrieben / tworüber der gelebtte,
Moreau Aruner dungen außgegeben / und
in den prolegomenis viel gelehrte Dinge:
hiervon zuſammen getragen. Man fin⸗
tbßzweilen einige gute Einfaͤlle / und
enrentias proverbiales in dieſen Schriff⸗
ten / deren eine ziemliche Anzahl Michael.
Neander feiner Ethics Veterum Latino-
r im. binzugelegt- Die Form der Verſe
—J ROY und Tui Moreau auges
mergt /(o können fiegerbeilet werden, un
üficiofos und Vulgares, die Artıficiofi
derumb in Adfonantes , oder Conſo-
‚Nantes, & Concördantes. eng beſtehen
bloß in dem Reime diefe haben entweder
2 m m Woͤr⸗
| | *
RR
46 Das LRX. Cap Von dem urſprunge
Woͤrter oder Reime / die zweien odel
miehr Verſen gemein find. Der Adfonan-
tium find zweyerley Arten/ eine / worin?
nen das Mitrel dem Ende gleich autet.
Dieſe hat wieder 3. Gattungen unter ſich /
1. went der Reim in einem Verſe iſt
wie in dieſem. Hicjacẽet Aenricus ſewper
pietatis amieus. ı. Denn Anfong /
Mittel und Ende zuſammen reis
men / als m diefem Verſe / Vos eſtis,
Deus eſt ſis, teterrima peſtus. 3. Wenn
der Anfang mit dem Mittel reimet /
und das sende des erſten Verſes
mit dem Ende des andern. Zum
Exempel / — ar
" Jana mortis, paſſio fortis, crimen eorum
Attulit orbi, femina morbi, totq; malorume
Die andere Ark iſt / wen das Ende des
erften Verſes mit dem Ende Der andern
DMerfereimet- Dieſe find eigentlich Die
jenigen / die Leonini genannt twerden/
o-Canonico, welcher 4
von dem Leoni
Merfe gefchrieben/ die einen Rein ha⸗
ben. Solches gefchieher 1. in. zweien
Derfen/ deſſen ein Exempel ift in dieſen
Ur
Ver ſen / eines / Raymundi,
*
Sr
Curvum quod eft,hoc flectimus, |
Ut meuns ſe videat pofita caligine fs,
Quis vetat appoſito lumen de lum ne
Quod fi perfectè nequeo res edere cun-
Vt defint vires tamen eſt laudanda »o-
luntas.
Morinnen keine ſchlechte Zierligkeit iſt /
daß allezeit nach dem dritten Verſe der
vierdte aus einem bekannten Poeten ge⸗
nom̃en. Dergleichen Art iſt der Jambus,
welcher ben dem Academiſchen Depofitio-
nisrituan etlichen Orten gebraucht wırd.
Nos dum iocamur craflıus, |
» Bonis fudemus moribus,
—5 fricamus horridum ,
Craflumdolamusrufticum.
Craſſum quod eft deponimus, &c.
- Zum andern geſchiehet folches in wielen/
wie in diefen Verſen des Floreti,
., Qui peccat nimiü prefumensde pierate
Velquidefperatdedivinä bomeate,
Aut induratus non ceffat ab impierare,
t qui fratris odit virtutes dmprobizare.
‚und wie fie ferner nach einander lauten.
Die dritte Ark ift aus beeden vorigen
gemiſchet / welche viel ſchwerer / ale die
| | m2 an⸗
nn ——— —
_
a ee ——
348 Das IX. Cap Von dem Urſprunge
andern/ift: - Deflen Erempelfind unter⸗
ſchiedliche / als / wenn 1. Mittel und En⸗
de in unterſchiedlichen Verſen ver
meist, de 8.
Stat forisante foresMichael,dicens, quod
| honores
-Immutent mores rard tamen in meliores,
Der gleichen Carmen de bello Trojano,
welches warlich nicht fo gar ungeſchickt iſt /
wird von Barthio lib. 3ı.Adverl.c.5. her⸗
aufgegeben / fo ihm von Cafp. Gevartio
geſchencket / und in jedem diſticho gleiche
Reime hat / deſſen Anfang alſo lautet.
Pergama flere volo, fato Danais data /olo,
Soloraptadol, capta redacta vᷣcc
2. Wenn Anfang Mittel und En⸗
de auch Das Ende verſchiedener
Verſe zugleich / ſich reimen z.e.
Aheus hic soluber ‚cruce luguber, ipſe
(uber,
Atq; cruore raber, vit& faber , omnibus
Omne fugans tuber & culpa vexile/uber.
- Hunc puser ‚hunc puber, nunc fugat ca
....mus&uber. —
Concordantes find / wenn der Anfang el⸗
nes Verſes in allen iſt / und Das End ar
A er
= . — — —
der Keime: 440
ler ai einen Reim außgehet/ der
dern Mittel gleichet / z. e. |
‚nihileft aliud nifi poe |
In re terrena \ labor eminet atq; cate na.
nec lex nec juris babe
Dielen ſind entgegen geſetzet / da der An⸗
fang unterſchieden / das Mittel aber und
Ende in vielen Verſen einerley Worter o⸗
der Reime hat. Das allerſchwerſte in
dieſer Art iſt / wenn alle Sylben und
Reime beeder Verſe gemeinfind.z. e.
„ Qos anguis dirus un mulcedine
ip
Mi 'Hos fanguismirus rifti elecedine lavit,
Die inartificiales find folche / ale wir im
rigen Kapitel beygebracht haben wel⸗
E ohne merrofind und nur * die Rei⸗
ine haben. Cs haben aber auch ein ige die
g ificiales unter die inartificiales gemi⸗
men in demficnach 4. reimenden unges
Kann allezeit einen Vers aus
Icher A
efannten Poeten hinanhengen-
her Art find Die Verfe / die ein Car-
‚GualterusDiffe, —
Nn2 fang alfo lautet. _
m m 3 Heli-
J
——
so Das IX. Cap, Don, dem un orunge
„Heliconisrivulo modice conjperfws |
Vereor ne pöndere fim verborum merfis, _
Sedquiajam labitur mundus uniberfiu
‚ IncıpeMenalios mecũ mea tibia verfus
ae dülafeivio , verfusdü propi»o,
R.odetforfän aliquis dente me canino,
| Ai necafflatus ſum ſpiritu divina,
Nec labra tonte prolui caballino &c.
Es iſt kein Zweiffel / daß der gleichen Arten
vielmehr koͤnnen erfunden werden / und
fuer weiß / was indem MSto Cantabri-
gienfi, welches de metris refonantibus
gefchrieben fenn fol / Davon Moreau ge⸗
dencket / noch vor. verholene Künfte ſte⸗
den? Die Epitaphia dieſer Art find uns
zehlig/deren etliche Labbeus, in feinen
Thefauro Epitaphiorum, zufammen gele:
fen. An. dieſer Reimfucht haben damabl
aft alle kranck gelegen. Denn man bat
ver auch nicht auff Den angeln und
Tarhedern entbehrenfönnen. Die'Drts
diger baben ihre ‘Predigten Nette
ditponiret / welches bey emigen noch zur
Zeit gebräuchlich. Wenn man hat difpu-
tiven wollen/ fo bat man Die thefes und -
uzftiones in Reime gefafler / wie A.
ood, in feiner Hiftoria Academ Gran
vv ib.
WW
— EU NEE
E
der Reime. —
ib, 1.p.2}. —* folgend * eins giebr.
utura contingencia en
IR Kt ad —2 — 4
Pruùdentia Cardinalis
Praxin regat intellectus,
„. Cui concors eft efedtus —
"Appetitus rationalis® 4°
er andere queftion, Die er ſetzet / m diefe /
Vxrum potentiarum imperatrix,
ner Celſa morum — ———
Vis libera rationalis
Sit laureata dignitatee
EFEecionis Zopietæ BEE HHÄTNSGER,
‘. „ Ut.domina priheipalis?
Die Air und Weip / hierüber zu difpn-
BE wird an vangeregiem Orte weit⸗
laͤufftiger beſchrieben. Wir laſſen diefe
Reweren fahren / welche wir deſto umb⸗
—5 — allhier vortragen wollen/
ir man jonft bey andern davon
enen/die mir dieſe ——
I —— antworte ich mit dieſem un⸗
gefaͤhr einfallenden Epigrammare: ..
Spernis difficiles, Amice,nugas?i
” ‚ Ars, utfin faciles, — canoras.
— T 14— *
ur ’ | mm4 ——— Das
a Sn ö 49
De
r
—6———
pr Der Sapı Von Beſchaffenbeit
MOas xX.Cap.
= einigen Vdaßffenher |
ten der Reime. *
Innhalt. |
Ort Srännlichen und Weihlichen Reime
ID Amachen ih Teutſcher Sprache „eine ange;
nehme Abmechfelung. de a und
Spaniſche hat me rentheils Merbtiche oͤrter
und Keime. Meßhalben ihre Poeſie einige Be⸗
ſchwerlichkeit hat. Ihre Heroica werden in
wiſſe Stancesdeßhalben: getheilet. Die Frantzo sem
| Se ihreStances und Sonnete gern mit
fichen Reimen. Rapinı Oden vn u Dis
n Reimen; RN a Tay
AA ei R apa ahnt — — nii.
“Ten ınagels \'Brangnis.'Yeiede andifche'Car-
‚m'na; oomdütet or nd Ziveyfilbigen —*
m. — — ——
der Reime ob ſi —5334* a
nicht Aus Die
‚albe J nung ——
oſche billi Sfrali — —
chen. Re me . N are ‚proprüi
vermBen AMörrern: Lücherfiche‘Hift —
tonio Maraffa. Die — VV—— —
den Keime. Die vielfältigen Reime im Dadtyli-
co generc werden getaden Das — Be
Be y
u> DRS » ji!
er
EB ı
2
38
3
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er
3
Er”
er Reime. 8
nusiftau ernſthafften Dingen nicht geſchickt All⸗
| ses — dem
| Fondel. PRITE TEEN 433538 ara
© D Ir wollen zu den Reimen der
IPIERT eurfchen Bere uns wiederum
renden Bon twelchemdiegenigen/
| \forXeutfeher Profödien »geichrieben. / viel
Lehrſaͤtze habẽ / die hier unnothig zuwider⸗
holen. Die Teutſche Sprache hat vor der
| Staftäntfchen und Spaniſchen den Vor⸗
| gain: eine Abwechfeiung’unfer den
Remen hat. Da hingegen dieſe mehren⸗
llheils Werbliche Reime gebrauchen muͤſ⸗
I fen? welches ein deema ſchwach und
frafftloß machet / weil die Worte alle ab⸗
fallen / uñ dadurch den Poetiſchen Srieb
hemmen / der durch die Maͤnnlichen Rei⸗
me immerfort unterhalten und: angefri⸗
ſhyhetwird Die Itallaͤner werden deß⸗
halhem genoͤthiget/ ahre Poeßinlin gewiſſe
VNanee einzutheilen / weßhalben ſie / Die
Einfaͤlle mitten in ihrem Lauffe / zu un⸗
eerbrechen/ gezwungen wer den / welches
vxel Werhinderung machet. Die Frantzo⸗
nz inſonder heit aber Malherbe⸗ endi⸗
Jen ihre granoes und Sonnette viel lieber
mit Maͤnnlichen / als Weiblichen Rei
RIM SIERT. 0
a ker 257er a ae
v4 Das X. Cap Von Beſchaffenheit
men / weil fie befier ſchlieſſen vols die
Weiblichen / infonderbeitin Sachen / da
eine Haͤrtigkeit und Hefftigkeit auß zudruͤ⸗
fen. Hingegen in traurigen. Dingen
fchlieffen die Weiblichewbefler. Die Ver⸗
miſchung der beeden iſt am allerlieblidy
ſten Deñ / wie die Weiblicheu zu ſchwach /
fo ſind die Männtichen»zu hefftig. Die
nororovia iſt allezeit verdrießlich Deß⸗
halben iſt es nicht ſo gar angenehm / wenn
die Ver ſe auff lauter Maͤnnliche Reime
außgehen / wie dergleichen unterſchiedliche
Frantzoͤſiche Oden die Rapinus gemacht /
1.Guillotzin einem Brieffe an lof. Scali-
geriim welcher der 'gıte unter den
Frantzoͤſichen Brieffen ift/dieRevius.her;
außgegeben) fehr ruͤhmet / ſo aber andern
nicht gefällen. Viel weniger ift es ange‘
nehin / wenn ein Reim durch das gantze
Carmen'bebalten wird / welches dennoch
einige / mehr ad oftentationemingent ge
thañ / als daß ſie ſolche Art zum Exempel
vorſtellen wollen. Wir finden ein Fran⸗
tzoͤſches Tauzdeugmon unter des Möhconi-
{ii Garminibus;, die feiner —* ange⸗
hängen. Von dergleichen Ital miſchem
Gärmine;fdeiner / Angelus Raparius,
rot ı ih ma
N
— — der Feime. 5%
macht/fchreibet Erychraus Pınac.Il.imag.
28. Longum rhythmicum! Carmen , ex
minutulis ftrophis confedtum-, in illius
laudem edulii compofuit; quod vulgora-
violos’appellant: ac fingulis Strophis in-
| tercalaris verfuserat inferrus,& quoniam
f
|
carminis ealexerat , ut ultima Strophe
‚Uniuscujusque ſyllaba, eodem, quo.eX«
on
‚ genta
| do
ema intercalaris, modo ‚defineret „ tre«
—* verbazfimiliter , eodemque mo⸗
locadentia, repererat. Der gleichen Car- _
mina find in lächerlichen kurtzweiligen
Dingen wohl / aber nicht in ernſthafften
Sachen / zu gebrauchen. Conſtantinus
Hugenius;, welcher alle ſolche ingenii lu-
fus im Niederländifchen nachgemacht /
batauch dergleichen in feinenPoematibus,
wie auch. ein Exempel eines Carminis , ſo
bon lauter Ein und Zweyſylbigen Reim⸗
woͤrtern durch und durch beſtehet / deſſen
Anfang alſo lautet / Mora
UNyRUHrNG, "Diet: rhHGHt:
up Inn - Niet + Mn
* Naden |
Yaası. Muaden un inıemn
KLAR}, Iaty Sang⸗ t
| u | . Leder:
\
ss6 Das X.Cap. Don Beſchaffenheit
a Leſer TE RRDEN |
x Deſer
EHE: Ir liiiSgeht#> eig urn |
RR 2: KRlüche:i 730% ? 13dian
- Dergleichen wird man auch in Tengna
- gels Amfterdamfchen Lindenbladen fin
deny und beym H.Bruno'in’ feinem Men⸗
gelmoes, p. i65. 106. Jr übrigen find
noch viel nuͤtzliche Anmerckungen von
den Reimen / die wir nicht koͤnen vorbey
gehen. Sm Teutſchen wird fein Rhyth-
muslIdenticus zugelaffen / ob gleich die
Wörter / der Bedeutung nach / unters
fehieden. Welches dennoch die Frantzo⸗
—36 Niederlaͤnder nicht achten. Die
Italiaͤner find auch ſehr behutſammb/ in
Wiederholung eines Reimes. Denn ſie
halten es vor einen Fehler / wenn in eier
Ode ein Reim unterſchiedliche mahl wie
der holet wird / obgleich in unter ſchiedenẽ
Woͤrtern. Menage fuͤhret deßhalben un
terſchiedliche Oerter aus Italiãniſchen
Autoribus an. Es iſt aber zu genau ge⸗
ſuchet. Malherbe Urtheil iſt dieſes gewe⸗
ſen / man muͤſſe nur daſſelbe Wort nicht
zum Reime wieder gebrauchen / den Reim
—* aber koͤnne man in einer Ode wohl wieder
{BR 12: | ans
ee
N 60
VOL
ski Reimer, sn 157
‚anbringen. Menage aber fagt / daß man
diefes in. der Frantzoͤſiſchen Sprache. fo
gar genau nicht in. acht nehmen dürffe/
infonderheit / wen das Wort fd weit von
demerfien Orte / da es geſetzet / entfernet/
dab man es ſich nicht mehr. erinnere.
Worben man es in Teutſcher Sprache
auch wohl beivenden laffenfan. Dennin
den Dden /die ihre gewiſſe Strophen ha⸗
ben / macht faſt eine jegliche Strophe /
ein abſonderlich Carmen.. Es iſt auch die⸗
ſes zumercken / welches viele nicht in acht
neben / daß ein jeglicher Reim gleiche.
) fambeine paufam haben muß / und es fehr
N harte klinget wenn zum wenigſten mit
| den Reime Feine halbe Meinung fchliefe
I ft / oder wenn der Reimauff ein ephite-
}; ton; Oder prapofition außgehet /und dag
' Subftantivum im andern Verſe nachfol
get / welches die Italiaͤner ſehr haͤuffig
’ tun) ja gar vor eine Zierligkeit halten,
J Die Stansofen nennen e8 eniambemens,
" Bebrauchen fie aber gar wenig / auffer
' an Dertern/ da mans wicht überboben
! feyn fan/ wie es Des Marefts aufffolchen
N, Hall zugiebt. Ronfard tadelt fie nicht
| Menage aber verwirfft fir gang und gar ⸗
»
9
— — — =>
= —
BE [777
3 DasxX. Cap Von gserhaffenbeit
in feinen Anmercdungen über den Mal-
herbe p. 536. In Teutſcher Sprade
haben » gar Feine Ark / wiewohl ich ei⸗
nen ſonſt berühmten Poeten kenne / der
fie in dem Alepandrinigchen genere ſehr
hauffig gebraucht. Menage tadelt auch
in demfelben Buche prꝛog daß man Nowi-
na propria oder fonft andere neue ſonder⸗
liche Wörter zu den Keimen gebrauchet.
Wilches Malberbe ſehr offte thut / woruͤ⸗
her Theophile mit denen / die ihm hierin
ne nachaffen wollen’ Spott treibet. Det’
gleichen Sonderligteit bat ſich auch) einer /
Antonius Maraffa gebrauchet / VON wel⸗
chem Erythreus , Pinacöth. lim 45. dieſe
tächerliche Hiſtor ie er zehlet. Erat inuſita·
torum monftroforumque verborum in-
ventor,qua&partimafeinventa & excogi-
tata aflerebat , partim ab lſtris, Gallis,
Hifpanis,Illyriis» Teutohicis , Sarmatis
atque etiam fi Diis placet, Indis paulülum
mutata mutuitabat, iisque tum pr& ertim
utebatur , cum verfus rhychmo eflet ter»
‚minandus. Quamobrem multorum 4
illum concurfus fiebant, fimulantium,!
ryhytkmorum inopia laborare , ac rogan⸗
tibus, ut verbis Gmiliter'cadentibus» vor
us
u. .%
nis
bus egerent, fibi fübveniret ; quibus ille
ea ſuppeditabat, quæ deinde riderent. Es
wird auch für einen Fehler gehalten / weñ
die Cælur in demſelben oder folgenden
Verſe ſich mit der Rede gleich reimet. A⸗
ber es muß ein Unter ſcheid gemachet wer,
den / weñ ein Reim die Strophe ſchlieſſet /
und die Cæſur in dem erſten Berſe der
folgenden: Strophe ſich mit dem Ende
des erſten reimet / iſt ſolches von keiner
Erhebligfeit/ welches Menage, an vorer⸗
wähnten Orte p. 511. P.538. auch ange⸗
mercket. Es iſt audy ein ſehr groſſer Ubel⸗
| Rand / wenn man in dem Dadtylılchen
genere die. Reime fo fehr vervielfälltiger.
Denn es halten einige für die gröffefte
ı Bierligfeit / deren ſich andere aud) in den
‚ übrigen generibus gebraudyen / daß fie
Foft alle Wörter des MVerfesunter einan-
der reimen. So ſchreiben etliche/
af Lenken /daglängen die blümigen Auen
ie Auen/diebauen die Perlenen Thauen
„Die Nympfen in Suͤmpfen ihr Anclit befehaue.
Es klinget diefes aber gar kindiſch / und
, einem Unangenchimen Klapperiercke
‚ Anlicher /als einer Harmonſchen Lieb⸗
u mn wur Barhe kia ES IE, lig⸗
9—
I 09
\
«
1.38
a Te
(60: Das X, Cap. Von Beſchaffenhat _
tigkeit. Zu geſchweigen daß das dactyli⸗
che genus an ſich ſelbſt etwas gemeines
und:liederliches mit ſichfuͤhret. Wie man
denn / auch ben DEN Rareınernı ſolche ge⸗
hwinde büpffende.Neime/ in ernſthaff⸗
tigen Dingen / nichn gebilliget. Denn es
klinget richt maͤnnlich / ſondern weibiſch
uñ gaucelpafftig. Der beruͤhmbte Roſcius
hat pflegen zu ſagen ðe, quò plus ſibi æ⸗
tatisaccederet ‚eo tardiorestibicinis mo⸗
dos; & cantus; remifhiores effe facturum.
Somuß man aud) dieſes in den: generi-,
bus Carmınumin acht nehmen / und er⸗
fordert’ ſolches Die Sache an ihr.ielbil-
Die algemeine Eigenichafften des Rei⸗
= mies werden von dem Vondel/ in ſeiner
| Aenleiding: ter Nedderduitfche: Dichte
| kunft,gar artig beſchrieben. Het Rıim-
vvort ſchient niet gevonden om het rijm
te vinden„maerzy zo geſtellt of het geen
jimterm vvaer. „Het vars ſchine 00
geen rymelooze rede, waer trecke den
aert van een vaers an, enftayvackerop
zijne voeten. Heeft het geene,zenuvveib
zoohangrhetilap en vadzich: ishet te ge-
drongen., 200 * het ſut geljeck en
antsisnecht inzija harnas. Was weite
| yon
* OR * E
Bunde, Genenibus Car.
| N Re ie hin
J * * ich Inhalte; yh let BL,
Be | Genen arminum werden allhier gae
7° —9 —— — oe ra
Je. wg ſo aus des Horati ü
berſetzet. Die allgemeine. Eintheilung der
’ ——J— —2 e
j mit e Er he und Amar
N 94 ie ! —2 er Den, A *
y den alten Teutſchen geweſen. actyli
9 e Dactyliſche Verſe klingen ——
mit andern pedibus und metris unter brochen.
* compoſiti, wie bey den Lateinern ¶ ſo bey
M den Teutſchen. Es koͤnnen bey den Teutſch viel
— gen den Lateiniſchen „gemacht werden,
thyphall- und bhalæciſche Ode bey
Se (fcherning. Alcaicum, Elegiacum) A:
cu deum ;' ' Anacreonticum Carmen hey
den Teurfehen. Andere Arten der Sateiner Fans
nen füglich nachgemacht werden.
J— V ae genera Carininum, die bey den
m Sen thens
| n
aus
von den Keimen macht * ne a |
EEREREEREEBRRR
gs: Das RX. Cap Don dem Generibus
dus der Natur der Foͤſe / und dent sr
bände fielen / tbeils aus ‚frembden
Spyrachen abgefeben erden / find von 1
wielen Autoribüs ſo außgefuͤhret / daß we⸗
nig hinzu zuſetzen. Daß wir aber dieſes
Siucknicht umbhin gehen / ſo woen ww
Hieweitläufftigen Lehrfäge und Erempel
andern überlafen / und nur auhier/wad
wa fonderliches vorfällee / erwaͤhnen·
aß es auch nicht AM Exempeln fehle /ſ¶
Wen / zu Ende die Wercks / ry. aus des
oratiis. Buche Ü erſetzte / und noch nie. |
beraußgegebene Dden/ deren jegliche ein
fonderlich genus Horfteller / hinangehaͤw
get werden. Dieſe hat der feel, D- Ka h
Ficus Sch@vius, ein Mann VOM groflem ||
eiſte und vielen Wiſſenſchafften / vor⸗
mahliger Profellor des Sietiniſchen GY- ||
mnatıi ‚und mein Stehemeiftet gen⸗
der ihm ſ ſt das beſte Denckmahl ſeines
Ruhins hätte mr fönnen / wenn Ib |
nicht der Tod zu uͤhzeitig hinweg geriſ⸗
fen. Die genera Carminum erden |
nach den Tüfen/s.nac den Strophen |
Reimſchlüſſen / 3. nach der Materie sei |
getheilet, Die ietzte Art beruhet nicht auff
Die, Profodie, ſondern auf ber ErNBUnG) |
A
een
| oi19n97) NUM. «> ,
VNach den Fuͤſſen ſind erſtlich die Jambi-
ſche. Diemetra,die bon ihnen. emacht
werden / koͤnnen biß auff 16. Syhen auß⸗
gedehnet werden· Hieruͤber kan malt
nicht wohl ſchreiten / wie man auch unter
vier Sylben nicht gehen kan. di
Beohfelung der Mänhlichen und WBerbib
‚ en kan auff vielerlen Arten, Hefcheben/
md bat Here. Weife zwoͤlffe derſelben
| borgefelkt Eines / aus allen ‚Battuns
gender Jamborum gemiſchtes / wird man
ſnden n der Uberſezung / Od..1. lib. r-
| Horat;Ebendiefe Beivandniß hat es mit
—* Ey a genere, Bell ‚ein gen
' RD, .kempe aus Der. 2. e vorge⸗
h felletwird. Man macht in Trochaici
" ingemilfen regionibus, Cafüras oder“
* fhnitte/welchedie fonft matteTrochäifche
Verſe etwas lebhafft machen deren Er⸗
empel wird aus der. Ode gegehen Der⸗
Bleiben, Gelurze tonnen auch in andern
I mettisnachgemadyt- werden, „entweder
I Anit oder ohne Neiine/darnon Harsdörfs
* feinem Poetifchen Trichfer,/in. Der
nfünftten Stunde / handeit. Bleewohl die
ıgereimbten Cafurzhieber nicht eigenrlich
ven / denn fie machen eine andere Arc
" nn: vem
|
— ——__.
das xI. Cap. Von den Generibus__
vom, metro, DAB Yon Strophen einge
theilet wird Die Dadtyrfaen. und Ana-
peiifhen Carminz geben nicht uber diers
chen und. funfföchen Sylben / deren Er
empelaus der 4 uns. Ode des des Horatũ
Men zu ſehen. Hieſelbigen fol Herr
Buchner IM Zuatſchen erfunden haben
weiches ihm viele aufibürden / und hat
Sobgedichte deghalben zugeſchrieben / da
er doch jelbft der Ehre gerne entbehren
it... Denn man findet ſchon unfer den
Alten zeutihen Cartninibus, DIE Golda-
Aus hrraußgegeben PR: 399; dergleichen
Serſe Er tübret aus dem Ulrich von
Tichtenſtein einige an / die alſo lauten’
Swer folget dem ſchilde / der ſoll es enblanden
Dem liebe / dem ate / dem Hertze / Den Handen
Das ſonet vil hohe mit hohem gewinne
Divil werduminne ·ꝛc. ori
an konnte auch woll der Dactyliſcher
Reime ſich gebrauchen / wie die Hollaͤn⸗
der thun Aber bigber hat es bey Den
Teutſchen niemand gethan / nur daß
der Herr von Birchen/ in feiner. Anwei⸗
Aungzur Teutſchen Poeſie / <ap- 5 D- H
— 868
eruche ſolche Carmina zur Probe geſetzet /
| wiewiefpe,Au id 6
Wird mich der Himmel noch im̃er begnaͤdigen⸗
Sol mie kein Eifere /
| Arm Neidiſcher Geiferer —*
Meine are A nen beſchaͤdigen.
‚Sonft lauret es faſt befler / went De Das
I Ay fchen/ entiveder mit Trochæis unter⸗
tı ‚brochen/ mie. Harsdoͤrffer davon einige
n Exempel beybringet / als dieſe, /
eblicher Jeſu / herhliche Wonn
ul er Sean gühere 0 un a
DOder wenn Dadtylirhe und Trochaſche
® Anapeitifche und. Jambıjche wechſelswei⸗
N! fe.gefeger werden, ; Denn Die hüpffende
N Nrt diefeg metrı hat etwas kindiſches an
fl fich/ weiches ſehr dadurch gemehret wirds
wenn manıfo: viel allırerationes und pa-
M ronomafias mit hinein bringet / das etli⸗
che für eine Ziernigkeit: hatten / ja wohl
ar unter die Lehrſaͤtze dieſes generis
bringen ‚denen ich durchaus feinen Bey⸗
ii Fall ehen kan. Wie man nun im Lateini⸗
hen hedes cowpoſitos hat / fo kan man
N fie.aud im Teutſchen haben / und kan
— — geſetz⸗
ce metra nach Der; Lateiniſchen Art ex⸗
| 2.
En ae ee
9 A 4: Ka,
y06__DA8. xI. Cap Vonden Generibus_
Finnen ZBie nicht ſo uͤbel einge / wenn wenn
nur die/ im Seutiben uͤbliche / quantitas
in acht genommen fol ird. Ja ich halte da⸗
—* ß man auch allerhand genera er⸗
den koͤnne weh Man die pedes und
a us h. gewiſſe Art. in ihren Strophis
* chfelt / Die auch, bey den Lateinern
8648 Gebrauche find. Solcher Er
En un
— on zu
be gegebe Glycon-ithyphall - 6
Phalzcift no De err Tſcherningen /
| ‚feinem, — — des Sommers an
Heermannen / giebt eine fo lieb⸗
Aiſchung / daß es das Ohr und
| lat ergoͤtzet deren lautet
Wie € isn —
aß Erato von mir
to
Re meine handen u
Gerichte zu fingen /
Se ich meinte zu bringen?
Bo fich Hi
—“
Er
mmel und Kettet Mh mir lei .
mein eifriger Gel * iſirte
ar 1 irte/ toie Herr Mattheus
inetied au erft vergleichen Art geſchrie⸗
‘den: Dem ‚Alcaico, welches Herr Tſcher⸗
u Srählinge p394 hat /
— — — —
* — Oo m Mr — — ——
* un an 167
— Boblaur. —J
** Gedichten wird Beh, on ch eines.
gleichen rt / finden, nie bat
— id
ah ie * m in auffe einene
Weiber und Wein die Kain Leib und graͤffie
Weiber und der — Helen die Süffe auff
dee wen aber ide — —* weil
En. "Die — ——
‚hierzu / und will
ich mich * ten een de meiſten
davon im Teut —— will /
daß ſte nicht —2— ſeyn as
9 iadeum mit dem Glye ee vera
ach art c. Änacreontis
a fig. Bon demSap *
* ya ein mebres., |
te man nicht den Jonicum & I *
jore & Minore, Dactylicum, Ale emani⸗
cum’, Archilochium Dicolon, Hipponas
&ium und die anderen / unter fid) ver⸗
nn4 miſchten /
Ari 7 Me Tara „achmachen Fönnen?
r dr verß n will / und die
ne en feinem Willen
hat / dem Be DR nicht fehlen/ und
wunders ‚mich fehr/ Daß da man fo viele
Neuerungen rmas auch hierauffnicht
Schr heilen geweſen iſt. Aber wir
i
te ‚ante ben den Teutſchen nach den
Strophen eingethenet.
‚Das XI, San.
8 denn unterfehiedenet n Ar
| au 00H mon Reimfehtuf 2 Hits
un Jnnhalt. * eh : -
“
. -
TV —26 Alexandriniſche genus den
99 WMaͤhmen habe vermuthlich von
Dden Sransofen her. Ob es iu Heroifchen,
urn ‚bequeme, Joaunes Bolcanus, und,
Garcilatto Fe la Vega , habet A ch kurtzes
enus in Der Spani de eſie erwehlen a
Be Teuft Fi iöhl. Vers cömmmüns, Son-'
nette. eift bey den Provincial⸗Poe⸗
nd ee, Es iſt un mine fie von den:
— er MR nel
— 7
en zu dem üblichen Arten der Ge⸗
— —
ee u ET Fe men ar u u De De Fe u a
|
’
\
Reer Reimſchluſſe
Fauchet und Menag 5 7 fi
5 Sprache zu erſt au hs X:
tifta hat die zierlichften Sonnette in I⸗
Klinke Sptache.gefih Kolben. ‚Slemming im
en. % Feine geringe Kunft. Der Stanz
kin Sernheiten in den Sonnetten Quadrainis
Hexains , Huidtains &c, "Das ee e=
nus ‚Echo-Ningel- Keimen: Rondeaus.! Wie⸗
berholung der Reime bey den Meiſterſaͤngern.
Barrıt einegeroife Artder Reime aus Hr. Schot⸗
en. Wiederkehr. Gegentritte. Ketten Reime.
indatifche Oden / find einem Syllogifmo Ora- -
torio eich. Sechftinnen. Deren erfter Erfinder:
Zeutfche Centones. Bilder- Reime. Griechiſche /
die unter des Theocriti 'Carminibus gefunden
werden. Joachimi Camerarii Urtheil von ihnen.
bani Mauri Carmina »cruciformias; Madri-
Sale, Woher fie Eummen. ‚Covarruyiz , Co-
tus Meinung, „Mandrial, Ob die Srankofen
En er zu erſt fie gebraucht. Cotin beſchrei⸗
ber Ein Mad al nicht recht / durch ein Epi ram⸗
Bee alt die Magdrigale fuͤr die
eſte Art Die Sue eniEpigrammata koͤn⸗
* * Hin anderm metro bißweilen beſſer / als
in Madrigalen verfaſſet Were. Madrigalefind
aut Mu; ichbeg u adrigal onen, Madriga et-
„Sta ces1 * es. eæ wine. Die Teutſchen
Hi [0 Ei id tt 1, beſte Art, n Che
unter den ‚gemeinen pra⸗
— t Sc ; Win |
Ron n Ns Un
sro __ Das XII. Cap Von den Arten
ir denen / nach den Strophen
=
——
eingetbeilten / Carminibus iſt das
RW Alexandrinifche das bekannteſte.
Woher dieſes den Rahmen habe / kan
man nicht eigentlich wiſſen. Claude Fau-
chet handelt biervon in feinem Buche /
dela Poefie Francoife liv.2. ps85s meinet/
daß es entweder von den Büchern um Ro*
tmainen alfo genannt/ dar innen Die Thar
tendes Königs Alexandri in dergleichen
Derfen befchrieben / worvon er ein! een
eınpel.in gemeldete Buche, benbringek
oder auch von einem Srangöfichen ‘Pot
ten Alexandro. Andere meinen / es wer⸗
de von einee Stadt / Alexandria iM
Weiſch and /woſelbſt es erft erfunden
ſeyn ſolle / alfo genannt. Bei wollte es
gerne aus Teutſchland herfuͤhren / deße
hawen er in feiner „69. Epiſtel an jemand
ſchreibet / und von ihm zu wiſſen begehret /
6b Ian nicht unter den ubralten Car
mınibus eine foldye Arcfinden ſolte IH
halte aber / Daß man ſich Deßhalben ver’ |
geblich bemühen werde / umd Bermeinek
man müffe deflen. Erfindung, den Fran⸗
ofen laſſen. Welches wie herrlich es et⸗
lͤchen auch vorkoͤmmet / jo urtheilet den⸗
I 1% noch
ii] IN
>
zn. — un Allen u en ir eu 0 in nr — —
—
ni
es
u —
nn Ma — ————— — — —
— un 7 A ————
ei F
* ala
nn. _ N
hoc) der ſcharffſinnige Cenfor, Rapinus,
in feinen Reflexionibus part.2. n, 10, da⸗
von / daß es eine monotoniam habe / und
de Unterſcheid des numeri nicht vorſtellen
koͤnnen / ja gar in einem langen poemate
endlich verdrießlich falle Joannes Bofca-
nus und Garcilaſſo de la Vega haben es
lieber in Spaniſcher Sprache wollen
fahren laſſen / und an ſtatt deſſen / die, bey
den Italiaͤnern gebräuchliche/ eilffſylbi⸗
gen Verſe angenommien/ wie Nicolaus
Antonius; in ſeiner Bibliotheca Hifpani-
ca, bezeuget / in quibus wie er fagt/ma-
jeſtatem explicarentftyli, atque uberio-
res ven laticesabundantius eflunderent.
Man follte inder Teutſchen Sprache die
Heldenart gleichfalls bierinne faſt befler
außdruͤcken koͤnnen. Worinne die Eigen⸗
—*8* dieſer Verſe beftehe / ift allen. bes
Tanne: Drunten wird ein Exempel aus
der 6.Ddedeg Horariiporgeftellet, Man
bat auch ‚einige Art Berſe / die man,
nach Art der Rateinifchen Elegiasnen-
net / bloß deßhalben / weit Weibliche und
Männliche unter einander vermechfelt
werden. Dergleichen hat man nicht als
lein im Alskandrinifchen genere nen |
Ritt au Pen *
TE a U
2Das XCap. Von den Atten
_ auch in andern· Man vermiſchet auch
wohl zweyerley Arten / alſo daß ein
Verß Lilexandr miſch / der andere Anapz-
frijch iſt / welches eine ſehr gute harmo-
nie macht. Diſſen ein’ Exempel unten
aus der 7. Ode des Horatiı gegeben wird,
Im Alexandriniſchen Genere hat Herr
Siegler ein Buch / ſolcher Elegien. ge⸗
ſchrieben / von der Geburt / Leiden und
Auffer ſtehung Chriſti. Eine andere Art
Elegien hat Herr Weiſe in ſeinen Gedich⸗
ten Ne und z8· Man hat ferner eine
Ast / die man gemeine Verſen vers
-<ömmuns, nennet / aus sehen und eilff⸗
ſylbigen Jambis beſtehend. Dieſe fuͤgen
ich ſehr wohl, und koͤnnen zu vielen Din?
"gen gebraucht werden. Wir wollen deren
in Exempel / aus der 8!Dde des Horasıı,
bbringen Die Sonmette/ wie und auff
wie vielerley Art fie zu machen / fan man
ben andern überflümig finden. Es iſt
zweiffelhafftig / weiche Nation ſie erfun⸗
ven. Die Zraliäner und Srangofen firels
tem bierumb. Gemwig ift es / daß ben Den
FErangofen Der Nahme / Sonnete / ſchon
in der Romiänide la Rok,dieumbs Jahr
geſchrieben / ſich findet / und ano
17 fi
I
ur
un Ber Remſchlüſſhe
andern Autoribus die zur ſelben Zeit ge⸗
lebet. Aber wie Menage, in ſeinen obſer-
vatioubus ubher den Malherbe p. 570. ae
5 ſo kan man noch nicht hieraus
w
eiſen / ob dieſelben eben dieſe Man
von Berſen und derg eichen Reimen
gehabt / wie die heutigen Verdien tadelt
auch die jenigen / in ſeiner Cenſione auto»
zum, welche den betrarcham vor den er⸗
ſten Erfinder halten / ſich auff den Faus
chet beruffend / der ein Soñet / aus ein⸗
nem alten Frantzzoͤſiſchen Autore hervor?
gebracht. Welches ich aber ben ihm nicht
finden koͤnnen / und ſollte mich Wunder
nehmẽ / daß Menage dieſes vorbey gegan⸗
gen waͤre / welcher außdruͤcklich bekennet /
daß es den Frantzoſen an glaubwuͤrdi⸗
gem Beweißthuͤmern noch zur Zeit man⸗
gele / wiewohl es nicht ſo gar unglaͤublich
iſt / daß / wie die Jtaliäner vonden bro⸗
vincial·Poeten ihre Poeterey / ſo auch
die Sonnette / uͤberkommen haben / in⸗
der heit da der Nahme bey ihnen vor⸗
handen» Denn es koͤnnen ſolche kleine
Carwina wohl verlohren worden ſeyn.
Wer es unter den Frantzoſen zu unſerer
Seit am erſten auffgebracht / das une
nn 5 0 EN nn
74 Das XIE Cap Bon den Arten
fücht Menagemeitläufftig am vorgedady
ten Drte/ daran uns aber wicht ſonder⸗
tip gelegen. In Spaniſcher Sprache hat
Joan boſcan es zum erſten geſchrieben /
pie Ncolaus Antonius, in ſeiner biblio⸗
— AWeyh den J⸗
taliänernift Petrarcha von den erſten / def
fen Sonnette / wie alle feine andern Car-
ing gar wohl gemacht. Es ſchreibet m
ber Lorenz Craſſo, in ſeinen Elog: d huo
mini littarat. part. i. pP 336. vH dem
Jofepho Baptifta daß er dieſe Art Carmis
num zur hoͤchſten Vollkommenheit ge⸗
hracht / denn er ſaget /egli,e ſtati il primo
iniquefto fecold, che in un-Sonnetto ha
faputo unire'rutte le bellezze imaginabi«
ti, ;Eruditioni fipofti, ma feliciſſamente
applicate: formẽ de dire magnifiche, ma
honifcompaghäte della chiarezza: Uon-
cetti nobilifiimi ‚ma 'genitorinel medefis
No punta della'maraviglia e del diletto.
Was dieſer von dem —* Baptiſta
ſaget / das koͤnnen wir billig von Flem⸗
mingen ſagen / denn es hat niemand in
Teutſcher Sprache ein ſo ſchoͤnes Sonnet
Iſſchrieben / gis er / welches trawn Feine
geringe Kunſt iſt. Denn es iſt von die⸗
db, | m
BED Ben,
636
et Reimſchlüſſe 375
ſem wahr / was Martialis:pon den Epi.
' grammatibus ſagt / librum ſeribere di
dile eſt. Balzac ſaget in feinen Entretiens
Entr.32.d08 er zwar vielElegias geſehen /
die ihm ſehr wohl gefallen / aber gar we⸗
ng Sonnette / die ihn recht vergnuͤget
hätten. Die Frantzoſen brauchen ſon
Diel Freyheiten / die dem Sonnetie ſeine
klingende Art benehmen. Als / wenn Mal-
herhe, die andre quatrain der erſten an
den Reimen nicht gleich machet / weiches
doch etwas nothwendiges bey einem
Sonnette iſt. Diefes iſt nicht nachzuma⸗
chen. "Seine eigenen Landsleute iadein
deßhalben. Es verwerffen auch ein⸗
ge unter ihnen die Reime / und ſetzen ſie
nicht an gehuͤhrendem Orte / verwechſein
auch nicht die Maͤnnlichen mit den Weib-
lichen, wie es ſich gebuͤhret / ſo / daß dren/
dder vier Maͤnnliche nach einander ſoi⸗
n. Es wirden auch von ihm die ſechs
—* Reime / drey Maͤnnliche / drey
liche / wechſelweiſe widerholet/ Es
nf utſchen Herr Harsdörffer fie:
ven Männliche / und fieben Weibliche
wechfelteife wwiederholer / welches fehr
ſchwer iſt / und keine ſonderliche dir ee
⸗
UN U ——
RER ot TEREIEUE
i76 Das XI Cap Von den Arten
Dergleichen Wechſelreime finden ſich auch
in dem Jtaliänifchen / bey Girolamo Pre=
ti»@in Erempel eines Sonnets / wird
aus der Od.o. Horatiiporgeftellet. Mar
hat ben den Frantzoſen /quch vier⸗ſechs⸗
achtzeilige Verſe/ Quadrains, Hexains
Huictains,;auff unterſchiedliche Art unter
ſich verwechſelt und gemiſchet / welchen
ettiche drey / fünffefieben: neun-zehen-und
zwoölffzeilige Hinzu thun / deren Erempel
ben dein Berulioccap. 8. ſeiner Anweiſung /
au leſen · Hier inne kan ein jedweder feinen
eigenen Einfaͤllen zum; theil folgen.
Zrunten wird ein Exempel der ſechszeili⸗
gen / welche die vier zeiligen in ſich be⸗
greiffen/ aus der io. Ode / und ein anders /
von den achtzeiligen / aus dern. Ode her⸗
bay gebracht werden. Das Sa phicum
genus iſt hen den Zeutfchen auf unter?
fchiedliche Art auffgebracht / ſo / daß «6
numehr bey ihnen faſt das Buͤrgerrecht
gewonnen / wie Denn verſchieden⸗ Gat⸗
fungen von den Autoribus vorgezeiget
werden. Drunten mir eins / aus der. iꝛ⸗
Ode des Horatii, angeführet / welches
zugleich. ein Echo für bildet / ſo feingenus
»garminisan fich ſelber iſt / ſondern ur
mn
Dan
oo
—
RENT RT
yalzkc ‚der Reimſchluͤſſe ._ 577.
\ eine aftedtio deſſelben. Von dieſem has
ben auch) Andere. außführlich gehandelt?
infonderheit Hert SchottelundBerulius,
2. feiner Anmerfung. Ringel: Reis
ne find. die jenigen/ weldye mit den ſe ben
Mörtern/, damit fie anheben / auch den
Schluß machen. Worvon aber zu mer⸗
cken / daß der Anfang und Ende / müfle
ewas ententioſum oder patheticun m
ſich haben / denn ſonſt dieſe Art ohne
alle Zierligkeit ſeyn wurde. Dergleichen
bat,einer /Ameſius, oder / wie er mit dem
rechten Nahluen heift/ Zamelins, ein gan⸗
tzes Buch geſchrieben / unter Dem Titel /
Muſe Cyclädes. Drunten wird ein Ex⸗
empel aus der Ode des Horätii gege⸗
ben. Die Frantzoſen haben ihre Ronde-
aus, Her Schoitel bat auch eine Ondre
Art Ringelreime/ in Oden / da. 2. Verſe in
einer jeden Strophe Den Ders anfangen
und khlieflen / davon in den Anmerckun⸗
pen. über MeumardsTarfeln, p- 249. Zu
90 viel andere / davon in feiner
Reimkunft lib. 3..c. 10. ‚gedacht. wird.
Beym Berulio findet man / imfeiner An:
weiſung cape 9.deren auch unterſchiedliche
Gattungen / und unter andern —
eo "88 08
nn _ Be
BE.
778Das XI. Cap· Von den Arten
das gewoͤhnliche Tiichgeber /Aller Au⸗
gen warten auff dich / ſtuͤckweiſe ei⸗
ne jegliche Stropberjedochohne Reim /
5— Solche Wiederholungen der
eime find auch bey den alten Meiſter⸗
fangern geweſen / die ihre Klapperreime/
anbangende Reime Reim⸗Weßtzler / odet
Reim Schleiſffer / Schlag Reime gehabt /
davon Schottel in feiner Reimkunſthbez.
Die oͤfftere Wiederholung eines
klingenden Männlihen Reunes 7 wie
beim Schottel in dem Carmine, fo er von
der Teutſchen Hauptfprache / im Anfan⸗
feines fünften Buches. hat / In Den 13. 19»
20, 21. 22, Zien Reimſchluſſe / nennet er in
den Anmerckungen 7 Barrit oder
Bardit / und kan es ſeyn / daß ſie ſolcher
re ſehn / die Jans Sachſe feine
THöne oder Bare nennet/ davon wi
ur 2. Cı 7. erwähnet. Aber er bringet
erten keinen Bemweig.ben. Die wiederkeh⸗
renden Reime beſtehen hier inne / daß in
dern gantzen Carminenur eine Reim⸗Art
fen esiwären fo viel Strophen / als fie
vollen / und A von dem SDrittelthet:
le des Carminis die, Reine rückgängig
wieder anfangen’ alfo/ daß der nn er
| ie,
| ey 879
Wiederholung dem letzten des erften
Theils gieich wer de und alſo biß auff den
/ letzten m gleicher Zahlund Reımwörrern
t Fortgehe/ der dem erſten gantz gleich iſt.
Dererſte Theil iſt gleichſaimnd der Vor⸗
/ſatz / der andere der Nachſatz/ oder Be⸗
antwortung und Gegen⸗Rede. Die
J. Wieder oder Gegentrute haben in Den
vierverſichten Strophen nur zwey Reim⸗
4 woͤrter / die ſo fort wiederkehren / und kan
die dahl der Strophen nach beleben ge⸗
N Fenekwerden: Bender Arsen Exempel
N" fnddruntenzufinden‘ der erſten / aus
y Der ia der andern / aus der 15: Ode des
. Noratu. Man: hat auch eine Art die
t man Kettenreime nennet / die ſich vor⸗
t WEM der mitten und am Ende reie
men Von diefen und dergleichen Kein,
gebänden find-bey dem Herrn Schottel,
tt Infeinen Reimkunſt / ſehr viel abfonder-
p The Arten zu finden-/ darvon man ben
hm weiter nachleſen kan. Wir: kommen
auff die Pindariſchen Oden / weiche
Art die unſrigen nach Art der Griechi⸗
qſyen und Lateiniſchen gemacht haben.
. "Mit dieſen iſt es faſt / wie mit einem Epi-
cheremate oder Syllogifmo Orator:c bes
Bi. 002 2 fhafe
N E. sc
rn a a a
530 _ DasXl. Cap Mon den Aten
haften / dar innen die Strophe gleichtamb
eine Propofitio iſt / welche dann mit ihr en
rationibus amplificiret wird. Antiſtrophe
iſt dem Minori zu vergleichen welche
wieder umb amplificiret / und mit aller⸗
hand Poetiſchen ſiguris außgezieret wer⸗
den fan. Die Epodos macht gleichſamb
die Concluñonem. Dieſe Ordnung kan
uch wohl geändert wer den / daß Strophe
den Minorem, Antiftropheden Majorem
machet wie folches auch in den Syllogis-
mis oratoriis gefchiehet. Im Lateiniſchen
haben Heinfius, Sammarthanus und‘ an⸗
dere/ dergleichen Oden gefehrieben. Die
vielen Gattungen im Teutſchen / werden
von andern weitläufftiger angeführet-
Wir fernen deren ein Exempel aus: Der 16.
Dde des Horatii. Die Sechſtinnen find
von den Spaniernam erfien erfunden/
und wird von den Nicolao Antonio:D.
Petrus Vanegas de Saavedrader.erfle bes
nennet ‚der fie gebraucht: Es iſt bekannt /
worinnen ihre Eigenſchafft beſtehet.
arsdoͤrffer bat auch / an ſtatt der ſechs
-Derfe/ drey⸗ und vierzeilige / Nie klingen
aber untieblich. "Drunten iſt ein Exem⸗
pelausder Ode des Hocatii, und
mei⸗
|
neben .. _s8t
Parte itccn ER
Dieſe ſind alfa die vornehmbſten / nach
den Strophiseingetheilten/ Genera, deren
viele Berdnderungen bey andern fich Dee
finden/;und noch. mehr können erdachf
werden, Betulius hat auch Centones,
foer Stuͤckelgebaͤnde nennet / deren
Erempeler eines aus dein Opitio zuſam⸗
meinen. Gedichten findet ſich auch eing
wmen geſetzet. Es bat. aber in Zeutfcher
Sprache nicht die Art mie im Griechi⸗
ſchen oder Lateiniſchen. So bat man Pa-
rodias, Acrofticha, Chronofticha ‚ welche R
hieher nicht gehören / und. den Nahmen
eines rechtſchaffenen Carminis nicht vers
dienen. An Bilderreimen/ da.die Verſe
eine gewiſſe Figur darſtellen / belufligen
ſich ſehr / indem ſie bald. einen
4
2
Potahbaldeinen. Baum und dergleichen
abbilden. Die Griechen haben folche Din.
gevor dieſem gemachet/ wie wir einigedes
Theoeriti Carminibus hinangehänget fin»
den Von dieſen urtheut Camerarius,
Epiftohr.lib.s, andenEobanum.Heflum.
h his Carminibus nihil eft dodorum
adıniratione dignum. Quid enim elegans
Atticum, velin argumento vel elocu-
m A 80; tione;
gar DasXı Cap Mon den Arten
tione , 'xel ferienna? An tu verd iltos
qiuegmunias & zunondu]as probaſt 2Mr
ninie probafti aut probas; qui anguſtiam
iftamingenn, &torments compoſitionis
he 7 in parte bella vderi poſ⸗
ein torä poen laudem ſeis. prorfusnon
habere, “Tribuuntar & alia hujusmodi
poemata Theocrito, Bipennis’ Ale, Ara
Qux quidem facile "vitabunt induftriam
noltram, & nor aded digna res’viderur,
tibi tu nervos intendas. Eben ſolches
Uthei kan man auch von den Bilder⸗Rei⸗
men faͤllen / wie auch von den verlibus
quadrans. eubicıs. Die einige nachahmen
6 Unter allen dieſen Arten ſind des
Kabani Mauri Lateiniſche Sarmina, dar⸗
innen fo vielerlen Arten Kreuße ‚gebildet
erden) verwunderns würdig. Denn es
muß diefer Manni’ eine unglaubliche Diüs
be gehabt haben / deren fo gar unterfühles
dene Jornen / in fo vieferien Arten Der
Merfe, zu verfaffen. Wer aber cin recht
tuͤcht ges Gedichte fehreiben kan / wird ih |
nie mit dergleichen armſeeligen Erfinduns
gen behelffen |
Der Madrigalen hätte ich beynahe
vergẽeſſen / welches eine ſehr —
|
Reimgebaͤnden iſt / die von den Italiaͤnern
und Frantzoſen etwas ſpaͤte auff die Teut⸗
ſchen setommen: Woher foldye Art Wer⸗
ſe / und das Wort an ſich ſelbſt den Ur⸗
ſprung habe / iſt ungewiß. Covarruvias
hat / m ſeinem Thefuro Lingux Hiſpa-
mer, viel mit dieſem Worte zu thun/
ingleichen auch gr ‚in einer abſonder⸗
lihemDıffertatidhs von den Madrigalen.
Das Vocabularium della Crufca fuͤhret es
ber von Mandra , welches eine Schäffee
ven bedeutet /_ umd Gallo , welches letzte
Cotin nicht gefaͤllet Einige leitewes von
dem Spaniſchen Worte/ Madragan, ſum-
mo mane expergifci, her / wie die Liebha⸗
ber zu thun pflegen / wenn ſie ihre Liebes⸗
lieder bringen wollen. Das: giaublichſte
iſt / aß es von Mandra fornme / und vor
alters ein Schaͤffer lied bedeutet / welches
auch hierdurch bekraͤfftiget wird / wie
NMenagius, in feinen Originibus ltalicis,
angemerckt / daß es bey den alten Itali⸗
aͤnern / Mandriagale, genannt wor den.
Das Wort dyan bedeutet auch ben den
alten Atticis, eine Heerde / koͤnnte es alſo
von Kerr und ayern zuſammen geſetzet
werden. Des Herrn Cotins Meinung:
004 .
7
u — — —
* — u EEE
——— zz
— —— — —
u
g84 _ Das XL. CApIWUNden Arten
iſt dieſe / daß / wirvordiefenbendenSicu-
dis zu erſt die Hirtenueder aufgekommen /
ſie vielleicht dieſe Art von Verſen und
Nahmen gehabt! hätten / ehe noch die
förmuchenE Iogeabgefaffer worden: Ja
er. meinet gar / daß ben den Morgenläns
dern dergleichen Act vor langer Zeit im
Sebraudı geweſen Weil nun Die Gal⸗
ſier mie den Griechen vor dieſem viel Ge⸗
meinſchafft gehabt / ſo koͤnte ſold es ent?
weder von: ihnen auff die Maflilier ges
bracht / oder auch von Seilien dahin ges
kommen ſeyn. Die Italiaͤner aber hatten
dieſes Wort / und die Art der Verſe von
den Provincıal Poeten empfangen Wor⸗
mit auch Speron Speroni, in ſeinen gelehr⸗
ten Dialogis, einig iſt Seine Einfälle
find artig und wohl ausgeführet / aber /
pie nic) beduͤncket / etwas zu weit ber
gehoͤlet Es kan endlich gleich viel ſeyn /
woher das Wort komme. Die Sache an
ſich ſelbſt iſt bekannt genug.‘ CGotin giebt
dieſe Beſchreibung. Le Madrigaleftd'or«
dinaıre une Epigramme galante compo-
fee de vers inegaux pour: la.mefure, &
irregntiersponrIarime. Letendre eſt ſon
tere. Er nennet es ein Fpigram⸗
u Gi ma,
2
4
a nn un N 2 sn an ner
wa wodurch «8 aber nicht recht befchries
ben wird Denn / ob zwar die Epigram·
mata hierinne wohl abgefaſſet werden
koͤñen / ſo ſind doch nicht ſo fort alle Madri-,
gabpigrammata Der beruhmbte Hr.
Ziegler hat ſie am erſten in die Teutſche
Sprache gebracht / und eine gelehrte
Diſlertation davon geſchrieben / welcher.
er unterfchiedliche Erempel anhaͤnget.
Worinnen er. von ihren Eigenfcbafften.
handelt: Er haͤlt fie vor die ſchwerſte Art
‚eines Teurfehen Garminis. Sie ſt aber,
wie Hr. Weife recht urtheilet / ſehr leicht /
uñ ſehr ſchwer Leicht / weil das Madrigal
ungebunden iſt Schwer / weil dieſe unge⸗
dene Freyheit mit nachdencklichen uñ
ſcharfſſnnigen Reden erſetzet werden:
muß: Weßhalben auch Herr Ziegler es
für das eintzige genus haͤlt / ſo zu den E-
Pigrammatibus bequem iſt / daun er mei⸗
net es ſey ſehr ſchwer / in einer andern Art
ein Epigramma zu verfaſſen. Worinnen
gan anderer Meinung bin. «Denn: -
ob man zwar «in-Epigramma, circum-
feriptum,, wie ichs nenne / in ein Madri-
galverfaſſen kan / ſo iſt man doch durch
die Ungleichheit bißweilen mehr gebun⸗
er 805. den/
6 Das XI Cap Von den Arten
deny daß man Umbſchweiffe gebrauchen
müß / da man vielleicht in einem andern
genere kuͤrtzer zum Ziele kom̃en koͤñte. Es
ift ſo gar fchwer und unmoͤglich nicht / wie
er davor haͤlt / daß man gute Epigramma-
ca im Teutſchen / auch auſſer halb der Ma»
drigale ſchreiben Fan. Daß meiſte hier⸗
innen kommnt auff den Wohllaut / und
das Urtheil der Ohren an. Aug dieſem
muß man ſchlieſſen / ob man kurtze oder
lange / gereimbte oder ungereimbte Ver⸗
ſe ſeten ſoll. Weil auch dieſe Art zur Mus
ſie erfunden / angeſehen in den Singe⸗
ſpielen / die faſt durchgehende Madrigale
ſind / ſie von den Muticis mit dem ſt lo
recitativo exprimiret wird / ſo muß in al⸗
(en Zeilen zum wenigſten ein halber / o⸗
der "auch: gantzer enſus ſeyn / nach⸗
dem es die Muſic er nn a en
eb gar übelklingen. Wie man dieftsauch
nohtwendig in denen Dden die geſun⸗
gen werden in acht nehmen muß / worin⸗
rien’ fich viele verſtoſſen. Keinpe und
Stockmann baben gange Bücher von
Madrigalen gefchrieben. Dieſe Art des
Carminisfan / nach belieben / außgedeh⸗
net / und in gewiſſe Säge eingerbeilet‘
8 wer⸗
—
But Bl
der Reimſchluͤſſe. 587
— — — | —⸗
werden. Herr Weilſe nennet fie Madrir
galfche Dden: Mein hochgeehrter Col-
legay Herr D. Major, nennet fie, Madri.
| galonenmeildergleichen Endigun in der
Itallaͤniſchen Sprache eiwas vergröflert/
ũ zwar mit gutẽ Sugerweilim&egentbeil
beyden Jtaliönerüi / in ſignificatione di-
mnutiva, die fleinen Madrigale, Madri-
galertı genannt werden. Der Frantzoſen
ihre Stances-inegales find derfelben Art.
Bey den Pateinern haben etlihe/ als
Heinfus-und-Hugenius, faft-dergleihen
Carmina gefdjrieben / die fie JAurla
nennen. Aber bierinnen; find allerhand
metra gemiſchet / die Dichyrambı Fönnen
auch zum Theilmit ihn vergliechen wer⸗
den. Esfind dereneinige Erempel auch in
meinen Gedichten zufinden. Einige bar.
ben die beyden Lateinern gebraͤuchlichen
Inferiptiones Auch: nachahmen wollen /
welches ſich bißweilen thun laͤſſet und
hat man deſſen — dein Auto-
redeg Maufdlei Regum & Ducum Hun-
”
_
riæ Betulio,,und andern: Aber Die
eutſche Sprache iſt wegen der. weit?
laͤufftigen Juſammenfuͤgung nicht wohl
bequem Hierzu Denn die Periodi TF
Du
DI
3 | | 7
88 Das Cap Vonden
ſich vegẽ der Hulffswoͤrter / Artieulorum
nf Pronomintfo enge nicht einſchrencken
oder han muß der Rede einige Gewalt
Anthun,und fie/svieder ihre natürliche Ch
genfchaftt zwingen /und in Fleine Theis
tezerftucten. Die Italianiſche Sprache⸗
weil fie fo viel unnörhige Woͤrter nicht
‚at / Jägt fih unter den gemeinen Sprar
en am beften hierzu gebrauchen / wor⸗
von unterfchiedliche Exempel in des Bol-
doni Epigraphice ſich "befinden. " >
Von den Erfindungen’
mE Dr
EL den. Erfindungen Fönnen Die Excerpte
Saäydienen. Excerpta Phrafium, Defcriptio-
RR num , Comparationum Iconiſmorum.
Tconologia Cæſaris Ripx. Zu einem Gedichte
gehoͤret ein volfommener Verſtand. Cardinal
Perrons Urtheil,, Poeterey hindert, Feine, andre
Wiſſenſchafft. Der wis. Die,
Neinligkeitund Deutligkeit dee Rede. Die ſchwuͤl⸗
fligen SD er und periphrafes
werden get
Neue frembde Woͤrter / ob / und wenn fie zuge⸗
brauchen. Unierſchiedliche Exempel Die geiem
| wer⸗
ww
D;
Der Woetifche wwIerızenös. Die,
elt / wie auch die ertichteten Woͤrter.
=. os ze zZ}
—
—
a u re (TEE er Fe SE
|
i —— rn
Seielle in
* — — — ——— — —
ſindungen .__589
— — neh, — |
werden. Metaphorz Poeticz, müffen von den
gemeinen Wörtern unter ſchieden werden. Exem⸗
gemeinen Morter. Lexicon Metapho»
rarum Poeticarum muß gemacht werden. Die
—— md Lateiniſchen Metaphor& koͤn⸗
nen i Zeuffeher Poeſie nachgemachet werden /
Doch, mit gewiſſem Maaffe: Exempel derſelben.
Vondels Urtheil. Latiniſmi 9 Joh, Baptifta,
einem Stalianifchen Poeten / glücklich gebraucht,
te werd Epitheta finden feine gute
Zeutfiher Sprache: Die Italiaͤner ge>
hen den Teutſchen hierinne, vor. Aus was Urſa⸗
hen ? Inferiptiones haben in der Frantzoͤſiſchen
und Teutſchen Sprachedie Art nicht / wie in dem
taltanıfchen. ' on den Metaphoris ‚des Car-
dinalPerrons Urtheil Metaphorz Poetick find
in ein gewiſſes Maaß un san ar Auguftini
Maitarditietheil. Metaphorz trigid&, ‘Deren
Erempel. + Metaphorifche —A werden
verworſſen. Die Kunſtwoͤrter find an ſich ver⸗
boten in Carmine, In gewiſſen Faͤllen sugelaffen.
—— beluftigen fich hierinne; Burles-
Wird gankl
Que. ich bderworffen. Vavalloris
‚duch wiederdiefelben. "Die Befchaffenheit der
|
|
‚Deferiptionum.Der Translator Rapini —5
det von ber Beſchreibung der Nacht. Sein Urtheil
wirdunterſuchet und wiederleget. Virgilius wie⸗
der ihn. verthaͤdiget. Rugeni Zedeprinten, ‚Ca-
telfæ Dicerie Poetique.. Difpofitio , Außarbei⸗
tung eines groſſen und kleinen Carminis. "Die
Ordnung der Stüste "eines Fleinen um
y t
\
90 Has XU1. Cap. Bon den *
Durch-geiwiffe lLemmata. Spilimber it Com⸗
Mentarius in Horatium wird gelobet. Reim⸗
Exercitium, 3 he er Fe
AAchdem wir die Reimgebaͤnde be
Y.@:varet/follen wir von den Er
9° ndungen reden/ darvon viel
mehr / ais von dem obigen / zu handeln fies
fe/ inſonderheit / da von andern dieſes
Theil nur obenhin beruͤhret Dieſe Er⸗
dun gen koͤñten erſtlich ing gemein / her⸗
nach abfonderlich / nach Anleitung, ber
Materie ‚ unterfüchet werden Weil wir
aber. dermahleins / ein abſonderlich
Buch, von den Erfindungen in Latina
Poefi , hervor: zugeben / geſonnen / ſo
wollen wir allhier deſto kuͤrtzer verfah⸗
ren. Erſtlich / ehe einer erfinden fan/muß
er zuvor. gelefen und gerambiet haben
fonften wird er ein leeres Stroh dreſchen.
Er muß nicht allein die vornehmbſten
Teutſchen Poeten / ſondern auch die Latel⸗
mſchen un Griechiſchen / von welchen doch
alles her flieſſet / wohl durchkrochen /und
ihre Künfte hnen abgelernet haben. Wil
er diefen die Außlander./ als Spanier /
Frantzoſen / Italiaͤner / binzufegen/mird
ron
Sp
er feinen Schatz deſto „gröffer machen.
Der dele&tus verborum muß infonders
heit allhie wohl in acht genninen werden,
denn / wie derfelbe Origo eloqueniz’ges
per iſt er im Carmine vor al⸗
In andern das vornehmbſte. Zu ſolchem
Ende kan man in der Teutſchen Dichte⸗
AR ſolche Excerpta machen / wie in
der Lateiniſchen / davon ich / ob Gortwill,
einem andern Buche mit mehrem hans
u will. Die excerpta phrafium , defcri»
prionum, haben beritg einige zuſammen
getragen. Tſcherning in den Abriffe
er Poetiſchen Schaptanimer/ Treu
njeinem Dadalo, Bergman / Yars-
dörffer indem Anbange feines Poeti⸗
ſchen Trichters / woſelbſt er die Außbil-
dungen mit anfuͤhret / welche von den vor⸗
nehmbſten Stuͤcken ver Moeriichen Zier⸗
rathen find ‚davon Julius Cælar Ripa ein
ſonderlich Buch / in Portugiefifcher
Prache / geſchrieben / welches ietzo ver-
cutſchet Maſenius hat einen kurtzen Auß⸗
‚aus ihm und andern gemachet / in
feinena fi
tz. Die Comparatiönes Be auch
angemercket werden / wie folches in
SE | Latei
ſpeculo imaginum veritatis occul·
— ——44
ss» __ Das XL, Cap. Don den
Lateiniſcher Poeli vom’ Trognzho, geſche⸗
ben... Jr übrigen in ein größer, Unter,
fheidrunter der gebundenen un ungebun,
denen Redengart / und werden die Poe⸗
ten. durch einen fonderlichen Geiſt getrie⸗
Es meinen etliche / als wenn ein Carmen
nur.fo von ungefähr. gemacht, werde/
beſtuͤnde nur von außſpur igen Einfä
fen / die keiner ſonderlichen *0
vonnoͤthen hätten. Dieſe aber / die jo ut»
theilen / legen ihren groſſen Unver ſtand
an den Tag / und haben niemahls was
rechtſchaffenes in Wiſſenſchafften gethan.
Deñ es iſt gewißlich alſo / wie ),Scaliger
urtbeilet / es fallen die. Poetiſchen
neigungen auff ‚keinen ‚gemeinen: "SE,
ftand. Ein vollfomenes Garmen, wie Die
EÆneis Vırgilu, Comedien, Lragoedien/
undauchandere&edichte/; erfordern ein
mohlgeläurerres Urtbeil..(omoblin til»
tigen‘ / aus den.locis Rhetoricıs genom⸗
men’ Schlußreden/ als andern Zierlig⸗
I
Beiten/ die ihre gewiſſe Art und proporti-
on haben müflen. Es ſagt der, Cardinal
_Perronius in feinen. Excerptis gar artig-
L' Excellence... de. vers... confiie com-
me , en un point indiyifible „de, per'S;
Pins ’
*
| feulmot
Eindingen 8
Sion, — e, ques’ils’y peu mettre un
us propre, ou plus fignificatif,
oumefme plusagreable al’ oreille, il ne
peut eftre diet parfair. Es iſt Die hoͤchſte
Staffel eines Verſtandes / zu der Volle
a,
——
fommenbeit dieſer Runft zugelangen / wie
wir an den vortrefflichſten Geiſtern dieſer
Bet, /aler Hug one Grotio, Heinfio, "A-
) ro Mor6,ufidielen andern / geſehen /
die in allen Stuͤcken der Wiſſenſchafften
| Haufe geweſe nrobfie gleich die beften
—— Denn was einige halb⸗
iervontlügeln/ ob bindere die
Po teren die andern Wiſſenſchafften/ iſt
richter Schluß der jenigen / Die
he —— dem rechten Gebrau⸗
ßbrauche einen Unterſcheid zu
Mel er heiſſet / wie der Griechiſche
Berg ß ſaget.
“ — war * * ———
nis:
Wer ein gutes Urtheil Hat/ weiß wohl⸗
fie weit er gehen / und wie weit er zuruͤcke
en fol. Denen Uberklugen aber die
es vor eine horheit halten / m dieſen Sue
VASE üben / oil ich mit, dem Ver ſe
ti antworten /
pp Oma-
| Dasxıl. Cap. Mon den
O majortandem,parcas,infane,minori,
Wie weit die Erhöhung des Derftandes
im Carmine gehe / kan man hier aus ſehen /
daß die Alten hierzu einen fonderlichen ⸗⸗
Sscarwer erfordert / der die. Sedanden
offtmahls auffer Ach führe. Wie von dem
Marino gefaget wird / daß / daer / ben
dem Camin⸗Feuer figend / einige Stances
in feiner Adonis gemachet / in den Gedan⸗
cken ſich fo vertieffet / daß ers nicht inne
geworden / wie ihm dag Feuer den Schen⸗
het verbrañt. Diefer »Ianarui mweilet
fich in allen Stuͤcken eines Bedichres/ 1a
inden Worten ſelbſt. Daber man von
den Poeten ſaget / daß fie eine andere
Sprache haben/und mehr / als Menſch⸗
lich/ reden. Harsdoͤr ffer machet unter
der gemeinen / und Poetiſchen Rede ei⸗
nen Unterſcheid / wie unter tantzen
und geben. Es muͤſſen die. Woͤrter und
Phrafes in gebundener / wie in ungebun⸗
dener Rede / auch ihre Reinligkeit und
Deutligkeit haben / welche Herr Tſcher⸗
ning/in der Borrede feines Fruͤhlings/
infonderbeit erfordert / und iſt alles/ was
diefer zu wieder laufft den Ohren unan⸗
- genehm. Dannenhero die viel gemach⸗
ven
nn ET EN
mar Erfindungen. - 7 f Ts j 35
ten Dihyrambifchen Compofita, welche
einige jehr haͤuffen und in ihnen eine
ſonderliche Sierligkeit fuchen / ſchwuͤiſtige
Ebpitheta und Periphrafes gänglıch zu meis
—
— ——
m —
N — an EEE Ho un Zi nt
a
— =
ö— — — — —— — — — ——————ü
den. Worunter auch die alten Wörter
gehören ,/ welche einige in der Staliänts
ſchen Poefie außgefuchet/von denen 1. Nic.
Erythræus Pinacoth. I. num. 157. zu lefen/
ingleichen auch die neuen / inſonder heit die
rdichteten. Es findetliche / die es vor ei⸗
ne ſonderliche Zierligkeit halten / ja wohl
gar unter die Lehrfaͤtze bringen daß man
die Stimmen der Thiere mit gleichlautens
den erdichreten Wörtern außdrücken ſoll /
welches in allen Carmınibus nicht zu billi-
gen. Hr Buchners Urtheil / in feinem Bu⸗
| Ya ecommedic.ratione. c, 9. ſect.i. ge
fäner mir ſehr wohl. Ut in Comeedia &
in ludiero opere talia aliquando deceanty
in Epieo Carmine, quod totum inprimis
gravitate cenſetur, & ad ſplendorem ac
majeſtatẽ eomparatum eſſe debet , locum
non habet. Er tadelt deßhalben nicht un»
billig den Gabriel: Lermæum, der des
Bartas Wercke in Lateiniſche Verſe übers
ſetzet / wenn er den Lerchen Geſang mit
4
dieſen Verſen vorſtellet.
* pp: An
596 Das XL. Eap- Bonden
Ipfa — tireli tirelitireli tire tirlire tractim
‚ Ingeminans fecat aftra levis,; 0 in.
Vie ilius, der doch offt der Trompeten
gedacht / bat niemahls das Ennianifche
— — gebrauchet. Lautet alſo nicht
eben fo zierlich / wann. betulius von den
Bienen ſchreibet.
Brummet / Immen / um und um.
fummetrbrunmet feid nicht ftum.
und an einem andern Drte/
Wie offte wird das Summen!
Hier von dem Nawba —* auß dem Gehoͤge
rumm |
‚Das Bienlein — —X ſein Honig ſam⸗
ein fü ſſes Surgeſauͤß ich deine Wiege fein,
Vils hat niemahls / da er doch € n
san Buch von den Birnen geſchrieben / |
das Wort bombus, welches von den Die;
nen fonft gebrauchet wird / fegen tollen.
Deſſeiben Schlages iſt / was Klajus in ſei⸗
nem Friedens Einzuge ſchreibt
| Bumb bidi bumbbumbhalt
Der Trompten lauter Bu auff den Pafteien
Ben denfelben Aucoribus "endet man vie⸗
le ſchwuͤlſtige und —— Com-
pofita,
| Exrfindungen __ 97
3 er m er von den: —ñ— — der See /
die giſchgeſaltzen lauſchen und eilen
uferwerts/ der. Wellen Sallenıo
{ „So. auch ferner ) das. Schiff
Nügte Meer / Das. Slamınge-
Äpanm. 07. de Sonnenpferde. Die
bunte Wuͤrmer müh / opus ee
- latum,und hundert andere. mehr / wel⸗
che von einigen / als ſonderliche 66
ten / geachtet werden/ mir aber nicht lieb⸗
liherinden Obren klingen / als die vom
Plauto erdachten Wörter.Sycolatronidz,
| ‚Argentiextenebronide „ Fuftitudinzfer-
ricrepinæ inſulæ, und des Pacuvii, Re.
ꝑpndroſtrum, incurviceryicum pecus.
Welche Wörter fein verftändiger/ auffer,
alb der Comadız / oder einem Schertz⸗
| te/ gebrauchen wird. Die fremb⸗
kn gern muͤſſen auch gemieden wer⸗
Worunter doch nicht zu verſtehen /
zlaͤngſt in Teutſcher Sprache das
uͤr gerrecht gewonnen / als. Fen⸗
loſter / tc. welche einige Klüglınge
muftern wollen / die. deßhalben bil»
lig von Buchnero, de comm. dicend. rat.
1.C.$.P. 141. außgelachet iv erden. Ras
| ale und Sransölice Wörter Daten
* pp
vo8 Das XI Cap Von den
iit einem ernfthafften Carwine undin eis
ner abgemeſſenen Rede feinen Play. In
Difeourfen/(welhesWort aud durch fein
Teuffches. recht außgedrücket werden
fan/)in Brieffen in politifhen Schriff⸗
ten / wird man gezwungen / dieſelben zu
gebrauchen ; denn «8 Fan bißtveilen viel
nachdenckficher Dadurch gegeben werden.
Man hatinder Ne eh Spradie/
meldjereich itvon Wörtern / die einen
abftra@tivum und genericum conceptum
importiren / einige Wörter / als 3. €. Pe"
dant .( von deffen Bedeutung der Autor
artis cögitandi in Difl.ı. handelt/) comduit,
und hundert andere / die MAN im Teut⸗
ſchen nicht außdruͤcken kan / wie]. C Sca-
Iiger, in feine Oration von dem Worte
jneptus, diefeg und andere Wörter anfuͤh⸗
ret / die man nicht im Griechiſchen geben
kan. Warumb ſollte man nicht derfels
ben-fich bigmeilen / da es die Mothdurfft
erfordert/. im Teutſchen auch gebrau⸗
chen? Es iſt keine Sprache fo rein/ daß
nicht frembde Wörter darinme zu fine
en. Die Srangöfifine hat. febr viel von
er Ztakiänifchen angenommen/ Denn es
bat Henricus Stephanı , ſchon ZU *
eit
| |
1
i
a N —
Erſindungen. 8
Zeit / ein gantzes Buch / dunouveau Lan-
gage Francois Italianize , ou autrement
deguife entre les courtifans du temps;
hervorgegeben. Warumb follte denn die
Teutſche Sprade bierinne por andern
einen Borzug haben? Coringius hat die⸗
fen Mißbrauch der Teutſchen Poelie,
in ſemem Brieffe an den Herrn Schote
tel/ getadelt. Scilicet, fpricht er dum di-
tiorem & elegantiorem foliro linguam
reddere conantur , condunt nova voca-
bula, nuncineptis compofitionibus, nunc
cothurnatis metaphoris. Er nennef Dies
fe/ die ſolches thun / grallaroria ingenia.A⸗
ber dieſe Reinligkeit und Deutligkeit muß
nicht dahin geleitet werden / daß man alle
Metaphoras meiden ſolle / wie einige Fran⸗
tzoſen in ſolchem Wahne find / und des
halben vom Rapino getadelt werden.
2 diefe muͤſſen in einer Poetiſchen
Rede ſeyn / fonften krichet fie auft der Er⸗
de / und hat nichts / wodurch fie ſich er he⸗
benkan. Es müfle auch dieſe feine gemeine
Metaphor& fenn / den diegemeinen Meta-
Phorz find weniger zu gebrauchen / als die
oft gebräuchlichen propriæ voces , tie
Aenagerechf urtheilet 7 in feinen obfer-
J pp a4 vationi-
oo Das XII. Cap. Don den
rationibus üßer.den Malherbep-522, weil
je durch den Gebrauch des Poͤbels ver;
einert wer den / und dadurch unter auß⸗
xleſenen Woͤrtern keinen Platz perdies
ren. Weßhalben man auch die Alltags:
poͤrter / wie Betulius im 5. Capittel ana
mercket / ale Semmel /und dergleichen /
meiden fol. Man hat angemerckt / daß in
dem gantzen Wercke des Virgilii das
Wort banis ſich nicht findet / weil es ſo
gemein iſt / ſondern er giebt es durch peri-
phrafes, als dona Abôratæ Cereris, und
andere Woͤrter. Es ſind auch einige Par-
iculæ Periodicæ in Profa gebraͤuchlich / die
ſich durchaus in die Verſe nicht. ſchicken/
als / unangeſehen / welchermaſſen /
dannenhero / derentwegen / wie ſol⸗
che auch. im Lateiniſchen ſich „befinden.
Man hat auch gewiſſe Metaphoras Poeti-
cas, ſoſche muß man mit, groſſem Ver⸗
ſtande gar genau unterſcheiden. Dieie
find in allen. Sprachen / ben Gries
chen / Lateinern / Staliänern ) Franutzo⸗
fen x. mohlin acht zu. nehmen und zufame
men zu fefen. Welches eines von den vor⸗
nehmbſten Mitteln ift zur, Vollkommen⸗
beit inder Dicht er kunſt zu geclaugen DE
a
Ä 4, Erfindungen» „m 60
muß man nun von dieſen Metaphoris gan⸗
‚BeLexica zuſamen tragen / die meht nu⸗
hen / als alle Araria Poetica geben wer⸗
Den. Wet auch eine jede Sprache hre fon.
derliche Eigenſchafft in den translatis hat /
oder auch bißweilen etwas mit andern ge⸗
mein / ſo muß man inſonderheit hierauff
mercken / da man deren etwas per Ana-
logiam aus einer frembdem Sprache in
die Teutſche übernehmen kan / welches.as
ber mit groſſer Beſcheidenheit geſchehen
muß. Wir koͤnnen dieſes bey den Lateini⸗
ſchen Poeten ſehen / welche. dergleichen
Redensarten den Griechen fo artig ab⸗
ſtehlen koͤnnen / daß mans kaum gewahr
wird / wenn mans nicht recht genaue be⸗
trachtet. Hiervon wird an einem andern
Orte ein mehrers geredet werden. Ich will
Nur bon. Denen / in. der Lateiniſchen
Sprache verkommenden / Metaphoris
und Redensarten diefes erwähnen, daß
felbige bißiveilen gar zierlich in Teurfcher
Poefi fönnen angebracht werden. Hora-
tius nennet undom mendacem, der nicht
Die. verhoffte Frucht bringet / war;
unb follte.ich iin Teutſchen ſoſches nicht
nachmachen / und im Oegenthrilfagen?
pps Wenn
608 .__ Das XII. Cap: Vonden
Denn ibm fein trenes Land auff
guten Glauben zahlt die ——
die er hofft / oder. Sein Acker will
nicht Glaͤuben halten. Claudianus
ſaget. Tempeſtas pretioſa Tagi: dieſes
habe ich nachgemachet in dem Carmine
von der Merſens ⸗/Gans / da ich des Jupi-
ters goͤldnen Regen nenne / ein koſtbares
Gold und Riebesgemw.tter. Harsdoͤrffer
hat ohne Fug / m feinem. Poetiſchen
Trichter p. 101. geradelt/ mern man nad)
der Pateinifchen Art/ intonfum caput Li-
bani , das unbefchorne Haupt des
Berges Libanus fagen wollte, Denn
warum ſoute ic) nicht von einem Wald-
reihen Berge fagen können ? Er bebt
fein unbeſchornes Haupt empor.
Ich kan zwar nicht fagen / velcitur aura,
er frißt die Lufft / fondern gat wohl /
Weil ee mit friſcher Lufft Die Le
bens geiſter ſpeiſet. Virgilius ſaget /
Mane falutantum totis vomit ædibus un-
dam da laͤſt ſich das Wort / vomere. iM
Teutſchen nicht nachmachen. Longmus
bat in feinem Buche =& ünpas ‚einen Grie⸗
chiſchen Poeten getadeit / der da ſchrieb /
305 gegov een, in cœlum — *
er
si 7 K
W €
177 TLAF
De N er — —
— —
DAT ” Eu!
ZIRFTNN er
diva
—
— —
Erkndungen⸗⸗
kungen / Turpis & ſordida eftlocutio ; ge:
dencket aber nicht des Virgil der von dem
Serge Bina diefes Wort gehrauchet / ja/
daß gar die Thürenin den Theatris Vo-
- miroria genannt worden: Dieſes macht
der unter ſchiedliche Gebrauch der Spras
chen / wiewohl man von dem Feuer ſpeien⸗
den Berge Etna im Teutſchen daſſelbe
fagen fan: Es hat Joſephus Baptiſta,
deſſen wir droben gedacht / die Latiniſmos
ſehr glücklich in der Italiaͤniſchen Poeſie
gebrauchet / wie Nicol. Craſſ· in Elogi d
uomini litterati part. 1.'p:337. bezeuget.
Parue, ſagt er/.ad.alcuni che i füoi lati-
nifmi gli porgeffero quälche nora di
reprenfione, ' Ma eglidi coteftifiride,que
nulla conofcono la vaghezza di quellei-
des,dellequali come opulentiffimamatro-
na pompofamente allä da lalingualarina,
e fenzale qualipovera mefchina rimareb-
bel’ Italica. Ju allen Dingen muß Maſſe
gehaltenwerden. Man muß allezeit auff
den Gebrauch / unddie Eigenſchafft der
Sprache feben. Wo dieſes nicht gefchie:
bet / fan man mit deinſelben es vers
derben / damit mans gut zu machen
* ver⸗
ee
“oa Bas X Cap Bon den
vermeinet. Die Frantzoſen haben auch in
ihrer Sprache die tralicifmos bißweilen
nicht zumbeften angebracht / deßhalben
Joachim du Bellay , wieder feine Petrar-
| <hifirende Landsieute / ein abſonder iches
Bud) geſchrieben. So haben auch Ron-
fard , Jodell, Bartas viel Græciſmos indie
Srangöfihe Sprache gebracht / welche
deßwegen von andern getadelt werden /
inſonderheit von dem I. F- Grandis/i
geine Diſcours Encomiaftique ſur la Rhe⸗
torique; Francoil. de Monf. de Bary p:25:
Vondel hat / in feiner Aenleidinge hier⸗
von auch nügliche Kehren gegeben- Wy
moeten defetongen matigen. en mengen;
en met kenniſſe befnoeien, oock niet alte
latinachtig, noch te nau gezet en nieu⸗
vvelyck Duitfch ſpreken, maer zulcks dat
de tong haer eigenſchap niet verliczey,
vvaer vande hervormers onzer fpraecke
niet geheel vry zijn. Men vermide ge⸗
elcſeen peſt, de vxoorden tegens den
aert onzer talete verſtellen: een evelda
doorluchktige Italianen Spanjarden ‚en
Eranfchen.oock van ziek zjn. Was die
Teutſche Spracheanlanger/fo iſt ſie zwar
bequeme genug alle Metaphoras außzu⸗
NEM | drücken /
druͤcken /
&rfim SR 605
nur in dieſem reichet ſie nicht zu /
daß fie die Metaphoriſchen kpitheta ſo
nicht geben kan / wie die Griechen / La—
keiner und die heutigen Ztalidner: Die
Teutſchen Adjectiva ſind ſo gar unbany
dig / daß ſie nicht wohl in den uͤblichen
Reimgebaͤnden ſtatt finden. Derohalben
wenn die Italiaͤner ein metaphoriſches e
pitheton ſetzen fo muß man im Teutſchen
das Adjectivum in ein Subſtantivum vers -
wandeln / und ſolches gleichſam in Abftra-;
Koſttzen / welches denn eine Weitlaͤufftig⸗
keit der Rede / und ein frembdes Weſen
verurſachet / da man bißweilen zwey/oder
dreymahl einige Zeilen leſen muß / ehe
wan den Verſtand erreichen fan. Zum
Exempel / wann man ſagen wollte / dieei:
ferne Zeit / ſo ſchicket ſich dieſes nicht. in-
den Verſe / ſondern ich muß davor ſe⸗
tzen / daß Eiſen dieſer Zeit: Die Italiaͤ⸗
ner aber koͤnnen bey jeglichen fubftantivo
ein epitheton metaphoricum ſetzen / wo⸗
durch ſie eine Rede ſehr ſcharffſinnig ma⸗
chen / ſa bißweilen mehr / als noͤthig iſt/ uñ
Die Gebühr erfordert. Sie haben auch
Ihre Gerundia, wodurch ſie die fententias
fo zuſammen ziehen koͤnnen / als kein ans
—* de -
cs Has XILEap: Wonden
derenationthun fan. Was fie in einem
einigen commate begreifjen/ Davon muß
ein Teutſcher wohl drene machen. Deflen
könnten bundere Erempel: angeführet
werden. Wird alfo beffer ſeyn / man fuche
in Teutfcher Sprache die Scharfflinnige
feiten/nicht fo fehr in Metaphoriſchen Bes
ſchreibungen / als in Nebenund Gegen⸗
ſatzen gantzer Rnuntiationum, wie Flem⸗
mingundandere thun. Daher koͤmmt
es auch / das die Italianer viel fuͤglicher Die
Inferiptiones faffen koͤnnen ale die Teut⸗
ſchen und Srangofen / von welchen letz⸗
tern man doch einige Exempel / ſo auff den
jetzigen König geſchrieben / in dem Mer⸗
cure Galant del’ Anni01678. findet, Es iſt
traun ein groſſes an dem rechten Ge⸗
brauche der Metaphorarum gelegen/ weh.
halben auch Ariftoteles in Rhetoricis ſa⸗
get / Man Fönne hieran ein volllomme -
nes Urtbel kennen /wer fierecht zu ge⸗
brauchen weiß. Der Cardinal Perron
hat gar weißlich geurcheilet / wie in den
Excerptis p. 193. zu ſehen / daß die Spra⸗
chen den Urſprung von der Rothwendig⸗
keit haben / aber durch die aftectation ver⸗
derbet werden / welche mehrentheils in Den
73% meta;
| RR 607
metaphoris beftebet.. Denn / wie der lu-
uus eim Zeichen iſt / daß das Regiment zu
Grunde gehet / ſo iſt auch der luxus in den
Sprachen ein Zeichen ihres Verderbens.
Er ſagt ferner / es ſey mit den Sprachen
| beſchaffen wie mit den Srüchtent/weiche/
mwennfie reiff werden / allerhand Wuͤr⸗
meben fich zeugen. Welches man zu dies
fer Zeit von der Zeutfhen Sprache mit
gutem Grunde der Wahrheit fagen fan.
In der Poefi werden zwar härtere Me-
taphoræ, als in Profa nicht allein zu ger
löflen/ fondern gar erfordert / jedody mit
gewiſſer Maſſe. Denn meil man von eir
Rem Poeten vielniehr etwas außgefons
—— als von einem Oracore,
ywelchem etwas neues immerzu ver⸗
daͤchtigiſt / ſo muͤſſen auch einige höhere
Metaphoræ zugegeben werden. So fies
bet man auch / daß die Profa immer ehe
berderbet wird/ als die gebundene Art zu
reden. Weil man bierinnen fich mehr
umb die Wahl der Wörter bekuͤmmern
muß Es iſt aber auch Dem Poeticis me-
taphoris ein Ziel geſchrieben / darüber
nicht gehen müflen. Denn es wird fo
wohl in exceſſu, als detedtu , DIA
TR 26
608 Das Xi. Cap. Von den
— —
gefehlet. Ob zwar die Poetica translata
weiter als Die Oratöria gehen/fo kan man
doch auch allzuweit gehen. Der gelehr⸗
te und finnreiche Auguft.Mäfcard. ſaget
gar artigy in feiner Profe vulgarip. 1. diſſ.
y. La merafora efiglivola della neceflita,
Aapoſcia adottata dal diletto: ritien pero
fentimento di lei accarezza il diletro: non
de dimenticarſi la favella commune,
per contrar l habito nel parlar merafori-
co. Die Staliäner und Spanier ſetzen
offt ausder Mittelbahn / wehhalben ſie
von vielen gefadelt worden. Die alten -.
ſeibſt Haben hierinne feine Maſſe gehalten.
Henn man den bindarum anſiehet / wie
erhebt er ſich durch Woͤrter / was iſt bey
ihin für eine ungezaͤhmte Phantaſie / die
ſempreł occhio fifo alla madre, e dicon-
ge ge — —— — — — en De u un ng
— —
nicht aulemahl gleich ſobwuͤrdig iſt abee |
dennoch im Lyrico genere vor. andern
kan gedultet werden. Plautus geher auch.
bierinne weiter / als Terentius, welcher Die -
Vernunfft und das Urtheil mehr ZU — *
the gezogen. Die Metaphoræwerden
denn frigide , von welchen Ariftoteleslib,
3 Rhetoric, und Longinus we uas weit⸗
läufftig Handeln / davon wir in unfernt.
m Buche
— —— — —
||
ge
Buche de arguta di@ione ein mehres bey⸗
bringen werden. Ein Erempeidergleichen
naͤrriſchen / hochtrabenden metaphöra+
rum, hat ein Frantzoſe Schergtveife ges
ſchrieben / und unter dem Titel’ "Lettres
‚|. Methodiques ‚berauggegeben. Es muß
auch hieher gebracht werden’ wenn die
Engellaͤnder die Kunſtwoͤrter als meta⸗
pPboras in ihr en Poematibus einbringen /
bie man ben dem Doune ſiehet / da finder
man / Atomos, Influentias , Loſtates,
, und fo viel augfpürige Conceptus daß
(|; Man darüber einen Eckel bekomen moͤch⸗
' eimartiges Urtheil von denen gefaͤllet / die
— ih Gedichten gebrau⸗
chen denn er fpricht 7 weil die Wien
ſchafften und die Kuͤnſte von dem Volcke
nicht verſtanden werden / fo ſolle man der⸗
gleſchen Woͤr ter nicht gebrauchen. Was
|, MÜEDE er von dieſen fagen / welche die
N Metaphyfifchen und Logicalifhen termi-
;' os Nicht proprie, fondern gar metapho-
; Hiee nn Es iſt eine verdrießliche
‚Sache weñ man die Gelehrſambkeit wiu
; Sehen laſſen an Derrern / da es ſich nicht
1. Shiket/weilches Rarinus infonberpeit —
fr an el
nn _
a ri Cr ee — = 4
6ıo Das XII. Cap Don dei
dem duBartasund.‚Ronfard tadelt. Es
bat eine andere Setvandnis/ ment
einen Jufum ingenu darinne füchet /, wie
Ehriſtian Hoffmann ein Teutſches Cars
men die Bergprobe 85 6699
ſcher Göldner Ejelgenannt/in ? era
niſcher Redensarfgeichrieben. Es iſt auch
der. groͤſſeſt Mißbrauch in den Metapho-
wenn mandiefelben von: gemeinen
nichtswuͤrdigen und (handlichen Din
gen bolet / und.auff die hohen und. vor
freflichen Dinge,bringet. Man hat gar
eine Schreibarterdacht/ die man Burles-
que nennet /die von den Italiaͤnern und
Fransofen if auff gebracht. Es iſt zu ver⸗
wundern / daß / in ſo klugen Natione AR
dergkichen närrifch Ding einen. Beyſa
bat finden fönnen- Der gelehrte Vavas-
for hat in feinem a ge didti-
one, diefe Schreibart billig durchgezo⸗
gen/ und: feinen Randgleuten ſolche Der’
wieſen. Worinnen er darthut / daß man
bey keinem alten Autore dergleichen
Schreibart finde / da dennoch Cuperus,
m̃ feinen obfervationibus lib. ı. c. 10. das
Gegentheil zu behaupten / vermeinet / den
KRhhinton bey, den Griechen zum urbe
9
Bed
s
Ve | ——— N —
u
—
— ⸗ —
— — — — — — — — —— —
u
—
—
— — mr I
=
= — — a — —
Exfindungen. Kr
derſelben vorgebend. Die Dtaliaͤner has
ben uns dieſe Zierligkeit / die die Heßlig⸗
ligkeit zur Mutter hat / zu ihrer ewigen
Schande erſtlich auff die Bahn gebracht /
uñ haben hernach einige in Franckreich an
dieſer Mißgeburth / einen Gefallen gehabt.
Ein gelehrter Mann nennet dergleichen
Carmina nicht unbillig exerementa Pega-
fi. Der Autordela connoiſſance des bons
livres handelt in ſeinem Trait.3, mie
mehrem hiervon Wir wollen uns hier
mit dergleichen unflaͤtigem Weſen nicht
auffhalten. Erfreue mich darüber / daß
kein Teutſcher ſolches bißhero nachge⸗
macht. Ein Niederländer hat dennoch
auch ſeinen Geiſt hierinne wollen ſehen
laſſen welcher in feiner Jhalia, oder Geu-
—— das erſte Buch des Vir«
zilũ mit ſo herrlichem Zierrathe bekleidet /
wie im Frantzoͤſiſchen der Scarron gethan.
Nechſt den Metaphoris iſt das vor⸗
nehmbſie / die. Deſeriptiones ineinem Ge⸗
dichte wohl zu ordnen / denn hier innen iſt
ein gr er Mißbrauch / daß man die Ge⸗
——0 die Phantafie weitet lauffen
1aft/ ale die Gebuͤhr —— Diealterr
Boss Dorian N elhſt thun —
W Kr BEN: 30
|
612 __ Das XI Cap Bon den
zu viel. Der einzige. Virgilius weiß die
Maaſſe zuhalten · Der En fifche Tran
tor, der Reflexionum ———
Vorrede hiervon gehandeit / und weiß an
allen Nationen etwas in dieſem Stüde
zutadeln. Nur ben feinen Landesleuten
hat er eine groͤſſere Bollkomenheit gefun⸗
den. Zu weichem Endeer denn eine Be⸗
ſchreibung der Nacht / auseinem Engli,
en Poeten / anführet / Die er den Br,
ſchreibungen Des Virgilii Apollonii, Tas-
fi , Marini, Chapellains, leMoyne enge
gen geſetzet / denn er meiner daß in den vier
Derien feines Landemans mehr Ber:
ftand ſtecke / als in den andern Die Verſe
lautenalfo.
- "Allthings’arehush’d , as Nature's en.
Bin dead. (he |
TheMountains ſeem to nod their drovvſie
The ‚little Birds in dreams men dong
RU repeatt
And sleeping flovvers beneaththe Night-
N EV MN TEA
- veat, f t a \ » 8 2,
Wenn ich alle dieſe Worte zergiiedern
wollte / ſo könnte ich Teichte darthun / daß
ſie mehr Phantaſie / als Verſtand haben
und denen andern/infoniderheit des Vir-
gi feiner Befcyreibung/ die er 2 |
E:
sla-
‘
En lt in En ET. — —
nn. ui ut
einen ee
— — — —
a #0) 0
Erfindungen. 613
hat im ger ingſten nicht zu vergleichen. Vir⸗
euius bleibet in den natuͤrlichen Schran⸗
den. Jener aber hat ein wildes Weſen
an ſich: Vargilius ſaget placidum carpe-
bant fe//a: ſoporem corpora per terras,
Jener ſaget / die Natur ſey erſtorben.
Virgiliusbleibt bey den Thieren / die des
Schlaffes fähig: ſind / Jener eignet den
Schlaff auch den Bergen und Blumeu
au. Vırgilius ſaget / daß die Voͤgel ſchwei⸗
den / Zener / daß ſie ihren Geſang m
Traume wiederholen. Welches fo es recht
gegen einander gehalten wird / ſo leuchten
deaußſpuͤrigen Einfälle des Engliſchen
Poelten klaͤruch unter Augen Ich mag
alhier nicht anführen was er / uͤber den
Verſen des Virgilii,für eine unzeitige und
ı nuͤchterne Critic gebraucht: Mur dieſes ei⸗
nge fan ich nicht unberuͤhret laſſen vB
er den Verß des Virgili, der mit ſo groſ⸗
‚ fer Vernunfft geſchrieben / tadelt / cum
ywedio volvuntur ſidera lapſu. Ex ſaget / ex
1 könne den Verß nicht loben / weil dieſe
j "Worte vonlauter Bewegung handelten/
und waͤre auchder Numerus der Worte
ſelhſt der allgemeinen Ruhe / die der Poet
beſchreibet / zu wieder: Er wollte lieber
it Male! 993 Davor
D 8
ra Das KENNER Von den
davor ſehen / cum mediolibtanturfidera
curfü, denn wenn die Sterne an Die
Mittagslinie / bey Mitternacht Fonien/fo
fhienen fle als wie zuruhen / dadurch wuͤr⸗
de das Poetifihe Concept mehr erhoͤhet.
Man muß ſich billig verwundern über
Diefe elende Spitzfindigkeit "Denn was
haben die Sterne init der Ruhe der Men
ſchen und Thierezu hun? Die Nacht be
deckt nur die Erde darumb faget
Virgilius: Carpebant feſſa (oporem Gor-
pora pertorras, der Sternen Lauff wird
an meiften des Nachts gemercket / Date
umb muß der vornehmblich befchrieben
werden / und: fager Virgilius an eine
andern Orte gar artig fuadentque'ca
dentiafiderafomnos. Es haͤtte dieſer mit
einer fo ſinnreichen Cenſur wohl zu Hau⸗
bleiben moͤgen und iſt der Mühe nicht
werth / ob man gleich noch eins und an?
ders genauer unter ſuchen koͤnnte Es iſt
nicht genug /ſinnreiche Beſchreibumgen
— machen / ſondern man muß nach An⸗
itung eines guten Urtheils und der Sa⸗
chen ſeibſt / hierinne verfahren. Sonſt
Man weit genug gehẽ / weñ man der Phan
taſie uũ den Worten den — ——
32: en.
-
’&
au Ur
_ x * —
’
N einge." 615
aflen. Eiianversift / wenn man abſon⸗
erliche Carmina, diefer Art macht / wie
„onit. Hugenius in feinen Zedeprinten
dan und Caraffa in einem Buche/ dep
n Titel / Dicerie Poetiche. Diefe find
singenii, und fan man darinne nach
belieben verfahren / aber m einem vollſtaͤn⸗
vdigen boemate, muß man allezeit auff das
gantze dy ſtema ſehen —
1 Bon der Außarbeitung eines Carwinis,
e von deſſen Zuſammenfuͤgung / waͤre
noch wohl etwas zu ſagen. Denn ob zwar
von der Erfindung noch daß meiſte zu er⸗
örtern übrig /fofparen wir diefes in ein /
1 Davon handelndes / Lateiniſches Buch.
". EingankesPoema ‚afsdie Sneis Virgilti,
at eineandere Ordnung, als en Eleines
j
"Carmen.Mambrunus hat / in feinem Bu⸗
che/de ne ‚und Mafenius , in
". "feiner Palseftra Eloquentie Ligatz , die
. Außtbeilung eines groffen Werckes artig
1. Vorgeſtellet / dahin ich den Leſer verwei⸗
Pen will. Die kleinen Carmina koͤnnen am
beſten durch gewiſſe Lemmata und Orna-
wenta gefaſſet werden / welche Art mir
—— beliebet / denn / die Diſpoſitiones
1 Rhetoricasfogenan hier in zu ſuchen / ſchei⸗
—J 994 nee
626 616 Das ZIE. Gap. Bon det
t netzu Haarfläub F
Me ara ie zu Man A
is, Deferip tionibus»
Be und Berglech 14 fie
en beften ſchicket. Diefer Art har
eich mich Jederzeit bedienes/und hernach
fehen /. :daß.Bernardinus Patthenius
pilimbergius, in feinem ſchoͤnen Com⸗
mentario über des Horatiı Odas, dagar-
tificium Rhetorico-Poeticum eben. auffjols
che Artvorftellet, Auch habe ch diefele
be bey Here. Weiſen angetroffen /. der
‚Kinen nothwendigen Gedancken / die bra·
‚init Verfertigung ſolcher Gedichte hin⸗
angehaͤnget. Es hat auch Caldenbach /
n ſeiner oetice Germanica, einige Difpo-
ſitiones ‚vonallerhand Arten der —
‚num gegeben / wor innen doch feine rich?
„tige Idea ſich findet / ſondern nut einargu-
Wentũ uũ vielmehr paraphrafis latina, Det
ſhon gemachten Teutſchen Carminum.
Es finden die enthymemata Rethorica e⸗
„ben ſo wohl hierinne ihren Platz / inſon⸗
der heit wenn die Carmina aus einem ge⸗
wiſſen genere.beftehen/ in weitlaͤufftigen
— als wie die Epiſtolæ
F n
die AU ——
5 dicke ſchmuͤ mia
mi
| * Erſindungen. — 47
fnd / daron laͤſt ſich aber alhier —
nen. ißiveilen fönnen
eimeettwäg, die Hand geben/
eihem Ende Herr Weife ein Reim⸗
| itinmiangiebt: / da er einen Sag
nin amet / und aus dem Reimregiſter alle
ime auff den erſten fuͤget / deſſen er un-
liche feine Erempel vor ſtelet.
RUHR
= nn Das XIv. Cap. , —
Von den Helden: Gedichten.
—9 Innhalt.
As —— tei das ſchwerſte / und er⸗
Sen den rei ah Verſtand Man muß
„(bier die gantze —— herauff wenden.
‚Virgiliusifthierinne der beſte Meiſter Wird deß⸗
ns Aare, etadelt/ daß er die Erfindungen
ihm f ſelbſt fondern von andern. habe.
ae Talus hat unter. den neuen Den
Pa Seinem haben * offt einen
— aber m die Vollkommenheit
zu nnen, Groſſe Freygebigkeit gegen
apellaine, Cardinal Perrons Urtheil von
5 Frantzoͤſiſchen Helden⸗Gedichten. Verlus
=:
oici der alten Barden. Diefe waren ebenden
arafitis un Scurris nicht zu vergleichen / wie Va-
Jens meine. Eine alte Gewohnheit bey den Ga:
As ſtereyen
— — — — — —
—A 7— ; Ann in) On Fr
fieienen die Heldenzulöben. Daß bey Den gran
ne en und Teutſchen serie Hl ehiekt
ich nicht in einem Heiden Gedichte "Des - Ma-
reits Urtheil hiervon. !’Romainen.!Moher
fo genatint/ und erſtlich entſyrungen. Huet fehreibt
ihre Erfindung: den Morgenlaͤndern zu. Die
‚Seampolen haben ie eher ehabt.als.Die Span
und S$talianer. Die beſten Franhoͤſiſche
mainen. Des Herrn Cafencuve
ea:
Woraus der Continuator Barclaii gantze Sei⸗
ten außgeſchrieben. Teutſche Romainen, Ob
die kom ainen zu leſen· "Hugo Grotiuss P, For-
tin bifigenrfoiche, Jacobus Palmerius &Grente-
mesnil verwirfft ſie ge Me Die Mittelftrafle
muß gehalten werden. ° Flemming wird in Det
Damme ſehr gelobt. . Es koͤnnen auch luſtige
furbweilige Sachen indem Alexandrino Sch
‚verfaßt werden.
Se ſchreiten jetzo zu Den vor⸗
| nehmbften Arten der Gedichte /
5 weiche von der materia oder obje-
Koihren Nahmen empfangen, Unter die
fen hat das Helden» Gedichte / Epicum
Carmen, den Vorzug / welches das groͤſte
Meiſterſtuͤck in der Dichtkunſt iſt. In die⸗
ſemn kommen alle Zierligkeiten zuſammen /
und will: derohalben mit ſonderlichem
Derftande gemacht fenn/ ift auch nicht ei⸗
nes jeden Werd. Denn Die jenigen
| die
— —
Red
ſienicht frech / wild und windbrecherifch
Selden Gedichtenn
Die Hierzu bequem find / muͤſſen von der
MNalur recht darzu gemacht ſeyn Und ob
ſchon einige deſſen faͤhig waͤren / ſo wer⸗
den fie düurch andere Verhinderungen
darvon abgehalten / daß ſie kein Werck
zur Vollkommenheit bringen koͤnnen.
Denn / wem iſt eben gelegen / feine gantze
Lebens Zeit an ſolche Bemuͤhung zu vers
wenden / deſſen Feine Belohnung zu hoffen,
darvon auch wenige recht urtheilen koͤn⸗
nen. Wäre Auguftus fein Liebhaber fol-
cher Wercke geweſen / es hätte Virgilius
vielleicht niemahls was gefchrieben/ und
uns ein fo unvergleichliches Werck hinter»
Iaften. Es iſt eine Sache von langem
Nachſinnen / welches man nicht fo vor die
lange Weile ſchreiben kan fondern da
muß das gantze Syfttema wohl aufge
dacht / die Erfindung ſonderlich / die Auß⸗
— und verſtaͤndig / die
gebuͤhrlich er hoͤhet ſeyn / jedoch dag
werde. Worinnen wenige ſich zumaͤßi⸗
| gen woiffen. Es iſt zwischen einem kleinen
Amine und einem groſſen Helden: Ges
dichte Aein Unterfeheid / wie zwiſchen eis
*
nem Königlichen Pallaſte / und kleinem
ak. ee u
gro Das RXIV. Cap. Von den
——— — — —— — —
Haufe: Wer in den kleinen bißweilen ein
eiſter iſt ¶ wird ſich nicht ſo ſort unter⸗
nehen / in einem groſſen Werde Die Mei⸗
ſter ſchafft zu fuͤhren. Es kan offtmahls ein
Meiſier ein kleines Bild ber eiten / der eben
den Coloflum Rhodium nicht auffrich⸗
‚tenfan- Der vornehmbſte Meifteruden
‚wir inalten Zeiten: gehabt / iſt Virgali
geweſen / ein Mann, von unvergleich
’
‚chem Urtheil und hohem Geiſte. Henn
‚ob zwar einige ihn deßhalben verfleinern
wollen / daß er feine Erfindung andern
abgeſehen / ſo urtheilen dieſelben eben ſo /
‚als wenn man einen vortreflichen Mahr
fer deßhalben geringſchaͤtzig und obne Er⸗
findumg halten wollte / wenn er bekannte
Hiſtor len in einem kuͤnſtlichen Gemaͤhlde
vorgeftellet. Virgil. hat viel beſſer gethan
daß er ein bekanntes / heldenmaͤßigẽs / und
zur Roͤmiſchen Herrligkeit zielendes Ge⸗
dichte auß zuarbreiten vorgenommen / als
wenn er etwas frembdes und neues
die Bahne gebracht / darvõ er noch Die au
gemeine Beliebung erwarten muͤſſen
Zudem ſtecket die Erfindung nicht ſo ſehr
indem Argumento, als in Der Außthei⸗
lung / und Außfuͤhrung hin
I
— — — — — — — —
— —
— — —
J
Sben⸗Gedichte42ꝛ —
vielmehr in Imitatione, dadieſelbe in al ·
Sucuͤcken zuſpuüren / und am allermeiſten
in die Augẽ leuchtet. Wer wollte deßhalbẽ
1, een Baumeiſter geringer halten; daß er
Mein altes umfoͤrmliches Gebäude uͤber ei⸗
‚nen Hauffen wirfft / und aus denſelben
waterialien einen neuen / viel herrlichern
— gerne koͤñen
ſich ihres Torguari Taflı ruhmen / der
1 . gleichfalls eine bekannte Helden-Hiftorie
| Fu ſeinem Gedichte genommen / und fö
1 herrlich außgefuͤhret / daß es billig fuͤr ein
Meiſterſtuͤcke zubalten. Es kan hierüber
‚| Bfancife. Parrit. della Poẽtica part. 3.1ib.8,
hachgeleſen werden / wo er die Srage ers
Brei) ob man aus einer Hiftorie ein
| Poemarmadjen könne. Ben den Fran⸗
zßgſen / ob zwar viele dergleichen vorge⸗
habt / auch deſſen Proben gethan / fo iſt
Mman doch noch nicht zu einer Vollkom⸗
menheit gekommen / da doch vornehme
Syngroſſe Belohnungen darauff geſetzet /
Aaͤhrliche Beſoldungen deßwegen gege⸗
ben Denn es iſt bekanut / daß Herr Cha-
pellaine weil er die Hoffnung zu feinem
Helden Gedichte von der Virgine Aure-
‚hanenfi gemacht / eine gute Zeit vorber:
| ro
A
Das W Cap. Bon den
| en tchwerlich bey andern Voͤl⸗
Ken zu hoffen. Es will zwar der Cardi⸗
nal'berron behaupten / daß die Frantzoͤſi⸗
ſche Sprache ſich beſſer zu einem Epieo
Garminefchirfe / als die Italiaͤniſche / aus
Urſachen / daß bey den Italiaͤnern lauter
Weibliche Reime: ſind / aber dieſes ill
es alleine nicht außmachen Denn es find
andre Dinge / darinne die Italiaͤner den
Frantzoſen überlegen ſind / welches er
ſelber geſtehen muß / denn er ſpricht / Les
Efprits Italiens font plus propres pour en
£ire ! oeuvrelamatiere pourfe l imagi⸗
ner,l.inventer. Er tadelt auch an feinen
Landsleuten / daß ſie nicht die Gedult ha⸗
den /cin weitlaͤufftiges Werckauß zuarbel⸗
den / daß eines Menſchen Leben erfordere.
Er ſelbſt / ſpricht er / haͤtte in ſeiner Ju⸗
gend ihm vorgenonmmen/ ein Poemaepi-
cum» von der. Kinder Ifrael Außzuge
aus Aegypten / unterdem Titel / la Mo-
-fäide ‚zu ſchreiben / Aber ex habe es Der
gdeitlaͤußfftigkeit halber bleiben laſſen / weil
r ſeine Lebenszeit hierüber haͤtte zubrin⸗
genmüflen: Herr deudery. der einPoema
Epicum von dem Alarico, unter Darm
} | ome
a“
79.600. Rihal ahruch genoffen- Welche:
|
,
i
J
J
ERST RE
——Oelden⸗Gedichten. 623
Rome, vaincu geſchrieben / hat / in deſſen
Vorrede / hiervon auch mit mehrem ge⸗
handelt Aingleichen Mambrunus ‚fh ſei⸗
nem Buche de Epico Carmine, und Bus-
ſiers in der. Vorrede feines Poematis;
vomdem:Scanderbeck , welche alle ihre
Landsleute Lngläckfeeligkeit in den Hel⸗
den⸗Gedichten beklagen. Ben venalten
Celtis und Teutſchen / hat man auch sjel-
den⸗Dichter gehabt / die Bardos, aber die⸗
gelben) haben nur Lieder auff die alten
Koͤnige und Fuͤrſten gemachet / die n
mianus Marcellinus lib. 15. c. 9. heroicos
verſus nennt. Bardi quidam fortia viro
zum illuftrium facta heroicis compofita
yerfibus cum dulcibus lyræ modulis can-
titarunt. Durch diefe verfus Heroicos
werden nicht hexametri verftanden / fon-
dern Mareellinus nennet fie deß halben fo,
weil fie zum Lobe der Helden gemacher/
wie Yalefius in feinen Anmerckungen die⸗
fe Worte auch erfläret: Von diefen Bar-
dis iſt mit mehrem zu lefen ben dem Athe-
‘ 020, in feinem 4.und s.Buche/Appiano,
Anftinem Celtico , und Diodoro Siculo;
ms. Due. Difer letzte fehreibet alfo/
Ein TO AUT Kay ante MEAGV, &g Aasdes 0.
Gi ru ut 1#7> * Wale.
..
624 Das Xiv Cap Von den
hadsan.! 37 de ul" oeyavar rais Augzısouie |]
7 121 — Prdrpnusa. Sunt
apid eos Melici poetæ, quosBardosno- |;
mirarits hi ad inſtrumenta quædam Iyris ||
ſimilia, horum laudes, illorum vitupera ·
dones decantant Valeſßus vergleichet ft |
den: Scurris udIParafitis, weiches aber
etwas zu hatt iſt. Denn / daß dergleichen |
Poeten ſich bey der alten ihren Convivüis ||
gefunden / und beydenfelben hre Helden ·
geſaͤnge geſpielet und a geſungen / iſt zwa?
|
|
|
|
/
mahr. NAberdiefes ift den Poeten nicht
ſchimpfflicher geweſen / als ihnen ſelbſt /
wenn fie ben den Gaſtereyen ihre wich⸗
tigen Anfchläge gemacht. Wir haben
ſchon droben erwaͤhnet / daß bey den als
ten Gothen diefer Gebrauch auch gee⸗
ſen / daß ſie / ihren alten Helden und Goͤt⸗
gern zu Ehren/ gewiſſe Becher getrum⸗
een /und darben zu wrem Lobe geſun⸗
gen. Daß dieſer Gebrauch ſehr altjen/
kan man auch aus dem Vireilio fehen/ wel⸗
cher / in der Befchreibung der Gafteren/
die von der Didone angeftellet/Lib. 1. Am
neidos, den Jopam einführet/ als einen
Moetenund Muficum, ; J
cithara crini
— — —
— — — —— — — 2
tus Jopas 5
Perſonat aurata,docuitgu& maximus Altas.
&c. Von
Don der alten Teutfchen Heldenliedern
iſt imvorigen / nehmblich im 6. Cap. deg
andern Theile mir mehrem gedacht, wor⸗
unter auch die Heldenlieder auf der
Attilam zu feren / deren Aventinus,
in feinen Annalibus Bojorum lib. z, p,
230. gedendet. Denn erfpricht. Com-
plura apud nos extant de virtutibus
Attile carmina , patrio fermone mo«
re majorum fcripta. Nam & adhuc
vulgo cantatur , & ef poptlaribus
noftrisetiam literarum rudıbus Hotiffie-
mus. Die Helden:Sedichte müffen ins
Onderheit mit allerhand Erfindungen/
Dichtereyen Außgbildungen/ Beſchrei⸗
bungen / Vergleichungen außgezieret /
die Rede mit metaphoris erhoͤhet wer⸗
den / maͤnnlich und heldenmaͤſſig ſeym
Die / in Teutſcher / wie auch inder Fran⸗
tzoͤſſchen Sprache / gebräuchliche / Art
inplurali anzureden/ muß hler iñen gantz
vermieden werden. Diefeift erftiic) durch
Schmeicheley aufffommmen / wie denn Cal -
ſus Cittadinus ein ſonderlich Büchlein/
von dieſes Gebrauchs Urſprunge / ge⸗
ſchrieben. DesMarefts , in feinem Advis
ben feinem Clovis oder France Chreiti-
2") Fr
enne,
I a ara a Te ——— >
626 Das XIV. Cap: Bon den
enne,urtheilt hiervon alfo. Le mot de
vous en parlant.aune feule perfonne na e-
fte introduit,que par la baffe Hatterie des
dernier fiecles.EnPoefie Heroique ne peut
fouflri cette foibleſſe, principalelement
ſors, qu il faut faire agir les fortes paflions,
dans lesquelles les mots de vous & de varre
n’auroient nulle force & nulle grace. Iſt
alſo eine Thorheit wen einige / aus unzer
tiger Hoͤffligkeit daß Wort Ihr / oder
gar in der dritten Perfon Er / gebraucht!
welches die Rede noch vielmehr verſtellet /
und in feinem Carmine fich ſchicket.
Es ift eine andere Art der Gedichte /
aber in ungebundener Rede / welche den⸗
noch mit gutem Fuge Helden⸗Gedichte
genennt werden fönnen. Henn fie find
von den andern nicht unterſchieden / als
nur bloß an dem metro. Es hat abet Arı-
: Roteles zugegeben / daß auch ein Poema
ohne Metro ſeyn könne. Solche finddie ſo
genantenRomainen/vonderen Urfpruns
ge vielerien Meinungen ſind. Einige
schreiben fie den Arabern zu / etliche den
Spaniern/andereden Srangofen. Fue⸗
tius bat eine gelehrte Differtation. Von ih⸗
vem Urfprungrein Frantzoͤſiſcher Sprache
zer | geſchrie⸗
en
Helene in ___ 62?
geſchrieben. Dieſer bringet ihre Erfins
J dung auff die Morgenlaͤnder / Aegyptier /
Syrer / Araber / Perſer / von welchen fie
auff die Griechen und Roͤmer gekom̃en /
bey denen man unterſchiedliche ſolche Poe⸗
tiſche Schrifften hat. Daß / bey den alten
Nordlaͤndern / dergleichen Gedichte ge⸗
weſen / geben die Fabeln an den Tag / die
man in der Edda noch finder. Ja / wenn
mandes Hn Rudbecks Meinungen an
nehmen follte / duͤrffte wohl die gange
Mythologia der riechen Davon entſtan⸗
den ſeyn / daß alſo dieſelben nicht von Ca=
roli M.Zeiten nur herzu holen / wie Hue-
tius meinet. Der Nahme der Romainen
iſt / onder zweiffel / bey den Frantzoſen
entſtanden / bey welchen dieſe Gedichte/
weil fie in ver derbter Roͤmiſcher Spras
che / die Lomance genannt worden / ges
ſchrieben / Romancen heiſſen. Von web
chem Worte Borellus, in ſeinem threſor
des antiquitees Gauloiſes, weiter zu ſehen.
5 Meinung des Claudii Verdieri
alſch / der in ſeiner Cenfione Autorum p»
43. meinet / es ſey der Nahme Roman per
metatheſin von dem Worte Norman ent⸗
ſtanden / weil ſie in der Sprache erſt ge⸗
rr2 ſchrie⸗
28 Das XIV.Cap. Don den _ __
chrieben. In Spanienift auchdiealte
pracheRomancegenannt worden / von
welcher Bernard. Aldrete ein gantzes
Buch heraußgegeben. Huetius ſaget.
Eſpagne & ł Italie receurent de nousun
art, quieftoit le fruit de noſtre ignoran-
ce, & de noſtre groflierite , & qui avoit
efte le fruit de lapolitiffe des Perfes, des
Ioniens,& des Grecs. Diefe Romancen
find aber in Werfen mehrentheils/ und
zwar in grofler Menge/ von denProvin-
cial-Poeten befchrieben / von welchen
Claude Faucher ein fonderliches Bud)
bervorgegeben. Von diefen Provincial-
Poeten find fie erftauffdie Spanier, ber
nach auffdie Staliäner kommen / undifl
Salmafıı Meinung falldy / daß die Araber
zum erften diefeiben auff Die Spanier ger
bracht /und von denen auff die andern
Mölcker in Europa.. Denn die Span?
ſchen Romainen/ worunter der Amadis
wohl der vornehmbfte ift/ find unftreitig
jünger / als die Srangöffchen. Unter die
fen tobet Huetius vor allen andern des
Herrn d’Urfe Aftree, welcher erft eine
Kunſtrichtigkeit in diefe Schreibart ges
bracht / und dann der Frauen de Scude-
ıy
— — — —— — — an zZ
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_— in u Cr tr 2 TE — — ern ze
m
—6 —
Helden ⸗Gedichten 629
ryRomainen/ fie auch des Herrn de
Segrais la Zaide. Herr Cafaneuve hat
auch eine Romiane, Charithea geſchrie⸗
ben / von welcher Medonius in feiner Res
bensberchreibung / diefes ertvähnet. Ca-
fanov&Charithea arrifit usque adeo Au-
tori ignoto, alioquin ingeniofo, qui Bar-
claji Argenidos Hiftoriam continuavit,
ut eum non puduerit , plurimas ejus pa-
gellas totidem ferè verbis in fetransmo-
vere, Es iſt bey ihnen eine groffe Menge
ſolcher Schrifften/deren Erzehlung wir
bey dem Sorell , in feiner Bibliotheque.
Francoife finden. Diefer hat auch/ in ſei⸗
nem Buche / dela connoiffance des bons
livres , weitläufftig von deren Einrich-
fung gehandelt / auch von einigen fein
Urtheilgefäller / womit mir uns nicht
aufzuhalten Haben. In Teutſchland hat
man ſich erſtlich nur / mit den Uberfes
ztzungen der frembden Romainen / vers
guͤget. Jetzo aber hat man auch einige
gute finnreiche Wercke / aus eigener Er-
findung / hervorgebracht / als / den Teut⸗
ſchen Hercules,und Herculifeus, die A-
ramena, die Odtavia, welche den Auß-
ländern nichts nachgeben/deren Autores,
| er3 wie
650 ____BasXIv. Cap. Bon den __
piemoht man fie fonften wohl kennet/
noch zur Zeit ſich ſelbſt nicht haben nen?
nen wollen. Man könnte auch allhier die
Trage erörtern / ob ſolche Bücher einen
Mugen haben/ und leſens würdig find,
Worinnen die Urtheile unterſchiedlich
find. Sch wolte fie fo gar ſehr nicht far
- deln’ wenn: nur Maſſe darinnen gehals
‚ten wird. Gleich wie eine Comedie nicht
allein er hoͤtzet / ſondern auch viel nuͤtzliches
und lehrreiches in ſich hat / ſo konnen auch
dieſe Romainen ein gleiches thun. Man
ſaget / daß Hugo Grotius ein ſonderlicher
Tbhaber derfeiben geweſen / und deren
feine ungeleſen gelaſſen. Der Herr dela
Hoguette P,Fortin hat in feinen Buche
genannt / Teſtament ou confeilsfidelesd
un bon pere a fes enfans part. 2. ch.ıo:. die
Leſung derfelben Bücher nicht widerra⸗
then / und viel Urſachen beygebracht / daß
dieſelben auch in vielen Dingen nuͤtzlich
ſeyn können. Wie aber nichts mehr dem
- Mißbrauche unterworffen / als die ergöß-
lichen. Dinge/ ſo geht e8 auch mit diefen
Romainen, worinnen einige zu "viel Zeit
verwenden / die fie fonft nüglicher gebraus
chen fönnten. So iſt es dem ie
aco® -
——6
en Helden Gedichten. 631
Jacobo Palmerio à Grentemesnil ergan⸗
gen/ vonmelchem/ in feiner Lebensbe⸗
ſchreibung / diefes erzehlet wird. Qui⸗
dam nobilis Britogallus 'has Palmerio in-
cautopernicioſas nugas obtrufit, quibus
urtpotẽ ad nativum hominum ingenium
artiſiciosẽ compofitis, itacaptus eft , ut
', per integrum fereannicurriculum fui
| eompos eflenon valuerit: fed eo tandem
elapſo, ad ſuam mentem reverfus inge-
\, muityacerboquedoloreperculfusanimad-
| vertit,fepro verishiftoriis, quibusadmi-
cranda Deiprovidentia agnofcitur,igmen-
Jtis libidinum incentivis memoriam ſuam
doneraſſe, & pro heroibus egrepiisg; eo-
ı rum facinoribus , veritatem hiftoricam
' Mluftrantibus, ineptos thrafones, & van
imaginationis otiofuo abutentis ludibria
coluiſſe: Similis itag; factus ilis, quicon-
| vivia lauta fomniant.,excitatiautem con-
| Aiciuntur inedia ‚ indignatus eft & im-
1 placabile contra illas furaces temporis
‚ affanias concepitodium. Er hataud)des
' nis de la Hoguette, .der fein guter
reund war / und ihm fein Buch zug
„ fandt/ Meinung /foer vonden Romai-
‚ hen gebabt/ gar nicht loben wollen und
4 rr4 ba
rn
ED
era
>
I
632 Das XIV. Cap. Don den
— — TI —— —
ihn enduch dahin gebracht / daß er in den
letzten Editionibus ein Cerollarium ans
gehaͤnget / worinnen er dieſe Schreibart
nofßri feculi morbum nennet/ und be⸗
reuet / daß er mit dergleichen Eitelkeit be⸗
hafftet geweſen. Aber / wie in allen Dim⸗
gen eine gewiſſe Maſſe iſt / ſo iſt ſie auch
hierinnen / und muß man nicht von einem
extremo auff das anderefallen. Solche
zum täglichen Gebrauche gewidmet Mo-
rifottus hat / m ſeinen Brieffen Cent. I.
Ep. 58. auch wieder diefelben gefchrieben.
Yon diefen werde anderweit ein mehrers
zu reden haben.
Die Heldengedichte / pflegen in dem A-
lexandrinifchen genere, ben den Teut;
ſchen und Srangofen verfalt zu werden /
deren Gebrauch wie wir droben geſehen /
Herr Kapinus nicht für bequem hält: Ur
her man muß bier dem gemeinen Triebe
folgen. Im Teutſchen hatte Herr Flem⸗
mingeinPoema Epicum am beſten auß⸗
führen konnen. Denn er / bey der hohen
Redensart auch den Numerum dieſes
Carminis fonderlich zu miſchen weiß / defs
fer eine ſchoͤne Probe / in dem gobe, dee
| Sol
E
=
Mi —
534— | *
En ie ie — ee —— — —— — pas
Sachen find mehr zur Ergögung / ald |
| | | |
j fi Helden⸗Gedichten. | 633
Soldatenzu Roß und Fufle/ ben ihm
au ſehen iſt. Es kan auch dieſes genus zu
kurtzweiligen Dingen gebrauchet werden;
deſſen ein Exempel ben dem Flemming⸗
in feiner Schnee⸗Graffſchafft / und bey
dein Betulio, in feinem. Nieder fächfifchen
Loorberhain p. 66. woſelbſt er ein Epice-
dium-hat auff einen Hoffleushund/ und
ben vielen andern jufinden,
DE XV. Cap.
| Bon den Oden,
Innhalt.
| h ve Verbindung dee Mufie undder Vers
e iſt ſehr alt. Wird von der Natur ae
ret / und ift bey allen Voͤlckern gebrauch:
‚Bd, Ode iftein Sing-Gedichte. Ronfard hat
diefes Wort zu erſt in Sransofifcher Sprache
‚gebrauchet/und will dieſe Art Carminum inder-
jelben aufgebracht haben. Die alte Art der Mus
ſie iſt — Arias Barboſa. Ifaacus Vos-
ſius Franciſcus Patricius. Die Muſic der heu⸗
tigen Oden iſt ſehr unterſchieden von der alten O-
dz des Horatii indie Mufic gefeket. Die Oden
find nach verfhiedenen Intrumentis Muficis abs
gelungen Mmorden. Die Eintheilung der Oden in
yophas, Die Staliäner haben iin Lyrico Car-
Its mine
——t
NR: [%
634 Has XV. Cap! Donden
mine fic) fonderlich hervorgethan. Stances, Die
heutigen Oden find/ nach. Vo ji Meinung nicht
sur Mufic bequem. Die Oden / , Die gefungen
Perden / muͤſſen anders eingerichtet werden. Sol⸗
ci nd ſchwerer zu machen / als andere. Zieglers
etheil. Die Rodens Art in den Oden Fompt
der Heldenart am naͤheſten. Oden werden zu
allerhand Sachen gebrauchet. Seiftliche Oden.
. Hymni der Alten. Des Seel. Herrn Luther!
Geiſtliche Lieder. Werden vor allen andern ge⸗
vühmet. Geſaͤnge vor Luther Zeit. Pfalmi
idıwmlıxor , plebeii. Was dieſelbe geweſen· Sol
che ſind verboten worden in dem Concilio Lao-
diceno. Was durch Die ſalmos poeticos ver⸗
anden werde Noels. Die alten Kirchengeſan⸗
ge ſollen ohne groſſe Urſachen nicht geaͤndert wer⸗
den. Campanellæ ymni. Die ollkommen⸗
heit der Pſalmen Davbios. Odæ morales, he⸗
icæ, amatoriæ. Schertz⸗Oden. Diræ Schelt⸗
lieder. Gewiſſe Schlußverſe in Odis. Wieder⸗
holung der Woͤrter und Verſe im Carmine. FI-
gurz Dictionis & affeduum, find abfonderlich
in Odis in acht zu nehmem. Erempel aus dem
lemming. Metra, darinne Die Oden zuverfaf
on. Der Triebder Natur thut das meifte. Det
:sriarucs muß bey den Erfindungen ſeyn. DIE
— — —
— q
— —
erſten Einfälle find Die beſten. yempelderer/Die -
ihreerften Einfälle dureh Verbeſſerung verfehlims
mert. Es fonnen bißweilen verſchiedene Poeten
leiche Gedancken / ja dieſelben Verſe / einfallen:
effenErempelk
| Es
[ 11
Oden. —6
EIS haf nichts eine groͤſſere Macht
uͤber den Menfchlichen Geift/ alg
0 penn ein fchönes / wohlgeſetztes
Carmen mit der Muſic verbunden mwird/
denn die Muſic giebt den Verſen gleich»
ſomb ein Leben / dadurch die Gemuͤther
auffgemuntert / und zu allerhand Bewe⸗
gungen ger eitzet werden. Daher if ges
kommen / daß / wenn man etwas auff die
| Nachkommen fortbringenmwoilen/ man
|
|
\
Olches in Geſaͤnge verfaſſet daman noch
‚' die Schreibefunfte nicht achabt. Wenn
unter dem Poͤvel etwas felgames fich brs
giebt / fo pfiegen fie reimende Sprich:
woͤrter davon zu machen. Denn fie bil-
den ihm viele eher die Wörter ein, die eine
harmoniam bey fich führen. Weil nun
das metrum nicht allein: beluftiger/
1 fondern auch die Rede gleichfamb befes
ı fliget und verewiget / ſo hat man zu dem
' Gottesdienfte/und der Helden Lob, fol,
che Gefänge erivehtet. Es ift nicht un.
glaͤublich / daß / auch vor der Suͤndflut /
dergleichen geweſen Nach derſelben ſind
1 Feineälteren/ als Moſis feine, melchen
hernach die Heydniſchen gefolger / die
4 ampanella gar artig, degeneres Prophe-
tas,
— en
636____Das XV. Cap. Don Din
tas, nennet. Solche Carmina find bey
den Griechen / Oden / bey den Zeufs
ſchen / Lieder / geneñt worden.Das Wort
Ode iſt ein Griechiſch Wort / ſo nun
auch) ben den Teutſchen faft das Bürger
recht gewonnen. Ronfardhaf es zu erſt
in Srangöfifher Sprache gebrauchet/
will aud) die Lyrica metra in der ſelben zu
erft erfunden haben / dem aber einige den
Clement Marott vorwerffen / der die Pſal⸗
men Davids ſchon vorhin in gewiſſe Ries
der gebracht. Hiervon kan mit mehrem ben
Menagio,in. feinen Anmerckungen über
Malherbe Poemata p. 563.564. 565. gelefen
werden. Auffiwas Weiſe die Alten Lyrica
Carmina gefungen / darvon ift wenig
Nachrichtüber/ nur daß einige etwas o⸗
ben hin davon gefchrieben/ es waͤre denn /
dag Arias Barbofa, ein Lufitanus ; deflen
Nicolaus Antonius, in feiner Bibliotheca
Hifpanicä, gedencket / etwas ſonderliches
hervorgebracht: Denn er ſaget von ihm.
Scripferat ille Relectionem magnificam
dotam uberemque, in qua multa que-
ftus eft,guodnon modoMufice , tempo-
rum vitio , indignam pafla eft jaturam
duorum generum, enarmonici & chro-
maticl,
—
—
— —
ri TER
a en u Ze Tu — ut u Ze
Ps nn. en —
— — 17T
— a u en nn
matici, cum tempeftate noftra’vix diato-
nico cantetur;fed etiam quod periere
vocum (Yllabarumque tum poeticz, tum
;, communes pronunciationes.Pieft8 Buch
gber iſt mir nie zu Geſichte fonmmen Eben
dieſes hat Iaacus Voſſſus, in feinem ges
lehrten Buche/de Poematum Cantu &
|
j
| Oden. 26 037
Vribus Rhythmi, weirläufftig dargethan.
Aber die Art und Weiſe zufingen/ iſt von
niemanden recht entdecket / und iſt noch
wvohl das beſte und vollftändigfie bierins
| hen / was Francife. Patricius, in feinen
Buͤchern della Poetica, infonderheitlib.s.
| &7»part.2.nach Anleitung der alten Mu-
ı ficorum, geſchrieben / deflen fich einige
), sehr fleiflig in ihren groffen Büchern ge:
brauchet / undihn faum zunennen ges
j Murdiger. Diefes ift gewiß / daß Die
| Mufic an Die quantitatem pedum, und an
das metrum gebunden geweſen / und ver⸗
weinet Vofl; der p.37, und 38. eine Odam
‚, Aus dem Horatio , und die Frantzoͤſiſche
1) Uberfegung des Sorbiers, derfelben ents
“gegen feget/daß/da ınan im Lateiniſchen
dur ch alle Strophas richtige numeros hat /
' Im Frantzoͤſtſchen und aiſo auch im Teurs
ei ſchen / in jeglichen Strophis eine tteueMe
\ 1001e
——
— ——— —
EEE ERREGER. BEE
u EEE — —
8 Das XV. Cap Bon den
iodie haben müfle. Und dieſes fon. auch
nicht anders ſeyn / wenn Die Muſic auff
der quantitate pedum gegr uͤndet wird. Je⸗
dennoch bezeuget der Autor delacomnois-
{ance des bons livres trait3.P. 214 daß je
mand die Odas Horatianas in die Muſit
geſetzet. Nous avons veude noftre temps,
Yun fcavant & curieuxX Muficien avoit
mis en Air les Odes d’ Horace, & lesfai-
foit chanter dans des Goncertes pou nos
donner des epreuves dela Mufique anci-
5
enne, Sch bilde mir aber gänglich ein /
es ſey dieſe Mufic nicht anders / als die
heutiges Tages übliche geweſen. Die als
ten metra haben ihre Mufie ben ſich ger
habt und haben darch die Krafft der pe*
dum, wenn fie auff gewifle Arten gefun
gen worden / die Gemuͤther bervegen Fön
den / da die heutigen nicht andere / als
durch die Krafft Der Woͤrter beivegen:
Die alten Muficihaben überegliche Syb⸗
be der Verſe ihre notas geſetzet/ wodurch
man wiſſen koͤnnen / was vor einen Thon
mar darzu fingen oder fpielen muͤſſen /
von den ſieben tropis oder modis; Dorio,
Holio, Phrygio &c.
die gefungenivorden/ find vielerley *
Derer Carminums
= = —
—
— - -
eo.
4
| — ee ——
EEE. Sr Oden an 639
en geweſen. Dan hat auch nicht einer-
bery Spielwerck dazu gebrauchet von de;
ven aller richtigen Außtbeilung Fr. Pa-
tricius, indem andern Theile / feiner Poe-
| tica, weitlaͤufftig zu Iefen iſt. Man. hat
auch ſingende Tragœdien und Comadi-
en gehabt davon im folgenden & ap. ein
mehres. Ja es find alle Arten der Gedich⸗
fe gelungen worden / es ſey bey den G⸗
zendienſten / bey Safterenen / bey oͤffent⸗
bchen Spielen / oder fonften / geweſen.
Die Heroici und Elegiaci haben gleich⸗
ı fkallseine Art von fingen gehabt. Die
Den aber find infonderheir zu der Mus
Nebequem geweſen/ wegen der Einthei:
lung in gewiffe:membra oder ftrophas.
ı Diefe.bat ihre Richtigkeit mehrentheils
gehabt / aber Pindarus hat gröffere / von
hielen Verſen beftehende/periodos gema⸗
. Het / und ſie in drey Theile gerheilet/Stro-
| Pham,Antiftropham, und Epodon, Dan
| Dal audyauff,den Theatris eigene Derter
1 gehabt / fo Odea genannt worden / dar:
Auff man diefe Carmina gefungen. Wie
die Eintheilung der. alten Oden geweſen /
und was für Thoͤne zu denfelbigen ge:
braͤuchlich davon finden wir zwar eini:
\ ge
IR BR
840 __ Das XV. Cap. Vonden —
ge Nachricht ben Den alten Muficis , aber
mir koͤnnen fie Doch wicht in gewiſſe Res
geln fegen. Franc. Patricius hardiefes ſehr
fleiſſig Zuſammen geleien ı della Poetic.
part. 2. Ib. 6. P+284- &feqg. woſelbſt die
bepte Nachricht Fan gefunden mwerden/
und nach ihm / oder viehnehr aus ihm /
hat Kircherus, in ſeiner Mufurgia , auch
davon gehandelt / der aber in vielen 90
irret / wie Marcus Meibomius, in den Ans
mer ckungen über die alten Muſicos, er⸗
weiſet Die Jtaliäner baben/ wie Taſſon
davor hält/ die allerbeften Odas geſchrie⸗
ben /fo gar / daß fie es auch / wie er mei⸗
net, den Alten hierinnen / zuvor thus
Es iſt dieſes zum Theil wahr / denn fie
wiſſen die Redensart trefflich zu erhoͤhen /
wobey doch auch bißweilen viel Miß⸗
brauche vorfallen. Wir haben au in
der Zeutſchen Sprache/ einige von Flem⸗
ming / Hoffmannswaldau und andern
geſchrieben / die wir den Italianern wohl
entgegen ſetzen koͤnnen. Dieſe der Ita⸗
iaͤner / Oden / wie auch Die Teut ſchen
haben ihre gewiſſe Itances welche deßhal⸗
ben ſo genannt werden / daß man am En
der Strophen etwas verziehen Ni |
denn
32:3:
Br in nA ee
| | . |
| —“ — — — Mn su |
denn/ wie Dantes, tagt’ in eſſe ſta e rin |
Chiude „tutto | artificio.-de na Caps zöne,
Darumb werden, auch in den,
genst teen, — senus p
‚ eumbefteher / die berden letzt
56 obee
Mufie ſo nicht dat zu
| ae Barmen Mus ag
ch vis ad, Odas fe, confera at , Qua R |
Br Veltins, & ‚innumeri —J
=, elegantillum licet , cantat
atmen nequeunt, bropiet diverfitätem nu:
nerorum Eadem e ratio eorum Gar⸗
minum quæ ipfi vocant rimas o&tavas,
na —* nec ipfa uno 39 ——
mari poflunt Neq; tamen me tugit, &
J vulgo cantari verum hac cön- .
Me > quæſibet etiam profa cantant
t. ‚Diisa ben; gt Volfius ‚ daß
1 Sen Ba Ban ur die jenigen poe-
Fr ö „ BSH We 8
eineftrophen ſich finden. Wir
den Teutſchen Odis ‚fD ges
\ Denn,/ mein die erfte Sıro- |
7 —56 de in die Muſſt gefrket / fo
Ä ml mai folgenden denfelben Geſang an⸗
\ eben. er ſchlcke 2) darzu oder nnd
J
— Se %
a nn
EEE
eis. Das XV. Cap. Don den
#
|
\
da bißweilen die fenfüs verfuum zerrieffen ||
Werden / die Mufic auff die Worte fih |
nicht reimet. Man nehme nut eine Dve
aus dem Flemming / Iſcherning / oder |
andern/ Und ſetze die erſte Strophe indie ||
Ruſie /felten wird man finden / daß die |
- Hbrigen recht dazu bequem fenn werden.
Somuß nun deromegen einer Zder eine |
Hpe / die gefungen erden foll/ machet/
notbivendig die Mufic verftehen / und
nenn dieerfte Strophein die Mufie 99
wähntem Orte wohllächerlich vo
die zu unfer Zeit übliche Wuſte Tegrund |
‚diefe Nothwenpigkeit auff- Wiedrigen⸗
falls würde man gar uͤbelklingende Lieder
machen. Herr Ziegler urtheilet gar we
„biervon. Gewiß / es will unter d
„neribus Carminum nicht alleine vor fi
» a auch / und zwar umb fo viel D4
omebr/ wenn fie in Die Mufit ger
’
„ |
.»
2, Er EEE FEIERN
feet / alle andere darnach rihten/und/ /
no möglich / mit jeden Verſe den fenfüm,
zum wenigſten auff die helffte ſchlieſſen.
Sa er kan gar eine ſchon erfundene Me
loden nebmen/ und darnach das metrum
einrichten / weiches ich vielfältig gethan.
Soiches koͤmpt Iaaco Vollio an vorer⸗
6
werden ſollen / ein jedwedes ſeine ſom
derliche qualitet und Eigenſchafft haben/;,
da man deñ dem componiſten die Wor;,,
te ſo treuge nicht vor legen darff / ſon dern,,
man muß denſelben einen fenen Nach⸗
druck / und nach Gelegenheit der materıe;,
eine gebührende Staͤrcke oder Schwaͤ⸗n
che geben / auch die commata zurechter;,
Zeit ſchneiden / und den Verß / nicht iwie,,
eine Saue von der Weide/ lauffen laffen, ;,
Säbekenne e8 / wenn ich eine Dvezur,,
. Mufitmachen foll, fo wird ſie mir allezeit;,
doppelt fo fauer / als wenn ich fie vor.
mich und nach meinen Sefallen machen,
darf. Ich wollte auch davor haltın/daß..
man zwar außerlefene Wörter in den
Liedern /die gefungen werden / aber Feia
negar hohe und Metaphoriſche Redens⸗
arten / gebrauchenfolle. Denn / wenn
die Wörter nicht verfiändlich find / dag
man zugleich mit dem Thon den vollkom⸗
menden Verſtand der Woͤrter haben Fan/
-Pohaf folches feine Krafft in. Bewegung
der Gemuͤhter. Sonftenift eine Ode / ins
ſonderheit wenn fie nicht. geſungen wird/
der hoͤheſten Redensart fähig. )» Sca⸗
Uger ſaget / proxime ad Heroici Garmi-⸗
6682 NIS
— ⸗
644 ODas XV. Cap. Von den |
nis majeftatem accedit.Ia fie überfteiget
ſelbſt die Heldenart / dann es find audaci-
_ oresMetaphorz und andere Redensar⸗
ten zu gelaflen/ die man in Heroico gener
renicht gebrauchen Fan. Wenn die alte
Profodia der Muſic auch im Teutſchen
waͤre / ſo kͤnnte man Thöne und Wörter
ohne groſſem Nachdencken verfichen. U
ber igomuß Die Deutligfeit des Carminis;
der undentlichen Mufic zu Huͤlffe kom⸗
men. Es koͤnnen alle Sachen ſich zu den
Hoden ſchicken / Geiſtliche / Sittliche / Lieb⸗
reigende/ Kriegrifche un dergleichen mehr’
da denn zum Theil auch die Redensart
fich nach der materie ſchicken muß: - Was
die Geiſtlichen anlanget / ſo ſind bey den
Griechen und Lateinern / des vielfältigen
Goͤtzendienſtes halber / unterſchiedliche
Arten der ſelben geweſen welche Franc.
Patricius, in feinem andern, Theile della
poetica, nach Der länge erzähle. Dasge⸗
meine Wort / darmit fie genennet wor⸗
den iſt Hymnusein Lobgeſang Bey den
alten ward die hoͤheſte Redensart in den⸗
ſelben gebrauchet / im Zeurfchen aber wird
der Mufic/ und des gemeinen Gebrau 6
halber eine Maaſſe pierinen zuhalten ir
im u — *
A TEE A nn — — ro — ——— — — *
— u ——— ua Sn — -
—— — — —
| hal ur Da a ee.
| Oden. 645
—
Es ſind aber die GeiſtlichenLieder nicht ale
‚le Hymni,fondern haben auchandere ver:
ſchiedene Arten unter fih. Wir müflen
bier von den Liedern gedenchen / die der
Seel Hr. Lutherus gemachet/melche voll
Geiſtes / und nachdruͤckicher Wörter/
., md/ darinnen ein richtiges metrum iſt /
„denn er hat gar genau auff die Sylben
geſehen / welchesvon den Sransgofen und.
Italianern nur am meiften in acht genom:
men wird. Die quantitas ift zwar nicht als
ezeit beobachtet. Es müflen aber folche
Kleine Fehler info wichtigen Dingen / da
die Woͤrter und der Verſtand vollfoms
y men / überfehen werden. Denn man
;„ Murde der Vollkommenheit eine Gewalt
anthun / wenn man bierinnen etwas aͤn⸗
Jdern wollte. Vor ‚Lutheri Zeiten find
auch verfchiedene Hymni und Geiſtliche
‚ Lieder / auch im Pabſtthumb / ſchon ges
f ſchrieben / darinnen etliche nicht fo gar uͤ⸗
belgemacht / und des Alters halber im
„. Ehren zu haften und bat mich einer be»
r richtet / daß ein abfonderlich Gefang-
Zuch von denfelben zufammen gelefen/
M und jemand beraußgegeben / welches ich
„ Aber nicht gefehen. Man hat im übrigen
F ® 96 3 Herr
N. £ *
N J
648 ____BDASXV.Capı Von den
Berr Riſtens / Herrn von Stoͤcken / und
vieler anderer / Geiſtliche Lieder / welche
ihren Fleiß hier iñe ruͤhmblich angewandt /
und nemand unbekautſind. Herrn Roͤ⸗
lings Geiſtliche Oden find voll Tieffſinnug⸗
keit / und an Erfindung reich. In der al⸗
ten: Kirche bat man keine andere Pſalmen
zugeben wollen / als die aus den Bis
chern der Heil. Schrifft genommen
nehmlich die Dfahnen Davids und an
Dere Kobgefänge. Die fonften gemacht
waren f wurden bar keim]ıxoi 5 Pialr i
Plebeii, genannt / und duͤrfften in öffent
lichen Verſamblungen nicht geſungen
werden. Davon ſagt der AX. Canon des |
Concilit Laodiceni alfo. dr 3 dü ichumude
darusc Ayadıy cr zitanindia, sde anaydisa
B.BAte..: Qucd non oportet — Pſal⸗
mos in Ecclefia legere,autlibros non Ca-
nonicos,Balfamon und Zonaras erwaͤh⸗
nen allbier / in ihren Anmerckungen /
daß unter den Pfälmis Plebeiis die Pſalmi |
Salomonis verftanden werden/ die mal
damable gehabt / und nicht für auffrich /⸗
tig gehalten. Es erhellet aber aus unter⸗
ſchiedlichen Oertern der Hiftoriz Eccleli<
aſticæ des Euſebii, dag viele Pfaimi von,
priva-
— *
ee Je nn —— u
Oden.
privatis gemacht / die man in. den Kir⸗
(chen geſuͤngen / wie dergleichen einer, bey
dem Clemente Alexandrino, am Ende
ſeines dritten Buches / ſich findet auff den
Herrn Chriſtum / und auch Plinius lib,
10. Ep. 97. von den Chriſten ſolches cr»
mwähnet. Won den Therapeutis (davon
doc) noch zweiffelhafftig / ob fie Chriſten
geweſen )fchreibt Eufebius -, lib. 2. c. 17.
mus ir uara ng) Unvas eu: mov Jov ‚Aa zav-
Tin merewv xay maAar pu9uois oruvalsggis Ka
edosoles. Cantica & hymnos,omni me-
trorum genere , rhythmis gravioribus
confieiunt. Wiederumb lib. 5. c» 28: fagf
er / daß viel Palmen von den gläubigen
Brüdern gefchrieben/ die EHriftum als
einen wahren Gott loben und erkennen /
"und lib. 7. c. 30. von dem Paulo Samofa-
teno, daß er die zu Ehrifti Ehren ger
machten Palmen / unter dieſem Vor⸗
wand / abgethan daß fie neulich erftlich/
und nicht von den Alten gemacht / wel⸗
des denn der Synodus, fo fieder ihn
außgefchrieben / getadelt/ weil er dadurch
die Ehre Ebrifti angefochten. Iſt alſo
gaͤublich / daß ſolcher Pſalmen viel in der
Kirche gemefen/ welche aber in dem ange
| 884 führe
A en TREE Sr |
648 as XV. Caps Bon den
führten Canone deßhalhen verboten wor:
den /weil man zur Ehre GOttes lieber |
die / von dem Geiſt Gottes ſelbſt gefegtemd
alsdie von Menfchenerdachten/Hymnas
gebrauchen wollen: ; Valefius bat dieſes
angemercket in ſeinem Commentario ue
ber den Eufeb.lib.7.'c.24. Diſertè prohi« .
betur ‚ne Pfalmiidionxci , id eſt, a privatis
hominibus compofiti,in Ecclefäreciten-
tur. Invaluerat enim h&c confuetudo, ut
multi Pfalmos in honorem Chrifti com:
onerent ,„eosque in Eccleſia cantarita
cerent. Deßholben wurden auch zeruxe
darrzıinden Kirchen heſtellet / welche ge⸗
wiſſe Pſalmen / auff gewiſſe Art und Bel
fe/ fingen muſten / wie — in den
Anmerckungen uͤber den XV. Canon.
Conc. Laodiceni weitlaͤufftiger außfuͤh⸗
ret / und — Cardinal Bona,
in feiner Plalmodia. | S. Agobardus, def
im Fahr 840. geſtorben / deflen Werde
Stephanus Baluzius heraußgegeben / han⸗
delt hiervon auch in einem abſonderli.
chen Buche de divina Pfalmodia. Denn
er ſpricht Reverenda concilia Patrum de⸗
cernunt nequaquam plebeios pfalmosin
Eccleſia decantandos, & nihil'/poetice
NE $ "ompo*
A
De a
E84 EBJ
NT TnT |
ROEDTUND 648
|. eompofitum in divinis laudibus ufurpan-
m.Durd) welche legten Berfe Baluzius
erſteht / leviacarmına & faciles verfus,
smodi ſunt, quæ moteta hodie dici-
mius Zu deſſen Beweiß fuͤhret er einen Ort
gnaus den Gulielmo Durandi,Epitcopo
Mimatenf , infeinem andern Buche de
mode generalis concılii celebrandi cap. ıy.Vi-
deretur valde honeftum efle, quod cantus
indevoti & inordinati motetorum &fi-
milium non fierent in Ecclefia: Diele has
ben fie aber nur bloß eininahlim Jahr bey
dem Weynachtfeſte gebrauchet / welche
Geſaͤnge Noe/s das ift Natalitia Carmina -
genannt worden: Pafquier des Recher-
. chesdela Francel.4.ch.1a. befchreibet dieſe
Nouels, daß ſie geweſen / Chanfons ſpiri
tuelles, faites en!’ honneur dela Nativite
de noftre Seigneur. Es iſt aber auch Die
es Wort gebrauchet worden / wenn dag
VPolck Koͤnigen und Fuͤrſten ein Freuden
Geſchrey gemacht / da ſie dafleibe ihnen
zugeruffen / wie Palquier weitlaͤufftiger an
wigem Orte anfuͤhret. Dieſes habe ich
eh dieſer Gelegenheit von den Geiſtli⸗
. Gen Geſoaͤngen beybringen wollen / in
Welchen man / es gerne bey dem alten
885 bleia
N &
a RR
as XV.Cap. Von den
bleiben laͤſſet. Der Heilige Agobardus
iftfehr ſorgfaͤlltig hier inne geweſen / daß
ernichtes hat zugeben wollen / ale was
aus den Büchern der Heil, Schrift ge⸗
nommen wie aus feinem Buche / decor-
re&ione Antiphonarii,zufeben. Baluzius
ſyhut denckwuͤrdig hinzu. Conſtat, res fe-
mel receptas in Ecclefianon facile mutari
&autioresque inhis rebus debere efle Pon-
tifices, ne minifterium eorum vituperer.
“tur. SicUrbanus VIII. hymnos correxits
& tamen femper hymni antiquicanuntur
in Ecclefiä: Deßhalben erinnert auch
Campanella, Poeticor.c.8.art. 2. dag man
auff einige Kleine Fehler des metri nicht
fo gar genau inden Geiſtlichen Gefängen
fehen folle. Nontam metricuranda eftre-
eula, quam fonus auribus gratus, & do·
Aa recondita bene reftrida & de
ftillata. SiS. Thomas menfuras infpexis
(et, non ficaltelocutuseflet, mirabililepo«
redo&trinam profundifliimam exprimen-
do. Derfelbe Autor, der ein Mann von
felsamer und mwunderlicher Wiſſenſchafft
geweſen / hat ſelbſt einige Hymnos ge⸗
ſchrieben / wie er art.4. an dem vorigen
Srtie ſchreibet. Nos triplicem Pfalmodi-
— am
oo sp ]1
EN moin
— —— — m — — — —Z € DD —
no, un " in 7 un "u AEG
— ——
|
Ge
Dden. 61
am feripfimus dererum naturä: inprimä
cleftia &incolas, in fecunda terreftria,
in tertia hominem cecinimus& Dei lau-
des, ex his & gratiarum actiones expres-
ſimus. Fecimus & poemata metaphyfica,
'unum de ſumma potentia,unumintribus
cantilenis de fummä fapient:ä $ unum de
primo Amore: duo de ſimmo bono, Er
bat auch an denfelben Orteart. ı.gar.artig
dargethan / wie in den Pſalmen Davids
alle Arten der Carminum, ſo viel ihr ſeyn
moͤgen / enthalten. Darumb man billig
demſelben / als einem Goͤttlichen Wercke/
ſeiner Bollkommenheit halber / den Vor⸗
zug geben muß.
Naͤchſt den Geiſtlichen Dden folgen
die / welche ein argumentum morale has
ben/ welches fich zu den: Oden ſehr wohl
ſchicket. Wir findenderen unterfchiedli«
erben Flemmingen / undandern. Die
Chinenſer halten auff die Poemata mora-
lia am meiſten / wie deñ ihr Confutius vier
Bücher von alten Carminibus, worzu er
dos fünfte gemacht / nachgelaffen. In
Welchen die gantze Sittenlehre / die Art
und Weifedas Regiment zu führens und
die Ereinpelder Tugenden begrieffen find-
Wel⸗
aa A EEE
65Das W. Cap. Don den
Welche von ihnen in dern groͤſten Werthe
gehalten werden. Die Lobgedichte / auff
die Helden und ihre Thaten /fönen auch
in Oden vorgeſtellet werden. Denn bey
den alten Teutſchen und Gothen hat man
dergieichen auff dieſelben gemacht. Es
muß aber alsdeñ die Redensart ja fo hoch
ſeyn als in einem rechten Epico poewate,
und muß mans machen / wie Stefichorus,
darpon Quintilianus lib, 10, €. 1. urtheilet /
quod epici carminis onera |yrä füftinue-
rit, In Riebesfachen ift dieſelbe ungleich /
nach dem die affectus ſollen außgedrücket
| werden. Kiagende oder verfangende O⸗
|
a A mn. —————————— — *
den / können bißweilen abruptos fenfüs,
tiefflinnige acumma haben / wie die un:
vergleichliche erfte Ode im fuͤnfften ‘Buche
des Flemmings. Schertzet man aber / ſo
maß ein gleicher Aylusfenn/ und find die
„cumina von foldyen fontibus genommen /
die mehr ein lachen / als verwundern / ke
wecken. Wir haben verſchiedene in
Teutſcher Sprache / die man zum Exem⸗
pet vorftellenfan. Dergrünen Jugend
überflüffige Gedanden / verdienen biete
innen billig (br Rob. Johann Georg
Schochs Luft und Blumengarten von
I EIN | hun⸗
un unmnm.
SOSE
hundert Schäffer Hirten-Liebes:undTw,
gendlieder / Fılidors geharniſchte Vienus
gehören ‚auch bieber- Die, Dreußfifchen
wvar alſo / daß ſie gleichſamb / wie eine
Loncluſion in einem Syllogifmo / auff
|
|
Lieder/ infonderheit des Sunon Dachs
| find ſehr gur sinfonderheit auf. die Mus
1" fiegerihtet. Man fan Aucy--Diras und
| — ⏑—
Redensart haben / wie faſt andere Sary-
172 Man hat auchiinden Odis morali-
| bus,und-amatorüs, etliche. Schlußverfey
welche allezeit zu Ende einer Strophe
| iederholet werden. Diefe wollen: auch
\; Ibee fonderliche Zierligteit,haben /, nnd
die vorhergehenden Verſe folgen. Sie
g ſchicken fih inſonder heit wohl zur Mu—⸗
fe Sonften muß man nicht leichtlich oh⸗
ne Urſache gantze Verfe in einem Carmi-
ne wiederholen. In verſchiedenen Gar-
winibus fan e8 bißweilen wohl gefcheben/
wrie wir beym Homeround Virgiliofeheny
die offtmahls einerley Verſe an unter
ſciedlichen Oertern geſetzet haben. Euri-
pides hat mit einer Sentence fünff Tra-
| Becıen geſchloſſen. Malherbe’hat dieſes
in ſeinen Srangöfichen Carminibus auch
gethan /
65H Ms XV. Cap. Don den
gethany deghalben der Cavallier Marin
vonihm in Scherge geſaget / Malherbe
waͤre ein Dann voñ vielen Feuchtigkeiten /
€ derin er war den Fluͤſſen ſehr unters
worffen) aber ein ſehr truckner Doc
Alle FigurzDietioris & Affe&tuum uͤber⸗
| Haupt zieren die Oden treflich / dar innen
Sn Flemming ein unvergleichlicher
eifter iſt Wir könnten hier ein gan
| Bes Buch allein mit dergleichen Anmers
kungen füllen / wenn wir alle ſonder⸗
tiche Umbftände eines jeden Carwinis UN
deflen Theilegar genau erwegen wollten.
Die Repetitiones, Anadiplofes, Epizeu-
xes, Anaphorz, Antithefes , Contentio-
nes&c. find im groſſer Menge ben dem
Flemming / welche infonderbeit in acht
zu nehmen / und von einem Liebhaber der
Poeſie unter gewiſſe Titel zuſammen koͤn⸗
ſen geleſen werden. Denn ſie haben ein
zartes Weſen ben ſich / und koͤnnen die
Gemthobewegungen kraͤfftig vorſtellen
Dergleichen Miederholungs ⸗ Figur en
find beym Flemming in der 9- Ode did 5.
| 6 *
— O du ſchoͤne Salthene /
Salibene o du ſchoͤne —
Glei⸗
En SON —
/
.
3er Oden. ®: 655
Di
‚Gleichen Schlages ift diefesin der 26. Ode
deſſelben Buchh. nn
Die getreue Baſilen =.“
ahlenedie geteeeee
thut ſtaͤts / was ich mich ſtaͤts freue.
Eine andere Art von den Wiederholun en
if Inder 22.Dde / in der andern Ste;
Pbe/ auch in der erſten Strophe , der
19. Ode / in demfelben Buche, Macro-
bius nennet ſolche amıdenäs repetitiones
Saturn. lib. 5.c. 14. da er vom Virgilio res
et / und unter andern diefes anfüihret.
J
spam Arcadia mecum fi jüdice certet,
. Rane
iam Arcadia dicet ſe judice vidum,
Campanella Poetic. cap. 8.art.$. fagt:von
\ u
den Repetitionibus in Hymnis,quod gau-
dium præſtent. Antitheſes, Contentiones,
Converfiones find ſehr viele bey ihn /3.e.
mderzo.Dpdes des5. Buche...
Die Sonne feheint für mich nicht helle /
V ori Ü Glut / mich brennt das Eiß /
W beiß / und weiß nicht / mas ich weiß:
‚Die Nacht tritt an des Tages Stelle,
N —— eßt hier De Da
Ih folg und fliche ſelbſt fie mir.
In der Ode deſſelben Buchs iſt dieſes
ſehr zierlich
er
Bd
g
- Phaleucus , OdaSapphica, Jonicum a Nr
Ä 4 . "+7 Nor
656 Bas XV. cap. Donden
Der freye Windfährtohnegügel) l
Ein leichter Pfeil eilt auff Gewin 17
Derſtarcke Blitz a hit;
Ein ſchneller Fall no Bin
üt a BD. ON —
dift 7 feier ZB und Wafferfälle:
— önnce diefeginiitatlerhand Exenmpelh
And Gegenbaltungen —
und Lateiniſchen Poeten klaͤrer he
5.
2
—
—
wennes nicht allbier zu weitlaufftig wäre,
Die Merrafönnen in den Hden vielfältig
fen / Trochaſche ſchicken ſich am beſten/
da man ein Verlangen vorſtellet / ne tb
lichen und Kiebesfamen/ Jambiſche IM
Scherg-und Scheit Gedichten Anapz-
Nſche und Dactylifcye wenn man etwas
mftiges vorſtellet. Denn es würde ſehr
übel kungen / wenn man fie in traurigen
Sachen gebrauchen wollte. Die viele?
len AÄrten der Reimgebaͤnde find droben
ſchon berühret. Woſelbſt ih auch von
denen / nach den Lateiniſchen eingerichtes
ten / metris&rmähnung gethan / deren
unterfchtedliche auch m Frantzoͤſiſchen /
von dem Pafquier des Recherches de la
Franceliv. 7. ch.ı2. ale / ein -Elegiacum,
B3
j j
‚ hore angeführet werden. Der Trieb dex
Natur /oder/ wie ihn die Poeten nena
nen/ Der ivdanar ns; iſt das vornehmb⸗
ſte in dieſer Sache. Derfelbige giebt den
Erfindungen ein Leben /und wird in den
Oden durch die Muſie erwecket / und ger
keitzet Es läffet ſich auch eine Ode viel.
beſſer machen, wenn man: die Melodey
m vorhero vorftellet / und die Berfe
nach der ſelben einrichtet. Dieſer
asus iſt etwas / das von einer ſonderlichen
Glückfeeligfei der Natur koͤmpt / und
durch die Kunſt und Nachſinnen bißwei⸗
ennur gehindert wird Esift zu mercken /
daß insgemein Die erſten Einfälle / ais
Welche aus dieſem Triebe entſtehen / die
deſten find, welches ich: offt an mit: ſelbſi
vahrgenommen Denmic pflege in Ber⸗
fertigung eines Carminis alleg/ ag ınie
aber einer Sache einfaͤllet ſo fort zu Pa⸗
Pere zubringen / ohne Ordnung/ ohn⸗
Lonneion, halbe / ganhe Verſe / damit:
Nie die erſten Gedancken nicht aus dem
- Ginnefallen. Unter dfefen find allezeic/
die mir ohne fonderlichen Nachdencken
| beykommen / die beſten / die ich aber ſo fort
oder nachgehends u weiters Nachſin⸗
TERN... f nen
\
ie Te
“8 ODas xV. Cam Von dn
nen hinzuſetze / und auseinigen fontibus;
die Kunft eröffnet, herhole / entfernen
fich etwas mehr von den Sachen / und ha⸗
ben den Nachdruct nicht. Weñ dieſe erſt an⸗
gemerckt / die gleichfamb wie ein Chaos
find deſſen / mas daraus gemacht ſoll
gverden/fo finder ſich Die Außarbeitung
feichtlich. Worinnen man endlich nicht zu
eilen hat / ſondern je mehr man druͤber
nachſiñet / ie beſer wird die Arbeit ſeyn. Da
man deñ zum erſten auff des gantzen Car-
minis, md algdenn der andern Stro⸗
phen / Schluß wie auff ein Ziel 7. dar⸗
auff alles abdrücter/ ſehen muB." Sollte
snan diefe Vorarbeit vorben ftreichen laſ⸗
fen ‚und nur fofort den Auffſatz beſchleu⸗
nigen / ſo würde man den Trieb hemmen /
und mitten ide Wercke ſtecken bleiben |
Gilt alſo im Carmine nicht allezeit das
Sprachwort der Griechen urie⸗: Pen- |
Se ndamezi, fondernman verderbet / an
der Erfindung nſonderheit / leicht etwas /
wenn man zuviel drüber nachſinnet / und
durch alzugrofe Kunſt /Die Hatuͤrligkeil
einer Sache verdunckelt / wie jener Mah⸗
. Mer. wi manum tollerede rabula nefcie-
- ebat, ClaudeBinet hat IN dem Leben des
dis | on:
— —————— *
————— — —
Ronfards, von feinen Poematibus ſolches
angemerckt. Aucuns, ſpricht er /onttrou-
E la correction, quil afaite en ſes weu-
Yresen quelques endroits moins agreable,
que ce qu il avdit premierement conceu:
comme il peut avenir principalement en
. JaPoefie ee la premiere fureur eft plus
— — — — — — — —
naive, & aũe la lime trop des fois miſe/ en
lieud’echarcir, & polir, ne fait qu’ufer &
.,cortomprela trempe.Les doctes qui ver-
- ont fans paflions fes derniers conceptions
; Aane- ron: Es hat Paſquier in feinen Re-
| chi tchesliv.ö ch,7. daflelbe von ihn auff
gefhrieben/ undfich über ihn beklagei /
daß er dren Jahr vor feinem Tode /da er
von dem eodagra und andern Schwach-
- heiten uͤbernommen / die beſten und artig⸗
‚dien Garmina aus feinen Wercken hinweg
gethan 7 und viel Verſe alfo beänderty
daoß die ſcharffſinnigſten Reden veriobren
gangen. Er berichtet ferner / daß ein an⸗
derer / das ver worffene wieder den Auto-
‚zen felbft Dehaupren/ und dem andern
Ar efeiner Wercke hin ben füge wollen.
‚Mir dem Torguato Taſſo (ft es gleichfalls
10 er angen dog er / durch vermeinte
Derbifferung/ an ſeinen fo herrlichen.
am * u AUF a N Ita ok x Poema⸗
"660 ¶ Das xv. Cap- Von den oden.
— — —
Poernate viel verder bet. Durch dieſen
tichterifhen Trieb koͤmpt es bißwei⸗
len / daß verſchiedene Poeten nicht nur
'einerfen Einfälle ; fondern gar eınerien
Derie un Wortehaben/da doch keiner des
‚andern feine. Carmına gefehen oder gele
fen. Deffen ift ein merefmürdiges Erempel
bendem Menage, in feinen oblervanoni-
bus über Malherbe p.255.256.257- von M.
.
deRacan, welcher vier gange Verfe ge⸗
macht / die hernach / in des de Marthieu
Tablertes delavie & de la mort, ihm von
‚einem andern gezeiget worden da er doch
zum höchften betheurer/ daß er dab Buch
nicht gefannt noch) gefeben. So bat auch
Leonard. Salviat. in feinem erſten Buche
feiner Avertiffemens de la langue Iralien-
ne, berichtet / daß ein Poete feiner Zeit/
der des Gardinal Bernbi Sonnette nie
mahls geſehen / eines gemacht daß des
Bembi ſeinem durchaus gleich gewe⸗
inan Woͤrter und Verſe im Gedaͤchtniſſe
bat/ da er vergeflen/ wo / und ob er ſie ge⸗
ieſen / welche bey Gelegenheit ſich unter
ſeinen eigenen Gedancken verſtecken /
iwor zu die Reime bißngeileit den Weg ban⸗
| — nen.
ſen. Es kan auch offt geſchehen das jo 5
DaeXVL.Cap. Bon den Schaufpielen $<z
evr. Menage verbeiflet / in einer
— ee Differtation, 64 & imi⸗
— IRB hiervon zu bandeln.
ar
H Bunt den Schaufpicen,, ge
| „ten ‚und Straf, Gedichten
— Innhalt.
chauſpiele find nicht since u ver⸗
en. Albericus Gentilis h si
NL ner. —— Schrifft v —8
Di: de Richelieu hat in Se ſie von
den — geſauhert. ——— in Die
n ihren Nutzen ben. ‚Comenii
* r. Weiſens Comeedien — —
nes vorn Bien Frantzoͤſiſchen Hereng/ son
® situ — einer Beeren Schaufpielfehule. ©
| Schaufpi
; ne « e n een als. R
eutige te Singeſpiele. Der Rhyhtmus
rer =, und ie11oird Durch den. <tommels
f hlag vorgeftellet.. ar die neuen E — *
alien. Bee: gefommen-
e —2 in Profa, Po Men ieley
Kluchten/ Balletten, Maſ FE em tbees
de unterfchieden. Morauff ‚fie koͤnnen gemacht
iverden. Außbild-Bausınd Perfpedtiv-Kunft i —
H > eh hiergu.Des Heren Cartefüi Ballet,
. „Jo — — Andere mern
* * nn EEE a
⸗
zei "Das XI. Cap. Von den
— Benjamin Jonfons, ‚inch Englifhen
Poetens Balletten und Mafqueraden. Jo
tedes Hexen Stirnhelms. Erempel Teutſcher
Bauletie. David Schirmers ‚Ballet von Der
Rortreffligkeitdes Weiblichen Gefhlechrs / bern
353 ito Bering in Lateiniſche Ve fe geſetzet.
erfehienene andere, Reprxfentauion, | dem
Carolo V.gefehehen, Mirtengefprähe, DIES
G
tatiäner wollen hierinnen auch
Norzughaben. Wie fie im ZTeutfchen su name,
Hekeldichte. IBie fie zumachen. Janus
Saeyrz oder Steaff-@edichte. Vondel nemeifr
mus Laurenbergius hat in dem yriederfahfl
fehen fotche gefchrieben. hachimus IC
‚Hoshteurfehen. Der Frantzoſen — ti
—
—
Ehrifften / Saryrz in Profa bey den eut
eſene merichiediche Scheifften De
33H —X
=
2
& Pichundgur find / haben Durch Die
einigen ihren guten Glauben fo verloh⸗
ren daß monfie gar für fündlih und
ärgerlich gehalten. Dieſe gehen aber ZU
gueit / und ‚werden ihre daivieder einde?
brachten Graͤnde / von dem vortrefllichen
JCto Albeiico Gentili. in feiner Gelehr⸗
ten Diflereatione , ‚de Actoribus F abulaz
>
an+
nis Miltöns Mafquerade, Schtedifche Ballet
vor den Alten den
Fe Schaufpiele/die an fi fiblb
BO eingefänlichenen Migbräude ben
- —
= TE Se —
” — Schauſpielen: u. 663.
‚zum non notandis ‚fattfamb. wiederleget.
Sie find ben den finnreichfien und ver⸗
-Rändiaften Völkern durchgehends belie-
‘bet /und die Thearrafüreine Schule des
Volckes gehalten worden· Denn / was
̃ fuͤr ein Unter ſcheid / ob ich: eine Hiſto⸗
rie geſchrieben lefe /oder in einem Ge⸗
maͤhlde betrachte / oder auch in einer
Aion mir vor ſtelle. Die Mimi der alten
find auch nicht zu tadeln / welche die ſinn⸗
reicheſten Spruͤche / fo er dacht werben:
- önnen/ unter die Actiones eingem iſchet /
“und dieQufeber entweder erluſtiget / oder
unterrichtet: Weñ alles in dieſen Schran⸗
fen bleibet / und ſonſt feine Unflaͤter eyen /
daß ſol ——
md grobe Narrenpoſſen / daran kei⸗
ne verſtaͤndige erbare Leute ei B
‚Gefallen haben / hinzukommen / find Me
nicht allein zu dulden/ fondern in einer
Mokkreichen Gemeine ‚bigmeilen anzu⸗
"ordnen: Der Cardinal de Richeliew hat
es feinem: Seiftlihen Stande. nicht un⸗
anfländig gehalten) daß er Aber Schau⸗
ſpiel halber / gewiſſe Orgnung gemacht/
J
‚und / nach dein er fe von den Hnjau ip
„Feiten gereiniger 7 1etoft, Ainaß ‚gegeben/
sorgeftelet worden.
4 Wie
ER ERERES L 70 SCD T —*
Wie er denn die vortrefflichſten Gei
ſter feiner Zeit / durch die groͤſte Beloh ||
nung / darzu auffgemuntert Ja ich am⸗
me ſo weit / daß ich vermeine / es muͤſen
Gweſlen gute Schulen angeſtellet wer ||
Der / umb die Jugend auch in der action
‘zuüben/ wor zu ſie ſonſt fein Gelegenheit
hatı Gs war kein uͤbler Vorſchlag des do.
menũ, daß die vor nehmbſten Hiſtorien in
‚Comadien gefaſſet / und durch die Action
der Tugend eingebildet würden / wie er
denn / zur Probe/ eine Comedie von
dem Diogene Cynico felbft auffgefeget/ |
|
|
worinnen alle Thaten und Sprüche def’
gelben angebracht werden. Here Bel
fe bat auch 'unterichiedliche zu ſolchem
Dierk zielende Comosdien gefhriebem /
worunter mir die fo genannte Comple- ·
mentir-Comaedie, ſo er feinem Dolitia
ſchen Redner beyfuͤget / ſehr wohlgefaͤllet /
worinnen er alle Actus Conyerfationis
Cirihsin ein Schaufpiel gebracht. : Der
Autor des Buchs / dela connoiffance des
bons Tivres, welcher yon dem Nutzen Der
Schaufpielgariveirläufftiggebandelt/tte
waͤhnet p.273. Daß ein vor nehmer F
e —*
*
— —
|
| * =
ir — — aufpielen: __ te EL,
7 geweſen / der / auff ſeine
Koſen / einen Profeflorem Poefeos "The-
atricæ anordnen tollen / welcher oͤffentli⸗
‚che Lehrſaͤtze geben ſolle wie Die Schau
‚ 9
ſſpiele anzuſtellen und das. ‚ua |
DL
sgelhlagen 4. eine fo genannte Aca Ah
anzurichren / worinnen nur vorne tr
| —— ‚Kinder in ſolchen A-
»&ionibus ſich üben jollten / damit hinfüh-
‚ ‚20 die. Schaufpiele von. den Schand fle⸗
|
.
‚bührliche darvon zu thun. Er h
| De
za
.
r
——**8
4
een / die ihnennichtewürdige und gewi;
ſuͤchtige Leute anhiengen / gefaubert wärs
‚de. So ſollten auch aus dan Magiftratu
gewiſſe Cenfores verordnet merden / fo
die Comadien unterfucheten / ob in ihnen
etwas / der Kunſt und dem Wohlftande
uwieder lauffend / anzutreffen / Daß alfo
Feiner ohne derfelben Bervilligung / ge⸗
\balten würde. Es find gewiglich dieſe
Vorſchlaͤge nicht zu verachten/ und mür-
de nicht undienlich ſeyn wenn ſo etwas
ns Werck gerichtet wuͤrde. Abſonder⸗
liche Gefellichaftten und dehrmeer hier⸗
‚Anne zu beſtellen / würde nur überflüflig
ſeyn / wenn nur / auffden fonft gewöhnt
den Saruenyeine sulänglihe Drduung
4? | 5 | leß⸗
6 Das XVNEap- Mon den
Viepfants gemacher wiirde. Eeftid gane
Bücher non den Comezdien und Trape-
‚dien gefibrieben / dar innen die Lehrfäge
Dleſes Pocgmatis außfuͤhrlich und gruͤnd⸗
— wer den womit als Des
> fa
nten Dingen / wir ung nicht aufſzu⸗
Halten Haben. Diefes ift zu mercken / daß Die
often Griechen und Römer eg ſo weit
-Hieritine gebracht haben7dag wir noch bey
Sihnenin die Schule gehen muͤſſen. Was
Be /gesban/baben wır alles aus
Nachahmung. Man bat ben ihnen.
die Stngeipiele/ Tänge und Thöne vi
Hollfommener gehabt / ale wir ſetzo ihnen
Yachrünteln davon niemand vollſtaͤnd⸗
"ger ala Er, Patric.della.poeticapartı 294
"handelt. Die nach ihren pedibus abge
Meſſen Verſe / die dar auff ſich grundende
RMiuſie / und mit derſeiben verknupffte
Täuge/ und Bewegungen der Glieder/
fönnendon ung nicht begrieffen werden.
f
Man bat. bahn gehabt/ welche
durch ihre ſtume dehesbewegung auch als
de Reden haben vorftellen können / welches
alleine durch den. Rhychmum , den man
fa der pronunciation der Sylben / und It
der Muſie gebrauchet hat geſchehen n
A
Ar
4
|
1
/
i
g
r
\
u
i
J
Scauſpielen 86%
I nen. Dioben haben wir ein mehres da⸗
von gere ————— Tromn
“und noch ziem⸗
hellhlage ein geringes und noch Kent
weit entlegente / Benfpiel gegeben?
dasaber das weſen des Rhychmi , gleidy
mb als in einem Schatten / vorzeiget /
weil es nur ein bloſſer Schall ohn einige
armonia ift, Iaacus Voflius giebt deñoch
VIFSEURIEITTITR . Er, W519 Lau? am na
Hgroffes hierauf: Denn er faget B. 132:
idi qui adeo fcitetympahia traktarent, ut
abibusvis eriam adftantibts modö bellis
cos,modo languidos & meticulofos incu⸗
erent motus, alias vero verfä vice adfäls
tanduminfigarent, idque (ol mutatiöne
Yhythmi & transferendo. pülfum fortios
'emaäfinein principium cujüsque menfüt
©, mutando nempejambösin troch#0ß,
e
ſtos in dadtyles, & pæonas quartos
eonasprimös. Si Mufieinoftri id i.
reltare jubeantur'etiamfi cum o⸗
18 füis accurrant inftfumentis , &
ünttanguam afıni ad Iyramı & nifi ipfos
iMitentur tympänotribas, nihil’ormino;
"fäpiant, audebunt. IHiipfi tamen indi«
nankur fi muficisaccenfeanturtympanos
I mibz,inquotantumabeft, ut cum illis
Iententiam us potius exiftimem ,' nerai⸗
J nem
—
PETE DE .
_ Das XVL.Cap, Mon den
nem effebonum Muticum ,nufindemguo-
que bonusAitrympanotriba. Dbnundies
ufic Amar. verloh iu
mp4
ſe alte Art der fi fuhr
haben dennoch fich einige beinübet/ |
Schauſpiele wieder mit der Muſic
na
verbinden. :Bondem Odtavio ‚Rinucie
no;einen Elorentinifchen Poeten /, Me
det J.N.Enythr,Pinacoth. I.n. 34. Daß er
der erſte geweſen / ber Die alte Art Dei
fingenden Schaufpiele wieder. auff Die
Bahn gebracht / wie wohl vor ihm / —* u⸗
lius: Cavallerius ſchon eineg Verſuch ge⸗
than. Mit ihm haben zugleich ſich hervor
gegeben / Jacabus Perius, Horatius Vec-
‚chius, Dominicus Mazochius, und deſſen
Bruder Virgilius. P.Auguftinus Mannus,
O&avius Tronfarellus , Andreas Salya-
dorus, Jacobus Cicogninus.Bonwelden
- . ’ 3 1
richt giebt... Diefe haben /_auff groſet
Herren Zufehub, die treflichften, Theanra
ebauet/ und diefe Wercke zu fpielen an
„einher ‚durch der Alten.ibre Exempel
auffgemuntert. Welchen, ob 5
nicht gleich gethan / ſo haben ſie es doch
in der beutigen Art der Mufic auffs hoͤch⸗
eph.
ie gebracht. Der droben gemeldete Jo
—
. u -
—
— — — — —
Rn —————
| Seen 669
| feph. Baptifta , hat von diefer Art Muſit
ein Buch / Ta Poefie Auletiche nachgelaß
| fen’ wie Craſſ. Elög.d’huom. lite, part. i.
| P-341: bezeuget / fo aber noch zur Zeig
|. nicht hervorgekommen. Nunmehr haben
'
|
den Staliänern die Frantzoſen und ande»
re Nationes nachgefolget / ind koͤnnen wir
ſe in Teutſchland auch ſehen Die Schau⸗
era am green Unterfeheid in
er Redensart / die Luſiſpiele einen nik |
n/dieTrauerfpieleeinenböhernky- |
um. In dieſen find Andreas Gryphius,
r
|
dri
| —J
und Daniel Caſpar von Kobenftein vor⸗
reſuch /von welchen in Teutfeher Spras
bedas Muſter zu nehmen. Denn an
den alten Schaufpielen? die in groffen
Suchern zufammen getragen’ wiedenn
derbekannte Jurift , Jacob Ayrer/ ein
Buch derfeiben verfertiger / ift we⸗
zu “ ı ob gleich bißweilen die Eins
Fälle nicht zu verachten. Welche in Profa
N gerne d / gehöreneben hierher nicht,
weilfiemehr actus Oratorũ als Poetici
Ab, dergleichen viel von Herr Riftens
Filidor , und andern gefchrieben. Unter
die Comaedien Fönnen mit gerechnet
‚ werden die alfo genannten a
= |
"abi Horriplicribrifax ; —
Higher gehören auch Die Ba
den nichts zu thun / ale daß er Die. EHE
dung au: Papier füge / und; ‚etliche Ft
67 ___ DasxVl.Cap-Bonden __
Die bey den Nieverländern Kluchten /
wegen der finnreichen Erfindung/heiflen.
Daͤſe beſtehen nicht in groben
0)
‚Narrens
poſſen / wie dergleichen gemeine Comadi-
Mmleu biel haben / ondern in einer artigen
und zierlichen Außfchmücfung einer Io
cherlichen Action. Die meiften Gome-
Schlages. Dergleichen ba
‚derlande auch vornehme Leute al8Co
AancinusHugenius ‚und Andere, geſchre
ben. Bey den Teutſchen kan man des Da⸗
niet Shiwenrers. Dofenfpiel/ Pete
Squenzz/ a le IR REG. |
Ietten und
‚Cie bey den Frantzoſen find.
t n-
ie
Matqueraden,. morinne man. dur Ge⸗
bärden agiret / ſo etwas 53
Rofcii Art ift. Denn eg beſtehet all
bloß in Außzierung der Perfon? 93—
kunſtfertiger appli ation des Tantzes auf
die Perſon Der Dichter hat ſonſt bier
=
finnreiche Verſe vor. jede Perlon daben
a"
weiche von den Zufeherngelefen werde
wi domi jieden Innbait des Ballets beſe
a AUF AEigieTi Sms a ran an
verftehen, Unter: ven Balletten und Mal-
queraden ifteingeringer Unter ſcheid Je⸗
" nefind weitlaͤufftiger und haben gar viel
* YAbrheilungen und Eintritte / find.faR
1) einervollfländigen Comeedie gleich / die
JR Miiquerade har etliche wenige Aufzüge,
, Die Derfonen werden vorgeftellet gleich,
ſamb / als viva emblemara, und fan de⸗
ten Innhalt beſtehen aus Hiltoricis, fabu-
1 lofis, moralibus. Sie fönnen.auch auff
| gewwilfe Faͤlle / als Hochzeiten / Geburts;
see Kronungen der Könige / und ders
gleichen gerichtet werden. Infonderheik
muß hier die Augbiidekunft wohiverftan-
| Den werden / weil faft das meiſte dvarinne
beſiehet / darzu denn die Iconologia des
Cæſaris Ripæ, Mafenii Speculum imagi-
gm veritatis occultæ, gute Anleitung g@
‚ benfan. Auch find die Veränderungen
„ bes Theatri , Die aus der Bau⸗ und Per-
E pedtv-Runf fliehen / nöthig ju tollen.
Im Staliänifchen hat. man dergleichen
' garviel Crempen Der berühmte Srangds
ſiſche Philofophus , Renatus Cartefius,
bat/ da er in: Schweden war⸗/ eittes amf
4 Se Chriſtinen Geburts Tag Be
machn ebenummbie Zeit, tie in zent d
A an’
2 Das XVI. Cap. Bon den
land der Friede geſchloſſen ward / deſſen
Uderfchrifft iſt la Naiſſance de la Paix-
4
Solches iſt von Joanne Freinshemio im
de anautfancede Venus welches viel ſchoͤne
Beraͤnderungen des Theatrihat / und
vor dem Kann öffrgefpielet worden. Des
Ange fein Ballet d’ Eloquence; welches
unter den Pieces curieufes , ſo zu Paris
1664. gedrucket /fich findet / iſt gleichfalls
fehr wohl uñ artig erfunde.Benjamin)ohn-
fon em vornehmer Englifcher Poet / hat
unter feinen Wercken gar viele / die auff al⸗
‚lerband Begebenheiten Fuͤrſtliche Eins
züge/ Geburtsfeite und dergleichen ge⸗
machety und vor dem Könige getantzet /
worinnen vielfhöne Einfaͤle und Auß⸗
sierungen find. In des beruͤhmbten Joans
nis Miltoni Englifchen Poematibus , wird.
man auch einigefinden/ die ſehr Wohl ge⸗
made. Benden Teutſchen hat man auch
unterfehiedliche. David Schirmer bat/
in feinem Rautengepiche/etliche/Dieauff |
unit, -
b)
ae |
Teut ſche Verſe überfeget. Die Erfindung
ift ſehr gut / und iſt dieſes Hallet / des be⸗
rühmbren Autoris und Uberſetzers ba
ben’ würdigrdaßes auftgehoben werde
Man hat auch eın Franhoſiſches Ballet /
———
— u —
— ———
| 7 Sthaufpielen. — 6
unterſchiedliche Vorfaͤlle von ihm verfer⸗
ttiget Hr. Stiernhelm hat / in Schwediſcher
Sprache / einige hervorgegeben Das Bal⸗
| let von der Eitelfeit welches zu Zelle ges
/
/
halten / von verlohrner Zeit und Arbeit / fo
in Copenhagen geſpielet / von des Weibli⸗
chen Geſchlecht es Vortreflichkeit / wel hes
anddemſelben Orte / bey der Geburt der
Durchlauchtigſten Friederica Amalta /
unſerer jegigen gnaͤdigſten Princeß in un
VLandes⸗Mutter / vorgeſtellet / und von
dem vortreflichen Poeten / Herrn Vito
Zeringioʒ in Lateiniſchen Verſen beſchrie⸗
ben worden ⸗ und viel andere Fönnten
biererzehlet werden / wenn es nicht zu
weitlaͤufftig fiele Man pfleget auch ausden
naluͤrlichen Dingen Erfindungen zu
‚, nehmen wiedas Roßballet / ſo ihrer Rays
erl Maj. pr&fentiref worden. : Es iſt ei⸗
nem Ballette nicht unaͤhnlich die artige
VWVorſtellung / die dem Kanfer Carolo V,
gehehen /darvon!Mafenius ‚in feinem
Speculo Imaginum l 6... $22.gedentketz
worinnen dem Kanſer alles / was in Res
Bios Sachen theils von ihm / theils
von andern vorgenommen und verſehen
beſlveſen / vorgehalten. Es waͤre nicht
—J un undien⸗
674 __ Das XVI. Cap Don den
undienlich / wenn folche ſtuͤckweiſe außge⸗
arbeiteten Ballette in ein Buch zuſam⸗
men getragen wuͤrden. | |
Zuder Dramatifchen Poeſie gehören
auch die Hirtengefpräche/ weil felbige auch
-gleichfamb einen Auflzug haben 7 mie
wohl fie nur einfälltig/und nicht nach Art
der Schaufpiele eingerichtet. Die alle
äner haben hierinnen. einen groflen Sleiß
angewandt / jagange Comadıen Daraus
—— und vermeinet Taſſon, daß ſeine
andsieute den Griechen und Lateinern
hier inne viel zuvor gethaͤn. Denn er ſa⸗
get in ſeinen Penſieri diverfi lib. 10. c. 14
T noftri hanno inventataunaterzafpezier
_ necomica,netragica ‚chiama a Paitora-
le; fi che pofliamoTficuramente dire, che
oggi ella fi divida intre „cio®, Comica,
Tragica, eBofcherreccia. Aber / wenn
man die Sache recht unserfuchen wollte⸗
fo find die Italiaͤner hier innen etwas zu
Wweit gegangen / denn ſie machen ihre Hir⸗
tenflüger/ als fie billig ſeyn ſollen / und
Sssehreiben denſelben fo vielfinnreiheSprür
zu / daß es gar über die Eigenſchafft des
= Charadterisgebet. Rapinus,det ein teen
ches Buch / de Carmine Paftorali gern
— ——
— — — — — — — — —
— —
en
Schauſpielen. ⸗5
ben / und. felbft die beſten Meiſter ſtücke
deſſelben gegeben / urtb.eiler diefeg von.
den Italiaͤnern / und. feinen eigenen:
Landsleuten. In eo peccatum eft ab hum
minibus noftris, qui patrio fermone eclo-'
gas leripferunt, fed multö magisabitalis,
qui, ut.abundant ingenio, in rebusacute
copioseque excogitandis, nonpoflunt te-
nere ſe quia quicquid ver.it in mentem’
efundant, nihilque habent zgrius, guamı :
ut fibitemperent, quod perfpicuum et
Marini.Idyllüss, caterisque ab illä gente
bene multis, qui hoc carmine ſeripſerunt.
Wohldes Guarini Paftor Fido , Torauäth
Tasiiı Amynta, und Bonarelli Phyllide,
urtheget er zwar / daß fie ehr wohl ger
ſchrieben Aber er ſetzet hinzu / Peccant
ineo Italifere omnes, quod quæ afterunt,
— ———— conjecta belle fing
& acute, largämgue habeant & felieem
Copiam fermonisatque rerum: tamenäd
perfonarum indolem &adid,guodinun®
quaquere maxime decenseft, iniis præ⸗
lertim ‚Qua ad paftores pertinent , honfa-
is accommodant. Eoacäidit, quod himis
se & abundanter' dicant , qua dicenda
fi proponune ‚ quodIealis iermo per fefe
bene
—————
ES. ”
876 Das xVI. Cap. Bon den
beneloctiples fit & copiolus , eamqie pro"
Yerat ex fe verborum vim & abundantiam;
in quã modum tenere difficile fit. Quodta-
tamen vitiumeft in poerä , prefertim pa“
ftorali,nonmediocre “Den Ronfardio.
Bet er. zwar / daß er die Einfalt der Hirten
auch in der Hedensart außgedrückt / aber
er tadelt an ihm die Weitlaͤufftig Indem,
feibigen Buche wird von den Eigenſchaff⸗
ten eineg Bucolici Carminis ſo herrlich
‚augführlich gehandelt / daß nichts hinzu
au fegen/darausimanden Unterricht / auch
von einem Teutſchen Hirten Gedich⸗
te / nehmen kan. Man hat ben ung Tot
‚nia ıin:diefern genere.gefehrieben. Nut
daß Herr Neumarck feinem Luſtwalde
vdon denſelben einige hinangehanget In
profä bat man dergleichen mebr/ und ge
‚gehören die ſo genannten Schaͤffereyen
zum Theil auch hieher. Wir haben aber
fvenige, die man ſonderlich ruhmen FAR
Das genusCarmmisfan ſeyn Trochäi-
cam. welches ſich zur Unterredung am
beften ſchicket / auch wohl ein Alerandrie
nifches. Es iſt auch nicht noͤt ig. daß alle
—— ſangſind / fie ‚können wohl
wach einer Dunyrambiſchen Art m.
Scauſpielen. —
‚werben / dergleichen auch bey dem Neu⸗
marck zu finden. Man kan ſie auch n 4
den vor ſtellen / wie bey den Opitz die fon
ckannte Ode iſt. Coridon der Kieng
betruͤbet. Da denn bißwellen der
logifmus außgelaſſen wird / und bloß der
Dichter unter einer Erzehlung dieſelbe
vortraͤget. ie ie
Die Satyrz ‚welheauch;nordieleni ein
Anhang der Schauſpiele geweſen / find in
Zeutiper Sprache noch von wenigen ge⸗
ſHrieben Vondel hat einige ‚in: feinen
ederlaͤndiſchen Gedichten / Any tie
Heckeldichte, weil man dar inne die Lafter
durchhechelt Man kan ſie im Teutſchen/⸗
Amnpff oder Straff⸗Gedichte / nennen.
ne Satyreift ein Gedichte / darinnen die
heimlichen Laſter / die ben ea ung 3
d
nenim Schwange ‚geben / geſtraffet und
bönifch aufgezogen worden, und be t zur
Endurſache / die Berbeſerung der Site
ten Iſt derohalben von den Palquillen
unterſchieden / welche ehrliche Leüte an⸗
rochtig machen / und alfo billig nicht ges
litten werden. Das Alerandr niſche ge-
nusfchicet ſich am beften hierzu / wiewohl
auch bißiveilen die Oden hier zu koͤnnen gea
BUGHR uu3 braͤu⸗
nn.
ck 2 ee ei
v das UL. Binden...
vbrauchet werden⸗ heophile Regnier
an antoere haben in Frantzoͤſiſcher Spra⸗
he. das Albxandrmiſche genus ; andere
au wohnt Ddengebraucher / deren gan⸗
>».
"ge. Düner vollfind/ als \e Gabinet Sa»
‚fg: ga: undie Parnafle Satyrigue, worin⸗
- innen ſolche Satyrica zuſammen gelefen/
Die aber zum theil viel Schandpoſſen und
Rederligfeiren ben ich führen. Des.de
Bo:lar find von den jüngfien / und fehr
finnreich und pieguane, Die zu arıß im
Jahr 1675. herauß kommen / ne ſt der U⸗
Berfegung drd Longmi. Fin der Redens⸗
art werden weithergebofete / ver wegene
Netaphoræ ſinnreiche laͤcher liche Reden
und Spruchwoͤrter ſeltzame Beſchrer⸗
bdungen zůgelaſſen / die in andern Carraı-
Anibo emes ernſthafften arguwenti nicht
werden. Die Lehrſaͤtze dieſes
Sarmminıs werden vom Scaligero, Cafau-
bonö. Heinfioin abfonderlichen Buͤchern
vorgetragen: JanusGuihelmus Lauren“
berpins'haf vier ſolcher Straffgedichte?
die er Schertzgedichte nennet in’ Nieder⸗
jchfiſher Sprache geſchrieben ⸗ deren
Arrligkent nicht zubefchreiben iſt Ivſcha⸗
gefe "Mas den Chäradterem und die Eis
* findung
J——
Schauſpielen: 675
findunganlanger / den alten gleich und
wird der jenige / der die Eigenſchafft dies
fer Sprache verſtehet / fie mit groſſer Luſt
und Ergoͤtzlichkeit leſen. Einige haben ſie
in Hochteutſche Sprache uͤberſetzen wol⸗
len / aber die Zierligkeit derſelben gang
verderbet. In der Hochteutſchen Spra⸗
che hat zum erſten Satyren geſchrie⸗
ben Herr "Joachim Rachel / ein gelehr⸗
tee Mannundfebr guter Poet / der den
Chara&terem diefer Schreibart / infone
derheit wohl im Teutſchen / aus der Nach⸗
ahmung des Juvenalis, außgedruͤckt / wel⸗
ches an ihm billig zu loben. Denn / wer
die alten Autoreszur Richtſchnur hat / der
gehet einen richtigen Weg / uñ thut es an⸗
dern zuvor. Unſer Teutſchland iſt ihm
billig verpflichtet / daß mir auch in dieſem
Stüdenichtnötbig haben / den Außlaͤn⸗
dern den Vorzug zu gonnen. Man fan
auch in der ungebundenen Rede einige
Satyras ſchreiben / welche auff vielerlen
Arten koͤñen eingerichtet werden. Und has
ben wir in Teutſcher Sprache viel aus dem
Ilaliaͤniſchen / Spaniſchen/ und Frantzoͤ⸗
ſiſchen überfeger/ auch unterſchiedliche
aus eigener Erſindung Da kommen in⸗
REN uu⸗ (ons
Sie
so Das XVL Eap. Don dei
‚ Jonderbeit dieFidtiones,, Traͤume / Ge⸗
ſichter /Sabeln wohl zu ſtatten. Es koͤn⸗
nen hundert Wege und Arten erſonnen
werden / wodurch man ſolche vorſtellet /
und mag ich mich nicht auff halten / in Er⸗
zehlung der jenigen Bücher / die hey ung
von dieſer Art geſchrieben. Man faſſet ſie
bald in Geſpraͤchen ab / wie Palquallı find/
die in etlichen tomis, ſchon im vorigen
fecuto hervorgegeben / bald in Briefen /
wie in der Frantzoͤſiſchen Sprache der Se-
cretaire Critique neulich. eingerichtet /
bald in einer Romaine, mie Die Argenis
Barclaji; bald in einer Reſebeſchreibung /
woiie Greifſenſohns Satyriſcher Pilgram /
NMundus alter & idem, und viel andere.
Und wer kan die Arten alle er zehlen? Die⸗
fe Schreibart erſtrecket ſich durch alle
Dinge / politica, moralia, ceconomica,
fcholaftica ‚von welchen allen ich viele Ex⸗
empelbenbringen könnte, / aber. an einem
andern Orte mit mehr em handeln werde.
Herr Weiſe hat hieriñen eine fonderliche
Faͤhigkeit gewieſen / von dem viel artige
Schrifften dieſes Schlages hervorgekom⸗
men Er hat auch ein Buch / von dem
Politiſchen Naͤſcher geſchrieben / 26
e) NIE: | ne
a
4# +:
a ——
ESchauſpielen. 68
nen ex eine-Anleitung giebt / wie derglei«
hen Bücher zu fchreiben. Solche Arbeis
ten ergögen und erbauen zugleich u kön
nen nicht / als von tiefffinnigen oder weit⸗
ſchenden ingeniis, ertonnenwerden.
(„
Be Hr. DASXVH. Cap.
Bon den Epigrammatibus,
Innhalt.
Wurttzeund Scharfflinnigfeitdie Tugenden
| SD eines Epigrammatis, Wie die Kuͤrtze zu
EOS — kan mißbrau⸗
Gewerbe. Sinder in Geiſtlichen Reden und Pre⸗
| yet vor andern jhren Platz. Vortrefliche Geift-
liche Redner bey unterſchiedlichen Voͤlckern. Si-
meon Polocenfis ein vortreflicher Seiftlicher
| Redner und Poete bey den Nuffen. Die Bruns
quellen / daraus die Erfindungen in Epigramma=
tibusflieffen. Die Spruͤchwoͤrte dienen in ſonder⸗
heit hierzu. Welche Teutſche Sprüchworterge-
Ihrieben. Selbige find mit Sleiffe zufammen zu les
"fen, Velfchius und Kuhlmann haben folches vor-
| ont ig einiger Erfindungen/ fo von den
Sxroͤchwortern genommen /aug dem Kurandor. |
J Bi Slemmingens Gryphü, Salomonis yon
Gola’ Hugenii, Brunanis, A Steyn Epigram-
mata, Epigrtamma fimplex & circumſcriptum
| % aus Exem⸗
ai: fee »mT 7 u
Das XVII Cap. Von den
Erempel aus dem Nie derlaͤndiſchen. Ein gutes
Lemma serküßert das ——
A.Schævi Leberreime. Gra ſchrifften des Herrn
offmanns. Syyertii-Epitaphia: jocoſeria.Ly-
fi vrolicke uyren des Doods. Dag Metrum
der Epigrammatum. Der letzte Vers des Epi⸗
oramatis. Loͤvers verſio Epigrammatum
vveni. Fictio in — Kleine Liebes⸗
Garmina. Balıa We erbans, I. Dans Kushes. |
Anagrammata. Des Chek-Bouni Buch hier ⸗
yon. Man findet bißweilen wie etwas fatales in
ihnen. Exempel einiger a ‚und
anderer Spiel⸗Verſe. Sinn ilder. Wie viel |
ten derſelben. Ihre Beſchaffenheit, Die Sa
fiäner haben fieinfonderheit au geuͤbet. Einige
‚Autores werden gerühmet, Hiero Iyphifihe |
Buchftaben / die suglei Symbola darftellen.
Deren Erempel, Rebus de Picardie,Catz,Heinl,
Andr.Poirtier, Schoonhove,Zevecot, Franc,
Quarles werden angeführt. Raͤtzel. Barlzus,
Harsdoͤrffer / Schoch van der Veen, Cotin,
habenfolche gefchrieben. Schluß des Buches.
| Je Epigrammata haben in Dei
Zeutſchen Sprache eben ſo wohlih⸗
Sre Zierligkeit / wie in den andern /
wenn nur die richtigen Lchrfäße darben in
acht genom̃en werden. Die Kuͤrtze / und Die
Scharffſinnigkeit / ſind Die vorñnehmbſten
Tugenden derſelben. Die Kuͤrtze 4
A
NE EEE EDERENELESZEBEBEENE ET
A ——————— ·————
— * Eigrammatibus 633
„bet nicht eben darinnen / daß man noths
‚wendig. innerhalb zwo oder vier Verſe
dieſelben einſchlieſſen muͤſſe / ſondern /
‚wenn man in Wörtern und fentenriis
‚nicht unnoͤthige Umbſchweiffe mache
Denn es kan bißweilen in einem Epi-
‚grammate (welches aus zween Theilen /
—— & Acumine beſtehet) die Nar-
Fatio einige nöthige Umbſtaͤnde habem die
Inder Kürge nicht wohl Fönnen begrief⸗
{en werden / wenn nur das acumen fein
urtz uñ unvermuthet dar auff koͤmt / wie in
den Epigrammatibus gefchieher / die ich
eirchmferipta nenne Sonft fan man audy
swohlin zween / oder vier Zeilen zu weit
läufftigfenn. Es if eine groffe Kunſt / die
Rede nicht weiter zu ziehen / als die Sa⸗
eerfordert / deßbalben auch Antonius
bey dem Ciceröne, copiolum oratorem
Tudenti entgegen fegt/ welches auch in
MN Carmmibus ftatt finder. Di eScharff⸗
Bat wird auch hiefinne mißbrau⸗
¶ weñ fie gar zu haͤuffig und zuviel ge⸗
net it. Die Jtalianer gehen offtmahls
weit / und beſetzen faſt alle Zeilen ver
Ede mit acumınıbus, welchen andere
unbedachtſamer Weile folgen. In a
* iche
en
634 Das XVII. Cap- ‚Wort beit
lichen Reden hat das fententiofum:dicene -·
di genus noch vor. andern Platz Deñ die
hohe Redensart / die Kong u ner
ner/beftenet zum Theil bierinnen / welch
zu. Sörtlichen Sachen infonderbeit MO l
gebrauchet wir d. Spanier Italiaͤner /
Engellaͤnder / und nunmehr auch Diez ·
ſchen / haben deſſen die peralichften Proben
gezeiget, Zu dieſen koinmen auch JeBO die
Ruſſen / von denen ich allhier einen kleinen
Umbfchweiff machen muß.· Es hat mein
ſehr werther Freund / der Hr. van Horn /
ben feiner neulichen Zurückunft aus Mu⸗
fcom / mir Simeonis Polocenfis, eines
KRufliichen München Predigten vorge
3eiget / und erfläret/ die in Warbeit Den |
finnreicheften Meditationibusder de |
= 4
u Miu u WE =
nerund Engelländer / nicht allein ni
nachgeben / ſondern faſt zuvor thun. Der⸗
ſeibe hat auch die Ruſſiſche Poeſie erſtli
angefangen / und zur Bolkommenheit
gebracht / wie er denn die Pſalmen Da⸗
vids in allerband.ben uns ublichen Arten
der Reimgebaͤnde uͤber ſetzet / DELEN Tref⸗
lichkeit er nicht genug ruͤhmen fönnen Ich
tönnte hier deften eine ſchͤne Prohe⸗
nemblich cine Poetiſche Rede eines [in
2.52 Bess
u Epigrafimatibüs, nun _ 68%
die Einövefich begebenden / Indianifchen
Koͤniges / gus dieſes/ meines guten
Freundes Dolmerfihumg / beybringen/
wenn es uns nicht zu weit aus den
Schrancken ſetzete
Daß ih auff die Epigrammata wieder
omme / ſo werden dieſelben / von dem
Gryphio Beyſchrifften / von andern/
Sinngedichte / von den Niederländern
Snell-dicht „Puntdicht , genannt. Mon
si] Veſchaffenheit derfelben / wie fie muͤſ⸗
ſen gemacht werden / koͤnnte ich viel’ alle
hier ſchreiben. Weil ich aber daſſelbe zu
einer abſonderlichen Arbeit / de arceuta i⸗
ione, verſpare / ſo will ich oſches allhier
übergeben. Mercerius,Carolus a $. An-
tonio, Mafenius und andere/ haben einis
de ll fontesangemiefen / wor aus die
ndungen zu ziehen. Die Lateiniſchen
E.xempla werden hauffig ben ihnen ange,
hret. Diefe koͤnnen auff felbige Art im
eutfchen auch Teichrlich getviefentwerden.
Aus dem fonte alluhonum,, ielcher in al-
Iufionibus auffdte Wörter und Sprüdh:
I befteper / iſt zum Erempel/diefes)
. einen | tbörichten Barbiren,
Die
u 1
BINNEN —
636 __ DasxVIl.Eap. Von den
—
2,
J
u
_
Die Scheererey geht gut / wir ſcheeren uns
J m ‚zuglelt & —A— 64
Ihr ſcheert an mir den Bart ch ſcheer Den ec
—— ——
Gs finden ih andere mueh./ Inden DE
ten Theile meiner Gedichte / — 19. 29-
62. Aus dein. fonte,. comparatorum
Fdenn ungleiche Dinge unter ich vergl
en / oder gleiche Dinge artlic), vor
a
„
geftellet werden / ift dieſes / jD.n. 15. DA elb
| zu finden. Aus dem fonte.alier to u
wenn man von einem Dinge etwas —
jahet / daß ihm nicht zufo
u
ri
”
°
hin nicht zugiebf / was man billig von
ihm ſagen fol / find dieſe n. 40.43: ST °
dern fonte, Repugnantium & ‚oppo) itO-
rum, wenn bp Bee DET a Ä
ge von einem zugleich —V od
ein: Ding zugleich beſahet oder Ver
wird /find dieſe n- a1. n- 62. E8 fom
.
oder
einef
men
iel. andere Erempel Dafelbft vor/ Die)
the : + PLATT
vielen gemiſchten hergefuͤhret / die wir / der
IBeitläufftigkeithalber / jetzo vorbog
en. Man hat auch. noch emige andı
Benbülffe in&rfindung der Epigramn
num darvon andermeit emn mehr
eilgauß jedem fonte vor fid/ theilsauß
*
a
EN EN HS
|
|
|
„3 ‚Epigrammatlbus,; .. 687
Die Spruͤchwoͤrter / die wir ben. allen
. Völdern finden/könnenunsfehr nügen/
wetzhalben ich jederzeit zu rahten pflege/
daß man die. Adagia und Adagialıa , aus
aller Art Autoribus und Spracen/ un:
ter gewiſſe Titel zuſammen leſen folle/wie
esder Gulio Varini mit den Italiaͤniſchen
Spruͤchwoͤrtern in feiner Scuola dei Vol
80, gemacht.Es iſt nicht zu glaͤuben / was
deſes zu Erfindungen nuͤtze In Teutſcher
Sprache haben wir des Agricolæ, St
baftian Franckens Sprüchwörter /auc)
die Janus Gruterus ‚nebft andern, in ſei⸗
nem groſſen opere vorgebracht. Frideric.
Petri hat/ unter dem Titel der Teuts
fchen Weißheit / derer vorigen Auro-
rum Spruchwoͤrter alle zuſammen getra-
gen. Endlich hat Lehmann / in feinem
PlonilegioPolitico, unter gewiſſen Titeln,
alle Spruͤchwoͤrter und fcharfinnige er
den zuſammen geſuchet / welches Schu
Pius fohoch balt / daß ers hach der Bibel
feet: Ob nun zwar dieſes zuviel geredet
Ru foift es doch. ficherlich ein nüßlicheg
Such / und möchte wohl ein Univerfal
Corpus den bon allen Sprachen
auff ſolche Art gemacht wer den. Der ges,
— lehrte
NE EEE. Seuche
N
ed __ Das XVIR Cap. Don den _
ſchrte Medicus G. ‘Hieronymus Vel-
fchius, hat / unter feinen vorhabenden
Arbeiten / auch eine Ideamoperis Adagi«
orum Panglotri gehabt: Aber es iſt dichte |
mit ihm zugleich verftorben: Es hat auch
Wirinus Kuhlmann/ in ſeinem Prodromo
Juinquennil mirabilis, artem magnam;
f. Harmoniam adagiorum omnium popu⸗
lorum verheiſſen. Von den Adagiogra⸗
Shisitandern Sprachen/ertvähne ib AN
einem andern Orte ein mehrers. M
dieſes wiu ich hier in einen und andern
Ereimpel zeigen / wie nützlich man, DER |
gleichen Spruͤchwoͤrter gebrauchen koͤn⸗
ne Herr Kindermann oder wie er
ſich ſonſt nennet Kurandor / bat auff
eine Zittauiſche Hochzeit/ einige Madri⸗
gale geſchrieben [deren Schluſſe beſtehen
mehrentheils aus ſinnreichen Spruͤchen
und Sprückwörtern / die Leymann |:
feinem Florilegio ‚ unter dem Ziele |
beftandes / zuſammen gelefen. Ben ihm
findet man an dem vorgedachten Orten |
8. dieſes Jedermann zeucht lieber |
neue „ofen an / als Die einander |
verſchlieſſen. Kurandor machen bier |
#37
.r
3147 | Ich
RER. (Epigrammiaribust ind. ———
538 52 Ch frage michrsparnachr . > Kane hr Try
| g —V — ie will. a
) ah — und Si ” kt — |
| ter Stan ol Ahr Durchaug nicht
| fein ci bon Tug — {a A Rt; Be
| der beiten Jugen = * Risk
|
Sp hab ſchon /wasmich vergnügen. kan.
Mein Kopff will nichts, / als von Sungke
1 geil üeber eucht n man heue Hofen 1al, 5
‚| As die vorlaͤngſt ein ander hat de iffen.. |
| Bey demſelben Lehmanne / findet man
‚| n.70.1 ch De ein ale Weib um
| 8 an nimt / der bes
wiß / wie. es
| | — —— Bird er Ar
|
|
ven. Kurandors Madrigat: Yan alſo.
—I che. "ee
des Balges wegen: -
— — nimmer a
2 oerdencke dirs gar fd 1.
| n N Dich fo betrügen Id J
DU ii gewiß genug in Handeny
Den wird ſo b dir Re
Biesaber mag üms Geldgen fein ——
Bor. acc der; —— J
am / er ren.
Alma fish mit einer Aften paaren/
xx
er
«50 _ Das XVIl. Cap. Won den
Her laffe fich zuvor das Geld auß ʒͤhin __
mᷓer Sack wird ihm Se ge doch nicht
Bey Lehmannen iſt n. 86. Diele. Ein
ſung Weib iſt dem Alten ein Poſt⸗
ppferd zum Grabe. Kurandors Ma
drigaliftdiefee. TUR.
Kt: hp man Hd: bat —— *
IdFe mehr. man ſich auch fuͤr den Tod entſetzet.
bebt der Greißf / ha *
Dafernẽerweſjſ
Das ist der Tod auff Ihn die Sichel wetzet.
ieronlter doch fo gerne lange leben?
=
er muß ihm bald ein glattes Mädgen geben.
arrecht! Nrudarffer niht! ...
Zu 97 Grufft / o gar beſchwerlich ſchreiten;
KEekan insollem Srabe © 0 000000
Dahin noch eing ſo bald und zeitlichreiten.
So muß alsdann er) a ——
Ein iunaes Weib au ihrem alten Man
- Einpofi pferd fepn zum Grabe.
Dan wird noch unterfchiedliche dafelbfl
finden/ die gleichfalls aus des Lehman⸗
Florilegio genommen welches ich nicht
tadele fondern vielmehr lobe. Denn auf
diefe Artfönnen viel Erfindungen/ ja biß⸗
teilen aus einem Metaphorifchen Bors.
se / zu einem ganten Carmine an Die
—
Epigrammatibus. —
Hand gegeben werden. Davon aneinem
andern Drtemweitiäufltiger. John Hey-
don hat 300. Epigrammara auff 300. Pro.
verbia in Engliſcher Sprache geſchrieben.
Derer / die gantze Buͤcher Epigram-
matum heraußgegeben find mwenig/denn/
wie Martialis ſagt / iſt es ſchwer gantze Buͤ⸗
cher derſelben zu ſchreiben. Nerr Dpig
hat derer nicht viel gemacht / und die mei,
en auß dem Sricchifchen/ Lateiniſchen /
en Niederlaͤndiſchen über;
ſetzet. Beym Flemming find auch etliche
zu finden / der ſonſt in der Scharffſiñigkeit
den Preiß hat. Ben dem Gryphio und ans
dern laufen allemabı einige unterändern
Poematibus. Salomon von Golawy ein
Schlefier / Hat 3060. Teurfche E igrams
mata geſchrieben twelchen an barfh .
ſinnigkeit nichts fehlet / nur iſt Der Nume⸗
* bißweilen etwas hart. Bey den Nie⸗
derlaͤndern hat Gonſtantin. Huigens eine
on Menge Epigrammatum Die er
| Snelldicht nennet / unter feinen Gedich—⸗
drcchten / davor er dieſes artige Epigram:
magefeget BR an sig
‚, Yeracht min $nel-dicht- niet, t is Alchimas
3) ‚itery; 7, .(veelher vyeerdris
Tis mergkvan langen lin, ’k fegh niet hos
e | ' E; >» n
. |
ET
Eh Dasxvirgap Von de
En öPruyt goede ſtolof quae gedifteleert is. |
Mast foeckt ghy fotofvvijsint korte ‚loleet |
| | —— 1) &
Man hat auch einige Niederländische E
igrammata . IM deg Lenrici Brunonis |
feinem: Mengelmoes. A Steynhat auch ei⸗
nige Punt:dichte heraußgegeben/ ſind a⸗
ber nicht fonderlich. Bey den Italiaͤnern
und Frantzoſen finder man auch seine
ziembliche Anzabl/ aber nicht viel derer/
die ganze Bücher darvon gefchrieben-
Ein Epigrammaift / wie droben 9%
dacht / einfach oder Circum (criptum. Je⸗
nes iſt / wenn nur ein achmen in einem/
oder zween diftichis iſt. Dieſes iſt wie ein
£inchymemaaußt. Säpen. Der Vorſatz
wird durchallerhand Figure, Diftributi-
ones, Enarrationes &c. außgedehnet/daß
der Leſer begierig wird / zu vernehmen /
mas endlich fommen werde. Der Schluß
beftehet nur in einem oder zween Ver⸗
ſen / koͤnnte er mit drey Woͤrtern gegeben
werden / waͤre es noch beſſer. Denn It
fürger dagacumen darauff faͤllt / je kraͤffti⸗
ger und ſpitziger iſt es. Exempel find in
Dem dritten Theile unſerer Gedichten.17-
2,24: In den Niederlaͤndiſchen Gedichtn
— — —
— —
| |
u N Epigrammalibuienn 655
die in der Zeevifchen Nachtegal verſainb⸗
"Iet/findet man Derfeiben/ die fehr artig
ſind / wie wohl von freiem metro, des
ren ich etliche hieher ſetzen will.
lorden reyſde naer Amſterdam te mart
et.e af jvebeurs, eneenmoedichhart,
ey
Ömalle coftelickheit te.coopen:. »
Daerging hy alle vvinckels. deur-loopen,. -
Hy dede ‚langen filvere Lampetten, : ...
Vergulde Schroeven,, goude Brafleletten,
Groote Diamanten van veel caragen,
——— FE m nn Me =
— — m
-
HylachFluvveleen; Satiinen,Damaften, .
‚JQurckiche Tapijten, Milaenfche neer-bafen,
Schoone Porceleynen , Veneetfche glafen,
Spiegels van Foren Don Brand.yies vvich-
BRNO: 3 tich, 5,2), 2
Copere croonen groot.enopfichtich,
‚Hy taelde naervermaerde Schilderyen, .
Van de beftemecfters vande oude tyen,
VanLucas van.Leyen, of van Mabuyfen; -
Naer lang geloop door velderley huylen,
Naer dathy’tal.deur-pluyften beknoeythad,
‚tyyintch vvinckel-knechts vermoyt had,
Raet vvat hy:cocht,diefinnelike Iorden? -
Vier houtelepels,en festafelborden.
«Hl, | RyR: Er Re 7 Say
Het (ehijnt dat Signoor feer ** moet han⸗
eur PAR In —
Naer dathy noeſt over ftraet gact vvandelen:
xx3 Hy
| — —
—
—— m —— —
|
. ——
Dikeurde hy nauvv voor duerop de ſtraten,
‚Hy proefde Ringen, of s’hem ook palten, : .
SS
%694 Das XVIL Cap Von den :
| ——— —r — — — 3
Hy treetde Kay heele dagen plat
Nuftaethy en fiet bycen droogh vat
Dan by een block vviinen ‚en 'tloflen van
NE a
Het graen fiet hy ftorten,debalen slepen,
DeSchippersvraegthy vvatter comt uyf 266
Ofde Weft-vaerders nochziinopderee.
Hoe datteritaetmetde vindemi: . W
Maeckelaer vragthy naer vviflelen premi:
Op debeurs ** ky uyt ſimen faxk
Veelbrieven, die ieeſt hy met ghenak·
Dan gaet hy dringen deuralle hoecken,
Quanfuysom coop luyofboden te toecken:-
'EnalsSıgnoor fo een font jaer —
Weetniemant dat hyoyr party gedaent eft.
Eenich goet van vveſten of ooſten gecregen,
Geladen, ofinde vvaegh doen vvegen. IE
Wel vvar toe dient dan alfijn getrantel?
5;
43
Signoor draegt: te pronck fijnen mojen
— ne u ae ————
Ghy zijtvvel proper inalu dinghen,
roper in’t fpreken ‚proper in’t finghey
Proper vanaenlicht, voeten,enhanden,
Proper van oogen;neus,entanden. °
Proper van cleeren, kouflens, en cragen,
Propervanriem en ommeslagen,
Proper vanfchoenen ‚linten ‚encanten, !
Proper van mantel, ‚hoet, en vyanten,
Proper van’hayr, van baert, en knevels,
Proper van-fporen,en van itevels,
.s
Pro-
pigrammatihus: 6
Propertepeerd’, en proper op fchaetfe
Proben wi kolven, — int kactien,
Proper in. al u doen en. laten, |
—* int vvandelen over ftraten,
De handen in fyalseen coper-potjen,
Voorvvaer, ghy zijten proper fotjen, |
‚Diefe find nun Epigrammata circum-
fcripta. Will ich dieſe füger machen / ſo
mache ich ein weitldufftiger Lemma oder
Uberſchrifft / fo fan ich die Narrationes
entweder Fürger machen / oder wohl gar
bißweilen außlaffen/ weil das Lemma
dieſelben erſeßzt.
Man kan in den Epigrammatibus al⸗
lerhand materien verfaflen/al8 Gnomi- _
ca ‚tbie dergleichen Opitz aus dem Pibraee
überſetzet hat. Wohn man auch Die/ bey
den Teutſchen gebräuliche / Keber- Reime
bringenfan/ von welchen HenricusSches _
Vvius ein Büchlein / unter den Nahmen
der uphroſine von Sittenbach / bere
außgegeben / deren Autor fonft niemand
leicht bekannt ifl. Conftantini Huigens
bat die Apophoreta des Martialis in feiner
Sprache nachgemacht / und von allen
zuußgeräbee ‚Epigrammata gefehrieben.
ie Epithaphia fönnen/ ja ſollen Pr.
.
u,
eu
|» 2
|
a
KE4
696 Das XVIL:Eap:- Mon den
als.Epigrammataabgefaffet werden. Hr
Hoffmann bat einige Epitaphia " Iudiera
gefchrieben / die unvergleich find. Fran-
eilcusSyvertius hat / in ſeinen Epiraphüs
Iocoferiis , aus allen. Sprachen ſolche zus
ſam̃en gelefen. Hieher gehöre aud) des Ly-
dis VroliickeUyren des Doods. Das me-
trum fan nach belieben gemacht werden)
von kurtzen Langen und gemiſchten Ber’
fen’ dann hierinne muß man einige Freyy⸗
heit haben. Man muß fich allezeit na
dern legten Berferichten / und / nachde
das acumen ſich darzu bequemet / das
genus Carminis darnach nehmen. In⸗
nderheit muß der letzte Berß deutlich) /
mohlflingend unfbarfifinnig fenn’fogar
auch) / daß das leiste Wort das trefflichſte
fen, Die Uberfegumgen der frembden Epi-
grammaturn ing Teutfche find fehwer/in-
onderbeit /wenn fieibre acumina ex fon-
te allufionum nehmen. Iſt alfo des Loͤ⸗
bers Arbeit / nicht, fonderlicy zu ruͤh⸗
men/ da er des Ovveni Epigrammata ZU
verteutſchen vorgenommen / das es biß⸗
weilen gar uͤbelklinget / in dem er alle E⸗
a ‚die aus Lateiniſchen allufio-
bus kommen / ohn unterſcheid verteut⸗
ee re;
nn > —
ZI 1 IE ZIZIIIE
| |
I Epigrammalibuc.. ⸗
ſchet. Es kan auch eine fictio in den Epi-
grammatibus ſtat haben / fie muß aber
nur furtz und nicht weitlaͤuſſtig ſeyn / wie
Jwie dergleichen Exempel indes Claudiani
‚| Epigrammate,in Sphæram Archimedis,
unñ des Sannazarii, auff die Stadt Venedig,
zus amatoria :Carmina haben
aAuch keine Art / wo fie nicht einen guten
Epigremmatiſchen Schluß haben / oder
ſonſt mit einer guten Figur ſchlieſſen. Ders
gleichen find im Latemiſchen des. Johan-
| nis SecundiBafia ‚ deren etliche Weſter⸗
ban ins Miederländifche verſetzet auch
des Bonefonũ feine. Des Johan van Dans
RLRuſies ſind gleiches’ Schlages / und im
" Niederländifchenfehr artig gefchrieben.- .
Ach haͤtte faſt der Anagrammatum
vergeſſen / welche / wenn fie wohl ge⸗
macht / unter die Epigrammata, Die ex
bonte alluſionum flieſſen / mit koͤnnen ge⸗
bracht werden Sonſten iſt es eine arm⸗
ſeelige Erfindung / und nicht werth / daß
an mit ſolcher ſich bemuͤhe. Der He⸗
braͤer ihre Cabala beſtehet zum Theil in
Anagrammatiſmo. Jacob Spon ges
dencket / in feiner Reitebefchreibung lib.z:
53daß einer Chek-Bouniein Aegyptier /
No 37 von
| | J
I pur ie ie AR Te ei ——
698 Das XVII. Cap. Morden -
von der Krafft des Goͤttlichen und
Menſchlichen Wortes / ein Buch geſchrie⸗
benmebſt einer groſſen Anzahl Linien und
Figuren / in welchen er tauſenderley cu⸗
rieufe Sachen durch Anagrammata her⸗
außzubringen verfprochen. Erychrzus
meldet / an einem Drte feiner Pinacothe-
c2,vonden Aurato , quod vaticinatus
ſæpe fuerit anagrammatibus. Ich ha ⸗
be dergleichen unterfchiedlihe Erems |
pel angemercket / daß in Anagrammatibus
etwas vonder Natur / Eigenſchafft ud
Gluͤcke eines Menſchen / der den Nahmen
gefuͤhret jo außdruͤcklich vorgebildet /
daß es ſchier unglaͤublich iſt. Koͤnnte ich
diefelben hieher ſetzen / ſollte man ſich billig
vermindern. Ich weiß daß aus dem Nah⸗
men eines / der jemand entleibet / durch
reinen letterwechſel heraußgekommen /
daß er ein Todſchlaͤger deſſelben ſey. Der⸗
gleichen Dinge habe ich zur ale
offtmahls verjucher/und bin ſehr gluͤcklich
darinnen geweſen. Es koͤmpt aber dieſes
vielmehr von ohngefaͤhr / als daß hier⸗
innen etwas geheimes ſtecken ſolle.
Wenn ſie in wenig Worten beſtehen Po |
- find ſie die beſten / als wie Die )
im
—,——
— — —
— —
u — u — en a
i Exigramatibus 699
), findrdieman in F. David Stenders
‚, Anagrammatibus findet.3. E der beili-
ge Heift: Der fie geheiliget. Gene
zal : erlange: Wagen: gewan.
Mahlzeit: 3able mit. ı Rechen:
kunſt: unfer Anrecht: « Stodkfifch:
Schifftoſt. Teuticbers Rechtfeft.
: Dernunfft s unter fünff fc. Sinnen.
Bürgermeifter: Er reiſt Bergeum:
Geilheit heiliger. . Armuth: bat
uhm Diener : Neider. Friede⸗
rich: ich red freyrc. Man pflegt auch
aus den Nominibᷣs propriis Anagram-
mata zu machen / daß man unter denſel⸗
ben die rechte Nahmen verheele / wovon
Menage, in.obferv. über Malherbep.454.
und 548. fan gelefen werden. Es haben
einigefonderliche Grieffe dar zu erfunden,
daß fie die Buchſtaben eines Nahmeng
auft Würftel fchreiben / und Denn / was
: eva Durch die Wuͤrffe heraußkoͤmpt /
ı Merdens- Aber es heift auch hiermit /
Stultum eft,difficiles habere nugas. Finis
| ge Erempal von foldyen Anagramimati-
dus, oder / lufibus ingenii, find zu finden/
in des Pafquierg feinen Recherches liv. 6.
13:14. Die Acrofticha, die ſchon ak
|
e
j |
799 Das XVII Cap. Von den
lich alt ſind / wie Naudæus in ſeiner Ad
dit.ad Hiſt. Ludov, XI. p. 73:74. erweiſet /
und andere luſus ingenii, Carmina, de⸗
ren jedes Wort von einem Buchſtaben
anfaͤnget / welche Sandius , in feinen A-
nimadv. über den Vofflium de Hift: La-
tin.’p. 234. vor unmöglich haͤlt / die aber
dennoch von vielen gemacht + und andere
Münchgalanterenen /find Sachen / die
man vor die lange weile bißweilen lieſet /
dar innen aber eine fchlechte Kunſt ſtecket.
Die Sinnbilder und Raͤtzel ſind nichts
anders / als eine Ableitung ode® Species
vonden Sinngedichten/undiftein Sint-
bild gleihfamb ein gemahltes Epigram-
ma. Die Bilder fönnenvonallen Dingen
genommen werden /nur daß man. in den
Emblematibus diefelben & re intelligenti
nimmet.EinSymbolum; Imprefa, beyden
Italiãnern genannt /ift ein Bildy web
ches / durch) Gleichheit eines unvernänfß
tigen Dinges / das Leben und die Sitten
eines vernünfftigen in einem Conceptu
vorftellet. Die Erfindungen derſelben
Fönnen von eben denfelben fontibus der
Epigrammatum genommen werden / wor⸗
von Maſenius, in Speculo Imaginumve-
wer ritatis
|
|
1
* Epigrammatibus. 701
ritatis occultæ, mit mehrem handelt. Die
ik) Uberſchrifft deſſelben muß wohl gemacht
ſeyn / dieſe iſt als ein fcharfifiniger Schluß
him eines pigrammatis, ‚und die Seele des
nk Bildes / welches gleichſamb den Leib vor⸗
31 ſtellet. Hemiſtichia auß dem. Vırgilio,
dr und andern claflicis Poetis, ſchicken ſich
nt am allerbeſten darzu. Im Teutſchen
N pfleget man reimende Verſe zu gebrau⸗
it chen / die nicht fo nachdruͤcklich / wie die
ft Lateiniſchen Wörter/find. Aleiatus, Sam-
s bucus, Beza, verſtoſſen ſich ſehr hierin⸗
is wen / in dem fie / nicht den heimbfis
m chen Verſtand Des Bildes / fondern dag
6 Bild ſelber vorftellen. Man: fan-Henr,
pm Stephani;infeinem Srangöfichen Buche,
m Part de faire les deviſes, hieruͤber auch
ai nachleſen. Die Italiaͤner find hier innen
m Die ſinnreichſten / deren Symbola in einem
J. Buche zufammen getragen /unter dem
m Titel / Tiheatro:d’Imprefe di Giovanni
ti‘ Ferro. Esfind ſehr gute Indices hierin⸗
u nen / welche eingetheilet find nach den In-
tt Ktiptionibus, wie auch nach den Bildern /
daraus man manche (chöne Erfindungen
" ori fan. Des Picineilı Mundus Sym-
olicus iſt noch vollftändiger. So *
[| r 8
|
——
705... DasXxVvir gap Von de
Mafenio find etliche artige Exempla Sym-
bolorum als / da er aus dem Wapendes
Fabii Chiſu einen Adler nimmet / wor⸗
aus er so. Symbola machet / und aus der
Pamphiliorum Wapen / eine Taube und
Oelbaum / von welchen er gleichfald sos
Symbola erfunden. Der Index Mafenii,
darinnen er alle Ordnungen der Dinge
durchgehet / und von jedem Fürglich die
Eigenfchafft ſetzet am Rande aber den
fenfum moralem nutzt trefflich zu den Er⸗
findungen. Die von Gleichniſſen geſchrie⸗
ben haben / als Erafmus, Lycoſthenes,
können: auch hierzu dienen. Die Emble»
mata werden zu allen Dingen gebrauchet /
zu Außzierung der Häufer/ zu Triumpbr
bogen / und Fuͤrſtlichen Feftivisdten/ des
ren 'Erempel bey dem Eman. "Thefauro;
Joanne Bocchio, und andern / zu finden.
Hieroglyphicafind von den Sinnbildern -
unterſchieden ‚die nur ein Ding bedeus
ten fine aliqua morali applicatione,
die Hieroglyphica der Egnptier geweſen
Es haben auch) einige Hieroglyphifdje
- Buchftaben erfunden / welche unters
ſchiedlicher Gatiung ſind / deñ etliche nicht6
anders in ſich haben als / daß fir ar
ER EEE ET
‚Epigrammatibus, : - 703
— —
Figur des Buchſtabens dar ſtellen/ Mche
aber auſſer dem Symbola find/ undaud)
ihre lemmata haben können. Bon jenen
iſt ein Erempel ben dem Harsdörffer / in
feinem Specimine Philologico, disquiſi-
tione 6. p. iz. Von dieſen habe ich ein Ex⸗
empel aus dem Nahmen J. Hoch⸗Fuͤrfil.
Durchl meines gnadigſten Sürften und
Zerrn / CHRISTIANI ALBERTI, er»
funden, , Denn ob zwar von erlichenans
dern/ald/Cramero, Herm.Glatero, Sith-
manno, dergleicyen Dinge gemacht / fo
haben ſie doch Feine Emblernatifche Rich⸗
tigkeit Hieher gehoͤret auch / was die
Frantzoſen Rebus de Piccardie nennen /
von welchen Seigneur des Accords piel ge⸗
frieben, darvon einige Erempel Harg,
orffer / in ſeinẽ delic:is Mathematicistam.
1.P.14.publ. 6. Anführet. Dererdie Emble-
nara in Zeutfcher Sprache hervorgege:
sen’ haben wir wenige. In Niederiand
fi J——— Catzen und Heinſens ihre
md nicht allemahl richtige Emblemata , ſon⸗
— nur bloſſe Bilder / darauf einige Ber
tachtungen gemachet find. Adrian Poirtier
hat / in feinem Masker der VVereld, auch der:
griipen Betrachtungen borgeffellet. Schoon-
vens Lateiniſche Emblemata Hat —
| " epal⸗
—
—
N.)
nn —
204 Das XVU.Eap. Won ben Frigratn._ |
behalten, und andere Miederländuche Dar |
unter andern Lemmaribus darauf at
Im Engliſchen hat Erancifcus Quarles Geiſt⸗
liche Emblemmata geſchrieben / wie auch Ep |
——— er divine fancies, nennet.% |
et. die Emblemata findimedrentpeils, aus bee
HermanniHugons püis delideräis genom̃en /
da er doch derſelhe mit keinem Worte gedencet.
Die Nägelachören auch zu den Sm̃bildern /
melche gleichfalls ihre fontes inventionum in
den vorigen locis Haben und beſtehen theils in
Diwern / theils in Schriften: Von jenen han⸗
delt Mafenius weitlaufftig In Speculo ‚Imagi-
num Oie in Schrifften beſtehen werden durch
dunckie uñ weitentlegene Meta horas beſchrie⸗
Gen. sm Sateinifchen. hat Barlzus, EINIGE (+
machtivon dene zgeberning.etliche ing TEut L:
überfenet. Harsdoͤrffer bat-deren 7 in feinemt
Nathanufi Jonathan. Juftus Georg Scho ‚m
feinem Liebes Blume Garten. Im Niederlan⸗
diſchen bat Johan van der Veen til gankts
Buch derfelden y die ‚aber, nicht
fonderlieh finreich find. Im Franßoͤſiſchen ſind
des Herrn. Cotin ſeine recht. artig / der AU
einen Diſcours von denſelben hin en gefüͤget.
Von 2 übrigcnale/@rab-Beburt-Dohält
un Ehren⸗Gedichten wu diefeiben zu machen
uñ was darzu geborig/töfite noch gar viel geſg⸗
get werde.Qiber.diefes werdebiß zuf andern Of
- Jegenheit verfpatet. Wirwoue Hiermit mwoc
tes Rahmen dieſe unſere Seirachtungen / von
he cutſchen Sprache und Poeſie ſchlieſſen.
E.R DE
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wer 4 Überfegung emtger ir
'n deo HORATI,
. Den broben pag. 561. cda be
a ”
906 Erempel der Reimgebaͤnde
ODE 1. Honar. CarMm/ Lib. ⸗
Darinnen die 17. Genera *
Der Jambiſc hen Derfe eingefüh⸗
MM des Geflecht von fotchen fich N
Die — mit Kron und Sce⸗
— 7
Zr» Sau) .,
| ji Sanzan) ||, ar
— 5; ı —8* 4 ur
N gg0 fi „Bene Sen —— 2%
an BPISAN in 1 —— GR nom 2
Daß fie bald den! anf Aare zu was an⸗
t
ei»
17. De freut 1 wenn ein Ritter ſpiel u aufge»
4
1: | lokey für andern Sllden nat / den Dehenwohl
trieben /
220 gem ein. Stein hm vamüde wart gefehet
| meint er / daß fein Gott fo fehr / als ——
2. en ereibt der Much zum Eprenftand’/
| {ind herfcher uber Leut undsand.
10. Wenn Thyr rh⸗ nur hat ſeines Vaters Feld/
Das p viel Korn/ alseing / in Syden halsz
hnd wohl zu Haͤuſe bringet _ 4
or finget erumd ſpringet · |
Er ſinget / taß bie Keihen >
ur andre Leut erweichen -
2.2 Zu trauen auff ein dunnes Holg / da Diegen Sturm und
Su ihre Roth und Ungemach als wie d iden fiel
® Seife For a Zeh
ET 6.
|
i |
un
Ectempel Exempel det geimgeban ne 702
15. * ſchnauben / nauben / chen] toben ſo / als wenn die groͤſte
Krieges Macht
ea Geinde/ mit gantz toller Wu el den garang
> we acht.
* Da ſchuͤttert
Ma 1 \ —
11. Der Keuffmann / fprechend / Mn der * Sama Ivz
Dem * Meer das — RER bei,
5, +. Bald fpürt man wich Hate
mean „Biest die Bier,
di: —3 wuͤſten Schiff erbaut?
Und wiederumb nach Vortheil —
13. Denn laͤſſet fich auch wohl ein feuchter Bruder finden /
— ‚Alanıh ſich hertzlich will —
Und ſpricht /
Mein! licht. *
Aut Blehehe davon, glhhein Zap
So tompt.eih andrer nach
. Dann legt er ſein bewoͤſcktes Haupt / beſchat von PR
— — gruͤnen finden/ /
Und lauſchet / wie die Steingen in dem laren Bach fich
| artlich winden.
Der jauchtzet / wenn das Spiel geregt/ und die Trom⸗
peten klingen /
Weint Tethys gleich / fo mi —— Achilles frö⸗
—
⸗
| fingen.
IR, Dem waͤchſt das Hertze lei wenn je ein
- ey *
Walogeſchre
Von Hunden wird arme, [ — er ſich vu
el)
| Bu. Was er daheim zu lieben pflegt/
Das bleibt auff andre Zeit u
—
9 Dite Hindin iſt ſein Weib / ein Junge
a Das zieher er faſt feinen Kindern
7 run dies / und das beginnen
Aacaay dies / bald. das erſinnen
994 6’
EEE
ei; Etempel der SReimgebanbe
— daß / was denbeliebt/ |
ſt daß was den betrübt.
u 77 ern mir auch nun det
erlanbt |
& wuͤnſch ich / bo" gr Ephen- Krank; mir fröne Haar
PTR ch alsdann / und Haupt /
| | en — Mann. /
16. Wenn ich in mein⸗ raute ſo / als ns gemeiner Dichter |
an /
= Mag ſpielen / was die. ag fängt mit den zar⸗
i
nn Mh
3 In Diem
Und Feldern |
1. Denn auch Euterpe felbft reicht mir die Pfeiſe⸗
Und Clio ——— Pandorens Schweiffe⸗
4 / wie fie pflegt / |
| Ä Dan Sappho o fhlägt
| na Zeehlſt du mich zum Poeten-Orden 7
| ER Din ich der Sterne Nachbar worden.
—
| Od. IL
| 22... Trochaico-Mixta.
|
STROPHE
* Bi gleich die Flocken⸗ Trifften?
| Die ung fo viel Ungluͤck ſtifften /
So Sollte gleich der —
| Die betruͤbte Hagels⸗N
| 12, Solto Blitzens⸗GOtt / das wuͤſte ehe toben
ner Donnerteile nunmehr ſeyn gehoben /⸗
par’ uns deſſn
| 16. Möchte doch wohl * — mn zu deinem Dienſt
| x a | —n — Ganimedens Säfen alles alleh wird —
RB
Etempelder Keimaebände. 759
2. Zu 0.
OR re
8... Und befürchten / die betruͤbten Zeiten
Kämen nunmehr wieder zu den deuten /
9 Da die Pyrrha fo erſchrocken ftandy /
Als fie nirgendswo fein Land mehr fand /
17. Helfer Görter 7 fprac fe /belffyach wenn. hat man"
EC; das wohl fenft geſpuͤret /
Was iſt das 2 daß Proreus fein Vieh all auff unfre Ber⸗
zer | „ge führer? *
Be... Wer hatiegefhn .
| Fiſch auff Zweigen: ſtehn?
2. Biosigen! dieden Venus-Vögeln fonft betannt /
Ja den Gemſen felber ſchmeltzt das feıftesand,
Alles ſchwimmt / |
is | immt,
Was ſonſt klimmt. *
13 Enfee/ ſonſt gelinde | Tyber gehet weſtwerts ein /
Daggß es mit den ſchoͤnſten Bäumen ſcheinet aus zu
ER ſeyn. F
15. Wilſtu Rheeng Rinder wuͤrgen / o du ungetreues Rom /
Spiel’ ichs mit dir wieder fo / een der treue Weibera
—F | ſtrom.
6. Denn / zu Hauſe kriegen /
Macht die Perſer ſiegen.
3. Ac zerſcheitre ihre Mauren/nicht dein eigen Haus /
Sonſten hoͤnen kuͤnfftig dich noch deine Kinder aus.
ANTISVROPBEA.
J Weil es nun dahin gerathen /
| Wegenunfrer frechen Thaten /
nn 0 Dap tein Gottes mit ung hält?
| Daß fi) Veſta grauſamb ſtellt /
m; Ey /ſo wolſtu du Apollo unſrer Zeiten/ /
Deine Gnaden⸗ Wolcken über ung außbreiten
— Uns verfuͤhnen
Dir zu dienen. e
| vy3- cs .O⸗
DEROR SE | |
518. Erempelder Reimgebaͤnde.
16. Oder /Eryeina, komm und zeig’ ung lachend deine Wan⸗
EEE TRETEN 66 | n
Wo deg kleinen Lebesbuben Luſt und aller Scherz an⸗
aa RER hangen /⸗
20 — RE;
FERN Minden, RT
10. Oder fuch’ uns Water Mavors wiede —
Uns / dein Fleiſch und Blu / uns / deine Glieder /
. aoß dir unſer langes af =.
| Eudlich doch einmal zu Herzen gehts
17 Gnug des Balgens / gnug des Epiels / dA (auter T
—— und Blut zu ſpuͤren iſt /
Kan bey dir wohl Kurtzweil heiſſen / wenn daß Schwerd
—— bald den) bald jenen friſt _
f. | Penn ein Mohr ergrimmt /
1. Ober /nimb des leichten Majen ⸗Sohns Geſtallt /
| Du / an Jahren jung / und großen Thaten alt /
3. RAhelort. na. a
| — SAfars Mord. ——
14. Eile langſam himmelwerts / von dem du biſt entſproſſen /
| Eile nicht / bevor dein Volck recht vollig dein genoflen: -
15. daß dir unſer wuͤſtes geben nichtein Sporn und Antrieb
Kar aan Ra SR NBIRRUNER 2. U
Daß du / vor den grünen Jahren / ziehft, bey deinen
N Eteernen ein.
€. Kaß der Meder Schaaren/ /
\ Erſt noch vecht erfahren? / nun
23: Warumb man dic) dandes ⸗ Bater und Auguſtu⸗ nennt /
| Wie man deine dorbeerreiſer hin und wieder kennt .
—
Exemplum Trochaicorum remanentium.
a. FH owerthes Schiff deucke was du führeft
Schüne deinen Schag / dag du wucht verliehreſt
| 230, Dies
"y:: a —
Exempel der Feimgebaͤnde i
10. Dies mein Ander Ich / te Mann)
| Maro/deresfolwie mein Föbustan.
2 Schaf ihn ſchadloß aus der — der One Dre
enfzichet
‚Bis die fluge Pallasburg hn das fand betvetenfichet,
12. Venus Ficht wird dir felbft auffgefterker ſtehn -
Caſtor und das andre Kind wirſtu gleichfalls. ſehu
13: Alles beut fich deinem Dienft’/ auch der Winde-Meifter/
Auffer dem / der dich bedient / hemmt er alle Geifter.
14 Deffen Hera muß ſtaͤhlern ſeyn / und von Marimor zus
gericht /
Welcher erſt auff ſchlechtes Holtz * fee Zuberſicht
2. Zwiſchen Nord und ſtoltzen Weſt /
DSDrauff Nepytun gaͤntzlich ſich verlaͤſt ⸗
9. Wenn er jetzt feines Scepters fönnen
Palinur'n will zu ſehn vergönnen.
11. Was für Todes — 525— hier doch ſteuren/
Der nur lachen will bey den Ungeheuren /
10. Wenn der Winde Gott ganze Felſen raͤumt /
Und der Donnerberg von den Wellen ſchaͤumt.
14. Unratb muß es gleichſamb ſeyn Ms dc allerllugſten
Fand und Xcker von dem Belt reise ababföndert bat.
12. Rum wir Menſchen wagens Bea? / ——— 7—
ielt
Seht nur / was der Feuerdieb Japhets Sohn
13. er Sterbens⸗Noth | ung mit
More lompt noch eins fo fchmel’/ale ——
14: Dxdalus der "runfe wohl daß der rel fein Fittig⸗
Thier
Gleichwohl fliegen fee er —* Re für
2. Plutons Reich muſt Alcides fehn.
Und nichts fan unfrer Brunſt — b; (8
9 Unfer Zwang will eg ja nicht gonnen / Aa
Da die Bliz jemahls feirenk
ß ee: —— ro ai ol
3
Errnpel de Reimgebaͤnde
aa. p 504
Dadtyl. gen,
vege ihr —* behaareten Selber)
aͤumet mir Sloren die üherhand ein /
a. Entſceptert behaͤnde den Xol / ihr Wälder/ —
Zephyr erbeut ſich Negentezu feyn? ⸗/⸗
Kanman dach wieder den flieffenden Steöm *
* ſſenden —
Laufft doch das Vichy
* Hurtig die weiß grau — Felder zu ſchauent
Jenſeit un
1 * Tape ET länger im Haufe zu ſeyn.
Seht wie gelinde
Buhlen die Winde”
3 Treiben mic faufen und braufen dag Reiffwetter en
Deus tritt ſelbſt jetzt mit auff /
bocket die Rymphen zuhauff. *
2
Le &he noch, Cynthia blicker ya
| Gehen fie tantzend verſtricket. ö
31. Yanıs maglieber mit Charis ſpatzieren / —
a0. ‚$ieber als ihren beräucherten DROME, Au... 2° .
* Hören —— den Hammertackt fuͤhren.
Was geyet Venus fein Schnuedewerck an?
| 2. Rinverchen| Pine ab. meine fehöneften m
* ten/
| Ta Kommen — Same Gefeden/ihr Heten /
Lamm oder chrvein:
* Dendet / wie ſchleunig / wie —— euch Eat —
.NNercchts wird verſchone/
Ob man gleich wohnet
24. Da /twonsan lauter Kubinenun Purpur alte in
aus / |
— a
f
Der
VUVkbel auff Lycide mare ——
a
v
wel der Meimgebände,
* OF
2 0... Gen. Anapeft,
Ma a /jünger Geſelle du zartes Gemühte 7
BEE DuRofengemählde / du waͤchſernes Bild /
12. Erlerne doch / wie man vor Porcba ich hüre/ N
#1. Bedencke / wie theuer das Sieben dirgilt.
35. O meide den [hädlichen Balfam / die koftbaren Salben,
5. | a 2 0
Die Sabg uns ſchickt. u
25, Wem Pyrtha ſich einfältig zieret und ſchmuͤcket deßhal⸗
2 We ya! | en, N RE
Se 00. Daß du feyfk beſtrickt⸗ |
34: Gosranenicht folcher vergiffteten trüglichen Bier,
6 > Dumirfteg befchmergen Fer
6 Verfluchen die‘ Kerzen}. KR (Bir)
34 Da Yyrrha die Gluten und Flammen mitſchaffet in
8 Rechtzwieesdem Schiffenden geht; re
8, Dermitten im Ungemach ſteht⸗
9. Dem etwa der Himmel vor diefen |
Ei gönftig und freundlich erwieſen. |
32er haft du den Schälden / dort haft du auch einen,
32205 Derdeiner ſo liſtigen Zriegligfeit traut / |
32 Denn / nichts als nur Einfalt dein Wefen fan meinen? _
—
5
31, Dertrauet dir / die er doch felber nicht fehaut Z
15: Demm ſpielet mit Gploekivas landet und fcheinet? /
I ae Ma lebe Pd | € * |
N AR Shrenen Geſang. (Mer,
15: Der alles / was lieblich nur ſdallet auch nuͤtzlich vermei⸗
Ouͤbel betrogen / und tauſendmahl übler verführg 7
Sengn du mit den Pfelen⸗
6 Ranſt tuͤckiſch ereilen.
14: Sch ſelber din weyland von folchem Geſchoſſe geruͤhrt /
% 0 Numborgiichesfeinemmichemehrz *
aen Goͤttern fey Opfer und Ehr
> Daßmichdiefes Ungelckẽ Wellen
9% Richt sun Denen engen gefelem &
714 &xempelder Keimgehände.
mm — — — —— — nee
* Od. VI. — * 5/ 1. |
Exempel der Heldenart,
dgrippa / der fein Schwerd nechniemahls hat. gezhdet/
> Daß nicht der Seinde Volck bey Hauffen zugeſchicket
Dem / derzu Pluto führt / laß Varius den Mann - '
Der / wie Homerls felbft / fotrefflich ſchreiben kan /
saß Varium / der/gleichwie Pegaſus /kanfliegen/ /
Den uͤbermachten Ruhm / das Land⸗ und Worler-fiegen/ /
Und was ſonſt deine Fauſt / und ſtarcker Arm zerbrach /
Erheben bis zum Mond / und an der Sternen Dach.
Mir iſt ein ſolches Werck ja viel zu hoch gelege /
Kein fo beregter Geiſt / kein ſo belebter Negen/
Fuͤhrt meinen Grieffel an / drumb wag ichs nicht zuweit /
Zu ſchreiben / wie der Held Achilles kam in Streit /
Einſt mit Atreens Sohn / da er wie Rtna brannte /
Und in des Zornes Glut ſich gleichſamb ſelbſt nicht kannte /
Zu ſchreiben / wie Nyß / dem Hertz und Zunge utcht
Die gleiche Wage hält / die Waſſerwogen brich
Mir einem leichten Kahn / wie Pelops Haußgenoſſen
Den Mord und Wuͤrgegifft auff ihr Geſchlecht gegoſſen.
Ich bin mir wohl bewuſt / was meine Leyer kaun.
ZDrumb ſtimm' ich nicht zu hoch auff ihren Seiten an /
Das ſie auff Cafars Lob / und dich / Agrippa / kommen /
So hat die Schreibefucht mich noch nicht eingeno mmen.
ch nehm’ es mir nicht vor / zu ſehen / wie en Held /
Auff den die gantze Macht der Pfeilemiederfält 7
Eich ſchuͤtzet in den Stahl der jeten eins verſetzet -
Den nie fein Diamant / wie hart er auch / verleget.
- $aß leben mer da kan / wie Merionfih hielt 7
\ Als jeder auff ihn zu bey Troja tapfer ſpielt /
Und redlich umb fich ſchlug / und wie Tydtdes Waffen /
So Pallas ſelbſt geſchniht / dem Feind ein ſchlechtes fchlaffen
Und wenig Raſt gegönnt, Hat aber jemand uſt /
2 leſen / was man ſchreibt von einer ſchoͤnen Draft) *
*
a‘
7 * 5 2
2 a —
Pe‘ Pe ——————— —
>.
o ⸗
Erempel der Keimacbänden 715
Und was zur Tafel dient undwaseimSpieleraöket/
Und wie das Nympffen Bold erzuͤrnt die Raͤgel *
Imfall es triegens gilt etwan umb einen Kuß /
nd wie es ſich als denn ſo ungern mehren muß /
| Das lehrt mich meine Ruh' / und meine ſtillen Tage /
AUnd meine liebe duſt / daß iſt / davon ich fage/ / er
Worvon ich fingenmuß. Iſt lieben mir gemein /
Darff doch nicht alles noch von mir gefreper feyn.
RB SF —F 529;
Exempl. Elegiæ. |
| Si Inandreemil Rhodis und Mitpleneloben?
| 7 Der ziehet Corinthus und Ephefus vor. |
Maght Bacchus Theben groß / ſind Delphi hoch erhoben/ /
Theſſalien fuͤhret die Tempe empor. bt,
Iſt jemand drauff bedächt / die feufchen Pallass Hütten -
Zu leiten big über der Sterne Gezel - 0...
Nimmt einen Oelbaum⸗ Krangan Blättern wohl beſchnit⸗
* ten / |
Iſt jemand /der Juno zu Dienſten ſich ſtellt /
Und nenne ihr Argos reich / das lauter Pferde zeuget /
Und ſchaͤtzet Diycenen das Beſte zu ſeyn / wu
So nimmt nur Sparta nicht /daswohl den Bogen beuget /
So mimmt mir kariſſa die Sinnen nicht ein ©
Als wie Albunens Wald der allerſchoͤnſten Nymphen /
Da Anio fleußt bey der Zhbur hinab) / —
Da fan des Obftes Frucht die Tempe feldft beſchimpfen /
Da rauſchen die Bäche mit ſittigem Trabh. *
Der Suͤdwind / der ſonſt netzt / heiſt hier die Wolcken weichen/
Da lachet des Himmels erfreulicher Blick.
Da muß ein Regen⸗ Guß nicht ſtets das Sand durchſtreichen.
Ad) Plancus / das zielet auff menſchliches Glüd. , .. ”
Die Klugheit / die ben dir das Steuer · Ruder lencket / A
Die ladet dich felber zur Luſtigleit ir u.
* wie: Wenn
—
ER RE 4 ’
ic __Erkmperner Keimachände ___
Wenn man beym Traubenfafit uf — Freude dene
— ER et J — 122777
Und laͤſſet die Bögelbemüher nur [nm
Du muſt denn gleich darauff zum vollen Treffen schen .
Es ſey denn / das Tıburis E chatten vichhält.e
So macht es Teucer auch / der ruͤcklings mufte fehen
Sein Päterlich Erbtheil und Salamins Feld. \
‚Er nanı den Pappeltrant / in Regen⸗Thau genetzet / ER
| Sprach / werthe Gefellen / was trauren wir viel „
Hat ums dasleichte Gluͤck aus unſerm Raum verſetzet /
So gehet auch wieder das guͤnſtige Spiel.
Wir tracen ihm nur nach /mohines immer leitet /
Gedincket / wie freudig geht Teucer voran.
ins hat ein Salamin ſchon wieder zubereitet
Apollo / derlügen und trie gen nicht kan. —
So ſeyd nur / was ihr ſeyd / ſeyd Maͤnner indem Hertzen /
Uns hat wohl vor dieſem ein haͤrters gedruͤckt.
Daß ſuͤſſe Kelterblut das ſteuert allem Schmertzen.
Auff Morgen ſend wieder zu ſchiffen geſchictkt. r
7
—
— ——
Exemplum der gemeinen Art -
$ydia / der Jugend Fall und Strick /⸗/
LEI ch bitte dich / fag’ an / was finds für 24 11:7
Was ift fur Gifft / das Sybarisfoliebt © E
Und ſich umb dich der eitlen Eu ergiebt ?
Wie tömmt eg doch / daß erden Platz ſo metdet /
Der manchem fonf den forbeerfrang befcheidet 2
- Erflichet / wo die Sonne Staub erweckt / j
Wie fömmt es / daß er fich davor verſteckt ? —
Was hält ihn ab / daß er ſich nicht begiebeet ,
In Maoorsspflicht / den unfre Jugend liebet )
Sieht Franckreich ſonſt im reiten Unterricht /⸗
Das fehlägterhin / das fümmert hu gantz nicht.
Der fanfften Flut / die unfre Tiburführet ///·
“Dergöldten Sand den hat er nie beruͤhret / &
5 > *
—
Er meidet ihn als Phlegetonts Geftad’, /
leo der Tod allein zu laden ha— |
Wenn and’re fich mit glatter Dele ſchmieren/ 2530
Im Ringen ſich gefchickten auff zu führen. — —
So meidet enes / als ein ſolches Giefft/
Das Hydra ſelbſt aus ihren Adern triefft.
Man hört ihn Auch nicht/ wieand’re / Hagen
/ Daß er ſich wundt am Kuͤriß hat getrage / *
o hlelbet etzt die viel beruhmbte Krafff /
Die ihmden Steg zum oͤfftern hat ver ſchafft?
aſtedter num verändert und verlohren /⸗/ gr
Se / wie der Held/ von Tethys felbftgebohten?) /
Der manches Blue vor Trojü eingefende7_
Der bleibet nun von Damen emngefchrände
Ein Weaberkleinbedeittefeine Thaten?
Er moͤchte ſonſt in ingläc fein gerathen ⸗
Der Phrygier befand ſich wohl darben/ RE
Und blieb zugleich vom Tod’ und wuͤrgen Frey.
’Exemplum enge Somets
— e x Od IX Pe. i
— du jent das Feld / 0 Thaliarche, ſeheſt /
CR Mit weiſſem ———— 7 dag der Wald ſich
2 A u ‚ten 7 | RER
Erd wie der dicke Froſt die ſtar ken Fiuten ſchtaͤnckt /
So hoͤre meinen Rath / dag du dich nur bemͤheſt /·
Wie du das Holg zur Glut und lichten Stamme zieheſt/
Zapf Am ein altes Sag /die Sorg auff Gott geſencit.
Das taub wird janicht ſtets vom Rolo gekraͤnckt
laß heute heute fehn⸗ bamt da kluͤglich fuicheſt /
Was morgen fchaden fan. Nimm deiner det Gew;
Und ſchicke tranrig feyn zum trummen Alter hiny
Treib deine Ritterfpiel’umd dein verliebtes fingen? ⸗/⸗⸗
Dein fihergeminit der. Schaor die gerne fich verſtedt /
„ Hund mit dem lachen bald ſich wiebettn entdech t
MB darumb widerſtrebt / daß man es ſoll einge
RK,
*
PA
a2 *
SRETE SR RS
m m
zig. Exenmpel det Reimgebande.
Exemplum ex Od. X. yo:
Der Sehsverfichten d darinnen
BIRANRMIR e Quadrains oder Bere
f werte begnieffen. RE
1:
ercur / du ME di rich se
St Disumbeiehte Welt nr ni ofen —— —
Auff einen beffern € ia? * auff ein beſſer
Nachdem du ihr Di Kunft: beredt zu fenn / BEN
Gerachen/ und gemandt/ € als wäre fie gefielt
Auffeinen Tummelplan und wo man alegt —*
2
Dich / Donner Vaters: Kto /nehh ich te vor zu Age?
Sich fehle Götter-Poft/ durch deffen ſchlaue Hand /
Die deyer und was klingt ben Dichtern iſt bef brlannt /
Und wie man artig fofl von feiner — teflebringen? /·/·/
Was and re hingelegt Zdaß F Auftn allzugut /
Du weiſt es mieiſterlich * man es treiben thut⸗
Apollo jachte felbft/ wie du Vieh geſtoblen —* —
Verſieet in ein Kind / als er dich fo erſchreckt. ’
Durch dich blieb Priamus fuͤr Feindes⸗ gift ve
Su anſt durch deitten Stab die fronmmen Selen poleny.
Ans ſchwarhe Minos eReich / du dieneft. beeder Macht?
Drumb nimmt Det Himmel dich und. Pinto ref in * Ra
— ex od. IE n. es
Der Achtzeiligen,
Be entſtehe dochzufragen/ / En IH
€ Der Himmel felbft entfenet fich dal) * ——
Wie Cleche dir die Heimfart anzuſageee
ir tlopfenvsied.an deine ae SIT a |
sorry
13 der. E.Sieimaebände
Du: meinft / die, Koch fen leichter zu ertragen /
Die man gewuſt. Ach nein Ach lebe dry 9
Weil no wi Zeit das Leben dir will goͤnnen. |
Sr werd up ſeaucht eh wr als merden können
* " Exemplum, Echus: x.
EN MX 4 5 - ; |
Deh / da Sedle der * Gesten? a re
Das fol mein Spiel für einen Held axwehlen /
in auch erfchallen 0
Wem —— —* en
Soft ichs * Pindus oder Hemas lehren ?
ey — Saum in den DEN, J—
O iebten Rinden
ae kr Pag zu verbinden, Eos
3 Orpheu ſpielte / daß die Ströme ftunden/ |
Die Winde fchlieffen? en — KR
Den — die zum Himmel reichen/
— Muſten A E. Eichen
olich dich v Mer aller Götter. ſage/
— der Oö ige —
hi Vater / tanſt ja auch die — ———
a if Der Gtoſte / wirft es auch ee 3 RR
an deinen Willen einer bintertreiben? RE
ei jemand aa * iſt / wie ich vermeine /
ER Dallas deine, Ci
Ru höre, ne von ‚EC charmügeln fage RW;
iana freut en wenn fienur ——— |
hoͤbi fein Dog mag auch nicht verweilen.
— Eeht ihn mit Pfeiten, 2m,
* Fa Alciden / und bet $eden Kinder /
wreitet Pollux auch nicht minder
u
720 Exempel der Keimacbände:
$äft feinen Feinden / von den tapffetn Keule ⸗·⸗⸗⸗
Sy Schreckliche Beulen /E. Haren:
Wenn ſie / die Sterne | durch das Blaue blincken ⸗/
Den Schiffern freundlich von dem Himmel wincken /⸗/
Slarren die Winde / und der Stun prangenn
| Bleibet gefangen / E. hange
=
Romulus / ſoll ich auch von dir was ſchreiben
Tarquin und Numa zu den Sternen treiben "ar
Arpodurch wi Entofichdem Pluto weifen? 7
Regulus / Staurus / ihr berühmbeen Selen? u
Kan jemand billig euren Ruhm verheln? . .. ch
Paulus rd Faber / wie man euch ſoilloben
Zu reg pi Stehererhoben? Er dbeh
&urind tan gwar nicht bon Reichthumb ſagen / ——
he ar Bee J———— —*
FƷedoch zu fe en waren fie gerathenn.
Y —— Brave Soldaten. E. Aten ire · noxii
| | "hoflibus ab Are Dea Noxek ‚
2 rn 1 RN 2° RT a
Mat cellus grunet gleich den Dahme weigen
Ihn tan br —— — re
Teſaris Funcke / wie der terne Dale] Are
| ragen gan
Vatet ver Götter / varı Saturn gebohren / ee
Di biſt vom Htmmiel ja dar zu ertohren u
Daß du dein Säfar fen Gebiete mehreſt |
a Do ſeo bertehre/ Brthtihh,
dat et bie Parther nicht alfo bezwungen . Ag
Wieder dre Serer iſts ihm auch gelung
den wo bleibts mit dem oͤberwinden
NIE
[2 =
.
_
\
. 2
% +35
200 foß mans inbentE. HUN
LE) * 4 : Zupiter /
—
⸗
u Erempel der Reimgebande
Supiter / goͤnn ihm / neben dir zu figen/
Er fan 7 wie du / auch ans den Woiden bligen,
Er weiß den Suͤndern ehre zuſt zu brechen/
ch),
dann
| gi x
Doia / mein Sicht 7 ich weiß mich kaum zu halten /
8 Ale ſtoͤßt mir auff / die Zierde will veralten /
rme / die mir ſonſt faft niemals nicht gebricht /
Die weichet ganz von mir / o bydia / men licht.
2» ,
Sch binniche mehr bey mir 7 fich / wie die Thrämen fließen
Die/ wieder meineh Sinn ſich durch die Wangen gieſſen /
Memsebensfeuerift gar nirgendo/ als bey bi
or liebe brenne ich und bin nicht mehr bey mir.
EL se 3;
/ dieſes druͤcket mich / daß Zelephus muß heiſſen
De allerfch, 8 Kind, Dich muß er zu fich reiffen?
Gen een v- Kia ua —
„Die Arme wie der Schnee. Ach diefes drücter mich,
Mt J
hrwahr es laͤnfft wohl aus / es wird nicht immer gelten /
Wem er / vom Wen erhitzt / dich hebet an zu ſchelten.
So mancher tieffer Kuß / fo mancher Liebeo⸗ Sirauß —
Und was ſonſt mehr darbey / firwahr es laufft wohl aus.
nal
Ich lolꝰ und liebe das / was auff Beſtand gegruͤndet /
enn ſich ein liebes Paar recht herhlich ſo verbindet ⸗/
Daß nie fein Mißverfiand doß nie fein Abſchieds⸗Riß
Im Buben fie erirenn/ ich Lob’ und hiebedies’ |
vw
bb . - ‚Exempel
Straffen die Srechen/Exrächen,
Exempelder Dierzeiligen Ringes
eime aus der XII, ©d. + IEER'
|
522 @xempel der geimgehaͤnde
Exempelder Wiederkehr aus der
XIV.Od. 6 2 He
mr 7 v
| &s Du fonft kluges Schiff/ wie laͤſt du Dich jetzt dringen /
| nd durch der Fluten Macht fo weit oom Ufer bringen] /
Sc fieb auff deine Schang’ 7 ob nicht vor allen Dingen? /
Sm Hafen einzugehn / dir mögenoch gelmgen.
2+ \ i
Die Ruder koͤnnen ja dich nunmehr nicht be zwinge/ ⸗
Indem bald Nord/ bald Oſt umb deinen Maſtbhaum fingen/
a alle Plancken ſtracks von ihren Stuͤrmen klingen? /
dda die Seegei faft intanfend Stuͤcken ſpringen.
3.» |
Ach ja / es iſt alfo / dir Armen beyzufpringen/ —*
Ja faſt tein GOtt daheim / es will ja gar nicht klingen /
Daß du von deiner Macht willſt pralen / rühmen/ ſingen /
pie du o Dannenbaum die Wellen koͤnneſt zwingen.
4.
O Sehiff / du merekſt es wohl / es koͤnne nicht gelingen /
Imfali du fechten ſollſt mit außgemahlten Dingen.
Esmuß hier Nannſchafft ſeyn / drumb laß dich ja nicht brin⸗
en
Auffs hohe Meer / noch auff de elen Klippen dringen.
Exempel der Wiedertritte aus der
| xV.Od. —
| ee N
= Maffer:GHttfah’ einftdenpariseiln/
Durch feine Flut / ſich mit der Braut zu heilen» Ep rl
|
Da wird es denn recht an ein Wuͤrgen gehen /
. __ Erempeldee geimachanne23
Sprach bey fich felbft/ der meiner ſich zu Heilen/ /
Er ſchlaͤgt fich wund mir feinem Raub’ und eilen.
2
Halt ein du Nord / damit er deutlich hoͤre⸗
. Wiefehr er ſich mit diefer Fahre bethöre.
Was mügt es denn/ dag man fich fo bechöre/ /
Und feinen GOtt / und feinen Menfchen höre?
. 3. “
Duführeft zwar dte Braut mit dir zu Haufe /
Doch huͤte dich / daß nicht mit groftem Braufe
ger Mertelans / daß nicht mt grofiem Braufe
es Griechen Macht fie wiederbringt nach Haufe:
| —
Die — dir die Hochzei ſo berſtoͤren /
Daß man nachdem wird Troja krachen hören. |
Wie wird es gehn | wenn man den Feind wird hoͤren /
Den Seind / der dich zu Grunde wird verftören/
zZ
Wenn Pallas läft den Schlangen-Schild nur ſehen. 3
Wenn ſie den Puſch läft auff dem Helme fehen/
Und ſchon die Haͤngſt in vollem Trabe gehen.
$ 6
1 Dis wirſt wohl auff die Venus dic) verlaffen/
"Dich üben nur/die Zöpfe recht zu faffen.
Ach laſſe nur die Nymphen folche faſſen.
Dein Seitenſpiel bleibt den auch wohl verlaſſen
7: .
Das Venuswerck / bey frembden Weibern ſchlaffen -
Kandir alsdenn fein ſicher Weſen ſchaffen.
| | ER TE Was
z.4 ___Erempelsder'Keimgebäne.
as Ajar führt wirddir ein anders ſchaffen /
Er wird gewiß zudeiner Noth nicht ſchlaffen /
TE
Daß fraufe Haar wird er bir fo beſtrauben /
Ulyfſens Blitzen kanſtu nimmer glauben.
Doch / wirſt und muſt es dann wohlglauben.
Wenn Neſtor wird mut feinem Hängfte frauben
| 9
Wenn Stenalus nicht wird zu Haufe bleiben⸗—⸗
Der artig weiß den Wagen fort zu treiben. ist,
Der Rereon wird dich auff Hoffrecht treiben?
Tydides laͤſt dich auch nicht ruhig bleiben.
20.
So wirſtu dann / fo wie die (heuer Hinden /
- Bar teineg Orts dich männlich laſſen finden, *
Denn benn der. Woiff ſich blickend laͤ ſſet finden /
Ro bleiben denn die faſt⸗ erſtarten Hinden.
u
I
/
2.
1 1.
Achilles zwar wird was zuruͤcke bleiben /
Da kaunſt du denn die Luſt ein Weilgen treiben.
Doch wird die Zeig den Kitzel Dir vertreiben? J
Wenn Troja raucht / das wird nicht auſſen bleiben.
Exempel einer Pindariſchen Ode
| ausder XVL.Od. a2
San oder Strophe. |
| SR die von ſchoͤner Are}
N Schöner / als ſon alle Schoͤnen >
Die fo hoch gehalten ward/ ER
Daß fie Fan die Mutter bönen/
— * N i
J — *
Exemwel der Keimgebände. 427
0 Die dochfo wohl gefialy — — —
Daß der ganze —— rt
Mehr aufffie/ als. die / geſehen /
Die en jagengeben.
Ibbin ſchwart bey dir geſchrieben
Weil ich vormahls Schimpf getrieben /
Dich in Verſen auffgezogen⸗ 8
Und dich fozum Zorn bewogen.
DO ffe ſie nur ab / —
> Bafifie zu Pulver brennen, 3 | * br Bi,
Senck ſie in Grab| Fa
Daß wir Kellefpontuns nennen,
Mich hat der blinde Zorn ſolchem Thun verleitet /
Dev machet / daß der Win au⸗ feinen Schrancken ſchreitet.
Bein GOtt hat nie ſo entz undet/
Auch die Dindymene nicht, ı
Gb man fich zwar blind befiider /
Denn uns Phoͤbus felbft zufpricht/
‚Ob ung Bachus ſchon berbörer/
Ob men‘/ wenn man trummen hoͤret /
J Von der Corybanten Sand / äh
| Wird von allem wiß entwand/ /
Ben Doch Zorn ein mebres fsifften /
Und ung durch und durch vergifften,
| Gegenſatz / Antiſtrophe.
1% Jorn Der ſchadet mannichmabl;
|. Meannichmapl hat Zorn veefenet,
Rein mit Fleiß geſchliffner Staplj
aͤtt ihn Mars auchfelbfi geweget / a
richt uns fo viel eb ae
” Stuͤrtzet in das Grab) |
Als ein Funcken unſrer Sinnen
4 Unfeem Thun kan abgewinnen]
Nicht die wiederbolten Welleny
Bu iR 333 Re
S
/ “
126 Erempel der Keimgebandt.
Die um Seylla grauſamb bellen! ker‘
Ylicht die fchwefelblauen Slammen
Die Yulcanus ſcharrt zuſammen.
Auch der Donner⸗Gott
wird mit feinen Riefen-Keulen.
Gleichfamb nur zu ſpott
SoenFan ung viel eh ereilen. nal
metheus / wie ee uns aus Thone hat geſchaffen /
at faſt von jeder Ari / von WELFFen] Hunden) Affen.
Ja auch von dem Leuen·Magen
Anſerm etwas zugeſehtt. Kata
- Dürfen alſo gar nicht fragen |
Tas uns Menfchen fo verbeßte
Auch Thyeſtes ward verblendet /
Indem er den Sruder ſchoͤndet /
Ad) / wie manche Stadt und Land
fi durch Rachgier umbgewandt /
Wo die hohen Mauren ſunden
Zat man Pflug und miß gefun
Rachſatz Epodos.
Drumby Schönfte/ Mille jeät}
Weil die Jagend mich
“Jugend die nicht weißt
das der Tugend pri
Zab ich wag zu viel ſchrieben /
Kind Das Spiel zu hoch getrieben
Ey / ſo bin ich jetzt bereit meine boͤſe Sitten
Su verfluchen / und [meint Sicht) auch dire aWbzubitten /
ey Du nur nicht wieder Den / DEP die Sind erkenn
Seekig bin ich/ wenn mein Schas ihren dreund mich nei:
‚Exem-
%
k -
I,
RR Aunus läffer feinen Waly /
Km vergiffer ſeiner Hirten/
Die ihm doch ſo manchen Taa
Liebes⸗ Lieder vorgebracht/ Hehe
Dſt ſich meines Höfgens Zi _
Mehr alsjeneskoftbar ſeyn
| 2.
Ich will ſelbſt der Züter feyn
Memer Ziegen) wenn der Wald
Srennet / und die andren Hirten
Wuͤnſchen einen kuͤhlen Tag/
Keines hat er mir verbracht /
daunus / meiner Heerde Dich,
3e
Er giebt felbft den Blumen Zier
Und mein Dich Ean ficher feyn/
DIE und alles geht im waid
Ohne Auffſicht ſohne Zirten
Beine Schlange hat bey Tag’)
Auch Fein Wolff was umbgebreche.
a
Daß hat mir die Kunſt gebracht /
En Of
o denn ni ifrey ſeyn
Goͤtter ſchuͤtzen meinen Walz,
38 Exempelder Reimgebaͤnde
rt ey p’= f |
re 'ommet | meinelieben Hitten gs
Spiele bey mie Den ganzen Tag.
ö 5,
Komm’ auch] meiner Seele Tal,
Tyndaris / Die fey gebeaht
=jepe der fehönften Trauben Bier.
mb uns ſoll kein fireiten ſeyn
Fredemn Cyrus gleich den well
Und ſonſt alle Suftder Hirten.
6. -
2% Vimm die Keohnel Licht dee Hirten?
— Sey nur froͤlich Diefen Tg.
Trauren fey gang abgebracht.
Eyrusfoll der Aränge Zier |
Zeute traun nicht Maſter ſeyn /
oft v gleich den halben walo /
utſch ae
"Erfier Theil iR
J Borinmen ü
is Schi we:
ass: age re! | | 0
ochwuͤrdigſten / Durchlau
— ———— ie ren |
Bern VDhriſtian F% lbrecht /
—I Coadjutorn des Stiffts Luͤ⸗
N zu Rorwe egen / Hergdgen oh
Selten Holſtein / der. Stormarn —
* —* marfenı Grafen zu Sendung
Asp Au ‚und Del Imenhorjt 7
‚Se m. Ga $ Siem
ll * Wi⸗
J
777—
*
Siiee le
ethan /
iger —
u Die Mira —* —— * wird entrichten ir
DR > —
Teutſcher Gedichte
2 IE
——— Sürftin / und Frau/
van Friederica Amalia /
Erbprinceflin von Dennemard und Nor⸗
wegen / vermaͤhlte Herzogin zu Schleßwig /
Holſtein / der Stormarn und Dithmarſen / gu
zu Oldenhurg und Delmenhorſt/
Sean Gnaͤdigſte r
und Frau.
Bey gluͤcklichemenfange des rss ↄten ahres
gehet — ein altes ahr zu
Das nie) O groſſes pam / Eu feine
uloner funde,
Die nr die borget ung von al Guͤtern zwar/
iht und ſ all⸗ And jedes jahr,
Wer durch Die Tugend fich nicht aus derSchuld
fan
eben /
Der ſetzet ihr In and’ein gro es Theil homoeben /
Sie fordert ihre Schuld mit a allen Renten ad
/
Und bringet vor der Zeit den Eduldner in das
Gr ab /
Den, Kaͤrcker / welchem mie fin fein Shulbnesiftene,
8308 ihr uͤber Euch das — henom̃en /
Se hr / was ſie Euch ga ven ugendanl
be a lub abt mie Tugend guf 9
— —
—
!
een ar 17,
—— die Yn nang auf mehr / as ae an
ME ann
bt ſie endl
—
Die e tſi uch q en r 2
Sp machet Euch nun ſelbſt / nach —2 —
cin — un halte
J €
Bößeratun Sreuentigen | @
ER Aa in undFrauen /
auen/ riedericag malig/
b⸗Princeſſin vor Dennemard und
Dior egen; vermaͤhiten Dergogin zu Schleß⸗
— —— —— und der Dithmarſen /
auchGraͤfin zu Oldenburg und Delmenhorſt /
es anÄdipfien Fuͤrſtin
und
Wie derſelbe den I —— vbntfeberubnt
vard
egan
Enid haben alle ‚gingen /
Groffe Sürftin) :
er geledrte Mufen-Flugr
er dem Goncen Dean. 3
us den Klauen war gefloffe
dat ſich in dein Lob segofe *
DIERIINKELIIN
TERITTHITT
= |
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Mas bier —— Eu
Er Dir — Lieder ſchallen· si
Ales wo PA no Da 8
es gab ſi ir zuei
und mr sBAnk — gan — —
verknuͤpft durch
Sum vertnüpfe Dun DENE.
ie Zier der Er? |
Ließ durch 30 ung — u
er.in Dir mit danet RR
A .. — — NE
chen onigliche i *— ER,
26 in Dich geſencket Haben- Dun j 0 £
vr Ach wie war D Be bergt
Ser durch Deinen B 5* A
hriſtian der Fuͤrſten reis! MATT, au
er.in deiner Arme Kreyß
eeder — Den —
* — u ie
als Deine IE
Ourch gemeines Bepfpielt 8 et 1
un die ——— med ii: .
| ind Dicielbe zu Hedeugen | V—
fi jatein Dichter — J ei —
-
*
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— — — — ꝰ;? —— Yy 8*
—— Lied mit kein dir J
— Erſter Theil. —
Da babihden Den Sera
Derunsfoiches Heil gewieſnnn
Da dein Stüdftadt demPraͤneſt /
Unſer Cimbrien ſo feſt
In der Liebe hat verbunden?
Und die zwietracht überwunden.
Hier war lauter Myrtemgruͤnen /
und — Herbſtes Tage ſchienren
Echẽner / als der Lentz zu ſeyn / —
Wenn er anfangs bricht herein/
Und laͤſt die gemahlten Wangen Ba
Mit vieltaufend Farben prangen. PEN
| O was waren das fuͤr —
| Da aufjuns don allen ‚Seiten —
Lauter Gluͤck und fließt *
Jaein Tag / denjeder ich/. .
4 Megen Ewigkeit des Bandes m
| Den —— unſers Landes. klin
Alles ward Hier nen gebopte
Und erfepe Baer 1 abi
Seit fich Friederica h * ud ah:
Dem Sim ei genap't.
Deffen Finſtern ———
Kal fie nun Mutte nennek.
Reg tompt der item
| Etteffet anft der Erd ieb
ae neue BEN EA .
Fr befrä — — — x
aͤſt Dir a voLicht der Heinen / Ver
a GeburtesLirht wieder fheinen. X N
U; Sie⸗
MR : ü
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BT En
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— — een
—
nn.
« Eecutſcher Gedichte
—iebe! wiefich alles freuet /
Wie fich Die Natur verneuet /
Geren milder S cbooggebiert/
Tas Dir den Geburtstag ziert / | |
Gleich als wollte ſie darneben |
Dir ein klares Benfpielgeben.
Wir / wie billig muß geſchehen /
Wolien dieſes Feſt begehen /
Wir erzeigen unſre Pflicht / Be
HRir beehren dieſes Licht / —
Das Dich Fuͤrſtin / hat gebohren /
Has Dich uns zu gut erkohren.
Unſer Wunſch ſoll auch nicht fehlen/
Denn / wer kan ihn doch verheelen?
ãlle ſtimmen mir mit bed! 0.000:
Das nochein Seburtstagieh/ -
Ein Geburtstag.müß’erweilen/
Da der Heroſt ſey mehr su preifen.
| Dieter wird Dich Dir gebaͤren/
Und uns —— unſch gewaͤhren /
| Willigt nur der Himmel cin / |
So werd ich dor —V
In das zarte. Winſeln fingen. | |
* —T dein Dichter ſchreiben /
Wird ihm Nuth und Leben beiben / 2
Ser zwar jetzt nur Dichten Fan /
Kömpt dieliebe Zeitheran! ?ꝛ
Weñ hier ſelbſt ——
Hat er warlich nicht gedichteee.
dB
re 2
m
nn
_ Ertet Spell. __ _
——
RKein Wunſch /
a m.
Leu⸗ Jabrs Wunſche /
Dem ann, —— —
— Fuͤrſten und Deren: 113713
Heren Fuguſ Friederich -
Erwehltem BifchoffedesStifttes Luͤbeck /
Erben zuMorwegen Hertz ogen zuſSchießwig /
Holſtein Stormarn und der Diehmmarfen /
Scrafen zu Oldenburg und Delmenhorft /
Seinem gnaͤdigſten Sürften
nn. Und Serrn / —**
Ben glücklich angehendem 106ſten Jahte.
BR Of abermahldasnite ae yergatigen?
Siſt nun abermahldas alte Jahr vergangen
RD s nun ———— —— gee⸗
—— | biert /
Und Dich / o groſſer Fuͤrſt / mit ſeiner Sonne ziert /
Di Se m je —* hat
a“ rei pe re ra: vie j gen
Viel herrlicher geſchmuͤckt Dichy $ gr en
en pjangen.
Derüber alle Zeit den höchflenReiche-Sstab führt,
Sdenckt RER das fich Dur Feine eit
a u UPS ARHERR 2 OPTEREM
Das Land rufft Die Glück zu ein jeder hat Ver⸗
aan LH —
Don feiner Lebens⸗ Zeit ein Opfer Dir zu thun.
| We FöntergoffetaflalhierdeinDiene ruhn?
| 4 er
a |
rn
8 Teutſcher Gedichte
Der Dir ſchſelber fchenekr/ fein natlesrund fein 8
Und wuͤnſchet ſo Se an und Herk
Das nicht in dieſem Jahr ein u) vennöthen
Wie tönt er beſſern sun und aröp re Ga⸗
ana
3 IV. 108 Be f;
Durdlauctigfe Fürfin und ge
Frau Maris Sliſabeth/
lu
u erkogin zu Sachſen / Juͤlich / Cleve
Der. Si Prineeffin in Ober⸗und Nieder⸗
Laußnitz / verwittibe Hertzogin zuSchleßig / |
Holſtein / Stormarn uñ der Dithmarſen /
Graͤfn zu Oldenburg un Delmenhorſt /
Seine gnädigfte Fuͤrſtin
Frau /
Wie dero Hoch⸗ Durchl. den 22: No⸗
vebt Ihren hoͤchſterfreulichſten
eburts ⸗ ENT:
Beh feperlichft nn —
nis any du ſchoͤner Tag / —7— wollen Dich be⸗
Dich / Pen wird der ah
In — inge
I —V wi
— —— —
Te — EP
- — ——
Erſter Theil 9
Wit aßen et Gold mit T iamantenein, , =
Brich an dur‘ teuden-Tag/du jeittung ewig feyn/
Der du ein ewig Sicht den Cimbern haft gezeuget /
Derdu die Mutter ſelbſt deꝛ Cimbern haſt geſaͤuget /
De Mutter/die uns gab sum“ Baterihren Sohn,
Sen Sohn de Cimbtien baut einen neuen Thron,
Durch den wir alfe ftehn. Mein ganker Geift
OB gebe auf duch bes
1 genet auffer-fich Durch des Parnaffus Wege /
Ich fire eine Glut / Die mir im Blute fpielty..
Und —— roſſe Fuͤrſtin / zielt
Aufdein fo hohesgo Selhſt deine Kindes ⸗ Kinder /
Die Mufen/fpielen Dir viel Kalle und gelinder,
Der gantze Helicon erfreuet ? Fran —*
Der gange Caſtalis ergeufst ich in Dein dob/
RR die. gelehtte Blut nunetvig wird benetzen /
ENDE UfERMagd/diegamayda WIRD ſetzẽ /
Wo erſtlich die Yratur aus — — —
Und da der Sterne Dit Schrancken
DB — 4 eht.
SH Fürftin/derich bin ein Diener deiner Muſen /
Ich ſchuͤtt' auch ver Dir aus bein Lob aus reinem
en | Buſen /
Ich den der Vorwitz trieb zu jrigen feine fick :
Und wag o Sürftin/ thucdieFühne Demut nicht!
Dee / bſie gleich mur Priecht und klebet an deꝛ Erden⸗
| Dutch eignen Vorwitz PDS um Schau
nenn ge, fpieliwerdeny. |
| AR Ihren Vorſatz auch bracht’ endlich indie That /
War hier nur ſo viel — ſie viel Herhens
—— dhe..
Gr ER Doch
J
\
ao ____XeitfiherWeniäte |
Dochrachimer giebet wohl den@ulenAdiersAugen/ "|
Die nur bey finfiver Nacht / und nicht bey Lichte
Bine |
taugen?
Welch ſterblich Auge faßt Das SoñengleicheLicht?
och ſiehet man die Sonn auch ohne oñe nicht |
Fl leich ihr heller Stans Durch alle Lufft erhöhe!
| nfichr@ie boch / was hier in tieffe Thalern ſtehet.
on mahle war allhier Ihr Bildnis auſſ Papier⸗
b ſchwartze Kohlen find Die beſten Farben hie |
Sie kan ja lauter Ceht / ich lauteꝛ Schatten / geben.
Die Sonne mahlet nur fich felber nach dem Sehen
Die alle Farben zeugt/und allen giebt ven Schein |
Sie prägerihren Diane inunf’re Seelenein. |
ESey tauſendmah gegeügt/ön —
ber⸗ |
ber: San
Du wahres Tugend⸗Bild / —
Du Koͤnigliches ind! des HimmelheherSta
Auch von den — den und
Aftraa gab dir felbft den Anfang zu dem Leben
Die Froͤmmigkeit hat Dir die er e Milchgegeben. |
- Die Mufen hauchten dir ihr milbes QBelen ein |
Die Stiene leuchtete von hellen Tugend⸗Schein.
Die Siirne /die / gleich wie berHime ſeinGeſtirn⸗
Die Schönheit/porgegeigt und Weißheit im OR
| REN. 2 irne.
Das Antlitz iſt / da ſich der Seeie Schauplatz zeigt!
ie Augẽ FRA ch die Tugend A eräugel (gl
enFilgen Wan⸗
VE N ⏑ —
.
jemahle den Purpur ab / auff Die
In welchergar efonft die groſſen Fuͤrſten pra
\.
iſt /
— spe 3:
' Die Sarbe seiat jerechtungefi
3a an racht / und fche färben BG
—6 in
Dein u. wurde hier na nach Fahren nicht gesa
eaımit Yoheitgang ale
et /
der ewig iſt und nach dem Himmel
meckt /
je war zum er at Fein meingig Biel gef,
$ eil him Ai, — Seiten.
emeiner Sin la urch Diefe Schritte leiten
Di ige ftellten — Weſen dar
ie hi ſte Ju
——
De Be Kindheit ef aſt ohne Kindheit war.
Ba die fi ae heit: Probey
re tete/ Der mufteDich auch [oben
8 quallaus — — reicher Nektar⸗See /
und Mund hielt nichts von bite rerdfoe,
ie
tmuth war in Weste un in Weꝛckẽ /
Vey welcher man allein kan wahre —
Das Antlig mahlte die den Fruͤhlinga
Die Bruſt
ie war ein Paradieß der herlerd ſchen Luſt.
Die morgent
DieBienent ko
er ſah'i
othe der Zucht — aus dieſen
nnten aus A fangen.
in Diedie Tugend wundernd an /
ieihren —3 — u. bequemer haben Fan. '
ie mancher
re am hier / © uͤrſtin der
innen /
— den heſtẽ Schatz —— gewiñen /
an er fafon füche” an dir das goͤldne Fließ /
5 ii
n jede
eit ve Su hier weh aret ließ?
*8 Te
Der”
we
u ee —
eutſchet Gedichte
Der Fuͤrſten Preiß en tik fen eben
Das fehöne Cimbrien fo ficher — er
Bft ie durch feinegiem/beruachf DIE feine Hut
Der führte dich Davor in die. Eipfen-geher!, ⸗
neigen fich für Die der&iuber Hure
Sie Dumit Deinem Licht’, oNymphe aſt erfüllt."
Der Neſſel Siebes Brand har Raute hi
GpPaar / den!
—————— Geiſter —
So die Vollkommenheit auch febft nicht konnte
| —s— ER
Daan die Mißgunſt ſelbſt auch keinen Tadel fand.
Des dandes Seel undbLicht / — wahres
in PART OR N. |
Seit dem das fefte Band der Höchfte hat getrene⸗
} And ung daseinegicht den liebe Schein me tgoͤñet/
| ar Eimbrien war wohl in geoffes Leid Fer
och ein Troft iſt noch da / der unfre Seel et90
| Aus feinem&arge entftehn Die ewig geruͤne Reiſer
| Teil Titan lauffe wird Durch) Die zwölf Himmel,
a
So wird auch Cimbrien durch hen acherhu
| | RR f
Es wird fein ewig Lob zu Feiner Zeit vergeht.
Des VatersGeiſt iſt ung im So ne neu geboh%
Pleibt uns nur Chriftian / ift Sriedrich nid)
—Aã— dem daß Er dem Vater ahnlich
‚Such Ihn hatCimbrien den höchften Grad er⸗
— ſtiegen /
| id har Rauteh ee t
Seteen gleich'geich unvergleichtan.
flellet Er uns nun zroiefache Klarheit dar ⸗
u
ne A un EEE Tl
— “ii, u sn
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En ee ei
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N — — beere
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— durch die fe —3 nit Ihre Sie
Was hi | —— —* ——
4
*28* * — * * Eh In ns |
“ "Dita, Fauͤrſtin/ muſi ——
Diſeldd an gehehrn die Stunr un — — ve
den
dein Geburtotag miß uns Ei eig,
Br
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| eritom deTag vond
ieſemn
roße Tag / duch ber en wi⸗ Fate RR
Der sales fe Re are jemahlg om ——
Durch
— *
F
%
30 lalle / Fan ich nicht mit vollem Munde m
| SG:
a ee EEE
14 Teutſcher Gedichte
Durch dieſen ſte erf feft das allgemeine T
Und alles lebt / das hat an ihm ſein heil,
ch / der ich neu ichnochf 3 in die. Zahl der Dein
ind / dem der Cimer gi Se eh Re ae |
Ich miſch auch meinen Sonund armen und
rein.
Will allgemeiner Freud’ ein Fleiner Anhang ſeyn
Wie /wenn ein groſſes Schiff auff ae Seen
gehet/
Wo bald ein guter Mind mi fo Saufen |
we
Bald / wenn Neptun erzuͤrnt / weit SEE Mer
Ein ſtarcker Nordwind ſurm / und mit den See⸗
ne] U Ma,
Folgt ihm ein Heiner Kahn 1, un wibe
So werd’ auch ich geruͤhrt ina de |
ao ? ein fchle — gebe was ich kan /
Ass tter nehmen auch der Armen Opfer ia”
Sfija fein Weyhrauch hie / ſol —
nd Vutter / Sohn / undLand in ſteter B
ap Himmel/viefes Feſt ung tau Ale
Der Sriede wohn’ uns bey.
ri rauhe —— ni tn *
1 en "pe
= |
‘ Ober —— — Ertz und
| ſeyn /
| Der Sim fiber ſpricht in fr Ja darein
Durch — Sürfin und rau)"
Fr. Kriederica Fimalidy.
Erb⸗Pri ceſſin von Dennemarck / und NRor :
wegen / vermaͤhlte Herßogin zu Schleßwig g / Hk:
ſtein / —* Stormarn und der —
— Graͤfin zu —— und.
elmenhorſt /
Sun ehem en
ie Dero Fu
on dem höchften nach Sngereenem,
| 1670ten Jahr / * nn jungen ——
eeliget worden. J
Buff, und- eliton:.,.
Rau, fe Deren ——
Ergieſſet euch in ne eue
9 ebet — aus euren, ——
übe —* meinen Geiſt /
in ſich ſelbſt von Luft een
— mbrien/befränge Dicht
Det au ein Himmel dich anlachet /
er auch im Winter r dich / und |
—— —— mad |
urch feine Gunſt gezie
— utter uns gebiet,
Tereutſcher Gedichte
Willkommen großes Sürften Kind! ⸗·
Zillfommen, Cintriens Derlangen! . .
winner
Has; einen neuen Schein ge
4
ðieweil es dich nun fan umbfangen 7
Eimieder fället dir zu Fuß’ |
Und opffert dir den erſten Gruß.
—— hier ben deinem wiegen
Und dauchen dir die Sanfftmuth ein.
Aſtraͤa ſelbſt hat Dich ans Licht
Sie bildet Dir dein Angeſicht ©
Und Dir ſich ſelber eingepraͤgt.
Die /ſo der Cimber Fürften-Bluf
Zu keiner Zeiten Zeit verlopren
Die fich/ als wwelcbebiet au Hanf!"
In Kindes Kindern breitetaus. —_
Mich duͤnckt / ich ſeh an deiner Stirn
Ein groſſes ungemeines Weſen
Und trüget mich nicht mein Gebirn ⸗/
Kan ich den groſſen Vater leſen /
Der fich Hier als im Spiegel — ans
und in den Augen ſich traͤugttt
——
5 NL ULLI
apbaGus mi Be MRS |
zii tanfend Wünfch’ und Lieder fliegen · |
Die Sratiendie tanzen preind, ul
Aus deiner Mutter Schoof gezogen] /
Du haſ ihr Nektar ſchon geſogen / a
Sie hat die Glut in Oir erreg //
ugend ais dein erbiih Stk |" U)
ft Dit zugleich
ee
__ NER eyhen . 12
Seh febe ſchon der Inter Ga
Yuffdiefen zarten Wangenipielen zit: 5 212
Die Dich ihr erfics Bildnis peipenn ousi so
Und laͤſt die Augen auffdichigielenzu-- Alte
Sie enden Dir die Straplemeinir 19:5 5 IUBE
Die Koͤniglich AMSöLtlihfenn. ic ın. 130
Sie dBrädet Dich an ihre Bruſt u
| Tor ren’ hiemt gir einzudeüdeny INTaETR
Sie nennt ich ihre lebe ruftt
ı BDufpeifeh emitFreuden⸗Slicke u 00 nr
ie mit gefttettenQicmen mistuz ®.645
as Lieb/ doch unermeßlich i fßfßfe
In dir geht dein Geburts⸗ Stern auff / a
win dimmel WirdinDirerpöhetn ı: Ant:
Was gert uns der Planeten Lauf? NER
Dein Gluͤckſtern / der in dir beftevetr NER
Entfte aus zweer Richter Schein / SIE
Kein Drachen Schwantz der ſchadet hier /
Weil der den Drachen⸗Kopf zertreten/ *
Faſt gleich gebo ren wird mie Sir 0
Kein herber Magatifpier gebeten Pi ui GE
Beil Sriederich Dich beftranıty union: 1 108
und Dich mitgeiedens-Farben mapıg css
Es dat Saturni Sichel nicht ER
Die Lehens Pforle Dr cr
Was ſchadet Dit fein fcheel Geficht? -
Laß ihn nur ſemne. er freſen
Und ſhielt gieich fein gepierter Swein /
So wird doch mvte DELETED ch Die
N
Teutſcher Geſchichte
Die Tugend⸗Bilder / die in Dir /
Is Sierne / ſch geſeket haben
——— FORT:
Die Fürft-und Königluben, Gabens |.
⸗ J
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on fo viel AUpnen her gezehlt /
Die Ieben bier in Dir vermaͤhlt. ul
_Quwals ein himmliſches Geſchlecht
Buſt ſelbſt zum
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n Stern’ erkohren 10°
euen Stern’ ;
Der Sterne Rathiebluß. patfein Fecht /
dem, washimmlichift/verlohren.
Ei dienen Dir / daß machfiu wabt/
Weil Duuns machſt ein neues Jah
O iebe / großes Säle Kid yo
großes Sürfien Zuund
ndlaß in Dindie Elternleben/ /
wir wollen Beinen Kubmuek (Denn
Sept fpielt dir. nur der Muſen Eho
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Bemeine Wiegen-Lieder don ia mi 7
Du h o groſſe Sörflin Dun
ir ſehen einen Wunſch darzu /⸗
Der / ** a *
ernerm Slüdereiherfen 1.
U) auff Reu⸗J— allzeit nen!
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Durchlauchtigſte dᷣrinceſſin und Frau⸗
Frau Fiſederica Amalia,
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Erfter Theil
Gebohrne aus dem — Hauſe *
— ROHR verma Ie —— zu
| a Seemann
Dem Hoc fürn ken zen Gpuorfcinen
SP! bat auff Cimbrien ———
Das, non ein&tern! ———— neue ehat ver⸗
Dieweil der immelSyH — —
Da doet ein oͤnigs⸗Ki en m ger
So — nbedand nbonn
inw — — —
Berne unſte Luſt/ der unſre Wuͤnſche ge IK?
ö a n/undau n
uſſer Landes jetzt / und auffer.mir-geftellt;
alles Gluͤck age: ale e We
& ab mie Sam Be msn |
a efenun Beinen Sn. |
Ba n
168 io pier ſol |
ch.ge kai feeut Ak ee iR
Es ward eben vamahis der Rente Dem
ctiſche Prink a ger bohren, AT
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38 reife Gedichte
| } Ä URS m Wi VM. ins $ — IT
TEEN ZEN > a ; Andie SR HIETIN
a Durchlauchtigſte Furſtin / und Fran⸗
Frau Magdalena Sibylla /
Gebohrne aus dem Hoch⸗ fuͤrſthHauſes |
wig-Holftein , vermaͤhlte Kan urn
fenburg Fuͤrſtin zu Wender Schwerin/ u
Ratzeburg "auch Graͤfin zu Schierin / der
—
- Sande Roſtock und Stargard Srau/ '
reine gnaͤdigſte Fürſtin
sat na amd ara nun ed,
Als fie in Roſthck / nebſt dero Gemahle / und an⸗
dern Hoch⸗ Furſti. Verwandten / angekomen.
SEHE deinen Graͤnzen.
Roftockrdeinen Mond auch glaͤntzen /
je dein groſſes Sonnen⸗Licht ·
nun/ was dir gebrichtt·· eng
Dich beſucht der Götter Srden.
Und du biſt zum Himmel worden | J—
Alch was ſchoͤpffen wir für Wonne /
Fuͤrſtin /aller Frauen Sonne *
ie In deinem⸗ ertzen od
——
Sein’ auch gnadig deinem dichter.
Künftig, düncft mir / werd ich ſehen
Eine Sonn’ aus Dir entſtehen
Sch ih nicht die Morgenroͤͤh 12 *
Und mas macht dann dein Poet? daen
u — ———
— — — —
„u
*
J
|
Dan wird ſeine Fauft befchreißen/ . -
Was auch fo der Nacbweltbleißen.
Unterdeffen laß dem deineny |
Jran/dein@naden-Qintkg cheinen / J
Zwar / ich fig’ intieffer Gruft, BR:
Du ſteh ſt überalte Luft, |
Doc Cs fan der Dichter fingen Just
Auch den Mond vom Himmel beingen
— —— —
⏑ ——
in eines Freundes Nahmen.
Crrſt nicht mein Thun zu ſheſtten?
Iſt dein Knecht nichtalizu kuͤhn /⸗
— Ts
Auf Dich Die Feder ziehne os.
dler arbten keine Müden, '
ulen kommen nicht ans Licht /
Ikars Fliael gehn.in Stuͤcken ⸗
Wenn auff fie die Sonne ſucht.
Das Geſtirne deiner Stirney
Deine Koͤttligkeit und pradtr
Sehet dicht in mein *
Deiner Augen Klarben maht/ |
Daß ich des Gefichte ver fehle/
Zut meinichlechtes Haber giohr ⸗/
Und die heiſchre n Kepie —2
Dicht nicht (rein Fürfien-Hpe. }
AN® ä ul. J BUG IE:
Hoff⸗
m nein N en f ur 4
Die ei 38 4°
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Du Du ermüinfebtes Gouterpfand." 3 bad
Kinder wenn ————— alle
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Faß dir ur om —
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Das aus deinen Augen ſchein u m ©
SIE auch meinen @eift genefen, —J
Denn Du biſt der Demuth ——* Ri mn
So De a cum u deine 2 —
Dei Yih- ee inter as HRS
dler die dur al FinkcigeN
aben einen gr bein. 9:
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In ein ſchwarkes Tu —2
Und die Trauer uͤnbge
Dawirdm ——
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So hat alles, afft Ban and al
ER Da finder Sanfmuh
er. Die ein Fuͤrſt den Seinen weiſt. A
EERNIIEE Br .
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RErſter EBEN)? 25
Dieſe Tugend iſt dein eigen
1 Darimbmanpdich Goͤttli fihänt/
Das tan alle Welt bezeugen)... 0
Dit dich ihr um Benfpielfent/ | 00
Und wer wilder Haben Menges:
Die in Dir — 3 ;
Vecht erzehlen nach der Lange?
- Hierzu binich nurein Kind.
Auch Die Buͤrde deiner Güte
Drüct mich dir zun Füffen Hin /
Herr] die bindet mein Gemuͤthe /
Das ich dein Gefangner bin /
Wohůhat iſ det Seelegeffel/
Die auch mich bin zu dir zieht
Mich verient ein Brand der Reſſel /
Wenn mit deine Roſe blüht. 1.
Nimmermehr wil ich ver geſſe//
Masheinarofet Darm EAN
Deinem Knechte / ugemeſſe nic
Bas geh’ ich funDand dafür? © 1:33 u
Sb mug flets ein Schuldner bleiben: /
Denn die GuttHatift zugrokr 10. 090°:
Laß auch mich. bey dir betleiben
Held / und ſchleuß mich in den Schoof.
Qu biſt ia geheimer Daten IV
Und zugleich der meine mi ms
Dur des Baterlande Beraterin ic
zu die nehm’ichmeinen Zritt/ . u 0 >>
De —— Inn?
edem Schiffe zeigt die ah | =: 00%
wi nn 4 Meles
11
Seutſher Gedichte —
ö— — —— —— —————————————
Welches Sturm und Wind umbzaͤu net /
So ſcheinſt Qu / Fuͤrſt Ehriſtian
Wolte Phoͤbus mich erhitzen
Und mir / für den Gaͤnſe⸗Kiel/ er
Eine Ecbwannsgenerranigen | Ken
Könnte sa mein ſple⸗ tes Spikl " —
Moch hinfuͤro etwastangenn — u 2
Toll? ich deiner TMgend Zier —
ESchwer ich bey der Ruſen augen /·
Immer preifenfätund für. nd Din nu
Helffet doch: ie Diehrer-Qärtee >
Doch was hilft hier ein Gedi 2 Bi —
5 EEE ER tt ir J
Faſſen deine Hoheit icht NR.
Du wirft durch die ch ſelber daur en / ar" =
ei na will den fit ni
Schon mit bei e mild,
— erbte * ai @
Die ſe Deut dem Srabetruß fi): an J
Heiden / Lehrer / und Poctem >31) u oh
schen feets durcdißten&Sehugr \ı us
Caͤſarn —— J 4
Niemahls in den Tod g —— ann 1 05
Diatomirne ango shares. in Oh
aro kieat in feiner acht. id Ma!
Mun ſo wirrh dir denn ſeben gen /
Serr / mein Hertze / meinen Danck
Kan ich ſelbſt nicht einm venden
| Sch merd/i &.chelangt x
SAWEOUmImA CIE ©,
3E 3E
J —x
ee
Par *
Erſter Theil, 25
Nicht auffein a SUITE EN
Sind von meinen beſten Sch —V —— —
Dieſe haͤg ich Dit zu gut
Unterdeſſen ſey der Himmel
Deinem Haufe hold und treu/
Er verhuͤte Kriegs⸗Getuͤmmel /
Schaffe / daß ein ieder ſey er
‚Segen dir in Lieb’ engündet..
Es erfreuet ſich das Land/ —
Weil dein herrſchen iſt gegruͤndete
Auff den Stand und auff Berſtand.
—— ne —
Pe"
Gas %
ann ran2e2 BÄNDER 2 X ai bare,
Durchlauchtigſte Fuͤrſtin und Fran /
8 Ragdalena Cibplia /
Gebohr dem Hochfuͤrſtlichen Hauf
SeigColl rm Drkam
| su Meckeinburg / c. *
Meine gnaͤdigſte Fůr ſtin und Scan,
Wie dieſelbe der Hoͤchſte GOtt mit einem
jungen und hoͤchſterwuͤuſchten Printze
beſeeligctt.
DIR berfür du / neue Sonne /
Und beſtrahle deinen Kreise
Soohn des Himmeit / unſre Wonne /
Und des Landes Zier and Preiß / *
5
26 ——
— — TOTER
Laß bein een oldes —* ker —
Wierf dem —— einen E
Wir find deiner Sonne Mond. J
Siehe / wie ſich ii
Und zu Deinen ‚Dienft N
ie fich meint — get/ “N RA
ind MD emutg nieder te 4
— ja 2 ns
und mai DONE EI hirt —
Schon ein Aa! Ktı ns mar
Tanter Ma⸗ fett dir
Du aebiereft taufe —*
* —
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Jetzt an einer Fuͤrſt?
nue wpieDpinfehreN? / Kr)
Duhm Ken an Dieies über N er
DTebe/ gro tt Car |
Carol! rufft der zei
u Auszug dei
8 und ber Eltern: pe
Ser eiwiedenLintertbanen.
Fentdie Freud im Hera En quite‘ A
Aue ——— lauen / BR
Diiesı was ſich freuemtanı /:
Ternet deinen Rahmen Wauen /
Giebt / ſich zu dienen am ·
Ü 2
am
Yr |
| vi Erſter Theil. * *
Alle Waͤlder / alle Wieſen 1... |
Ruffen deinen enaus/ / MER
Carol/ Carol / ſey gepricſen
Lecbe / Carol/ und deinẽ — s) Be m
Alle wuͤnſchen Gluͤck und S DI
Daß du / biſtu gleich noch Klein An
Mögeft bald die er
Undeingroffer Carolfepn. f v Hr Bi: |
Mun iſt alles Leid begrabe /
Weilmwitnun/oPrinz/andit: — *
on neuen Pdonirhaben RR
Der nach Jenem ——“— AN
Diefen laͤſt du in dir leben / Kl
Undin dit lebt SCEFTNIAANE
Du kanſt deinem, ater gebafi
Daß er nun nichtfterben tan.
ie fe’ ich die Mutter bangen!
Indie iehe Zuftund ARTEN.
In den zarten Armen angen) er
2 BAER et fie den Gaſt / — —
Wie weiß ſie — Loge
Tauſend Küffe ae
..» ”
> w.. ) t
Dir auffdeine W — TE ———
Owie liebe Ai uud Dip! — en
Künfftig bein rohe Dater BETT
Leuchten me Ir
a. aterl de Berat Hy |
r / des Himmels Luffu um Bley |
der Atlas unfler * 46
Re Kleiner Carol ſtehſt / le
2 za ee ee ET N. m
28 Teutſcher Gedichte
TEE EEE ERTL WER I AUCH
Als ein Herctules zun Seiten / —F
Wenn er wirdderZafterlöfl. tu
Waͤchſt der Früßlina deiner Jahre / J
So waͤchſt uch die Luſt mit di Ba, tl
Bas ich iegt an Liedern ſpare / tan”
Wird dann wieder neninmit/- —
Dann wirſtu auch koͤnnen leſen.
Was hier ſi nr dein Por 1. Ka
wie ſein Geſſt ſo froh geweſe _
Der faſt auffer ſich sent gebt.
Was für Feuer wir ſtu fühlen, 4*5
Wie wird dann die Mutter @dN- . : 6
Ihren iungen Hektor ſpielen / NT
Und ihr indie Arme gehn! N
Hier find Degen / Pferde Wagen / l + 90%
Und du lerneft alſgemach —
Die Papieren Reuter ſchlagen / sn
Ahmeſt ſo den groffen nach. " a
Seht der Srihlingdenn zur Neige / i
And dein Sommer koͤmpt BER ur
So ermeiterffu diegweigel - x?
Und dein Stamm währt Duelan
Spreite dann die fehönen Felſer /
Streue deine ſchoͤne Frucht / F
Uber Leute Land und Haͤuſer / —
Denn fie findjadeine Zucht. mi
Dann beſchirmſtu ihre Halmen / er
Fuͤr der ea Zotanned / EEE |
ar fg
Unter benen Dopen Palmen /
omme tie eben, Hat fine
Und fein ointertrüpedig! |
Das mußnoch dein ra *
ndich
— das Bold —
3 are u
ften ur vuenF IN dusſpo
Fun imn die ml x ne
Site Dave pi —* Biene Dez
une mi nor HD Me GH N
Und ie een FE bismndeı *
Vater andtz Erbe‘ une
Same mat — e/ lebt /
EE alle / keiner ſterbhe na
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Dt a ar andern 3
Sue — — Gnade gebe/
| Ir mein Lebelang. ? 97 \un? nQ@2
Rom ich jent terein) - *82
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Diene Bm Hr —* a
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Dir / deſſen heller ——
Dem ind dehe in — em je
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Erfcheine fehone
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Die ung dein Licht gebracht. Der En b
Wird nun Pe —
Es wird mit dir / oFuͤrſt di N were
ie freuen fich / die dir den ee
Sie nennen dich ihr dicht / I oh
Der Tagı der dich gebiert |: sehn inf
Davon ſie Dir — —* r *
Daß deine Lebens-Zeit ga Balearen,
—
Und werde w iederumb Dur:
Vergoͤnne dann auch / Hert⸗
Durch ſeine Lieb / und ieh us ge
—XX
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Erſter Theil,
— NEU 38
Dir auc) an frembdem Ort erzeige feine Pflicht,
38: Tr Kr Sn
„daß Being, Gunſt
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Gleichwie dem are nicht
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Aufn Sec-gürfl der.
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3109
ae Teutſther Gedichte
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Kot Pocgeibtet Lug} Sb Vinamgire
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Poſtulirter Coacutot des Stift Fübe)
Erbe zu yonehtn WERDE —
/
Holſtein ver Stormärn ind — en
a ir 0, Oldenburg und Delnenfoufty; =,
Unfer gnaͤdigſter Fuͤrſt und Herr⸗
Sampt Ihrer Hopeit, verodurchlauggs
igſten Seahlin/ 7 07
| Grauen DS EICDETICO RE AlIn/
te und
Erb⸗Princeſin von Dennemard un
ca tokipegen/ eilt... 0...
Unſrer gnaͤdigſten Fuͤrſtin
und Frauen / TE
Nach glücklich gerhloflenen Tra&targn/
in dero Erb-Unterihänige Fuͤrſtenthuͤme und
Lande wiederkehrend/ in Kiel erfreufichtt *
MUNG 1377 angelanget; | amitzit,
Im Nahwen der ſaͤmptlichen in Riet
| EDERISEHDIFENdEN, 2 J ix az,
ERſcheine denn / du fehönes Fichte,"
Durch tauſend Seuffter uns ergwungen/
Mit tauſend Liedern nun deſungen *
Erhebe / Kiel dein angefichtr > 2:0 205 g
Weil deine Sonne ven Verlangen//
In deinen Granßen aufgeganzen..
Tritt auff / du froher Muſen⸗Ehor/
Tritt deinem Phoͤboe min entgegen.
Er dringt dir Wohlfart / Heu und Seegen /
Er bietet dit Hand Herß/und Opt,
| | C J Er
—
36 Teutiepengbepiche |
Ertilget nun Di — nn
unddir gehtaufei heuer MOLAEN« „.
ESð wie das Licht die erſten Strahlen.)
Her ſinſtern Welt ſleag an zumahlen /
iedie Ratur |
SH geht dir nun die Nacht verlopte
.“%
Lan du wirfßwiede neu gebODEN. .». +
"Ed iaucinenuni set jmichnenfant
Es muß ein meer von Freu en flieffen /
tnd aue Geiſter ſich rgieffen?
grumb greiffet Spiclund Seiten an /
Frußfft / daß der ganke Belt erbebe /
Fuͤrſt / Vater Thriſtian⸗Albrecht / lebe!
O / wer beſchreihet unſte Luſt! —DJ—
gie nicht ſich ſelbſt / nicht wit begreiffen /
ir konnen Schall und Woͤrter Hauflen /
je Wurtzel ſieht in dieſer Bruſ//·
ieredet mehr / ob wir gleich ſchweigen /
Und ſoilvon unſrer Liebe zugen.
So laſt uns nun das alte Leidn hr
In Lethens tieſes Grab verfenden/ ⸗
as ſoll uns es die Sinnen kraͤnden / 3
gen der.aemeinengrüligteitt:
| Tpennzitanfteige mit einem Wagen /
So muß der Rebel ſich zerſchlagen.
Daß nun die Freude groͤſſet ſey ⸗
So koͤmmſt au HDu mit Holden Gucen 4
A—— enn I: 74309 |
u 7
,
—
EAEAfter Pr
Uns / Landes⸗Mi
Jutter / zu erquicken/
2Bikopffern Sörfinyunftexvehdy..,.. €
Ofriede / binde beyde Haͤuſee
Es wahren Stamm und aue Reiſer Rama)
Komm! Fried in unſer Derk’und Land /
Komm Himmels⸗Tochter / komm o Schoͤne /
Komm / daß uns deine Hand bekröne *
| Samım /feD auf eiwig unfer Pfand! , =)
2ch/lap une deine Ströme fieffen? —
Ach / laß ung deiner Frucht genieſſen.
Auff dich beruht des Landes Hut,/
Auff dich muß fich die Wolfahrt gruͤnden/
Dein % iebesseuet uns entzuRden/..--
ndirifkunfergröftes then, / Na
In dir iſt alles / was wir haben
Das koͤmmet uns vondeinen Gaben.
Sreit uͤber uns die Flůgel au/;
Zaßz uns / befreyt von Sturm und Blitzen /
In deinem Schooße fich: 1
Te
as ſich durch Dich in fiherhöher.
und in den Erben ey iaftepe! 2 N
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Durchlauchtigſte Princefin und Frau /
ran rider male,
10) LP u Eier #4
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Secerutſchet Gedichte
Gebohrne Koͤn Dee
ennematik/: Ben *
othen / vermaͤhlte Hertzogin ei ‚ns
ſtein/ Stormarn m uͤnd Di
ann Gräfin zu Dldenburg und 7
XR N an IM %
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Matien. m eat abeth hen⸗ 9
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— hl, 110 DE
Sn) KIEL Ih Th aıgela —
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BRM$H: Särfintaeb pet N —
— Se. — *
Leih' ein anad ig Ohr au höre, ni el nd
Was Dit une Lieder fingeW/ . ...4 00 #9 N
Die dies — een | ngen. nr nd
eine —
von Konigs⸗Blun rg |
at — zum Thron /
Sie der Tugend⸗Kre i66 efchloffen
Die durch ſich viel hoͤ ——— |
We n ſie ſich zur Zie neiget
——— u
Seht
| an die tieffften Thaͤler fallen /
Gebet ee gleich Hoch herein’ En —— —
De ea IR;
Laß uns deine Bude führen. —
Ihr au ı® Durchlaucbtes —* |
Diefes gro " en —A %
—J nt Baal...
Ihr / cin Auszug ceder H — en
Rehmet mit geneigten Händen 5
das wir eurer Gunft berpfi me ii r
Eute Muſen / die Euch hie gan
So v viel Lorbeer⸗ Reiſer ſeen /
„dielee Könner | *
chaͤtzen /
Gebe
Die te eitbermipter.
Angenedme BeiftesFütchte,
Euer Ruhm folt ewig fehn /
Fi * pi Seo Ye eiten/
F gend Beyſpiel ſe
dien md Beil wird ıch begleiten /
Unglück von Euch fliegen /
Euer Haus wird ewig blühen.
a tie groſſes Fürflen-Hausr = ,%
———— inder / blͤhet
t Stamm und Heiſer aus/
eil man dieſes Licht. noch febet/
A alle Nachwelt kenne :
\ Um ie. groffen Abueu nenn. { — |
UND: lt: Ach/
*
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38 Teutſcher Gedichtt
heran /
Ach / wenn kommt die Zei
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Ach / wenn wird es doch
Daß noch unſer Pindusfan rc. ©.
eben Euch den Vater ſehen un
So wird alles fich ergielen/’ _..
Und ein@trom HonFrenven flieſſen.
So wo wirbaltewasfibreat/ ...
pn mit voller Bruſt umbfangen /
ver ein treues Derpe trägt! u.“
Wird entzündet mit Berlangen! ah
Kompt nur ihr geroünfebten Stunden q
ns zu beilemanfee Wunden! "7.
Komme Himmels Tochter / ae ——
EHIEDE/ Binde Herz und Sinnen!
Laſſe ung nun allgemach
Einen neuen Schein gewinnen
So for, unſre Pflicht zu zeigen
Unſte Zunge niemahls fehweigen
I
XV.
⸗
* S
—
er — a
Glüctwänfchender Zuruff/
Dem Durclauptiaften Fürften und Herrn /
Herrn Friedrichen /
Erben zu Norwegen / Fürften zu Schleß⸗
* Hölftein / der Stormarn und Der
ith marfen / auch Grafen zu Oldenburg
und Delmenherſt ⸗/·
Ben dero giücklichen Ankunfft in Kiel.
Imiahmen der ſaͤmptlich daſelbſt
Studirenden. Will⸗
J y\ E — —* —
39
OR nen! groſſes Fuͤrſten Blury
‚Bol Himmel’ Geiſt und Helden Muth /
Der Eltern Bild / Preiß deiner Ahnen /. 7 Erlen
Die Die den Weg zur Tugend bahnen 4... /⸗
Laß deine Mufen her am Deu! Sg)
Den Ruhm der Dir durch alle Welt
a und ferner fich wird weiſen /
Auff deinen eignen Huͤgeln preiſen.
Sieh’ hier /wie alles ſich erhebt /
Und durch die — 3 t Ant
‚Dier ſchallen lauter Wuͤnſch und Lieder /
Und alle Waͤlder wuffen wieder,
Wilkommen / Sriedrich/und mit Die
Bluͤh ewig unfer Sriede hier! N,
Lab / theuver Print / des Landes Leben /
Uns Dir zum erfien Opffer geben. *
Dein Morgenſtern / der ung anbricht /
Vergroͤſſert deines Barers &icht/ 0 -
Der fich durch deinen Glank verneuet /
Der ſich ob deinen Gaben freuet / so
Er fieht in Dir / du groſſer Sehr... - 1...
Der Weißheit Licht/der Tugend Thron ⸗
Der Anblick felbft zeigt uns von: weiten /
Die fhöne Ho nung göldner Zeiten.
Wir nehmen des ein grofles Their /
Auch Du biſt unſrer Mufen Heil ———
it find zum Theil auff Dich gegruͤndet/
Weil deine Guͤt uͤns Dir verbindet /
Was Fridrich erfklich hat bedacht/ /
| dein Here Vater u |
‚Davon wird Die dein Nuhmauch bieiben /
Und alle Welt wird unterfchteiben, Wie
*
RR BR | | |
m 4 Mi a —* —— —
— gute N = — 8 *
Die hied der Eu ge
So ferne kucen Sum — a
Spricht“ ran / dies iſt d Weiß bir.
Dany vonder Daten auf —— oh
Der theure Sohn ſoh A zieret. ans
Dein Pindus ner Dievie&hier 2)
Und Aons Quellen fielen hiew bu 4duft
Die ſchoͤnen Lorbeer Meifer genen? Ede
Der Thor der Mufen will Dit dienen! aut h Gm
Sie eben ſich zum Eigenehum’f —J—
nd fingen deinen groſſen Ruhm / *
Sie weeden dir ein Deuckmahl fand dr,
Don Ihven 9 ——— Schaͤt TREE —
Henn Die die Tugend nf feat. EN
Und einen gröffern S Shauplatteigt] —
Was wird die Welt von Dir ——— —*
Wem wird dein Weſen nicht — 1
— zeugt auchfelbft ver blaſſe Neid
n deiner Gaben Treffligkeit / | Nr 3
Dann werden deine Muſen — *
Was auch mie Dir wird ewig bleiben. *
Wir heben Hertz und Hand empert j
Der Sünelliht ein günftig Ohr / ne hai
Und laͤſſet ſich Hr ung erbirten / HR
Er tolle veichlichsäberfhtitten I * |
Den Vater! Sohn / das ——
Er I ihr Schild/ und Arm und Mate
öite Sie auff ſeinen Wegen ⸗
„dm fülle Sie mit reichen Segen! " 9
SR Nena Er Die — voll sic
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‚auge / Kur! *
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sr | my Ber o/mi —
Die Krone des mͤchtgen Kariszuffdnen,, *
E⸗ la D I fine Die Sorneld
Se N u vn or vn nf
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Die Norden und —* haben perbunbäit |
So Ober Shi —— Ehren /
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Sa daß auch Die Beinde mie — —*— 3
* Sm, Licht feige jet hervor / Die
42 Teutſcher PR
—— DEREN TEEN TRETEN
Die Morgenroͤth Bu —* laͤngſt auffgegan⸗
ie t wartet # Bio
Es. muß fine Deihe * Purpur beruͤhren &
Der unvergaͤn
Es müffen viel Be — beſteren /
Die Pallas ſelb
Die Schultern A ſeulen ten
Darunter auch: — ne erlage iu m
Wir wollen die Derhäh und Seelen m
Wir mollen ung die Jahr’
Entziehen / Damit zu verlängern Dein Leben /
Wir bauen ein Altar /
Da witd deinem Rahmen u ewigen Zeiten! /
— Nachwelt in Demuth ein Opffer iind
| 7) \ 4
&x
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DH E/
Woth — Rede
Hoch Fü iefelihe — 5
Beylager abgefungen worden.
2 brich / o ſchoͤnes Licht / botbet /
Und hebe deinen Glantz empor
Steh’ au du: ſchoͤner Sternaus Drorden/
Es gruͤſſet dich der ——en 6 6
. . -
— EREET 245
; Gib Cimprien er Scheim
Und ſtrahle lauter Sheherein! N.
DODich Friederica / ſingen wir /
Der Eimbern außerwehlte Zier / |
Komm / Sonne / komm inunfte Graͤntzen /
| u. —* — ra ——
mm ſchoͤnſtes Beyſpiel unſrer Zeit /
wir preifen deine — ;
\n,,romm2Beprter geh’ in unſer Land/
] Det / des Himmels, fand, |
Komm laffe dich zu unsbernierer/
"Seyunfer Haupt /wirfind die Slieder /
Die wie durch deinen Bund allein
In Liebe feſt verknuͤpffet fepn.
Wer iſt / der dich jetzt nicht anlacht/
Wer ſchmůct ſich nicht zu Deiner Pracht?
Das gange Land ſtehi nun in Freuden /
Und wil an dir die Augen weidenz /
Der Dindus öffnet dir dieXpür,
Und unfre Mufen dienen hier.
„Dit wollen diefesfehöne gicht /
Das uns aus Mitternacht andricht /
‚Die in ein göldnes Dendbuch ſchreiben /
| Beil Welt und Rachiyelt wird verbleiben,
So bleibet ung fein lieber Scheiny |
DER Nahme foll uns heilig-fepn. |
D leder liebe werthes Paar /
Mit ſtellen unſre Demuthdarı u
Mir fingen fpielensiaucbuengeäffenn /
ı Und legen hier zu euern Füffen Die
4 Teuifengenihte
Die Pfli 83 chen folkte nid 9 ®
D ic nis wohl. * Ar ar |
Bir; Ri 5 tr. 8
Te RUE Hi Bo — |
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Denen "Eriftiar Albren
— en ft En A tuhrten si
torn des if uͤbeck Herk
leßwig / aan: rose
der — /Grafenzu O BRUT
burg / ‚und Dei lmenhorſt ·
Seines Gnädigften Sören
andern.
grüctlichfte WoIedestunf, ——
52 Ne + komme zrähnen ar
Dembarten Himmel obaefirat! _
Lind — Verlangen! ——
Hurch folcben fbönen Zohnder
Wir ſehen / was es Sal
Mur der Gedancen
Komm Heid/ den unſre Seufger hat
Auff ihren Fiugeln hergeführt ⸗ *
| voirwarenlebendigbegraben
27 Eeivung deinQuge dat beruhrt /
: OR RE gi
—
u...
Erfter —— — .;
Dein Dpenifdeinke Landes
So gehen WIE Aug unſrer
Dein Geifimadst u Zu ge ick
a EL] (lie geben bor),
Sie ap Br die alten Be:
ie öffnen 9 iR run
Furcht / Hoffnung Fre ne Ehme; |
Eni bp Bird) Behr ieh,
Dein Cimbrien koͤmmt ageterchen /
Die Dich und ſich kaum ſelber kein//
Ihr Muth durch Wehmuth ——
Beat t Namen * * nennt /
achen / ® Pein
Bun f a Eh ne ;
Sie wird durch deinen Si ereige,
a fie Diemandıen n reden
branen eingebeiget ip
dur de nes er —
J er na a it
Di DR frischen Wenden. beach.
Das Land/ das v nn Dir *
Das nun im weiſſe An Schmuck⸗
en wieinunfbulds- Kleidern pran ur
Errufe noch ob dem harten Deu) :
Die Feider er / kahl Apdtait/ KONG
Stehn Me voriger Geſtau. mac
ey nun willkommen demer En
u = ee und bloß ! J |
ERLERNEN GER HER
. rue mit ſch ſelbſt tangi bat werden...
Wo nicht aus. ihrer: Km a en].
Der Winter derno nie A il 3
Dir grüne: Garten= Kinder zeugt. 3
Beherſche / venosoge gu und
Zu unſerm Rußz und beine gu in Ah *
Faß une nicht. Frembden fe Beutt /
| Du Saft in deinem Eigentpumb/ *
Zeziehe deiner Vaͤter Nauß
und ſtreu' uns deine Stra aus EIG
Sieh' / unſre Sonner wie Bir erne
Das Fahr vergeht auff dein uf‘ iß /
pie deines Haufes Mond und Sieine
Dich führen ſelbſt in deinen Freyb/ J
Hier maͤche / nun und immerdar
He Land und uns ein neues ahr a
Wer will nicht auſſer Free
Auff dag er Dir entgegen eilt! nu
6 nd nicht zu deinem — * ER
ineder giebt ſich Dir zu Theil / na
Dep alten iſt der ſchoͤne ‚Streit,
Des Willens und der Möglig! keit, « —
An Dir will ja die Augen weiden J |
Was ſich / — Säle ere 9 11 x
Da wie ein Rauſch der fü
gen! —* —— GSlieder ſchlag
Der fi Herzen bebt an
un wit den Blute auills I nd 4
Ji u
2
= same I ! —
&5 —
rter feh! Mb and nn * en /
a Bee dr euden nicht —
tzen wie in ſich verſchlun cu
—— r der —59 — — |
D möcht ich’ Miederbalkaktein. -. .. J
Von ſo viel kann Zungen fepn!. —5
vr? men-auch froden u am
Die ho Sn —— seope A em
Sie fan Hertz und Suſen/
Sie wer — dein Licht. “tnedH
= dit, zu dienen ſtets bereit
Mit wa rer Treu und hen
ei ie ihr Phoͤbus num erlen, *
era — — 6
ann e in —— sat,
Hr id brro@ner Brunn erſezt/
hfk zu deinem, boden preig.
Sir —— ſchoͤnes Lorbeer⸗ Reif”.
Sieg hier / wie ſie die Zepter neigen /
Als die ein Friedens Bid geziert /
Das bey den leeren Palmen⸗Zweigen
Ein Horn des Uherflüſſes führten.
Das, feinem rahmen nicht mehr gleich Bl:
an Nikpfeftine an Mangel / reich Wo
eutſchet Gedichte
— — ——
meltzen Fruchte Dt malßz / und Korn /
Der Muſen Boxxrath wird zertreten
Doch laͤſſet me fein Seegens Horn
Der.änte fromme piteeee
Dem MNars zu Tron ſchoͤpfft und ler
Komm Him̃els⸗Tochter / kom / oSchne /
Komm Friede’ tleige zwietracht aus /
Nimm deine wohn ghier und röne
Das holber lauch te Cimber Haus IE
Merfiegle Herge/ mund und Hand’ Dub,
{ind fen auff ewig unfer pfandı u
9.06 ſich auff Dich die Lander grůnden
Daß / wie ſie die —J aM. ”
Sic ihre beeden Haupter binden?
yınd wie die Freundſchafft Sie etwehlt /
Stamm gRiahmne Ihnen iſt gemen⸗
Sie auch von Hertzen einig ey
RU aber HERNZIG UNfeR ARBN
Was foll ich denn mem willte/ DIE
gung jed-mdREWFAHTE-OPTEr gebenr
u fchendeft Did’ dem Land und mir /
Sch geh’ cin Hertze/ daß Dich ſe
Ind felber SO I der alles gie
tt
sent"
| Dt EN EEE —F
Von dero gu Schlebwig Holſtein
8 Regierenden ni an
voggurſti durchlauchtigteit ·
EL :; >. Se 49
| — erlangten fieben Se BR
=... gnäbı ſt verordnete |
Dane s- Seſt.
ENDE das trube — 2
EErhebt / ihr Voͤlcker — und Stimmen,
- Eröffneteurer Augen Licht /
Die noch in Anfieen: Thränen (brmimmen/ /
Ihr fehet nun in euren Graͤntzen
Den Morgenſtern des g — * Alängen..
| t uns’ du Freuden⸗Schein/
Bus wir dein Licht in ung Befchauen /
—— Spiegel ewig ſeyn!
mFriede / laß dein Reich erbauen/
jede / ſey ein Gaſt der Erden/
Ku Komm pri Dich zum Dimmel —
Es hat der trüben Zeiten Lauff
In voller Flut das Ziel gefunden/
Wir fleh’n, zum neuen Seben auf
+ Seh 8 f£ Durch taufend Munde
Weicht ERSER — ——— * Son
Es mug euer Grab bedecken.
. Du * m Reich’ und
Ban Tg
— en,
? er erlie
Zift u u —— al beſſegen
EEE ..- er ——— ——
sö Teutſchet Gedichte
——— —— — mm ae
Nimm unſer Qertz sum Spferanl
Ein Dand-und Denamahl deiner @üte/
Sieb dag die Frucht bald wachen kan
Aus der noch zarten Friedens⸗Bluͤte
Er PWHERK unfers Mangels Fült/
DerSchwachbeit Macht / des Willens Wille.
Sfr unfern Hertzog und fein Haus /
2.06 Kofen bluͤhn aus unfern Hecken / |
Ind räute alles Unkraut au· ⸗
<ilg unfre Rarben / unfre Flecen /⸗
Zaf reinen Friede ung erwiedet ⸗
Daß Ruß und Dolch ſich nicht verbruͤdern.
Kott’ aus der Waffen Kaferevı
Die Friedenſtoͤrer ¶ Menſchenwurgetr /
Sieb yo daß nun auffewigfen
Dies Land dein Reich’wir deine Buͤrger.
ir tauſchen nicht mit tauſend Kronen /
Wenn du ben uns/ wit ben dit / wohnen.
| II. a.
Jehet ab / ihr frechen Streit!
Sturm und Wind Hat ſich gelegt /
Luſſt und Himmel werden heiter /
2 der Friedens-Beift ſich reat/
. a
p
Onamet / 0 ertünfahte Freuden?
”- —* ya Leiden. * ae —
reift umEpier / und räprtdie Saͤten
Ubertaͤubt den Klagethon ** ss
2.afft ung mit Trompeten ſtreien
Seibſt den ſtolnen Mars zum Hohn / Laßſt
nn
| Erfter Theil. | 2
Laſſet Pauden und Canının 7
Nun dem Friede wieder fronen, &
i ö | Ki Es a,
Cho ſelbſt Hört unſre Liede /
iger als vormahls / an /
Jauchzen wir / fie jauchzet Wieder,
Wie fie es am beſten kan /
Echo / die faft Etimm’und Hhren
Dutch der Waffen Klang veriopren, |
Kommt ihr Nymphen / kom̃t ihr irten /
Die ihr eue frowmes Vieh cur
Nun ganz ſicher koͤnnt bewirthen⸗ |
gritde ſtegnet eure Muh M
ües wird nun beſſer grunen / —
Und mit Laub und Früchten dienen. en
Hondet an die Sriedens-Kttgm I
Weil die Krieges⸗Slut verraucht / un
Und derbindet Stel’ und Herkeny AN
Weil ein them in eucb bauchty /
Eintracht iftder Schwachbeit Etäreer.
Sie giebt Rath und That dem Werae.
Wer win unſte Luft zerſtoren/
Die Uns Seel und Beift erfüllt? c
Mas wirfehenifprechen Hören /
Mahlet uns ein Freudenbitr /
Ttoßtz den Waffen! troß den Kriegern
GSoOtt und Recht macht ung zu Sießern.
„oebennrBinyipe Himmelſtuͤrmer /
ein Blit und Keit De ——
Na % 6“ 47
J ⸗ MR 4 Ki
Gott
U — |
— Teutſcher Gedichte
EDit ſt ſelber der Beſchirmer /
Ser uns auff den Hauden trägt! /
EriftHauptifindwir nur Glieder /
Er iftDater ı ſind wir Brüder. —
DE +
he —
den höchſterfr Geburts⸗Tag
Dero zu Schleßwig Holſtein regierenden
Hoch· Farſu Durcht.
Welcher einfielden Februart.
des 1680. Jahres.
Sd ift das ſchoͤne zit ung —— eds
- | ienen/ $
Das wir mit tieffſter Picht/ und Sreudigteit
Ai | bedienen / VERY N"
Reicht o ip alten Sorgen! /
Rach überbrachter Nacht/
Beil num ein neuer Morgen RucB HE
Zur befiern Zeit erwacht· |
Es hatt / v grofier Fürfk/ dein Lan ich fe
3 | Tre De
Nun wirdes wiederumb und Du ſelbſt/ neu
gebopren /⸗/
Du kommſt als ein Errette ⸗ —
Als Bater / Dert und Freund )
Als wenn nach Sturm und Peutet ;
Die Sonne wieder ſcheint m...
Erſter Theil. 5
Den wender Tag / der Dit den Odemern * ge
gehe
Begeiſtert unſern Geiſt ft Durch Dich
en /
In deiner Kindheit Ziegen
Hat unſer Heil gerubtr |
Auff deiner Fahre Stiegen
Stieg unfer Glüd J
Die Tugend Pielte dir auf beine Jugend
angen
nd deiner Augen Schein font alle Hertzen
an
Dein Helden.Geift ward te er
Da Blut entzuͤndte ſich /
‚Und ſuchte hope Wege ı
Man ehrt' und liebte Dich.
9 wuchſeſt mit —— — unter deinen
Die wir von deinet Srugektohun unfre Seücpte
en
9 foreite Blätter, Fir |
In tanfend Arme aus - ..
— SPruen, behat
irdeingankes
IRIEDAICA 1 N di Er in imDerg und
Die ſich auff ewigdit / und der — geſchen⸗
Die Birne diefer Erden /
ft Deines Tages-Schein
Ihr zum Geburts. Tag werden /
Und Ihre Sonne ſeyn.
J
U
$4 Teutſcher Gedichte
‚Ihr Földer fomuıt, bet kepiBe! WHHHMEl anzo⸗
Daß Beyde dieſes Feſt mo Bundertmahl bee
ir wollen Opffer en *
uns mit er Mund und. Hand
Ihr Si iſt unſer Leben!
Beyden ſteht das Land.
2.ehtatle/wwunpen wir 99 —J. und ge⸗
Kun
Lebt / Herkog und 5 un alie Fuͤr ſten⸗
Die reiche Seegens F le.
Ergieſſe ſich auff euch⸗
O daß des Himmels Wille/
Sen unfern Wuſchen gleich
Das groſſe N ** ewisuſch bo
Dem beym aesunts. een —5 — ein. Gluͤck⸗
Krieg nüffen —
DEN koͤmmt herbey /
so —9 giebt fich zum Zeichen /
Daß Er — fen!
ienen /
9
N
gyugufl a
Nahmens Tag /
Unter einem andern dahmen. AR
=
E —
| -
”
| Erſter Theil: ss
Keiffer Spielund-Seiten an /
a Herzen / Mund und Ohren /
' Deut wird ein Tag gebohren / |
er uns all erfreuen kan ⸗
Denn / er iſt auch unſer Freund /
Welcher unſerm Fuͤrſten ſcheint.
Erd’ und Himmel ſtimmen bey /
Die Natur emdeckt ihr Weſen /
Der wir an der Stirne ſeſen/
Daß fie die zu Dienſte ſey /
' Und die angenchme et
a ſelbſt zur Froͤligkeit.
Alle ruffen / leb· Auguſt⸗
Ebe Hertzog / unſer Leben /
Dem wir uns zu eigen geben /
Unſer Schuß 1 der Menſchen Luſt /
Breite Deine Reiſer aus /
Und verewige dein Hauß.
Bluͤheſtu / ſo bluͤhen wir /
As / die deine Sonn erleuchtet /
Die Dein Gnaden⸗Strom befeuchtet /
Und ſo ſtehet unſer Zier
Deiner Wohlfart eingeſchrenckt
Und nach Deiner Gunſt gelenekt.
Deines Nahmens Herrlichkeit:
Muß durch alle Zeit beftehen /
Den die Nachwelt wird erhöhen!
Unſre Herken find bereit, //
Die ein Denckmahl felhſt zu ſeyn /
Hierein ſchlieſſen wir Dich ein |
7 34 XXI
EEE EEE
eutſcher Gedichte
en
. Bang Zoemt A i Ye
\ Anden
Durcläuciafen Fuͤrſten und Samy |
Herrn Guſtaff Adolff /
ertzogen zu Mecklenburg / Fuͤrſten zu Wer
* Schwerin und —2 — |
Grafen zu Schmerin/ver Sande !
| und Stargard Herrn / Kr
Wegen der / auff der Kofi ui
mie beygelegten Profeßion Der — e
Roffer Held / vor deſſen guͤſſen
Ge Sem ner *
Laß Dich meine Lieder gruͤſſen
—
Sind fie gleich zu ſchlecht beſtellt / br
| Soc, e vor fich nicht fangen / *—
So wirff doch die GByaden ER |
Und en a re ht”. a
Auff ein ſterbliches Gedichtt
rer Io bherapı een An
Und mein armes Saitenſpie ////
Das ſich ſelber mt vesel AR na
Uberſchreitet —T
Nicht Virgil/ der a Hr *
een ber ſey nein ichter!) Fr —*
Homer / KT OR ſie ARE rau if
Sa en deiner 3 oheit Sch Br ar
Icarus de e — ——
— —— nom
Erſter xp 7
mder Flut zum — —
ch / der ıf STE bin/ / —* Ra —
Werde billich guch zu nichte DB 4
Dom dern heiffen. Seen ihn) | |
Das an deiner Stirne fteh fl int de *
Weil —3 — * —* * — en ‚wuG
Doch / gleichtwie dag Licht der Erden, LEO
Auch die Lebens⸗Geiſter fehenck Head
Und laͤſt alles munter werden RR
Was esmitden Strahlen traͤnckt / 2 0
| Alſo kan mein kranckes Weſen fr RT
Au deinen Blick geneſen /
31 reundligkeit ft groß) /
Die Net en nicht bloß. 4b
Her weiß nicht von. dir uufageny Ta
Unfre Zier/ des Landes Luft /
Und der Sterblichen Bet ——
Aler Welt iſt ja ewuſt /
Was für Gaben in Dir ſtecken /
Die nach lauter Himmel ſchmecken /
Daß ein jedery. der Dich kenn 9 0... 5°
Dich der Tugend Beyſpiel nennt: %
Unfer Helicon ſioitziret /
Daß er / weil Du deſſen Sch u
hret /
in Haupt biß zun Sternen
ey vor Der Neider Trukı
Sof * hat end bleibt: wohl oben / *
Denn du haft the ſtets erhoben? > 05 |
AS ein Atlas unſrer Ben Ti
ER OR der Ewigteit Wie har ’
DE; Du
nn
s8 Teutſcher Gedichte
——— — — — — ——— —
Du ſchwingſt deine Hohen Geiſter /
ae
efteht der beſte e/-
Dat dein Himmels⸗voller Sinn
Durch die tieffſte Weißheit dringe /
Mas ung ſchwer / iſt Dir geringe?
Weil deinfeuriges Gemuͤth | {
In die tunckle Warheit fieht: N
Phoͤhus felber muß (ich freuen
Daß Du feine Laute hedft ——
Und dich ſchenckeſt feinen Treue n
Denen Du ihr Weſen giebſt / Ahr
Hatte nicht an deiner Guͤte / e |
Tſcherning / welcher von Gemuͤthe a |
Unſrer Deusfchen Welt bewuſ t
as Birgil an dem Auguſt. Se, Me
Mas am Öpigivarverlohrn?
Pracht er reichlich wieder ein
Nicht das Gold det brauner Mohren
Könnte folder Würdefyn?
Als mas feine Hand Ar
Welches ung iftüberblieben/ u:
Seine Hand damit der Mat —
Seinen Tod fetbft toͤdten Fan- | 05
Sch wi nun von ferne gehen?‘
Und a 2. ——
Denn / ich muß es ja geſtehen /
R—— ——
Und die Krafft iſt mir benommen?
Doch will ich mas naher kommen / Pe
Erſter Theil. 5⸗
TE Dar: Zur — — — —— —
Denn dag urthei Herr ide, |
Daß ich ſo ‚Ein Solger Em N
ng MID nie mein Wunſch gelin *
Dahl ale Seife fan: * 3
An ten Warnaus Strande fingeny -
ad m ee 5 —*
Wlechten Feldſchalmeyen /
6 werden ſchreyen /
Daphnis / Daphnis / Ichbednw °—
Und ſchleuß deine Gunſt nicht Fr Fey
An den glatten Bircken⸗Rinden /
Und wo nur die Baͤume ſtehn/
OU man deinen Rahmen finden
DA durch Die Felder gehn /
ah will in dem Wald / und Wieſen /
D
ffen / Daphnis fey geprieſen /
agphnis / Daphnis / lebe du/
Und ſchleuß deine hg ge u.
Sollt ih Dir nichtdanekbar werden,
jacke man mic) nur
eine Mißgeburt der Erden? /
nd ein Stiefffind der Natur!
an ich Deine Huld erwerben /
Und in deiner Gnade a
Dand’ichbillig ja dafür
Erſtlich GOTT hernachmahls
TO
AXlIi, 7 7
Auff eine Hoch-Gräffliche
| Kinds Taufe
unter eines andern Nahmen. So
* | „u „JbsE 37
60 © Teutfiber Gedichte
HD ifidenn ni nun der Wunſt efüler! Mn
8% ftehet nun d Da ae Das *
Nicht mehr mit. —— umbhfert —
Sp treibt man naus!
Diemweil ein $riedrich iſt er — rag:
Der nun erfeget/ / was verlohren.
Hier hat des Höchften Hand get!
Der Himmel hat der SterneBlick
IN hren Bildern abgeitalltet/
r gieber Wohlfart / Seegen / Kan:
Und laͤſt dich kleinen Friedrich —
Nachdem die Tochter war entnommen.
So ward der ſchoͤne Tauſch getroffen!
Man giebt dem Himmel nichts umbfunft/ |
Dr ijt nur flets Gewinn zu —
r doppelt auch allhie die Gun
Nimmt er der Tochter gleich —
So hat ers —— use bei: m *
Wird nun ein Friderich J
So lebt der Vater auch durch ihn
Und wird durch Feinen Tod verheen
So wird der Stamm nun ewig blüß' 07.
So leben auch in ihm Die Ahnen /
- Die ihm den Weg zur Tugendhahnen. Ä h
Wie war man doc) in vollen Freuden /
Da wir erblickten dieſen Gaſt!
Die Mutter muß die Augen weiden
diene * lieben Laſt /
Der
Erfier Tpeil. 6
Der Bater , der jetzt benge/
Der ward faft auffer fich gezücket.
„. Hierimuft? es auch an mir nicht fekten ‚
habe —* an dieſer Luſt / .
) will ned, Friedric ea
ih an meine Bruſt
Ich bin bereit Dich zu —
u ur ein Wiegenlied zufingen.
Wann nun —* je fich ermehren/ ei
& wicht auch die Luft mit Dir/ NUDE
So wird’ man Dich dann lallen hoͤren /
Dann liebſtu Bücher und Rapier/ SUR
So wirſtu leſen und befiebeny /
Was meine Fauſt dir hie geſchrieben.
O lebe /kleiner Friedrich / lebe: nr |
Dani dein Vater und fein Haug, /
Durch deinen ——— erhebes.
‚Und breite fich in Erben aus/ -
Und wenn fie num durch Dich entftehen / _
Sp wird’ es nimmer untergehen. sr 2
O lebe / Fleiner Friedrich / eher a?
Eitern und der Ahnen Zier / — 3
end auff in Dir. bekleb /e·/
Sen e leuchtet felbft an Dir / —
— der nt ſchencket / *
ich nr nach Ni Ne end. * *
Ga Zeutflhekisehichke
| XXUh 030°
DD €
Dem Hehwon dan und Zelte
ra/
an. Zopann Adolff Kıclmal
von Kielmanns⸗Eck /⸗
Herm in Sarupholm und Obvorff / 2
Thum » Capituls zu —— prob
——— —BA——
— Bogee Durchl. gehei ee
Rathe / rn Præſidenten /
antzlern /
Als Dero —— angehendem — *
Fahr gläctlichft in Kiel anlangete /
Bey einer Abend⸗Muſick abg 3
Im Nahmen dee Hoch⸗ Fuͤrſilec
Wr Licht dee er
Ind deines Fürften Herg und Hand Yu
Du Preiß des Hohen a 3 fan 6
Dis GSluͤckes Sohn / des |
——— deiner M a ei f ae
ie ſich za deinem Dienft- ergeben.
Dein Ziel —* ruffe —
n Riel / das ſe |
n Deinem Rahm |
—* nun neuen San von on all" gie
|
——
Er folgt dir, feinem Phoͤbb nach!
Dieweil du wiederumb den deinen |
Dein holdes Antlitz Läffeft fheinen,
Man trug das alte Jahr zu Grabe,
Du bringft cin Neues jegt mit dir,
Du ſelbſt biſt unſre Neu Jahrs⸗Gabe/
und Deine Neu Jahrs Saben /
Du giebſt ung deiner Güte Süter,
Wir aber / danckbart Gemuͤther.
Sloͤc Leben Wohlfart / eil / und er R
Die folgen deinem Sluͤcke nach / ter
Die leiten Dich auff deinen Wegen
Und find zu deinem Dienfte wach ı
2 peif’ uns auch mit deinen Blicken/
Und laß die Ankunft ung heglüden.
Dein Pindus/ deine Pierinnen /
Die hier vondeiner Gegenwart
Vun einen gröffern Sein gewinnen! /
Die ſtehen Hier vor dir epaart/ —
Sie kommen hier —* Ihren Soͤhnen
Mit Lor beer⸗ Rieiſern dich zu kronch ji
. Sie opfern dir von ihren Fluͤſſen /
Und der geleprte Mufen Bad
BIN fich in deinen Rhum ergieffen /
m unfer Orden fich ergiebet , |
und / als gemeinen Dater y Hiehet.
— lebe! bi
7 DAB dein Ziel noch Hundert ma
Dir feine Pflicht zum Meu-Fapr gebe rt
Daß deinektapfireuzpaten Zabl Noch
[4
.
it w
N 00
64 Teutſcher Gedichte
roch immer mehr und mehr entſtehe /
ind deines Nahmens preißerhöße-
Dein Herzog! dem du a Seiten /
er preifet deinen hohen Geiſt ©
Ind wird.ein Dendmapl Dir-bereiten/ |
Has Neid und Zeit nieht niederreißt /
Zadurch dein Rhum wird ewig leben /
Ind ſich durch alle Zeit erheben. AR;
Es fehret nun der Mufen-Drden! ⸗
Ser ſich auff deinen Schuß vrriaͤtt
Ind der durch dich erpöhek worden / 'R
An feinem Helicon wein Fehl! .. Rn
nd mwils mit Wunſchen / Reden’ Liedern .
‚ Die Wolthat / wie er Fan ermiedern:
Bergönne denn auch unfern SAlten
Ein günftig Herg und willig od / 9 |
Die line zu Deiner Huld anletten. F |
eu
K
2,
Wir heben unſte Etimm’ empor.
Dir wunſchen Dir läd Heil und Leben |
Mir wollen Dir Uns felber geben
open ın
Welche | \ = Co
Auffiden andern Geburts ⸗ Tag
‚Der hochlöblichen Kieliſchen ae, 9
gbhrifian⸗Alberts / Untwerſu/
j Ä ” —
tesa ep
Dem dritten PRO-RECTORAT', |
We), , van
| Dem Hoch Edien Befund.
A EN a. |
errn Caſpar Marchen/
| —— Doctor: und Ber Prima, ·
ioʒ dutch einbellige Wahl aufgetragen
—— ner neu nt nz
‚ ‚mglabmen einiger STVDIOSORYM. ©
Hetanı was jaudkentan! °
eran/ ibr Mruren hre EL
Ginat Lieder, macht Getpöne Bee Nr
° Öreifit Spiel und Sditenanr E
Euch — neues Fahr gebohren /
Euch iſt ein neues Licht erkohren.
WBrich ſchoͤner Herbft herein /
Mir wollen Dich befränken/
VDiel heſſer als den Lenße - uni. 7
Erhebe deinen Schtiin BER
r
|
Mir glängen nun in deinem Bichte/
Dir Bläp’n augleicp und fragen Frhrhte
Qu groſſer Cimber⸗ Hei /
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R preiſet ale Welt / ER
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Der wird Dich wieder. neu gebäbten-
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5. Teutfiherenichte
— — — — nn eng
Diu wird/donfo viel tauſend Zungen ⸗
Ein fteieri Lobſpruch nachgeſungen
| Ww fenren nun dein Feſt |
Auff deines Pindns Spike, _
Ha deine Maieniinen
Sa du fie wohnenläfl/ |
Hier fügen fic/ O Muſen⸗Faͤſer
MD pflangen deine Lorbeer⸗Reiſer. Sn.
Wir wolendiientaa *
Hitt in ein Denckbuch ſchreiben /⸗
Ha er ſoll ewig bleiben,
Gepriefen tauſenfah Rn
Der Tag © Sinitz wird ewig waͤhren /
D lebe / goſſer Fuͤrſt/
Durch den wir alle leben /
Wir bleiben dir ergeben /
Dieweil du leben wſt
Hoc was? was fan an Dit erperben?
Die Muſen laffen a“ 8 ſterben.
883 ns 1331
ufens sohn are — |
Die dir dein Phoͤbüs ſthencket / sol
Mori a
och Leid / noch | ——
Noch truͤber Unfall kraͤncct.
Steig auff den Thron / Au
Der Zuge LM
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er,
nn MER Bi:
Auff den fie dich TE | )
Site Aus die Handı a 5 es
em das Pfand /
Das fie Dit reicht don. ei
Tritt in dein PR Fe er
Den Fürften Hy RT
2.8 Ber Burput prangen. |
Mit welch |
Der en Fer); ar
Iſt neulich Horgegangen. EDER
Der Cimber Hel >
Sie Bier der Weiitttt
Megiert in dir die Seinen
Er laͤſt fein Licht
Auff deine Hflicht /
und deine enter (seen.
06 Muth
In deſſen Hut /
Zi 306 — acc! 1.
Des Himmels 9
Sr zu th fr
[ Wiul, Sam zeben
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ertber Man —
a ne deine eigen ———
He ugend - Blum’/ > a
1 mo — stage.
! 9 mer bluhe. | | |
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es Teutſcher Gedichte
— a ——— 38 m
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Hoch⸗ ————— und of
. Hn. — — Kielman
on Kicimanns ⸗Eck ei
Auf — Cronehagen und Ma /
| tendorff Erbherrn /
Derguusgeeg Holſtein Regieren⸗
den His Me Hurdl. Hoch beur auien
Land⸗Rath und = tmanne zum oe
—2 olm / ett.
ER J
Die Woigann Jungfer
Doroidea Revenslotwin/
glücklich vermaͤhlet *
—
Auff den Na men. “
Der Wolgebobenen Ifr. Braut.
GoS B iſt / der ——— = t/ —
Der rieß/ berr Sielmann, En |
Der Schönheit wahres Bild / De Bine! dieſt
a | Die Tugend felber war in Ar Som We
ee” fr
Man fand alhier / was GHtt und Menfchen
— Wwohlgefaͤllt.
Wie bald war es geſchehn — ſah' Ihr Grab
a N u BORN
‚Man fahe auff Ahr Hars die inglicke,2Binde
af ſtreiten!
Nun hat das Gluͤck nice mehr er Antlitz Ihm
Fa NHL ORDER 7 NS
Run geht ein neuer Stern an feinem Him̃el auff/ |
Nachdem der erſte fchon volfendet feinen auff © ..
Naun lebt Er wiederumb / und fleiget ausdem
| * Grrabe/
Ihr wart ſonſt voller rn Luſt⸗ und Freu⸗
ER en-zpol. ——
Wer fagt hier nicht mit mie, wie reichlich und wie
Wird ein Verluft erfent/durc eine Bbtre
—
SGluͤckwunſh
Auff das Hochzeit⸗ Feſt St
Des Hoch Edlen und Veſten Herren /
‚Harn Marquard Guden/
Dero zu Schleßwig / Holſtein / Regierenden
Hoch⸗Fuͤrſtl. Hurchl hochbetrauten Hoff-
uund Cantzeley⸗Raths / (cctt.
a Und
—
2
begabten Jungfer /
Jungfer Maria Eliſabeth
MRS fang ich eho an! Auf Phoͤbus! Auff he
OA fang ichjeto an! Auf Phebus! Auf ie
Es regerfich mein Geiſt / und toallet mit im Buſen /
Ich ʒweiffle ſelber faſt / ob ich mein eigen bin /
treibt / ich weiß nicht was / zum ſchreiben / meinen
Sims: Ss.
Auff! Ziehrdie Saͤiten en Lorbeer⸗
ER: eife
h. ——
Die nur alleine ſind vor uns und vor den Kaͤyſer
Schenckt euer kluges Naß mit vollen Bechern ein/
Es muß jetzt dieſes Licht von uns geprieſen ſeyn /
Das ung fo helle ſcheint Die ſchoͤne Luft zu buͤſſen /
Stellt meine Muſa auch / halb-taumlend auff den
AR üffen/ / —
Mit ihrer Pflicht ſich ein. Di Freude macht fie
| WEN AMDBL.. 5 a
Und daß fie ungesiert auff dieſem Feſt erſchien ⸗/
Die fonft gern’ an ſich Halt und bey ihr ſelber woh⸗
net Br
(XBie eng e fie gleich wohnt) ihrfelber herrſcht und
i ronet/ / sa
TE N
Und in fich felber geh’r. Ba | eg ihr /
Du dieſer Zeiten Pracht / du unſers Landes Diet!
— ARE ira ea) MA
Hoch/⸗Edlen / Hoch Ehr⸗ und Tugenv
a
% \ — ccc2c2P2c2Pc9ùqcͥc
1 ee: or
B ef fiedein Ang nach Wuͤrde ichve
Wird ja Dein groſſer Ruhm von ihr.gleich nicht
NS FERN RR 171. 1,22 RACHEN
So fiche die Begier/ nicht das Bermögenyany.
Dan fordre nicht von ihytwas niemand leiften kan.
Traun / eingemeiner Vers Flingt nicht in folchen
J AA ale Ohren. a
Ras mie ein Pfifferlingin einer Yacht ebohren/
Nicht nach der as — ſich ſelbſt
NN RRDERBRELT SRG
Gehoͤret nicht vordich, WBashiermein Geiſt ge⸗
J tert, | |
Das Ei faſt den Tod in erſten Kindes⸗Noͤthen.
Die Schrifft / wie ——— die muß vor dir
— erroͤthen / |
Weil ſie deinUrtheil ſcheut nnd ihren Mangel weiß
Wen deine Gunft fie nicht beſchonet / und der Fleiß.
O ſaͤnge Flemming hier. / der Phönir teutſcher
RER k ichter / /
Dem nie Fein Landsmann gleich ( ich ruffe Did)
— N sum Dichter)
DieSaͤiten hat gerͤhrt. Was fchriche die ſer nicht
Dasſs ewig iſt und macht? Er würd’ ein heiter Licht
Auffſtecken diefem Licht 7 und deineni he
Bari Kergen. ae
| — was ich Fan/un diefesgeht von Ser,
Sechwimmt nicht im Munde nur. Ich preile no
N
BE den Tag/ F
Da deiner. Freundſchafft Licht mir venäh/gryf‘
| N a 2 anbrach, h
ae) EIN
* In ar i - - re
ns TEE — JF —
cutſcher ee
— — een — — |
Was ſah und hört'ich — |
arhageic deine min Buͤchern offt gele en
grarhant bennoch Ma Zeuge fig "
"Doch war es Schatenmerd und nicht anhele
Der ausdir ſelbſt eitſtund. 55 runde mie
Dienupein Eleines Theil son —— haben
if Gott! Was ein Geraͤuſch erregen dieſe nicht? _
Ds fan nichts heimblich ſeyn / muß es andas
Was ofta ehorget iſt⸗ erbetlen und ge hlem /
Und ver ha Gchäbe ſucht / der findet d te Rohle
Mit welchen 5 die Preſſe hat beſchmitt/
Damit dem Schaben nur u — wird ge⸗
Bas ihnẽ halb bewu uf alle Ibelt auch wien.
Was habe andre mi ir gefchöpft auß deine: N
Won dir formt nichte Irene. ale * man dir ent⸗
Und was du andern reiht weit et var
ei
Gleich mie ein Attalus / dem ſo gie! Heerdeng
Der volle Kaſten hat / und fehwang’re Fel
Sein alles ſeibſt nicht fenn’ — ——
Ein Armer zehlet nur die He er un ba Zieh,
Was hatdein hoher Serftfür Tieffen nicht durch
rochen
J ſeltner Biffenfhaff En hat er nihte® ;
i FE Alle N —— RR ig —
—— Ale ter) Eheil. N |
———
—— —— — *
Des das verſchloſſen war? Rom und Athen
a wie im Schau⸗Platz nochd Fee ans
} Was die der effenheitin riet acht veraräber
Dask fan Dusch beine-bandDas$eben wieder habey
Dem du es ihm nur goͤnnſt ——— vor
cheifften hiel
| DieDuunsan echt nicht ohne groſſe Müh ?
Was Fönnteft — für —
Ä | Sehrihe hier und da (du —5— die Wunden heie
IM Die Zeit und unverſtand der Schrifft geſchlagen
Wer holt hierien ———— Urtheit Kath?
Koͤmmt je was tuͤchtig s rl ji ID bon dir was
Was dir zum Ruhme Diet. Auchbie lee
"2 Die Grandfeeih, Wiederland Rs Flige Welſch⸗
Diee ven Beinen Wigrbeingrahm Mi nen werth /
J Sie — ſelbſt yon dir a auch Den
= Man gönnt was lobens er, rl die Aller Zungen a
| en/
Doech ward ihr Ruhm kung
h erngtoß,
| Bea Preiß gebührt dem Lande / deſſe Sschoo
— Dicherſt getragen hr dich Vak ar
h Demes dũ gute EN EEE
E4 Was
ai
| 74 Tefienwiäte
vr
|
A
Et bie Sefahrenf it für Klugheitdie gezeigt. Klugheit dir —— | |
| BR oſſe Cimber⸗ Fuͤrſt ift deinen Thun genei
r wir Fein gnädigAlug’ auffdeine ſchoͤnen Gabẽ /
Du wirſt ein guͤnſtig Ohr * re du ihm rahef
Man liebt und lobet dich. 8 w fiber erfe Ba
| Sieh ier / wie Cimbrien dich nun a:
£ zur eins ar — a Jas hilffi Me
| Seacihikes fich zu fehn’ gu —————
Weñ nicht ein ſiebes Kind a ander u i
Das mit uns in dem Glücf auff ‚gleichen
Auch Eimbrienweiß Rath eh ihre Sohn zu findet
Das Gluͤcke / daß fie giebt / das weiß fie zunerbinde/
Dort wo der Ocean das edle sand beſpritzt /
Altvorde».Sachfen-Ztveigidiegandes- Mutteꝛ
Die wie die Venus / dir aus ihrem Meer A h
Der fich der. Him̃el felbft gar reichlich eingegoffen/
Ein unvergleichlich Bild/ das — —
n der Du Dir nur gleichſt und findeſt deine Zier.
ajıter 2 hat ihr Wiß unKeufchheit na |
Die Pitho nah Mund in Nektar eingetauchet /
Aſtraͤa hati EUR die Se eingefäugt/ - /
Die Juno har ſich auch ſeht günftig Ihr erzei
Cythere bildet Ihr die m. un önen
Pi * eh i die Söbe aufge Be
*
J— ie et Fe © u
| Dir Charitinnen Schanr ha * Wohnplak
Das war dein rechtes Pfand er man als eigen /
| Angers und Arme giebt. Au himm hin /
ne /
S
Den hochb egabten Marder heine Tugend kroͤn/
oͤnheit ſich auff ewig eigen geb
5 — deinem Herkenleb’.
N hörerdüunekt mir / ſchon das holde Ja ——
| en füffer A dem du erfigefallen‘
Das ſuͤſſe Jardasaud) den Widerhall erfreut /
Das Venũs kleiner hi Brüdern
3 Das wie der Mundes Bra. emandersuß
| tege
Das a das Hand / — und Hertz / und
Bruſt verriegelt /
al unſre Muſen ſelbſt / die hier fo froͤlich ſeyn /
Der Him mel ſelber ſpricht ein ewig Ja darein.
Auff Worte folgt De —— — Se ſteht
eruͤſte /
| Darauf man legen ſoll das Opffer keuſcher Luͤſte
De ‚gehet fchon in ihrem vollen dauff/
Und Hymen ruffer Euch, auf Auff! hr Lieben /
Er trägt den Marſchall⸗ Er — nebſt ſei⸗
Kertzen /
Zun Seiten ſiehet man die i — — ſchertzẽ
— — —— EEE _ _ —
Die als Teabante hier mii feil und Köcher gehn /
* ya das Braut⸗Bett her / als ——
ſtehn. ritt
N *
eutſher edicht·
Zritt / rin Dräwegam! au ffven en Thron/da —
wird BO
Da man bey ſtiller Nacht —— —
Nimm hier das enge Reich nach ſo viel ein/ |
ier foll — 59* dir untert au feyn
at deiner Kleinen Welt. ieb den gelahrten
Nun einmahl gu pas beygemeine Kehl
| Vergiß das jet Rech — — Auch hier g
Meinind Dei!
Das Beeden eigen ift/ und dennoch aut 5
Die Cantzeley / da man die finſtern Briefe liſt /
Da Venůus Cantzlerin / und an Schreiber iſt/
Zi Dir nun auffgethan * 1b ich geem⸗
alten!
Es gilt der Jungferſchafft / die ollallhier erkallen
Durch firengen Todes STE: s llhier thut
man fie ab/
Und fenckerihren Stoltz in dieſes Feder⸗Grab /
Recht unter Schmertz und Schenk bey lachen und.
bey meinen.
Selbſtamor greifft mit zu einen —
Der Der eine ſin tein Lied aus pen 1 Sarulluswor! /
Ein’ ander fagt der Braut ein SEO oreine
Ein andrer lauſchet hier IR une horche 21
änden /
Ein andꝛeꝛ klatſcht dazu mitFluͤgeln RU *
J Der ſtreuet den Geruch der ſchoͤn en Sa
= Ein ander Arpffeli * u —— a
Erfter&heit, + |
| Sogeht das Vorſpiel an / und / unter A |
en /
iꝛ ſo mancher Spruch / den duv in geleſẽ /
— — anne bey / He Volck harden
Da es / vr andern, viel von —J weiß.
1 Duabersfgönfes Bid, baldeine Bien der
0 it uf Be sun
| Weba ?tvie fo verzagt? —— e in
Daß at ⸗Heldinnen uf So ger
Diß aher dar unicht / da fin v eier —
ep ii nicht hier m es Niederland /
| * beſte Tapfferkeit iſt hier gewonnen geben /⸗
Du ſiegſt / wenn D Dueriiegfi Du toi leichrübers
| Den dodder eriten —— ‚Ste du zur Ge⸗
Ich tarhe/laß, es ſeyn / eefäit Ürgenviß i ſchwer.
3 a, et deinen Grimma Diefe Verſe Ba
En
eide ſtich / und breft’/ ich laſſe es gefcheher
hr Gedaͤchtniß au / Beach a
R Je 29 von deiner. Hand in bee ——
9 die Rache denn durch nuͤgẽ /
weiß u wirſt dann mu Bir —
e
eo (8 harten Sinn. u
* * bit was or * I
ehn.
⸗
ee —
Tr ————.. - 2 no —
4 1
| Ze — Teutſher Gedichte
vdaſt tauſend
— —— hi
| * er Be hr DaB
| Senf thrin ae beſchließt a e
BT Fi rue A
Du dann / Ihr Lieben] cur wos feinet-
mahi ales wie man fol Bl hierſch
Ergeb Euch dem Ioch der. eben Spranepl :
Eu
Die — ſelber liebt bie fü eXaferen. | .-
d Küffe gehn Die ſelbſt die Seele Iochen
Bih auff der Affben * — 8 häufig wie die
Bein ‚reiben Winter ah al Retail) |
So hefftigrals.ein‘Pfe vom ſo ea JE
Wie Gewalt erpreßt / und Hinterliſt et |
ie fiedie@infalt offt aus lauterim Hertze —
Sie ſind gleich angenehm. ei — lammen /
uf t/ |
De eiſſe Sirius bat euren vor efbiet, J
uch / Ihr Lieben i durch das hat
Herterennet/ /
ner wie Phoͤnir 7 and in — Zlammen
Er der gelehrten Wet, ] Si, Den See
te
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N | —
0 ne eede edt. ——— an 7
9: hr Ei * ade, Y
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"9 BER TE —— ii |
dag Hoch zeitliche Feſt
Pe chEdlen / Veſt / und De
gelah biten/ / 4
na Erich Maurigen /
Beiberämsten ICti, und —
ae
wm
Be ORpE. Doch Chrzun! Bulk.
reichen Sungfer \.
Magdalena Eehönbachig. = B-
v anne Caſtalis mir fleiſſen
ch in meinen RN ergieffen
Dürde bier > 1 112 2 ee
| eer saeine Int von Feimen . RR
Aus dieer fpleibien Feder fhaumeny JF Ar
4 ther Maurnʒ / unfre ai
y —*
*
Nun dien — dieſen —
Bas wollten meine Tropffen machen
— Du eurer Schönften fchö ner Bach ?\ '
® er Bach / die —5 Nektar —
| amit ihn Venus llet / ——
Der folgen alle Bfte nad
etr Bach /iin der fich Shatiat
und ſelbſt ihr Weſen — 5
In welcher ſich a net!
Dem auch Pacto
Er ihm ht tan Dae Safer Eee
D5 man ihn noch ſo goldreich ſch aͤßt.
Hier tonnt ht werther en.
Das euren matten Leih kan laben/
Hier wohnet —— un raft /
Hier loſchet ihr DIE giebt 16%
ie® wopnet Glut und nt ——
In gang verborgner Eigenſchafft.
Dann wenn ihr erdet DR’ empfinden/
Köntt ihr ein kaltes Bad hier —
Wenn aber ſich lte nah /“t
So treibet Amor feine Fiammen —5
n dieſe ſchoͤne Bach zuſammen /
d habet ihr ein warmes Bad -
H fchöpffet darin mit bouem Munde —
Stei 22 in das Bad zur guten ‚Stande: —*
uch die Benus ſelbſt beſtiumt
Re wei ER nicht gern aan en? er)
u 14T
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— tie‘ 7
X —
——
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7 Dod werdet Pr noch entla
Weil ihr gar — — |
| Kein Eis muß diefe Bach be
Sie muß fi in ein Meer —* —*
= gt und Wald und Feid ernehrt!
ESchafft TUE Die Do ein — berrunnen nen!
| bie Hofinung fall’ unnen
En — nicht zu —8 —* r
XXIX. a, ° |
& ODE
| Auf das erfreuliche a Se
I De: er ek
Hn JohañEaſparp fenings /
| Med. D.und vornehmen Pradtici
Mirder Ä
1 —— Zum
| Dorothea Amalia Jügers
| Wi ift es denn gewaget /
bat es Eüch behaget /
Be — ae ig /
‚zum — zu lie
uch nach vielem ——
| & neues — erſchein.
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— raue ee |
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d nicht die Wellen meldet /
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Wer zweym mahl funden
©» hart und Gere — war
Weagt keine neue Schlacht. —
—* Dennoch iſt zu eben | Ei
Mutp € uch aͤberblieben / Bar:
br folgt der alten Spur Be
Serährt von Amors Pfeilen /
Hit Wunden Wunden Heilen
Iſt eine neue Cur. N
Her Kleine / der beherkzte /
Ser u euch Hohn ihr Nerafe?
Als welchen Kunft gehrich / ag
Hr Fllbmmet altentgalben #
Don Kraͤutern Wa nalben
und deifft euch felber nicht.
Seyd it eihtee die
Hapon die Bücher meld em m
gie ihr den Todt befit A re A
Mit fo viel tauſend Kr tern J
dindy gleich den iahmen Reutet /
So bald zu Boden liegttt *
Ihr koͤnnt mit tauſend pinent Hr ;E itx
Viel hundert Dürbfen füllen‘ 4
Und trefft doch offt k ein Ziel / u A 4
Ein Pfeil von unſerm Bogen /
Da leife nur gezogen / ER
Macht euch ein ander Spiel. Vald
| Im He ander le 2 a fir,
Da wit ins Fau gen lachen
— Und gehn euch au Die Dauı
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De Zeiten t-g1 Fichten! —
— an bieten Gele? > oh 13
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Eu einen Pienning gie ui, aueh u |
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Woh ** — — *
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An die Verliebten. A:
Wo * und — * * Worten
eſſen /
So waͤre dieſerRaum fuͤr zu klein /
So wird ein groſſes Abe auch noch zu wenig
Ans überbliebe mir ? Doch bliß ich unterdeſſen
Der Pflicht / die mich an Cuch verbunden / unver
Wie Eure Liebe ſtehti in Pi BENNO, *
Nichti in der Woͤrter Drag Iuehaein, biefler
Sp ift mic Pfticht und Dun m im Munde nicht
Su hilft der er ZB ii Rinne nicht das
7 »
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88 | eutlber Gedichte
Ich Sch wünftbe da [da bey euch kein Wunſch von⸗
enſey.
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Das woͤnſchet Hk und on N 9
t tieffer wurtzelt er bt er ſi
—— —— — Di
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an, Heinrich Kiedemanns/
"woßlotgvienten Rahtsherrn ver”)
Stadt Koftod/ m.
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" oBiel-Ehramd Tugendreiche
Zungfer Wangardaducen
ochzeit.
Koma her⸗ — wei Dort ie Sn
Begeiftert meine Kauft’ it Kiminget mai
Sinchewen holden Hauch / das fon gerne
— AN — —
nr = f | u
2
Erfer Theil, - z⸗
Und / iſt mir recht / — J das ich ſehe /
| En egaſus bereit vor mii e gefattelt ſtehe
u Z
"Bargißden Köcher nicht, Tann — nicht
Mufen/ nicht fo Bun Beh der Haie |
% Agufe will Who fliegen —* ich nicht /
Und was doch follte hier. a gro er Lufftſyprung
Wir ſchreiben hier ja nur —** Liebes San
Komm nur⸗ Dione/her/und on) ihr liebes Kindy
"Man hat was ehrlichs vor. Kor gehe und gut
eiten
Sea fehe ihn auffei einem Schwa ne teite.
ie trabet er einher / wie hurtig und wie kuͤhn.
Pt geln laß mich eine Feder iehn /
Komm / Buͤ chen ſchneide ſie mit deiner Hand gm
gechte /
| Wir laſſen dir den Pfeil. Der Dice ihr Ge⸗
Semi dach ieebeenforas beinsfeil nie erhanı
ie muͤſſen auch herzu / haſt du was anzufah'n.
rGralien laßt mich in en Nektar tuncken?
| \ vat it mein ſchiechtet gie wenn er ihn hat ge⸗
auf euer Feft / mein wehrter Riedemann /
eTfherning hier / der Sohn der Ewigkeitẽ /
entriffen hat dem Zahne aller Zeiten/
er ſo manche ers BEN euern Ruhm gen
J vorn
Sa auter Liebligkeit und Süffen Vleben fan.
ef
EEE ER SEE -
7 Teutſhet Gedichte
Was hätt er je: und nicht auff eure Feſt erdae
Der ſonſt nichts ſchrieb / als hardy nur Br
uͤhle
Mein ſchlechtes Saberorehe da 5* ſo/ wie ernich
Das thoͤnt ihm gleichwohl nad. kn zu hei⸗
luͤck zu ihr liebes Ein! oh ei — iſt dar
Seht/eure Nacht iſt hier / und f viel ſchoͤne
den
Gluͤckſeeli. werdet ihr nun — sehe
Herr Dr utigamb. Seht nur / Das iſt der Zeiten
Lauff /
Die Liebe fiel / hier ſteht fie wieder auff.
Kam hr —— neben
che: en
Die alem mgeichts fein a mis Aline Seynge⸗
Mas iſt dein ſuſſer Zwang "nen dein Wo
kun
Wie mancher thut dein Wann weh nichtdef
Hein Anfang iſt in dir / du A * Ge see |
8 — Natur mit ihrem een ut
u bift ein Feuer⸗Ball / der nimer wir
ufter.
Und der ſich /durch ſich her uns / durch 4
Von dir / aus dir / in bie/durd —* — es rege.
Du fpreieft dein Weſen aus durch unbele
ege / *
Und praͤgſt das groſſe Wort in alte geiber ein
f ‚Die Deinen Regungen nie unge ae Er
— —
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!
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NE
| Erfter a
Du biſt des Himmels Sa / — erſten
Und werden auſſer dir in einem Huy zu nichte /
Mit Nacht und Tod’ umbhuͤllt. u biſt das Stoffe
/
an ®
An welchen alles haͤngt. — — dich san.
8 die Ke eh die es an ae
ich die Fleine Welt — * — ——*
Das man fonft lebloß halt * Das Tebet auch =
—* Dich zieht der Bo. ein todtes Stahlan
Und muß dunch deinẽ Trieb dagen Morde
Man e Fan dein groffes Werck auch an Gerät
ſehen /
Den len unten fich / jedo hai ver —*
icht ein er ib 2 6 br: fich ge
& ſieht das eine da / und — bie Siecige nieder /
in Lebens⸗Safft vergeht. Gieb ihm ſein
gargen wieder /
J theilt die gruͤne zu 16 he, den gangen |
| mm/
Und: 8 befeelet fie fafteine Sieben. lamm'/
innerliches Marck fcheint fr zu empfins
den
—J aus und ie von ben Rin⸗
e
eine flechtet ſich des andern Armen ein /
d neiget ſich hinzu / + folteng 2 ——
*
RE |
sarah see —
0 Teutſcher Gedichte
Daher won ohu dienet hier fi vieler Weißheit
flege
r beede ae ——— wenn.
hr macht nun feften — pe eufcher Siebe
gie Weißheit iſ geil Ri Seil iſt Wiſſen⸗
Die das Gewmuͤthe har/allein zum Vagenmercken
Dre ander She 4 greiff ea if enfchafftz
et cke.
& iſt es mit der Kunſt des beibeg auchbewand. .
Saft andern nut ben Traum, he nehme. Dad
Werck zur hadd.
Und worze dient es denn viel Worte zu verleten
of ‚Sieben faffer fich im Wercke beffer fpürem.
er ganke Schluß ift der / folgt GOtt undder
ur /
So geht der Zeiger recht an eur liche! uber
& iebr Here Wiedemann / und ea
der Schönen /
Die fo viel Tugend. fömüct, ur undfo viel gaben
roͤne
In ihr iſt ein Begrieff son alter Zierfigkeit/ N,
&n Ebenbild der Zucht / =: fpiel her
Sie liebet keinen Zanck / mise mia! oder
ffres Angefichtift eine — 38
—V—— u und für ihr fpri
Sie —* ehret euch a = weiß —
I / |
oO © ı i
—
Erſter Theil. Ki ME
Pie Sieb’ und Leid. vermiſcht/ wie Sich und Sof zu
2
u
DE? Snap uns runs a RR
ie fefter ſtehet Dann Diegaft auff beeden Seulen /
F— —— vor die
— N and ⸗ a 5 ———
So rathet fie Pe N
Doch / gnug hiervon gefagt / gedi ter und
a) 03 25: efchlebannd., u
Das gatıke Merck iſt RE ** leben und wohl
Erbe . * * | leben. pr” ar £
Ein Lied iſt zwar allhier ſo noͤthi nicht geacht /
Doch hats den Teutfchen of den Much zum
hi, otreitgemacht, -
Schtmicrdie Sonne hat fich laͤngſt ing Meer ver⸗
BR alone a3 moin RO ken ac
Der fehöne Hefperus ift laͤngſt herpor gebrochen,
Orion führer fchon die Schannder Wächter auf
| geh dem Betr’ auch zu.Cumpido ſitzt ſchon auff /
er ſich ſo mauſig macht auff euer Auſſenbleiben /
Die Zeit wird ihm fo lang’/ alleine zu vertreiben,
St fliegt bald hier und da/ufi wiafft den Köcher hiny
hatte gerne mitein Haͤndichen darinn *
St unterdeffen weiß die Küffen auffzuflopffen/ /
Und iſt ſo ſehr bemüht, Diefelben auszuſtopffen /
Mit Federmdie er ihm auß ſeinen Flügeln ſeht.
Das Vorſpiel daß ermacht/dasiffein Liebes Lied.
Sefpielen/ lat fie gehn / und laßt es ihr erge —
Do wie ein’ jede will daß ihr foll felbft gefche ein.
die das nicht thut / die wird nicht Braut aufbieſes
. IE" Aue
*
3 2 SAH,
FR enus ſchwun es felbfü/ben nn
AR
22 —
ER 4
— |
er Teutſcher Gedichte FE
Undfogeht fie dañ ar in ihres giebftenKamer
a nihrem Hertzen poch pocht ein ungewohnter Ham̃er /
en Furcht und Liebe fuͤhrt / Ihr Jugend⸗ Haupr
anier
er / e
Die Wangen ſtehen bald in ihtercothen zier
Bald wiederumb erblaßt. & Be dies bie
Cupido will das Haupt mit * Zude been
Das ihm die Mutter felbft an feine Stirne band
Herr Braut gamb leitet ſi e/ und bietet iheb N
Hier fteher der Altar der Eeufeh en Rich und Treuel
Das Opffer iftdie Braut / Se 5 tragt
| eue/
Und prägt auf ihren Dun manchen ſchoͤnen
uß/
—— bracht! als auff des Pabſtes abftes Su |
er ſolchen eich humb kr als he bei
icht wenig /_
Er iſt fein Here und Knecht ein Unterthan ut
Koͤni
Ihr fend in euch vergnuͤgt / * Freu andiſen
Ihr liebet erſtlich SHrt/danıt Margaris /
eu
So gebt der Liebſten nun das was ihr muͤſſet g
Man darff in dieſer Sau * Reanen ent
Doch wird die Rechnung — mas gilt rien
ahnt
¶ De Shine it geih fehle auchb
£
\
€
Scherg:&edichte / 12
Auf das Hochzeituche Freuden, Feſt
Des TEN ZEN, und Wanne
Herrn Peter Eberpard
"Brliggemann/
Dero Koͤnigl. Mai. zu Dennemarck /
Norwegen / Wohlbeſtauten Capi.
taım-Lieutenant, -
Mit der
Edlen / Hoch⸗Ehr und Tugendbegablen /
Maria Eliſabeih Liethen/
Unter einem andern Rahmen
Aes Paar / verliebte Herzen /
kennen eure Hochzeit⸗Kertzen
en in dem inter dann ? *
önnen dann ſo deiffe Flammen _
F on der todten Kalte ffammen! /
uͤndet dann der Froſt anıban?
U nicht alles öde werden?
Steht der Schoog der groffen Erden
NIE gang Matternastund blog?
See chnee und Keiff |
pt mi ve und Reiff behangen
an
J Ale
4
ſchoͤnen Stider Wangen
es Lebensloß?
N
3 Teutſchet sedichte ⸗
Alles hat den Glantz verlohren
Alles iſt ganz kahl — 75 — —
ſich ſchon / un N
| Noah sa af
och fan Benus Flammen fangen ⸗/
ad — —
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die Ratur verktich
—
gpeil ine Feuer! en
—
uch dem Winter fe
uͤnd der Tag die R
enn fie für der Kalte
_ re, at
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—J 46
— Far,
= te!
and re moͤgen nut den
ehien zu dem ͤeben Freyen ⸗
Ich ſtimm eurem Schluſſe bey/
Die die Kältenurergökell.
Ind die Zeit zum Lieben fepetl /
Daß der Winter beſſer ed:
Andre mögen nur verſparen /
In dem Sommer ſich zu paaren u)
Wenn die Hitze tompt herbey /
Mann die beeden Hunde beuen ⸗
md ſich zu der Sonne ſteuen /⸗
Daß dir Flamme doppeltin
Andern mag der Der
Die ſes ſuͤſſe Werck zu üben’
Wann nun Tellus ſchwanger
Wann Pomona auff den zwe
Acat die reiche Frucht zu zeigen
chtſchnur geht.
chwills mit dem Winter
Liebes Giut kan nicht erfalten
Die ſich in den Froſt verhuͤlht /
ie ſich in ſich ſelber er —
Da fie Glut und Adern fuͤllt.
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iben /
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Bie/wenn Letna ſich verfiekit,,
Und das Haupt mit Schnee bedecket /
Deber Durch die @ufft empor/ Bi
legt viel größ’re Glut zu glimmen /
iedurch die verdeckten ———
Bricht aus Schnee und Eis berpor.
Und wie kan der Froſt doch kraͤncken /
Die nur ſtets auf Liebendenden?- J
Venus Manny und kleiner Eoon / —
Warmen das erfrone wieder, - ,
Der die Herten ı ‚der die Slieder /
Quaͤlet uns die Kaͤſte ſhon ee.
. 4
Atan felber / der erfroren / BT —
Bleibet länger ben Uurbten/ Sa
Und genieſt der füffen Luſt / MT
Und werwolltemit vergnuuge ee
Nicht in warmen Zirmen liegen?..n. 0.
Da man waͤrmet Bruffan Hruff?
LVenus tteibetipre Flammen -
Rum meinen Kreiß zufammeny
Und iftfiedennfelber nicht .
Aus den falten Meer entſproſſen ;
Darein fie die Glut verfchläffen ı
Die durch alle Leiber briht?
Sent iſt feine Nachtzu enger
Deuninihrefinftre@änge °
DU’ fich d oel Wouuft ein,
mn toie te fihverbefferny /
Menn die Mächte fich vergröſſer /
Umdnunimmerlängerfepn, ER
Liebet
\
6. __Tentfeber Gedichte
— AIſchel o Iht Lieben liebet *
Wenn —— Hitze giebet /
‚Und mit nenet Frucht begabt/
‚© wird mandann fernet uw N
Was im Winter ven geſchehen / zahl
Das Ihr nicht gefroren habt .
Hier iſt Feuer’ das ſtets wehret /
cuer / daß ſich! nicht ver ze |
ar ich werte tuhn und —2* EN
aß nun unter dieſen Da /
Ha viel tauſend Luͤſte ſteclken 3 RER
Rank nik und Sommer [ed
Epigramma,
Etzt wird Hert Brüggemann un / gu Venn—
| Tr veffen ehe
Ich weiffle nicht 7 Er wer or ——
—
Der Liebſten Haupt und Daunfan ja ein
Haupt⸗
anfeyn, (uanein
Sie iſt ——— jer zieh Hu
riſt der Jebſten Haupt / und ſie je des Mal Dee |
Soiſt er Capitain und m om |
| eh
Auf dir ae it Wenet
ge
Des Eblen⸗ * nr \
gelahrten /
Hırın Johannes B
Beeder Rechten Doklorn ollorn /
'
— *
—
Erſter Teil, 97
Und der
Viel⸗ Ehr⸗ und Tugendrei⸗
hen Jungftauen / |
Euphroſyna Siebrandts
W entſtehet Doch der Brand |
| Herr Bueken jetzt entzndet / 9
Und ſich in den@tiedern finder:
elchemArtzt' iſt dies bekannt?
a es iſt ein täglich Fieber Ne:
Das fühlt weder Rhein nach Tiber.
Dieſe Hitze kuͤhlt an fi
Und die wobibeliebten Flammen
Swlagen in ſich jelöft zufammem.
Ey ı iffdas nicht Wunderlich 2
Und jemehr man ige fuͤhlet /
mehr wird ſie gekuͤhlet.
Rehmt dies Feuer ja in acht⸗
Das kein Feuer Dleb entſtebe
Der Euch in die &pe gehe,
Wir Ptometheue dies gemacht /
an ) als er gen Himmel Eommenz
ovis Feuer weggenommen,
Diele Slut verzehret nicht,
jeſes Feuer Fan ernehren
Ey / ſo laß es ewig m dren }
Du es nimmermehr gebricht /
je dor dem der Veſten Monnen?
Aber eines acht geiponnen,
| 9 Nun
En ann a u en
98 Teutſcher Gedichte
Nun wir gieſſen Del binzu/
Mun wie blafen in Die Flammen?
Fraget Stroh und Ho zuſammen /
an ine fonntin guter Ruh /
Ind ben fo geftatten Sachen / |
Einen Chymſchen Auszug machen.
u.
——
Des — und oc
PIBEN gelahrten —32
Herrn Johann Maaſſen /
SS. Theol. Licent.
Amdider. "3 3 me
NPochEdlen / NochrEhr: und Tugend⸗
reichen Juugfer /
Wendula Schlüterin /
O Wollten mich die Geiſter treiben /
FJq wollte jegt was quies fchreiben
Auff euer liebes Hochzeit» Felt’ |
Sch wollt’ Herr Maaß euch nieht vergeffen!
Ind lauter Gluͤck und Heil Jumeffen J
nd alles ag ſich wuͤnſchen laͤßt · ſa
Ihr Habt nunmehr das Ziel getto en
Das Ziel / darauf wir alle beit
I
Was
Exrlker
Was vom Verhaͤngniß iſt gefaͤut
Daß iſt euch reichlich zugemeſſen
Wir aber leben unterdeſſen —
Noch auſſer Maag und Zlel geſtellt.
So meſſet denn mit vollen Haͤnden/
So meffet denn an alien Enden - |
Der Kichfken taufend Lüftezu,
Ummeffet Sie mit euren Armen? |
Sit fhlich Euch daß Ihr könnt erwarmen.
So lebt Ihr Hier in ichrer Huh |
Seht Eure Schlöterin indeſſen /
Verſchlieſſet was ſhr zugemeſſen /
Und legt es zum verwahren bins:
Bann aber nun ein Jahr berfloffen /
So giebt fie wieder / was verſchloſſen >
Und Ihr habt doppelten Gewinn.
BER XXXIV, 7
' — *
Herrn Caſpar Voigtens /
ROHR, ah U. C.
| Nur: AR NER
Frauen Elifabet Zinckin /
EL De
X Ctsmafe ma en, Herr Voige
en) van ne Mi Dochseit machen
Wer has die Poftgebrächt ?&eir&chreiben feis
N | E ” Hand *
00 —
00 Teutfberebichte
—{ 7 je — — —
Die hat ung dies fein Thun/ guttoilliglic befant)
Das ihm ſo frembde war. Ey Ey/ wie muß ich
n!
Wie koͤñt er doch ſo fein bemänteln diefe Sachen!
Er wollte nichts SA warihm nur einZand/
an man vonLie chrieb / uñ von —
Hier iſt nun dies ein port! —* ſo viel Fleiß und
In ſeiner Liebſten Son, Sit fchläfft er fr
— kan nun ſeine Luſt Een
oſaͤumet denn nun mi dies Ampi fo zu verwal⸗
Mit ſolcher Kachfamteit / eh bald das andte
a
Wann dreymahl drey iſt hin / euch ſchencken kan
ein Paar.
So habt Ihr Euch alsdenn ie nis ein Vogt ver⸗
XXXV.
Auff die Hochzeit. Mi
Des — — und Wohl⸗
gelahrt
Fa. Heinrich Klauenberges /
*Rreufkiffigen Paftorn der Gemeine
zu Zarp in Holſtein /
—
—
—-
u
| Bis ipr wicder Prlanaca gebet /
Sleich veryundet / aleic) geheilef
! Die entziehet Euch ihre Lebens
— ae un
Erſter Theiu 108
— — — — — —— — htt)e — — —
Und
Der Dieb Ehrsund Tugendreichen
Pr ae
Chriſtina Kortkoltin/
Wie zu eben derselben zeit der Jungfer Braut
utter mit Tode abgangen/und ver Ar. Bru⸗
der (Tit.) Herr D. Kortholt zu Roſtock ſeine
Hochzeit gehalten.
SHE geht der Lauff der Erden,
Diefe ſterben / dick werden /
Golden Wechſei Hält die zeit l
Inter Luft und Traurigkeit /
So dermifcht fie Leid mit Freude /
Und die Freude mit dem Leipe.
Sehet / o Ihr Sieben. / ſehet /
Wie der Welt idr Umbtreiß gehet /
Diet iſt Luft und dort die Moth.,
Nier iſt Hochzeit] dort der Todt /
Und die Mutter mufte ſcheiden
Don der Kinder höchffen Freuden.
Sluͤck und Ungluͤck iſt getheilet /
Denn in beeden Kindern bluͤh't /
Mas der Mutter Tod entzieht /
nd Ihr koͤnnt es Dielen geben.
Lebet / o ihr Lieben / lebet /
3 | Stirkt
yo2 Teutſcher Gedichtt
Stirbt denn gleich der alte Stamm /
Wird von Braut und Braͤutigamb
och ein neuer Stamm ebohren /
Ind fo gehet nichts Verlobten.
XXXVL
— uf
Herrn Mantauens
an *— u
n Königsberg gebalten.
Was ſoll ich denn und sum Saochjeittounfüh |
enden?
Zu Haufe giebt mans Dir / mein Sreund/ mit vol⸗
—— — len Haͤnden.
Sprich meinen Roͤling an & und: fein gelehrtes
— OPT, |
Dem dies mein Rohr nicht gleicht / * pheff es
| noch fo viel.
Er giebt dir leicht fein Licht zu Diefem fieben Tage!
Mein Roͤling / den ich ſtets in meiner Seele trage
Mein / Dein undaller Zreund und euer andeet
! | Da N
Duhaftdaheim ein Meer / und sch dem Brun⸗
| nennadh. —
‘XXX VIE |
| Auffdas Hochzeirlicbeset %
3 Des Edlen / Veſten und Hochgelahrten
Herrn Lorenz Schnittlers
der Arknen Doktorn / m
1
J J
-
-
*4
8 vo
6 96 >
Erſtet Theil. 103
N Under
Viel⸗Ehr⸗und Tugendbegabten Jungfer /
Roſinen Lüdekens.
De Ihr unſre Feder zwingen /
Jetzt von Froͤligkeit zu fingen /
Ihr verliebtes Iiebes Paar⸗
Da ung fo viel Plagen preſſen /
Und der Krieg dag Land will freſſen?
Ach / uns ſchauert Haut und Haar!
Zwar / wir haben unterweilen /
Unſer ungeſchicktes heulen / |
Einer ſuͤſſen Feld⸗Schalmeyh /
Auff begehren / eingemiſchet
Und ein Schaͤfer⸗Lied gezifchet/
Dep der Echwanen Sängeren.
Aber wie will fich das fehiden /
Solches Lied ung aufzudrüden?
Wo find Hirten / wo iſt Dich?
Wald und Feld iſt auffgerieben /
Ale Nymphen ſind vertrieben /
Auch Gott Dan iſt ſelbſt nicht hie.
‚Fat Pyragmon nicht zu ſchaffen
Mit den mgeheuren Waffen?
Brontes Arm wil nicht mehr fort /
Mulciher will jetko binden/ /
Und laͤſt beede Faͤuſte finden,
Es gebricht die Eiſen⸗Piort.
| G4 Krie⸗
nn j
——9
a0Treutſchet Gedichte
Krieget num der Kreiß der Erden]
Muͤſſet ihr auch Krieger werden /
Seht euch bey der Venus an ⸗
Denn ihr Krieg der giebt das Lebens
Mavors weiß cs aufzuheben /
Diefen Krieg liebt jedermanit.
Srabet Minen’ pflanget Stüdel
Brauchet theils Gewalt / theils Tude /
Segen euern Wiederpart ⸗
Doc er laͤſt ſich ſchon beſiegen /
Er will lieder unterliegen /
Und verhält ſich nicht fo hart.
Nun es wird euch bald gelingen⸗
Daß ihr koͤnnt die Fahne ſchwingen /
Übers Jahr genieſſt den Zol
Sammiet nur die Fruͤcht der Wiegeil/
Die euch folget nach dem Kriegen
Liebet feft und lebet wohl.
—
XXXIX.
Auf die |
Sochzeitliche Heyer / |
Des Ehrwuͤrdigen / Andachtigen / und
Wohlgelahrten
Herrn Tacob Kobows/
Zu Jeſendorff treufleiſſigen Se
len⸗Hirtens /⸗ ont
nn
Erſter Theil. 105
| Mir der F
Viel Ehr⸗und Tugendreichen Jungfer /
Katharina Randomwin.
Er mit der Tugend redlich gebuhlet hat /
Und fie geliebet hertzlich und mit der That /
Den wird fie ben den Sternen ſtellen /
Ob gleich Die Neider darwieder bellen.
war mancher bettelt fich inein Ampt hinein /
Und gründet nur auff bloſſen und lecren Schein \
Hingegen bleibet der befiken /
en man erheben foll? an die Spiken.
Man giebt ja mehretheils nur auff bIoffen Wahn
Sieht nicht Gefchickligfeit oder Alter am’
Nur den / der fhneiden Fan und prahlen/
Und eine Dunftvordie Augenmahlen,
Es wird ja offtmahls einer zuvor gefeßt/ |
Den man fonft einer Bohnen nicht werth geſchaͤtzt /
Und lehret / eh? er har gelernet / |
Dentck' doch / wie der wohl die Schrifft ausfers
| ner!
daſt ſein Herr Robow / lafferdietolle Welt
Mit ihren Schuͤlern machen was ihr gefaͤllt /
Laſt fliegen / was noch — /
‚88 nicht geguckt in Parnaſſus Hügel.
Ein alter Krieger bfeiber der befte mohl
Dor dem / der Bley und Pulver erſi ſchmecken ſol.
ah habtauch redlich außgefochten ı
rumb wird ein Kraus euch umbs Haupt ges
— flochten.
m —— Was
—
106 Feuticher Gedichte
Was langſam koͤmmt / das koͤmmet Doc) auch zur
* el’ Cl
Obs gleich fo bald nicht koͤmmet / und eilt ſo ſ ell/
Ihr habt ja eher wohl geleſen / 12T |
as bald entftehet/muß bald verweſen.
Drumd was das Gluck bißhero verſaͤumet hat /
Erlegt es jetzo gedoppelt / und nicht zu ſpat / a
Indem euch GOtt ein Ampt verleihet /
Und auch zugleich eine Drautzuftepe: |
Esiftwohlrecht ein fparfan und ſeltzam Kraul! /
Ein gutes Ampt / und Dann eine gute Braut.
Lebt wohl und predigt indie Wette
Dort auff der Kanzel’ und bier im Bette.
XXXIX.
| Sechſtinnen /
Auff die Hochzeitliche Feyer
Des Wohl⸗Ehrwuͤrdigen / und Wohl⸗
gelahrten Herrn / i |
Heren Tobann Frommend/
Predigers der Gemeine Au Grambow
| im Ampte Rehn / |
N. Und. der
Viel Ehr⸗ und Tugendreihen
| Frauen /
Tr. Eliſabeth Meyerin.
Raun / wer wollt in ſtetem Schweiß' /
> Undintrübem Naͤchte⸗ſitzen ur
nn.
.
Erſter Theil. 107
Nur die ſchwartzen Waͤnd' anſehn /
Nimmer ſeinem matten Sinn /
Gleich als war’er harter Stahl /
Goͤnnen einen Stilleſtand?
| Venus bat auch ihren Stand |
Ha man nicht / mit mindern Schweiß’
Ihrem Liebchen mag beyſitzen /
Und die Schuͤtzen fliegen ſehn /
Welche der Verliebten Sinn
Streiffen mit gewetztem Stahl.
. Stahl gehorchet dieſem Stahl /
Koͤnnte man den Pindus Stand
Durch die Sorgen / durch den Schweis
Bey den Muſen ſelbſt beſitzen
Und die Klippen umb ſich ſehn /
Hilfft doch nicht der kluge Sinn.
Venus zwang Eu bald den Sinn,
Und Eupido ſchoß den Stahl /
Daß er Euch im Herzen ſtand /
Sebti das iſt por eurern Schweiß /
Daß Ihr koͤnnet die beſitzen /
Die Euch Venus ſelbſt erſehn.
Ja der Hoͤchſte hats erſehn /
Und der lencket Euch den Sinn /
Wie Sie Euch das Hertze ſtahl /
Und der Pfeil der in Euch ſtand
Machtel daß der rothe Schweiß
Blieb inEurem Dergen figen.
Weil
—*
Weil vies Zieht wird oben fipen.
Muß man Euch verknuͤpffet fehn |
Mit dem Herzen mit dem Sinn’!
Und das Band muß ſeyn wie Stahl!
Yun Gluͤck zu zum neuen Stand’ /
Und verdienet neuen Schweis.
XL.
Auffeben
Diefelbe Hochzeit /
in eines andern Nahmen /
AR andre freyen
x Dhn eingig ſcheuen /
Ep lag nur gaffen
Die tollen Arten
Mach liebes Sachen /
Hu kanſt ihr lachen /
Wer kluͤglich liehet
Wird nicht betruͤbet.
Mein werth er Bruder /
Greiff nun zum Ruder /
Laß deinem Kahne /
Mit weiſſer Sahne /
Den beſſern 2Binden?
en Hafen finden!
o wird dein Lichen
ODich nicht betruͤben /
—
er üben!
Man
Erſter Theil: - 109
May giebt vor Schmaͤtze
Nicht rufe Schaper
Man Fan fie kauffen
Den groffen Hauffen /
Man füprt die Buhien
Ja nicht zur Schulen.
Taß ja verſchloſſen
Die Narren⸗Poſſen/
Die unſre Dichter⸗
Die blinden Richter /
Erfunden haben!
Laß ja begraben,
Was fiegelogen
Dom Ziches Boxen.
Wer ernſtlich hebe
Und ſich ergiebet |
Den feufchen Flammen /
Da ſich zufammen
Die Tugend findet⸗
Und ſich verbindets
Dem geht von Kerken
Sein vedlich fehergen.
| Wer wollte gläubeh
Daß das beweiben
Vom Blinden Kinde
Den Urprung finde?
Des Hiumels Wille /
Der dich erfüne) |
Zaft deinen Sinnen - ...:
Dies Werck beginnen, ui
\
nn
es EEE “
110 Teutſcher Gedichte
Laß nur die Leyen
Ins wilde freyen /
und ohne Bete
Ins Bette treten! >
Du wirft dich binden /
Und recht anzuͤnden /
Mit frommen Hertzen
Die Hochzeit Kerken.
Gott wol euch Beyden
Vollauff beſcheiden /
And euch Belegen
Mit reichem Seegen
Und fein Gedeyen
Euch ſtets verleihen).
Auch Euer lieben >
Gar nicht betrüben!«
‚XL 0 ©“
Schertz⸗Gedichte /
Auff das Hoch zeitliche Freuden Feſt/
Des Edlen / Veſten und Hody
gelahrten |
Hn. Conrad Schuckmaũ
Beeder Rechten Doktorn /
it der
Groß⸗Ehr⸗und Tugendreichen
| Sunafer/ |
Alnna Catharina Werfen
br * Venu⸗
* un nn —
"Tre Erſter Theil. 111
VEnus / die du dich auff Sen,
Oder auff der Inſul Kuden
Zu den Waͤldern haft gewandt,
Laſſe deine ſchnellen Knaben
Eine friſche Wunde graben,
Da die alte Narbe ſtand/ *
Die nur erſt vor einem Jahr' |
Euch / mein Freund: geöffnet war,
Sollen denn die alten Wunden
Durch die neuen ſeyn verbunden
If wohl eine neue fur?
Die auch Foͤbus ſelbſt nicht kannte /
As er Nach der Dafiſe brannte
Die an Peneus Ufer fulr
Die auch nicht / durch Paͤons Fleiß /
Chiroen und fein Schuͤler weiß.
Ihr erfuhret es mit Schmertzen /
Wie der Tod Euch indem Hergen
Seinen neid'ſchen Pfeil zerbrach /
Da Er euch jetzt alle beyde
Stoͤrte in der neuen Freude /
Und verließ ein ſchnoͤdes Ach /
Aber dieſe / die Euch quilft
Dat die alte doch geftint.
Diefe ſchicket Euch zu Heilen /
Unterdeſſen Tafft verweilen
Was des Kaͤyſers Rechts⸗Buch draͤut/
Cypris wird gelinder fahren Ä |
Wann ſie Euch wird felber paaren /
Und in dieſen Stand einweibt/
Kommet ihr vor dies Gericht
>0 verliehrt ihr aimmer uicht. 2.uma
nn: 0000
nn — —
112 Teutſcher Gedichte
Anna Ratharina Neeſen
Wird Euch andre Rechte leſen /
Als Ihr Habt vorhin ſtudirt
Diefe wird Euch unterrichten /
Has Recht der Natur zu fehlichten? 3
Ob Euch gleich die Themis fuͤhrt /
Und ihr witiigt dieſes ein /
Gern’ ihr Schüler bier zu ſeyn /
Die Handeaten und Mopelten Y
Bird Sie Euch viel andere ſtellen /
Sie Pandor der Höffligkeitr
Ye Titelund Rubricken
Sind der rotheniippin Miden / 1
Die Sie Euch hat zubereit
So ſcho Vormund Eurer Braut’
ann fich Mund und Mund Hertrand,
Hder wolit ihr Rechts verfahren!
So der Streit ſich nicht verjahren/
Eine Nachtdiehebtesaun?
Eupplitiren und formiten
Fepliciren / Dupliciren
Doch will die Beklagt allein
Teber überwunden RAN.
Aber uͤber dem Gefechte
SEE anch Hier ea Recles⸗Cauff / 4
ger? denfechfien xpeitper Hechter = |
end den erften neunten Gakı
Da wird Venus Euchertennen? /
HE ihr Braͤutigamb zu nennen ⸗ J
md Sie Euer eigen Scha /
AN. Legt Sie aber m Arreſt /
Bir Lucina Sie erlaͤſt.
ae ER NE
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Aue eine Hochpeit im Si
|
ar Untereinte —F MNahmen.
| SEsund koͤmmt der Herbſt ega J *
Bi Es vergeht ver Mieten Dramt, hi
* Natur — —*
phir ſaget gute Nacht |
ann der Winter nunwird tmmeny
an uns alle Luft benommen.
Hier find lauter kalte Naͤchte/⸗
Hier. lauter Sturm und ABındy!
| Boreas und fein Sefiblechte/
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ee uͤberall jegtfindı -
a und Zweige niede
ir! Froſt und LUnluft Wieder.
br Der Dtäntigame, rirebet
Se kt bey Euch den Ritter A h
Re ibrie und ——
w * — beben/
© Beben,
erbſt dene ft
A Bruı bene Al 6 Andeh {
——— Euch ver ne!
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414 Teutſcher Gedichte
Andre brechen Trauben Nuͤſſe /
und was ſonſt Die Zeit gebiehrt /
pr plüct angenehme Küfle!
Za laffer nichts unberühtt /
Yılles muss ben diefem Leben /
Sich zu eurem Nutzen geben.
run fo liebt / ihr ieben / liebet.
Nehmn / Herr Braͤutigamb / mein Dein! /
Das Euch Wunſch und Seegen giebet /
Renet Beede ſonder Schmerz ——
Wann der Sommer hat gebohren /
ich ſehn / ob ihr geftoren.
—J—————
Auff die Hochzeit
Herrn Wulbrand⸗ dolph
Robbig von Hallerſpring /
J. u. Dodorandj.
Jungft. Sophie Catharin⸗
Schumacherin. J
Un ſam̃let man — ſparet da® ge
LA gNan blöffer die dedern un füllet DieS cheuren
Nun will man den Seegen
we, Zum Vorrgh hinlegen! A 5
* Robbig har auch ſein Verlangen Hill
ndem er. mit Freuden Die Schensengeil PN
Fu x
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u... N Eifer Wen REDE 15
F Ackersmañ bringet den Weise und Rocken,
Die Gerſte / den Haber und n⸗ trocken? I
| Auff daß er die Gaben
Im Winter Fan haben /
| & choff auch Herr Robbig den Vorrath zur
* & ihm ſelber ſein Kebichen Yan 5
n pflückt man die Aepffel die Biꝛnem die Vi
⸗ ne bb if
Ss hingegen DR pfluͤckt —* te
Ron feiner Sopbien ı |
J— Nicht ohne bemͤhen
zraden Er Puffe? Sie reicht Sie Gmgeen
Er oͤffnet die Schalen/ Sie giebt ihm den Kern.
Die Kuͤrtze der Tage verlaͤngert die Nächte /
ng ihrdi
Was Ihabt eh geht —
MN ey ac OR = — u
rickt inder Liebften Atmen un ruft /
Ran SAlRAU Tue Die Luſt.
Vun kommen allmählig die grimmigen Seither
‚Die F Ka und Alan" |
So liegt ihr in Bette, An
vet chla tindie et “
MitCurr son ien da Euch feine Käle "
Und wiedriger Himmel diegfammen aufhält,
Bald werden die Bauern das Winter Korn ſaen /
Ma
Yo en Dun Me —
pfinget ihn m 2
u Hi J
r
x Teutſcher Godichte
Sowiderẽch tragen / nad) drey Vierte ae
Sasendier ehrt Wir wuůnſchen ein act.
Sam * DE .
BA
ar ir — a
Hn dot banl.se oſeph Beckhe
—* c.Ränjerl peigefrönten‘ Joet
"inbsdereami a ten \
WMargaretha Dieckhoͤfſ
63 ſol und muß ich Reime Mean
— 7
Hey dieſer un. gereimten gel eit/
a. Pauken! Trommlen uns —
np Marsder Mufen Spiel serfet ( J
ur gerne eurem Willen |
ihn gleich nicht recht erfullen. |
iefan der Saiten Klang aefallen?
Dan andie Lüfte trägt — —2
der Karthaunen ——
—* Köpfe, Raf und Ohren ab / N
Da das Geheule ſampt pen ul
Ein tranzıges Gereime fbafien. 7
Obch / dieſem allen un cote /
So ſchaffet pr mit Reue ra ma —
Und weiliht folchren icht detrachtet/ 5 —
Es müffen dennoch Reime, ſehn⸗ —
Eottr mio gleich darumb KERNE |
‚Hapiemien she diggeibeiſſe ft
Ai N
wer
I Erf Spin _ .
J——— or Dabt, ja reich ie it
Be iiep N — hofft/ BR
in under Taufend. 5
— ter Hand und Feder oft,
Kaum —— — viel Fliegen /
Pa Euch im Kop een. pi
folit’ esiaan.diefen fehle a
Mas iſt dannf a
Split. es —3 die Lie
Das Ihr kein Recht geſhehen ich? ;
Es 0 bier viel andre Sachen /
wollen ——
en Kindern —
affen ſie nicht leichtlich ii
Mi Meufeı “auch nicht gelingen. Tl
erck mug erſt beſungen ſeyn /
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Not Re e fin bierzu vonnöfpen
n wird Ei neue Reime Kücens
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BACH —— De di die Bl mein,
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neinander find au körenden.
Hier
F pie lexnt ihr die san
Bi fi nawaikerı m neuer Kr
Hutdem Geband e filrd zu zaume en).
Die Sud Sseibtichr Qepaatt) 3
‚cunefatien ‚wie fie ſteigen u
Die Sie fich lencten rollen beugen. * x
Dir hindenden‘ und Reöpels Reime.
Stehn dieſer Dichterey nichta / ar 1
&« bleibe ı wer'fie Nebt /dabeimer
Die lange Reim · Art ziert den annı n
Sonſt foltt ihn leicht * verwegen / J
Sen Pegaſus zu Boden legen.
Hinweg mit andernleeren Traͤu ah
Ihr gebt mit enret Braut dahin —
Juchts wird ſich konnen beſſer aimen / EN
Als ihr und enre Di bonn /
Ynd der Keim wird Eu yootgefatten!
ve ya nid Ja zuſamnien ſchaleen.
Wohlan Herr eu
— das Braut ⸗·Bett ſtehtt Rn
ang aufig eraͤumet und bereſmet
in — Kranß iſt eure Kon
iteierden/neben taufend Luͤſten /
Biel fehöne unge Keime mi ften- si
— im ji rei —
ti st/. wird allezeit / def
cin Keim Seriirpantleife ei —
Ihr findet hiet —5 al
Dr)
a |
Erſter Theil. ar⸗
Zald dieſen und Bald jenen Dingen
‚Ein ſchoͤnes Reimgen bey zůbringen.
WBie fein wird es ſich reimen laſſen
- Miekömme fo mancher Vers hervor!
Da wird ſich alles artlich paffen
Viel beſſer als die Se ansOhr.
Mund / Hand und SruftundBecder Flamen/
Diereimen ſich gar wohl anfammen, Be
Sebt ihr die fehönen Augen blicken/
Sp teimet ihr gar balddarein/ ———
ald Fan Euch Mund und Bruſt entzucken /
Sad oͤffnet fiheinnener Schein? 7
Bald iſt ein Seuffgen / bald ein Lachen /
Das euren Geiſt kan rege machen.
| Wann ihr Euch nun ſo wohl geuͤbet -
So konnt ihr endiich Schut-Kecht thun /
Und Habt nicht ungerermmt geliebet/ /
Den beften Keim wirdiwennermun
Wird auß der Biegen ſchrehen / iachen ⸗/
Ein kleiner Meifter-Sänger machen.
— æ— — —
De
XLV,
———— J
Des Wohl⸗Edlen / Velten und Hoch⸗
| gelahrten
Herrn Jacob Kornmeſſers/
Med. D. ————
an
| * ——
ii Angie, 0,6 MORE
Wohl Eoten/ Srop- eum ont
Zungf. — Marc chin/
Hochzeit, |
N) wir es denn gewagt / LE
SH R— Sand ode —3*
—5 eit — end ——
her ſelbſt te zercke ſchre ten /
So legt man ihm die Braut jun — Na
Das war die rechte Zeit sm TR
m Fremen und im Lieben /
Fetzt wird DIE — el
Sn ngetalie u zu Bunten/ — J
eß
Und uͤht ſich in den Liebes⸗ Rh: —
— alles / mas man ſieht / vB
u in ufler geben!
am vi hreiof emüht / Ki
di ftärden Kraft. ie peien:
nd läffet ſich ganz wiuig Anden? /
Die Liebes Flammen anzuzunden. ER i
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ollen Heil und See J
uf viel ficbe 3 Jahr — ®
Ri cuer Vette EN, 2
ES
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Ernter Tbeil⸗ —
ün — ——
Br a ihr —X*
—3—
So nehmt Euch denn in aß 0:9
Korn wohl abzumeſſe / *
Acht alles / wie ihr macht/ /
wird ſi ſich nicht verge ſen /
nd ir Man dann ‘venn das otöchen
Die Erndte in dem Binteriehen, SE
„Botau dies Raͤtel dann? N
ei urtz und gut gu macbent.. .......-
Sr nehmt Herr Bräut'gamanı *
WBas dient zu dieſen Sachen una
aim: idr endlich in der Siegen - ,‘
en ki einen Jacob ſehet — *
7 RV
ounet/.. —*
ER: Dodge
"Demon. ‚Chrmürdigen und we
gelahr |
Hn. M. Reno Reichens/
Treufleifigen Predigergder Gemeine
; zu S. "gg
Kt Groß Ebe und
nof. Cornelia Verporten.
SEht hier wie Gottes rm eure Gaben
—*
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ar: eutſcher Gedichte | |
%) chmuͤcket eine Braut ha en w
hr fi fe hau we
Er giebt Euch euer num vereini een Zu Ä
Der geoffe Braͤutigam Dann —— |
meh
De alle Welt detnarabans some |
Und zeigt ſein die hes⸗Werck in unſrer er Liebes⸗duſt.
Ein neues Prie —— Cantzel und Alt
Giebt man Euch hier. pe DER DI fe Kirch
Sic) woll verſteht. Baut Sean —
J A
So baut Cornelia die Hau Savel? hinzu: |
S baut auff diefen Grund / Ah ihr den Ort Kim |
Wo ewig Hochzeit iſt⸗ — wir
ut.
au
e ihr den Himmeli in der Kirche —* baut /
Sn nt Ihr dem Himmel nz h Euren Fe |
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Die nt
Pechlin - Yangelottd
natsı ım clo Io LXXIXften le
gehaltene 1 /
SchersOdel |
In Saat den Vi. des W
b | 0 t⸗ 7
“ 9 aha Geyer! | ern
nn,
Etſter Thel.. 123
DAhere ſaß in ihrem Garten / Brei
EWo Lentz und Sommer nie vergehn ⸗/
Wo Baume / Pflantzen aller Arten,
Und fo dielfchöne Blumen ſtehn
Ihr kleiner Sopn flog neben ihrer
Und brachte taufend Hoffen für,
Bald wollt er mit den Bienen kriegen,/
‚Die ihm Die Blumen abgetüptı . 3
Der Miutter Vögel überfliegeny‘ \
und feinen Pfeil der traͤger iff, J—
Zald bander den / Bald jenen Strauß;
Bald nam er Vogelneſter au
Da kam die Fluͤgelpoſt zur Stelſe /
Die emer von den Bruͤdern fuͤhrt
Die Tauben folgten ihm ſo ſchell e·/
As wie der Zephhr ſich verlehrtt
Die Tauben und der Liebs⸗Spion /
Mehr ſchwax hafft / alsdie von Dodon.
Sie melden / wie dort bey Bu olepen
‚ DaMats nunmehriein Haußverläfl/
Su dalle Birteniötpmppen fteuenr
u dem verlangten Hochzeit⸗Feſt /
Als Venus in die Rede fiel |
Hier ift füruns ein neues Spiel, | —
Kommt / Soͤhne / Schůtzen / Schwanen⸗
RN; Keuter / —
Det Mann / den ich ſo oñt genennt / !
Der eure Blumen’ Pflaͤngen / Kräuter
Sp fertig als fein Poöbus.tennt/ Be
3 Ds 2 | ni
ee
' *
124 Teutſcher Gedichte —*
*
—— — - * Pe.
And ſich zu unſrer Schule Lehr NR
Gen iegt durch euren Zug beehrt. 1
Ihn machte Phoͤbus ſelbſt zum Meiſter
D er Fuůnſie / Die ihm eigen Inn? J
Er ferne ibirneben groſſe Geiſte u u.
Und fünrt hn in der Muien arn /
wWo er bey feltnet Wiſſenſchafgt
Set läst er alle Garten⸗Schaͤtzt /
Weil ihm cin neuer angelezgt /
Da er. mit Flora fich ergüne I m ma Wn.
Dr dieſen Garten beflei pflege,
(8 Mmmer feiner xbarten konnt —* —
Ein Gott non Hdiß / aus Helleſpont.
Was gilta? erfindet hier zu lernen /
und Ihr / Ihr findet Werck fürſhn— TC
FHr müßt ion d beffet-anzufpürnell
u eurer Garten⸗ Schule zehn /⸗/
ter zeiget hme zum Berſuch
Ein lebendiges Kräuter Bu. 2 VA a
Hier mahle ihnad, ige meine SU
Hen grünen Hiumensteichen Mey | 77
Wie feine Florar feine Schoͤne ⸗ A
Fam Garten /_ Buch undaues dl.
ieiatter Kofen’ Litien-Zit
Auft ihren Wangen brech bekfühe.n
Wie ſie der Haphne ſelbſt nicht weiw Be
ODie vormahls Ppabus ihm erlieſ / —
Ciıs PA MN
*
3
Erſter Theil. 12;
‚ Und ihrer Gruͤne Ruhm erreiche,
Nur /daß fie hin nicht hölgernifty ,
Und wie fie fen von Daimen-urt/t 1%:
Die laſthar find / und gern gepaart, °
Woꝛt ihr: der Stumen Kraft endeten)
Wie hieund da der Bienen Eibaat
Den füffen Thau des Himmels lecken /
Und ſteüen ſelbſt ihr Bepfpiel darı
Eo Ichret Diefes ihn darbepr
Wie er nur einer Bienefep
. Bolt Ihr ihm eure Kräuter brechen;
Erinnert ihn und zeigt ihmanı —
Wie fie. gut Pythagorſſch ſprechen/
Nur daß man es nicht Hören kaı
Bringt ihr fienurandiefen Ort, —
Ihr Rahme führt für fie das Wort,
Er lege dies’ Sie jenegüber.
Für Ion ifi Mannstreu Volgemneh /
1 Eie / jelänger/ deſto lieber;
dwas ſonſt mehr zur Sache thut ;
Und / daß Er Ihten Titel wͤs6
Sprecht — und) Ehren
|
Kein Keuchbaum Klofter Pfeffer,
Das if nur Lmeraut für die Braut /
— was für heyde gruͤnet |
)i je aben Taſchen Hfenning⸗ Kraut /
A 2
/ Daß Er leſte feine Pflicht / Ä
© fprüpt für Giey vergißmenn nicht, 4
7 ®
SEE RESEUELUERENRR RS ARE ET |
226 eukiiher Gedichte
uker kieſ
Laſt Sie zur Koſt auch Kraͤuter kieſen
Henn da man Kraut und Ruͤbena . \
‚Da wurden Zeut’ und wuchſen Rieſen /
Der Lebens-Safit der gruͤnte ha,ß /
Hils’ da man jerund unbedaht
Henn Leib zur Schindergrube macht.
*
Ior koͤnnet ihm Sinnbilder mahlen /
eigt wie die Sonnenwendefih
Hinteprt nach den verliebten Strahlen /
Lind wiedes Epheus krummer Schuͤch /
Alo welcher lauter Arm und Han d/
Sie knuͤpffen lehrt ein feſtes Band,
Die Bilder würden in den Sinnen)
Ind greiffen Sie zum Werdedann! 7
Wird man ein beffer Bild beginnen! /
Hs fonft fein Pinſel maplen kan / F
Ais Fein Apelles vormahls tha t
Das Kopff / und Haͤnd / und Fuͤſſe hat.
Die Wuͤnſchel⸗Ruth aus cnen Oi
Sen zum Gefrbend’ ihm mitgebrapt/
Die durch geheime Reigungs⸗geichen /
2. eg! * 5 2
ie hier von lieber Hand gereg 5////
Rach mehr als guͤldnen Adern ſchlaͤgt.
okranf ſo ftog mit vouem Bügel! R
u
9
Die ganze Schaat zum Brautbett a
Das niemand öffnen will nom TAN! zu
pas Hier getyanı bededi ein Siegel!
m
& ——
Ertſter Theil. 127
Es ſchriebꝰ ung denn / nach Stunden ahl /
Der Braͤut'gamb ein Pie6srFounal> 9 4
HDier wird der Außgang nicht verſchwei.
ie in der Schule ihr beſteht / Hape
Es ſollen ale Heilge zeugen /v
za nun das Fahr zu@nde aehty /
Bir gelernt und außgericht/ BRCH ISA E TOR,
Sonſt chule nicht.
chwatzt man aus der S
m A RD N; 0
Johann Keylens / der Atade⸗
mie zu Roſtoc Vuchdruckers /
nd
Katharina Muͤllerin /
| BSochzeit.
ei u ER |
DIe Lieb gleich iſt Keilen / die Lufft und Woh
* cken ſchneiden
Die Schwefel / Rauch und Dampf/ und ſchnelle
Wie find fie doch gleich! &r ler hr f
ie ſind ſie Doch fo gleich! Er eiler ſchneile fort /
Entfichet unverfehns/er —— bort.
| | 4 |
Ema die Muͤllerin / derꝛMuͤller ſchla den Keyl /
Soge tdie Mühle recht und giebt ihr: eel in Eyl /
Carheina Muͤllerin die mahler weiß undrein.
Sie
*
irfft die Klehen an = laͤſtes Semmeln
1 ſe . A . A
DIEB
2
/
SEEN SEE EN
U
ia Teuer
Herr Braͤut gam faumet / ——
— BAR eit tete / f
ph. habt hiet gnug zu Han —25 — Jung
| er SUWEHERDFE —
So uͤbet euch nun wohl hierbenumd ſehet nur?
Die kleine angfer⸗Schrifft wird endlich zu
RT dur.
—— nd
So ift Cupido auch ein Drucker jetzt geworden
nd giebt ſich milliglieh und fren in euren
de
Man fälltin euer Ampt and dies ohn’.eute
Ynddenen wir ſonſt nichts Al ſo drucken w
J iS anck. * * €
oz RR —
Auf eine im grüblinge
Gehaltene Hochzeit .
Kälter, Hagel / Eiß / und Froſt '.2 ©
Der betruͤbten Zeiten Koſt J
Die die Felder auß geſogen v4
Sind nun ſchon Koran geflogen /
Rereus hat fich ſchon erregt / 2
And den Hatniſch abgelegt⸗ er
Boreas hat aufgetobek / |
Und den Stillſtand angelobe un
Krauter / Blumen / Laubund Sr
FE
t en /
J | 4)
—
Tpppie will sur Peer — —
Und nicht mehr zu Lande ſeyn.
Mars will nicht mehr Dinters Daun
In dem Ainter-Lager lauten;
Wetzet ſchon fein Spieß ee eo
E Auf ein frembdes Land und Herd’ RE
Es will Zephyr in dem Mahen /
Sich mit. Veften ſeibſt befrenen 7°
an Felder Stiel und. Si
Decket jent ein Jaͤger⸗ Rock
MPhoͤbus jaget durch den Himmel
Seine neugepußten Schimmel,
Lung hat noch eins ſo weiß
Sep beſilbert ihren Kreiß/
Mas nur Fundns Reich Labret /
Was der Ocean auffführek:
Was in Kluͤfften eingehoͤlt
SE be eiftent/ und beftelt:
Vögel ecken in den Reſtern / -
ahren fich auf grünen Xſtern /
nd dort ſpringt eın junges Lamm.
Sath wird Titpt Bräutigam’
Wenn ihm Phyllis Krange glebet /
Und nun in die Wette llebet.
Liebt doch auch Dee ——— F
Und das Aroffe wuͤſte Neer RE
Auch der Leden ihre Kinder - ——
Lieben halfen ſich nicht minder) “
Auch det Widder und.der: Ein ;
Ins den om ia | w ag
en / ohn ei — ver
82 Ole
“a
En
Mai P
z ‘ J
4
o.. . xeuktäher Bebichte _
Ünregeiten fo wertreiben.
ind wirdenn oon@rgundeftih. |
a⸗ wir unbeweglich ÜDNE u
Herner Braut gamby konnet zeugen/
Sa wir uns wopt laſſen beugen!
Diucy ein bloffer. Liebes DE
Senn ihr,babt vor vielen Jahren /
Eure Liebe muͤſſen paten Re
, Mird von neuem mieder ME»...
Liebet in dem Fruͤhling / liebet/
cBenn der Herbſt nun Trauben
Rachet alte Felder Mad
_
Mor: Jahres Eiche nicht Herjahre.
a» T
‚T» it.
aan, eu
Herrn Jacob Harcke
beraͤhmbten —— zu Zoͤnnt
N
Maria Elitaberh GARN,
+ HH. 1 |
Sagt uns in den Llebes Strick Ak 2 ;
ehe num im Dem
giebet /
Ind der Winter allgenach 9
* en a
Könnt ihr Euc ver Frucht erfreuen / J
ie ihr Habt gepfint im Meyen
Hann fo zeige Schnee und EIB =
Eures Früplinge Müh,andslahl
Dabß / ben diesem lieben Panre/ vl WE
Han:
“z sinINIER !
TR
ri ‚PAR,
* r V
J
4 ⸗ 4
GL 12:
en Sonnet. —
& fan auch Amors Liſt ie Dun pr |
Ihr ſeyd der Echulen Haupt treuer Mu⸗
und lernt / Herr A doch in Amors
er Schu P/,
Ob ihr aleich Meifter wal aan — 5 ſle⸗
be
Man fuͤllet ihm das Haupt mit —
Roͤmſchen Dünftens
Man traͤuſelt Ihm den einen We:
ber
k Man Det gleich im Traum’ ihm Zepter)
Reich / und Stul,
Mat peifet finch Seit mit flüchtigen®ewpin.
ſten.
Bor ſo viel Ra und ẽe Schweis giebt Venus
| Euch den Lohm
I Sie ben der Muſen Ri an einen neuen
‚Um ihr ſpd eurer Schur m 2 Stand’s
A
8 es vor die Drachtpeit und um Sinder ſich
ü
Ett eine frembde aan ‚au Landes Nutzen
9
ime fe zu Dinner maß. Mi au Vaͤter
—
— * =
Ä 3 | 3 | | L];
a Teutſcher Gedihte
u. |
n. Ehrifto vi sroncnail]
Aush 1 a SE "
| Zungen Engel rung
Hohe /
SOUNET...
Aus |
dem Nahmender Verliebten /
An den Herrn Braͤuti igamb.
| DR alte Jahr iſt hin basneuef A—
Sein Engel machet Ihm nun ſelbſt ein neutn
l
r giebet ſich an Sie zum neuen Jahred
— Ä Sonne gie in — Ken J
gen’
Sein Engel öffnet ihm Ku Himmc/ en ein
Drgeiftert ſ fi ch durch Sie/ un mr le N
Nimmt Er die Engelsutg | dis Da wat m
ird Sie nicht (hläffeich fen — en zu
Wird Sie nicht ſchlaͤffti — gi
Ra u Zee
1 J
>63 CH 389-
J i N ’ '
Senne an an,
a
So geht aues wohl / fo — Eie Männin —
ey
| And nicht ein Engelnur / ja Bein bon feinem
ein.
Sie legen beede dañ nun ihre flicht zu Tage /
Denn beedes / Kirch’ und Behr) ifEnungemein
uͤr Sie.
| Sie thellen ihre Laſt / Sie, lieben ᷣ/ daß / wie
| peckinen Eoriftum Bed — Ehrie
er
e ar Jacobe * der Met
B h tering /
Paſtorn der —* Sarauy
Fungf Ana Stormngin)
\ GSOHNET.
Wer Euch / owerthe Zraut zum zum nic
* der den raue nun mit Rum
en fie‘ au eigen ihm / als Uberwinder , gab I
en ſchoͤner bait als wenn er wid
ve erlohren.
Hiet
RE. _—— J —
— *
Jungfer Margaretha Oel⸗
a
iR Teitfeper@ieichte il
Hier wird Ihm feſte Treu auff ewig au gee |
0, fbmworem ⸗· (ſtab /
Er kroͤnet ihm ſein ——— ſeinen Hirten⸗
ind ihr bereitet ihm ein angenehmes Grab⸗
Da manche Luſt erflicht/ und manche wird Hy
— | bohren. übt /
| e - (ben übt)
So feht nun daß Ihr Euch recht in dem Lite
ie euer Hepland ſelbſt Hat feine Braut ge⸗
Die Braut / die er geſchmuͤckt 355 Gei⸗
REN 8 Gaben. R
So ſey fein Bepfpielnun auch euer Liebe Zier.
Sieht ſo / wie er geliebt. Ihr koñt im Bette Diet
Kirch’ / Opffer und Altarı ja garden Himmel
er babe
| AIRES
BR Aufl: nl ee
Seren Caſpar Marchene/
Med,
Doct Ihrer Eburfürftl. Durchl.
zu Brandenburg Faths und Leib ⸗
edit,
gard Fuchſinn =
Gliuͤckliche Verinehlung.
Eit dem Herr March / Euch unſre Mufen
* Mit Lorber⸗Reiſern hier beehr / / /
J —
Erſter ih an
Die Euch genehrt in ihrem Buſen /⸗
Und Eures, Nahmens 1 vermehrt?
Hat ſich Zuthere laflen finden
Den Myrtenkrantz Darbenzu binden.
Sie forach will Bhobus Lehrermachey |
Undgroff Meifter ver Natur? Ken
Gehor’ich mit zu dieſen Sahen? *
— auff rechte Spur.
er ohne mich den Titel fuͤhret / Kr
Hat die Natur nicht recht ſudirre. >
Ich weiß / wie glles iſt entſproſſe //
Der Dinge Krafft und Eigenſchafft /
Auß welchem Brunnen fie gefloffen /
ſchoͤpffte ihren Lebens Safft /
Wie ich bin aus dem Meer’ entſtanden/
Ich binde fie mit meinen Banden.
Darauff ſie ihre Fluͤgel⸗Kinder
hr Schul⸗ Recht verbitten / rieff
Daeiner/ den Befehl geſchwinde /
Als and re zu verrichtem kefftft
Er ſchoß den Pfeil / da ward der Lehrer
Ein neuer Schuͤher runden Hörer
Da mußnun Mar garis den Meike
Au eine nette Schule führn? nnn
je ſo viel muntre LebenssBeifler
Und fo viel ſchoͤne Gaben ziern /
Es ſey im Wiſſen oder Werden, /
Er hat was neues hier zu merckken.
Was iſt Natnr? ein ſtetes liehe /
Dadurch ſich Leib u Geiſt vermaͤhlt ⸗/
aa — — —
u 19:0,
ie
U J
EN RB Teutſcher Gedichte ——
Die ſtets im Krayſe wird getriebhe /
Nachdem ſie ihren Gatten waͤhlt
Daß die Natur ſich koͤnn erneuen
So freyt ſie ſtets / und laͤſt fih freyen.
Die Elemente ſelbſt ſind trage, e
Die nicht an ſich verehlicht ſr7uu
Daß ſich ein todter Stauberrege/ ,˖,
| So giebt das Feuer His’ und Schein /
Und ſolt ſich was zuſammen ſehen
Muß es die Feuchtigkeit beneken. a
Wir ſehn wie Titan feine Strahlen,
Mit ſeiner Schweſter Schatten miſch t
Sie kan mit feiner Zierde prahlhen
Er wird durch ihren Thau erfriſch t“t
Soll hier die Unterwelt beftehen/ 1...
Muß Erd’ und Himmel ſich begehen.
hr habt Here Braut gam / dies fur Augen
hr lernt und lehrerdieIarırı 00.000.
Da wird die Meifterfchafft.recht taugen?
———— deſſen Spur! u. 0.
a0 mi nach hrer Sakung lebe /⸗/·····
| Er ercke.tiederftrebem
Ihr ſeyd für Euch nur unvolllommen /
f Y * 4
*
U u“ 8 e
*
⸗ *
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ai
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Und waͤret Ihr der groſſe Pa 00}
Eh ihr ein Weib genommen m
ei machet vecht den Mann.
hn Ihr iſt alles wuͤſt und ddee
Verdrießlich / traurig / eitel / * SEITEN
Sie wird Euch Eure Kunſt vernichten /
In der Zergliederkunſt alenn
—8
u \ . - x
= .
Ar -
.
RS u.
Wird Sie Cuch beffer unterrichten
as Fleiſch von F eiſch! / und Bein von Bein’
Und wenn ihr alle Glieder 6 AN,
Wie Euch noch“ eine Ribbe fehler. ,
Sie og: Euch neue Liebes⸗ Wunden /
Und Ihr / denn diß erfreuer uch
Habt einen Artzt an ihr gefunden /
Der Wunden ſchlaͤgt und heilt zugleich /
Was wollet ihr viel Bücher fefen?
Ihr koͤnnet bloͤß durch Sie geneſen.
Was nuͤtzt/ die groffe Welt zu kennen /
Was fie jn hrem Buſen haͤgft?
Bas nüßt es / alle Kraͤuter nennen /
ze ne und. Da Die Erde trage? —
Sofbarfftman erſtuch recht die Sinne |
— bie kleine Welt von innen.
Was hilfft das lernen? wenn man immer
Sein ſelbſt in feiner Haut vergißt /
Und nicht den Leib/ das —* Zimmer /
ach Lange Breit’ und Tieffe mie?
Die Liebe nacht zu allem tüchtig/ ——
Macht Maß und Gegenmaß recht richtig.
Es gehe noch fo bund und Eraufe/ N
Man muß/ bey jedem Glückes Schein’, Ah
Auch in der Fleinen Melt zu. Haufe |
En Bürger / und Fein Sremiboling fepn,
Die Fönnt ihr ben uch felber toohnen/
Euch felber herrfi en / und Euch frohnen. |
eh Euch! den Friedeichliebt der Grofey
er va
SheFönne nun wenn ihr / tuohlpergnägt
1.9 — ES Dem
—
1 \ 3
A £ Tentſchet Seite
Dein ti Dem tapffron Helden ſitzt im Shoftl
Die Lieb? in eurem Schooſſe lieg =...
Die groffe Felt zu Hofe ſhauen 0 0°
Die kleine Welt im 1 Bette bauen. RN
St Balkan Pen
Qungft. Karia Berporten /
| Hochzeit⸗Feſt / Re‘
elchesden 3 -Novembr. als enge |
Zinß⸗Groſchen ‚Eurg nach dem Feſt aller
Heiligen/ gehalten ward.
SOAN SET.
MI gern’ ich ſchreihen wue M diegeit
rtheuer |
Und laͤſt mein LE s Mt nic af —3 Hiſf
Und was ſoll hier mein Ders ? BE Ihm gilt
J
Sein Nahme fi elbſt ſtellt in ie his Kapfen | |
Wenn er / gleich wie ein PR von ungen
| m Feuer/
und / wie ein anni Pr feinen pie 2
* * er
Etrſtet Thein. 139
So toͤmpt der Muſerc hor und Peoalus /
u ſpa
Und Hertuls Keuf iſt * ei 9 Phoͤbi Kiel
Wie er in Büchern iſt / ſo ern er He im Bette/
| Er nehme / für die Staut und Ihn / als un⸗
Was Ihm die Kirche * am Bi Gro⸗
Er ſtreite nun Het Se Sie, ‚„Petein in
Sie reich Ihm / und Er Ob en Birne N
Da alle Heiligen dies zeigen ib über Jahr.
an
Rirhgofh, eh Buſch⸗
manniſche
Zochzeit + Feyer /
———
80 laſt Ihr endlich noch Eu einen Braͤut⸗
Nachdem die Hoffnung fat be ur ER
gs girchhoff euer Lentz hr nn ins volle
| up Amor loͤſt die Flamen in Doppel a
9
.
Bu
1406 zeitfier Gedichte
ee
Saft andre Satyros in alle Slammen rennen
r eilet Each im Daun liebt nicht mit Geſahr /
r Feuer geht im — Euer Rauch wird
lar /
Man kan ja feinen Schein hi oller Glut erkeñen.
Gluͤck zu / du edles Paar / N nicht zur Unzeit
gebt ewiglich beglückt ! (et nimermehtbettäbe! |
Genieſſet nun der Frucht Amors klugen |
| Diegat zu feühe Saat pflegt felten tehliuare ;
Ein Anftoß iſt ihr Tod. FR — der Zeit kan
Die gen folgt gewiß a auff Feine färe Er
N ur F
Hn. Johann Venedi Sa
| rathens / —
—— Elſche Maria von
Deging/ —
gluͤckliche
Ver bindug.
Anno 1834. d. 13. oda
‚8 — * zen, ei 2
| 2. {
die —
_ Erfter Theil. 14
Indem Sie jegt t jetzt den Kauff mit einem Kaufe
8 Herrn wagt /
*
Hier finder Amor auch / was ihme wohl behagt /
Denn Sieb’ und Handel wird gegründet qu bie
treue |
Die Treue die fich ſtets — ſtets verneuel
Die Treue, welche —— Shutherrofft ver⸗
gt /
Der nicht nach Erbarket/ Von und Gewiſſen *
aAgt.
Wohl dem / der ſo gekauft } dab A des Kauffs
Der Nahme wird das eb für den
gam ſprechen /
Seht / wie die wobn ki in feinen en |
:.. (dehnt.
Der jebt ein treues Gar ni leicher Su
Er läugnet feine S — Wie Fan Glauben
brechen/
Sein Wortiſt/ Ja } fen Se, fein in Siege
$ an Se
En teuer Mann / wieer / 3 Wort —
an
*
art,
eine Hochzeit ones Rechtsgelehrten
_ BURGEKN
a ſou ich en ers.
| Auff euer werthes ee „a RT —
| SSLL IE
EL. en - A
142 Teutſcher Gedichte
DE kn — — — —
por zu mich Lieb und Freundſchafft treiben!
Ob gleich mein Phoͤhus mich verlaͤſt⸗ a
Doch mag Die Kraft von melnem Willen
He Wer ces Vuͤrfftigkeit erfuͤllen.
Es ſehen unfre Pindus Spien
Ser Themis ſchonen Purpur⸗Schein / |
An dei geiehr en Scheitel Blinent
Sie ſalbet euch zum Prieſter ein
Kan Themis euch it Titeln ehren / |
ESo weiß ſie Venus zu vermehren.
SGiebt jene nun den Preiß der Rechte
Legt ſie den Liebes⸗-Kraͤntz darhey 2
Der macpet Euch zum Binus goecht 2
‚Made Thentis Hutlein euch ſchon frey
Den Tage mag das Huͤtgen ſchalten /
Bey Rachte Denis Haudgen walten ⸗
er Himmel ſelbſt iſt euch gewogen!
Echt wieder Frübimg euch anlacht /
Worzu wird denn DIE guft verzogen?
Eh macht / was alle Weit jent macht /
Dier ſtehet ſchon die werthe / Schoͤnt /
Ha ſie die treue Liebe krͤne.
O lebt mit GOtt und euch vergnuͤgtt /
Der ——ã— euch / Edles Paaf /
Dlſs deſſen Gunſt J——
Der Glüctfieen gehe nimmerumter/,
Sen indem ett und Raihe mi et
— ee | * is: N
f
FE
|
|
BE x
Erfiee Thel. 143
BRD
= — —
— — —
Eines Predigers Hochzeit/
Im Fruͤhlinge gehalten,
2 tverden endlich sure Fiammen N
XDur Ben BR Trieb erweckt /
So geht ihr Lieben nun zuſammen Az
Von gleichem Seuer angefteckt/ 2
Da Erde wird und Himmel rege
Und öffnen die verborgnen Wege.
Laſt die Natur zum Beyſpiel dienen /
Die nun ihr Weſen gank erneut /
Ihr ſehet alle Wälder grünen’. .
Wie Storaihren Schmuck außſtreut /
Wie hier md dort Die Sehens Kraͤffte
ich mehren Durch Die zarten. Säfte.
Was folldie Fleine Welt nicht macheny
Die groſſe zeigt ihr ja die Hahıny
Sie greiffet auch zu Siebes-Sachen,
Und menderfich zur Nenus ahn' / |
a0. gebe/ Bert Sräurgam /ein Exempel
r 3 tdienet jeht in ihrem Tempel. |
VielGluͤcks / zu dieſem neuen Stande
irn ihr jestfeydgefeßt/..- ....
Die Priefterichaffi bringe Fein Schandey /
Die m die erſte nicht verletzt / ir
Wenn ihr inbenden dient a treulich /
So ſind die heeden euch gleich.heilig. *
Oo wott ihe.beedesdennvestwalten. /
Nun girch und Der’ euch wird vertraut, die
—
*
⸗
J = — . =
| -
144 Trrutſcher Gedichte
Die Liebe hat vielmehr Geſtalten /
Andihr habt eine dopple Braut ⸗
Die geiſtlich und Die eifchlich lieben
Hiefönnen gleiche Tugend üben.
Der Eh ſtand if ein Bild der Siebe. /
Die 5 Htt zufeiner Kirche trag t /d/d/e
Ee iſt allein/pondeflen Triebe 7 —
Die Giut in beeden wird geregtl © 2°
Fiebt ihn und eure Braut ingleiche /
&pfönntiher wasihewollt/erreihen. ——
V liebet wohl / lebt wohlihr Beeden
Des Himmels Seegens⸗Strom mach euch
An himmliſchen / an irrd ſchen Freuden /
In Leib’ undander Seele reic /
Saft Sure diebehier auff Erden 07
Der Himmels Liebe Zunder werde
| ULIX. — den;
Eine Hochzeit /
ſo in Riga gehaltenn
unter eines Abweſenden Nahmen
K8 mm ſchoͤner Tag / komt ſchonte tunden /
Die ihr das Jahr mit Fruͤchten kr nt /
und uns den Myrten⸗Krautß enden
Di ihr den Da ſcͤbſt verhoͤhn /
aftenren Schen ſich helier mahlen
und dort mein Vaterland beſtraͤhlen.
Mein Geift/ don euch ſo weit entlegen /
Wird durch gehtimen Trieb geruͤhrt / au
.
1
4
. \ 7 > + . —
ni j |
i
— Erſter Theil um
u folgen den entfernten Wcgeny / |
orauff ihn Amorielderfühttr .
Er eiht den Sinnen seine Flgel / |
Zu ſetzen uͤber See und Hügel: ———
DSier ſeh ich / gleich in einem Bilder -—
Wie meine werthe Mupme var |
Die feböne keuſche lebe / milde /
‚Dem Liebſten ſpricht ihr holdes Ja /
Wie alles ſich für Freudente get /
Wie Hymen ihr Die Fackeltraͤget.
Wie weit ich gleich von euch geſtellet
EoifivasHerke dohfnad).
Als ihr euch unter euch geſeue 2
So bin ich auch abweſend da /
Ich als ein Gaſt von hundert Meilen /
| 5 euch — ll |
Zoch ſehe / wie der Herbſt euch Senden
Eo manches ſchones Behſpiel gieblb . :-
Weihr/ hey lauter Luſt und Freuden /
EnhnunmQamorsShntenbt; ©: 0
Wir fehen hier bed Herbſtes Tagen .
Die Liebe Bluͤht und Frächtetragen. '
Der Himmel ſelbſt/ der den Gerechten
er rHim ſt echte
allemahl ſehr gutig zeig * =
Beguůnſtigt euch mit langern Naͤchten
‚Und hletbet eurem Thun geneigt
"Ceiftfein Band dapzud werbindet/
‚Ad feine. Giut / die euch entzuͤndet.
Dieser wohl / ihr meine ieben
Die ihr durch eure — lebt / 6
23 1 17 17 Du: ee | |
RR...
346 Teutſcher Gedichte
x ‚€ muß fein Unfall euch beträbenn.
Rei mein n Gedächtnis bey euch kömeßts
© glaͤubt / da ß ich euch auch von weiten
Hit Wuͤnſchen werde ſtets begleiten.
—
Saano Ode /
Auff eine Hochzeit —
Unter frembdem Nahmen.
— Laſſet Betruͤbnis und Kümmernis
Laßt Lauten / und Geigen / und Lieder arſchall
ie ? ſitzt wman zum Scheine /
Seym Bier und beym Meine? |
Erfüllet die Släfer und trindet eins N
- Erfchöpffetdie Becher und mach et fie lett·
Herr Braͤut' gamb auff er SEHIABREN ſolls
Dt Liebſt en Sefundpeit Su aa dir |
Mit Sagen nn ‚naloen,
Die Säfte. zu falb
Singt / pfeift ortrände aut auge ir
Und Taffet fie alte voll Grötigfeit kon.
ns dienet das trauren ı was ſoll man
Sin 1ufig auf beute — tzumt
BT inf
2 u HN: J
— Erſter Theil; > 447°
Erfäuffetverfendet/y_ /
Das / was Euch jett kraͤncket /
Die ſauren Geſichter die jaget hinaus /
Sie ſtoren ſonſt alle den luſtigen Schmaußf,
Mac dieſem fo gehet fein hurtig zum Tanker
Verſuchet mit gütliche Morten die Schanker
47"
.. Dafanmanfihiiidn
Mui freundlichen Blidenn 2"
Da. firieht man den Fuchsſchwantz / da
Bu ſchmiert man das Naul.
HerrsSpielmañ / gebt Polniſche Taͤntze zu hoͤrẽ /
Und laſſet nach dieſen die Fuͤſſe verkehren
Da ſpringet Kofette Ki
= Mitden in die Weller 2...
Da ftreichet die Phyms mit Coryhdon hin/
Der bältfaft Dorinden für feinen Sewinn. |
Ihr aber / Herr — / ſaumet nicht
h AT TR IT ange
Die Liehſte die hat euch nume hro im Zwange /
Ach gebet/undeitet/:
ESehht wie ihr veriweilet/ EI
Geht / fordert die Braut zu der Kamer hinauff /
Der Monden Hält ſchon feinen Naͤchtlichen
F auff.
Ver doppelt die Kuͤſſe / vermiſchet die Flam̃en /
WVerbindet die Seelen in Liebe zufammen /
Und fuͤget im Schergen; |
Die Hertzen an Herkem _
nn offen. die lebliche Bahn /
Thut alles / ihr deben was andre getban
| ü 7 2 xt,
di —
248 Ba zeitgßer Seite ——
ER “108
Seinen tiebften und hertheſten Seeumde
M. Johann Roͤlingen /
wWie er nach Königebergsog DIE rofeen
| der Poeſie anzutreten.
Jer ſteh ich auſſer mit ih tal me Hör
Iina/fühlen/ /
Ein Feuer / welches will N meinen ade
en /
as dieſe ederreitt Die ſoneß
Sheet —* Parse daß ie ur |
und ſtaͤrdet mir den mut, «€ Sonft bieib ich
eh der er Erden /
Mag der gelebrten Belt nicht gern’ en -
Schaufpielimerdei.
Wie fonft wohl mager. Seen ich
Apollo ſchencket mir der Aoinnen.Safft!
| und will das truckne min dee ang Bechet
Wie er / mein Roͤung / Dir ie felbſt pflegt
ir zu ſetze
Wenn du den milden aa it durch: die
gie
Die Lieder / weiche bald in Cedern werden
ehn/
Und laſen Reid und Zub weit weit: Dinder iprem
Erſter Theil. 149
Ich und mein — kan ſich zwar
| f bien, er
Doch theilſt du willig ki it SR ab ein Theil
Was deinem pollurx tete eeient mein Caſtor
Bir wechlein alles ab. ‚Dein Seiffmacpt mid
R und fuhret mich mit dir Pe Parnaſſus
Wie rauh und ſchmal fe mb ri uns
wWir tauſchen Fleiß und Luft. ne bäft ein
alei
Wie / wen der Srtenfkinnes Eifene lute-
wandter/
Eng Bild aiviefadper au ds des Weſen un⸗
annt
Je meht fein Werd — * Stahl hin
zu ſich reißt / (Geiſt /
Das ihm ſo gerne forum ſchwaͤngert be
Durch feinen Holden mic 17 —1 ich dir
Wenn mich dein Behrpiel Gear Hu machſt
in Waffer reicher/
Wenn ſich dein Eftomergeuft/det alles uͤber⸗
ſchwemmt /
und den. kein Mbiederffan be Muth ver
. Wellen hemmt.
Du ehe, biſt mein rondund meine Ras
| ffal-Quclte
—* 4 T
» I ‚’» j » i
e ch
J *
J 14 FJ J
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’
— Teutſcher Gedichte
Hat Ebb und Flut von dir. ehe du Dep mit
.
So fügt ich Rärdre a und werd inch
Ya
N
Es ſolltein Wetter⸗Sturn Don BER au
grunde ziehn⸗
Seht gleich des ——— des Plu⸗
one Pfützen
pi die ergrimmte Ba Sterne feisft be⸗
rü
Beil
ESo daß Kaſtillo aus das Baer (höhe fat
) Das Tethys dr verbot! — ſicht uns dom
ni
| Wir Halten aleiche Bad), un trage at
Wir find ſelbſt unſer Stern, air —
Geht mir mein Caſtor vor. —I— ach ! was
un?
Wohin / wohin mein —2— often dascih
reumd zuth Hun?
Sei denn dein Poipalee Don ‚iom entfer rnet
ehe
Freund / Bruder / und mein un Zai ja / *
aefcheh
Wir ſchlagen nur den Wind Es
Schlu u -
Kein bleiben iſt bey dir’ nur lauter gute teRacht!
ZDu geheſt jekund hin wobn m man dich def
m
ommen /
Und haſt mirt —— zugleich die Augen mit ar |
ww nommen, F Hat
I
H
|
je in Guild
Erſter Theil. | "fr
"Daten ich Dich vergab. Kim ı mas: dein
Das gegen dir von Gunft / * mit voll Miß⸗
Sch’ bin / wohin dich Gott und nd Sehr rufft
Der Schußzherr an ; Du liegſt in ſei⸗
‚und miſcheſt ihm zur 2 ya ſchoͤnes Sai⸗
‚Du wetzeſt auf fein, 206 ſo mandpen Sum
‚Der nimmer ſterblich iſt. Di fer ich dir sur
ng,
So wir zu Lande gehn / was iſt das uns ges
% ‚Apolio leiht uns gar den m Bay von dem
Aa giebtung wohl daran — —
Den ſchnellen Pegaſum / ſo er nur nim̃t porlieh:
Mit unfrer irrd ſchen Koſt / die uns noch ñ⸗
berblieb.
Die Wadt Tan unſer fehn / „tor reiten ode»
Zwo Schwane können ſich Anfte Deich⸗
elpa elpaar
Br nur Eythere win Es tan der Elephant’
84 Ang
—
;
a2 — Gedichte
Ans wie ‚er Evam frUg/ A er mu6aden an an die
Beliebet uns zur See — — wird nicht
Sein eignen Weſer pr. Ban ide u
5 Wenner die Wut und ae ftoinen Ü
„Und diefes blaue Fed mit einemBartef
"Her Widder ſoll fü, ung die goͤldnen —2
E J it Deippinune ac u feineh Süden
| * eig
"Dis fühen wie nie tbun „oberen
‚Ma —
Wi berrſchen überall crmü Fr Tag nd
Baid can ein. Adler uns u ee
Baid konnen wir ‚aan der falſhen
| —A
‚Wie Divatısaikvan. "tor vun
Ati, ‚machen Tobi Klon, taft einen ea
1-1
‚Bir machen lebendigund einen wieder tödt
Mi iſt das wunderns werth warumb find
Poeten
Se kome min wat uich n d —
* nur ein Dr: — ib vel
— Mu
Erßter Theil: 153
moin Ai aan ihren Rectar
| Dh; aberiur erömedt, Iofoiae Jenes
Deemirumaır zugleich. —— ge⸗
Doch Bliebicinten Na hipat ͤwar wol
BEE sen
Als vormahls orrben a: Wie lieb ich
Die ferne Pregel ſelbſt /die ae dir hör /
um iſt en seht — Thon: ven
ſchwaͤtzen /
un Dachens fanlfter. Seit Een ſich ob dir
Den du nicht ſterben af, ie ungemeine
Kunft
Den fhönes Zbunerwire dir auch der Goͤt⸗
u
Sũ didte warlich nicht; bin ich geich ſe icht ein
Die bloſſe Webrhen Rt 9) meiner Feder
/
Das denhen iſt bey mic umd meinen Weſen |
Der iſt ein falfihet Freund, Ye nur zu Liebe
Br biſt sin rap fel6it /ein Pina deiner
Ehren
Rh R Ein
EU \ Er
EN SEEN Teutſcher Gedichte
EinDinter deinee gms. pas darffman |.
Wenn man dich ſelber ſieht Yo epreift dich
Du bildeſt deinen pre (men Blaͤt⸗
Die ſtaͤrcker ſind als erapt ir wirſt du e⸗
Nicht marmot oder Ertzt —2* ſo jeden. 206 a⸗
Es tritt nun alten Ned "en unbergagtet
So daß die Natter⸗Art vor Die ertiegenmuß.
Du traueſt Gott umd dir. Gleich wie den
heil gen Staͤben /
Den Dap hnene Bräutigam das erw geGrůn
Kein Donner ſchaden fan 11 ihadet dit auch
| Wenn ein verboßtes Be ein: ‚übel urthel
Ich freue mich in mir / um kan aat gerne leiden /
Wenn ein vergallter Sinn beb bet mp
jeiden/
Ich parte’ ihm noch daran. Das, it det fe
} \ 4 Er fi
So ſetzen wir den Fuf recht — zugunt |
Was winnt man m tan ei ein
u: iR en 9
„en gpirter Amir in Gapıer er Solen-
* Hencler / Du
.
& Etrſter Theii5
Der nur eiy Alphabet et auf Bei marhen
Der ſticht mich nicht allein/ er abeifft auch
Mit underfehimten man —7 Aungewaſch⸗
Wer wort aupihe EHE Di un Pa
rwverſchwenden /
Die ein ſo bloͤdes Sim und aibrer Kuͤr his⸗
So elend angebracht Mat du armer |
Wo dir die Larve ſizt· 3 it ſedi wol
Man tennet dich gar wor toner du Dich fel-
Mich ſicht fein Neidhatt an ner wetze feinen
Wie er nur wit / auff bleib’ auff mei⸗
Die Gott und Tugendacit. " Meptanig wi
Dich / Neidpatd / und Sit zu meinen
Trotz dir und Beine gun! wide mich
De Pfeil der auff mich et, —— gehet uͤber
Und fährt ſelbſt in dein —1 Meid kan zu
nichte machen /
Weiſt du/ mein Roͤlng / was? ein uͤberlau⸗
tes La achen. O / hetzt
Er
- 2 Er
156 zeutfeher Gedichte
Di hetzt dich nur der Neid/ moin Gluc |
e /
und diefer eig bein Bobaie ſeltſt im Spiegel
| So ziehe denn nun. hin / beſteige deine Stiegen
Wir ſoigen vinten nach / und unfte Se her
iegen
Um deinen ya ber. / mit zordnen unter⸗
art
Sieh unfern Helicon/wie er. die Augen wiſht
Mer dich ſo ungern laͤſt Ich — EIKE
Dich €
So lange man Dieb Mi! ben usa nee
Imfall die Sreundaba a eu ; Sie |
WGoo iſt ein beſſer Stud 2? Bir gieigenn uns
Solch’ das ShuppengDeid a auff fand
Ein leichter Hirſch folle A na Luͤfften
Als mir dein Nahm enefäiny un führten
Wo man den Sangesteindtund ſeinen golde |
Her siwenmablDurfettegt, Soll mich ein
Schther Wagen
Das ungewiſſe Hauf/ fucaniag He eldet
So bleib ich ae Sum inaas un
Das IÖ Dir gem END Hafldu meine Hand / |
Die Treue nebſt der Hand Die gibt dit ihr |
Geleite /
Zieh” ich gleich ſelbſt von Rah ach serien |
Indeſſen laß die S Schrifft ein edenenedt |
»
Mein Roling Bleibe ‚mein / dein BIER
bleibetdein.
RER — nn
(eihrohnfhender Zuger |
| Auff das Pro Rectorat —
Des Hoch⸗Edlen / Veſten / und Sochse ⸗
gelahrten Herrn /
NICOLAI: MARTINI,
Vornehmen ICti, und ——
ten Profefloris Novellarum &
Politices, J
Unter ftemöben Napmen.
Ekraͤntzet Euch / ihr Pierimen /⸗/
neu * — RT
Aabeiegelehrten Quellen rinnen /
alles Leder hören. (11:10 Be
Dergange Helicon wird re el
Rai oͤffnet die bekamten
158 Teutſcher Gedichte
Euſebie /diefrommer fhonen,
Diẽ uns mit Himmels⸗Guͤtern ziert /
Dee ihre treuen Muſen⸗Soͤhne
Riſanfftem Muth’und Geiſte fuͤhrt /
Will hier der Themis gerne weichen /
nd ihr die Zepter überreichen.
Nimm denn / du Zierde der Aſtraͤen
Die ſchoͤne Herrſchafft willig an
ir wollen Dir zu Dienſte ehen/
Ein jeder wünfcher / was er Fan’ = |
ie ruffen Gluͤck Heibund Gedyen
Der ganke Pindus wird fich freuen .
Das frohe Fahr farbt feine Wangen /
Und will / bey demem Purpurſchein /
feiner neuen Zierde prangen!. 2” Beh
nd deiner Pracht Sefahriefenn/
Äpolis ſelbſt der Mufen Kayſe 1,
Der bricht die nene Sorbeer-Reifer. ) I
Beſteige denn den Thron der Ehren /⸗/
Den dir dies ſchoͤne Licht erbaauut
Kein Zwietracht wird die Ruhe ſtoͤren /
Denn Friede wird Dir ſelbſt vertraut /
Der fich für deinem Zepter neige /
And feines Seegens Horn Dir jeigeh —
—— a
Dem Wohl: Ehrmürdigen / und Wob
gelahrten /⸗/
Herrn Leonhard Pegmann
—
*
—
“ \ Zr
ee
Herhdg Erofi Güntbers offDte
SE det cn
Wie Er dur meine Hand die höchfte Ehen —
Stelle in der Philoſophie empfieng. —*
B8 ſieige dann den od den DIE die zw
zeiget /
Den Thron / für welchem I — blöde Dobet
| Den Thron / der dir / mein Freund / den Fuͤr⸗
ſten gleich gebuͤhrt/
Den du mit Kunſt undaBiR) a Did mit Eh⸗
Hier ſiehſtu umb dich her Sher der Mus
‚fen
Auff diefer Büpne muſt du lkes überfepens |
Welt / Eitelkeit / und Band, De ‚Dir sun
Dieweil du als Mena a daft ‚Her fie
Ein weiſer herrſchet recht / —*3*— Welt iſt ihm zu
Er mißt den Himmel febft/er Jäpıt der Ster⸗
Das Erdaebaͤu iſt ihm in Han Heince
3a Alexander ſelbſt der put es ihm nicht
Kt
| en troͤnen ESo
ey diefen wareſtu ein angenehmer Salt, RN
Mon ſchleſt «es wieder zu: Hie Stu minen
— — Teutſcher Gedichte
So 107 denn auch ein. gar! id nennen wid
Sich wie der Purpur dir A deiner Seid
Der wie et Sürfenzlert/ am / nah einen Muth
| edeutet /
Dit nie zur SKnechefcbaftt aa Du
a geleiteh-. m
Wer eine Stappeifanutnc en zporm 7
Her fein Stiabe ſeloſt/ ty at guechte |
| ne |
Mans ffnet dir ein Sch Sit u det Et
| Glezopten miffenunsaum —A
Bon dieſen haft auch Du oie1 28 und Kunſt
sm
uͤſſen ſchweigen/ er
Die gsürbertönnen Era un |
zeige
Es muß ja der Verfiand auße einmahi 2 /
DIE Weiſen Her ift * Bneiwaptedie
‚Die Bücher fe — J——
Sie můſſen nie in ane / wi ht men“
BET. N) iſt abi daß act wia
Erſter Wen Be
— Diefee außgelernt fan Tea Bücher
u
| und eine eleine Weit t mit ru recht genennet
Des Sinne Rötvanger —78 Sinne und
dit Auff⸗und — mit den Gedancken
Und nirgends in der a ing un
Nim ferner bin den King —5— nwird
Die Wepbe di Di dat. 1 zum 2 Braͤutigamb
erw
Die Ste) weiche * —9
Die ungefärbten Sinn ui teiche Seelen liebt /
Diediefem Sole ‚glei die roten Fönnen
Undeneneing trägt die — uk Altẽ.
Sie beut dir au dabey Pig des Frie⸗
a
Der Hernen unter ſich gar ei verbinden kan /
Die Zwietracht dienet (lat ne nach
rate /
Wer nicht auf Einigkeit, und milde Saufft⸗
muth achtet /
Der findet auſſer ſich uñ in fichrkeinen Grund,
Dat — en Kris da N öfer grund
an Mun
der Suurnnn Weſt/
Ben —
— ⸗ 2:
PA Fer &
aa IT,
*
\ i ö
we Teutſcher Gedichte
Da woiten jene fich mit gederfielen morden/
Da ichlägt der Donner denn von allen‘
ein
So wird die Wiſſenſchant gelernt 3 zur —
Du aber / werther Freund abieſtedich nicht
| kaͤſt nur durch tollen ginn andern ſich ver⸗
Dich fuͤhrt dein fanfiter Muth —* viel ge⸗
* wiſſrer Bahn!
So aünden wir Die nun ne ——
an .
Die Dir der zu gend Licht be a klar für Un
So die Gemüter macht / den Si Flainen gti!
Sie iſt des Himmels Glu /die ihrer Suahin
Sche
In unfe Seelen ſenckt / dadutch ſedinmiſth
nd durch den reinen Glani Die gyſterne m
Kein NRebel tiiget ſie — Rauch ver Eitel⸗
eite
Steigt Flammen tie —— sent
Re —— 1 eißt
ohlan / ſo laſſet DAN, ren⸗Faden
—R
Man mug di —* ur kim re
m fkennen / »
0
| Erſter Theil. 26,
Der du im Hergen fiets den Bunde Daft ge⸗
In dem fich jeder zeit ihr Feuer dat geregt /
Das nungang heute Aammt {ich ee uͤr⸗
Der feiner Büte Strabi ab Deiner Facker
Die tragſt u / wie wir Dir jent /Ihm ſel⸗
So hebet dein ti tin beeder Licht’e
Das lap han —* —* —
euchten.
Des Voͤchſten — — deingict
Biß endiſch dich und Sie vu überstagter
Kr 2 alle s Bits au mug on
2 — —
Some fiche Veaiganc/
wie fie ihren
Nahmens Tag
begieng.
* ſoll —V— — — — Rind?
Sache dein Rapıncnwei en Erde wie⸗
La
— ——
ZA
264 _ entfäre Soichte RT
Ich m; TB endlich wohl Ben ar Draͤuchen
Und mach es gerne fol‘ 0 er se ee meint
Doch daucht mir / daß es Talk sum Mberflußge-
Weil deinen Snapmen-zagih ori jent ie
Dein Nahme foll — * * Kalendet
marine ganne Zuge on roth gerri:
encägti winich vir zu Age 1 ienfe w 10
Und margarie po hie aus Meine Sim
Was nůnt es einen Tag zu — Dienſte
Ich gebe Tag und Jaht F rt — *
‚Doch kan man a * Re fi
Wie es der alte ‚Ska eefornert aM BAHR
Die Kernen gehen vor/ die Aörter folge
ihnen ı
Yndwird der innte Sim ur. iotestraft he
An Wanſchen ſou gem! wie u am air
n/fehien/
Das weiß fe mis alem / 9 tan fie rpm |
a
N
Erſter Th a
Se nimmnun 1diefe Schrifft zum Dends
mahl meiner Lieb -.
Andeinen s Napmens-Feft * vi gichfteg Se
Gedende daß dein Licht / mente
Sieltwie der omelent Ba ern’ en
Dein liebes Napmens- hr —— nun
an ſpielet hier und * on Bee St zu⸗
So gehe dann dein ——— mit auf durd
| und Du ſouſt täglich dann von ia gebunden:
07 daß es Dir und mim an Fa Welt / be⸗
Der dimmel ſelber wri ein traͤftig Ja
& binden andre ſich mit "Neenen 1 Bändern?
3 Binde Dich mit mir. en Bundert täufen
Kein Knote bindet fo! eher Stapk
Als / wann die Seelen taremk Nor verbun⸗
ng Sineniß tan een RA une
vo 34
ei
N
0 3 Zeukfeper Gedichte h
Die Liebe ſchleuſt die Welt in ihre geffe ein’
Die auch den Himmel ſelbſt fan BIREDR mit det
Durch dero feſtes ‚Don muß, as Dit lebet /
Dies Band tnüpft “un * bie Her⸗
n mit den Derten /
Es knuͤpfet Mund an Wunne enipiet dand
Es enüpfet Bruſt an Bruge —— aller
Schmertzen
Sonimm nun Margaris (nimm / Schön
mich dein Pfand |
36 nehme Dich vor — 9 — ſind die
j mein ind an Deich / Die Ri
Die Die — Su gm
Mimm wönt Tugend⸗Bild⸗ nimm /
Mardaris / mein Leben!
Dies feſte Band von m — gutem Hertzen
Was konnt' ich liebers do 16 ats diefes Opfer
e
Es iſt mein beſter Schak ae mein altes: wasih
Weil auch die eff se dirte binden:
Und nur da bloſt zer nf Bine Noth kan
EEE
— [)
Erieexpeil. U O9
Er Wii i A
Anbinde DDE/
_ Im Nahmen
Dear Liebſten /
an ihren abweſenden
Hertz ⸗Geliebten.
Wos ſoll ich / Liebſter / nun begimen
DU FA MRahmeng Set: .
Sen 1
I EIFEF 3
Es hebet fich mein Beift won. hingen
Weil euer Antlig mir gebrihtir Zac.
Den ich nicht fehen fan und hoͤen
Von dem muß ich den Nahmen ehren, a0 09
Der — enge Pi |
‚Mehr wird mir nicht von euch ver goͤnnt /
Der bleibt mir ewig unverſchwiegen /
Sp lang ihn mein Gedächtnis kennt /
Doc iſt/ hoͤr ich ihn nennen / leſen
Er nur ein Schall und Blick geweſen.
So lang’ in mir mein Blut wird wallen /
Soll mir der treuen Liebe fand
n eurem Nahmen nicht entfallen /
Fein Unfall trennet dieſes Ban © = .
Mich kan ich von mir ra IR SR Es
Und meinen Nahmen felbft verlernen.
Es gehet mir Fein Tagzu grunde /
—* mir nicht in — 6
— .
Der
Br
ER —
188 | | Teutſcher Gedichte _ rn
Der Nahme / fo mir ſtets in Mundd ⸗···
Befänfftet mir die Einſamblei /!/e/e/ee
Daß ich / wo ich nur fiß’ und fiche
Siels euern Nahmens⸗Tag begehe.
etzt fen” ich ihm nach alter Weiſe /
* brauch” an Euch das Binde⸗Recht/
Weil ich mich hier mit Hoffnung fpeifer
Die doch die Furcht hinwieder ſchwaͤcht /
Wo aber iſt das Band ſydenn
Das in die ferne koͤnnte binden! n
ar’ Orpheus Wunder⸗Leyer mene /
Der vormahls / durch der Saͤitenklan
‚Selbft Thiere / Berge / Baͤume / Steel /⸗
Ihm willig nach zu folgen zwan /
Wie wolit ich Euch mis ihnen binden /
Umb seinen Weg nach mir zu finden.
Es lieh’ Euch Amor ſelbſt Die Fluͤgel /
Qich waͤr es ſo des mn Sit),
u ſetzen über alle Dügll © ——
ach eurer Liebften Armen hin!
Daß ——— utem Gluͤckz ⸗··/
Ein noch viel feſter Band beſtricke.
deſſen ſoll diß Reim⸗ Gebaͤnde
Ecch binden) bis daß kuͤnfftig wi
Das —— binden als die Haͤnd /⸗·
rn unaußloͤßlicher Begiet mi
Und Seel und Leib verbunden leben /
Wie Sie an ſich zuſammen kleben.
Bi |
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VErAerTRA.n. 19
RR An den . ————
Vehi ⸗ Edlen/ Stop. —
und Hochweiſen Herrn;
Harn Heinrich von —
Koͤniglichen MR Fa&tor
ißm
Wie der ſelbe durch einhellige Wahl zum
- Bürgermeifter daͤſelbſt erkohren —
nter eines andern Nahmen. |
0 feige man Himmel je AL Ku, man die
| Und lt zum Büffen ſtehn die aoffe 3 Tag: ie
| Man dringt IP geid und Neid "dung a allen
Bis das man nl en flo be⸗
Giechwie ein kuͤhnes Schiff durch Wind und
ellen ſteiget/
und feinen frechen Maſt dem Bind’ entgegen
Kein, Donner / Hagel Blit Ban: Wirbel feine
I/ das dem ſchwachen Hoh⸗ den kleinſten Scha⸗
& ag na‘ Termat —— cha —
1 — Teutſcher Gedichtt
Es will Es willdie je gettigeeit! der eine in fich ſchlucken /
Fig daft es wieder heim zu feinem Herten ——
Und ihm Hab und Gut mit *
So dringt Ihr auch kununu un Sup
ndt/
Dusch alle Wolcken hin * * erſter
nd /
Kein Unfall hemmet Euch 8 Himmel war Cu
| —— bracht ben wechtenChren SH
echt! Zuge ab vatdie Art ſie bleibet unvet ⸗
Sie wird nicht angefarbt va De De ⸗
pr Stan erpeitt feige — |
mit gotbgefärsfem Sant in 'n Dun © ent
| Kein greseteitget fer una nie
Umb eine kurtze Friſt fo wird jedoch et |
Sit iſt mit ſich be ee
Kein Ungluͤck raubet ihr ie uoßioerbient
Auch achtet fie fein Sutı cp um groſt
Das zum Geprange dient / uf ann und rei
Mut auff — ————— des vohet |
\
Etrſter Theil.
Die fbäget fie für nichts / als eine HlaueDunft,
Dennoch wird fi ie geſucht. en Dem aff
ni :
I 4
{
| Bleibt nimmer unbelopnt u tedliches Ge- |
| te
Schnaubt nicht beym Stante het. Ihr habt
* s wahr gemacht /
Herr Deilen / und Euch fs us Dep ſelbſt
r
9:
Dennunläng waret Ihr; in eines Naihıg Orde
Weil kluger Sinn und Witz — iſt verpfaͤndet
word
Und nun wird —— wohlverdient⸗
Durch einen gröffeen Keane nee Sean
| belau
En ruffen Stück darzu uf bringen diefe Worte
um Außtrag unſrer —— oͤffnen uns die
Der Gunſt⸗Gewogenheit —— Hertze liebt
Bag was ein Teutſches De au treuem
len giebt — J
LXVm. F
Sonne U
Sem Saar Marchen 5
Die er-/nach gehaltener Difputation, a
Mon der Schlafffuht/
Ba Dottor der Arkney erneimet wirde —
Das, —
‚7 Zeutfiheröe Gedichte
gas home der vechte Meg Hab Spiken zu er⸗
So gehet / Ihr / Herr March / Kae ie
Wer lobt nicht euer Much / ie neh iſt dos "2
hr koͤnnt des Vaters Paar fie mil
Die groß und kleine Welt iſt — euer eigen)
Was die Natur uns zeigt / uñ der gelehrte Wahn.
Drumb ſchreibt Apollo. ſelbſt euch unter ſeine
Und ſchencket euch den Be Fa fein Lorbeet⸗ |
Das iſt der ſchoͤne ohn / worlubnen för
Das iſt fie einen Geiſt / den — Zaulfeit Düne
pfet. |
Man ein et euern Jeiß der — iſt bereit
Und waͤchſt Euch durch ſich — — m. Frembden
Was hr hie ſchreibt ar Man > feine, ken
ee
&s richt. die Schlaffſucht ei ir Eure
Wachſamb —
X. El
SOHUETI *
Wohl⸗Edien Vien 1, Hochgelohren /
Herrn Laſpar Maschen N
F
Pr Erſter Thel. 273
der Argenen weitberuͤhmbten Doktor /
und detofelben bey der Roſtoeſchen Meen
taͤt wohlverdientem rofeffor wie derfelbe
Et SE I um ri
0 Dbers Haupte
erwehlet —
Dẽr ſo mit Eubſigkein hc * Natur durch⸗
Der dieſes Welt⸗Gebaͤw und deſſen Heimligs
| — wei
Indem ir lt / und über dies gebeut TR
Der Diefes fefte Schloß fo tapfer durchgebrochey/
Der diefe Fleme Welt / von Haut bis auff die
u
RKunochen
Auff feinen Fingern weiß / und allen Unterſcheid
Des —— das Pandor auß Ihrer Buͤchſe ſtreut/
Der zur Geſundheit weiß Die Kraͤurer außzu⸗
en
Machaons werther Sohm reibt erſt Gefete fürs
Wie man recht leben foll. Some Kranckheit dor
| tn VER hür'/
Er weiß bald guten Rath das böfe gut zu machen.
Sehr Er — Ampt auch dieſen Ne hereiny
So kan Herr Marche auch Acht und egente
4 x * eyn / Br
Den Laſtern / und dem Tod’ / ung: reiffenaug den
"LXIE
BO} EB T0rE
ↄ to eo tojg 4
R
Vz Teutſcher Gedichte |
249 LXIX" H — an
| © QnbmerDan. Banızgil
Eine 1 vormepme Dog
| terin.
Unter eines andern —— |
O ſey mir —— RAR
Duschöner 200 ewun nt. 5 |
Des durd) ch die tunckl acht anbricht —*
* erwieſen
Dir ſey nun meine
Oſeyd geg gruͤſſt ihr lieben Stunden /
Die ihreuch wieder eingefunden. .
Spwirddehnunder Tag — |
O wohlgebohrne Frau / ie
teuren Jrahmen außer —
Den Nahmen der auch mich zugleich
Euch attauſendfach verbunden‘
Hy feyp gegruͤſt ihr lieben’ Stunden!
und follt? ich nicht den Nahmen preiſen
Serfeben /die / als Mutter / ſi
Stets gegen it pie zu erwei ed.
Die mic) geliebet in nun ch / Ir Era:
So würde man mit. recht m mich — *
Die Nißgeburht da Erde gennen.
will nun andre lagen binde ////
Sod viel ein jeder binden kan / |
= ch bleibe desmahl gerne hinden / 4
eilich gebunden umbund and / De
Erſter Theu. 175
Die Wohlthat / die von Euch genoffen, — *
Haͤlt 9 in Feſſeln Engeln el ®
hr bindet mich ja alle Tage 1...
Mer Guͤte fündlih an 0...
Das find DieKetten/dieihtrager, - //
Und die ich nimmer löfen kan/ ER
Bis muß unter Banden ſterben /
Und Feine Freyheit will erwerben.
Kan ich die Schuld denn nicht emtrichten / 4—
So will ich ſteter Schuldner u NETTER RR are
Doc will ich Euch mich gang verpflichten / 2
Mein alles bleibet Ench alleiny - . - .
will mein Herge felber geben
as ſoll euch ewig danckbar leben.
a2 1 3 OBERE
® Ani e .
Einen. guten Gönner/
im Nahmen eines Studenten, Bi
an deſſen NabmenssZage.. .- ;
Strahlt herein, ihr fihonen Stunden /
Do mein groſſer Sönnerhat
Den holven Rahmen erſ gefunden; |
Mein Sönner/der mit Nathumd has
Stets meiner Sachen bengetreteny
Und wir der Eiyrn Cunftgrherege
rl}
FE A N 1%
RR Teutſchet Ge Brite 2b
"Sch m muß janoch di autor char peeifen un
Die ich vor ea galt gefpurt —
Mein Wunſch war / in die Welt zu reiſen /
Durchi ihn iftdiefer Wunſch vollfuͤhrt / *
ferner ſehen / ee |
Hierauff foll man F
ich nach dem Ehren⸗diele gehen.
Dasgilien —
Sein ſo erhoͤhtes — A
Soll mir ein groſſer Schaup latz werben
Za ſehen ie man faͤllt un DEN hen
| ie man diegeoffe Welt foll lennen /
li die 7 fo wir die Heine nennen. —
Solls ſi eyn / daß mit durch fine,
Herr Ohm /ein folches Gluͤcke blůht /
Sp übergeb’ im mein Gemüthel /
Das fich noch mehrer —— verſieht /
Da nichts fo ſchmertzliches kan leiden? .
Als / von ſo werthem rtzen ſcheiden. J
Ich ſcheide nun / und BREI Be |
Yondem ich endlich feheiben Buß); Se |
Mein Here hleibet doch ie r
Trifft mich gleich jetzt der A —
Vind ich doch / dem ich bin ver bunden / *
Kommt hundertmahl ihr ſchoͤnen Sunden *
in Wr
Okommet mmer ſchoͤner wieder /
Und ſchmuͤcket dieſes Nahmenstiht/ / AR
6 hrlich unfee Lieder. — — |
eigen ihre Schuld und — un
irdums der Himmel wieder fügen/ | |
finder ficp auch mein Vergnügen, XX.
DO
@
—
Erſter Theil > 177.
En re LXXI.
Abſchleds und Anbinde-Dpdey
Re eines Sohnes
an feinen Bater. a
62 m u tauſendmahl wintommeny. =
füffes Licht von welchem der
Den erſten Lebens ⸗ Siſck genommen /
Von deme ſtammt auch meines her⸗ at:
D/lap bey deinem Wiederkehren
Mich frölich dein Gedächtnisehren. : -
Ich gehe nun/ mit eurem Qpilien/ -
Herr Vater / indie Melt Hineiny - ————
Iso kan nun meinen Wunſch erfüklenz ⸗
Davor ich noch muß danckbar ſey =: -
Doch aber geh ich gleich Don hinnen /
Verbleib ich hier mit Hertz und Sinnen.
Ich will dem milden Himmel flehen /
Daß er auff euer Gluͤc und Heyl
NIE Gnaden Augen woüe ſehen ⸗ |
an welchem mir auch bieibt mein Theil /
Daß offtmahls dieſer Tag von neucn
Uns gegenwaͤrtig Ban erfteuen. "=.
Indeſſen wiu ich fchuldig bleiben.
Was ſich von mir nicht zahlen laͤſ >
Und euch die Seele ſelbſt verſchreiben ⸗/
as Lieb und Dandbarkeit erpreſt /
Das haben wir zu ſieten zeugen NE
Das bleibt im geben unſer eigen.
| | ß ö
> re —
- Endet Euch ſtets auf feinen Wigen —
> oe: j
* Teutſcher Gedichte BR:
| ALL. So
| Neu⸗Jahrs⸗Wunſch.
‚unter einem frembden Nahmen /
| — N u
2 Matten
So iſt das alte Jahr vergangen ⸗
und bricht das neue nun hervor /
ie Sonne ſchmuͤcket ihre Wangen
——— heut’ empor /
Maevormablstraurigwarimd traͤg /
SWird nun durch ihre Geiſter rege
Hier theilt man Den dabe Wunſh iD
#
or a DR G —
Mit vollein Mund und Haͤnden aus⸗ Di
Sein Recht will dieſer Tagau Haben! /
So bleibe ich auch nicht zu Hauſ /
Und laß/ o Mutter / euch zu Ehren
Ziuch meine Reu⸗Jahrs⸗Wimſche hoͤltn.
An Gaben kan ich garnichts bringe. _
Als Wörter rundeindandbar Dh I
Esiftiaunteralien Dingen 7
Mielmepralsattes Goid und Ert /
Kan ich Euch dası Frau Mütter geben
Hoff ih dies Zapr veranägt zu leben.
- Der Himmel giefje feinen Seegen Eu
Hit gañtzen Strömenanffend bin
Exueure Leben / Geiſt und Sinn’ /
Er gebe Wohifart / und Gedeyen
So wird er Euch und mich er frruen.
— Ende v6 Erfen Theits. Kr 4 J
Le ee
9 nn.
ame zum? 2.
Sanıek 220 een
Rue ® eoilher
‚Anderer Sheil / *
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| 7 Den aldi r
"Hochgebohtmen Gräfmund ——
St. Margaretha Dorothea /
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Des Hoch Wohlgeborhnen Herrn /
.. — Aleſd⸗
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20 Teuntſder Seiateße
reißd s.Cin
2 gusesibtenardungt ai apriß® e
Devon Dennemard ON ormwegen/Kö
\ ae be a |
Iten⸗ und-gand nd7 Kath) ——— |
Fe uf Sera AN Grauen⸗ —
EEE BUN HG 8
Weylandhe
ochſt· und —R ®
Gemahlin /
als dero entſeelter Corper den 17. des gemers
1666. — Gebraͤuchen
Du unvergleichlich Licht eshahn reift
Bis Hieher waren wir * deines anblids
Bis daß dein ſehoͤner ei um Oternt ward
Bis hieher fahen wir in dir die Tugend leben
Bit fahen ihren! Sans ie ine Augen
ö ’ f {
— — mi WW
Dein Mund der prach fe —— ot
Sie war dein Weſen san, fie war die Exte
Sie keimte ſchon seit. in Hang Kindes
Wien! ach vie bey bir af nicht *
Beier” BR.
* son mit feine Zeit gel 4 Ver Kifinie Zapre Sabre
Weil erfetöftewigit/und —32— Mu 4
‚und waͤchſt allein Pe u.
Megen- 1.7
"Sleichwie der Sure auf —9 Tepet der
It entgegen/
Sp geht der Sxeie zrich ig an ich eibes
Ihr Stern gewinnet au ion — Geburt⸗
Dein * war in Dir. Ds Bor ‚heißer
Der konnte Dieden —
Doch wareſtudir ir Der BefteReitffeengi
| Re ———— ſteht Dit —— iſt an
<onm pfegebe ter Geift in Kindern 2
Hung: a .
en /
Und wo fie Sonnen Anden E mülfen Strab⸗
| * ſchoner das Seftiene * deſenSchem
Der Ahnen Schwerd mug — der Tugend
Hier zog ch Muth und einen Punckt
Es brandten ſchon vorhn m INDIE Die Die: lichten
Doch ſuchteſtu auch dit — noch
— auf
/
282 Teutſcher Sehiehte
> Aue. deiner Apnen ar’ sfe BY — man nicht⸗
‚Din Hauß das fonnte —— eften Duft
letneteſt allhier auch vn den Todten lebe
u
ge der Todten er * Leben blieb
Sa tieffe Grab/ das mar bie Hope Spule
Allein ein apın) iſt — 2** alle Welt dich
n
Wer iſt / der das Geſchlecht der Rantzowen
nieht nenne?
| Das Welt und Dracpwctrüß ruͤhmt / das beedes
Schwerd
Ourch alle Zeiten führt Darauf *
er
Dee wapren Adels ruht. Ein —
egen
| Der einen folgen Feind / weiß in den Sub j
HIEe
zulegent © Ü
Dee if an Pinkis flatt / — ein en.
| Sein Bildniß mit dem —* ins ae
Das andre ft das Bud Da: A iſt und
mache
Das zu der Ruhe dient / und bor den Friede
— man ohne En Tapfferteit
Wer
Anderer Shei: . 28%
Wer wuͤſte vom Achil⸗ en pn Domer Richt
Dein Eimöriendas weiß fein ip dies |
Das feinen adelſtand Dusch er, Dreiß br
Es weiß wopl was vermag — Zapfen
ünd tapfire Wiſſenſchaft ins grieden und im
Hier dient infonderpeit Bas Benfpin deiner
Denn jhre Tapferteit dat =: viel Edrenſad⸗
und die Seſchieligtet — preis vers.
{ Dat auch der Nacrupm A eh, atte Bin
Die Alten laß’ ch ſepn. — beim Stoß
Der ſich ihm ſelbſt gebahr skin Kine Stande
Und propfite feinen Stam alle eifer ein)
Den auch der Adler ihm lich ſemen Phoͤnir
ſeyn
Es kennet Norden noch ie ti von deſſen
Deg
Der hartes Eiſen tönt’ dis fbia Glaß⸗/
egen
Auch deſſen Dater war ur gantzen Welt be⸗
a
Ma | Durch
U —— en;
\
184 Trutſcher Gedichte
Durch ſeinen klugen SM und ritterliche
em Eltervater war die erde gar zu enge/
Er giengdem Himmel zu un in bie Quäk, |
Soviel der groſſe Kreiß m one ei
Erhielt zu erſt mit @tsdenn mitden © St |
So iſt auch nun fein Kupm ben Sternen in
| | Sein Nahme wird zugleich Dt ibuen um
Und du / oſchoͤner Geiſt * u tan u nun bey
Und auch zugleich mit ihm des Di ie
Eteh’ ewig / ae Hauß! wird gleich cin
gentrieffen |
Steht doch der Stamm ame. ( So wir die ; |
| So koͤmmt im Sohne Bon * er ae wi |
Der Himmel hemmet dem Tode feinen
Sein hochgebohrner Seiftd der ot fich hoͤher |
Er kan nicht bey der Gruft * — Erde
Die Zweige wachſen nun forthin durch ihn
| z ee” a
RE Sonderer rben ER.
3 en bftopft den edlen Dudhse foäten Raſ
Wir abet müffen nur eu Dersih Eon |
Son hättehhwirein Her Bohne Kieſel⸗ =
Die Adern wären ea die Augen Si
Die dich verſcharret fe on M Biden blaſſen
un bleiben oöne gar. So Bei bier nichte
Huf dein Pay ete — Feder mir betleibe, |
So jung / fo, —J ——— ſo bald
Es thut ja die Natur jcgt wieder. die Gebuͤhr.
Kaum war hs HR * Antlitz auffge-
& raubt des Ton: Statt den Purpur dei⸗
Das ſelbſt det bleiche De op Bafle erröthen
Hier fiepet dein Semapı. aibt dir den lekten
Der ta kaum mehr eben taipeier in Dir nicht
Ob deine Seele gleich, iom ng im Hertzen
Doch laſt das trauern im uk geben iſt
* F
v3 Sam S Das
186 Teutſcher Gedichte
Das es die Serie fiets fete mit Zorn |
Genug für Gott und ug aeg, genugge⸗
Wie / daß man alfo dem Dei | wiedet /
So lange noch daß Stutin ı unfern Adern
© lang’ im Hertzen noch der gehensparhe |
So lange treiben uns * Sudan Sof
Und wir find unterthan — J55 —*
Die ſchnoͤde Luſt der Melt A pt Die: Ne
Iſt Regenbogen gleich | ER batd au Waſtt
Der Leib verdirbet zwar / iſt der Def
| Was gehts die boͤtter anıwvenn man ini 4
1 as ie gezeuget iſt hat ine Sen ef "a:
Ser Leib wird Aſch und She den
Mind verfpielt. |
Her Geiſt / der himm liſch ift 7 wort Geiſte
ſelbſt genommen. —
Der muß / ſo wie er iſt zu feinem Urſprung
ommen.
Wasifts daß — aa
A nn u
Anderer Theil. » a
Ein er. Geil meor als tanend vadee
Der Ewigteit nur liebt. N muß ver⸗
Weil alles ſtirbt / fomuf a x aueh ſelber
Mei das / was urforug bat vanf feinem &n-
ee Ende dann * ‚a ſelbſt ein
"Sonuxt.
Auff den Umbſtand der Zeit gerichtet,
ty.) Alts bringts Neue Sat wir flerben,
aben /
6 alte Zeit / und ach der Zeit /
ſes aliesumd Dies nichts / DR fein alfeg
Weit/ Sande, Tod und Ri — was wir
In allte alt uf todt. die — Ne Jahts⸗
| a *
Sind aufſer Zeit unbe un und — Sterb⸗
igke 8
| Weñ uns vie Ewigkeit / der —50 — befreyt /
So (ind wir nicht mehr todt. Die Motten und
ie Schaben
Die ſreſſen zwar den geibr un picien ſchnoͤden
itte
Dot f nu der Seife: um (bon ent groſſen
* Geht
Eng
— —
a Sin EN „2 =
re — —
| 188 Teutſchet Gedichte \
| Dura den Das todte 9 und alles neu ſemn
Geht unſre Heldin (bon an wor aus unſerm :
Leben / gönnt es ihr Sie hetauſſer Pot |
za Todes Todt reiſſt ſie er Tode durch an
n% Al. J Drei II Ei :
Hochverdienter Nachruhm
Der Weyland
Hochgebohrnen Graͤfin und Frauen /
Fr. Catharina —
Ghaͤfin zu Rankon und Lo
Bin auff Breitenburg re.
Wie dero enifeelie, ER eingefendet, *
Wo ſoll ich wre mo Pitch" |
da Geiftun Kr
Bey dieſer Trauer Nacht Ye
Zu ſchrieben was das 800 Pan: ———
Das bey der Nachwelt fr ie ipre zug
Daß Ihr ſo gleichen mag / wie ſie war u
oe ſich cube nnd ſo ri
.
nn ee As il En. OST
5
. |
e . *
€
a —
Anderet Theli. 199.0
© laͤſt mein Zuſtand mi A ‚försiben |
was
Die matte Doefi ie/ die ann zu Soden ie fr;
| und bey der Erde kreu Hl zwar von ferne
ſch
| Micht aber über Lufft J—— |
Zu folgenı wie ihr — ke ale Zeiten
ngt /
Und ſich mit vollem Flug’ gan au Ben Sternen
Wir klagen deinen Todt du des Sra-
fen: Standes. |
Du warfi/weildu aan Bepfpiel unfers |
Darin die Frömmigkeit fich lebendig gemahlt / |
| Darin der Tugend Slang mit vollem Lichte
| ſtrahlt /
Und alles / was man bie fonfto groß und herrlich
Ähe
In die Boutommenpeit und ‚Döchfte | Biel
Die groß iſt denn das L * deinen Eb⸗
Ma
Mit was fuͤr Dersens-bein ic er di Grabe.
Det Sopny der werthe San] 1/0 bohen
Wie kimgt ihm dieſt Poſi et 4 fie rauh uñ
erbe!
' €: gehet feinem reb Hin feine zudem nad
—
156 Teutſcher Gedichte
/ RT nn
Was Was Kom / was en je von ſeltner
mag /
| Von Wiſſenſchaft n und Kunſt * vor edele Ge ·
Dasvienet ihm zum. Sag ı und find die
ſchoͤnen Guͤte /
Die er / wie Jaſon /ihm die göldnt Haut er⸗
Als ihn zu Hauſe hat der — Stern
lag
Die Fraͤnlein / welche Du in Deine Schu
erzogen
Die von Dir Gottesfurct und Lagen einge⸗
Die negen deinen Sarck Imiten einem Thraͤnen⸗
a
Und föiden deinem Seifte ud € Sauffiet
|
|
|
|
#10) Une indeſſen! lebt — Ange
{
bar Dies kanſin nun der eilt zum fleten er
theil ſchencken
Das ganke Sand das eng! hon Deiner äh
und meine Muſen ſtehn zu reinen Kup Be
Sollt' ich den bohen —— und deſſen ir |
Was müfß id für em a —— ie *
ur. Wo
"Anderer Theil. > 1
Wo tenuet nicht die Weit dasghangane Gr
| Da Bik und Tapfertetfetshaben Bürgers |
Das Könige geehrt / Das * Rednet⸗
Das boher Dichter — ſo — hat
© dat dein Eb ⸗ Herr dich sun Ehgemapı er⸗
Und ſein beruͤbmbtes Haus rg deiner gier ver⸗ |
So wahr dies werthe Dan zu gider Sept Ei
uUnd wachen. mit der pe bieraus fo feböne —
Die beeder Eitern Ge 2. * Stirne
Und kuͤnfftig ihren Stan neuen Reiſern
Doch hat man auch gefehn — Unglüder
Die zͤweymahl dieſem Ra ——
Reiß enthoben.
Was nun noch übrig if —3 mit der
Und legt zun Süffen din: Der. und Dirgänge
ann da man bon dito neuen
PETE ⁊ — u de Se TE
’ x
& \
7
|
|
|
- —2
eutſcher Gedichte
So muß ſi e ſich mit ihm ing Grab Darnieder
en
Und weiſet uns Hierdurch wie ihre eich’ und
Auch in dem Tode ſelbſt noch ungzertrefilich w
Wie hat man ſie geſehn Re Tod’ entgegen
ehe
Sie ſahe ſchon zuvor / wie aͤlles würde abe
Sie gieng recht wohlgemut — des
(4
| Der auch an Kittern — zum Kitter wer·
en ka
Ihr halff nicht Attenen mis gel⸗
330 gleichin
Sie ſelber Ihr defchäpfit [ ve: die in
Sie andern offt gereicht a pit feine |
t
Hat Soft ein ziel Beieht ı Dr l bilfft feine of
Kin hertzer quickend A aus Sr
Brunnen.
Die Gen gefunder Zeit au or nicht er
Die Hat am beſten hin n en orte
Wenn man für. Bitterten 6 Add uchet
AN
ESonſi Sat Sienben vn nu, 008
—* St
„‚ Anderer Theil. Lt}
auches ſchoͤnes v
Ed manche ſcho in on. Zẽeißbeit
Wann and're ihren Siñ auf RR
OR 1hre Luff ac iR it efentn
Was Griechenland und Kom mt at von klu⸗
Was in der S Eittentunfioen: bon den Aoiten
eifter:
Je auffgezeichnet war / dag tar ht Anh, be⸗
Sbo weit e bericht dei an eluae and.
Was Seneca gelehrt / das 5 2 der.
eyden
Was er von Wohlthat (reiben von Tapffer⸗ |
| keit im Leiden -
Wie auch ein weiſer eu — — glůck⸗
Dies lafe ſie / ñ nahm des Geiſtes Licht darbey.
56 fü Hate diefen zu die Schreiber derGefchichte
riechenland m nn s ihre Dich⸗
Wie Sie die Welsben ft in "8 a ⸗ Sci IR
Da bey dem Nutzen Sie@rastidfeii erweckt.
Was Flemming / Rn Dar bo Poeſie
geſchrie
Das ein belebter Geiſt vor andern muß beliebẽ /
Das alles ſagte Sie faſt auff den Fingern herz
und Ber J zeusfepland ſey auch nicht von
-. Männern IM
N na ar De
Bo. rauther Saite”
Die ihre Mutter noch — re
Daß hier auch Adler kon micamersnond
i
Das war ben Ruhezeſt ihr ſeibſt ——
Was aber Diana) war / wir ſtaͤrcte Neth,
Die Gottesfurcht war bier, di Wurtzel aur
Die hat allein in ſich Was rei abe.
Der folgte hl keit und J
ed hr: ſſtmuth
Mit kleinen gieng ſie ——— Sofiatt ud. |
Ließ offt den Dürftti en. die die opel
Pflag and'rer Noth und Een mi roſt i
Bey allem war das Hert nicht nut er Wit⸗
| . ter Schein/
Die der verruchten Weit —— |
& ach’ 0 Serge) bin a an ur PAR:
Hier wirſtu ewiglich eh Lebens ROTH
weiden /
Und deiner Tugend Fiſn der folgt dir 12
Du faͤugeſt hier nun an Nadia geben
Laß uns. nur in der pe ne Wir helwindt R
treiben? / Do
mir
u
As
ZuZ Ei
* — el —
NIT Da bon ben — Per füher“
Hier iſt nur Moth und Top /ein ungeflümes
Wer nach der Welt hier ah oen Tod⸗ =
Und näpret ſeinen Tod⸗ ein * der IR.
Der nicht weig &ihtund Hear edeffeni fein
ſſen.
QWobldem / welchet fo gelebet hat / wie Dur
Be Tode — — F
Pinbeiie Tao
—
J Pen we Ri
Boch Wobhechetn RE
Frauen Sophiae Harz /
ariohrnen ar bon der Natt /
NG opieobopenen Herrn /
von Hans Rakonm/ N
| N | nd — M
26 __Teutieher Get Teutſcher Gedichte
3
Hoch⸗Fuͤrſtl. Hoch⸗ Furſti Nieder ſachſſchen fifchen gebeimb
Den Raths / und Stadthalters im ri
deln — auf HZuarnbeck Matu⸗
| tendorff Slockshagen /
Eheliebſten /
Bergen in St. Nicolai Rirche 2
geſungen worden.
“ Dindarifche Trauer Ode
Der erſte Satz.
grEesiien auff dieſem ge
Die Ihr ſo hohe Sinnen fuͤhrt /
gun en in Euch ſelbſt verliehtt,
as hiifft Euch au’ Ergögligkeit un —
Tas hilft Euch Reichthum Eu —
Schaͤtze
Da doch die Welt und Ihr ver —
Sein Gluͤck wie hoch es iſt / beſte |
Und webt Euch ſtuͤndlich lade —2
Der erſte Gegenſatz.
Wir ſehen bier für Augen ia
Sie durch ihr Hohes Beyſpiel lehrt /
ie allesfich ſo bald ver rkehrt /
gwdie mechts ſo groß wie nichts ſo boch or.
Dasnicht vom Gipffelfichverende:
Hier liegt die Zier des Hohen Stands /
Hier liegt ein Licht des Cimberland’s:
Dis bielot Ihr⸗ daß man SIEB J 9
3
EM
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ANDERE KB 15
Ddeer erſte Nachſatg
Bas wollen wir uns deñ hier groſe Rechnu
— ⏑—
ESs bleibet wohl darbey /
| Das alles ſter blich fen. WER
Bas hilfit es ı das wir hier viei rennen / ſchwi⸗
Wa⸗e lt un St en
Was hilfft uns Stand uñPracht wasSchön-
BERN heit /Gunſt und Muth
Was wir ſehen /
Mus vergehen / r |
- Und wär’ esnochfo herrlich ı ſchoͤn und gm}
Der andere Nachſatz.
Wer koͤnnte dieſes ſonder Thraͤnen ſchauen ⸗/
Da Mutter / Tochter Tochteriind / |
Einfrübes TodessHpferfimd?_
Wer woute nun auf Fahr un Kräfte baut.
Ach fehtı wie ſchwartz iſt dies Gerüfte!
Kommt Vaͤter / Mütter Kinderhiere /
‚Und ſtellt euch diefes Schauſpiel fuͤr /
Vergeßt der Melt / und ihrer Füße.
Deer andere Gegenſatz.
Ber fan das Leid / die angſt / den Jammer
— 5 DEREN A sehen?! - |
Der ſich von allen Seiten keatı /
Und, wie mit Donnerkeilen/ felägt.
Wem ſoll es hier an Tapferkeit nicht fehlen?
Det ſelbſt den Fürften Kath fan geben/
Dem fehlt es hieran we und Rath /
3
“
%
Nicht
—————— 0.000 4
ı — Teutſcher Gedichte | {
| richt Mur nicht Klugheit Hat bie at
Ben Pe Stürme 1 erben. — |
Her andere Nachfag-
Wer ran hier wieder Sort u bas as
Stürm’tallee I An loß /
Wir ſind in SHttes Schoob / er)
Es wird uns ſeine Daun im Tode feldft be⸗
Die Wunden! bie Sie ii) serien | uns
it find zriche |
‚Seiner Liebe/
Einieder Hat ier fein —— heile
Der dritte Satz.
Wir füllen dieſe Weit mit Floge⸗dedern / F
Kömpt unsein Unglüdor die Thuͤt /
Ey / ſo versagen wiria ſchie /·
FWir klagen unſer Leid den andern Srudern / |
Damitiwir une Schmergen minder, |
So fließet / O ihr Zahren / Rieß't/ /
Bar ihr dieses Leid verfüßt/ /
aß nur die Truͤbniß ſelbſt kan lindern.
Der dritte Gegenſatz. A:
So Wollen wir nun diefes Grab she
Aus deſſen Finſterniß uns Licht ⸗
auch mitten in dem Schatten bricht. -
Sophlaſeloſt wird neue eißpeitlapre 2 %
—
* r
ar -
Andere Then. 199
Sie / die aus Grafen Stamm’ entſproſfen
0 hopem Haufe war ver mahlt —* Menu
ie nun dag Beffe Theil erwehit /
und deren Leib allhier ver ſchloſſen.
Der dritte Nachſatz.
Wir hoͤrẽ Sie zu uns aus ihrem Grabe ſprecht/
Derlaffet dieſe Melt ii u
ET Die taufend Negeiftetit/
Die voll von Laſtern ift von Itrthumb und -
un: Gebtechen,
Wohl dem! der Ihr ein Grab Teen Her⸗
Re
Da ſie ſterbe Bi |
Und verderbe / —
Der ihrem Schein’und Falſchheit nicht
——— mehrt traut —
Der vierte Satz.
TR >
Saprt Hin Cprict @ie)ipe nbnöben arg
RR: DR RA uß | a
Jamit die Welt die Ihren —5 — —
undaue ſhwache Seele krandt/
Fahr' hin / o Welt / zeig andern deine Spitzem
Darauff fein Gluͤck den Fur kan gruͤnden /
Zeig andern nur dein falſches Acht /
Dein Irrwiſch der betreugt mich nichts
Ich laſſe Dich nunmehr dah nden
Dder vierte Gegenſatz.
Dott leuchtet uns Yerufalem/ die Srhäner x
Die ſtellt uns Hene Ca auf / |
— ————7770
—
f ı
200 Teutſcher Gedichte Ben ;
Rur dahin richtet euren Lauf - 2
Dar ad des Oit ſun en) nik ra
Die niemahls keine EHE Fan tafen RAR
Hier iſt der Frommen Seelen Ziel/ //
Was irrt uns Welt und Erdebieki. 0)
Die wirin kurtzem muͤſſen laffen:
Der vierte Nachſatz
So gehe denn dahin / mopin Dich Sci.
men/ ar
"@Derfelde rufft Sr in
Seh’ ein zu deiner, Ruh⸗
Geh' in die ——— Auß ep 2
omm
Wol dem! det diefe Welt ans fi feine Hetten
| Senn iſt —— — * —
ieift
"Det Simmel li a ai! be ei
m
Auff die Pe : E |
Des Wohlgebohrnen Herrn .
Herrn Elaus von Dual
Dero zu Schleßwig Holftein Fa %
den HochFuͤr ſtl. Durchl. FandssKatbs / UND“
Amptmaãanns zu Neufter / Sigmar und Pl
ig Snburg/ Erbherrn in Sigäth, Be |
Am ae al.
lan) DEM STIER Bi |
Anderer Tpeil: zn
ogeh F von uns hin beleden beine Sterne,
SH deinem ‚Himmel u/ undficheftung: von -
ern
uns / die wir auff dem Piper der Heinen Erden
n /
Uns die wir Schatten find. He hier im Staube |
gehn.
| Vor ung. it nur der Top, —5 — Fan j ja nich
e
erben
Und kan ſonſt nichts an Dir! ‚alsur dein Pics!
verderbe "0...
Dein alles bleibt dir nadh/’dein meifteg her nn
Wir nehren durch den Ted inunferm Buſem hiey
Es flieht uns täglich wasyin uns find lauter Leichẽ /
Was Welt und weltlich iſt muß / wie es kommt /
erbleichen.
Es iſt der Tod, an uns / und wir an ihm ——
Er ae bey ung ein/ er ſtecket in der Haut) ,
Wir effen lauterTodyer wird ung. eingeträndfätr |
Üü jeden Biffen iſt des Todes Koftgefencket.
in jeder Stundenſchlag fit, ung ein Grablied
Lite mein/ / Er lebe vie iM alt ich / ein Thor⸗
Denn iſt kein Tod * mehr Kim wir die Erde
la
Wenn wir den geib auch, —* die Hochs
affen/
Da fein Leib folgefan, — / bleibt hie /
Bi) ber Mutter Theil / und dieſeb fordert Siey
äterliche Theily das uns der Him̃el geben /
Dasteier feinen ur ſelbſt in ſich das gie |
FE
x \
; | Hiro wur
— Teutſcher Gedichte
Und gehet ——— ter Leben iſt /
Da Du / o werther Held/ —
Hier leb'ſtu ſonder 4 8 will man denn
nen?
Das gantze Land liebt vichen liche nich Biedend
Die Erde faffer nicht » Held/deiner Tugend Zier/
Sp rg Hertzen find / ſo viel find Graͤber hier /
Dawirſt du beygeſetzt / in dieſen ſollt du leben /
Dein —* oilbey — alle Zeiten ſchwe⸗
Dauleheſt dort bey GOtt/ du Ibefüben *
Was und denn’ — ii eil an
—
xob und Troft Schrift
Uber das Abfterben KEN
Der Bobigebornen Frauen /
Fr Metten / — en m
ano ud Nohlgebofenen Her
Goſche von eg, R.
Heron in Ölpiß.
Ders Königl. Maj. an. Dennemarek/; Nor
gen ic. and. Sather und der Adel. Kloͤſter /
Uterſen und ne ——
Als ik. in —— mai
ö
z .
LE 22
Anderer 2 1 203
Koum iſt der liebe Day um And Iage: cheache ge ge
‚Der fonft viel Luft gebieher sh Augen‘ und. den
re
Saum hat der milde Nord mit * außgetobt /
Und Zephyr wiederumb mir HT, ich verlobt,
Kaum iffdie Jungeguct der Blumẽ auff⸗ ffgegangẽ/
Kaum hat der Voͤ gel Chor zu ſingen angefangen, |
And ung ift alle Luft in lauter Leid verſetzt u.
Die auch der ſuͤſſe Bick des Lentzens michtergägt,
Der Himmel gelbft hat: un ben, ſchoͤnen Sarg |
‚verfteller/ |
Die Kräut:cluft fung: mit Mermutk angendllet/
Der Felder grünes RI ui ‚bunte Bartels
t
ach
Verbleicht / der lange Tag der Fi ung faft zur
acht
Die Angen / denen fich der Lenk mit Farben |
ſchmuͤcket /
Die werden in der See der Iranen chier er⸗
die Ohren / welche ſenſt der ie € Säng gerep
ae it jeßt nur lauter Klaggef rey/
Osier und Preiß des gantzen Cim⸗
erlande
N TRETEN Sicht des Men Melftandeg , /
Edl De Süchwaldin / ſo — gehſt von hier⸗/
innſtmun alle Freud und a⸗ Luſt mit Dies
Und haſt in deiter Klufft * Die viel tauſend
en/
3a fa bie Tugend AM in —— begr
zn
_
204 — Teutſcher Serie
- Und deinem andern Ich die Sede 7 ẽ
Weil Du / o liebes Hertz / —
Das Haupt / daß dich / it du Aa deiner Bier r
oͤnet ;
Von welchem Du den am wie es von dit ent⸗
Das nun berfoheen hat an dugen Licht md
n/
— — Augen ſchleuſt /di nun broche ſo/
ie nun mit lauter Nacht ya ——
Da oänklich nun perlöfcht ” ne ie St ver |
Darauff die Tugend ſelbſt den 1 Woßımia he |
erfe
n/
uni me Morgen Blank ließ’ aus dem Sirelgehn }
ergönne / Seel‘ ge Frau es — meie |
eimen
Die mehr son Thränen — vom, Sofa
Vergoͤñe mir den Kuhım/zufi ingen Deren I oh
os 1 wei ich dich / der Tugend —— umd
urden nicht beehr?. Ach laß mic den
nem Leben
Den letten Seuffher Zoll Sins bet Bin '
Die Fauſt iſt viel zu ſchlecht un reiben deine it |
Die Unpermögenheit ser fchli et mie die Thuͤt ·
Doch⸗ was ich nicht —* an mit dem
—
ur,
Dec! me
ME
‚Anderer Theil." 205
Mag ausden Augen mir und is dem Herten
re
Wer hier den ef nennt. ’ der hat ſchier
ug geſagt /
Das iſt das e = dem ein: jeder fragt /
er hie den Stammre En, der Fennet a on
| Ein Wofsofmespunnadnt zoe vin |
Und bloß nur das Geſchlecht fleckt de Geburts⸗
—— ——
eLchter
ad bilden — den Geiſt der ſchoͤnen A eſichter.
er kennet nicht allhier den Alefelde Ay |
Davon die werthe 2 denerfte ehe nam?
Ben iſt das edle Hauß vor andern nicht bekañt
oraus ſo mancher Held de Vaterland’ en tſtand /
Worauff ſich Eimbrienhat mani mahlg get
Daofftmahls Kon en/ und Fürfie en hat genuͤtzet
Miteiner tapffern Kauft mit ren Flugen Se
Wodurch der Adel fi ich recht Adelich erweii
Aus dieſem Meer’ at fi be Do Strom er⸗
Aus dieſem Stamm ift ung er ice Iweis ente |
Der die enedlen Wald — 7 gezieret hat.
Man fen bey ihr die erſte Br
Miterfter Murtermilch/dem Hertzen einge Hoffen. ;
Hier Da ‚Die Natur — and ——
ſchl
— *
Er — eit Faftben > um rn 4
Der Tagen. re betagt [ he I: —* %
Hier ward in dieſer Sur, a Gottecfutcht |
Die Vriſtwehr aufgebaut t di Welt u übere hi
winden. |
gi ier fchlue Sie manchen&turm denGitefeitdabt, |
ß daß Sie endlich trug * Si darvon ins
In dem Sie uͤber Tod / Beit 86 und geſch 4
gefieget/-
uñ mitten in derGrufft auch het us oden iu: |
Sie war⸗ weil Tugend Sie recht au die P
ſtellt
Indie fer Eiſen⸗ Zeit ein Bild der hnen Od ’
Re höher Sie gefest/ je fanffter war iht ZB Weſen/
Man koͤñte —— gkeit aus ihren Augen leſen /
Die Hoͤffligkeit die blickt’ auß ihrer Stirn herwen
Die Äemen hanten hier ein unverſtopftes
Und ungeſchloßne Hand, Sie ga von ihrem © De
en,
So wuſte Sie ihr Gold auff ucherhing Me u }
Viel him̃liſcher geſinwt / ais wie manje und irrt/
an ſchier ber Ehrifienglanb‘ ER ni |
Da leider alle Wel nach CoD und Silber —
Und feinen andern Gott / alsihren Ban
Es war ihr frommes Herg auffdiefen
ſtellt /
Sie geſammlethati in einer ai al Welt.
ae &
H#
9
. Anderer heil * ER
| Si Benmeman rote wohl ————
Fan ale etreue K dienen/
SEN a Sea zu —— VEN Ru;
s Brod / dae uihm richſt / wird Die zum
immelbrodt/
Der Want / den Du ihm zn } iO Sea)
erden. © &
Wae war für Anmur het ni unGeberd
Was er Bari bien ter; je
as / wohl ——————— ele felbftgebehr,;
u Eifer ohne Gifft / Gleichwe ein leiſer Regen
Das lächgend Erdreich Iabt keinen von D alte
Öleichtoie ein fanffter Dad, 3, Burbraufhe das
ra
ind theilt den Wieſen mit — angenehmes Nah.
So * Sie i Immer zu in Zucht und helden
itten TG
sing auf der Tugend Mad mit tngemeinen
i
Aber Sie viel Seelen ihr gewann,
ihrer T ugend Strahl sie! Hertzen fſam t&an.“ *
eig euer iſt / das in den Adern ſpiele/
nd uͤberirrd ſche Krafft —— man im er hen
uͤhlet /
ie Wennſ— je an der Stirn’ ung Horgebilbetfte
e unfer AugenzLiecht tieffin das Hertze wi
— Geiſter kan ui unter fich verbinden,
We —— Me
a?
z
J
emn * —
6 J
“7
e
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*
3
- * v ci y en s — ..
zo8 zentiße Seife _ s |
a nam Dezten BI
or dieſer mar ihm nur in ſeine J
Uñ Beeder Tugend wsard in’Bernen ſo Kai
Daß, auch nichteine hier an ihrer: |
Sau’ daß fich je ein Paar / alſo
Wie er des Landes war / mie
Mit welcher er ſein Herh und. ale Sorgen it |
Die ihm Durch lauter Troſt die ee
Auff dieſer lieben Broſt katteine Bruftgesih u
— er er —— die keuſche Liebes ‚Sur
i,nun Dusch Ihren Tod Yin gangtich iR en
Zeil fie in einer Gr T mit hr in eingehäl hält, k
ie jet in —
1)
*
Wie hat Sie Ihn ge rt / die Kurden Zeit
añ von —* hem Geiſt uñ aller Tre
Wie hat Sie i nigeliebt / nn. Fuͤrſt und US
Und dein das gantze Land den ech er Set
Hier war ein Sinn ein zit — won,
Die wahre Siebeleicht in einen of
hr mar. gar Furke zeit u heben geben!
Sa bloß das vierdte Theil von ihr u ende ler
Hier wardas zehnde Jahr zum iefe auffgelten®
Fach viermahl schen zog Si muß | 8 der wigen
n jenem Canaan ein Hochzeit⸗e Feß han),
das air Lamm den B id
verwalten. a
Andeter Then. 109
— pi * ihm ne —* Den Tagl :
fi ebes-fiechtanbracyy /
| Daran har fi er gu ” ut; Merck J———
Sie hat die Eitelkeit un Diefee vernichtet /
—— —— — Enid ein
aub
| Käufe rafe ſchwitzet / rennt / ja gar zu Felde
r
Da alle Herrligkeit nichts als ein Raub der Zeite. .
Darumb wir ſelbſt mit uns und uuetan ahne
Laß Alerandern nur die Rd {uen eſeyn / —
Ein Grab / zwey Ellen mg / Ken nen Hoch⸗
Kannur Diogenes im Zaffe ficher wohnen, /
Erläftden König feyn mit —
Und was macht nicht ea * an dem Himel |
Das nach der Shi keit fi fehner und verlangt ?
Es lacht der —— die wie ein Blitz ent-
| Der zwar ſehr bee iind er koͤmpi/
verge
Was iſt das Leben denn / das man Fenbſ ſucht?
Das durch der Sterne Lauff / u ung det *
| 33 YugenblicPung — —* ſtirbet /
008 ung in lauter Pein elendigůch Be,
Was iſt der Menfh? ein Seas Ohen ſch oͤpf⸗
| Mob diefen holet er dur See an iR i
En
210 Teutſcher Gedichte
— — —— ————
Das von Beſchwerligkeit des matt? Lebens nu tl
Er ißt ſein Brod mit Sch Schweiß und Im.
eingeteiget / ie RR
Er (äuffer über dand / er Sat über Mer‘
Kreutzt das Gehirne durch offt in die ang am
Verſharrt in feinen Shan di Bl u
Und trägt fh 7 da er Air uf ee Todten⸗
e
Woerd nſetzt / da mißer ihm —
Be Saas Di Du |
| rungg |
Er ſchwimet allezeit auff Bellen —B—
Macht Schiffbruch nöfferofft * —5 R
Er / als die kleine Welt ar miitbet or ei
Doch einen ſolchen tg / — ung! leich iſt und
Es iſt ihm ſein Geſi or ein Sp —— aller zit
Es ſtuͤrmt und — bey In an alleri Seite.
Bald ſcheint ein fanffter 9 bald wieder an
r
pri *
Dee / wenn die Sonne lacht Da feinen
nen will u 12 —
Was fieiget ihm nicht auf AMerrer imGGeh |
Bald brennt der Hundeſtern an * en
| tirne en
Bald fieigt ein‘ ereiipihmundenC zedancke alt
Dann —— ug und en 2
> Ynderet Theil ar |
Des Mundes / der niit * —* EI? weiß
eben,
Dies hier unſer Were) Sie Midas ſchoͤne Lebẽ/
Das iſt die Freud’ und Luft die hier zu hoffen iſt.
D lafle nur die Welt / der Du ein Pilgrim biffr
Drumb ließ die Seelige die Welt aus ihre Siñen /
Die keine Schoͤnheit hat von auſſen und von inen
— hoch war jung / un Feine Runtzeln zog /
Den falſchen Huren gleich / die Buhler o tbetrog.
Aber m te iſt verlebt/ und Todten zu ver rgleichen /
er wollte doch wohl nicht — ——
Drumb gieng Sie auch von % er * einigen.
Be
Rar/ das Sie ihren Mañ / den — laſſen muß.
ae tar. das eine nur / daß ihrer Seele fihmerktey
a Se! den Verluſt erdultet / die Beheroaͤte ⸗
Wa ſie nach kurtzer Zeit Ihn würde wieder fehn,
Sie ließ. manch fü es Pe au ihren Lippen
| b
Switch
T
ie A die Augen zu und hieß die Seele 'gehn
hn in jener IBeltiwagfein Aug’ hat geſehn.
a ehet * nach / Er ſtehet hier und weinet/
— —5 — nicht bep he ee fheinerg
Weil feine Sonne nun mit Ya cht iſt a * n.
Deriob Er mehilfft/ mfelbftnicht helffen kan
Wir * au Ihr rab Br k Worte grae
aus \ 82. ben⸗ * Die
nn .
U A
a Teutſcher Gedichte
Die Die Wopigebopene Frau von hohem Geiſt
und Gaben /
Die Edle Buchwaldin A unter Dielen
2 un en
3 Die ja ſo wohi gelebt / als Sie wahr
Hat nun nachdem Sie —2 DZ
| Und auf die Ss en war be⸗
Der Wehietorinen Dur ... dieſcs —2
nn
"VL
wohio erdiente a
Des Weiland Wohlgebohenen Herrn
ern) /
Herrn Caſpar von B wald
Ritters /
Koͤnig — des IV. er
Qinacdendens / und dero anete a ante
mard, Norwegen Regierenden LK nit: Din u
jeftat zuoplverdienten Land + Ratye / UN
Uimptmanns at egeberg / aufi P Pe |
‚Helmenftori Erb ⸗Herr ///
Als deſſen entfeelter Coͤrper ee
Anno16659, mit HZshAdelich en De
— in Ziel eingeſencket worden. 2106
Anderer Theil.
Aus dem Leich en Terte /
', Philipp. 3. Verf, 13.
Ch vergeffe/ ag dabinden iſt / *
recke mich zu dem / was daroben
fly und jage nach dem fuͤrgeſteckten
—* nach dem y: node / weiches für:
haͤlt die ae eruffung GOttes
—— Held) den gebens-gauff vell
uͤhret /
Und nimmſt das Kleinod hin, den Kal der Die
gebuͤ
Den die der Him̃el giebt und Du Dir er jagt /
Vach dem Du Dich der Zeit und Eitelkeit entfagt.
Dies alles haſtu nun/ wi⸗ einenTraum/vergeffen,
hr Die Herrligkeitder Welt / und RR, hier. bes
‚Die Herrligkeit / die offt ui — Knechte
Die aber ihre Di jur di heit / ur racht /
Und Boßheit hat gedient. Dies legſtu Bet.
Giebſt ver Vergaͤngligkeit er —— der Zeiten
Und gehft auff gleicher. Ban! e oimmels oe
Veriauſchen Leid mit Luft y die Smierrace mit
der. Ru
Und aim Ewiglei —— ae bfeibtdahinde,
213
W
RX
Dafornen if dein <eoft * Ss
Teutſcher Gedichte
Was Wal und: Weltlich oh * feinen w
ni
Das Leben bleibt bey Dir. | Bis formen 2
Nachdem haſtu heſteebt, | 8 — dein eige fen
TRIER ift. Das Licht / der Auftgang‘ A
Der au mit voller rad Dir Die. leuchtet a
Naͤhe/
Was Dir bahinden bleibt ua mt
Dafernäit die Stadt! Ks ve ’ pichftem net
Alnd.dafen Buͤr —— —— helohnet /
Dohinden aber iſt das "Babel DI ie.
—— —53 — TU
Ar 5 — te ne H De 52 9
mo Das Gottes⸗Lam ſich;
Dahinden ſt nur Staub heben vorn
— iſt dein ADS / —— iſt dein )
ch jenem haſtu ſtets im geben hie getra
Dis ardein hoher Geiſt und chen a
achte
Sein hoher Geiſt / der Dir gieng 9 ne
Der fich durch heil ge Blut getrieben / hube
Mar konne Dich mit recht Rt Kanohi;
D hi g iſten —9—
en man wo nennen was er
Fe
u. Denn
— J
—*
ir
EEE |
Undeter zei.” 315
Denndiefer hatte fon’ umd hinten einGsefichey
—— er 5 Angeficht/
Das jung und wohlgeftaͤllt nach * was kuͤnff⸗
RE Be tig / ſa I: Jr N
Das and’re fahenur von hinten was gefchaher /
Das alt und ungeſtalt vbebgangne Zeit bereun
Und jederzeit betruͤbt / wie jenes ſtets erfreu't.
So konte man an Die das zwiefach Antfig keñem⸗
Das fordre wolle wir den neuen Menfehen neñen /
Der ſtets durch ſich verjungt das / was daforuen
——— 1% ech Zeit unwan⸗
——— ——ba,,
Durch wahre Srömigfeitrihm pflegte ee
n Wiederwertigkeit / in truͤben Unglucks Faͤue/
nd legte hinter ſich Den alten Menſchen ab/
Den nun der eh an Diefes finftre
a Bi Sraby
As deineneignen Tod. Dev iſt Dir nun geſtorbe /
Von dem das Leben Du gur Beute haft erworben.
Borvon Dir jetzo nicht dag Angedencken bieibt /
Der dich nie hat entſeelt / Zu aber nn entleiht.
Was hier dahindenift/ das bleibt Dir wehl ver⸗
F
a fen
Beil über alle Welt beinhoher Geiſt geſeſſen /
Dahin die Schmeicheley der Siñen nim̃er reicht⸗
——— t in die Gedancke ſchleicht⸗
Die fi
=
mit falſeher Dunft A * leeren Bildern
SA Senf Pin. > 10 ®
Kieinen Vorwurff nur der faiſchen Guͤte weile?
aß von dem Lethen⸗ð
Dort fi ehftu un Did her /die —
— Die Klagen die wir hier bey deiner Lei
Die Seuffter koͤnnen nicht | je —
— Woſelbſt das immeis— „Heer een rem D0
——— Da lauter Friede wohnt. De *
Der Tugend Ruhm BEN M ı feiner Zeit ver
eſſen
9
Der Koͤnig liebte Diehreslobte Dich das. gandı
: Beil allen deine Treu’ und —* eit bekam, —
E
2* 7
i Dem wird es umbaenandtmachalferZeiten |
Ele ic Geiſt in ſich ni Kim
Die Hinderniſſe Sein ih nun allefampt bahiı |
“ mpff 0
Nun gänklich ab than, durch Die ae
Die uns der Eitel unſer ſelbſt befrey.
Aus deinem Sinne Dir die ierd’fchen 2 a
a , Teutfeper Ge Gedichte |
Dem Dembläh e der. tolle der wie Kopf — Boffariz⸗Wrhe
Der taft ihm den Bet ass einen A bii |
nden/ /
: Beil et die Augen: nr ei * Quael an |
wend
Der zůnde Hertz und Blut das Eifer-Beueran
Die vor dem eelen⸗Licht / ats
7 t. 1
ßdie — Dichter |
Spring
Die Dir dein gethe if/die/wenn fi of e bene
Da alles.angerham mit Lu —* ee
er 5 DIR
a: *
Andere Xheikin — 217
Die auch nun ferner ir ne in —— Nahmen |
Die Fuge Redligkei kan Br vollenzie e
Bi De allein den Preis / die machet elle 4
Die ſchlichtet alles bald Diemweil fie felber ſchl
Die wohnte Dir auch Der die Dir — ge⸗
nuͤtzet /
Als denen / welchen fi fieverfchmi te gift befchmiker,
Auf gleicher * hat man Dich jederzeit gefeh’n/
Ber andern vorgehn fol muß niemand hinter⸗
| geh'n.
Du tiefe Dich niemahls dur falfpen Schein
verleite
Man ſahe noch an Die ein Bild har alten Zeiten,
Da Klugheit Klugheit war/ ae man jetzund
$ Die unter einer oſt den Fer. Angel weiſt /
Die/ ob ſie ee fcheint/dennoch nur pflegt zu
Shmmeunie
achet fi — op dem ſchwar⸗
% Die Schmeichter. hohen "die —— Roſen
Und doch nur in der Tharı mit een Stacheln
ie Dir warein ort ein Der in acht das nicht
| Dur falſcher Wore 339 "Mer ind
| Kir ‚Zungen droͤſcht /
er
Eh
2
- s =
=
? i
a z
TE u. /
28 Teutſcher Se Set |
Waleeren Rauch —— er sei dem Peer
| Krumm/ chetchetd fhlhpe iger pipe
Als wie den Teuffel ſebſt — "und Ar
Derhieß ein redlich Hert Sonſt will faſt nie⸗
Seſchanheffi iſt die a Nenn
t leiden.
Ein jeder i hemuͤht —* fi:
Da finder fich /der ihr wirfft e teinen Suche (90 an /
Fer ſiehet / wie erfiemit Larven decken fan) /
‚Der fü tihr das ———— u ver⸗
—5 |
Der fekergar daben die Kappe mit den Schellen/
Einand'rer ſchwaͤrtzet fie mit feiner Dinte abl,
Dergiebt den Kirtelihr famt einem Bertelftab‘
Offt muß fe ſich zum — ——— in Pe
llen /
Wind ale zur aue ſich bequemen allerwillen /
Fin and rer Kai erden langen Mantel pr
Dem heine fie glei und recht / dem hi
und krumb.
Du / wie du immer ragt eg, Suucpid
Zetümmenteft Dichnicht/ — and're moͤchten
Die Watheit bie Bee im — Herten
Die
j
A Linderet Theil. £ ars 67 2
| AI TIER ern
Die fetter dich oHeld / recht als ein Beyſpiel dar.
— — in / laͤſt falſchen S ein dahindẽ /
Die wah re aheheit dort in jenet Welt zu finde/
Die * und rein jn weiſſen Kleidern eher
Und mit — dir nun entgegen geht.
Das Kleinod giebt Bee Su Der Sau voll.
‚Den unverwelckten Kran len, Dir als Kits
| +, ter / z3 sie eret.
Well hier @ Schild 1 Fahnen, — Sie⸗
ſchen / ftch’n /
‚Son deines Si — arm bp Be auch nicht
re: "vH. F
— Mt,
2 den toͤdlichen Hintritt
em Wohlgebohrnen Frauen /
| Sraucn Metta —*
gehobenen Schftettin/
enland wohlwuͤrd
Du ——— Herrn / Da.
Heer Daniel Rantzowens/
Verbittern des Hoch Adelichen Kloſters Ite⸗
hoe / Erbherren auff Treyburg. ——
Dinterbliebener Fraw Wittiben /
15%
— aD 9138
rn
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ee.
FE
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220 Teutſcher Gedichte
_ Als deren entfeelter Cörper den 6. Juli
im Jahre 1670. mit Hoch-Adelichen Gebtau⸗
x. ent allhier in Kiel eingefendet worden! /
— Hauſes eiöhtlDabon jenen?
Wo Tugend fteyben Fan. Sie / 1
.. Der warẽ Gottesfurcht / Die man an ihr ge vet |
Die Ihr das Herhe fters mit reinerbʒl
—
Aus dem Leichen ⸗ Texte /
* Pſolm 73» v. 28.
Aber das iſt meine Freude / daß chwich
Nu Gott halte/und meine Zuverſcht
ſetze auff den HErrn HEren / dahich
verkuͤndige allein dein Thun.
Gicht mir Cypreſſen her / ihr matten ieriñen /
N /vor den Kaſtal⸗Fluß / —— |
n
Rennen
Steckt / vor den LorbepsKcangımir Trauer Dr
| ten auff. |
an fingefauter Leid / da nun Den Lebens⸗La
ie werthe Ranzowin / der Frauen Nuyn
| | vollendet? one
Der Preiß des Adel-Stand’s den nie fein Tank
| {cha det /
Die Zierbe des Geſchlechts / davon ſie mad
Wir trage — Tugem elbft zu
——— Sur / das fie beſeſſen
rdicht / mwr Sohn / ihr Kurt war glei
— — aat ar
uf /
Dasihren zarten Geift / der ohne lecken a |
?
— . ae...
Hi Anderer Theil. ke, 221
Ohn’ allen Kaud und Wind, rein / lduteryhelß :
ar — u ar /
Dem Him̃el zugefuͤhrt. Sie hat an Gott gehalten)
Den A San allein in ihrer! ele walten," ,
Sie raͤumte nie der Welt dies ſchoͤne Wohnkauß
17
Sort felbftimicht die Yaturmuf ihre Regel ſeyn.
nf das Wort Mann wirſtu Unaͤrt
Br | er sc Äd
Man muß /weil ſie verkehrt / fie endlich uͤberwindẽ
Durch Kae fie Geiſt der nicht dem irrd ſchen
| | a Din ?
und eignem Willen folgt/nid * der Welt geht
Wie die getrieben wird nach dem gemeinen
Nicht ange amblinden Glück” /und ander Par- ⸗
c
Erfolge nur dem allein/der alle treibt und regt /
Der — eb Be will it.
die er wil/ bewegt |
Gleichwie der edle Stein ber nach bein Porden
fr —— et) ER \
Der mitdem harten Stahl in naher Sipſchafft
| | | 7
Daſſelbe zu fich reißt und gleichfam lieblich kuͤſt /
Sk: ———— es u”
/alsein Orpheus Fan ein SelfennDert bewegẽ /
Er legt ſich allen bey ıdiefichnicht wiebdetlegen
‚Er zieht / wir folgen i n gyañ nur nicht unfre daſt
Uns ati t. —
„Und in Gedancken hegt / ein Anhang feiner Ben
EEE u - 5
\ 7 > 2 * ze. 27
MU renutſcher Gedichte
Wird Birvauf d dem Erdenwurm 6 "anne noch Fein Abt r
Ein and rer haͤnget nur dem — Klumpen a
Der wie er felbft ſchwer iſt / zur Höllen zieh Fan!
Daraus er erſt entſtand / * ————
lang
Ein and rer wiederumb * ſich ſebſtbe :
ERTT ip? * fer 3
Sein Sender und (indie ® * * ib hu fe
Und ſtrafft ſich mit fi ch ibn manner At i
Und gehet nur nach Suft ‚neh nich u ii
Dieer/ wie Cacias Die Wolcken / an ſi if ch —2
Der fan nicht / wie er teihfder will nicht / wie ak |
So flebat ihm das Pech der Se an.
Die Seuche friſſet hn /die klebend iſt und machet /
Dierveil fein eigner Trieb zu 1 fänen Son
dich Dir ſelb m anf i
Salat ö Spaß * — u |
a MN a eg
Willen /
Halt an — 2 |
Halteinmiit alle dem / ws dich m
akt an/und folge nur dem —
Dem der dich rufft un dt. Boa ihn in * |
_ Mehh be — |
— * * * F
Br.
| Anderer Theil. 223
EEE —
Er theilet feine Krafft den ſchwachen Seelen miry
Er leitet unfern Buß / daß ihn Fein falfeher Teite
Entfeße — im Kreiſe/
Beſtreichen dieſe Weit durch man e weite Reiſe /
Wir meſſen fiegarofftmitden Gedancken abh
Der Miitel⸗punct darvon 5 ein ſchwartzes
u: cas co a ———
T RL Er I
Daunfre Leiber zuh'n. Die Seele wird geführern
Wo feine Qual und Pein erd ſche uß ſich
Inne xruuhret / BAR
Da fie vereinigt wird dem Cini en/derfie .,
Sur ſteten Einigfeit/ aus dieſer wietracht hie /
Zu ſich gezogen hat. Hier ſt dein geflecker :
Öiwerthe Rantzowin. Dein Geift / der fichgen
[IN | 0 EHRE NER 43
Nachdem / was deeben war der hat ihn auch era
2 yigg
Der fchöne Geiſt / der nun auch keinẽ Engel weicht⸗
ri be noch fich ftetsan Gott gehalten;
Der von der Melt fich nie in Theile laffen ſp ten.
Das gange Herh war hier dern Him̃el eingefencktr
Mach dem eg jederzeit mie veudenfichgelendft.
a nun er ‚dein Alles da zu Andeny
Und laffeft diefe elt/ und deinen Leib ı inden:
Sr ung iſt nur dein Tod/ dein Leben bleibet dir;
Nur unfer iſt das deyd die Thraͤnen / welche wir
Bey deiner Todten- Bar’ ‚und deinem Grabe
a —gieſſen. —
ich deucht ich ſehe hier der Kinder Zaͤhre flieſſen /
Die /faft den —— gleich / bey deiner ——
Ih hoͤt Beh und Ach ich hörs Oruffkergehny 4
J
\
nn
234 Zeifäherebiä he
Wir alle traliven mie. Wo finddie fan nit)
—
Die feine Welt gehegt das Ziel nie
Die Guͤtigkeit die wird in dieſe Gru a J
Zas milde / fromme. ertz das lieget hier are |
Der Armen offnes T ZThor [die fiefo offt ve
Die Demuth ſelber wird zu Beden hier g
Die zwar die Hoheit hat / bes — —— eh) nicht
So / daß die Hoheit ſich durch ſi —
Die Augen liegen et In —— Ko
Die Augen dien heö ga —
Die Augen w ) da fie verſchl of
Was * Aug’je g gefehn / in vollein Glantze ſt
Der eMund / der nie mit Be geure,
Der Lieb⸗ und Friedreich — der
erſperret /
Der ſo viel Seufftzer hatbem: mmei zugefehiit/
Der lieger leider hier in diefen Staub gedluln
Die Hande 7 derer offt die Yemen hier /
Die fiegen nun althier gebunden und
8 —* re er je tn Ei |
ie Seele geht: ee ne |
Nicht — * | noch Tod beruͤ id OR
Ihr Herb / mit dem fe ig om 7.
Das von der Seite Ihr ſo a — nat,
Darauff Sie ie ð oͤng
OSeelge gehe hin. 2 en unte
Sans eh feinen
kunwe.
mE *
0
Mu
—
—
..
An
“
IH
4
Dein Ruhm wird ewig fein * Hollſtein ſo er⸗
Daß er nie ſterben wird der. dich ſelbſt uͤberlebt/
Und deine Tugend blüht allhier In deinen Kindern /
Dies kan das ſchwere Leid etwas noch vermin⸗
—— | ern.
diefen Ehen wir dein Ebenbild alhier _
‚Die Eluge Srömmigkeit/ und aller Zierde Zierz.
Zucht / Schönheit und was fonft an Menſchen
3 | | wird gepriefen?
Diesalles wird uns als m Spiegelno gewieſe
Dein werther Tochtermann * nieder Much
| — gebrach / —
Schickt deiner Leiche noch viel Trauer⸗ Thränen
MY — na Y/ — * —
Und ſeuchtet dieſen Staud den dieſer Marmor
ee / EN
Er twird faftfelbft mie die in diefe@rufft verſtecket.
Kommt / Eharitinnen kommt / und bauethier ein
— — Haus / | R Dan kr
Komm Flora / ſtreue hier von Deinen Guͤtern aus /
deinen Zephyr hie mit deinen Kindern ſchertzẽ/
Es bluͤhe umb dies Grab der ewig gruͤne Merßẽ.
Ab Nymphen ſtreuet aus was ung hat zugeſandt
e Inden reiches Volck umd der Moltıcken
Loft allen Balſam hier mit , anden Strömen
N en © 2% ;
daſt tauſend Blumen hier dies werrhe Pfand be⸗
Bere | Kein
—*
RR . I 2E
. !
ö —
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26 _ Teukidher Oh Bett.
Kein Balfam fa viche fo Rhänrale ihres Nrahınenda |
uhm
Und aller lm, gier 8 * Pal J
* ——
u es . —
och ‚pdliche be
Der Wohlgebohrnen Frauen /
Frauen Ida Rumoren /
Gebohrnen Brockdorffil,
Frauen in Roͤſt und Hobenlikd-
Ei: AndieSedlig-Derfiorbent.
no ift dein ſchoͤner Schein finſtern Well
O Wohlgebohrne gra d Prem Eh
d
Se ea
In welchem — abieraune —
um ihn mit feiner Krafft u
Bis daß er ihn entriß aus Din u
Aus einem Fleinen Nun hin in eine * —J—
ẽs iſt vergang ne veit / in welcher En
Die ſich ihr felber pflegt zu ſtetem Rau
DIDI, |
a EIECHEN
NEN}
an Va on
Anderer Teil, 2
Vas gegenmoärrigift/iftnnn ein Augenblick,
den DIE In Jedem Se auch legen ſelbſt zutüch.
Diver Vergängligfeit in der wir ſtets wergehe)
Weil dies unddas gefchieht 7 d iſts mit uns ge⸗
‚Diekurke Zeit wird und Yon Glied zu Glied zer⸗
| N SCAN NE
And hängt ung Wunden an * keine Zeit nicht
| eilt;
Cin jedesdas nun iftyiftRhonim Naon geweſen
Daraus wir allejeit ein Bid deg Todes lefen/
Und daß jedtvede
So Daß das Wefen nur elbſt durch verwefen; I:
Set immer felber Ri, |
ein
Wer hier ein Weſen ſuch / der wud den
Be 2... ‚befammen/ |
Nur einen Schein, derbioß vom Schatten iſt
ie
Der wie ein Zufall bloß die Selbſtheit ſelbſt vet⸗
Und wie zufaͤlig er / ſoauch hinfällig —
ns Hagen * denn viel ohne ſoll das herbe
*R uren vr
Mas dauert ung der Tod der Dinge) die nicht
RR dauren a2
Was ſchreyet man fobielhinindieraube Lufft?
Mas hiernicht leben kan / gehoͤret indie Grufft.
Wir ſcharren deinen Leib war hier in diefe Hoie /
D Wohlgebobrne Frau/ allein die roertheßeeler,
In der dein GOTT geherufchts gehoser in fein
u
Woſelbſt ſe ewigiſt/ don Fl Engel 8
nn
228 Teutſchel Gedichte
LEEREN. — — —
Doch wird bein Ruhm ben Ein bepung BR nimmer un⸗
tergehen |
Du wirſt bey uns gehört je a, dich geich
Doch fiehet man dich auch in deiner Rinder Sahlı
der Du kn febft/ und nieder altemahl
indes. Kindern wirſt von neue ombgebohren /
dl daß durch deinen Todi Dir nichts wird ver⸗
en.
Du haft / der Sonne glei Hana Jehrecluig
Den die ET — |
Du geheit ‚nun dahin zu den zwoͤ
Hie woͤchſt dein groſſer em in am if chi⸗
Ei. nen Reife |
Wecil der gezwoͤlffte Kreis des —
ehn I
n
Wird dein gan Kreis hier nu
5 x.
LCob⸗ Sr
Den Weyland‘ gpobigebobenen Herrn,
Harn Klaus vor Alefeld
Auff Selting/ Frieſenhagen und Prie
| * ERBEN. a
4 5%
Ws
*
—* Anderer Th. 25
Dero zu Schleßwig ⸗ Holſtein Regler en⸗
‚Den Hohgürftl. Durchl Herkog Friedrichs
Olorwuͤrdigen Andendens vormabi⸗ eweſe⸗
nen Hauptmanns / nachgehends J. Könial,
Mai. Friederich des IH: Slorwuͤrdigſten An⸗
denckens / geweſenen DOberfi£eufenante
| u Roß/ —
Als deſſen entſeelter Coͤrper den 14. Majir
; Anno 1674. mit HochAdelichen Gebräus
chen in Riel beygefezzet ward,
Sehe bier zu Grabe tragen Ka
Emmen Held von Kunftund Muth’
Qlletommet/aubellagen '
Dieſes hohe Ritter Butı wer co:
Wer kan nun den Tod befiegn/ >
Wann die Sieger ſelbſt erliegen?
Alefeld / du Zier der Helden /
Die dies hohe Haus erzeugt / ! 9
Deſſen Ruhm auch Frembde melden /
Und die Nachwelt nicht verſchweig/
Das bey uns / durch alle Zeiten, RE)
. Dat aeblüh'tvon tapffern Leuten:
Deiner Bäter groffe Xhateny :
Fuͤrſten Königen bekanntı /
Zheils im Fechten: theils im Rathen /
Wafßneten Dir Muth und Handy /·
Dieſe haſtu können fühlen : NA FIRE
Dit in Blut'und Adern ſpielen.
Dieſer ſchoͤne Tugend ⸗/Saame
Wuchs beyzeiten auf in Dies
J Wie
J
Fe, ;
4 J
Wie &r von den Eiterntahnier
is er Kine ganke Zier
| Dr meinem eandes Beftent
tete in Früchtund Wſten.
| Geutiäfeünintnämpfen,
Sweinund Flamme. bricht hervor /
unge Loͤwen wollen kaͤmpffen/
as nicht irrdiſch ſteigt empor /
Go hat man. ben dir geſchen
Seipftder Tugend Dicht E aufgeht;
Bücher iS ptahen! — —J in
> —
——
Waxen — —
Eib beftbttmen eind” — —
ar ſchon damah ie Demut“ N "2
a * u ſteige/ /
Weiches Soor und —— ja
Hoͤflig feitund mne Einnenk = ——
Ein bepenntet. tapfter MUFD Ei 9
AiBasconamfen Wasnan nn ——
Zins pallfommenmasht und autg Re N
—— ae Hu Beliehet/ EL J
iefee: daſtu ſicts geuͤbet F
ñ— 0
Kaffe feiner anne Scheint Fat
Keine Mıegekt keine: Be Fa J *
Halten feine — FR 1
Wunſchet/ koͤnnt es nur J— |
near ats Qaeltau het, — —
—— Andere Theil. a⸗
Teutſchland war dir viel zu euge
Bu — EN Led
iner groſſen Gaben Meng A
Will die Melt zum Eiaenipumbr k
Umb zu ſehen / und au hörent -
: Was uns and’re Bölder lehren.
Doch baft Duben deinen Kein
Niemahls Dich entfernt don Dirr -
Auch dein Hertz umb - ——
tin Dir / bep frembder Zien.. "
tembden Hekren Zungen’ Dbrent
Nie rin Buͤrger⸗Recht releßten. a
„ERIhHrRFEDugudEn Ben
— san zu eh
(IE Bun Aigen es gebuͤ be)
Daterland und Recht zu ſchůtzen /
en flets zu nüren.
So wuchs dir dein ud ur Sander
Und zu Hauſfe Glůck und Heyl
Da Dir zum gewiſſen Dane |
Ward dein ander ae zu theilr
| 2m Quumb den Stamm gefeben
o viel ſchoͤne Sproſſen fliehen.
Huld / und Eanfitmuth/ ſwone Sitten /
Und was ſonſt von aller Zier
Manvom Himmelkan —
Has * eich ala erblich hier /
jeſez wir fih nicht vermindern?
auch In vierkis Re RER,
a Tuingergie _
Hier kahm Gluͤck von Söpnen Tochtern⸗
Sie haft Du an die vermaͤhl nd
Reiche Fürsten ſelbſt / zu Wächter / Uhr
E gemeines Heyl / erwehlt
enes Stern war auch aſchienen /
| Und Du ſah ſt ein Glied ihm —
Aber ach / es iſt geſchehen / er I
Hier ieat nun. der werthe Dam! eu |
Wenn wir meinen / wohl au Mn
Streifit der Tod uns Fiflig. an: =:
und fo hat erdielen Keommen 7
Mittenaus dem — J Re m.
Trauret nicht / betrübte Sehe ”
Eteltt Euch Gottes Willen gleihl
Bringet Zuchlein Abichied Son a Bi
Hendt, Er laffe ſich in &EubV:: ——
Faſſe Gluͤck und Heil dabinden / iR
Werd Ber reioil 0 Sger inc _ —
en der —— einge ni
Des Weyland — ren
Bart ren —7— |
Dero zu Schiebnig HE Regiereh
den Hochfuͤrſtl. Qurchl weyland HOW»
trauten kunde rund. ampii | id
gif ßmar / | gb
"Anderer ee Thenl 23
IAMm̃n⸗ auff —— Bande und.
Auf dem Zewen / Terte /
Rede des Seligverflorbn: de
| Kant her / ihr Suteen “ bösen
28Zu ſehen / was ich war und bi |
Ich will Euch neue Weißheit ehren.
"Der Todift Leben und Gewinns
Släubtnicht / ihr Lieben: daß ich aa
Ich bin ſelbſt meinsLebens Erbe.
Mein Sterbenift mir ohne fterben / 5
Sch tödte felber meinen Todt/ | |
Vichts kan ad Is mein. —5 — et
Sept fieg’ichüber Dein und R
Es — — in dieſem iR
Mein eigner Kaäuber mir zum — ar
Ihr ſehet mich im Örabe legen / J
Ach nein tesiffder Mutter. Schoobhß
Ich liege hier in meiner Wiegen / % *
Und werde hier von neuem groß /
Ich wachſe hier zum neuen Beben
Dasmit mein Feind hat ſelbſt —
Ich laſſe mich nach mir veee
Und mein Berluffift mein Gewinn,
Ich kan mich im verlichtenfinden / ar
Bin mehr/ als ich geweſen bin/ Eis
Was ich nicht war / bin ich —S
RR in der —— Hrden. *
U
|
274. Teitfeher Gedichte |
Gb war aus edlem Blut entſprogen⸗
an Stande ı Stamm. und Gütern keich /
eiluunmic veilen Blut beaofien!
r Uns SbMmalle machet gleich /
oiſt mein adel mir zu Menlg).
Yun bin ſch Vrieſter ind ein Kong ·
Ich laſſe Staͤdte / Haͤuſet / Schloſcr/
Br Himmekfelbft giebt mir ei Aa 3
Bo ift wohtieein Wohnplatz g Met
SGeht Menſchen von cuch ſelbet andk
Derlaptdis euer Hausund Ha
Ihr lieget ben Euch ſelbſt im Grabt
Ihdr gehet ſter blich in dies Leben? ⸗
Nm ſerbi Euch nduch fetberabe
Der Tod hat Euch n Euch / umbgeben
Zormeet wo ihe ſteht das a
She mercket ſelbſt / Bei jenem Handel
pie Euch ner Lebens⸗ Geiſt verrauht.
Ich hate mich: mit: weiten >) iſen
Offt in die Welt hinein gerag 77
mb mich als: einen Held zu weiſen
iun bab ich Sie. Semich verag —
Was frag nach dem Spunck het Erden
Wenn mir der Himmel nur kan werdet
ch habe manchen Feind erltget
sr ——— N
Auch die/ die ich in mir gehegt
Fiuntab ich keinen Wiederſtand |
Riun ieb ich keebftoon nur ensfegiedeit
Zu waprer Kup / und false grieden „..
ö
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“
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2. 4
* —
—
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UBER
— —
ARE Anderer Theil. 235
Ih Habe Wiſſenſchafft und Kuͤnſte
Mir laſſen angelegen ſehn / ——
Was ſind fie num? verſtobue Dnfte /
Ihr helles Licht war nur ein Schein/
Vun tan ich ben den Morgen⸗Sternen /
Den / welcher alles weiß / erlerneun.
Sinweg / ihr Schaͤtze dieſer Erden /
Umb die ein Menſch ſein Hencker iſ/·
hr ſout an mir nicht Meiſter werden.
mnweg nit eurer Luſt und —*
eht immer hin / ihr Kaſten⸗Hͤter /
Bier iſt cin Brunauell alter Suter.
Eingroßſes Erbifkmirgefaltens
Wein geichthumb und mein Alles iſt
SEHR ende. n allen! 4
Was Hab’ ich denn nun eingebüß
Ich wollte / taufendinahlmein Leben
Umb dieſen Schat und Keichthums geben!
„Sagt mir; waghab’ih denn verlohren
Mas franert ihr um6 in Derluft: ne
Mein Lehen Wird mir neu gebohrens
in Schade iſt mir ja bewuſ/
als diefer / welchen ihr fo nenne/
beil meinen Vortheil ihr nicht kennet.
ES mein DernrRabindeng
Ir
ABS
—
——
SHE Meine Seele / Troſt / und Lich
DOLL werdet Ihr mich wieder finden}
And Ich verliehr @uch nimmer Richt
Ihr Kinder weintnücht ohne waffen ı
Ich will auch ſterbend euch nicht laffen.
h | | 0
2360 Tecutſcher Gedicht
ẽo fahre Hin mitdeinen Schaͤken/
O Weit! Es iſt doch nichts n di
dDãaa Runen ſchafft das kan erghtzen /
Schlebenunmepr GOtt und my
Der ich / weil ich dir Binentronne! —
‚SH / Himmel / und mich ſelbſt gewonnen·
XI.
& fr
= —
Den Todtlichen Hintritt
Der Wohigebohrnen Frauen /
Tr. Margareta von Buͤlowen /
Gebohrner Rantzowin / vom alt
ER Siggen .. =
Des weyland A we
’ ur
2 ds
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tar u"
. we
WIR,
Hoch⸗ Wohlwuͤr digen / und Wo
—
" Goprnen Deren
Hn. Chriſtoph Hans von Bulew⸗
Geweſenen Propſtes zum Alten KON
im a Bremen JHobß
Herkoa Friedrich. zu SchleBwige nein
Störwürdiften andenckens / geheinen Ac
und General- Kriegs’ Commipa rum
Aimptmanne zu zrembsbüttelund
5. Sfeinborftr "nz
4Hinterbliebenen Ir. Wind
KK
| | var ö
Anderer Theil, 4 23 7.
Als dero entfeelter Coͤrper den 3. Juli des
‚167 3ften —5 in Kiel mit Hoch-Adelichen
Gecebraͤuchen beygeſetzet ward.
Aus dem Leichen:Terse/
£ Eſalaͤ. 6 1. v. 10.
Ich freue mich im HErrn / und meine
Seele ift frölicy in meinem GOtte.
- Denn / er bat mich angezogen mit
Kleidern des Heyls / und mit dem
Rocke der Gerechtigkeit bekleidet / wie
ein Braͤutigamb mit prieſterlichem
Schmucke gezieret / und wie eine
Braut in ihrem Geſchmeide geberdet
Mas nüßet denn allhier das achten und das
27 . neden | |
Wir Flagen unfer Leid / wir laſſen Seufftzer gehe)
Wir ſchuͤtten Thraͤnen aus / da Du / o Seciige /
OWohlgebohrne Frau / entfernt von Ach und
—*2* e J | *
Def diefes Reich der ſchnoͤden Eitelkeiten /
Darinne wir mit uns / als wilden Thieren flreite,
sieheft aus den Rock / der uns hier druͤckẽ kan /
Du ſieh ſt dein Freuden ge wir Trauer Klei⸗
Wie? wollen wir nicht. auch ung wit Der Seel'gen
Be ER ARE
An ftatt Cypreſſen laſt uns dorbeer⸗Reiſer ſtreut /
Anſtatt des Grabe⸗Lieds dies ihr Braut⸗Lied
J————— Ieyn.
> Wir
ro
— Teutſcher Si |
Wir ie winſhen ihe Glůck sung mein *
Sie iſt nun anget — ol >
Dies ift ihr Ho zeit » Schmmuck/ mi hn im
Trauerfläde?, ,
Nein das iſt angereimt. Bey — weint in
Fi: Loſt mit lee fi Sicht
Ach hätten wir zugleich die Alten umpen
Mir Ihr jetz abgelegt / was —S
n/
Und Erden Korhe feet und! dem anhängen
Was Eltern angeerbt 7 more
Die Oel und Vachoce ha u du
Da fichder Himmel J der *
Vns Armen aber doch die —* si X
Und was des —
ieh > |
Was nuͤtzet / ob ich hier in diefet Haut m och Dt).
Dem wunderbaven?. DOC je richem Gene
So übel find wir nie, yalscmn ums fl t / gedect
Cs iſt das Gate SRleib Die Hau in der ut
Das Fleiſch zin dem — wir denn)
Aa klei anf hmerstf — an seh!
nd
— nu — .-.- —⸗
———————— ————— ee ne z u Br . En
- r - — »r
noekhe and nich! als gut
Br der Manga die unfee Toni
—— —
* * 3
DE
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3 2
\ Anderer pe. a 2390
Dasy wasund kleiden rue som Haupte auf die
Dad wird ung hergehol en Tuͤrcken/
rſen
& in Land hat genug zu decken einen delb/
Ein ee lat war in * Adam und fin
„Anden
red eh it Di feidun
e Br
fg |
= — nen
“ wie er ſich mehr biͤht hl un Oi Gonern gleich
Dem Viehe gleicher wird / der Erde,
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en indie Lufft/ die faſſen/
ze N Bon uns auch Die ln € lalfı MW
I uns —— waͤren noch zu bloß)
en wir dazu der Heoffen ter
ie Fleide ung in Gold /d dne Zeit uweiſen. —
Bett die Senf da — 2 — Sk tahl *
u en/
Phden ein eiſern Ders zu lauter Schaden mad
—* fen holen wir der edien Steine Pra
a Br wir fie ung Conan Dei J
d wir hoch nicht Fe — zu einem
u.
* |
* Teutſcher Gedichte
So benein wir darzu der Wuͤrmer Eingeweide /
ufleiden unfer Kleid /dengeibiver Wuͤrme Raub⸗
er. lebendig umd todt / ein Korb Fein And und
| — taub. N
RN} ub. KEINEN
Dies ift das Gauekelfpiel Der ſtoltzen Men⸗
— chen-Kinder/ / 5
Dies iſt der eitle Tand. * find wir noch viel
ET BR N RL Vor
Indem / was unſern Geiſt / den neuen Menſchen /
RES 13 —
— Dnefe Seildas haufen eine
| *
Hit Tugend / Froͤmigkeit. Hie warſt Du / als ent»
Schet. (a
DeinHimmel war in Dit. Hie war dein ſchonſtes |
Zucht / Sanfftmuth / euer Sn / ei |
| BR | einigkeit.
Kein Burn BEE dich / ais der von deſſen Blute /
Her es vergoſſen hat der gantzen Belt u ul |
Derhat Dich angethan / ur Er war ſelbſt dein
Der nun auff ewig Dich zu kroͤnen {| bereife
Diß Kleid das macht den Mant. Sins aufl 1)
Wie koͤſtlich es auch iſt / darbey man ſich veꝛliehret /
FIſi nur ein leerer Schein / es ſchwindet ja wie
—— D
Es geb’ esdie Natur / es komme von der Kunſt.
Die Wei eigi ihren Schmud in mancherley Ge⸗
— —— ſtalten / al
=
u
Anderer Zeil, 242,
Dieneht den Nahmen In von. on ihrem, ESchmuck
„ie Röuetdie Dofhei cum ſrommen
Hin kaneim eitgen Su de;
‚Ein groſſes — N Han hehe
vr stand Fan offt in einem Kitte Ifteefeny,
ie Eh au lien eichan von innen macht) B
t gleichdie. Stirnejung/ fo iſt der Buſen alt.
So
endiich kan Dis AIcD Der Ace elinger“
A ein Stil unve —
Und doch erbauen wir vor ſie ein ewig
—— g / der in ſich ihr Weſen tilgerauß!. = _ >,
Dfeelig / weicher fie misaler Macht bef ARE af:
Du haſt zudieſem Kampff⸗ 1d go ge⸗ dich ben,
on eiffer ugend uf. Su eitteft als ein Ran
en —— H gpantzert umb und
Der Glaube mar. dein. S chi Vieh,
we n mit diefen nicht ſo eine Pallas haffen?
— Be * he ir
be ii dein Sign suhans Sau nd gülöner
0 koͤnnt ich na u au fein Neid
fan meiden. |
'44) Ar, art ;
2 (>) DI RIMIE G j get vw. Mit
wi ®
n J = i
J
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ur
; Calle Decet
a4: Teutſther Bee
Mit meiner Wörter Schmuck! wie ei din),
bekleiden
Mas waͤre micht zuthon fuͤr meine ſeh⸗
eht lob ich — — ich deine Be!
obere zugleich die keuſchen gie uno Da
Und. das gelobte Band⸗ daß Dich un
| mmen
Werdanden toelchet war Dein un) ht
rtz / —
Mit dern du Tebeteft oh alle Pein ohn €
Ruͤr das man nicht die Frucht / der Sie —
DI mußder Mutter —J— 2 rbed Di
ntftehen N
Was bie Natur verfagtdas gabftdufell —
DADU nichreigne haft, find — Kunde
er
Sie haft Du jederzeit — ng/
Du aufft der Tugend Dahn benft elben vorgegan
Haft Sie ent wohl weft) a an feben md
ee Yildigkeit.\ was wuͤrd uͤbery
hier das — — ei?
W s bin ich denn ln jeigen De Deinen reihe
o komm, O Seel ge / nun vor Go
getrette
Sch hin im heilgen Shine * Aue
Nachdem dein farblich sub Mier nun u
ae oinderer 2peit. a
Sie Hier fieptdieheitge Schaar / haar ie om dag Lamm
Mit Kronen ufßgeömüch, im und JO weiſſer
Kein Unfall abe Sie fein. Klaganı Schmeig
Wie bel hat hr lei das Quo eb: Lamms ge⸗
; Ein Shlireig, sent die ‚Hand. Du mehrſt nun |
Laͤſt umb des Lammes ae! höreny?
Und ftimft. dein, Heiliganden Heiligen zu Ehre /
Des Lammes liebſte raue BER Die ihr ſterb⸗
* TobrenKirtel dns ie Vhened
*
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J un J J u“ - — ig v
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ara ® k ..\
F cu — * d J —
⁊ Pr ‘
Klag ⸗Ode/
Aufieben diefelbe —
Krage nun / wer klagen ka /
Weil uns lauter Leid beſeſſe 1/
Gieſſet Thraͤnen / brecht C ppteflen /
— SEO ANERIN an / —
Kommet alle her / zu ſchauen
Hier liegt nun die Zier der Frauen.
Dier liegt nun des Adels Zier /
Du — Herrligkeit / a:
ft ung gleich die Welt zu enge /
— ZEN | hier /
—
= Teutſchet St ſedecht⸗
Groſſen/ ‚Komme i0E —— A,
ommtihr
Sp Habt beede hier zu weinen.
Hur liegt nun ——— |
ası wie es vorhin get ſtrahlet
hich beym Aunteraange .. DIEBE NA
mp aus finſterun Due brich
Fommt ihr Frommen / laſt EEE ngngepen, NR
Ihremẽ Schatten nach zu ſehen.
9 Jarıyı
Hier wird elbſt die Floͤnmgtt Re 1
die tieffe Gruft, verſtedet F ——
BR———
Hier a |
Kommet / bier DEN. ab zu ei
Her amenoch fan Weißheit Iepten. Bar:
Hier liegt Einfallt bey dem Bi — —
Grit) den faniften milpen Sinnen)
So von auſſen JO.H0N innen...
ru iſt dieſer ihr
Rontint und edt denn — u:
Können nie den Tod erbitten. J
Hier liegt alles / was * pre —J
ae unsüuberalies ſeet⸗ 1% 60
Sag von alten hoch — ih
Trasein ieder | Hei J
Kommt und ſehet / wie AEile si il
des Todes Rachen falle: —J —
Nun ſo lieg Ron ir A J
he ew tia u
gen — et
E —
’ | Anderer Theil. | 245
uns und Dich zu Grabe tragen
Und wer bat nicht die Begizee
Und in uns ein Leich⸗Vauß bauen.
Ruhe wohl / du wertpergeis, N.
Schoͤnes Wohnhaus ſhoͤnſter Seelen /
Dier in dieferftilenHölen! nn
Das dein Staub auch ewig bleib = >
Hatre bier) bisdeim Gebeine: un
Sieb mit deinem Geiſt vereme
MRehmt denn hier die Ruhſtatt ei - .;,
O Ihr abgelebten Gliedeeeee ——
Weil hier ſchallen unſre Lieder /
Die voll Leid und Sonn End
SoOttes Hand wird Fu bewahren
Mit der heil gen Geier Sonate na
BSute Nacht / du keuſches Aerrꝛzz
Gute Nacht ihr Augen Richten Fi,
Ihr / der Sinnenitinge Richter? il
ent fo ſtart ale Stahl und Etk /⸗
Künfftigwerdet ipr von nenen 7 S © 33T
Sonnen ⸗gleiche Strahlenfireum. Mt me
Gute Racht verſchloßner Mund
as die Falſchheit nie gebtoen, -.... ”
KFecht und Marder war dein Srundy ""
Nun kannſtu dort hey den Sternen 2
Was uns unauſßſprechlich letnen .
RC. Q3 Gute
——
“
+
x
220Trutſchet Gedichte
— — —
Gute Nacht! du milde Hand rer,
Die den Armen mie verſchloͤſſe /
Was von dir iſt auggeleſden.
Sleibet Dir/ und iſt dein Pfan ="
Imdden Geberatier Gaben. nn
Kanftununalseigen haben. —— u
run wir wünfchen gute Naßt!
Gert und Leib ſey Dir. Im Frieden.
Sie daroben Er daniede / — 9
Zis die Macht vorbey geb acht /
Sey ſo iange bier verborgen RT
vis dir Gſtt rufft /Guten Morgen! BAY
iu
Den Weyland Woblgebobrrien HELEN
Herrn Bertram Pogwiſh
Auf Waſſſenhauſen Erb-dum/
Dero zu Schlegwig.HolMein Regtertv
den HocbFürfti, DQurcht. bochbetrantzaent?
fenengand-sKath und Amtpman zu
—— under! N
Wie deſſen entſeelter Coͤrper den T4 Auguſt mit
mit Hoch’Adelichen Gebraͤuchen in Kiel bey⸗
wa. un Sale
As pilfe eörin der Qgele ich aus dem SM '
ER RT u be heben⸗/
>
Ber sr.
Mnderer derer Thein
Dem Möbel fich eı fich —— —— Ehrı und und Weiß |
Ras ni nüßet Tugend / Wie und alle ——
Wenn ein Grab / eine Nacht / Aus allen Untere
| cheid
So leicht dẽ Faulẽ tafftsals den Die Tugend zieret.
Dies iſt das alte Lied. Die nal wird —3
m tman einen Man von Wuͤrde ſcharret ein’
Wie * — ex. Es duͤnckt ung unrecht ſeyn /
)as ſolcher —* ich ſey. a —— mit dem
Wir ſchelten die Natur / als vg ser ſuͤmer
Und die he je — cd
Es iſt zuviel geredr. Sertbiehe‘ eiſter denn
Der alles weißlich mache! = — du ſelber
Du der du dich Au ſehr Feyt —— —— verwirreſt.
Vß deinen muntern Geiſt auff etwas hoͤher gehn /
Du wirſt dem Tode dann in die Augen ſehn.
Der wird dir ſeyn deinZiel/die Urſach allesLebẽs /
Und den man immer hofft. Das ͤrchten iſts ver⸗
ebens /
Ein Feiger der ihn —— rbet / ch’ er ſürbt /
Und iſt des Todesmerth.Ein Weiſer der erwirbt
Die Weißheit erſt durch ihn / Ku De höchftes © | Dun
| Le
Umb dieſes ſi eht man ihn rap Bao ie der Qugenb
x ebe
So wird die Stier Sch ihm. vi auffge⸗
Ne EUR 24 ie
wo eurer St _
— — —
ier Tuchet er die die Spur / er por ſer folget (ner feiner v
wm Goit und Die Naturiniheen Wercken reiget /
Eſieht / wie alles ſich zum Untergang⸗ neiget /
dur — wird erhöht! wie alles fteigt umd
t/
Wie das Verweſen ſelbſt das Wiſenhihen ww
J de ven der lehte Tag / uñ — ihn von hien/
Soſieht man feinen Muth! fo wird man erſt ve!
| in
nen/
Wie tapfer er get nachdem et tapferfirht: j
O ſeelig/ welcher fi ſo den höchften‘; reis erwirbt!
‚Ei tödter feinen Tod/ und laßt zum 9
Sein Beyſpieli in der We lt. Fi indert / un
I ‚Sein Nahme wird zuge — ihm nit einge
Und geht er gleich von hier / iftfeine Gegenwart)
In den Gemuͤthern och. m. nnen ht
; ent“
amb beinen Sinn Band den“ wit A
N tra 7 Br
Rergeihtmie die he hie am pn die u
en gieß ßt!
| — Wohigebobrne Grau. eh Euer u
per.
ißt Rn —J
*
Hat fein Tod fe bey fi 6) Er wird gi
4348
Wieewen das goͤldne Sad det SGoñen unterg
And ſchoͤner hört aid vo —J
Mr |
u ——— x
he
—
m.
anderer m *
— — ——
ELITE: Dal
De Babes in Das Me. Dis * der Dice A
Traͤum
Sie gehet ihren Kreiß und leget nie die Säume
Den muͤden Pferden ab. Ach hatt? ich je geſchmeckt
Den ſuͤſſen — Bruñn /in dem das Feuer ſteckt /
Das * Geiſter reitzt / ich lieſſe mir die Zügel /
Ich huͤbe mich empor mit außgeſpanntem Flůgel /
Und gienge m dein Lob / ich fiene: freudig an
Won erſter Wiegen auf Di 1b auf: den. wollen
Man
Beſaͤng ich deine ben die gehaffter
Der Saame guter Zuchtiwiereichlich er geſafftet
Don erfter Jugend an / guch da Da Vãterloß
Schon von Die felber nd Ba Leute machet |
er toahren eOrund Kun TBAhe gute
"\fisz her itten / |
Die von den Wapen nur und Ahnen ihn erbitten /
Denſelben giebt den So Dh bloß ein fremb⸗
an“
Der aber Doppelt hen tg nicht gebucht. en
‚Bier wenn ein See der reines Glas
durchgangeny. /
Ihm fett zum Zunder wi, ſo / daß er Glut em⸗
| pfangen /
| Und aushenkünden kan / ſo feuret mehr den Geifty
| ) Rennen ein edles Blut die Tugend — |
am m uk fih. arten ferner ra
any,
|
250 Teutſcher Gedichte
* — — em gen — TEEN *
Wie embſig du geſucht die Spur der alten Heldd!
Wie dich / Edler Herr / der Muſen Sig nam
RR PS, EEE J
Bey dem gelarthen Elm. Die mar dein erſer
— aut. a
Auff Zielund Zweck geſetzt das alle nicht erlangt!
Davon dermeifte Theil in Wolluſt bleibet hi gi.
Und an der faulen Banck gutroilligangep BI |
Der fanffte Sitten Kunft/ he enge Voͤlchet
REN. Be
And was uns Rom geſetzt / was Roͤmer Griechen
ee u
Uñ was die Nachtwelt thar/bie olate deſe fen)
Was da der. tapffreManın/deralle Belt jented:
Vvon Heimligkeit des Reichs / uñ gller Herrſchat
ae SORT CH ——
Wie man die Sinnen Fin din chonr Woͤrtet
zn re 0 (ten)
Wie man mir Federn kan / meht als mit Degen
N 1/1 7 WEB
(Do ‚Eder DegenfampffurGnüge Diebe)
Die mar es / Das Dich diern das none hie Dt
=
Hierinnen biſt Du ja ein Bürger ſtets geteft
Geſchweige/ — und geleſen
Bon guter Wiſſenſchafft 5 north
mn tsna eo alle, 7
Ein Frembdling abet nie. Wie du gereiſttha
RKicht nur / umb Berg und Thalr unnb Kalckund
DEREN TAN, Steinzufehel
| Umb etwan außzuſehn / wo frembde V
. 5 ——9
J
2
w
1. Anderer <peit, 277
m unfte aM ung ſtinckt. an mancher Irr⸗
enn’e/ /
Der mehr nicht vonder 23 / "ale fonftein Bote /
Dies kan ich nicht allhier in a eilen faſſen
Du haſt die Weit gekannt) J Thuͤmern /
Ga
Gebäuden Marmor / Sb, in Wa fie ie fonften
Wa⸗ nuͤtet dieſer Tand⸗ Du haft ihena Sep
as fleim Bufen hegt / wie Die und jene
"Die Hoffnung unddie Sucht na allen Seiten
Worauff ſie feſt ge etzt. Au lend haſt Du
Sp manche Kunft IR esin ſtoltzer Kuh
Mnvollem Seiede ſtund / der iſt / der Mufen nehret /
Jetzt / da der Wuͤrger Märs * Ye; auffs Hertz
Wo bleibet num ihe Glantz? Franckreich that
ir
nd
Der Höffli feiten Schuld 9 9 erlicher Zier /
Mit aller auf. "Dich ii Spanien”
chwe
Mi Fluger Sangfamkeit Bu übel —
Bey einem feſten Sinn’, a Welſchland kahm
Wi
8 ————— her, Die bar Merikeen Sikr
Und o ul fan vor.langer Zeit gehalten.
Sohaftu dieſe Welt erlernet nebſt der Alten/ /
OR —2— Ab, A du gnug uinbges
Komm⸗
vun ge
tände
— Siege hat
— Si / ale Safon [ —— —
aut /
An Bit und Saite: mit Sp auh
5 Kaum wird das dicbe San mit einen m Sn 12
So ziehſtu wieder fort/ un le gi Die of u
Sr zeigen/ was die Fauſt im a
ß eñdlich DIE DAS Land und ulm |
„Hier wurden dir gelegt, die. erſtẽ G f
Da Bürft Auguſt dich erft } um Stheer|
ehr)
ind onafe Keiftern giengft dem Land eoleborf
Der deinen treuen Dienſt mit ride ‚Sul Eh
Da Er Dich feinen Kath und — Mar efön
nannte
© ward der Sog gebahnt —
Dich hatder X Tunder Volck im Ampte vo ho
Dem Lande ſelbſt sum Rath), ‚aus wer onen
ger nicheden! elr Me Fer ah 1
Der deiner Halfte braucht. en — Hi 3
Die That war bey de Kath) ke derſelbẽ vot
Mit milder Freundligteit Das ar Pc
je re
Es ſoll mein flcher Denen en Huf BR
Dei & nach Wurden a on near
=
Die ftummen Ziktn — * om ia werthen |
Aus allen Augen hehn / beSann Medahege /
Umb dieſes Grabmahlher. Ne page die hier
Die als mir. Sn 566 ba dir enſtehi /
Entſtehet ſelbſt aus dir. Du ſel ee bift ein Poet /
Ein Redner deines gen n — eo
| TE ren /
Ein Abriß deiner Bier Was darff bei ah
De eine Die eſehen hat
Die ſchoͤne Buͤcherey / der groſſe ſumme Karhr
Den du verfchrieben haft aus jedem Theil auf
EST DRG Erin Na
gißr alle Blätter Die su fauter Zurigen: werden
Und mehret De Ruhm. | a — der
dich ein
Ein todies * hie du. warſt ein lebend / Büchers
— Sritlöheesobeh Sri waren n ges
Mei End hintveg gm S St
Stoied. Euch Hank geraubt. Ißir fe en; /
bu ſcheint ba hei ao
rtzetn ‚ven Schmertz On Eben
gegeben Ein ein nur ılöm
Fi: reiche Wieder⸗Lohn den er viel ſchoͤner zierr.
Der rt Himmel theilt / gewinũt / wenn er
— — — — Ay per erlie ehrt,
40 xiv,
en
* er zu Sit _
| * RE XIV. HN a ®
z :
Pine Tem O |
Eben der ſelben Beet. }
dat er erſte Sag.
gas Grennen denn allhier — —
Was hoͤret man vor Ianne rigen
Wie ſehen wir bie SBruͤſte ſchlagen? |
Was kraͤncken uns deñ ——
n |
Iſt alles nicht mit — er⸗Flor *
Wir ſehen hier zu Grab er
Hpir ſehen hier die Leicht ſte *
Iſt altes doch mit Thraͤnen aefüet
Her erſte Gegenfaß., N ®
Ach ja! der dormahls war dei er iſt ge
Der vormapls war die Zier des Lindes / —
Ein Preis von boden ——— BEER
Hierliegt Er / Herr —— ma
EB hr Ci eh ei vn
en Rahmen / den der SI al
Si — na in erbina ——
und fein Qerpdnanie Hotel
er erſte Nachſatz Marz Pr
& gebt das Spride Melt, Der eine
DD m andern / pi ir
w |
= ; Anderer THALE . a55
‚Hier hilfft kein edel Ziut /
Wü 8 friſcher Muth /
Hi laufft man in die aa Menge mug
SR; n
Sagnem das Bielgeftedt," E — dies ix. |
Eine Stunde/ HEY
Treibt zu Grun de. |
N Augensii hat alles ausgemadt.
Der andere Satz. |
Wo bleiben nun di Fiehuen Sasen
Die die Natur in I nn jr
Wird altesdiesmit Stau Ki *
Das ihn vor audern bat. ſo hoch oa |
Wo iff der. Geiſt / dem wenig war verborgen?
War dieſes Grab der Meißheit rund: |
Dergebt das Licht. dag erſt entflund? „= -; .
Wie? faͤllet denn der Abend ein im Morgen.
Der.andere Gegenfag;
Die Tugend lebt ianoch infeinem Napmmeny
Qurch dieſe geht Er nicht verlopren,. .;
ied Durch das Ster nen. Hebohren /
4 — ang DIE |
er Geiſt der wird ben imeeinbelebc
Hts iſt zut Ewigkeit 3 u fruͤh / —
as nur vergaͤnglich — 2 hie / ————
Da⸗ ſelbſt d 2 But Bush Yan am zEried zer⸗
—* — Der
6 Teuhfehenggehiehte
x
e Nachſatzʒ.
— De — —
Ach laſſet vier Weit / iht Gaͤſte —
an Neue ein /
enn wreeuſt iſt Pein |
— / BR
Die Herugten muß Staub! ibE alles gar
| hit nichts werden) /
Freund / Ehte / Dtut/ Ssacgeı Sunfk Sul
Grxoſe Soyate /
Wele Plaͤge/
Nichte iſt von ae unferm@igentpumbe
ARE UN 2 — J —
Der drute Ss8z
J
Wir ſpeiſen une mit Zahren guterdeſen/ |
Und tpeilenunter uns: bie © 2
Wem geht nicht Dieret Fall zu herhen⸗
Ein augemeines Leid wire nicht dergefkinn""
Wwir fahenfelöft DIE Syaufen ihn deweinen /
Wir Sreren ihr Klagce Wort /⸗ Hrn
Arbrift denn unfte Sterefort?" los
Das Licht / daß wir ſo helle ſah ſcheinen? —
Der dritte Segenfahe, 7 57".
Wir ſtimmen billig alle Trauer⸗ Saͤiten /
Zir Haben Kebtund ug zu flagen! 0"
Das. Sand wird ſelbſt durch Ihn geſchch
De Unglück wil mit Hauffen un⸗ heſttt
Der Cimber Held / dem Er pflagRath zugt
vd ſelbſt durch diefen Fall bewegt ac
Za dieſe Seute wird erleat/ ⸗ ao
‚Am meitgte ſaut ſomuſſen aue beben. —
’
r Erden!
\ \ ur
|
|
Be, | Anderer Theil. | 29
en" Dritte Nadja —.
So kom̃et alle Her / die lekte Pflicht zu
Bekraͤntzet — Drau geden/
Segeiſtert dieſe Lufft / *
Laſt nen füffen Dampffumb ſeine Grabftatt
| — n
Miſcht einen fanfften — das Grab
J 7 | i n *
Kuhe / liege /
MNMach dem Siege /
Dein Sieges⸗Thron AL: unter dieſem
. Stein),
Drer vierdte Sap.
Es ſoll uns dein Gedächtnis immer gruͤnen /
ein Nahme nimmer untergehen /
o lange Altes wird beſtehen
Die Mufen werden deiner Tugend dienenr
Und ipr ein ewig wehtend Dendmapıftiffteny
Das nie kein Unfall niederfärt |
Das / als der Rachwelt vorgeſtelut /
Gedey't zum ſchoͤnenGeyſpiel ihrer Schriffte.
Der vier dte Gegenſatz.
Du aber / Edler Geiſt geh’ Hin im Frieden /
Ans wir allhier von dir berfcharreny
s wird gedultig deiner harten,
aß uns nur unter unſter Saft ermuͤden /
Du haſt ſie abgelegt / dir ſelbſt entriſſen /
Dem Himmel nunmehr einverleibt.
n —— Dir
258 Teutſchet Gedichte
Hirt F ſtu / was du Haft. aegläubt
Dein Sorten ift verkehret in ein Wiſſen
Der vierdte Nachſatz
Woddem der feinen Lauff een
ern hinmgie Simmel: ta? en
ale Erötpeil und als Lohn ı ©. Ne —3
Wohi dem / dereitfich ch (ib um rt rechten
Der wehlet ihm ja Min Ben, ei, au
Er wi ——
Pac dem Kriegen,
So Sin
Ei2
Den he — 2 Ned.
Der Weyland — ?
St Hclhgarden Cathaumna
—83
Gebohrner von Range 3 —
Des — Herrn /
ie Buf ® om,
ee
ET — Bag
a e ene
Ehe⸗ Liebnen/⸗
Wechſel unſt r irrd ſchen
| O8 OSchatt hg Traum x
Wie bald folgt weinen’ BT eae Vapenı:) ER
Wie ſind doch Ind, engen Kal |
Die gange Luft und Leid gefenetf ©:
Wie nichts iſt das man Pop fehigety /
—— ee
Ep Die zertheilten Wellen gept
Wem woute nicht die Sara vr Khmiman |
De an
och tan offt / ir
Ein Wirbel Windes’ —— |
"Bir ſchöpffen Trübfe aus den
Und —— r Lu Te Bra
Mir mäffenin den Kr en — J
Wir gehen in dem "aby I *
Die Sehens Wer au geh 1
uch Noth und —*— —— | m‘ ind E
elbſt / die durd itrerfeit. verſu
| ae —— ee en * Mn
gi ſe Mutter der betueßen et —V hr
erlöfchet oft durch ihren u 46
Und fanı indem wir fie geuieffen. De —*
In ihre Thraͤnen⸗See zer —
Dier ſeh n wir / wie der ee fl et⸗
ce wir — — — iten ſeyn /
U
360 Teutſcher Gedichtẽ
Wer iſt / der herbes Leiden fuͤhlet /
Is Jyr / Herr Bluhm / in dieſer Pein /
ayem ſo die Schmerken ſich sent haͤuffen /
aß fie ſich ſelber nieht begreifien-
Her Himmel ſchien Euch anzulachen
Wie man Hexr Bluhm Euch zugefuͤhrt /
Die euch erſt fruchtbar ſolte marben/
Hi Hauß und Tisch und Bette ziert /
Es fchien Euch Gluck und Heil zu bluͤhen
und euern Wohnplan au beziehen.
Sie warein Abriß wahrer In end /
ucht, Fiugheit / Saufftmuth roͤmigkeit
Vermaͤhlten ſich mit ihrer Jugend /
Hier war was Aug und Hern erfreut /
Sie war der keuſchen Flammen Zunder /
Des Meiblicden Geſchlechtes Hunde ·
Wie Mund und Hertz Euch hat verbunden /
Sd warctipr am Willen gleich ⸗ |
Ihr habt. Euch in ihr ſelb gefunden /
ind Sie mẽuch ihr Koͤnigreich
Wohlſ dem / der ſo gepaart mag wer
Er hat den Himmei auf der Erden.
Sp giengen Stunden / Tage / Naͤchtt /
Sn lauter Glucund Luſt vorbe· di
So wuchs die dehhng zum Seſchlechtt /
nd ſtndlich ward die Liebe neu
| Die endlich/ das fich laͤngſt eraͤuget /
5 Hat ihre füffe Frucht geseuge
Hier warnunlauter Heyl und Seegen
Wer war hier nicht ben Euch bemuht gi
ui
—
Anderer Theil. 267
Die Freud’ in Wuͤnſchen abzulegen/
Die seder —— — wu ei |
Kaum habt Ihr diefe Luſt geſehen /
Da war es / Ach! mit Ihr geſchehen.
Da ſtuͤrmten nun von allen Eden
Die Ungluͤcks⸗⸗Wellen auff Euch eins
Die Freude warin Furcht und Schreden
- Die Luft verkehrt in lanter Dein
Das Leben war Euch ohne Leben /
Mit lauter Nacht und Tod umbgeben.
„Hier klaget Ihr den ſchwartzen Waͤnden /
Diet ruffet Iyr dem Schatten nah >.
Ihr greiffet hn mit leeren Händen —
Und was Ihr fprech’tı iſt lauter Ach/
Ach ja / Ihr Habt des Todes Wunden /
Sie aber hat ſie nicht empfunden.
Sie lebt / die Edle / werthe / Schoͤne /
pr fferbet Euch durch Trauerab /
Sie hoͤrt das himmliſche Gethoͤne /
Ihr klagt und winſelt ECuch ins Grab ⸗/⸗
Ach / waͤre doch von eurem lieben
Rur ein Troſt Euch hier Überblichen! /
Ein Ungluͤck will Geſellſchafft haben /
Nur ein Tod war nicht gnug vor Euch/
Die eure Seele könnte laͤben /
Die Frucht der Liebe / ward zugleih
(Ach denckt / wie es den Vater kraͤncet)
Mit ſeiner Mutter eingeſencke. —
Wir wollen ihren Ruhm erheben /⸗
Das letzte Recht der Leiche thu n
RE N Euch
ER —
!
262 Teutſcher Gedichtt
Euch wůnſchen wir ein Be |
Diewen Ihr zweimahl müffet —
Su enrer ebſien und dem Erben
—— — Bat! kit N * | j
v ’ D
Pal TR
3 Fr NG
BEE ale
Den ———— —
Der Be
Des Wohlgebohrnen Bam
Heren Khriftian Ra tzowen /
Auf Raſtorff und Salzaw Erb⸗ ‚Her
Ehe Ciebſten /
—3
Wie erfiefigfeserftorbenen Frauen er fr
Ehrift,-Adelichen Gebräuchen den 2;
en „1078. in Kiel beygeſetzet ward
Bede des Herrn ——
QStsdem hit Dir und. Mir dt ſchehen/
Du meine uſt / nım meine de —*
—J
Soll ſch denn kunſſtig Dich a
Du meiner Seelen Licht und & n
Soll Finfternisund Todes» Schr en © |
ir Ben der Pan — deden? 9
—
we
Ben ar | y 4
Ich bin nun ſelber nichtatn nicht mein ejgen /
Weil Du mit Dieb und mich geraubt /
Kaum / daß fich kan mein S * zeigen /
Kaum / daß ein Wort dem Mund’ erlaubt /
Geiſt/ Sinnen / Woͤrter und Gedancken
Die gehn mit Dir nun auſſer Schrancken.
Der Augen Brunnquell ou niet —*
Der Seuffger Meiige hemmt di tut ı
Daß fie ſich nicht in Ström’ erg * —
each mir he EEE: ——
Das ſo viel Pfeile nun durchſchne | |
Will ſelbſt * feiner Wohnung ſchelden
Ein Gluͤckſtern war mir auffaegangens
ie du zum erſten dieſe Bruſt
Dit dein Schönbeit Haft arfangen? R
Wer wolite nicht fo feurcbe Luſt DER
Darinnen wit une’ felbft vergraben] ,.
Did lieber’ als viel Leben’ haben?
Sie ſelber / ach / gab mir das geren..
Ein fo gepaarter Seiftift: ein
Ru Geiſt war Mir’ Mein Ei aegebeny 5
ie koͤnnte gröffte Eintra ORT
Wer wollte nicht den Riß em
Wenn Mund / Hand / Hertz 9 as
MDu wareſt mein ich dein Vergnuͤgen /
Dein Eigentgumb war mir mein Reich /
Anbırh ich herrſchen fonnt’ und ſiegen /
dir war ich mir ſelber gleich.
In dir hatt ıch mein Gut erlefen
Gluůck Wohlfart / ug ein eigen Beh
264 Teutſcher Gedichte
Der Himmel / der Dich ſelbſt erzogen
Und feine Stralen eingeſencct /˖/
Schien erſtlich unſerm Thun gewogen /
Dis ſich des Gluͤckes Mad gelenck t//
Seh meint' in feiner Schooß zu ſizen /
Und ward gerührt von feinen Bligen. =
Was nuͤtzt mir nun / gehabt zu haben _
Bey welchem ich ſo gluͤghch war.. 2
Wo find nun die geprieſnen Gaben /
Wer ſtellet mir fiewieder dat?
Sie ſind dahin / mit dieſer Frommen /
Woher ſie erſt geftammet/tommen.
Seburtund Gluͤck hat Dich ſo milde)
Mit vielen Gütern außgeſchmuͤcktt //
In Dir sals deiner Eltern Bilder u
War weſentlich ſchon außgedrück 7
Was ſo viel and’re nur ponfernen! 7
Durch einen frembden Vorwurff lernen.
Sp ward / bep ſchoͤnen Sitten / Tugend
Und Frömmigkeit in dir gegaart.
Sie vᷣluͤh'te Dir in voller Jugen //
In der fie offtmahls leicht verjahrt /
Sie hat bey dir / von erſten Tage /
Ihr ſtetes Wohnhaus aufgeſchlagen.
Nun haſtu mich / mein Hertz / verlaſſen /
Und du / naͤchſt GOtt / mein höchſtes Gut
Mufkin der Erde hier verbiaſſe.
Mir ſchwinden Kräffte/ Geift und Muth /
Ach möcht’ ich ſelber Dir meinLeben
Ben diefer Gruft zum Opfer geben! ons
—
BEE
Anderer Theil.· 267
_ Das Zeugnis unſter feufchenfiche,
ies kleine Paar! ne FOR ANGE Miley Zei
. Bas Leid fepı und was fiebetrune/ 7, 3°)
' Das folgt doch der Natur Geheigi'
Und deine Zierde wird in ihnen -
Mir ftets-alewieein Dendmapt dienen.
Ich ruffe Dir noch zu von ferrn 4.4.00
ch Hera ! Ach 'pörffu oder nicht. Aa
Führt meine Seufftzer hin / ihr Sterne,
34 Sie mit eucb theilt, ihr. Licht. /
ud angenehme Liebes» Blide . .-
Die ſendet mir von Ihr surüte. le.
Ben mit hat zwar dasfläte Klagen
Den Tag in lauter Yracht-verkenrtr +. ,
ch find’ in Trauren mein Behagen / Q
nd meine. Pein wird ſtets vermehrt . -
Umb dein Gedächtnüs zu erneuen /
Soll auch das Leid mich ſelbſt erfreucm.
Nimm hin / mein Hertz / die Abſchieds⸗
Be AG EN IE DD.
Und diefe letzte qute Nach
Geh’ immer au un dehene: forte *
Da hat der Tod ja keine Mach
Muß Ich dich gleich dem Himmel gebe /
Sp ſollſtu doch in mir Hoc leben.
RKlag⸗Ode /
| VE Über: J 66 DR "
Den frůhzeitigen / dennoch ſeeligen / Hintritt
1183 Rs Der
*
— Teutſcher Britt
ER Aue BIT a
Grauen Melt ta Kielm
inet i
Geborhner vonder Doien
Wie deren engel Shupertüba ii |
EN iu, Schleß mit Hoch Adelic en |
brauc Mi Depgefeet, 9 ward, ven
ggatdir die —— ie
Fie gnuggepkieiine Yun?
Die Keufche Liebund A ‚fe x
er Singend« Bild I merd mp"
Lind tragen wit dA aus"
Der ſchoͤnſten Seele J m & a |
Ab jaSie iſt Stell
Be |
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Wig atr’te Hiek Ken
| vefe Hoſt gehört/ael HER IR
PR Ki au — — mer ie
Sie war ja —* re ſchoͤnſte Zir /
—9— blaſſer Schatten bleibet hiet · J ni
| sec Brorsen hi find ve — Mr
Die Ic Otatdem Hergen ei M —
is Sie erfohr n ‚sum jebes⸗
ũmd Hm ihr Bildnis — 7
HDarinn es ſich auf ewig reg |
.... Die Augen / ale die hellen —J P
* ze Zeiger Zeugen —— Lu Qt
G
a nn
AAnderer Theil 367
Der Mundy derkeufcben Liebe Siegel
Die mu an ef Stirn In u:
Her Chari 5 liebſtes Kg
Was iſt es nun voll lauter täus. .
Woſſind nun ihre holde Sitten:
Der Seele Schmuck / das ſchoͤnſte Sul N
Das man vom Himmelkan erbitten /
Ber ohe Seife dertapfre Muth? .
Es iſt dahin Ihr Liebſter / Ach
Schickt ihr viel tauſend Thraͤnen a
War dies / ſprach Er / ein gopn —
Her mir nach o bie ſcwoner Luft R
Nach ſo piel Freuden eebliche? ; iR
Reiß dieſes Her’ — ‚Dr uf.
‚Bleibt nicht dein Hertz dein — 5 —
Rimm / Liebſte / dieſesa it Dir..
cs denn / Ich Todter / leben --
fReilei he Be
Sag mich ben deinem Scha AO NER iR
Weil ran Ihe, utogcotlt,
Eineam ſch unſ ie 5 nd FE
Daß wir du {odt net ri Haar
mund Aand und. 5 verbunden?
Keim Tod yet rennet Diefes Band -....
Di Liebe heilt auch Todes⸗Wunden /
Sie erſt auf hoherm Eh, entttand, ;..
Die / wie ſie ſich durch fi * heb/t
Durch ſteten Seelen⸗Wechſel lebt.
CHR Da 2 fo laß mieh bey Dir leben /
Etlroſt Du ſo ſey mein Hertz dein Sra Re
268 Teutſcher Gedichte |
Peilmirein warmer Geiſt witd Beben! /
So flirbft Du mir hie nimmer ab . ;
Fans fenn fo laffe vein Geben, .,
Durch meinen Geift bereelet ſeyn. '
olaß ung den unſterblich ſterben /
o Tiberleben wir den Toddd -
nd laffen ung uns ſeilbſt zu Erbe _
Wird aleich. der Leib zu Staub und Koth /
Du gehſt zu Dem / der Dich mir gab
Ich auffer Dir bin ſeloſt mein Grad.
Dies ſprach Er / bis ihm von demSchmittkt
Wort / Geift AundLeben ward entführt /
Hierliegt Sie nun / fein ander. Deckel /
Die Kinder ftehnals wie gerührt / Bj:
Kaumift / der recht ſein Leid erwegt /
Da ein Fau alles nieneripläge
Wer kan auff Gluͤck und Hoffnung trauen?
Ha, wie die Seel ge war bemuͤht /
it Erben ihr das Haus zu baue
Wodurch das gantze Land jetzt bluͤht/
© hat (wer iſt der hier nicht age?)
SHrcigner Saft fie aufgeiadt:
ESelb ſt Venus mit dem blinden Kleinen /
Die Wi fo manche Sufkertegt!? —t/
Die ſtehen bey den Sarck und weinen!
Da Pfeil und Bogen hingelegt \..,
Der vier die Fadeltrug aubpen 2 5, un
Geist Hymen / hat es nun verſchwor n.
Auch unſre Deufen laſſen hoͤre /
Bey dieſer Grufft / ihr lag⸗ Gethoͤn⸗/ zu,
“se —
—F
ee:
Anderer Theil. 269
indem fie dieſes Haus beehren / ns
Und ſtets zu feinem Dienfte ſtehn / |
Da ſtets für ihre Wohlfahrt wacht /
Dadurch ſie ſtets den Neid verlacht.
Ihr aber / Ka eute Zähren,
Shr/groffer Rielmann / unſer Schup/
Ir muͤſt zwar einen Schag entbehren /
Der ihr ſelbſt unſer Schag und Nupı /
Denckt aber dieſes Doch darbey/
Was man ihm felber fchuldig fey. |
Was Hilfft / das Hertz mit Sorgen freſſen /
Da Sie der Sorgen ſelber lacht ?
Der muß fein eignes Leid vergeſſen /
Der fürdes Landes Wohlfart wacht /
Mer ihm ſelbſt rathet / wie er foll;.
Der rathet auch dem Lande wohl.
XVII.
| Auf 77
+ Die och⸗Adeliche Leichbe ⸗
ſtiattung.
Der Wohlgebohrnen Frauen/
grauen MAGARETA
GSebohrnen Blumin /
Des Wohlgebohrnen Herrn /
Hn. Sob. Adolphs von Buchwald/
Erbberrn in Giriſchsbete und Siegen
F Kbe-Liebfien, j & &
v
Un
Si 7 r num PERF * ee
Sy unſern m hier / ara Nom N ei
Nun ſelbſt dieTugend an? Die wert |
Die —J——— — Di lißl
Das mancher Ritter ſucht/ RT: Safon nur —V
Womit der eo Herr u Smaß ie
Die‘ Blume des See Bl N) von Br
Die wird hie. eingefartt Si t hen Dit |
Saft hier umb dieſen Sure) Bien en see
flie iegen
Die Muſen weinen mit, „Die hai
Selbftumb die Grabſtatt IE un ai?
Die ferbft ine Wefen war. Das Y ift allgemein)
Weil ungemeine Roth von ertenge —*
Doch fuͤhlet hiemand mehr, Den Sr
*
Ab / den er naͤher trifft. Hierft ht det net
Up ſchauet ihren ——
nander e
Funde iſt zu groß / Die von fl
So feſtes Hertzen nd/ie fein
Und feine dolter Fan or umDigraufgm
=) 9
Dh — —
ah
un * Tugend hat angjpefei SE:
ur Anderer, Theil. 270;
Ein unvergleichlich Sur, EsIebte diefes Paar - -
An ſich durch ſich vergnuͤgt. N die keuſche
| TUT ALM 7 haar | u
Der Geifter unter fich in reiner Liebe brennet /
Die fi. durch fich ermehet 1.Die Feine Faiſchheit
| ON, ı.
Nicht Liſt uß Heucheley. Die Tugend ſelbſt die Ihr
Anh eine bike nahm ihren Sie ah
Naͤchſt bey der Gottesfurcht der Fürjtin. unten)
alen /
Dadurch wir erſtlich GOtt / und dann der Welt /
——— ea ee.
So weit fie Tugend liebt. Eaftimmer/allesein.
Sie muftedeffen felbft unwiffend Zeuge feuny ..
Die Neid mit Wohlthat lohnt" und Unzecht.nie
Die offt ein gutes Wort etrübten zugeſprochẽ.
Ihr Mund war nie ohn Hand, 7 De
> ne Mundı Dr
Und was die ſelbe gab/ ward nicht Durch jene kund,
Sie liebt all’ auſſer fich/ von allen ſelb gelixhet /
Als gegen welche Sie ſtets Froͤmmigkeit geuͤbet.
Hier war Fein Ubermuth / die ihrem Adelhoney.,..
Als welcher wird erhoͤht / wenn ihn Die Demuth
kroͤnt. —
Die Sanfftmuth zierte Sie un ſo viel holde Sittẽ/
Die nie die Mittelbahn und Richtſchnur übers. .
0. fhritteny *
Darzu ein tapffrer Muth / den Sie entgegen ſetzt
Der Citelkeit / und was ein — herrlich.
E. Der
rag
am _ Zeutfäper © Gedichte
Der — de dieſer efer Zeit, der it der. Herrli Jerrtigkeit der wo
Das Kuft und Lift an ihm mic koͤnnte Meier
werden
Der die Bewegungen mit Macht arnieder fehl. \
Und bloß nur auf en Shuf, th Hoͤchſten fh
Der war Ihr Schutz und ae ei Sa :
Ein Schutz in Dodes ⸗ Noth dab u fein Tod |
Daß ſie nicht ſterbẽ kan / auch da deee ſirht/
Und neues * ihr durch ihren Tod erwirbt.
Er war Ihr hoͤchſter Schatz/ der men men)
Der alles geben fan. Nun ft ihr Loß
- UN oe" or Sing ei
elbft Geber / und felbft Schat Vichts if hit
Beil Sie ihr Alles hat. Fur ee habt ver⸗
Herr Buchwald’ einen Sa den eure Sel
Der euer Alles war / Vergnügen! "geben. uf J
Han teiffer felbft das Hertz aus Diefet edlẽ Bruſt⸗
Ach / —* dem — air fein Tel
Ver hat ſo ſtarcke Ma efolch. "de N" iberindd?
Air eifhet fehlt * nicht / Es gehen
Der euren Adel and vor ——
eigne‘ kr
Richt leichtlich Fan ein Artzt —9*—
—
‚Hier hilfft die ——— un Fein Bü.
leſen/
Wo Seel und, Geiſt site? Bergieht feiner felbft
ergie
u mitten inder An ff der Uinglüche Net
El wenn’ des Sr do ei —
eſtuͤrmet
Wenn 0) beB Meeres; a 1, hehe“ Qälen
12
DT Roder bricht beit man bien
Der Schiffer fiebt Bere, en jeher ſieht den.
Und firbet eh er ſurb te hin ot 8 auch hier. zu.
|
|
8 hilffet dern ber Kat PRoemalkeiftge ehen/
De! alles ſtuͤtzt und — Mr
St befke Troſtif Vena Muri anders ſeyn.
Bott weiß wohl je Er durch ihn muß es 3
ehem:
Um ohne feiner ‚Hand kan uihrer —* if bftehen.
Oſeelig iſt / der nur denn Cr. macht alles gun):
Wurwas —2 will und will: was —
RK.
U RlagrOde —
Uber 27: xl —
Din ri Bi feign / Se 5
36
| | \
| n
“ 2747 Trutſcher Gedichte
Der Wohlgebohrnen Frauen /
Frauen Sophia Auguſta
ehenree
Kielmannin von Kielmans ⸗Eck
Des Woblgebobrnen Herrn /
Hn Wolff von Buchwald/
Erb ⸗Oerrn auff Buͤlck und Echo =
Eertz⸗ Eheliebẽ en.
Wie derſelben entſcelter Coͤrper den 6
Odobr. in Hamburg / mit Doch ⸗Adelichen
EGebraͤuchen / beygeſetʒzet ward.
NInm nun /o Ele / Wertbe / Fromme /
Die iente Schrifft zum Zeugniß an /
Has ja dein Tode noch entko mn /·/
Was Dir die Tugendfekenfan/! —
Sie Tugend / die dich nicht laͤſt ſterben /
Und im verweſen nicht ververben.
Woas hat die erfle Lebens Flamme
Diẽ nicht für Geifter eingehaubt?
Die ſich erhub aus edlem Stammer
Die durch den Nebel nicht verraucht
Die aus dem Schatten / und den Bein)
Linsnoch ein Helles Licht laͤſt fcheinen.
Die ae Die dir haben
. Soperrinh Weſen eingepregt / De
*18
ß
N Te a a.
Anderer Teil; **
Fr hat noch Nacht ——e
hr Geiſt hat ſich in Dir gereg -
Von Ihnen wird dein Ruhm bekleiben /
Umd Dir ein wuͤrdig Deuckmahl bleiben,
Es giengen dir die erſten Zeiten
In einem ſteten Borfpie pi
Man ſahe ſchon ben dir von weiten
Des reiffern Alters klugen Sinn/
Man ſahe Dich die Weißheit üben’
Diemitdem Nahmen eingeſchrieben.
Die Froͤmmigkeit hat Dir fuͤr allen
Den unverrüdten Grund gelegt /
Die Schloͤſſer koͤnnen nicht zxtlallen /
Die ein fo feſter Eckſtein traͤg /
Auf dieſen Felß / haſtu gebauẽt. ll He
Wohldem der auf den Simmei frauet! %
Wie wuchſen bier fo ſchoͤne Spraffen!
In wie viel Tugend Ströme hat
Sich fo einreiches Meer ergoffen! /
Zucht / Keuſchheit Treue’ Wort und Tdat⸗
Mit keinen Netzen je beſtricket/
Mit keinen Farben se geſchmücket.
So ſah' ein jeder auf SAPHIEN:
AUGUSTA war. der Herzen Luſt /
Wen follteder Magnet nicht ziehen?
rs err Buchwald gab ihr Hand und Bft
er durfft'es hier / wie Jaſon wagen ==
Die goͤldne aa ini zutragen
Geliebte Dergeni die Fhr bende -
— —— Sochiten Handy pie
‘N 13
en. 172.0
216 Teutſcher Ger Gedichte
Die DieIhr in Freuden on und i im geide
run fo viel Jahr euch treu’ rau
as Habt ihr nun für Schmeitk empfunden
Sefchlagen mit fo harten unden?'i,
Wenn fich fo werthe — 55
— iſi es Doch für, eine ein? |
Die fi nun gank im rm ginn
Und in fich ſelbſt verwandelt ſeyn
pie ſoll man dieſe Wunden Hei ſſen /
Wenn ſich die Hergen ſelbſt LH
Es —— waldi et boten
Ihn |
So Ar: Er feige fich Iecide 9 J—
Er fieht nan hier die kerengpände
und —— feines —5 En
ihtsan er al — JV
ran muß faſt / als bey Eu vum
——— anen S rs
Br
Dur
“ F— in’fich die
——— Da Be Di, in |
und ihrer Tu en nſtes Bild 7,
"fenn die erblagt ten todten Slied
— —
it fehtvariger Finſterniß umbpN
Dieemwirdin feinem Hettzen
Und feinem Kurmer. Di
Wir ehren nochwas von der
und ſcucin es der Erden ein /
sw
Anderer Theil. re
Ur 5 zum Sinne
ne nicht fan unverganglich. ſeyn /
Der Saame / der hier wird erfipleimen
‚Der wird zum heſſern Leben keimen.
Die Augen / die allhier verſchloſſe u
‚Sen /wastein Auge hat gefehn/.
Die oft von — leſen
Die bleiben unbeweglich ſte
Dort aber werden ſich die — 5353 Br |
In einenheitern Glantz verkläten.
|
|
|
Der Holde Munds der oft geſptochen -
Was den Betruͤbten Troft gebracht /
Die Haͤnde / die das Brod gebrochen /
Und arme Leute offt bedacht
Die wird des Hoͤchſten Hand bedecken/
Den werden fie nun fuͤhlen / ſchmecken.
Genieſſe denn der Himmels⸗g tuBEI
Weil hier dein Liebſter troſte loß legt /
Und auch Fin reinen? gröften Leide, —
An deinem Nahmen ſich vergnuͤgt/
Ihn wird auch ſelbſt der Tod nicht Können
. Bondeiner Ra Liebe Bea a
RESET?
"Klage oder
über. :
Danone, do ge / inet. Br
1.53" "De :
NOR
—
3 Teutfeher'Gedihte
Des Wohlgebohrnen Herrn /
Heirn Joachim Chriſtoph
von Buchwald /⸗
Weyland aͤuf Knop/Pronſtorfund
Neddergart Erbherrn /
Ben Ihr. Hoch J. Durch dem Hn-Mb
ſchoff von Ohnabruͤck vormahligen
Rittmeiſter/
chen Gebraͤuchen beygeſetzet ward.
Ommt her / ihr Gaͤſte dieſer Erden"
Zu feh'nein Bild der Ster bligkeit /
Wie bald wirhingerieffen werden "7
Auchin der beften Sabre zet “7°
Wenn wir aupieram Gipffelfteheny
Somüffen wir zn Grabe achen,. 9°
alt)
Mi
—
Da wird die Hoffnung groffer Oinge
Auf einmahl in den Staub geleg /
Die hoch man gleich Die Flügel (chwWingel- ,
u'?r
Baldtömpt ein Sturm der niederſchlagt /
‚ Der allesdas ı was uns ergoͤze //
Mitunstmeine Grufft verfenet.
Was iſt das eitle Weltgepraͤnge /
Als nur ein groſſes Kinderfpielt 3
Wird jenem gleich die Welt zu euge/
Gext feiner Luffnicht Map noch Ziel
Bald mid den’ der fich: nicht Ban megfen fi
Ein Wurm ineinem Sarge freſſen. Wir
I
Anderer EN - 2
ir find am Muthe groffe Rieſen /
Wir bauen Schlöfferin der Lufti u *
„Kann haben’ wir uns bier gewieſe 7
So muͤſſen wir fort in die Grufſ u.
Hfft feheinen ung viel ichwang're Berge /
Und zeugen nichts als MAuf und Zwerge.)
Sey immer Hoch:und Wohlgebohren⸗
Dom Stande groß /an Gütern reich 7
Wie bald geht alles das verlohten/ >
So biſtu auch den aͤrmſten gleich
HSer Wohlgeſtorb'nen Preiß erlangen /
Darauff beſteht der Frommen prangen.
Herr Buchwald / den wir jekt beklagen
Der ſtellet uns ein Beyſpiel da 2
Wie Er in ſeinen beſten Tagen —
Mus druͤcken dieſe Todten Baat'r
Als / der vor kurtzer Zt gebluͤhet /
Jetzt aber uns ſein Licht entziehet.
Sein hoher Adel rfeine Gahen _
pit welchen ihn Natur und Kunſt
Für andern außgezieret haben /
Verkehren ſich in iauter Dunflı ©
Rur / daß fein werthes Angedencken /
Der uͤberblieb nen Geiſt muß tranden.
Hierliegter nun erſtarrt erbleichet
Der kaum / wer haͤtte dies gdabf}
das halbe Lebens⸗Ziel erreichet /
Run decket ihn die ſcwarze Nacht //
Die Racht / die feinen Lauff hieß ſtehen/
Sein Licht am Mittag unter gehen.
— I G & Die
#
N}
a Teukfiher Gedichte
.. Die £iebe fieng erſt an zu gruͤne >
Dim Herzen dem er ſich vermaͤhlt ⸗/
ar kaum Die Morgenroͤth erſchienen /
Sie die ihn / ren Schatz exwaͤhlt
Zaͤhlt nur von ſeinen Jahren ſieben ⸗/
Die Jhr von ‚Sb ſind uͤberblieben. Be,
‚Damüffen ſich die Dergen theen /
Di ER NUT verbunden ſeynd 480
Sie wird gerührt von diefen Pfeilen /
Weil ein Band heede Hat pereimthı: =
Kan Schmertz iſt dieſem gleich zunennen/
Wenn ſich ſo liebe Hertzen trennen.
Die Phantzen dieſer keuſchen Liebee
So viel von tunen übrig fenn: son nd |
Segreiſten nicht was Sie betruͤbb 3 7
Doch ſtimmen ſie mit Thraͤnen ind u.
Wit welchen ſie den Vater ehren
Den ſie ſo hertzlich gerne hͤren
Begreiffet Euch ibr edlen Hertzen /⸗
—
And gebet nicht Ben: Muth verlohrn
Ihr leidet zwar jetzt groſſe Schmertzen
Die Euch die Seele ſelbſt durchhahrn —
Doch muß man ſich / in ſolchen Faͤllen
Dem Himmel nicht entgegen ſtellee..
Seht / wie es ſtuͤrmt von allen Seiten /
Wer wuͤnſchet nicht den ſuſen To /
Fur dieſe Bitterkeit der Zeiten 1. m
Die uns giebt lauter Thraͤnen Brod ı
Seht indie Naͤh und m die gerne
Uns draͤuen lauter Ungluͤckz Sterne /
ig nr
Me
J
e
*
—*
Anderer Thel. pi
‚Sept unſre Laͤnder / Felder, Haͤuſer
ano Bleibt nun ihre fehöne Zier? |
Verdorren bir nicht Stamm und ‚Keifet 2 Ei
Vergehn wir nicht für Trauern ſchier?
Wie das ein Meiner Schatten ſchmertzet /
Wenn eine Trauer Nacht ung ——
Wenn die erzuͤrnte Flut der Wellen
Das Schiff / von allen Seiten her / Br
Er augemach zu Boden fäleh/ =
raiffet man Leidund Beſchwer /
Da wird man lieber allefeben '
Gemeiner Moth entgegen gehen.
Wohl Som Herr I» der dem
hen / in
Mit dieſes alten Jahres Schein /
Hat licher gute Yacht aeacben!
Er gehet nun zum Dimmel ein /
Da ihn fein Ir und Unheil ende
Dem Er ſich zum a ah wen
V 1937 — * XXL '
© Bi Eu
Dr |
ar a term —
He Wohlgebohrnen Herrn⸗
Harn Dettleff Kesention/
Erbherrnauf Wittenberg und Treftorft: .
et deffen —— $r. Witrwei -
..©$: / eh |
282 Teutſcher Sicht |
— re
| SER £ dent, we werte $ Frau’ Ihr Licht,
on in dem Mittag’ ihrer ——
Muß Sie / o bittre Liebes-pflicht!
Schon dem ein fruͤhes Grab bereiten,
Der Sie fo trenlich hat geliebet/ |
Und nie /als dur den Tod / hetrubet.
Ach ja! Er iſt dahin gegangen / 3. a
Der Ihrer Seelen Labſal war /
Und-liegt mit ſchwartzer Macht ungenau
Entiernet von der Menfchen Schaat/
Und Sie ift / leider in den Orden a |
Der Wittwen nun geſetzet worden.
Mir duͤnckt / ich Hör’ein rl |
Ha ruffen Mutter / Kinder / Ach
Des Höchften Hand hat uns Rd J
Sie ſchrehen Mann / und Vater nach /
Es ſchallet Hierin aller Ohren =
Wir haben unfer Haupt verlohten 1%
Mer wolte nicht alldier Befemmen?
Es fen nie eine größte Dein /
Als wennfich folche Hertzen trennen /
Die ſo sur feft verknuͤpffet ſeyn /
Es iſt ein Schlund / der ſie Derfchlinaet/ /
Ein Schwerd / das durch die Seele RG
Sch ſehe noch das Hertze wallen /
D Wohlgebohrne Frau / m Ihr⸗ —
5)
Menn Sie bedendt / wie Et al
Sie wehlt’alsfeines Haufeszier/
Wie Er Sie ſtets geliebt. ı geehretn —
Bi 52 die Liebe Mes ——
N
Anderer Theil. 283
Sie war fein Alles: Seel und Leben /
1 Wie hat Er offt mit Luft geſehn/ 2
Wenn Sie Ihm brachte ſolche Reben /
Die mit der Zeit zur Stüthe gehn, mis
In denen ſchon bey zarterörime/ 9°
Der Mutter Zier und Tugend ſchiene.
Sie war ihmfeines Hauſes Sonne /
deren Slang ex ſich erfreut ///
Sie war ihm ſeines Herrens Wonne /
Durch deren Slick er ſich erneu'f
Sie war ihm uͤber alle Star //
Sie war ihm ſein / Er ihr Geſetze. |
Sp Hiengen Jahre / Tage/ Stunden/
In hoͤchſter Friedſambkeit dahm /
Wie ſie die Liebe hat verbunden /
Soblieben Sie in einem Einn’
Und lebeten ſo in fleter Freude / ——
Sie bau'ten hier den Himmel beyde.
Kahm gleich ein Rebel angeſtiege n
— —
Und fiel ein truͤbes Wetter eins
So blieben Sie doch ihr vergnügen! /
Und folgt ein eboner Sonnenſchei /
| Ein Baum der ſich recht hatgefenetı 7
Der wird durch keinen Sturm verlenef.
Nun wird er Ihr / Sie Ihm entrieſſen /
Da liegt Er nun der werthe Mann,
Der ſtets auf Redligkeit beflieſſen
Drumb Ihn ein jeder lieb gewann /
Er hat gein Leben ſo gefuhree
Daß ihm auf ewig Lob gebuͤhret.
er
J
284 Teutſcher Gedichte
Er war non fanfftem holden Weſen /
Die Tugend war allzeit ſein Ziel /
Die mn nur. in: Büchern defem
und brauchen fie. zum Schertz und Spiel!
Außwendig gleich getunchten Graͤbern /
Don innen vol von Wuſt und Traͤbern.
Kein Hochmuth war bey ihm zu finden! /
Kein Hader Neid kein Zanc und Streit /
ZJn koͤnnte nie kein Zorn enzͤnden
Er liebte Demuth Freundli —5—
Zi find — 9 e Guͤter /
jes ziere liche Semütber: ©. 2,7, >
ein frecher Muth wird bald — 3* *
Ein Donnerkeil legt in den Staub ⸗
Die Fleſen / die dem Himmelpoche /
Hie werdeneines@&tärdern Rauh
Den Frommen wird der Himmel lohnen /
Er bat für Sie viel tauſend Kouen
So gehe nun ins Reich Det Shren /
Der du geliebet GOtt und Reiki
Hier kanſtu nun DIE Stimme hoͤren
Konm’ per du mein getreuer echt /
Komm' ber Du ſouſt me sa eich ecretbent
Dies heift recht Kittermapig ſterben.
Sie aber fen mit GOtt zufruder
und WWicke ſich in deſſen Schlus Ch
Durch den Er.ift von Ihr gem
Es bleibt darhey / man ſoll un A| —v
Das Urtheil iſt ſchon laͤngſt gefaͤllet / se
Mer ift/ der fic. ;partvichen Kelkbtı =
3) Se Stlaſſen
————
nm.
n
«
Be 0 252 2,2 Se
/
Anderer Theil. © 285
Gelaſſen ſeyn / gedultig / ſtille
Etleichtert uns des Creutzes Pein /
Dies war des Allerhoͤchſten Wille /
So muß es auch der Ihre ſeyn /
Wer ſo wie Er gelebt / geſtorbhenn
Der hat fein Hehl im Tod’ erworben.
J 8 . *
— ⸗
J
J
Auff
— Den wohiger hrnen Seren, 3
Herrn Ernft Chriſtoph
von Bauditzen /
—— 5
deſſen entleelter Coͤrper zur Erden
beftattet worden.
m Nahmen des An. Bruders.
I ift dielekte Pflicht’ mein Bruder / die ich
Ein Denckmahl meiner Lieb und wahrer Treue)
| a u).
as Fan ich andersrhivalsydaß ich dein gedencke?
Hier fol dein Denckmahl ſeyn / hier ruheftu in mir.
Mir duͤnckt ich ſtelle mie noch deinen Schattẽ fuͤr /
Was iſt es / daß ich mich ul Bee —2—
N RN ONE: SHE IRRE In 1LE
Dein
286 _ | Teutlher O0 Gedichte
Dein Dein Benfpiel enfpiel lehret et mich / & — * daß ih mie) Goa
Wo du gefunden haſt die — Sehens» Ah
Hier iſt ein Africa/ voll Drachen / oͤd und duͤrre /
Was hilfft es daß wir hier ſo — Streit
Daß man von Jugend anfi Fin biß ing‘ Alterplage?
Dort ift Das Vaterland / hier gehn wir in der irre /
Wie koͤſtlich es auch iſt ſo iſt es nur Ve rdruß /
— AN Die ee —
XXIII.
eh
gun oft. Mlia eiſheh
Veiederfättin?
Hn. Andreas uickens /
Hoch Fuͤrſtl. Holſteiniſcher — md
RanzelcnRatds/ 5
verlobten heriliebflen ur
Braͤut / *
——— ſeeligen an. — |
O herber
a. Dit Su denn / ſchon nftes Sid in deiner
—* Bluͤthe — &
* |
/
J
Anderer Theil. 2285
— — 0
Es muß faſt die Natur hieruͤber ſich entfaͤrben.
O wie ein harter Donnerknall! | |
Der Eltern=Hergen ea zu Boden fihlagen Fan.
So jung / ſo friſch ſo choͤn / uñ doch fo bald getham/
Wie bald vergieng in Dir ber edle Himmels,
| ‚Hauch! |
Der Srühling/ der fiegiebt 7 der nimmt die Ro⸗
* sad DS DRRMIMDL
Da doch / wenn dieſe nun vergehn, En
‚Der faule Löttig noch Fan Schnee uñ Eis beſtehẽ.
Die Welt | | |
Dein Daterlaıy 0.0
Un was Du liebes haſt / wird alles Dir entwandt /
Die Welt / die von der Zier ven Nahmen zwar
N —
Der Menſch / die kleine Mely
Der ſich durch fie verftellt/ a
Der giebt ihr Blank und. Licht. Seit Du bift an⸗
SR
So war ſt Du beeder ir. |
Ietzt / ach wie bald !verftoffen/
So nimſt Dunun mit Die
Den Schmuck der Fleineuund der Stoffen.
Des Lebens Morgenrorh gieng auf in. dei⸗
0 a
Und mahle im Antlitz ab den ungeferbten Geiſt /
‚Richt angeſchmitz von Schmincken dieſer elt /
Die keine Farbe halt, — —
Der nun / da ſich de Todes Bleiche weiſt /
Und deine Tugend-Mörhe ſchon zue Seelen einge⸗
a an 7
Nicht
88: Zeuffeher Gedichte
| Nicht mehr/ wie vor ob ſeinem Koh” —— an)
So himm denn nun von uns diß lette Zeugnis an.
oe ungefarbtet deine Zier/
&omenrger Zarbe Dieder Zod aͤt nich }
eungefarbter iſt — 3 |
au deinen Ehren ſchreib en.
Wie wird der ( Eltern Hertz /
Der Eltern / die in See von Baht
Der Eirern ‚bie voll gl ft und S merk J—
Mit Zentner⸗ ſchwerer Laſt An bs
Wie wird es ihnen nun ner,
Die / da Sie: ich verliehen N? von fi h
So ſchwerlich ſcheidet a 9 a von fin. :
Gliedern/
Als jetzund ge: ii Di fich abgetrennet bh n.
Du geh frag ; N Hauſes Wone 2.
ergeblich klagt man: dir hier — Dinn
Du war ſt der deinen Sonne.
Wie gab dein Morgen ung fo einen su Kelle Ehen
Der in dem Mittag auch nicht koͤnte heller dem
Rimaber Ijhroie (ON chwarke Nach hrdenfl
Daduden Saͤrck zu Rhne eiegeft) ne
abeiner Eltern Hertz —5 ee
finſt rer / als lg das Grat ——
O 3B fd
au oh der —D —*
BR 00
_ Anderer Theil, ee 177
Dennis von der Mutter Seite war
Der Geiſt des — Olear/ |
Der alle Welt mit ſeinem Ruhm’ erfüllt.
Des Vaters Wie der ſchien in Dir fich zu erhoͤhẽ.
Der Antrieb der Natur / die Fe — 53 der Siñen /
Gieng deinen Jahren vor. een und Be⸗
Gieng hier mit ‚gleichem Son In Dir war
elbſt dein Licht.
Det alles faß't wie Du / den faßt ſein Umbkreis
Wie hatte die Natur (nicht,
An deiner Stirne ſelbſt dẽ wackern Geift gebildet,
Als durch verborg'ne Spur!
‚Hier war uns auttaehe ein Elaver Hertzens⸗
Br — def Kiel Sehen eingepraͤgt /
Seele ſchoͤnſt —
Die Sanfftmuth hat —* in deinen Mund ge⸗
leg
Bi nie durch einen Shrindergäei war ver⸗
® gen Ba, N füfen Dof
erauſchet durch der Wolluſt ſuͤſſen —*
So war die Wiſſenſchafft nur deiner Seele Koſt /
ie koͤnnt allein in Dir den Hunger ilen
Die ſchaͤrffte deinen Geift/bemeifterteden Willẽ /
Das dein Verſtand auch ſelbſt vor Meiſtern Mei⸗
jelte
Am, in &chr: gahren zur — ie
F So
—
ae. FOIRBER Srite.
So war dein Anfang deinem: Ende nah! WR
= nd nun laͤſt Du die Welt dahinten/
| DaDih nachdem Du von uns —
Des Himmels Manna ſpeiſt/
Wir ſpeiſen Rn mit binern obnuinnm
Se ſelbſt der BEN
en ea vaſer SM und Spa! |
uch wohl bey Saltz und Brod/
| Si ft fuͤlle wir den a Dectn mit
En er gemeinen Wag
Si Schaaftreit‘ tooter Burn — sch
zum Reichen daß man J lea Do
Wie machen manchem ie m in fe nat
Wir teagenfeibf bey unseren } t d au)
Die Rungeln: Suchen find * Son | a Ag
un Ua ſtͤckweiſ hinten nat hi
ER Der nn auf uns vom Köpfe bis un zn
Ei (ebendig Spital bis alles Teen
Okurtze Friſt! Bine
Ein Vater und ein Sohndie heile eu U
Mor rgen /
- Was wiſ en dieſen iſt |
2 LAT yon eernund von am
eit Demdie geoffen Baͤter aller Zeiten
Der Erde gute cht geſag // *
h j a en
2 ; Anderer Theil, “ S⸗
So folgen wir vet wir von weiten
Noch vor Dem Alterrhunb betagty
Und / ach / was bilden wir. uns i .......
Die wir nur gegen ſie wie Mittags Schaut ent |
Wie nahe wardein EN |
Ri DAB Du vier Tehny n Fahr’
& Fleiner Blick in dieſe lt!)
m
Als deines Altersand're Sue Abenereny
n en Ar In seit was juͤnger
Da fönte j ja mit Reichen un mit Suͤdten
Faſt ——— * Br Opa 3
in’ da fie altı Fan fie kau abrege M
Mon Din n find nur zwehmahl ven s
una hehe . — | 8
in Hirſch un, Rabe hat vor uns vie ing: ve it
Mirfterbengegen fiein — ——— |
Die Welt iſt abgelebt
&Sieifimehr rodt/alsdie / Ri in ihrfind —
Die kaum auß ihrem Staube ſich erhebt, _
Wir / die wir hier die a ara haben
Bir halten ih en Lauffy
rn allgemach ung dem Verweſe Hauf
Wir —“ geſtuͤrtzet indie Welt/
ndſtehen als zum Ball. ie net Grufft und
Ras ifft es lange Ho Dong eg
De t der Tod in eine — beſchnellt.
Wir En was ung faſt jede Stunde drauen—
re ver Baar —
n
”
2955 . Teuticher Gedichte
Und / ach / wermolltemmohl
Der Erde ſo viel Zeit von ſeinem Leben goͤnnen?
Der mo ſte fie nicht kennen ⸗/⸗
Daalles Tugendzleerida/ alles Suͤnden⸗voll /
Da Thorheit Schule haͤlt / un Heucheleyregierets'
Fein dies / o Seelige/ war nicht fuͤr deinen Geiſt/
Der ihr beyzeiten ward entfuͤhre //
Der woillig ſich der Zeiten Strom entreißt.
Die Erde reichte nicht den — ebẽ /
© konnte feine Welt Dir hier ein
. 0. Dubift war nam re Re
O Werthe / zu den meiften hingegangen _
Doch bleibt dein Bildnis wo nun Seele
ii hangee
Wir wollen Die Die lehte Pflicht zwar thun /
‚Die doch nicht ſtirbt nit Dir
Andaung im Trauren noch ergöke
Rochdies dein Angedenekenchrentolel
And bleibft Du ſtets in unferm Kerken beygeſehet.
| ee — —
Allwo Di deine Spieligeſellen ——
Die Engel zuden Sternen ſtellen ER
Das Glocenfpieldasunszu deiner Leiche rieff
Rufft Dich zur Kirche hin die droben triuinphiren
Bir Flagen den Beluſt Du findeft den if,
DeinGrab verſenckt Dich un waͤr es noch
zer) REN Te
ee Ruhm gefuͤhret //
Der fich kan ͤber alles ſchwingen .. TRIER
Ko deine Zunge nun / Du himmuſche Orz h
%
‘a +? rk
4
1
_..beree erer Theil, 293
| Seth tihres Schoͤ pres Schöpffers2ob befi age n /
Als kaum ein Engel Fan dein eigen Lob be eſingen.
Dein Liebſter ſteht von ferne / |
. Der deiner war / wie Du rear feiner / Tugend
Und deiner Schoͤnheit / wie Du — Gabẽ / Lohn⸗
Er ruffet Himmel / Erde / Sterne.
Der noch die Fruͤchte hat von deiner Blut sr
‚ Kan. auch dererften Blütenicht genieflen.
Wie fpieltdoch dag Verhängnis oft!
Wie müffen alle Strom’ entgegen flieffen !
Der Hoͤchſte will hier felbft der Schiedsman ſeyn
Vor ung war nur die De vor ihn Die Frucht
allein. |
An Dir iſts nichts verlohren /
Dir 10 Maria / bleibt das allerbeſte heil
Dein Weſen war zum Himmel nur geboren |
Der war dir nicht alte Schäße feil.
Du hatteft auff der —— I Schatz ge⸗
| Die Liebe hatte ——— gebunden /
Von welchem ob du zwar > Mae ich ſchei⸗
| So findeſt Dir dort auch (va Deinebiche naͤhret /
| Und heiligt deinen Trieb, 7 iſt dein Hochzeite
Mit dem / der ewig iſt und lbſt ewig waͤhret.
Hie iſt ein a a — und den Du
Der ſein * Dir/ Su
hm
294° Tentſcher Gedichte
| am deinesiunddarben bes Liebften Hertze giebſt.
am Koft der. angeflainniten Sinnen /
e
Die Siebe veflen/ was verganglich ift/
Echoͤhet fich in dem / verihr gab das Beginnen) »
* Der alte Wei geliebt und unfet nie vergiſt
Saft dein —— Sicht zu einem Zunder werdẽ
Derviebe / die did iebt / macht Himel aus der Erdẽ.
Wie liebſt und lebeſt Du in fo dergnuͤgter Ruh!
OBraut / o Schoͤn 2... ur
Viel ſchoͤner / als / was Weſt und a zeigt /
[4 ar u
Algjeder Stern / ber. an dem Himmel x
. Hier fichen umb Di re en Toͤchter /
ohne i
Und ſtimmen Direin frohes Braut⸗vied an’
. Darunter. auch der Engel Stiramen ſchallen /
Das alle Himmel wieder en.
Bir ehren hier dein Grab /wie man am beſten kan /
Die deiner Tugend noch verpflichtet! -
Dort wird dein Braut⸗Bett aufgerichtet.
Den Lab legſiu hier nedee6
Vey uns / der Seel RI DR Vergang⸗
— igteit
Dort iſt Sort ſelbſt (Dei diefen find ſt Duwieder
Dein Vater ı Bräntigamb den Shake
—
u SONWEU
Auff den Todt BEER
DR
a ne
Anderer Theil. Ass
Der HadEdtn, De Ehr⸗ und Tu⸗
Fr. Mario Elifaberß Nieder
ſtettin / Gebohrner O learin
Roc konnte man den da all dee Tochter- nicht |
| verſchmertzen /
Die Thraͤnen fioffen noch. auf,allen Banger nab /
Und jetzo traͤget man die Mutter ſelbſt ing Grab /
Man IR zum andern mahl ein ander Theil vom
Hertzen.
| Nure ein Schwert war nicht gnug / Ihr habt noch
einmahl Schmertzen /
Gleichwie der Him̃el euch die beeden Schaͤtze gab /
Frau Tochter / eures wur und. asufee Kron’
/
Hier fein Here Nicderfinfüe Sreuden-Traus
er⸗Kertzen.
9 könar ich ihren Preiß AN ihren Würden
en⸗
So ſollte ſelbſt das Gold für ihr nicht gölden fern
‚Hier waͤr ein Tugend- Licht da andern nur ein
| | Shen. —
Der Tochter ehe ich war ein Lob zu Ehren ſetzen /
Die Mutter zu beehr n/ ee mir Ned’ und
I ai u f erhoͤh /daß es mich ſchweigen heiß’.
T4 —
296 Teutſcher Gedichte
Auf den Tod.
Des Hoch⸗ Edien / Geſtrengen /
| und Merten!
Hn Heinrich von der Deilen /
J Königl. Maj. zu Schweden Connner⸗
ien⸗Raths rund hochverdienten Buͤrger⸗
metſters Der Siadt Wibmar.
Woe muß mein Wißmar / ich dich fo zerſchla⸗
REN gen feben?
Wiei dir / werthe Stadt wie 1 dir doch gefcheht?
Sie ftüeme der Noꝛdwind DIL —
| KEN) EL £
Weil du den * Ander nun Des Schiff's verloh⸗
ven haſt /
Das durch der Fluͤgel Macht it h immelwerts er⸗
Rn
Und achtet nun nicht meh Der Welen Zorn und
| | Kobent. N
Das in den feften Grund der gelfen eingefench!
Dasnunmehr Feine (ut yonfeiner Stellelendt-
Es fällt (ofpwerer Sal!) dein Edler Hert von
/
Und weil die eine fälle / ſo beben alle Seufen!
Dein Arlag/der dich trug den trägeftu ind be
Hier liegt der bey Dir ſtund / dein Stecken un dein
© Es wird auff das Wapen / einen geflügeleen Ansferigegielet
| | | Se
&
|
Deꝛ beſte Racſchlag ift/dadınd ein Stand —
undeter Then.
M
So laͤſtu billig nunder Augen Ströme fieffeny E
297. ,
Diereil ein Auge dir mein Wißmar / iſt entrieſſe.
Das Leid iſt algemein / das alle gehet an)
Das feine Thranen-fluth in ſich erſaͤuffen kan.
- DerSchmerk ift allzu groß / es iſt zuviel verlohrens
Es mar durch ihn der Stadt ein neuer Slankger
BR bohren! / |
Den jetzt die Nacht bedeckt. Ein jeder ſah auff ihn /
Aus deſſen Stirm und —— EN e⸗
—— —
PAR —* fi en. | |
Die Triegerey / die ſich mit Warheit⸗ Farben
EN Ne OMHCEEN !
Hat nie die Redligkeit aus feiner Bruſt geruͤcket.
Aus ſchwartz wird memalhs weiß / aus Schatten
a | wird kein Licht / |
Die wahre Tugend darff der Nebelkappe nicht.
Wenñ man mit reiner Seel uñ Gott zu rathe gehet.
Mer durch die Laſter will erlernen ſolche Kunſt /
Der ſucht bey Dornen Frucht / und bey den Dra⸗
| ‚al 26;
unſt.
Kein Schmeichler hat ſein Der / Eein Schnare
RES Sn cher je gewonnen /
Diebduͤgẽ ſtund bey ihm / wie Pebel an der Soen.
gm hauchte nimmer an des Pöbels linder Weſt /
Den mancher ihm fo wohl die Ohren reiben laͤſt.
Es iſt ein bittret Ba bey füllen Honig-£ippen/
Und 2, Ah eröfftan diefe fcharfte Klippen.
|
Man fliehe neicheley und eine falfche Gunſt /
I Her nach dem Winde fihnappt / erflickt von
SR EGSliaub und Dunft.
Es | Kein
N ü
% a : Al
äh“, tif —
Kein deind der ſchadet fo. Sein et Medufene
opffe
Laß zieſchen uimb ung het die A Schlangen: y |
öpfe
Wann nur Vorſt Htigkeit den iegelihnägeigt/ /
So wird des Gifftes Strahl: auf ihren Halsge
ugt. ”
Bey ihm war ſcharffer —— nicht
Er ſchlug nichts in den — Kö hut,
Der falfchen Gitelfeit. Serge einer Eyur /
gef ı Tugend / Recht * ſelbſt dieſe
Aſtraͤen Wage war ihm ja ich und eben /
Der nie vom Goldgewicht ent —* wat ge⸗
Es taug nicht / wenn das Sb u er Rehht die:
|| Benn vor ein eifern Ke das Ihdne gu
Ihm wuchs Verſtand ſein Ruh
Sein Seiftr der feurig wat, — Nu feine
Und feine Klugheit ward anchiRtänigen befatnt/ }
So, daß der Norden⸗ Held ihn ſeinen Ka ger, f
nannt.
Hier war ſein kluger Sinni in allen zu ——
Man * ihn ſeinen Sen Ha nach dem
/
Er
ee
Qnderer- Theli. 299
& jierre feinen Ständwat feines Königs Preis /
- Manliebte feine Tueu'r und lobte feinen Fleis /
So / daß er auch hadurch * * erkran tz ver⸗
Der ihm nun immerfort * der Rachel
| Der Königfegte ihn in hohen Ritteiftands /
Durch ſol fe oh won 5 Verdienſt
Man muß den edle Murh vor — ii keñen /
Bo eine Flamẽe ſteckt / Die muß gen Him̃el breñen.
| Was in dem Staube kreucht bey des Poͤ⸗
ahn/ SR
Das ſiehet niemand nicht mirsolen Augen an.
Steh’ / edler Sr jo feſt Anm wie ein Aucker
Dem die erjürnte Sl utan alle Seiten gehet.
Steh’ iodu edler m Au Ar n die Sproß
Die ſchon ſo naheft find a ihres Könige Thron.
Sohn 1 Tochter] Tochtermann der nun des Koͤ⸗
eite/
Welvie auf inbetuhe wenn in Die Rh und
Weite
Zu ſehen er Aug? und feines Könige eichtr
Eriftfen? zund und Hand / Dadurch er halt und
pri
Ste) / odu edler Siam den auch “ Neid wird
rei
1a wid den groffen Ruhe bie fpäte Nachwelt
| RN ——
300 zeutfet Gedichte
Sch ſchweige / denn ich bin vergebens nur bemüht/
Daß man ein hohes Lob in ſchlechten Reime ht.
Mein Wißmar wird zu erſt ing Den
Herr Deilen wird ihm & im nem und Hertze
bleiben /
Nicht Feder Pinſel Ertz / nicht Marmor / nicht
apier |
Das bildet ihn ſo ab! wie hiefes“ enctbuch —
Es iſt ein groͤſſer vob / das ihm in Nord en bluͤhet /
Das durch Magneten — groß it / an
ie
Beil Kunſt und Tapfferkit au nach Nor⸗
So ſtehet auch ſein Ruhe wie ber Nord⸗
poh
Umbihn ſteht alles woͤhl / die Meinen aber klagẽ /
Vnd zwar nicht ohne Fug D Die Au iſt ſchwer zu
Die der Verluſt gemacht. Man Kointet Throͤ⸗
nen aus / |
Die gange Stadt die wird sekhlagen durch diß
Daorch dieſe Leiche wird fie fel — sur deichen / F
Was hie nur trauen kan /d BON Trauer?
ei )
Man fpielt das alte Lied. Der Sobri wird gerveint
Wer das nicht thut / Der iſt faftn wie ein Men |
| ind.
Man ſi j eht nicht / was! man ſi ſi ehtman will auch gar
nicht ſehen om
Wie
J | |
A. ee AT — Ws Du ——
Anderer zei. 301
Wie alles / was hier lebt / muß feinen Weltkreiß
J IJ Bee |
Ein Blinder leitet hier den andern in das Grab /
Unfieht. nicht / wie er formt den Berg hinauff un ab.
Wir muͤſſen jadie Zeit dein lebenloſen Leben -
nd unf rer Jahre Rang zur ſteten Beute geben /
Mir ſierben aliegeit / wir ſind ſelbſt unfer Grab /
Die Tage ſierben ung / und wir den Tagen / ab /
ie ftecken/ wie wir ſind / dem Tode ſchon Im
J
Was will man ihm allhier fo groſſe Rechnung
| machen? >i«“
Sen alle Zahlen hin / der Toveber heilt fie babe
Und biftu Dir gleich jung/ fo biſtu ihm doch alt.
Penn nun der Haare Reiff die Scheitel hat ge-
u
a8
2 faͤrbet /
Wenn ſich die glatte re rei ⸗Furchen
F welche mit der Zeit der Tod die Sichel druͤckt /
So mwird das Zieidenoch off weit hinaus geruͤckt /
Da doch das Alter nur dies ſtuͤndlich hat zu hoffẽ /
‚Sein Grabmahl ſtehet ihm / wo er nur ehet / offen /
Dem ſchon der Tod mit Macht durch alle Glieder
3 nem er
VUnd dem der- Huften fehon ein heifcher Grablied
— — — ingt -
& en er fliebt/verfticht/un wird in ſich begrabe?
Man folge ver Patur/die Mutter will es haben/
Wer fich befennen milffür ihren rechten Sehn /
Der ge et dieſen Weg * den Sarg zu
Fake ER U
SH
| so. Teuiſcher Gedichte
— ———
Sey Son Ritter /Edelmanıy T du muſt die SR doch
hler
Und reiteſt endlich doch noch Auf des —
Ser Koͤnig/ trage ee er Eye unddie Krom’/
Ein niedrig Grabdru — einen hohen
von
Dein ahergannd der * — darbe
Dem alles anterihan / wird Be Erdehe
Sy, Vauer / welte nur den Gheren Si pie
Su rein? /
Die Erde ‚fodu rügfini ſcharrt Di) wieder an!
‚Sie gabdie Brod/ — das —9 die deiſh
un
So muſt du / fuͤr ihr vrdne — ihr wieder
ag yon der Erde — * ſiebet nur dlein
| Was ung zu Menſchen mac) k iR muß unverg ng
| Se
ie vas man denn. fo fehr Hert are Delle ice
‚berrauert?
Er lebi bey Gott aan de Nahe enigb0 pauctt,
‚Sirleberhier un dort in ſteter greub und Bonn? -
Es Ka fich To wenn — ben bein
—
Veh der dachbegaͤnonn··
“
|
Wie bald mit
Wie man fallen kan im ſtehen /
* OR ſteht mitten auff der Gahn /
Anderer Thel. 39,
—— Dis Ho ae und Hohe
Herrn Peter Muſaͤen/
ABeitberübmbten Theol D, und vor;
nehmſten Profefloris, wie auch Procancels
larii auff der Kielifchen Uniperfität.
eg Welt / o ſchnoͤdes Beben] ⸗/
Spiegel ſtaͤter Sterbligkei //
——— daran wir ter
' Qxopien-Hansı n Grab der gt J —
Darkaen wir kein Weſen fühle
ũnd mur mit Dunſt und Spaten elek |
Hier saufen wir inengen Schrangen / F
Nachdem das Ziel uns wird geſteut / —
Wik meſſen opt mit den Gedancken
Die fleine nach der grogen ecc.
Und meinen Be mit ihr zuſtehen 3:
Die wir doͤch taͤglich ſehn vergehen.
Die geit nimmt uns im Zuſatz aber e·e·
Sie opfert ſich und ung ihr auf /
Wir tragen fie’ fieuns zu Grabe /
Sie fliegt / wir folgen ihrem Eaufy
Wodhi dem der uͤher Alle Hügel -
Sice uͤbereilt mit ſchneulem Flügel.
er koͤnneti enmiel ſeben /
Te ba 5 are a
Und
r
*
= —
x
nn
— — — —
DRM d;
28
364. zautfeher Gebiete —
Im pre, Kunft/@oldiholde Sitten N
Sie Tonnen nicht den Tod erbitten.
Der gib, dae ſchwache Haus der Seelt /
Liegt auffder Baare außgeſtrect
Den bald in einer ſchwartzen Hoͤle /
Die truͤbe Finſternis bededt.
Ser Seiſt / der Hmmelan gegangen A
War gieich im Kercker Diet gefangen.
Doch hat ſein lang fo flat gefbienen?
Daß auch fein Schatten ung noch ſcheint /
Eswird bier fein Gedaͤchtnis grunen /⸗/
iger dem Leibe ih vereint!
Under wird wefentlich empfinden’ /
as er hier ſuchte zu ergründen.
Wir konnen zwar mit linden ZBENEN |
Sen dohen Muth und tapfern Geil! 7
nd fo viel ſchoͤne Gaben preiſen⸗ J
Er aber ſeloſt i der dich preiftt /
Erfan fich feinem Top entpeben! ©
i
unddurc gelehrte Schriften leben.
—
=
— ——
—
Solepedenn/du Zier der Weiſe n
Leb ewig dort und lafte Did
Sen Mund der Wahrheit ſelber ſpeiſen
Denn diefer Schem verliehret ſich/ a
Wenn wir in vouem Lichte ſtehen
So mus das Schaitenwerck vetgehen |
Ein Stüdwere ift hie unſer Wiſſen /
Wie oft fent uns ein kalſcher Wahn / |
; Der
—*
‚Anderer Theil. 305
Der nur beruht auff eiteln Schluͤſſen /
Außs der ſo engen ABeippeit Bahn
Dies Stuͤckwerck aber wird zerfallen...
FndemderAllesiftinAten. — nie...
Die hohe Schurift hey den Sternen /
‚Ste maͤchet auch Die Thorenfug/ 0
Nicht Bücher / ſchreihen / leſen lerneny /⸗/
- Ein Wort / ein Buchſtab iſt genug /· 7
Sie find recht Meifter erſt zunenne u;
Die den / der AundO iſt / kenunen.
ee
ODE
Auff den Töptlichen,Dintritt
Des Weyland Wohl⸗Edlen / Veſten .
| Hocherfahrnen ⸗
Herrn Maͤtthias Clauſſens /
Der Argenen weirberühnbten Doetoriss
und HocFürfti. hochbetraufen -
——“ Leib⸗Medici. * —A
SHfirbet nunder werthe Mann /
Und greiſt der Tod den ſelher an . =:
Den er ſo offt beſſege _ RENT
Iſt vor Hygeens liebe EOM/.: 3:02)
Dies —5— noch der gantze Lohn / —*
7 Das Erzu Boden liegetttteee
1% Oiitgatder Sontden Piel atca/ NR.
“.
t
er.“
_
=
And Er hat ihm en SED Were Are
38 *
Di)
nn
30% Teutſcher Gedichte
—— nn —
au fich nun ſelbſt nicht ſchůtzet /
8 bauet auch ein Rſtul
Fom felber offt ſein aagen Grab /
Wann er den-Ktandennühel |
Den biaſſen Tod den habenwie
um alter nachften Nachbar bier /
r ſtedt in Haut und KNOben!,
Ergeptmitiederh Biſſen ein)
nd ift eb wirs vemuthend ſeyn ©
Zum Hertzen eingektrochen.
Ser Menſch iſt ſeiber ein Spital /
Ha Seuchen wohnen ohne Zah
Her Menſch das groſſe Wunder /
Don auſſen ein gepuntes * Me
Bon innen fauit er /und nımmeab!
And nehrt des Todes Zunder. |
Die Weltiſt techtein Krancken⸗ Haus _
Daſtirdet man/daman trägt ausı /
Siefeloft folgt iprem Shwindel/
Her fieundunsimKreietreibt/,
Bis danmanendlich iegenbleißll /
Mac) apaelanfpner Spindeb — .
Wir find alıpie ganz taub und blind /
Wit fep'n nicht / was wir Renſchen indl, -
Was uns fuͤt Wolgen degen Re
Bir hören nicht des Herren Bort/
Das Seele) Seikund nern vurchbohrt /
And Todte kan eriweden: RE RE
Wir raſen indie Wette hier / ERDE
Es siehst uns indie Begier / Gleih
Gleich
LEN a [ —
j
|
} da; et Die
ee ——— —
> =, = Be —— — mr — — — — —9
= j
3
| Aunderet Spell. 307
Blei den ergrimmten Thieren /
Ein jeder laͤſt/ nach feiner Art /
ẽe ſeh geiabrt und ungelahrt /
Sich ——— fuͤhren.
Wir ſchelten offt die Zeit und et
al⸗ die uns Strick und Netze ſtellt /
Sie finds / die ** verleiten /
Da doch durch u — en Gifft
Sie und auch un eh >
Wir find Die Peſt der Zeiten. Der
Wir haſſen unſre Arkeney /
ir bringen fo viel — bey
ae m Gew Fa
Schmeichel⸗Sal endeten
2 dene ſelber 9— io
en Schl Biffe 18 un; 7
e ht Seelen ge hinaus
ot ir — |
ih⸗u
N —A— fies
—— genießt ’
I Kraßfft des Geiſte b ſtaͤrcker.
So haſt Du Seelger / auch gethan /
39 bepzeiten —* Br
J El Den Dirk gefunden
NHelffer / der zu vs eilt.
Der uns au in dem Schlagen va ir
Zul —* Wun En
ME: 4 Tu207 9 | Du
ae
See
U.
708 Tentſchet Gedichte
Pr me
Du wareft unfers Sandes IT a 4
Mun haſtu deines Heyles Theil ////
Bey diefein Atzt erwexbenn.
Dier traffeſtu das rechte Ziel / Haas Aal
Masttagetı Abt! —— ‚eg
Erfen Euch abgeſtorben? a
Was nuͤtzt / daß Iht Eu felber vun
Sch Höre / wie ein jeder ſagt up “ur
Herr Claxflonift geweſen Be
Ach Nein! Es ift bier —
Er war nicht kranck /Er iſt nit im
Herr Clauſſen iſt geneſen. n
XXIX.
Te 2
Herr dehan —
Kiefer /
Derozu Shlhwig; ori
der Hoch Fürfil. Hurkl: Beer ai
Hoff:sprediger! . 26
‚Saite seneliebfle/ e
Welche den 30. Junii / nemblich am Lutine
ge nebft der Feucht ſeelig —— den
Julii mit iteteu Gebraͤuch |
wig eerdigen ließ.
=
BE, muß ich denn / ——— rm
Wie
Dar Springroffes Leid geſent!
Anderer Theil. | 3
Wie bald kan altesfich verkehren’! /
Daß uns die Luſt auch ſelbſt verlezt
Die daß bey Euch Lucinens⸗Licht /
Gang mvervofft den Glauben bricht
Das Ungluͤck will Euch gang beſtreiten/
Es druͤcket alte Pfelleabı
&s reißt die Liebſte vonder Seitens
i Um gruen ihres Kindes td
Was bleibet denn für Troſt und Rath?
Der meine koͤmpt allhier zu fpat.
Was ſollte meine Kunſt verwuͤgen /
Bey Euch / der ſolche Reden fuͤhrt /
Die auch ein Furſten Ohr vergnügen?
Mitreichen Lehren außgeziert?
Zagi nun daß fie nicht fen umbſunſt /
Ein Meifierftün? in Redner⸗ Kunſt.
Traun / der iſt aler Redner Meiſter /
Der ſich in Noth bereden ka
Ermuntert denn die ſchwachen Geiſter /
Unmnd greifft Euch ſelbſt mit Gründen an ⸗
Denn: meiner ſchlechten Meiſterſchafft
Sehricht es hier an Geiſt' und Krafft.
Mas Adel/ Reichthunn Gluͤc von Kits
rn a ern |
Verſchafft / vermehret und erhält/ /
Was deſſen Gegenſtand kan hindern /
Was uns vergnuͤgt in dieſer Welt /
In dem beſteht der Menſchen Zier /
So lehrt der Reonet von Stagir. ——
3 - — 3
= z = 5
| pr
|
ine 5
. i
FEN UOTE NEN
— Teutſcher Berichte.
— — ———— — —
Fr gvhr ſowinget er 5 Ann
Weit über Eu un hnempor⸗
Dom Helieon auff Elle Hügel? /
Hier bringt man andre Lehren vor’
Was ung gutdündet auff ur Ehen
Kan böfe boͤſes nüplich ſeyn 5
Der Tod muß ſelber unfet Beben! he — |
gie Armuth unfer el eichthumd ſeyn si.
Sir jammeln Sioäne’ Wenn wir
Hpirerndten Freud aus Motd u und an
ung fivadet feines Feindes Tuͤch
kehrt ſich elbſt in. Sl ie.
pl Eu Herr Kiefer) baltes I
Es ſey das noch ſo groß 0
So leltet Euch dis Aimmel 18. Sie
Hr figet doch in ſeiner Shooft: HE
Stuͤrmt aͤlles gieich auf euet — Er I *
So ihlägt. ea Euch zum heſten au
Ihe weichen vt ang rund und park je
Ein fchöner Quell des Geiſtes er...
Semeiſtert ſelber eure Samen et \ N E;
Ihr habt / wus ai Leid Be.
Wer andern’ ſchoͤne LTehren
Dem fehlt es —— Troſte nich
cn ficht das groſſe Zeughaus en u
Das Euch des Seiftes n u en
Sie Sclke ıdie Euch jetzt sen
Bertreibet Ihr mit dieſen eicht N
Ein Heidenmuth, bis an das Gra a
— dem Tode wei ab.
—
QAnderer Thenn. ⸗1x
XXI: 5 — ———
OO E
Welche /
Bey der Beerdigung u.
Dis voh und — “
Herrn / George — He» R
| berges⸗ =
Der Heil. Schrifft Dodoris, — EN :
ek "Philofoph. Moralis: —
Profefforis, |
abgefi mgen worden!
In der Melodey a: bekandten Kirchen⸗
anges
® Hertzlich but mich verlangen/äce
mas pranget Ihr aufi Grdeni
Ihr Buͤrger dieſer Welt
Dentkt was bank er Werden
ie alles Dies zerfällt! a
Dies alles was Ssbr han? Eihee az
nur ein falſcher Schein)
Den Grund / darauff m manbanet -
Bedect ein Grabeftein, *
Was ſind die eiteln Luͤſte? »
Richts / als ein Dampf und Frag
| Was ——— a * hruͤſte / rec
|
- 312 Teutſcher Gedichte
md fuͤlle feinen Schlauch /
Uns ift von erſter Wiegen
Ein kurtzes Fe geſteckt /
Den Geiſt kan nichts vergnuͤgen /
NAls / was nach Himmel ſchmectt. ———
Was helffen uns die Schätzer ·
Die Glut und Flut verzeyrt/ / |
° Sie findofft Suͤnden Netzeee
Der Seelen Mörder -Shwed/ /
Wohn dem / der in der Stille AN
Dasböchfte Gut erfreut,
Dem GhHttmitfeiner Fuͤlle /
Denleeren Geifternent.
Was Hilfft cs rennen / ſchwitzen /
Hapunseinzitelsiet/
Ein Glantz von tauben Blitze /)
Ein Irrwiſch / der uns fͤhr /
4
J
| a batfichrecht erhoben
Der nach dem Himmel ſtrebt⸗ | * — — | |
Und lafjet allhier toben’. Sa
Masander Erden lebe.
Kunftı Weißheit hohe Gaben)?
Wie herrlich fiegleih ſeh ///
So werden fie begraben! u?
Wie finfter wird ihr Schein!
Rur der hat nicht gefeblet/
Ihn decket keine Macht /
Wer dieſes nur erwehlet /
Was ewig iſt und macht.
NER
me
Dr
ırlrraarlrrarre .
| far unfer Preis und Licht.
- Erpatein Gut erſtritten
Das keine Zeit verſehrt.
Ihn kroͤhnen ſeine ——
Die Er allhier gelehrt.
Die Tugend war Zum
mg —
Sie fa on Ihm zeugen!
Wir Eon nocihte Spur/
Und fie wird ihn eEEDEN., |
Bißan des Hoͤchſten SOON
jer wird er ewigleben
er Himmel iſt ſein Fohn.
„ Geniefiepenn Der green
Hu edle Seele/ du
Sieg’ über alles Leiden,
Geh cin in deine Ruh' /
Hier wirſtu dieſes Anden »
Was dein Berlangen ins
Die Welt bleibt dir papımden!
Sie ift.ein todtes Bild.
Mir renden Deine Sieber
Alihier in diefe Gruft’
Bis fie die Seele wieder
em ihrem Bunde rufft.
e AM in der Erden /
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— Anderer Theil.
Dee ie denwit Aufaetragen ©"
Dir fraugen zwar undflagen,‘ /
Da Jhm dom nichte gebricht. -
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Iergeiftin GO SH...
ger Leib muß IEDEEWERDEN/. 00000
Ein todter ErdenzR1008. —— |
Wenn nun die Zeit wird kommen "©
gap dieſe Wat verget
In Gottes gRieich erhodht. a:
Zuch / daß uns balderiibeine „1. —
Die ſo gewuͤnſchte Zeiit —
Wir ſterben Hier a eine/ |
Deiniſt die Ewigkeit, ·
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Herrn Hieronymi Kochens /
B. R˖ Doctors /bintertafienen Üben \
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Toͤchterieins Begräbnis =
EIeöftes Kind / der Eltern greude /
nd der deinen — —
Muſiu ſchon zu@tabegebn/ "7 Ban.
und haſt kaum die Welt geſehn⸗ ———
Hich / was macheſi du für Sorgen ="
Ras für Zanımerı wasfür£edt. « ”
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Deine Zier und Siebliglet. - ::00° 0,
Etiebtamerften Lebens⸗Mor 1 RE EIS
Rieder Thau die Ro e ſpeiſtt /
Die die rothen Lefftzen weitet!" und
—* Anderer TI 24
und do zteitbino noch zur Ares
Umb ſich TFT ihr. a Br
Bald ſchlagt Kolene a
Ihr die zarte Scheitel ab /
Alfonabetunfer Grab/
Unſer Leben gleicht dem ande.
Lesen iſt ein Weg zum Grabe. I *
Greiffet nut zum Pugrim⸗ —
Seht ihr Frommenaug der‘ a
ont euch ẽuer Zweck geſtellt/
fi
ieber geht 6 furke Meile
Undift chen guch gleich BLU /
Manerreiche nur ſein Ziel.
| Wer will auff der Reiſe n⸗
Unſer Anfang Bängt an End /
| Diefe bieten ſich die Hander > er
1 — J * e H H
Sterben ift in gute Sach/
Und den will ich feelig preifen m
Welcher weil er lebt nd warst!
Ihm den Tod zum Freu Mena. ns
Dieſer trotzet alle deiſen.
*
= .* - 5 , ng
z 9 BT J J 8* Ira, 3 * J
yet u re ” 4 — FI ?
ung
Wer woͤhl lebt / der kan ——
Es kan nichts an ung verderben:
Funggeſtorben was denn mehr? ns
„I Bleihwohlichmergetes (0 ehr! .
Bold und Sthäne bet Merfebwender
Halten feinen Tod nicht auf /
eine Zeit. Hat: ihren Lauff
And ihn bindert fein ende. |
“
Laß
a ran TEE
316
eutſcher Gedichte
gap dich nicht den Tod gereue n
Denn foledeftu ppnneuenk 3 20.0"
Er nimmt dir ja nur ein KADE 1 7
ũnd zugleich die Sterbligkeit., 4...
Seine Laft/diedich beladen! 4.
So viel Zentner Angſt und KRotb /
Et benimpt uns nut den odt /..
Was kan uns der Tedt denn ſchaden?
Kieine Tochter laß die Deinem
umb dich war wie biuich weinen:
Doch ſo ſey au raaß DIE 5355
Unfergeid ift manberied!
Du bift frey von Roth und Maͤngeln ⸗
Küffefinundassihöonegamb/ ;;
Heiner Seelen Br utigamb)
Schergefimtitdenfcpönen Enät SR
Rluf) ihr Seelen! iaff t ans fliehen /
Laffet ung vpn binnen ziehen 7
Sndas wahre Daterland/ ° ; * .
Weiches uns hat außgeſandt nn
Hoeriaſſet dies Getümmel / TS. nn .
Und erwehlt an ſtatt der opel an. >
Die uns bier arfangen haltı
Rur den tieinen Kinder » Dimmel.
— — — —— —
3 F
— —
Des Weniand, Zoch Etlen / Veſten
| und. Hochaeladrten.
Hnu. Michal Sriedeborns /
domnderer pin
nn
Der Königl. Mai. in Schweden / ben de;
ro hohem Tribunal in Wißmar / getreuen
| und ee Be ——
aM
oe Styr und hen on fe aus der Hoͤlen
Un faſt die gantze Welt mit Krieges Welle fulet/
Weil jederman nun gern intrübe Waſſern ſcht /
Und alle Liebes⸗Glut fo gar bey ung verliſcht /
So gehet Ihr von uns/ ge — —— im
ieden /
Und laſſet allen Krieg, Streit Neid und Zanek
J hiernieden/
Denn weil die K rieges⸗F lut nun tiber allem ſteht /
— Wunder iſt /vaß nun der Fr
ee vergeht.
DeEr wahre Tugend fs) u fan Schein
| gel
| de rimmife mit Dahn un una
geuͤ
Dem die Gerechtigkeit ftetsvein — iſt⸗/
Und ohne Heucheleh /die Klugheit ohne Liſt/
Herr Friedeborns liegt der mn a f Surf fer
| Ach nein! der Himmel dahm die rob |
nen Gaben). . (nach:
Die Erde nur den. geibyfein Ruhm der bleibt hmm
Was hat deñ nun — r fich Abi mag?
XXX; l.
_ Zenipin anihte_
—— men
uf den Tor 9
"gi Michael Wes/
DEN Sarift Gefliefjenen.-
| Kämme Leſer / bier zu tefeny
ee Forſier iſt gerefen HR,
era das junge ® Siut/ — ji
*
eſen Geiſt und —
Dt en hochgepriet'ne Gaben
Fiegen/leider/. Diet begraben,
undindieren Staub verlenuft]
—A—— —3208 FR
je ihn hat zur Welt N SRG
aß fie ihren E art 3
Ben eingig.lieden C em,
Fyrer greifen Hagre ron
ind iht alles / ja ihr. geben. ——
‚.giegt-mit lauter Nat ——
Der ihr eingig und allein A
. Soilte Stab und Steden fepm |
Iſt zerfchlagen und zerfallen? “m
Sollte —2 er ea ge
von dem Donner diefet DM nl
-indempfinden Todes Sof?
Sind der win ihre Junge! u. 2%
Durch den Jaͤger ———
Wenn fie etwa durch die. IA — —
ba gegangen auf die Jacht / “Ay
* —
ir uw;
u a’ — I —
Anderer Theil. — PA
Und aefonnen aufden Morgen |
Sie mit Speiß zuver ſorgen /
Findet ſie ein ledig Meſt
Findet ſie gar keinen Reſ/ /
Steht ſie mit betruͤbten Einen /
Ihre Mutter ⸗Augen vinnen/
Schaum laͤufft aus dem B bee ‚
Haar und Maͤhne flei
| rag est fuchen / laͤuffe — 15
Win 34 kraͤtzet / bruͤllet / heulet /
Das der ganße Wald na
Und Getulien erh ——
Alſo gehen ihr zu
Dieſe Muͤtterlichen Cmergeny /
Ales hoffen iſt umbſunſt
Kehret ſich in — Dunft,
- Mufte fie ausipren Dänden
Ihren Sohn deswegen fenden
In ein frembdes Fand hinein?
Nuſte hier das Grabmahl ſeyn?
Muſte Roſtock feine Jugend
Und die unverfaͤlſchte Zu, end /
Oau Er noch ſo friſch und ſtarck /
an in den ſchwartzen ir
ochte nicht in Mutter⸗Armen
Seine tödte Bruſt erwarmen /
Kan ſie ihn nicht a!
I 2affe mirsein Lendenfenn!
Balftdennoch die Sor enflitieny /
Und gehorchet Gottes Willen/
— ER Kath’ und Handy. —
| Die "ent Yiefes zugefand
Wwar / Erreiff’t Euüch wi der Seiten
Euern Sohn und dieſen en: |
N. 07T BE Free
Aber ihr ſeyd doch noch rei
Denn zwo Töchter van Ercuch hi 7%
XXX Ja * =
SOHHE U
Auf a.
Den feeligen aAbſchied Bi a
Des Hoch ⸗Edlen und ——
Herrn Chriſtoph Bock⸗
haͤuſer
Erb⸗Herrn auff — |
Der löblihen Stadt —
dienten Suͤrgermeiſters·
Woe As ſchlaͤgt der Hoͤchſte J KR auifmen
Bald Flopfft des Geindes ‚Kant dot, penen Aber
Bald nimmet uns der Tod — manchen anf 3
Was haſtu jetzo nicht für Srreid, 1 an }
Ich dencke noch der Zeit — der bet ihn
a auchjetzo ne: wi anug Due {en
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a euderet. Shell: er 3
—— — — —— — — — ——
nn Zer⸗Herr Dorf leunig dir enge -
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em Bühoh eg biſt nei Gruft erben |
— erſettt / ir jet ſ ſich nunein
#7 üßet tiederuh tb, ein — und eger/ |
—— 5 5 dein ce ER Rain |
u AR om &
— der — Er * nach dem er
DREH et /
Wer der Gemeine ne um nicht ihm been
Weil — * ſtirbt ſeines Todes nich
ni J ara ‚rt * ——
Y "Auf
Ah
Ham Mich 1 —— 2
a verwand dit⸗·
ben gu un dvocati; ten die
aM —— Ehe Liebſie / — ————
| (2 Er Anna Pauli. E
Gebohrne
|———n ——⸗
—— *
EEE
322 „_ zeubfipet —
"som — * *
Wo gehſt Du / ** = * zur DIN
Sie kurtze Zeit haft Du dein heit hiergebaet
Dein Liebſter / welcher auch Kon deinem Shhauen
Wie winſelt er Dit nach / wie od iii soon
Wie bald zerfällt ein Baunmvon Sau 0 und auf
Kaum daß ein Abend hier d a Mugen
7
Da offt ein Ungluͤck hier! "daB andre fonft wo
ca!
Kein Palaſt iſt ſo —— * mit ihm
Du teuchfeft Seele, ei un ben/
Wie Divdas Waſſerba Anna gab /
Nun traͤgt dein Fahnen Dh Bhieche All
ns Grab» *
Dort wird das len die ſelber nun gegeben /
Jiiwo dein Auge felbftden Jrapmen I
Dort feyerſt wor recht Erle —*
— —
mderer Then. *
Des: Wohlgebohrnen Herrn /
Hn. Detlev von Alefeld /
| Wyland Amptmanns zu Tundern / IE
ME | ‚abgefungen worden.
Ein Simbrien/ bu tran uer Haus’
Il Ach, ſchtte Bitt’re Thränenaus!
Ein ſchoͤnes Licht DI, Fan
Es flirbet deines Fuͤrſten
Stegtt auff ihr Miu en 1 Somiten
Vor ————— ı Trauer Mytten!
- Hier liegt der wobiberebte die Mund j
‘I Ser fo viel Gaben machte fu
Sn Sahrenj nun ae Me tab.
en jung an Weißheit altı
Hier liegt der Theure E Ecba verfendet?
h S Fr re Eds und Einnen kraͤndet.
X nme u — Rn
iegetun Kuh |
Bit Bart eine —
aeut
| — rar gtoſſ Gaben 2
| ‚Sm biefer Keinen Gtufft begraben ar
Eo hflieſſet denn ihr — nah
x ro an | - —9* ER
1 drin en
Und — etesQch!
Wber hier nur trauern fan und klagen /
3 — ede agen.
*
| — Teut cher Gedichte
Zor Muſen Rufen kroͤnet dieſes etdieres Grab/ J Be
- Hier liegt / der ih euch ak, aa, |
Sierliegt der aller Hof
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Das er mit kluger H führe ken ac
9 Spele dert * Fr sub) J *
Die nun —— 9 —
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und Mrs vie ns m nass um
Was deine Tugend Dit 9 gegeben
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Des Hoch⸗ Ebrwürdigen unn ode
$ Joh. — —
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Theoſ. Brof. —5— Pe
O geh'ſtu ee Da pa
Du unſers Landes Preiſ und —
Zie ſiehen wir fo blos/ wie trennt man un
Glieder ; pr
Nimmt fie Kinfenbber Or ıpoßhlägt ber
Kaum — er kaum fh J
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Anderer Theil. ze .- ‚5%
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Sogeht ſein Glantz dahin. Een iur Die Wenrdich |
Dies idfche war vor dich und bein Seit u
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Run Fan bu ewig fen lg Beier nd em |
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Herrn / Caſpar Marchen /
Der ArgenentweitberäbmbtenDoctorn
| amd Profeſſorn /
As ‚Uber den ao ichen GRTES .. : )
Se jebften. Bi
m aufeuer Hausnen alles Ungluͤck rege?
er — Gen Bin 1 amt auff |
Weo iſtnun Troſt und Rap? Sie hie gammpst der
* Hertz iſt ohne, Bar Die Sie werden
vage /
| ui / wie vor d ahneWege
n — nicht — * vos Sa
empfand?
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ʒre __ Teutiehenebichte
Da euch der Tod er ochter fi ae |
Sau da die a “en ] * je 2
Und wird die Kebſie ff / Die Re aus 2
„gerückt.
er Gochſi klüger Euch Ahr eh or ihn ge
ch / kuͤſſet dieſe Hand iem bricht /
ee Fee te
Doch richtet fie auch auf. Se nimmeund bringet
wieder ⸗
Und fhläger fie gteich td} fordotet(i edoch nicht
RR IN uN um:
Des — Ehyr rdigen und Hoche
gelahrten / RR
Het Chriſtian Kort often/
ae Sau. BA
— ie s Söpnteit-
2) muſtu liebes Kind Fund 0 a *
Und haſt kaum dieſe open
Su ehrftu ben ung ein/ 2 ” es eat
er Eltern liebe Luft ——
nd giebſt ſchon gute N Te z
5
en
w⸗ — und ——
ER —sꝰ——
Hn. M. Sriederich Jeſſens /
—— in Klel⸗
Ehe⸗Liebſten
Toͤdtlichen Hintritt /
Aus dem Spruche Hiobs Cap. 5.9.26.
Du Fa After zußrabe 2* / wie
Garben —— ——— Zeit.
SOnnueEc.
| Gens der Welt — Fahre ſind verfloſ⸗
De Eget iſt auhgekecht — ausgereiffi/
| Dem Regen / Hit und Fro Mer cheitel offt ges
Der fich zur Erde neige/baros er eentfproffen] |
Und Salft und Leben nahm, X Je 2 daer auffge⸗
Da nun ſein gruͤner Rock gedoͤrret MAR efteifft/
Wird er mit andern — auff ge au a
MN
}
| | im
— den]
Und fichsur *
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RR — Zeit zu
x H + —J ch el
3 *
> An / arg
. Tödtlichen Hintritt /
unter des ———
Ch Hertz ! ach meiner I”
{ —— —6 an fi *
Ich weiß kaum —— ich bin/ iR
\ itd ir geh ich zur Gr | 4 nd
Ei Mein Her‘ iſtd ee mE. Sn
— alles —9 — 5
Ihr Augen / koͤnnt kaum Thraͤnen
Der Sunset — hemmt die
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Se F A
la} ‚A — 2 Tran
Des Edlem und Bun
Mein
\
Qnbererzhei:r ___329
Mein Hert dag mir fo ban Feen |
Will in fich —— wie er
Sch werde nun zum Sthätten ſch iet/
Denn du / mein Leben / gehſt von mir.
moi mein Schaͤffgen bingeri en?
Wer iſt En dich — * ſe
Dein Schaͤffer geht du Br a m und gehn
Errufitven ER
Er ſucht ı er. ſchreyet en
Die Antwortift cin leerer Halt.
Ich ſuche dich in Diefen Gründen
—IT— Weid' und bey dem Klee.
Esift fein Waſſer Fluß und Ser
| Dar mandich hat können finden, /
Doch / ach! ich bin auff falſcher Eput. dig
Mich du / dein Schäffer irre nur: : I;
Hu weideſt nun auff andern Aue el
Ein ern De findet ſich /
Ein ander Schäfferkitet dich /
Sein Lebens⸗Strohm wird\dich bethauen.
Nur ben den Pfuützen weiden wi
und Wermuth iſt das Futter hier.
um troͤſtet dich der Stab des Hirten /
Dis Hirten / der zugleibeinfamb
nd deiner Seelen Braͤutigamb / 9
Der m wird dich, Agnes / wohl bewirthen /
as Lamb und Agnes pagren ſich /
Die AREA %
12. Sol ich dich denn verlohren haben?
um nein! du lebeſt pi in mir /
336. zeiten webilhte _
Lind. meine Seele lebt in dir /
Zus Herne hab ich dich gegraben
Du icbſt in mir und denn ben GOW
Wer zweymadhi lebt der iſt nicht todt.
ES
Aufden db "u.
Az Frida IE HF
Herrn Daſſels /
guͤbeckſchen Patricii, und Rechtebe⸗
| flieſſehen.
u fruͤh / zu frͤh geſierben 7 uuure
En fagt ein jeder hier /Herr ler
uͤnd liege auf der Bahre
3. erfter Blut der Jahrhe
Ach nein! Er hat ertoorben "N. 2 fire
Bag unperganglich iſt. Wenn die egeit verſtrie
Sofängt manamzuleben. 1. 27. (chen
Hier iſt nur lauter Tod/ —5 — nur lauter geicht
er wollte nicht den Stau umb jenes Leben ge
Entfernt von, allen Seuchen? a
FRasiit Herr Daffeldenn veriohten um Ren
Nichts noch zu bald geſtorbhen.
| x111 L — |
Auf dieſelbe Leichenbeſtattung ·
Unter eines andern Nahmen.
q
j
IA
BER... derer Theil, 7 3
STEH wieaeden wie gehen doch ‚doch die geitenn
ennwir wollen weiter (breiten
md nun hHabenden Gewimms n:
Und die Frucht der Sp e, leſen /
Siehe / fo find wir.gewefen!
Aieein foneller Sligdahint 7,
ich mein Daffel Ach mein lieber
Ach ı wie gebt auch eure Zeit /
nd ihr mit der Zeit / voruͤher /
Ach / wie macht ihr Hertzeleid/
| Alle / die Euch hin ſehn ———
Muͤſſen euern Tod beklage
Muß dein Vaterland Ih fen, F
Nimmet dich jent Roſtock hin
Muſtu hieineingreund verblaſſen /
Nur imerften Anbeginn /
und auhier dein liehes — |
des Todes Rachen ge 3*
och des Hoͤchſten 6 muß getan.
Br * alles wohl ge
macht’
rer — ee! |
es. iffjalauter Leben’... »
Keime Gottes Hand kan geben.
Aues / was wir umb ung ſehen /
Iſt nur lauter Eitelkeit /
Alles muß / wie Dunſt /vergehen /
Und wir folgen mit der Zeit /
Unfte Geiſter gehen gen Himmel
Uber aller Welt Getuͤmmel.
E dieſen Ton —
ghr/⸗
U
332 Teutſcher Gedichte
Jor / Herr Daſſel / habt geſtegrh /˖/“·
ber Tod und alles kei RT y
Ach wielebetiht vergnuͤget / *
ayn der frohen Ewigkeit!
Wor zu dient daß man hier ſaͤume?
Dort find wir erſt recht daheime.
DE: une
Auf den ſeeligen Abfhib
Der Wohl⸗Edlen/ Groß Ehr und
Tugendreihen
Traun SALDONYU
Des Wohl + Edlen und Wellen /
Hu. FJohann Adolff Becker
Hero Hodrg.Durhl. in dero Hertzog
ern EFF wigund. Holftein /%- weh⸗
fand oberdienten General Kireit om?
miffarii / und Surgermeifters der Stadt
(1 d
”
Hinterlaſſenen Se. Wittwe _
ge" wieder eine friſche Wunde / *
Ha tkaum die alten find acht!
Kauın gieng das alte Jahr zu grunde /
und / weil tein uͤngiuck ich verweilt / S
Anderer Theil
Somuft Euch deſſen Aufgangeben U
Ein Trauer- Fahr zum NewJabr geben.
Hier lieget nun die Werthe / Fromme /
9 ſo geliebte / zaione⸗⸗)⸗
Daß ja dem Tode nichts entkomme /
Die Froͤmmgkeit ſelbſt nicht entgeh/ /
Undichfeh” Euch in Leid geſezt eee
Mit Thraͤnen durch und durch beneßzet.
Die Fromme hat die Welt verlaſſen /
Iſ dies / das Euch ſo wehethu⸗·
| Die Welt /die alle Frommen haſſen/
Die Rordgrufft / dieſe See von Blut /
| Die Weit /den Tummelplatz der Laſter /
Die uns je laͤnger je verhaſthe ·
Sie hat den Zeiten ſich entriſſe
ie ung entgeh n / und ſelbſt vergehn /
ohl Ihr dund allen / welche wiſſen
Beyʒeiten ihnen abauflehn: 7:
Woͤhl Ihr / die ihnen abgefiorben
Und ihr ein ſtetes Heyl erworben! I
Sie ward an Mutter ſtatt gelſebet /
Sie war des Hauſes Rath und Handı /
Dies iſt / das Euch ſo ſehr betruͤbe /
| Nun Sie ſich Hat von Euch gewandt;
"| Berwiuywertan um darfipnfheitent.
, gu ſie lieb und dennoch lieber /
vr Fe Fr
er alle / die ihn lieben / liebt /
iet lehet SIR Euch allen ͤbet /
| t
EB: . )
A le Pe N a
Un
| |
334 Teutſcher Gedichte
TE ee a a on A
er fich des Hörften Schluß ergiebti > }
Sieh nicht von ihm und ide will trennen! >"
Der mus on spe und Sie Ihm gonnen
Der ausgesehrte Leib/ vie Glieder /
Die ſchiaſſe Haut / und das As wit
Mir fencten zu der Erde nieder /⸗
Der Zeiten Raub erſtirbet bier
Dies /wag die Würmer fonik verheeren /
Derdienet nicht fo heiſſe gaͤhren ·
Hebt eure Haͤupter von der Erden /
Die giebt und nimmt ung aunpre Laflı /
Satz mit frötichern Geberdem
Her Beift des Leibes ſchoner Gaſt /
Hat feinen Himmei eingeno m
Und nöthigtunsy au ihm zu kommen .
O lebe wohl in ſtolkem Friebe!
gpirnehrenfelder.unf te pen.
Wir werden nievon fireiten müde >
Und worenunfre Dendeeiinm
Die Welt iſt doch durchaus: verboten! saß
Drumb beffet nicpts-ale wohlaeiiorben”
j * F
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_ n 2 i . . 5
5 ® 4 u. e j L J *8 J
⸗
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zw 1 u ER WR
— ERBE
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*
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Der Biel» Ehr ind Tugendbegab
ranen Satbarinen Bolten
Re
m.
ei
; Anderer Theil 335
| Be Fr Himmels 5 a euch ſo zu⸗
Wie kracht er ſo herein! Jam mein / ihr habt zu
| Ihn meim / e⸗ wird der pfeil genug auff euch gez
Derindi die. Hertzen dringt, ber Seel‘ und Mrack
Sr muͤſte (glaubet mie) jene tenfehen felbft ver;
ofen‘ ich nicht mit. euch fir Mr Die Werte
eftörerbillignun durch —— eure Ruh'/
an —9— ich auch mit recht Fi utes Theil darzu.
Ger ret mich auch mir das Übel ſo Euch rühr
indem ihr allerfeits ein liebes Ders —
ann der Uc: har in vollen Flammen ſteht /
weiß ſein Nachbar MN esihn Auch an⸗
Und ſollt euch nicht der ‚Salıde dee herbe Fall / be⸗
Der / die ie Lebenslang / pflagt iniglich zu lieben,
Was lieb iſt / geh — ven get 1. |
Mutter leitet. jet F Tochter i indas a
F RM — —* er Mann og Ki
i “ —
‚eigen feifges
Dem bgervandt hp
Mi Den ee * ſo at die ie Surf ein *
— Zune "Seite. ——
Und fiht der werthe r werce Mat a 5 018 Biebioflen
run er in geid ge geftit. Re weht chſelt alles bl
Ein Jahr hat ihr gel en Bi: RR und das |
Se fbiene/baf ebay ——— Spieli ini Behr
cv erſte Mann war
Nun muß ſi ——— — ale waedes
Was dies fuͤr Marter mag in fe Herten m.
Wie mar man doch. ſo Ban —7— / von 1
Entledigtumd erfreut da ib 1 nußöeftn * |
Davor Aretens Kind viel lieber ra si |
Wo Pfeile / Spieſſe — )
Als je ansicht ebracht pas Henke jener erh
— von ihrer — | vr *
och hat fie nicht erlebt hl Er ir mie *
—— — acht.
Sonſt haͤlt ja die N 9
Daß ſie die Thiere
dem ſie 9 no *
is das ein jei es ſelb
Pur Menfchen nat
* ——
Und miſſenvffi er en A ih L —*
— RENT 9 Ba in 4
*
Hu *
J Dies garzu feuh gar
—
Be.
Anderer Theil. 37
rter Lebe Blut. ie. geben von nenn
— noc Bund a ur Sipgehens icht' erfannt.
5 geh-ttu auch darvon / nach Deme du entbundenz
ing iebetucht m Wiegen haft gefunden,
Die dich auch ſelbſt entband und biefs den edlem
einen Köbkär.ge n / allwo en ein
ee gefeſſelt ar dam mi — —A
—
Dein auffgernechten Sin A dein — —
Bein Engelsveines Herrn HEN ——
Was haben die verdient Bi,
Die Schulden, der Kae ik: ie Alten, mögen
Sonder) enelope ru — J
Mer weiß/ ob 3 ein Tand und da Indy
nur ein Tocken ſpiel der eit
—*
©. nahm auch Rone i ice — (one
fi fden bill aus RR jer ſo Übel richtei⸗ Y.
Bi # Wiber Bin zu I Aal
er fie obn’ Ui
bar 9— woh Sn einẽ Sin zu
u
an findet Taub a / N —9 die
teti Hilden 7
sinern Zeiche wird ee ueftnge
338 Teutſcher Get Gedichte
Der Schierling ſhiſ zuge zugleich bey guter Seuche
Man hat bey einem Baum auc ein gerbuechliche
Geht nur den Himmel durch da ar ihr gleich
Den guten Jupiter und Wars / —— Veenne
Die holde Venus und Saturn den —“
Afträenfchonen Slank und der Medufen
Du aber die gezielt auff Feufche Zucht und Sittdi
Biſt niemahls aus det —— 1% Day rkeit
Dein Weſen ſahe nur au Sub fir und
Der. Eharitinen Volck / das Bergen in .n
Wie biſt du aber nn Hal fchleumi
.DieSad che lag an dir / lern
Bir gehn hier in Die Schul! l
Wer zeitig wird ai rt / ger Ivy
tn) —— bgeho De ef eg
Die junge Schuͤleri " a 5 ve ehr
Sie hat die Sterbesfunft vor andern wo
3 er billig ſeyn / Ihr / die value he
nſt / von tand ind
: Das euch fo ſuͤſſe pfeifft / und in — 5—
abe zur iM
* —* Bi SE gi nur —2* ——
da leitete fie ſelber in da
Die Froͤmmigkeit hatıhe die eh —
———
Anderer Theil, 339
Sie dachte / wie man ſtets die Seele bauen ſoll /
Richt nur den bloſſen Leib. eh —
‚UNTEN. | nicht wohl. —
en recht das wahre Ziel getroffen.
ſiund ihr / ducch den Tod /die Lebens Thüre
Mas fürchtet manden Tod / den fo gewiſſen Gaſt⸗
ae wohl ſo toll daß er fein Glͤcke haſſt?
lein / dieſe tapffre Frau / Die hate’ ihr Heyl viel
ieber / *
Als es wohl mancherhat. Sie fuͤrchtete kein Fieber /
Nicht Todes Pfeilund DaB. Sie * vohl /
ER daßnur
Der Tod gewoͤhnlich ſey und komme von Natur /
Sie haſſte dieſes Thur / uñ diefes Welt⸗Getuͤmꝛel/
Dieierdfche Pilgrimſchafft. Sie ſprach / ich will
den Himmel /
in reines Hertz ſtell ds für Gotte felber dar /
GOtt und feinem au feiner Engels
Schaar
*
Sof rach die liebe —5 og mit tauſend Kuͤſſe
rlleines Kind an ſich / von dem fie ward geriſſen/
Gab ihrem Mann / und Denn den Freunden gute
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Und har den Lebenslauffin Ruhigkeit vollbracht
Spgehedennnunhinyduunbefleckte Seele /
Dein Theil / der Goͤttlich iſt ra nicht in.Diefe
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I.
Des Grabes eingeſenekt / engehtgumDimmelein.
Daſelbſt wird dann Auch en Die umb
'\0EL 7 dich ſeyn /
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San‘ urtus per dir —
Zvie ſt dir doch
Und meiden 1 Donog 15 ce Das wi
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Bir, leben in der ——
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Wir ſuhien Gottde eSutinemmäcenune
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nd geh ſt ſo ſchleunig hin. Shen Tugend vole
Densiite hon di die) un ich älter Jeut
"Als beine Sugendwor xvoaren fer!
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| Romans gelitten wid ehe —A—
| Und martete auf Hl Wir ſag —
Bann der od zurer Ra und ige ein Dein
Bein St abin n Mi se, vergebens
Baer, Bin munte
Dech kroͤn out der Him̃el dich und Deine Besigfeii
Dailtzu deinem Haar’ ein ewig Laub bereit!
Eu leibt dir a es LEE Ben ſencket jetzt zur
Vicht Dich, nur deinen geib/dex alfo muſte werden /
Wennd Jahn mie das kleinſte Theil
Benah —— — een
a iſt nicht an — "Ste
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Er zeitig feinen Anne vor ord
‚Piegpindert Jugend nicht / um
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Usern der Tod von ihm noch ſolte ferne ſeyn.
Der Teufel kan Bien ar 6 n — — der Fern⸗
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Vomj jedermann. behebt/ ;porrallen dr e
ehe fee ich jeßund nicht /Dasand're.Lat) *
Die hart it mir mein eigen$0 206 nichtät
gelab! *
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‚x er Roſtociſchen Academie / —
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Und dieſe Krohne weg / die — chon lag
Doch nein / es iſt Euch num ei beſſer T
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mieden Gold — Geld den ent
Seh and’re fehmieden nur das Eins ——
Wie euer Werck hier war / ee kam i
Schr koͤnt im Himelnun / dem ode felbft am
Der euers Gluckes — die Wohnung
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XLIX.
zu \ iX reiten.
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Gloxinmn/⸗ *
Abſterben . —
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NEha | das höch MEILE |
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& mancher 06! ber zei Au, he Rah er⸗
Vnd ſein Godachinis iſt der eiteln Welt oergeſſen.
Was will man hier das Ser mit lauter Sorgen |
| erfor ie fi etgel be/demi bei al chied leicht
Sein — —— mit ih chritt” ers
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Der lebt ſund iſt dem Io im de bh enefeffen:
bohl / uñ aber wo hliver hochbeglůckten Grauen!
it Gut und Se — RR Hausgesiert/
N | of Sreund und ae Gluͤck A Sipffel
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dat mit dem Himmels: Recht anjetzo ſie t /
fie zeitlich war / nun ewig wird gekroͤhnt.
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| Der Höchfte] der fie ließ am cn Alter
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446 Leutfeßetitiebichte
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Herrn Peter Arch /
Vornehmen Icti
Eheliebſten Abſterben.
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O Du aller Zucht / —
Wo iſt der Glan von deiner Treffl eit?
and ſae nun dein Licht auch indenbeſten Tage?
Wie ſiehen wir befturgt.! Mann Kinder / Freun⸗
Voraus der werthe Mannfeiniftdasgei
Die Seele eb hm felbft —5 fe Riß
Wer fo geſchiagen iſt / wie (he ftber gehlagen!
Was ift denm hierfür Rah? — Gedult
Man ſeh auff den / der ſie gegeben und gerrn —
Der mache was er wil / es kommt und de
3 | frommen / er
Es wildes Herren Hand dennoc) geprieſen ſeyn.
Sein Arm / der niederftöß't/ der Fan ung wieder
; 32, Debeihl un, 07 rına
Und / tödtet er uns gleich giebt er doch dasete
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| Su ſhopfte / noch zur 3 us ‚einer reinen
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Du hf die Welt die in LITT hs Tagen war ger |
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Des Wohl: ‚Eherodt bigen uno‘ Wohl⸗
cdlahrten /
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gebe Paftoris. der Ruhe m
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. Fang gſtes Soͤhn lein. |
Als aſbe nach des Höchften nich
N dieſer Welt —— Wat.
2 ukleiner —— Ellern Hertz
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Muſtu bey erſter Luſtein Kind Fe dehnenen
Dein Außgang iſt ſchon 9 Mi ft kaum bey
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Du biſt nicht mehr / tie von» er Eltern Augen
Der Giteen-Herke zeugt lau a dem ER
„ Begärtet Kundenftich / Jeharter ſit die Mi
— Fe 2 SS
Anderer Theil.” 249
Saum wiermahl.hat der Monhgmpeuent feinen
Und fieht man / wie der Tod. Ba Lbens- Soden
Du fheftbiee LBelyumd J Bald
Zihte Larven⸗ Schein iR |
Be eileftu' von hier zu Deines Yalece Sünde,
er in der Welt begreißt I undgtoffe Sprünge
| Der wird durch Po gar offt zu Sale
Mopl um. = m. auf Be vor dem
dent
Aufe a ae u
unter eines Sohnes Nahmen.
Qu ac jaesift Hefcheh’n!
Hier ſeh ich au Grade tragen! /
Dier fehich zur Leiche gehn,
Und wir ſeuftzen nurund Magen
Meiluns ein foliches Pfand
Durch den Tod jent wird entwandt.
Hier war Zucht und — *
Gottesfurcht / und milde Sitten /
— ſonder Lift und Reid /
Doch kan nichts den Todt erbitten /
Henn Heller dieſe
I Be ung — fen.
ar
N —
uöindher Gedict
Was iſt doch das Schatten⸗Werc / |
| Was iſt dieſes ſhnode chen? ö
Meigpeit / Tugend acht und Start!
| Haben fi vom Spluf] ergeben
Dag dem’ was den Anfang nimmt /
Auch das ende Ten beftimmt
“\4
Doch faut alles gleich DA Inh.
Bleibet uns dochein Theil ül win
Keine Moth rührt unſern Sinn⸗ —*
Keine Peſt kein Schlag undgiebetl », /
Noch der Seuchen bia Sa
Beat ung auf die Todten · Baat 17.
Dies allein iſt / das uns an
I dem Leide noch aeen —
Eod geht uns der Todt nicht an |
nenn er fömmt mit beſſern Schaͤten
Wenn er ung:fein Grablied ſingt
Sondern lauter Leben bringg.
Werthe Mutter / det wir nu n
Dieſe lente ſcht erweiſe u. RR
Taſſet eure Glieder ru —VV
Wei wir euch ſchon feelig preiſen /
&o vergeſſen wir Das Lei un IR
Lind euch; trönt. Die Ewigkeit, u. 0
——
Auf ale
⸗ N. x
Bea du) art
RE
Woee iſt da⸗ Leben dieſer Welt /
Wie bald mug man von hinnen ſcheiden.
Seh't / wie uns alles Negeftent: m
Die Freuden ſelbſt ſind ohne Freuden /
Ein Freuden⸗Jahr war kaum vollbracht/
So gab die Seel'ge gute Naht.
Oier liegt ſie nun vor uns geſtreckt /
Die noch vor kurget Zeit gebluͤhet /
Nun hat fiediefer Sarg bedeckt /
Bas hilft c8/dap man fich bemuͤhet?
Bi Zeit Da eilends hin /
Der Todt iſt endlich der Gewinn.
Bed irrd'ſcher Luſt iſt nur Verluſt /
Im Tode kan man recht gewinnen. |
Mas herrſchet nicht in unfrer Bruſt ?
Was führen wir fürhohe Sinnen?
Und endlidy bleibt es doch darbed /
Das diefesalles nichtig ſey.
Dies haſtu / Seelige / verlacht /
Und dir ein Höher Guf erworben /
Das dich zur Himmels Erbin macht /
Wie reich iſt / welcher wohl geſtorben!
Richts nuͤtzet aller Erden⸗Schatz /
Als nur zu fuͤllen feinen Platz |
ort findeftu dag befte Theil / Br
enn ale Welt hier geht verlohren /
‘| Dort iſt dein chen und dein Hey /
Da wirſtu wieder nen gebohren /
Was trauern wir umb deinen Todt /
Der dich eutfernt von aller Moth
auf
lger geht ___ i
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n ihr Seelen / die ihr hier
5*— —— fuͤhret 1 J —J
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3* Seat eboc Baus. T
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Senn — u mn man nur. | —* 8
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Pindariſche ode / *
auff den Toͤdlichen Dinnun *
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Gertrud‘ von Sun
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r ſich mit Gedancken weſ⸗
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nicht verſichert I1Er msn n
m nufboffebidet erweiſe / |
Das er: Goͤttern Art ehr —* Bu
nd mit ihnen kriegen Will na nn,
per ferade einen Schluß wi
und bedencket nicht die J —9 od ,
rechnet ihm Diel Igrofies an} —— *
Auch / deriſt ja ſehrb J oe a dns
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Saget / werthen Freunde | (gets > re ; ni
Die ihr jekund die Matron’/:: hit BEL
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Und wohlmeiter mn hu ac
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ef Ziel und ohne Maſſen /
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Ey / es iſt —— zu ——————
Doch iſt eenihi gemeine man
„Steinen
| ai ein ungepaly se namen
Mit zöränmmiht beaebm den az. *
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| Des uutd das rt Er Grade —8
Ay) at
| Denn / w intra n/
J ß hr} ‚den Sünden Pfad?
Klar — en Nam
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fg zeiliper Sehe _
In und auffer unfern Mauren /
n den Städten! auff dem Landtr \ I9nn“
KHöret man nur üben Stand una NG
Qullesi ift mit Ach umbhüllet/ wmin 1338
und mit Thraͤnen angefuͤllet . —J—
at ſie doch —A— ih DU R
Eöpnel TocteriKindes — gi
„und vondiefen audi nicht minberiüi u" 30
Ihre Pflantzenum um ſich — * *
2. Gegenie
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DarumbTanfieiamit Freuden © RL.
Aus der Erden Richtigkeit, st FF 2
‚und dem trüben aweinenStreit/
dergnuͤget von uns ſc Klare,
Bei iedie ans Richt gebrat &
Darinn ipre Tu Tugend wacht⸗ His
‚alle hat zu gute — ER
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‚ib Rymphen /
nn dieſes Grab zu nr.
mit Blumen zu bebauen!.
Sise 2* * m
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Der ungebetne Saft ty, (ou vor die
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ein unverpofiter Dec sei von wa; *
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Pindarifche var 3 *
Im Nahmen eines Bruders / — *
ſeiner Schweſter OT —*
1. Gab < — a
| gun Oömeten/nugeh ori. WnEHG.
I Drumb ftarret mein Kr —
| Esfhwindet Geiſt und Sinn:
I Denny wär ich Ko von ei.
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So muß ich dennoch dir
—R—— erweifen. ni‘
ies eine fan ich.nur 7
nd lehrt mich die Matut. m
eh leider! zu geſchwinde / ii us
Indem ich ſel meta, WERKE;
—* dir den — *
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Hier weint dein a ——
m nicht miſſen kan /
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9 geid!nie Eltern wei enanchy uam Hd J
Gang wieder verNatit Gebrauch
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in Rauch / der oaih verrauchtrt // N
as unfer a aushauchet /
ie bald berſchwindet Dies“ |
zungen un die QUEEN nam, m u!
vedecket eine Srufft *
pie ſie peiſt eine Zul 6*
ie nn und Die Falten /
er Jaht und Zeiten Spur nn a WFT 3
ind nicht Die Furchen nur⸗ er}
Worein der Todfl Dräget/ /
und feine Sichel ſchlͤgt —
ww.
Das Grab ſteht ofen küuh
Selbſt in der Mutter Bauch”. · wre
Ein Menich fan kaum beſchen
inth der Welt / zen
ns ef En * —
uſch dumuſi fütder gehen man Cal
iind endlich koͤmmt der Schluß heraus /
Die Welt iſt nur ein vnce me / Haus
Hachſa.
Mun wir zünden auch mit Scmerben /
Schwerter / dir Die Kerken A) ——
und 2 n diefe Trauer Bahn a
Sn?
ir’,
. IHR
*
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Mit trübnisspollem Her (2 | 7 ie
__ DinieBan wobl ei Dan *
1
DE : Di
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Emderer Tyeil 355
un in immer mer gröffer fenn.
rtdie Liebſte hier Die € wefeer
Was verfnüpfet doch wonlfefter —*
Mennsdenngehefan den Rießf /
Ach / ſo fuͤhlt man / daß das ——
ertz und Stele fan durchſchneiden /
teinern waͤre / der’s verbieh ?
Es iſt doch —
8 iſt Doch wohlg |
Und iſt des Himmels Wille
Drumb ſchweige man nur flille/
Sie iſt doch nur voran
n Sternen Hin geſchicket.
fie ein junges ——
Wohlan es iſt auch Bla |
Soft fie nicht beftridet |
Undfompt nicht * in Su / |
® rumb habet nur Gebult: |
ie Hat nie was berbrochen/
| Noch fich allhier verkrochen
Denn feomm ſeyn war. Ihr Ben:
Doch / koͤmpt ſie mit ins Spiel /
Und Du in der Ude
Es läuffet Jung und Greif -
Durch Land / durch herr —
Nur etwas au erhaſchen / |
Der ſtreicht wohlgar zum Teuffel zu.“ 2
Sp fpielt der Weit⸗ Mann Blinde: Su:
| [er Hertz iſt mean |
’
*
und
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und opne NEITT en
Das Tugend hat er
rund —
Das Babel dieſer B
So nn —— =
Hier ift nut Dun und N schein. er
Fir ſeynkaum wenn wur “on SM}
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ran laß Gdit nur waltend / |
Dt lange Hauß —— ——
an kſſe ſeine Hand⸗ et
ehm an —— ———
r weiß 6 mas [EN Kon 1 ı DEE na
San autund dienftl jun an nal
Seit’ er fielaffen N Wh
Er wird ihr Slüd D——
Wohlan ſteigt — —WVJJ
Dies ift die rechte Lebens⸗Wa ie =)
2. Nachſatz I *
Nun wir wollen, under De MITTEN
Weildas debens Feu zummt
Undder See Auh) *
Deines Mahmens N
Es ſoll deiner Tu: : RT
Houdeiner Zeiten: nun hr
a blauen Himmels Spit * —1
mehr einverleibet ſigen
Und wit fernen das sparen! A
| Bm Nihf
a —
Ber. N N RAN De
DemE pe Pr — zu —5
und das Re Michi ap air at
LVIE
Auf den Hintritt
Herrn Joel Sangelott/
Meitberühmmbten Medicine Dodtoris,
Und dere A Schleswig Holſtein regierenden
HochFuͤrſtl pe —— hochbetrau⸗
”
SUR ß ich O abs er 1 Orabtiedfreiben?
ein Bonner und mein wertber Freumd/
a tan ich Deine Hintritt as 6%
Derans ſo unverm muthuch ſcheint / Ni - jr
Da ein Tag Freude Bir gebieret /
Der andre aus dem Kben fuhret.
Hier war die Morgenroͤth in
Und port bededet did die Racht
Man ſah Hier neue e Keifer grünen’
Hort fällt der ame und hauen eat
Hier ward des Glͤckes port er weitere ©
Und dort wird Schiff und Maft zerſcheitert.
Wir ſchweben /wie auf Woſſerwogen /
Seht an den‘ an Dieter Belt
5 eht an die Stern am Himmels Bogen Ä
ereine feige der andre ſaut Bi 7
J id, E 34 — Seht
1111
En
se 3 . Teitiiiher Gedichte
chtan / was iſt / und was fan werden] |
8 wechfelt alles ab auf Etden.
as fon ich / reden Oder ſchweigen ·
Dies folıte mir bequemer ſeyn⸗ |
Auch folit ich meine Pflicht bezeigen/
Und bedes ſchafft mir gleiche Dein’
Mit diefem fan man niemand ehren /
Und jenes wird das Leid vermehren
Bey uns wird Deines Nahmens Wuͤrdt /
In den Semthern engepragt
Zch / dem Du haft die ſuſſe Bürde , ni
So vieler Freundſchafft auffgeleg//
Sch will / womit ich kan / Dich preifen]
Ind Dir.denlenten-Dienfi erweiſen.
Wir dencken noch der erſten Zeiten /
Da du die Muſen / unſte eutfht
And ihren Ruhm pflegtſt außzubreiten /
Huliehteftfie mit reiner Brutt
Zaſt offtmahls Hand und Mund geliehen‘. /
uͤnd freuſteſt dich ob ihrem Bluͤhen.
Drumb ehren Sie dein Angedencken /
Wie dir das ihre liebund wert /
Hort wird man deinen eib verſencke
Hier wird dein ſchoͤner Ruhm verklaͤtt /
Ser ſich wird über allen heben
Ind vemen Tod ſelbſt uͤberleben.
iM &s wuchs darauſſen und daheime /
Wa⸗s dich der Weil zu kennen gaß
rm *
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N [eis KRunfe und Wir / Mi Ira Zee
Siee brechen dieſe Reſer a — gie
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Amderer Thei 56x
Die dieigeleprte gelehrte Scheitel fehmürten 77°» “2
Und uns mit —* —* Gunſt ——
Der groſſe Friedrich / den wir haben n
Her Fürsten Benfpiel und der Welt /
Wie liebte er nicht deine Gaben sa:
Sein groſſer Sohn / der theure geban"
Don dem. wir alle-faft geneſen / ‘ '®
Der hat auch dich zum Artzt erleſen
Wenn Er —7 deiner Kunſt vera,
So ſtund auff dir des Landes Heil / |
Was dieferAtlas:unterbauter / — TE: z
An diefem hatteſt Du auch <peiby., T
Du fuͤhrteſt Denı Der alles reget / er *
HDufkügteft Den / der alles traͤgete.
Wir muͤſſen faſt ein Ubeiſcheuen /
Da nun die Seuchen neugebohr'n /
a von der Kunſt dei Artzeneyen
—An a leich verlohr'n /
Himmels reckt uns von weiten /
Bein dei Transen Zeiten? ,
ar denn kein Kath auch vor den Meifterr
Kein Mittel dor den Arkt bereit?
| Nicht Kräuter, und er öhte@eifter!
| Und was uns lehrt Erfahrenheit /
| iA te-Fonntefeinen Tod beſiegen /
| Und feine Kunſt muſt unterliegen.
Otrauret nicht / betruͤbte Hertzen /
DNe Ihr umb feinen Abſchied weint /
t Was haͤufft Ihr ſelber eure Schmertzen⸗
|
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4 PETR Foren
Er oird, machnen) verfloßnen Sapremf - @ |
Mait ihm nach feiner Kunſt verfahren · —
Er / als ein a det rt F
Di He der der Ratu NG
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Diefonft den Wuͤrmen w a Kan
Erläutertipmvon feinen taub BHRAUTG
Dies Angebohrne muß ver —
Er wird ein Artzt des Artztes ſe |
Er wirdfein Bild in ihm — nr J Fe
Weit über aller Steine Schein
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Einmehr als rnftes im ——
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LL.& Hum Literar. Studiofis
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Woe iſt ung gelbft ie eafle u), Ile"
Die Erdeidie ung neher/sergifftet Kef PR
Die Elemente felbftdie find / und machen —
Es — der * uns — *
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Den eigne Glut verdarb
J — tr Ich / Hz *
Dein Auff dang war kaum da / hier iſt der Unter⸗
——
3 en dich darnieder /
Es hat ſich Glut — Tod ver⸗
— ———
Was dich erhalten eg h gehſt du verlohn.
Laß imerhin den Leib zu Aſch und Waſſer werde/
DerStrom des Lebens dort ernehret deinenGeifl/
Wen alles gleich allhier ——— — en :
Es ift doch ja kein Heyl / fein Himmel auff der
In fein
EIKE T.
⸗3 ——
den ſeeligen Abſchieid
Hn. Johann von Lengerlen/
ae
stadt Kieli und Land Gerichts ide,
YihE e Hocakenk. . IE LIFE
SE * * au had —— |
err Lengerken fan nunmehr, fiegens
un ‚er das Tente Ziel etreiht
Asnberfiebenwig Hefiegens: un 5.
Ein Ziel/ das schon die aite Welt
| zum böchften Alter Hat geftent.
BT a —
Genug
i
a Se Rs SAAL ch
fein. Waſſer felbft.ee -
|
|
u A a — ED De ——
a ———
Wer der GeredhtigPeit vennegen
je ri _
” Genugdann / gug det Welt gelebt"
nn man mit grauen Haaren ſcheidet
- Dernoc an fie was fefter klebt/ nv
Dennoch die junge Haut bekleidet, _
Det ftreifit fie ipmfo ungern ab7_
Ein Alter wirft ſie ſelbſt ins Grab.
Wer wolte nicht. des Todes Wut /
mit lauter Freudigkeit begegnen!
Wer wollte niche/pater nur Muth /
Hi Welt und ihre Luſt geſeggen
Ipenn er nur ſeiner Seelen⸗ Rf /
SEn Tugend Bildnis, hinterlaſt.
Dies iſt / das endlich uns erhebt /
ses bauet une den Ehren ⸗ Tempe) /
Sies / das den Tod ſelb uͤberlebt /
Her hat für die Berweſung Rat
Der ſich ſo eingebalſamt bat. 4
Wir ſahen euer Alterthum ⸗ ar
Herr Fengerken bon. Zugend runen /
&s wuchs bier euer ſchoͤner Rubm/. ⸗
Ein helles Licht Dat uns gerbienen ⸗
Run nimmt es einen andern Lauf //
und geht am neuen Himmel aufſ/
Ihrt gabet Rath /und ſprachet Kecht,
— more ware nu Gem
In beeden if man GOF 4
ger Nachwelt Spiegel und Exempel /
M
r =
.
i
wo un
Anderer Theil 365
und hat die Redligkeit als Zie - .......
Derfichtiobgleihder. Himmel ſer.
Euch iſt nicht dieſes Grab gemacht /
Und Euer Tod iſt frey vom Sterben /
Fhr Habt nun euren Don verlacht /
Shr könnt euch im verllehren erben
Euch kommt zu flatten Dies, Giff -— -.,.
Her Ruhm iſt eure Grabe⸗Schrifft.
Wir lernen lehren loͤſen hiee
ie Rägel Menſchlicher Geſetz © 2 Si.
ie machen uns viel eitle Mühun m’ 7.
Und weben uns viel loſe Pen 9. 0
Rur hin / wo uns der groſſe Rrtt
Sn alle Wahrheit leiten wir d
Wie tautſcht Herr Lengerten ſo wohli
Hier Sterbligkeit / dort ewig leben
Hier Thraͤnen / und dort Freuden voll ss.”
Sier wird genommen / dort gegeben /
er Buͤrgermeiſter Sehenajaht, SE ringen
Dort Bürger fletsin. BOKes Oft
En 2 Era FEN Ir
ru: J
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u
KRurTE
| = ö J * J
a” 18X EXP TE EN imunct
iwa 0 — 23R " 1
th Eu
Den mmvermurblichen Pitch
Herrn Caſpar Dogeens /
Kg: ; gi
N a Ser.
13
—— Seutſcher S Gedichte
Hornehm men’ men JChi' und ti und Hochverdienten
Bürge er. der Stadt Wißmar/
Ron u Bose ** Unterer
ð gedacht worden
OD
IE wir! —* bald entriffen? | *
— —— —2b Dir —** >
ahm / mein Freund
nd Du gehſt nun die ol BR San
Sch fan taumzl mir, felber komm en /
Dein Abſchied hat mich dit genommen.
ein liebes TOO NEBEN
Den Andlid die v Bet eg
rſtirbet ſchier ob. deinem SOWEIT: hai
Lind hat fein frandes Hau 2
Wie waͤr es nicht von Wolcken ſfrub
— nicht uͤber bliebe·
ßmar Den fo barte P gen
De raus ſchier vorhin ae Ari
Dem ſo v — n ſind — ——
Da es / nach langer Linalü sera
Die Morgenröbte kaum geſehen /
Ha muſt auch Du / fein dicht / vergehen
I: ee Kim Ka pit ran @.
ch als zuei
Eu J und ———
ER
u“
LE: T
8 ©
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Anderer Theil. 3.7
Da andere den Schein nut weiſen /⸗
Und ſich mit Wind und Schatten ſpeiſen.
Ich kanne deines Geiſtes Weſen /
Basdugefehn / gehört gelerzen
J
| } 2 e. LE J Kl arg
N —— when ken. a
Dein Welſchland / deren tundle Quelle”
Bon bir ale neuem Grund’erregti * a
Re auder erften Schwellen "AR
ie Du zum Bau’ —A—
Es wird in deiner Grufft beſchloſſen /
Und bleibt mit Lethen uͤberfloſſen.
Dies alles blieb bey Dir daheime /
Senn wenig kam von dir ans Licht /
Wenn andern offtmahls leere Traͤume
| Ein groſſes Lufft⸗Schloß auffgericht /
Ward ces von Freunden nur geprieſen /
Das Rathbauß hat den Mann gewviefen/
Dein Muth / die Klugheit in dem rathen
War mit Gerechtigkeit erfüllt/
Und bey den Worten waren Thaͤten /
Will man dein ſchoͤnes Tugend⸗ Bild
Mit ſeinen rechten Farben zirren /
Mus Redligkeit den Pinſel fuͤhren.
| etzb da mandich zu Grabetraͤget /
N | a klagt man dich: 9 werther Mann!
9 Oenn
7 u
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368
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Du ai miten IDEE; RN
pas wird" ipgir, mein In euns an }
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Hielt Hier paseibden Kiel michteing.: a |
Has laͤſt mir. B |
Ddoch ſpricht für a allein)
ũnd ſollt iom gleich DEN verſchweigen /
Wird von chm doch Der" me zeugen.
Ende des andeint
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Vian qs * * — aaalh Ast W
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—* aut Storsofeng
Deutſcher Bedichte
itter Sheil /
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Auerhand Arten derſelben / Geiſtliche /
Weltliche / Oden / Bey⸗Schrifften / it.
_
1,
Andacht/
Auff den J. Sontag der Zukunfft des
HERAN
gr Stücks zum Neuen⸗Jahr !es gehtdie
| Sonne wieder .
Im Kirchen⸗ Himmel auff / es Fon au euchrihe
F ruͤ r /
| Der ſelbſt der Sonnen Herr / de⸗ Himmels Mei⸗
Ar
Qussihıhake alle Welt erleuchtet Jeſus Chriſt.
8 vormahls Auguſt war in eine Stadt gekomen /
Hat fie von iefrehe An neues Jahr genoihen.(a)
Qeucion in Aug, c. 59« |
; Ya | Bir
SE EN
. J
N
—
370 Teutſchet 6 Gedichte
Wir fange guchd uch Dasgah ahemitdeffen Ankunft
; nge auch das rmit deſſen Ankun tan
Be rg
e iede⸗ su aͤyſer aller Kayſtr.
— Aus Sutenet⸗Walde Bert a die ger
Ri
Reiſer /
Gab fi sum Neuen Jahr Sir after x
men ab /
Die ihm das as Iud ſ Holetrals eine Si ab. A
Laſt unsihm Laub Ka des — |
Das fol nnddeun Jahe ſeyn Bir nd des Wein⸗ |
ſtocks Reben.
er weiß nicht / wie bemuͤh tgen und ine Ranfer Er
Er giengins Capitol, und Seas: abe. * —
Sahrr unfer König ii und Hohepriefter eilet
Selbftfeinem Tempe sa aaWaͤnſch
Man rieff dem Kayſer zu Stück Lohen del und
eg! N
Hier ruffte alles Dolk/edt ar kein Sind / de
ie
eg .
Man hoͤrte aͤberal das Hſianna ſchallen— a
| a Ibft. der Widerhall fich freu’ gerrach zu fallen. |
Glück zudem / Der da da koͤmpt! Mach ale Pforuen |
weit /
Der Ehren. König kompt. Bir alle fein bereite |
Kon / groſſer Gaſt / ach bit fom/ ben Tempel
*
REN inums ba a dr i
In
—
Dr Dritter Teil 371
» Die deine Knete find, Komm reſſere Saft der
I Der:iBeltiie felöft dein BE m Binhehaug
mn Held
® Komm / der du immer biſt bereit geweſt zu kommen /
Der du ſo willig haſt den Weg zu ung genommen.
Du kamſt vom Himmels u it = Sung- |
| u Scho
Und hiervon kameſt Du au Seden nackt uf bloß:
Du kamſt zum — hin / als deines 8
tuhle
Und faffeft / noch ein ind f ſchon auff der Lehrer
Vom Tempel ins Gericht ud a und dann
| Undenich u DuzurQhle ae binb,
Owie ein groſſer Weg — Himmel zu der
n!
Wie kan ſich immer doch died heit tiefe een. |
Glůck zudem Kom̃enden / in Königlicher P Dear |
Die durch Die lei N ch * viel gr fer
Gluͤck udem Koͤnige des Aithele und der Erden’
‚| Dem eines Königs Pracht Die mag vergliechen
wer en /
| die f viel kleiner iſt / als fie will gröfler fenn/
Uri Kane macht / durch äufferlicheSscheih;
i Seht an / Die, hier ein Reich in An Walt ver⸗
walten
Eu ſudi & Ära San u Sure uf
Yar
U
| | L
BEER... Teutſchet Gedichte
Kin kauffen F—— durch ſteten Lohn und Sold-
an ehret ſie ie auß Zwang / rl man ihnen. |
Bo Spiele! Schwerdter il fo viel tau⸗
Wer wollte nicht vor Sie fromung Staa?
techatdieX Liebe nur allein das Volck
ndunferm Könige die Seelen zuge |
Wenn andern eichelen are
mücke
Viel tauſend Wuoͤnſche ſchreyt und in die Ce a
ſchicket/
So ſtammen ſie allhier aus lauterm Herß hen her!
Sr Woͤrter / Die Das Vol ierruffet/bildet Er /
Das eingepfeifipte Wort /d * Tem. Mund
Dicht ANte der in uns die —— —
Das A und D/ den wash hierredet schallet —9 —
Durch deffen Ephata auch ſelbſt ft ein Si tue
Des Volcks war Gottes Barrials En -
Das felber GOtt warı frac ER ſebſ
Des Mundes aufgeführt. Dr Datet |
Woͤrter hier wein tt. Dort une
m ift das Weſen ſ N DR nun i Zeuger
De ſonſt die Wahrheit gnug ben nit wird ven
a: der BR ihr / echt f (men an /
Mm m
— — — — ——
un ee
Laß andre ihren Thron mit — Titeln ſtͤtzen
SDritter hei 378
Hier ift Dastehen a ſelbſtvaß ſonſt nicht ſterben kan /
‚As wenn es toill vor uns / das ſelbſi den Tod ver⸗
N
| fun
Durch feineneignen Tod / dem nun der Streich:
mißlungen! - . -
ah er uns zugedacht. Der Todt der toͤdtet nicht /
ir leben jetzt durch Ben ir — ſeinen an
Ob fie gleich nach fo hoch; ſtehn an des lie
Kompt ihr eDurchlänhigen ds Sicht ein *—
Dom Yateralles Lichts / kan recht Durchlauthrig
Unuͤberwuͤndliche / hier iſt der Menſchent inder
| Arm / Schutz / Trutz Schwer. und Schild /der
auch den Nberwinder
Der Uberwinder ſelbſt / den Tod / zu Bogen legt/
Der Held / der durch ein Wort die Feinde nieder⸗
Kompt ihr&jroßmächtige/hieti ——
— Die uber ale Macht der gantzen Welt er Ro
F Doch führt die Demuth hier des en RU |
ra
| Die bey den Cheiften les “ wahr Grobmuh
& Sanffunluig/ cmienheufh —— |
ede ft tin be ieh |
— über deiber / heteſch wie jene von de Bit.
—— ef — 9 *
374 Teutſchet Gedichte N
Tolh Weiber! Kinder Ir * mächtiger uw
| di ie umb den König er * An Seiten cafien.
ie Waffen die fie uͤhrn/ die find ein Palmen⸗
weig /
g
Zu deuten /daß er fen ein Herr vom riede⸗Reich
Sie sch’ ndie Kleider aus / als un * Hoffarts·
Zeichen
Uñ ſtreuen fi fi eihm hin Wir —2 —
Den Leib 7 der Seele Kleid /den — gr
ches /
Sein ber nackte Geiſt/ nicht dieſe Nebeidap]
Ein Zunder aller Luft / den wir ihm Finn
Der Geiſt / der eh ihm auff a
Sonſt macht ein Sei den Mann! En ar Ent t
Ein Chriſte muß ſich aus / und ken zott ana n/
Der iſt N Der i iu ihm herrſcht —* ein dſein
ni |
\ Dem alles unterthan ‚dem alle A f ung,
Sonft meint ein Koͤnig wohl ei ‚fein
nei
Undimasman hat} gehoͤr ans —J—— ah,
ein / unſer Heer will kaum FE Velaub ſi
Nur eines Eſels ſich zur yrorhoı r ube —
Es laͤſſen and re fich Du Bean 2.
Sie fahren dar heteim auf fchönen gel nen Bag
Dasoejekt Ränge ib /jett Eleph ei) ite ach.
RO —* auch ) a
BERN. ei
N
CHREAI-ICHR
Drittet Teil 55
Ein Seuerwagen hatt’ ihr feichtlich- auffgenoihert.
Allen vor diesmahl war ein Efelihm genug /
Der dieſe heirg daſt auff feinem Rücken teug/-
Kein widerſpenſtig Roß/ ein zu ei fanffier
Sein? eugerfein Sefähr ee er ——— warb?
Sein Träger/ da er geht auff feiner Zodes-Zahre:
ER embfig war er doch/ nur Eſel zu erlangen! /
ickte — die ihnen —
—— paftven@ecken u * et?
Die finden hies nur / was BERNER E
Die Seelen find numehr den nein gleich gewor⸗
Durch mehr ale Circens Sun / perfetinihten
den /
Das tum̃ und alber iſt / und gar ——— —
Und wie es ſonſt nicht wird / als nur durch Schlaͤ⸗
ge / gut /
So thun fie nichts / als nur⸗ reeachdie |
ande
Geſetze / Kaͤrcker / — Suche öffentliche
PP ”, A
—
Doch beſſer dies ——— ein wildes
Enheiſſ ig seinmig hie, Noah ihe fer wärtr
— ef joden YBeinberguntergraber?
hr fe die ihr hier den —— umb
> baßihe Eſel märt!uherg’ Dis Auf |
— SEELE durch — cs
ahmen
Un
„« eecutſcher Gedichte
a — — —
5* — — m uk |
aß fie des HerrnKri effen Sutterkeiten?
Mehr / als has nen On — * dem es ſich ft
An Sanfftmurh überteifes ı 16 3 Wölfe,
)
[t tung mehr t alsaller uͤchſe Wiß.
Ra tohge mit a —
Begierd und Siñen ihm hier (äf —— |
Die erihm unterwer / und als zu eigen mach/ —0
D wohl dem / mehr als wohl — ſeiner Stimme |
nac |
€ rufft ung / kommt / die ihr Ser mi
30 will Die ſchwereLaft ihr —* —* tragen! |
agt ihr die meine nur / ich trage |
Der Leib traͤgt ja fein Dauper, © oh —2
Komunther vn Some en |
Wenn ihr entgegen geht Kmntet wage
nge
Verlaſt Jeruſalem / diefelſch Friedensfadt >
Die nur des Friedens Se — deſſen We⸗
Den nicht der Tempel hagt Kl
eil er die Mordgrub iſ / ie —S———
ra eine Natter⸗Brut. Geht nur ——
* — |
* We We
TEE — ie — —
| 4
—7 ein Kluͤgling / Maul: Prophet I:
ODritter Theil. 377
| Und bauerihm in euch ein (hönerSriedens-Haußr
Ein neu Serufalem dem neuen Salomon .; -
— u .
Inwelchem aber nicht der Fuchs Herodeswohn’z
dem Fein Heuchler fery Fein ftolßer PEN
rein Tal ei
MWortverdreher/
Und man auffs neue nicht den KHeyland kteutzige
Hier ſeht man wie das Glůck der Welt bald
falkß und ſteh
Und wie es den / den es geehrt / pflegt zu verlachen.
Man wollte dieſen Gaſ zum Koͤnige ſonſt machen’
Run iſt er Moͤrdern gleich. d rieff man ihm /
— — u > |
Boald hoͤnt und fhläge mar Ihn / und ſpricht / ge⸗
| geußtfenftut .
“ _
\
Das Haͤnde⸗Klatſchen wird verkehrt in Backen⸗
? Man zog die Kleider au
Has macht ihefhnödes Volt das nicht aus
ne Eee
Wie ſo verſchieden find Die Lieder Die ihr fang't?
Belobt fen deedafome/verflucht ſey / der da hangt:
8 und marff fie auff die
3 ncbieit u nach 3
Bald muß er ſeines Rocks fich felbft beꝛaubẽ laſſen.
Sart Yahnen mar ein DornfeinKöniglicher. Du:
Das Gendas ihn gefalbt/das mar feinheil Blut. .
Die Bäumer weiche fonft pie Friedens⸗ Zeichen
Bed geben
Die bauten ihm den Thron, Fdarauff ließ Er fein
ne Mr N SCDR- Der
Es twird hier gefehen auft den Stamm des Kreupesimelcher!
nach etlicher Meinung / vom P almsoderDelbaume gemacht.
378 Ko. Gedichte
Derfeinen 9 hier den Frieden hinterließ /
Und ſeiner ih Geiſt in ihre Se Seelen bließ.
Komm groſſer Friede⸗ Sant und laß uns ww
| mmen /
Komm) Echre bey uns ein / dab wir ſeynde |
romm
men /
Die Klugen / welchen es an Sek miegebricht/. A
Zu feh’nden/ der ſich ig ge |
Kommgrönig/hier Oi u und hm dir auff⸗
getragen
Komm / Braͤut gamb / bet wird Dir dein Braut⸗ |
bett’ auffgeſchlagen /
Sony Prieſte erhier u — — un Altar
Komm) Sonn ern dein — —* — ein
un ©
ann een =
ame Ve
ripp
— —— Wort / ‚ser —
Komm / Seemann / bet Sara | ei
Komm Himmelbred / hier ae viel Sunge, ui
Komm / wahres Licht / ae Me Gehen Bunde der |
Komm / Bild des Vaters / —— in EN abs |
zumahlen/
Komm / Erſtgebohrner / hier / wo man dich Br uber
eißt
Komm / o Geſalbter / komm / ſ falbet uns —
Eu |
Me 4
en
— — —
— ———
Sritet heil” * 39 |
Komm / gro — —J mach uns Som Himmel
auff der Erden). _
| | Komm / unſer Alles / ‚laß — ung Alles
erden
1} Wann du nur koͤmmſt herabı ſ formen Bir beta
Keil ohne deinen Zugman Dir nicht folgen Fan.
| Der Wegzum Simmel Föinpesom Himmel ſelbſt
gefahren.t
Komm / JEſt wach! fomm hu * Di, zu offen:
‘. _
So irret uns gar F Eee an den Zwech /
Wenn Dum nur zu uns — haben wir den
——
FJoh. 14.v. 6 ann Nr
YaryarErt EITY , J
Neu⸗dahrs 0 —
Auff das 1655fte J Jahr.
Vormahls unter eines andern az |
hervor gegeben und in Melodien geſetzt.
I. Auff den Neu Jahrs Tag.
Ride füffes Sicht hervor /
Hebe denien Glantz empor
—— mit vollem Hauffen ze |
Deinen reichen Seegen lauffen / |
Schend uns deinen Freuden Schein /
Er" lauter Eluck herein. — ——
te Leukfhercienihte
Gender mit dem, altenFadt? >.
Alles Unglüd nah BEER ——
In das tiefe Grab der Wellen
tlrge Leid undmothaur Hölle —
Tilg es aus / thu in den Bann ia
Alles ‚wasune (baden fan. 4
Waßfer/Krieg und Feuers⸗Glut /
undwasfonften Schaden tft —
rolle: fi vonunt rer Graͤnz eee
Hunger /Krancheit peftilenke/ u
üffen nun durch Beinen Schei n n.
Aufi den Grundgedämpfetiene
Ras der Kreiß der Erden A
Serge, Thaler / Wald und gell! /
-gird durch deinen Blickerfreutt
Spas hier Zungen hat / das fchrenet
Sauter Seegen lauter QeblF
und wir wunſchen ſelbſt ein zbeile
Wo ein Wunſch was helffen kan /
Evy ſo kommet all heran? oh
Heffnet eure Hertzens Pforte / — ——
Laſſet tauſend gute Worte HIN.
Siter Weit zu Dienfteflehn/ ° 1
und dem Jahr‘ eifaegen gebn/ 7.0
Zwar/ zu wünfthen bat man gnug /⸗/
Mancher wuͤnſcht ihm ſelbſt den Fin "Ar NA
Senn er wůnſchet reihe Gchäkel *
poluft / Ehre groſſe Piaͤzꝛe
Rein Munich folder eine ſeyn / }
- Sriedey Friede / eritt herein. m
R
J WERE | .
u
J
‚Dritter Beil. 207
Br
2, Er bittet umb Erneuerung des
Hfzlee muß ſich un! ejinaen
An dem lichen Pteuen Jah —
Auch die Sonn’ und © tern famingn. |
Apr geflammtes neues Paar’
nd des frhönen Mondens Kreiß
Sr aniego Silberweiß.
Die Natur hat fon 0 een
Br Fidtet auflaed eat 5
inftia wird fie baß geneſen
de Kälte ſich erftedtr
I Esgewinntdas Tagetiht —-
Schonin Heiler Angefirht:
Laß / o GOtt / auch unfer Leben
Sarg und gar verneuert ſeyn /
Du kanft neue Kräffte geben /
‚I Alle Gaben find ja dein /
was wir unb uns ſehn
| Alte
daben wir von Dir zur Lehm’
Alles Alte ſey —
‚| Alter Groll / und alter Meid /
ei IHR —
— ſonſten me
Dirrſchet in dep Menfpen Brufl.
für Luft
Sich Hingegen neuen XBandeh |
BR — — *
N ———
482 Teutſcher Gedichte.
Neues Weſen / neuen andel /
Reue Sinnen / neues Blut /
dDieues Leben neuen Geiſt
Und was lauter Tugend heiſt.
Leht' uns neue Zuchtund@itten
Ou wol ferner fur amd füt 00
Deinen Keichthumb anf uns ſchütten/
Oeffne Deine Gnaden⸗Thuͤr /·/
Und die Seegensvolle Hand
Sep von uns nie abaewandt:
Sieb uns neue Kraft und Staͤrckt /
Daß wir Dir zu Dienſte ſyy n
ũnd erkennen deine Wercke /
Hẽrr du biſt es ja alein
Her fein Werckzeugtuͤchtig macht /
nd die Semen forigebrach
Zeuch vonuns den alten Kittel /
Raͤſhe ung dein Feyer⸗Kleid ⸗/
dich / ſo treten wir ins Mitte/
Wohigeladen und bereit
Halten dort mit deiner Scham
Ewiglihdas Nuesat:
— 7 — vr
W
3. Er Hager wegen der böfn
mb des Zrier
OHR.
Kriegszeit/ und bittet umb des A —F
EN zum
ges Abwendung.
Ash⸗ wo will die Welt hi us
Diele ſchnode Buben⸗Haus / Si
—*
.
N
. an
Fu nn.
Dritter xpei. 384
Das dem Laſter geben.
Auff den Grund ergeben!
Sieht man doch
Inmnmer noch /
Sich mit ſtarcken Zügen
Alle Welt bekriegen. — 3
Iſt denn aus der Hoͤllen Schooß /
Alle Schaar der Teuffel ſo
Die bey uns auff Erden
Wollen Bürger werden?
Sieht man doch /⸗
J
Sind mit Krieg und Streiten
Eine Peſt der Zeiten.
I I rein Windel in der Melt)
| Den man frey von Kriegenhält?
Schlagen nicht die Flammen
Uberall zufammen?-
Wecenſchen / Vieh
Steffen ſie/
Was fie nicht berũcken/
| Muß von Rauch’ erfliden. } }
Alles liegt bey Krieges s Zeit, He.
Kunft / Bucher Kecht und Nedligkeitr
I. MleguteSittenr
Weveerden überfchritten/ /
Raub und Brand /
Stuͤrtzt das Land /
Edler Bauren / Bürget/ >... sn.
u Safler/ Senden! Mürger, =
2 ein
F
En
384 Teutſcher Gedichte
Kein Geſetze wirderhort! — Re
Ales Hure wird verkehtt /
Hier ſeyn lauter Sender! h
Kib und Seelen⸗Kraͤncke t t
Henn ßSt
Selbſt ein Spott /
geben Haus und Stellt >
Wird ung hier zur Hoͤlle. =
Komm / o Friedens⸗Geiſt/ erein /
Tilge mit des Jahtes⸗ ein’/ |
Allen Hölen-Mebel/ —
Brich den Morder⸗Sebel /
gone un Eh
ap dein Hau — E
Hier nicht gang erleg e f
So greiff du zum Krieget |
f 2 | V. A *
4. Er wünſchet den Friede zum
Neuen⸗Ja Air
ahre.
-
Fri! du gewuͤnſchtes Gut) |
H du Brunnquell aller Saben! He
Komme doc y dein Bol zu laben / J
Has fo ſehnlich nach Dit Kerr:
nſer Seuffzen ſteht nach Dir /
Friede / Friede / tommberfin
Du’ n yertbe Srieder bit Eh
Sr auupmg aller Sioüht! Da
us I: u .
i
.
SALE
Sunter cden. | Bar
Du geſeegneſt alle Plaͤz m
"Die dein Angeſicht begrüßt: >
Unfer Seufftzen ſieht nach Dit 7
Friede / Friede / komm herfuͤr
Kehreſt du nur zu uns ein /-
So kan unfer kranckes Weſenn
Roch durch deinen Blick geneſen /
Das fouft wird verlohren ſenn.
Unſer Seufftzen ſteht nah Dir ©
Friede / Friede komm herfͤ.
Du fuͤhrſt 1 grofk Schloͤffer auff /
Du beſchuͤzeſt Wall und Mauer
Fuͤrſten / Edle Bürger Bauetw ı
Krieg der bringt fie auff den Lauff.
Unſer Seufftzen ſteht nach Dir) /
Friede / Friede / komm herfuͤr.
Du bringſt alles. in die Sb.
ind erneuerſt alen Wande >
Raͤhreſt / mehreſt/ fuͤhreſt Handel? ⸗
Theils zu Lande / theils zur See.
Unſer Seufftzen ſteht nach Oir » 0.
Friede / Friede komm herfuͤr | |
Du bringſt Tityrn in das Feld /⸗
Daß er wleder fan mit Freuden
Seine fetten Laͤmmer weiden/
enen Echo widerbellt.
lan eifach ſteht nach Dir /
Friede |
Friede / Fommmherfür.
u.) Gaͤr⸗
J
ge
r
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320 Teutſcher Gedichte
ärten/ zen ‚Feld und Wald /
ige eb dich gel — x
Sa ſich Thier und - en freuen / I
ficht nach Dir / I “
Seide! —— Eomm berfür. —
Geuſtu a
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Br — De Bun a
Side! Sriedei nt
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—* ‚Sriede / komm * — —
Friede ee Bw | #
Beh a — 4
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a nn.
Dritter Theil. - 387-
Ott / durch deffen Arm dieſes Kund erbauer/
6 Und das ſtoltze at in Pe Schrancken
De effen geoffe Gunſt auf? die Menfhen thauet/.
Rh ja vielmahlmehr/als.er felbft serie,
ob wird nie gnug befungen/ /
Bitten wir auch Engel-Zungen.
Du haft unfer Sanb/Grängen Stäbe um Säuf ;
In dem —* Stahr’ allerdings bewacht /
Ales iſt von Dir / groſſer — Kayſer /
Daß wir —54— ſind / koͤmt von deiner a.
Dein Lob wird nie anug beſungen /
Hätten wir auch Engel-Zungen.
Daß uns nicht das Beine Sriome
Schreiben wir / o Gott / Sein ent tu au
Da die Plagen doch unfre Brüder pre
‚Sind mir gleichwohl noch faft in Milers Kb, *
Dein Lob wird nie gung befungen! . .
Hätten wir auch Engel-Zungen. |
tder — leich unſer S ifberennen
haſt un jedoch Ancke — emacht
Und des * Mast ift dur u gertrehnen
Du haftung mit Luſt in den Port gebracht.
Dein Lob wird nie gnug 6 ſungen /
on wir auch ——
einer Guͤtigkeit unerſchoͤp EB?
Haben en Kelch vollig eingefchenckt/ ge
Bon und — ME
2
388 Teutſcher Gedichte |
Womit deine Hand uns allzeit bedeuckt /
a |
Dein Lob wird nie gnug befungen? |
Hatten wir au a |
Dein fo volles Maß hat ung wohl gemeffen/,
Theils zu hair theils zum Überflußf/
Wir im Gegeniheilſtelens invergellen!. u
Geben dir/ vor Danck/ Undanek und Verdruf
— znuug berungen 7°"
Hätten wir auch Engel⸗Zungen.
Du haſt uns dein Wort reichlich laſfen ſpeiſen/
"nd die dacka ung in den eg
Die uns klaͤrlich kan hin zum geben weiſen /
Da der Himmels Strom unſre Seel ergehle
| Dein Lob wird nie Anug beſunge "
| Hätten wir auch Engel- Zungen: -
| Saffe dich doch. auch ferner guadigmmden?
Großer gebasth/ und laß deine Hand ⸗/⸗
Nicht won deiner Schaat/ twegen ihrer Suͤnden/
Die dich offt ergurnt gantz ſeyn abgewandt.
A ungen?
Dir fepn ewig Lob gelungen:
— vn. * — ini
6. Anden Stand . Fr.
Der Weltlichen Obrigleit.
Idree I0E Di Walt verwaite /
Undfie in dem Zügel Halte] /
Die jhr theilet unter Euch / Ai & *
200 GO
22 GBR
BE 2 unser N Dr a Zn
sroggeitter Tdein *
nr EEE TEE TE —
Staͤdte / Komrech u:
| tädte, änder / Rönii Po a u
.. oͤll / AR das — RG t
Auff dies hen te un — Rat
- Reiches; Sonneraroffer Kapferı
Und ihr Hohen Fuͤrſte —
Und die ihr das ind regiert/
Die ihr unſte Ruder / fuͤhr //
| Saffeteute Strahlenfehene
| Undein gluͤcklich Neu⸗FJahr —
Das wir noch im gutem Stander *
In dem lieben Vaterlandhe⸗·
Koͤmmt / nech — zurer Hanb /
Daßs von uns iſt abgewandt
| Aller Krieg, und Feld⸗ Setümmel; art
Schreibt man Euch zu nacht dem Dimmer;
Iyhr beſchůͤtzt vor Feindes / Trutze ——
Unſern augemeinen Rußzen / *
Uns deckt eurer Flügel Macht /
56 es gleich ne kracht /
Eure hohen Be m
F ga d ißen:
I zer d —— gute — ai:
— B:
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Selb den TE eifen I tief ————
IN nd mit friſch J Waſſer traͤne 9 | 20
Ihnen gebet ihr das £rh na 4
| Um Sie —*
per als ie a:
I Ast uns von den Beſchwerden/ |
Br Levet
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Liebet Die —— GREEN"
Mai uns eine gute Zeit / Re
Kan hie turm verleiten.
rn längerleben ©
ol Euch zwey Geſichter geben / ia
ZBie ber alte Sannenbent RR
u verhüten die Gefa
{nd nicbt nur / was i zu fe sn
Sondern was — 3 Bi’
BR au, und befriedetl 0
— Waff ffen ſchn Aa,
und —— — * — 3
Seide manim Landen t
| ‚Kemnpns Sand et freuen
"Und der Roſen tod gebeheile
%
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4
aß uns noch an unſerm De
— verfaͤl es Wort / *
Als die rechte bens P
Dazu hat er ung erhalten
rag Etat
e
aa Zr A
MI
Meet - 1m =
en die Geiftlichen verwalten, » ⸗
ie er uns hat zugefandt/ Pe
Noch von Fahren bis zu Jahren /
Wird es kuͤnfftig auch nicht ſparen.
Ach / wir koͤnnen ja —A— |
Beides Milch und guten Wein
En Geld und Gaben kauffen /
Odott der fchendtuns reichlich eins.
Und laͤſt ung den Honig ſchmeden
Don den edlen Bienen-Stöden.
uaͤlet unsdie Hunger⸗Plage /
Ach Hier iſt das Himmel · Brod /
as den Hunger uns entſchlage /
Sind wir wegen Durſt in Roth/
FJEẽſus ſtehet ung zur Seiten
| Zu der Lebens Bach zu leiten.
Er laͤſt — ————
Seine Laͤmmer und ſein De |
Auff den friſchen gruͤnen Heiden /
Oftmals bat er fie wenn ſit
Won der Heerde find zerſchlagen
Auff den Lichſeln hergetragen.
Er laͤſt ſeinen Saamen ſtreuen /
Durch der treuen Diener Hand /
Er begieſſet / giebt Sedeyen ⸗
en allen Wiederſtat
lien / Donner Reiffun
So die liebe Saat zerlegen.
I
EEE
J52 Teutſcher Gedichte
Und wir erndten doch die Srüchtel |
Ob der Fürft’ und Feind der Welt /
ins gleich fuͤhret umb die Fichte /
Lind fein Unkraut unterfiellte
Wenn nur nicht die guten Körnet /
Fauen unter ſcharffe Doͤrner *
Seine Fackel fuͤhrt die Fülle/ /
urch die ungebaͤhnte Bahn / |
Ft Der Megunsgleich wicht ſuͤſſe /
übret er uns doch hina "u.
t fan aus dem Wege taumen/ /⸗
- — 2
m 2a aa [u zn — —
Was die Tritte kan verſaͤumen. —
SHttverfaffe feine Leyre nu
Seine Güter und fin Pfand⸗ ve
Reichlich woucern und ich wehten /
Er befcehüne diefen Stand" 7 u
md vertheidige den Orden’
Ser von ihm geſtifftet worden. —58—
So kan aus dem — 55 Bu
Uns berühren keine ar
Unſre Dorfen gründen feſt //
Auffden&dftein IEſum Chriſ un
Belialumd ſeine Waff
Können gegen fie nichts ſchaffre.
HErr du wolleſt ferner ſchicken,.
In den Weinberg dieſer Wel nn.
Deine Gartner laß es gluͤfe n
Wie es dir nur ſelbſt gefällt. „=... 2.00% °
Schaffe du / daß unſre Kb — — — ..
Suten Moſt und Trauben geben.
de nn var | 4% an
| * — J — |
⸗ Yes a |
GOtt der dudasklugeXhieen we
I Den Menfihen aft bere th hir nr: Ma *
U felber eingeleitet 7. 0°
| % den Haußſtand / deſſen Orden im —
| Don Dir eingeſetzet worden. E & 260
| Wir fagen Danckdafte.. x"
| Der Stand hat mirder We ug Far)
Den Anfang auch bekommen
ie du das Weib genommen: —— | * 9
Don des Mannes harten Knochen / Fr
| Unddas Wort darzu gefprocheny = u. Io An
Geht hin md mehret Euch. CR
Da war fein —— Hit PR
- Ein Hauß-Here war alleine/ / * * DB r
Und eine Frau / fonft keine. —* |
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ib doch / das Diefergute Stand
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Seegn unſre groſſe Mühen! D- ®
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Laß uns nur nicht zu enge,
Beftrengt mung net. DM
Sieb! und für fun
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Daß andy Vater! Derr Gehude ee
Rann und ſich gechtnerbinde/ / BR >,
Nach yyflichtr und * ue bvpſan
nd daß Die Nach Welt at ‚Ott
50 tie, alten Dinge / a Lhern
Die Finderzucht gelingen) * Ju dief
Firchen / Schulenund hier RAT Ne erfreut
Die genieflen ihre Fruͤcht 0 MR
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Mach = en endlich a bee yn die
De ige Hauf a J
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Ei Se reifen igo meine Sıppens >| &i
Komm
— es Kind / bey heunen riet
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‚Komm — hie mit mir die Thür
Hie ſie heſt Du die
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Dies Wort ka
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Sieht am ewiglich — 28
om J — mit mir /
Den Bi Ag
aß uns geben!
ngel ffiegen
möliegen. .
Sit oan er hat
Hie fi ir
e
m ae
Emp ar J empfangen!
Stillt unf’ret ae rihr Bertangen l
Eh’ er noch in die Menfhprit trat/
u diefem hochberuhmbten Nahen /
rfreut umd ruͤhmbt ſich alter Saamen.
‚Sn dieſem Nahmen muͤſſen ſich
Die Erde, Hölf.und Himmel biegen /
In —* ja du irn fiegen/ /
Empfind’ftu Angſt UND Todes —5
und Beide Fremder
en J dem aller
en Seide: |
a Trübfal nicht Gefahr
Stürk dic / ein R 9 Hk
AIR Re | pi —X
Nele Herz erfreuen]
nn
z00 Tecrutſcher Gedichte
———— ———— — —
Es hat der Schlange ihren Hals
Im Paradieſt laͤngſt zerſhiagen / y
&s lindert alle um a |
Has Elend mſers truben alle!
Hrumb mag man es a bilug preiſtt
md ihm viel Eht und Zt berweifen. _,
Des Leibes Krandheit hat es oft‘
Gehenet / es thut groffe Zeichen⸗ |
Es machet alle Teuffel weichen /
Denn weraufdieren Jenmbofft?
Den machtdie Hoffnung nicht zu Schanden /
Er reißt die. feinen aus den Banden.
ach tieoftes Kind ach Laß mich doch
Stets deinent euren Rahmen nennen -
Undsalameind chſtes Gut/ erkennen
Dies Wort wirft abdes Satans Ihr |
Sag mich hiermit in meinen Sachen /
Den Anfang ittel Ende machen si.
Sagmichden Mabınen für und tÜE ).
Sm Hergen und im Munde fuͤhren /
Wein ich den Odem werde uͤhren/
weil noch ein warmer Gei m mir
So konnen Sinnen und Gedanden ,.
richt von des Herren Wege wancden
Sag meine Seuftzer /wen mir GOtt
Die lekie Stunde hat beſchitden —3
Mondir zu reden nichtermuden/! =...
So acht ih nicht des Zodes Spott /
und habe friſchen Muth zum ſtteiten
Den Sieg wirſtu mir ſchon bereten.
== En BR * —J 3 —
BR! 1 J 0° +7 HR;
Kor jelche | en
en ebruarit —* gahres
doc ſeerus begangen ward,
98 Zeutchersebichte
N: ei der ‚nen * —— |
Wwie olgenden
Dunn — — dungen
tee ben. na) Zeit ı md
heit / und nach Mogugren
iung einrichten muͤſſen
daß die Eilferrigkeit ein
beitu er
neigt e Pefer de ig
ten / imfall dieſer r
allen —— on
Dritter Theil: 399
Inhalt des Ballets-
Emnach die / zu Schleßwig⸗ Holſiein te⸗
gierende / Hoch⸗Fuͤr ſil. Durchl das ſieben
und zwantzigſte Fahr ihres Alters / mit des Lan⸗
des hochſter Vergnuͤgung / glucklichſt zurücke
gelegt / und / den; Februar. dieſes 1668 Jah⸗
res / Das. acht und zwantzigſie in allen Hoch⸗
Fuͤrſtlichem Wohlweſen angetrsten/ als haben
ben ſolcher hoͤchſtfeyerlichen Zeit die Götter
felbfi/wie auch das gantze Land / ihre hierob em⸗
fundene Freude erzeigẽ wollen. Inſonderheit
die Venus und die Juno / als welche neu⸗
lichſt das gantze Cimberland durch feſtes Ver
hundis aneinander verfnüpfer / und ſelbiges
dadurch in erwänfchte Vergnügung geſetzet /
bey dieſer Gelegenheit nicht gefänmer. Auch
bat Vulcanus / nach der / bey ven Geburtstaͤ⸗
gen ſonſt uͤblichen / alten Gewohnheit / auff der
Goͤtter Befehl / einen goldnen Ander/ als ein
ſonderbares Pfand ihrer Gewogenheit / verfer⸗
tiget und ũbergeben. Indem nun dieſes gy
ſchiehet / ſtellet fich Cimbrta bey dem Landes⸗
Dater einı ihre unterthaͤnigſte Gebühr abzule⸗
gen / und laͤſſet aus ihren Waldern / durch ihre
Jagerinnen / einen Buͤrgerkrantz von Eichen⸗
Aanb darreichen / nicht allein ihr höchfiesfieune
BT —
a Fee Sehe
— wegen des des gucichſt ab abgelegten
Jahrs / ſondern au auch ihre ſchludigſte Don
feity wegen der bißhero gürfioäterlichen PN
ge/ uud orgfältigen Erhaltung des ——
ten Beßenso zu bezeugen.
.Aufftritt.
gattd tamm Die Sana ] a it —
| ienerin der Goͤtter / und Außruffe⸗
‚ein 2: her annahenden 805 ae
burtstages / von dein Himmel au
Schauplatz geflogen an
|
!
A
let. die Dücher aus.
| s Fama. Bene ® Mi
Sfr ihr Zimbern / aufit;
Her ſchnellen Sterne Lauff / A
—* —2 hai das Leben * *
m Sin mðer⸗ Helde * 20 Ma
Ar en Krane erfüllt: u
Jet willdet r Zeiten BUB/ .
DEN Himmel /fid neerneuen
—
= A
ur
> sen WR —
rohe die Goͤtter freuen Bi:
und fepern diereegeft y I
Has jent ſich nenneniäſt
Heran .ipr Land —— ana ar it
‚Singt ihn macht Gethönlk.... no)
eifft Spiel und. Saiten au on
Es jauchtꝛe wer da kan / *
—
—
PO:>©4 -
Dritter Theil: 7 40x Ä
| Esfötepe,wer np WER:
Gluͤck / Wohlfart / eilt Sehepen! ——
Heran in vollem Lauf? FE RER
— —— Bimbern/auft Di
eu Ynfkteise. |
Ä — — auf dem Schauplatze ee
Kane finftere HÖR vorgeſtellet aus der
‚ten Abgrunde Die Zeiten ’gebohren wer⸗
den / wie fie Claudianus in feinem andern
Buchevon dein Robe deB Stiliconis weite
käufftig beſchreibet / worinnen eine groffe
Schlange zůckelweiſe in ſich felbft herumb
lauft /und Richter / als Sterne / erſchet⸗
hen. Hierausfömmt Saturnus, als der
Vater aker Zeiten / hervor mit derFor-
tuna Primigenia (Ge urts Gluͤcke Rwel⸗
che dero Hoch⸗Fuͤrſtl Durchl ben‘
Geburt zuůgeſellet worden. Er
Saturnus.
RS bin bagn Göott/ich bin der@östher —
Dgch bin mein eigner rl meines aub's
36 uge Tagı und Fahr il din A sun Eur
als Die ich / will ii * —— *
nn
7 Teutſchet Gedichte
Ich habe / groſſer Fuͤrſt Dr ‚zug und Zeit 1 Ä
| Die ich noch hunderemaht il nen und auh |
Ed ich die Siechel noch a8 ei |
Auch / weil duewigbif hab er fein Recht an Dt |
| FORTUNA PRIMIGENIA. J
bin das Gluͤcke ſelbſt / das den rail
uͤhret
as Dich [9 Eimber Held / mit aaO Gaben
vet
Weil Tugend nun bp 2 dra ai ne Dig
So if du ſelbſt dein Stern —* Doris Sic
"Schmid
I. Armrtict
S* Venus; welche bey J
Durchl Geburts⸗ Figur / in dem
benden Hauſe / welches demẽEheſtande |
geeignet ift / fic) befindet / und die vor⸗
nehmbfte Göttin iſt / Die anfaͤnglich
der Geburt ihre giückfeeligen Strahlen
bat flieffen laſſen mie fie Denn noch) neulich
ihre biimlifchen Ber beiflundenn en hat mer
| Relig gemacht / ſtellt ſich ben die femgeht
—
—
N.
Dritter Theil DO - 403
mit ihren Gratien zum erften eins mis
weichen fie allerhand Luſt ⸗ Taͤntze hält.
: i Vu. 0.5
Auch ich muß dieſes Feſt / mein Se allhier bes
I. | Debend: -
| Und habey wo mir recht / das meiſte Recht darzu /
Mein Haus baut dir dein Haus und ſetzet dich int
Auch kan dein Leben blos durch lieben nur beſtehen.
Die erſte Gratie / Euphroſyne.
Koi Schweſtern / kom̃t herbey und fchlieffet
| —* * ndin Hand /
Beſchweret alle Luͤſt in dieſen rundten Reyhen /
Begehet dieſes Feſt / darob ſich alle freuen.
Wirſſchlieſſen alles ein in unfer Liebes⸗ Band.
Die andere / Aglaja. |
KoOd / Schweſtern / Foite herbep und praͤget
EM Mund auf Mund’ _
Laßt einen Nectar⸗Strom von een in,
I Saßt eine ſuͤſſe Flut von Wuͤnſchen ſich ergieſſen /
Duurch einen Liebes⸗Kuß befeſtigt man den Bund.
Docie dritte / Thalia
Kom Schrehern/foihe herbeyy befrankt den
——
Erieiget eure Pflicht und eilet ihn zugruſſen /
— — lege die Blume zu den uffen/
. Undlafler feinen Rohn — m EN.
404. Qeitfeper gedichte
— |
| Die drey Gratien / ingeſammt. |
W Ir haben Dich / o Fuͤrſt / von Kindheit an / ge⸗
| wartet /
Es iſt Dein ſchoͤner Geiſt / ag gewuͤnſcht / ge⸗
LGELNENSERGE SUALERE SH
— -
ir leben ſtets in Dir / ſind unfer.gleich nur drey /
Sp wohnen Dir dennoch viel tauſend Lüfte bey.
Jen die Venus das Ihrige vers
richtet / findet fic) » auffder Götter
Befehl/ ihr Mann / der Vulcanus
auch ein / welcher eine Zeitlangden Berg
Aetna verlaſſen / und fich in dem Eyslan⸗
difchen Heclaauffgehalten. Diefer ſchmie⸗
det / ben waͤrendem Tantze / indem Feu⸗
erfpenenden Berge zufehends öffentlicher
nen göldenen Ancker /mit feinen dreyen
Geſellen Brontes / Steropes/Py
ragmon / welcher / fo bald er verfertis
get/ in die Lufft Fahret/ und vor dero
HochFuͤrſtl. Durchl. Gefichte hengen
bleibt. Diefer wird von den Göttern
als ein fonderbares Pfand dem Cimber⸗
Zürften/ megen der groffen Gewogen⸗
heit / die ſie ſtets zu ihm getragen ge
u
‚ Deitter Theil Jor
AN —
I eignet wie fievorzeitenden Romern ih⸗
| te Ancilia, den Trojanern. ihr Palla-
din vom Himmel falten ofen.
Vultan.
Seh bin der Götter —. bin der Schmie⸗ |
® bin bes Jupitersund meiner Venus Spott
| rzeiht mir / daß ich hier mein a Rauch⸗
Lahr nicht / daß ihn a ‚Sirten |
DieSätter halten mir dies ie auch zugut
Indem mein Schmiedewerck denſelben noͤthig
Ob gleich die Goͤtter mi sen Dim vormahls |
ı ann
o ehret mich doch jet ralsihren Abgefanbin- 2
Vunulcan / an feine Hefellen
don fort / ihr Bruͤder ki —— die arme
dor Brontes / Steroper — mehrt
Und macht es alle fo / wie Meiſter thut /
Ser ae ie mein ne Anden. Die Su
| IcKeNle 0
FA Bro
| D5 Glut iſt meine een N ve —
Cc3 I
408 ___Teutfißer Gedichte
E Der Rauch iſt meine "uni wir ſchuicden hier aus
So viel ein jeder nur — Keäffien a |
| Was iſt es ae ——
— 1 19
er miede Jupitern fo nun ia |
ch fehmiede eine Sohn’ ei URRERNE
bespfe
J Pallas ihren Schild | im Bus die beſen |
Das meinſtu / folte ich denn be un Da J . Bat |
et
m Ye Arbeit iſt gethan / der Andesiftbereir
ch ſchmiede ſeliẽ Gold bey diefer Eier
Der ae ich jetzo muß die gölone 5 keitẽ /
So ſchmied ich / iſt mach te ine
Zeiten.
Vuicanʒu dem aufffahrenden ande
EEE nn
a en Bee ans Götter Sof |
[8 dem fie diefes Pfand / ſtatt feiner Liebe Lohn
Ein Zeichen feiner Trea” we ‚ee: Heffnung /
Dedurch ſie ewig ſi ſiche an fine Dot a erpän |
“)
> . ey
Dritter Theil ar’
Sie bauen ihm fein Stück Auf? feinen Fuͤrſten
— ron / |
Der Eris zum Verdruß/ und Neide ſelbſtzum
| n/ —
Es wird daſſelbe nie von ihm ſein Antlitz wenden.
ßtoben umb ihn her des Ungluͤcks wilde Wellen /
Der Ancker wird ſein Schiff in ſichre Ruhe ſtellẽ /
Das nun den Hafen hat erlangt zu guter Stunde
Darauff der — * vollen Backen
Daß es auff truͤben Sand und harte Klippen
* | | ieß. “hie
Hatnur der Ancker Grund / fo geht es micht zu
A | grunde. Erz
— 8W8 ſich nun Bacchus auch gerne bey
Igemeiner Froͤligkeit finden kaͤſt / als
hat er auch hie: ſeiner nicht vergeſſen. Deñ /
ober zwar per ſoͤhnlich nicht erſchienen /
hat er doch die Bauern angereget / an die⸗
ſem Tage auff Ihres Fuͤrſten und Her⸗
ren Geſundheit zu trincken. Von wel⸗
chem zwo mir einem Bauer⸗Weibe alle
* erſcheinen / und mit ihren Taͤntzen lu⸗
ſtige Kurtzweile machen. —2
nun trauren ?
&c4 Wenn
er: Die Bauern. an -
R: Sa / Sa! iht liebes Volck. Wer wollle doch
Wenn Für 7 — tanken auch die |
Und wabumboice⸗ weil ẽ ds Lndes Vaͤter
| So iſt der Dauentechtdasrehre indes: Kind/
Das zwar ein Herr beherrſch aber recht befißet
Det er ſtets darauff in engem
Een lihr liebes Bolck. le kom̃t herfuͤr!
Es gilt ein fri ——— Hamburger Bier.
Es muß geſo er, weil he A Han wird
Hr, is
Und wer nich! faufen will/ man fies
Es fol ein jeder Trunck auf Siehe Wehlſahet
Bir enden — auch in dem Winter!
4 2) ein. n net w Ai
ut —
— *
ur⸗ eine Göttin der ehelichen a
einigung/ welche / durch det
Zulffe und Beyſtand / neuuchſt
Cimberland unter ſich ewig dv erbun
4
batderfelben in ihren 396 Beh
e auch auff diefem Kefte / *
Himmliſchen Nymphen br leitet/erf
36 EURE wird m einen Wald
— 5 Juno.
fe aut nichts nachgeben 33
ku
s abc Thell. * “ .
Juno.
gayrsann durch ſich an
| ſchw
|: Und Zwietracht abgethan Bir Then Altar)
Den mir der TBeinmonat/erbaut mein Februar /
Scheint jetzt der vormahls mir / jeit Di ——
Marti
| geheebifen Tag da du gebohren biſt
Mit Fried uñ Einigkeit will ich dich ſtets beloßnd)
Die in dem N ahmen mir/ in dem ren
J wo nen. F
Tr
— (Sie wird auf: den Nahmen Juno und |
Friederica F en / deren aunn
Letter⸗Wechſel das Wort UNIO in
ſich begreifjet / dieſes von vu -
fo genanntwwitd-) ‚er
Die fünf ymp den
* folgen / Jund / dir durch m und Se |
Ob — ——— ge eben“
Ob wir gleich ſtets mit dir in freyen Luͤffte ſchwebẽ /
So ſind wir doch auch .. ... Dienfte
ehr il Cimbrien be 3 berät Orde,
a —
——
are k
Durch die Vereinigung A N ambkeit vers
.
ſelbſt Goͤtter find / iſt es zum
416 Teutſcher Gedichte
VII. Aufftritt.
vbpido, welcher feine Mutter / die Ve⸗
nus / verlohren gehabt / gehet aus / in
dem Cimberlande ſie zu ſuchen / koͤmmt
in einen ſchoͤnen Wald / durch deſſen ans.
genehme Luſt er bewogen / das darinnen
wohnende Echo mit einem Liede reitzet /
ben des alleredelſten Daphnis Geburts⸗
Freude auch ihre Stime hören zulaſſen.
u welchem ſich hernach die Hebe / eine
Goͤttin der Jugend / die gleichfalls ihrer
Mutter der Juno nachgegangen geſellet /
und mit ihm einen Tan verrichtet.
re Cupido. Su ; ar
2 Nymphen / die ihr wohnt in diefen Gründe/
— ich meine Mutter finden?
Iſtſie He er gegangen vor mir hin ?⸗
Sagt / ob ich nicht im Cimberlande bi
ch meine ja. Sie hat allhierzufchaften |
ier hat fie offt gebrauchet meiner Waffen /
ier macht ſie ſtets die groſſe Liebe neu.
Und wohnt dem Feſte der Geburt jetztbeh
Das man dem Eimber⸗Fuͤrſten haltzu Ehren.
hr Waͤlder laft auch eure Stimme hoͤren.
omm Echo / komm aus deiner Klufft heran /
Saß ſehen / ob ich Dich nicht reitzen fan. :
Cupido
Dutter ein. 413
—— ee — —
Cupido | finger —
ba
2’ Echo/ 2 ich ut
Hier / Nymphe Amon —
Laß Bein Gett
Nein. Dapfnis zu oralen. | 2
Recht. Detail am —— — Pr
| | F meine? —
Auch Bier zug i mein. Fe —
Brich an du eben Soc EIS TE:
bull Edo / una Dana
Den Dorbui ii Deinen
| Derie if fieter ; Kram nat. ?
Moulin E.Eyh der Heldd
Ruff Echo / ihm Slac zu. |
Gluůck au
I wunſche ſo / wie Bar
P E. wie du /
3 5
Daß
u. euer Sei
— —
1
Daß Das Ersiehakieseri erlebe /
Der Zimberäiveig befieher N
| Er Ich — TB |
ebe noch vie “
tauſend Jahr! ya
Die Bis: an —— PR
&Chfolgte meinee Mutter Spuhr /
I bald A ihren Weg — —
etzt treff ich —** kleinen Knaben Ber “
Be aller Hertzen fan — DR
Geh hin — —— zuſehn /
Doch hab auch acht auff deine en
—
Pa 2a Pen — — —
Iß andre dieſes Fefkbegehn num
Ich will es nun mit dit betanken.
Eupido und (yebe ——
WoIr feh'n hier gine | Scharen Ku |
Doch werd’ ihr / hoffentlich unge ‚nicht se
Wo Euch / ihr Herren / nun —— junges wohlge⸗
Wißt / daß wir huͤhrer — De einen Jungen
Soll euer groffer Wunſch noch auf mas Klei eines |
So muͤſt ihr * auff —— kleine ———
* * 8
2
13 |
| 4
nn
Dritter Theil. 413
var Auffttrit.
Du folger Die Cimbria in einer
Goͤttin Geſtallt abgebilder/undberts
Lich außgekleidet / welche / im Nahmen
des gantzen Landes / ihre Ehrbezeugung
ableget / undein gluͤckwuͤnſchendes Sreus
den⸗Lied abfingen läft. — ———
Climbria. 1
Se bin die Mutter / die Dich’ Water hat ge⸗
| : BENBETT. vr: .
Bor dem gang Cimberland jekunddieKniebeugr,
, Miichy die dich gebahr / bin jegtdeinSind gewordẽe /
Seit du getreten bitin Deines Waters Orden,
Dhochgeprießner Tag / der dich gebohren hatyı ;
Da fich das gute Gluͤck an deine Graͤntzen naht.
Odaß der Himmel den — Tag hatr er⸗
ee OHLEN/ ——
Da du durch einen Sohn zum Vater wuͤrd'ſt ger
— 66
Lied / welches geſungen worden.
Kymmet Soͤhne / Toͤchter Brüder /
keaſt den Luͤſten voiten Lauff/
Jetzund geht die Sonne wieder -
Unſtrer Landes⸗Sonne auff /
Kommet alle hergetreten /
Ihre Strahleü anzubeten. |
Kommet an / ihr febönen Stunden
Da das liebe Cimberland
| | Seinen
S
ET
414 Teutſcher Gedichte
Seinen Bater hat gefunden! | |
Kracher aller Welt belann — |
Has kein Friedrich fen perlohren? |
Hadu/ Chriſtian gebohren. |
Fama | die voran geflogen /
Ruffet ſchon den Nahmen aus’
cm der Himmel ſelbſt gewogen /
Diefer liebt das Cimber⸗Haus /
Weiches nun / durch feine Guͤte /
Stehet in der beſten Bluͤte.
Aue / die dich Vater nennen? /
und das allgemeine Ol//
Da QTugendtennel! |
daben auchandiripeXbiv-
Hein Seburtstagmuß auch ihnen —
Zum Geburtstag immer dienen.
Was fich unter Dir hie reget
Mid durch deinen Geiſt regiert?
ind durch deine Krafft beweget /
Zurch die liebe Hand gerührt,
au viſt unſte Seel und Leben
Das kanſi du den Gliedern geben.
So ſind wir mit Dir gebohren /
Und begehen dieſen Tag
Der ung beederſeits exkohren /
Wie man nur am beſten mag /
gwheil wir alle ı Herr / Dem Deinen
Gleich als einverleibet fcbeinen-
Alles was die Sinnen kraͤnctet
Sey nun gaͤnklich abgelegt / und
Dritter Theil. 415
Und ins tieffe Meer verſencket /
Da es Flut und Wind zerſchlaͤgt /
Deine Sonn an dieſem Morgen
Dampfet alien Dampfder Sorgen.
Sey uns tauſendmahl gegruͤſſet
Schöner Tag / geliebtes Biht)
Da ein Strom von Freuden flieſſet /
Daeinieder wuͤnſcht und ſpricht /
Lebe / Herzog / Vater lebe, /
Daß dein Stamm ſich hoch erhebe!
Lebe / Herzog / Vater lebe /
Das des lieben Tages Schein
Sich noch hundert mahlerhebe /
Bis du geheſt Himmelen, /
Daß in Dir / des Hoͤchſten Gabe /
Alle Welt ein Beyſpiei habe.
Wuirſtu / Hernog / Vater leben /
Ach ſo leben wirmit Div .. .
Stets mit Deinem Stüd’umbgeben/
‚Und wir ftehn in voller Bier, a
Sollen wirmit Dir nicht ſterben /
So leb' uns in deinen Erben.
— IX. Aufftritt.
gun der Eimbria Auffinunterung fin»
den ſich auch die Jäger und Jägerin
nen aus den Wäldern in groffer Anzahl
herbey /Dadurch die Rand- Sreude defto
an:
)
%
— Teutſcher Gi Gedichte
anſehnlicher zu her zu machen / / welche e zuſamen
das groſſe Ballet tantzen / eine aber un
fer den Jaͤger innen tritt hervor / und is '
berreicher 3. Hochduͤrſtl. Ourchl. einem |
Krang von Eihenlaube |
Die Jäger und Jägerinnen iw |
ESi jage wer da a nie helafen Wadd und ded⸗
Dasjagen wird gemein / es jaget alx We.
Der jagt der Wolluſt nach /der jaget in de Beutel /
Der jagt den Ehren nach / da Doch auch dieſes eitel.
Wer jagt mit groſſem Fleiß nicht * dem goͤld⸗
nen
Wer rennt nicht hie und da mit dem und jenem |
pie AM
Es ift die Welt ein Walb/allivo vie) San haus
en
Viel boͤſe Loͤwẽ gehn / viel Diebes Bft mauſen
Wie mancher jagt Das Wild / und if viel wilder |
noch:
ie mancher frcht den Sue un hat ihn bey
Der hat die beſte Spur nah der Tugend
Der nicht nach Schatten Knapp Kir zochſch ik N
en pl ae.)
Wir haben / groſſer Fuͤr er —5
nah auff Ber Tugend air man
F Dritter Theil. a
P 7 dich alle Belt
E —— iſt der beſte J a |
1 Die eine Tagerin, 1
No nmnhiyd den Vuͤret⸗ Strang ven Ei Siehenlaub
| Hk ſey birbein Bauer lien Daun 2
eben Dir jehund nur Diefen fehlechten Lohn /
© — —— — Ohne rn *
* a, XIl. J
IE "MASQVERADE,
—*
Do zu Soli
Soli Dun,
& ꝛeburts⸗ Tag
—— * "1669 acer
— begangen ward,
A 23],
| BONS mar bereits. der dritte Tag
Sr Hornung: Monate / der. den
zu Durgläudtigften ‚Eimbriicen
“
18 Teutſcher Gedichte
ringen an das Licht gebohrt / ar
hervor gebrochen / ale der groffe Kat
der Götter von dem Mercur zuſammen
geruffen / damit fies ihrer Gewohnheit
nach / von den Verrichtungen und Gb |
fchäfften der Menſchen ſich berathſchla⸗
gen moͤchten. Da denn / fo bald ſie ſich
niedergeſetzt / mach etlichen Unterredun⸗
gen der Mercur hervor getreten / und
J
Ihnen zu Gemuthe geführer / wie diefer '
Monat / der von den Griechen Thar-
gelion ginant / vor allen andern ſonder⸗ |
lich er hoben und durd) gemeinen © luß
vor die gluͤcklichſte Zeit ernennet worden. |
Er hat weitläufftig angefuͤhret / wie in |
diefem Monate / und infonderbeit. an dep
fen —F Zage der vortreffliche Philo-
{ophus Socrates, und Der roffe Urheber
der Griechiſchen Herrichant/ Alexander
fen ang Licht gebodren/und wie die Grie⸗
chendurch den Gluͤckſtern dieſer Zeit act
Liche Thaien verrichtet welches AÆlianus
in ſeinen Geſchichten angemercket. inter
andernBat er aud) den dritten Zag N
anermehnt gelaffen / und fie erinnert/ wie
fie ihn ſeibſt zu der Geburt des Durch
izuchtigſten Cimbriſchen Printzen be
— U u — un 2 “
u
— 9
Dritter. Then.
acht und zwantzig Jahren erwehlet / und /
nachdem ſie die Ordnung der Sterne⸗ die
ſie zu ſeinem Lebens lauffe gewiedmer / feſie
|
|
|
)
geſtellet /ihım ſelbſt Das. erfte Haus der
Geburts⸗Figur / welches damahis ben.
der Aſtraͤa ihm eigenthuͤmblich einge⸗
raͤumet worden / einzunehmen: befohlen.
Wie er denn auch nachgehends mit der⸗
ſelben / als ſeiner Verwandtin / die groͤſſe⸗
| Me Sorgfalt/ in Erziehung diefestreffli-
chen Sürften/ erwieſen / welche. er auch
ferner in Beſchuͤtzung feines Rebens-an:
: wenden wollte &o bald der Eimber
| Rahme den Göttern genannt worden. /
bat manein grofles Frolocken gehörer/
und haben fie den Mercur wegen feiner
ar Vorſorge fehr gelobet / worauff
bald unter ihnen beſchloſſen worden /
daß dieſer Tagvonden Stunden befräns
Ker und in. ihren innern Saale gefeyret
werdenfollte - Dieſe Freude ward auch
den alten Henden in den Einfeifchen Fei⸗
dern durch den Mercur fund gethan / mit
dem außdruͤcklichem Befehle / das ſie die⸗
ſes Feſt unter ſich auch feyerlich begehen
ſollten / weil es billig / dag der. Götter
JV— Freude
a
mo Zeutfeher Gedichte
Freude auch allen Theilen Der Welt ger
meine fen. Man hat auch / weilden ſterb⸗
ichen Menſchen nicht ver goͤnnet iſt Den
Himmelzu betreten / vor gut befunden/
den Durchiäuchtigften Eimbriſchen Fuͤr⸗
ſten in die Elyſeiſchen Felder einzuladen!
damit er ſelber ſeiner Geburts ⸗Feyer da⸗
felbft bey wohnen möchte. / ob: zwar nie
manvor dem’ als dem tapfiern Aeneas /
die Oerter zu beſuchẽ zugelaſſen geweſen.
Auch hat man den Mars / die Dallas und
Juno abgeordnet / dieſen groſſen Ga
nach Würden zu empfangen Wodur
fie inſonderheit ihre Gewogenheit
au verſtehen geben wollen / da fit ihn / als
‚ihres gleichen / zu verehren ſich bemuͤhet
haben. Zuder Botſchafft ward durch eine
| helliges Gutachten ernennt der © tee
| Gefandte / und der Gottder Welßheit
| sind Beredfanfeit / Mercurius- Wie
auch die Aftrda / Göttin der Froͤnm
N keit / deſſen fie fich defto williger haben ber
| dienen tollen / weil fie ihm die erfie £e
bens-Zhüre eröffnet / Inden fie / wie die
Sternkuͤndiger uns herichten / das et
Haus ben der Geburts⸗/ zeit beſeſſen / po
ee a
ix
F
—
en: "fe
—
nn.
Heitter Theil? 4a
| alfouiber die Jahre / ihres Kebeng zuger
bieten haben. . Auch wurden diefe nicht
wenig erfreuet / daß ſie / die ihm. allezeit
mitihrem Slücfiernevorgeleuchtet/und
die Liebe zur Tugend; eingeflöflet / auch
bierinnen follten gebraucht. werden.: Ih⸗
nen ward des Zupiters Mundſchencke /
der Ganymedes / zugegeben/ der inder
Götter Nahmen ihm einen Becher / mie _
Necktar⸗Tranck gefuͤllet / uͤberr eichen foll-
te / weil bey der Geburtszeit die Sonne
in deſſen Zeichen geſtanden. | |
Wie nun der Abend zu nahen beguns
te / zu welcher Zeit infonderbeit Die Hĩ⸗
lifchen die Erde zu befuchen pflegen / mach⸗
te fi) Mercurius: zu der Reife fertig? -
hefftete die Fluͤgelan den Hut und an die:
Fuͤſſe / nahm feinen Stab unddengüldes
nen Zweig / ohne welchem die Reife nach
den Elyſaͤiſchen Feldern nicht koͤnnte ver⸗
richtet werden / deſſen auch vormahls
Aeneas ſich bedienen muͤſſen Er vergaß
auch feine Laute nicht / welche er ſelbſt er⸗
funden. Die Aſtraͤa kleidete ſich in einen
Himmelblauen Rock / mit Sternen gezie⸗
vet / und ſatzte die Fluͤgel wieder an / mit
—* Dd; wel⸗
Re2Trereutſcher Gedichte.
welchen ſie vormahls von der Erde geflo⸗
gen: Der Ganymedes ließ ſich den Adler
fatteln /der ihn wohl ehe, durch die Lufft
geführet. So bald fie ihre Reiſe nach
Timbrien vollendet / ſind fie nach des
Durchlaͤuchtigſten Fuͤrſten Zimmer ge⸗
gangen / und hat Mercur in folgendem
Viede / den Gruß / Gluͤckwunſch / und die
Einladung indie Eliſaͤiſchen Felder abge⸗
leget / und Ganymedes ſeinen Becher uͤ⸗
Ir gruͤſſen Dich / o Cimber Held /
Den des Himmels / Zier der Well /
Wir / die wir dieſen Tag erkohren
An welchem DuroFürft gebohren /
Wir wuͤnſchen Dir den auten Zagl ©
Den wir Dir ſelbſt erſehen haben 17. 9,
Lid / Schmertz / Hetruͤbnis Web und Ach
Sen in der Lethen Fluß vergraben...
Hier ſteht für Dir der Maien Sohn) |
Dee Himmels Mund, der Goͤtter Fron /
Der Die Uftrda dir vertrautt / —
Wie er in ihr ſein Hauß dir baute
Sie öffnet Dir die Lebens-Thuͤrr /⸗
Hat dir die erſte Mil gegeben .
Und fie bemüht ſich / neben mi 1... 910%‘
Den Lebens Faden Dir zu weben- un, -
2* | W
x
m —— pi nn DATE DA AED IA DIES 7
— nat — — ——
Hu A 0⏑⏑———
Zr .
.
Doch nimm den Becher erſtlich hin /
DZurch weichen du kanſt ewig leben. |
Yon dies Lied geendiget / und
überreichet / ward der Durchlaͤucht
ſeibſi die Elifäitchen Felder / und die.
ilgkeit zu ſehen. So bald die D fo
> Dielieblichfte Geſtait / die Fauım Die 2
-nadyzuahmen ihr getrauet, Hi
a Er Br nn nn
— Dritter bc? RR
Und rollen Dir zu wilentpun! >
ie ſich ihr gannes Chor erfreuek/
eildein Gehurs-Tag fich verneuet /
2 Mike find der Götter Boten nun
ie fepern auch dein Hohes Feſt
nihren Eliſaͤer ⸗ Feldern, /
Wo mancher Held ſich Hören laͤſt
Und fingt dein Lob in feinen Waͤldern.
So folge denn num dieſer Sput/ /
Wobin Hich ruffet dein Mercrurr
Duwieft ſelbſt auff dein Feſt gebeten /
So komm und laß uns näher freteni
en Ganymedes Dir wird geben ⸗
s iſt ein Mecdtar : Trand darinn /
_ —
von den Mercurio der goͤldne Zweig
Furſt von ihm geleitet an den Ort / wo
net / er ſahe er den ſchoͤnſten Anl
fit /und
ur in Ausſchmuͤckung tbere DU rter
| er war a⸗
(es zu, ſehen / mas die Poeten vonder
Beſchaffenheit diefer Derter gefehrieben.
Dd4 - Das
a
I
22 Teutſcher Gedichte
Das Feld weidete mit feier angeneh⸗
men Gruͤne die Augen / worunter die
Vielfaͤlligkeit der Blumen mit ihren
fehönften Farben prangete.. Es fehlte
nicht an maͤſſig erhabenen Huͤgeln in dem
ri Gefilde / durch welche fo viel
ellfunckelnde Lichter hervor leuchteten /
daß ſie / durch ihren Wiederſchein die
Strablen vermengend / ihren Glantz zu
verdoppeln fhienen. Inder Ferne ſahe
man den Parnaß / mit feinen deeden Huͤ⸗
gein / ſich erveben / worauf die Muſen
ſhreangenehme Wohnung haben und
fich mit ſtetein Spiele, ihrein Wohltha⸗
ter und Beſchuͤher zu Ehren / ergoͤtzen
Kin und wieder waren Lauber Hüften
auftgerichtet/weiche theils mit Lorbeern/
theis mit Dinrten : Zweigen auffgefuh⸗
vet / und mit tauſend Blumen gezieret/
wor innen die alten Henden ihre Woh⸗
Hung hatten, Kaum hatte Mercur den
urchlauchtigften Fuͤr ſten in den Paßz
gefähret / forzar. Mars mit feinen; Heb
en / und Dallas mit. ihren Heldinnen
hervor -denfelben zu —— Unter
miſche / die vor?
mahls
den Helden waren acht Roͤ
>
BEE TE
Sumer ghen ya.
mahle: von den Cimbe Eimbern übe überwunden!
bier Eimbrifche / wie auch unterichiedfis
he andere / aus allen Laͤndern / mit ihren.
Sclaven. Unrer denen Heidinnen Waren
bier Cimbriſche / die vormahls audy der
Römer Tapfferkeit überwunden / acht
Amoʒoninnen / und ſonſt unterſchiedlich
andere mit ihren Sclavinnen. Die —55 —
in eine vollſtaͤndige und verwechſelte
—— hal Sf
bendes Ried. |
EA nun /o filles Rel / (auch! deine Sieber ren
"in groſſer Fuͤrſt Fü mpt bey uns an?
| Ihe —5 ‚Helden ihr / ſtimt an — feinen Chen, |
| tze / wer da jauchken Fan 2
| d kebergit| Chriſtian Albtechty lebe)
Biß dag man Dich ſelbſt —* den Sternen es
& viel theme der offen ea ®
fehen noch ihr Bildind |
—— Muth eh * Schatten
ſcht und rufft allhier / C(reget /
u Fürft Chriſtjan Albrecht / Iehe/ >
is daR — u den Sternen er⸗
Roͤmer Muth der ſi ur Cimbern beu⸗
— ®
as
— Teutſcher Gedichte
air ftehet hier / und hat das upt für Dir genei⸗
es! n — —— (gel
Olebe / Fuͤrſt edri in vibrecht / lebe .
Die das man DI —5* Sternen er⸗
Es gruͤßt dich auch die ar der Cimbriſchen
ER; ir | Heldinnen!
WVor denen Koi nicht Männlich war
Sie lieben / Toben Dich mit den Amazoninnen!
Und wuͤnſchen Dit viel taufend Fahr!
O lebe / Fuͤrſt Chri an dibrecht / olebe/ /
Dis daß man Dich ie Sternen er⸗
Has Morgenland will Dir in ſeinẽ Helden dienẽ /
In welchen man noch hat geſeh /·
Der Timbeen hohes Lob / und werten Namen
| | gruͤn ——
Siee laſſen alle Stimmen gehn⸗ —V
Diebe güertCpriftian brecht / olebe/
Bis dag man Dich ſelbſt zu * Sternen er⸗
Hier iſt die alte Welt / die wuͤnſchi Die alte Zeiten
Die in den neuen nichenergehn!
Sie wird en Denckmahl Dir al hier bey und
an 127
Das ewig wird mie Die beſtehn
So lebe neagian Aldte tu fol
Sis daß man Dich eidſt zu Den Sternen
— | pe
RE N 5 5 Ser Zn
"mn
| SEE nicht zu frech! Ey laßt dieLeute leben/
; arte Theile - *
Der Verfaſſer
56 die Helden.
* Helen /duͤrfft ihr pen nu ben Hedimen
Siefachestrafftiftjorben Ygafenn un bey Frauen /
Wann eine Frau vor ſich allein zu Boden legt/
aus * die Heldin nicht 7 Die Gr un 0 |
| je | Schwerdter trägt? .
"Am die Helden.
HEoinnenwiie noch fo ſchoͤn als tapfferfend?
Seyd ihr denn Geiſter ſchon / und unter den
Exbleichten ? J
; Die ihr die gehenden entgeiftert.noch zur Zeit/
Und deren Antlitz kan die Schattẽ ſelbſt erleuchten.
An eben dieſelben.
Ein bloſſer Blick von * htarSihi
—D der Mars —DV allein /
r wuͤrde FR ld; —* ihre Schoos
2 he Saum,
"giert/
T bene | — und Könioevoni innen/
ymfall mal uͤb ei wie recht / den Zepter führt/
dönnt I bey Dienftbonfeit Die Grepheitboch ge
J winnen.
413 Zeutteher Gedichte
| "In ‚Die Sclavinnen. |
Moch duͤnckt / ihr Te Seffehie zum
Und wickelt andere in eure *— ein I B
er laͤufft und rennet — h zuren anech u
Ihr wolt Sclavimen on! um meet doch leib⸗
2 das vorige Ried geenbiget / bat
Mars einen Rrang von Eichenlau⸗
be / welcher denen jenigen gegeben
die das Vaterland erhalten Pallas
nen Hlivenfrang/. als ein Sriepenegeis
Heſchencke gebr bracht / die rein drene
den Durchlauchtigſten Fuͤr ſten in einen
Porticum Honoris, aufteinen erhabenen
Thron / gefuͤhret Dieſer Porticus A 2).
auffder © tter Befehl / von den Held
dem Simbrifchen Furſten dt —
fertiget / und gleich gegen“
ber mit fonderlicher Ar — Er
mar laͤnglich rund/ Ad d von ze⸗
pen ieh He welche an flat
Seulen fear ei IE —A
berall außbreitet en/ berg — Ober A
BR fragen ſchienen· S Sie waren tvarenak
... Dritter Theil. A
fo gefegt/dag vier Eingänge blieben, ür
» ber welche. anaallen vier. Seiten geſchrie⸗
„CHRISTIANO. ALBERTO, .
.\ „PRINGIPL CIMBRIAE. >,
PIO. OPTIMO. FELICH INCLVTO,
nden Dalmbdunen waren diefe Wor⸗
mit göldenen Buchftaben gefchrieben/
VIRTVS CEDERE NESCIA PONDVS
SVSTENTAT HONORVM. Überden.
Seulen ftand.der Himmel / auff deſſen
pige eine Pyramis , von zwo Venus
Knaben gehalten’ deren einer die Him⸗
mels-KRugel in den Armen hatte / follte
die Goͤttliche Liebe bedeuten / mit der
Deycht ifft/ COELOS AMPLECTOR
AMORE. Der audere / welcher die Liebe
Des Daterlandes vorfiellete / trug eine
| Erdfugel’auff ven Kopffe / worben ge⸗
fhrieben/NON ATLANTE MINOR.
Dben.auff der Pyramis fland TER:
NITAS, in einem grünen Kieide/ deren
Haͤupt mit Sonnenftrahlen gezieret / in
— einen Hand baltend einen Phoͤnr/
‚der aus der Alche hervor kommt / in der
' andern ein —— ———
*
RR [3/9‚Rn ———
430 Ä Teutſcher Gedichte
— —— — — —
te IMMORTALITAS "'CHRISTIANI
ALBERTI. Unter den herumbſtehenden
Bildern / war erſtlich Die Zeit gebildet)
Is ein alter Mann mit Stügeln/ Deren
Federn gantz außgerupffet / mit einer det,
brochenen Uhre / mit Feſſeln angelegt / dar⸗
unter der Vers aus dem Virgi
ſchrieben / HVIC EGO NEC M
RERVM NEC TEMPORA PONO,
Naͤchſt diefen war FORTVYNAweldean
fate der Kugel / darauff fie ſtehend ge⸗
mahlet wird, auff einem Viereck mit Ans
fern ſtund / darauff zu ieſen / NVVNQVAM
RECEDET. Indem Seegel ftund
TVNA CIMBRIE. Es folgte SALV:
PVBLICA:, wie fie in dem Pfennige des
Keyſers Antonini Pii vorgeſtellet wird
in einer Jungfer⸗Geſtaut die mit Dei
rechten Hand einer Schlange aus einem
Becher zu trincken giebf / in.der linden
einen Spieß bat / und hierauf J |
Fuͤrſtl. Durdl. ſelber ‚figend ge
deſſen Schoofle eine Fraͤu / weiche
BRIAM vorzeigete br au 30 |
te. Sietrugauf.dem N
von Schoͤſſern / auf Ihrer ®
|
zo
ee Er
Dritter Tpeil, 43
Holſteiniſche Wapen / ihr Rock war halb
gruͤn und halb blau / Darauferliche Figu⸗
ren den Landkarten nicht unaͤhnlich/ ne,
ben ihr lagen zerbrochene Waffen mit
der Beyſchrifft / SECVRE QVIESCo.
Hier naͤchſt war zu ſehen AMOR POPV-
' LI, als ein Juͤngling / zum theil gewaff⸗
net / halb niederkniend / ‚in der lincken
Hand. haltende zwo Haͤnde / die ein
rg anfaflen/ die rechte Hand mitden
En
| Angrn auffhebend / ‚ale wenn er einen
End ſchweren wollte / jworbey/EN »DEX-.
| TRA FIDESQVE. Die folgende Stelle -
nahm .VIRTVS ein/-unter einererufe -
haften Diatrone Geſtallt / auf. einem
viereckten Steine ſtehend / inder rechten
Hand eine Schlange/ in. der Lincken ei:
nenzepter haltende/mit ver Nebenſchrift /
VIRTVS IMPERAT POPVLIS, Diefer
war zur Seife geſetzt MAGNIFICEN-
TIA , Die aus einen» Cornu copiz Geld
unter die Leute fireuete / worben dieſe
orte, MAGNOS MAGNA DECENT,
Auf Diefe folgete JUSTITIA mit ihrer ges
wöhnlichen Außfleidung / und dieſcin
Benfape‚sYVM CVIQVE, PUR De
vr...
‚ul W
bey: FORTITVDO;; als eine gewafmete
Frau / gekroͤnet mit Eichenlaub über ei⸗
nem Helme von einem Loͤwen⸗Rachen⸗
inder Hand eine Keule daltend / darbın
geſchrieben / DEBELLARE 'SVPERBOS;
worauf CLEMENTIA folgete / welche /
auffeinen Delbaumelehnende/di Waffen
mir Fuͤſſen trat /worunterdiefer Spruch
‚gefepet / PARCERE SVBJECTIS, Di
legte fvar PIETAS , N ‚weiß gefleider/
i
auf deſſen Haupfe Flammen fpieltens / in
der einen Hand ein Kreutz in der andern
eine Krone haltend / und war dieſes hin⸗
bey gefüget /SOLA CORONAT.
wendig war der geftirnte Him̃el gem
let /und vor andern die Milchſtraſſe fenne
bar / welche von den Yitenvoreine Woh⸗
nung der Helden gehalten / und wurden
diefe Worte aus den Ovidiodarben gele⸗
fen/ HAC'ITER EST: AD MAGNI TE»
CTA TONANTIS; wie auch J. Hoch⸗
ck⸗Spruch / PER
Fuͤrſtl. Durchl. Geden
"ASPERA AD ASTRA.
ienung,. Hoc-Fürft. Durch un⸗
ter beglettung der obgemelderen Götter
und Goͤttinnen / auf den Ebten
EN Er BZ
geführet fo bat matt ein a) allgemeines
Stolocfen gefpüret / und haben nicht al⸗
ein die Mufen auff ihrem Par naſſe for
dern alle Helden oe Ohne ie
einem angenehmen ſchoͤnen Seitenſpie⸗
Wr * ied / welches hier nl
den,
Eſteige nun den Ehren Thron/
| Baur toelchen Dich — Oh —*
Nimm hin ſo manche ſchoͤne Kron/ ER
‚Und laße Deine Scheitel zieren / NO
Dein Phoͤbus laſt dir neben —*— aa
Den Lorber⸗Krantz auf ewig grünen
Steig hin auff deinen NM
Den Dir die Palmen umerſtuͤten
ar ‚Palmen 7 Deiner oh end⸗ 9—
almen / die ts befi ——
almen / die bey Helden ſiegen /
= uͤnter Feiner Faft erliegen.
Beſteige deinen Ehren — 2
Den ß viel Tugenden bekroͤnen / Dir
| eh nun du Goͤtter ⸗ Sohn /
an fie ve; froͤnen EN HR
a glaͤntzeſt nach der —— —
| än deiner Tugend: Sternen Kreife E
Beſteige deinen Ehren⸗ Chron /
ae Mr und Polos Sich begleitend —
| ———n —————
24 Teutſcher Gedichte Wh
nn nn — —
Dem ſtoltzen Neide I um Hon / 7
Er ruͤſt et Dir die Fauſt 4 ſtreiten / N
Si glebt die Seele des Verſtandes. N
In beeden ſteht das Heyl des Landes. MN
‚Belle, e deinen Mile —9—
Auch Jun ehet Dir zur Seite /
Sie —2— die die golöne Krom
Andalles Gold der.alten Zeiten!
Die nun durch ihre Bande bindet
Die Tugend / die fiein dit findet.
Beſteige deinen ——
Weil deine Muſen D Bee
Die Dir fd manchen
Mit fo viel tauſend liter Bing
Die Dich durch alle Zeit erhehen /
Zurch welche: du wirſt ewig lebe «
i Beſteige deinen —
Den ſelbſt be Kraͤys des — Ki
| ko * har AN
| iel fchone Li uffgefteck
| | En dir die Bahn ſchon offen —J An
I i
|
m
T
J
=
u 8 ⸗
B .
- = ’
zo we 7 ee
—- 2 ma 2 274
ohin man zu den Goͤttern gehet.
Beſteige deinen Ehren Tyron. PETE
Und bleibenoch ben deiner Erden / Ed
| Sen lange deines Inne 2),
| Daß alle deine Schuldner werden. ‘ |
|
| Eh es duverlaͤſt die Deinen/
ellex wird dein Sim. dort een
| BR ‚Dritter hi 3 |
Wie nun dieſes Lied abgeſungen war / ſo
wurde I. Hoch⸗F Durchl don ihrem Ehren⸗
Throne auffipre Stelle wieder aefüihret/und:
nacpdem einige Taͤntze angeſtellet Diefe Ge⸗
burths⸗Feyer in aller BON —5
beſchloſſen. |
— — ee nn mn nommen 4 ———————
= —— rn |
Auf eines Hufen re Pr
Abſchied.
— denn auch von ung gehen?
D mein lieber Herzens⸗ Freund! / ei
Wie ſbil ich das verftehen?
es Ernfl dwie iſts gemeint? |
Fader Schluß ift ſchon gewacht / Re
nd du ſagſt uns gute Nacht.
Siehe / wie wir alle bitten /
Bleibe / Bruͤder bleibe hier.
| he n ieben deine Sitten’ .
| ft unfets Pindus Zier /
Über bierilt kein Gehoͤr' / Mi: Kit IR
Und das Bitten gilt Hicht meh HER .
9— ock liebet deine Gaben /
ie gern es dich gleich haͤlt /
uͤſſen dich DO And’re DEN, Be Ra
1 Bu Bit tieber indie eltı
- Und es ziehet dich dein Sinn Pe
N * dem fwönen —— Pre an
5 rand⸗ |
* *
*
—
—
— Teutſcher Gedichte
Frangreich ſiebeſt du vor allen
Woͤhlgethan wir loben dies /
And wern wolt es nicht. gefallen /
Denn hier ift das göldne Beh |
‚Suter Sitten guter Bu a
Das ſo mancher Jaſon ſucht Aa: ©
Mun fd laſſen wir dich ziehen’
ein Gepächtnis bleibt uns bier/
jeſes wird nicht don uns fliehen /
ũnd dein Rahme e lebt in mir I
Sch verſichte dich hierinn /
und verbleibe der ich bin.
XIV.
4
Auff
Ein ungefchichtes kesum weitäuf
von datt Hunden.
Eindreund /wer heiſſe wohl nicht i6 Begin
nen
Da ihr be —— ein ned thut
— far / Mops / Die * er forten
Die Spürsund Jaͤger⸗ Zu in 1: —*
Die blaffen euer gebhinaus in alle Welt |
Zaßs es der Wieberhall durch alle Felde older beift,
Shi werden euch mehr ehr IR ihrem Bogtlt
Y
7— Dritter thin m
| A, wenn — werdet — nad) ——
ESo wird ſein breyfach mar nicht ef
| gut Thuͤre gehet ihe mit feinem Willen ein,
ß Elyſaͤer Seld wird euch hier wohl behageny
Da ihr ſtets leben koͤnnt i in Be Dundes- Ta⸗
Und wollt i eendfich garim Hunde-Pinmel eyn
Raͤumt Lan Hunde Sort Anubis willig IE ‘
„Habt ihr dann wiederum —— nach der Ert
So laͤßet euch Merkur Pr m Jungfe Huͤndlein
Da bleibe ee Eimmel Euch wanni ihr geſtreckt
warm
Als angebetet ſchier / liegt in —— Arm' /
| Und Same wird indeß den der Euch wird
bleib
Dem are Sinbe Stern * auff die Naſe
Zufagen u und d Halten es
Aus dem Englifchendee
Franeiſci —— in Enchirid
Cent.2. Cap, ı.
| > Aadıcı isa child ofthe underftandin®
and the — — underſtanding —
63,
>
wa Feutfiber Gedichte
the vvill bringsit forth ; hethat.performsit,
‚delivers the mother; he that breaks it,mur«
“thersthechild. |fitbebegottenin theabfen-
ce afthe underftanding, ıt is aBaftard, but
the child muft bekept ; af thou miftruft Par
underftanding promiſe not; if thou halt
inromiled , break it not; it is better to ma
antain a Baftard,thanto mprtherachild,
cz erfprechen ift ein Kind / og der Ver⸗
—* | Y : '4 e and | —
Und Wille Mutter iſt. Wer — Mundund
Verſprochen hat / der mache nie Mutter Banbebf
ger nicht erwuͤrgt das Kind felbft Ar Mutter
gIſt nicht der Dater dal und dochein Kind geieugt
Huf doch der HBaflard ſeyn un werde auffgeleuät
Sie (handlich it weũ man fein Dort jeichelid
j | l A
Verſprich nicht / wann Verſtand gehricht / un
a vbieder Bi
Halt aber/ was bu prichft. Biel beiler ogefinnt
Das man den Baftard nehr/als das man wuͤr
| ein Kind. ___
— — —
— — 2
"Gefallen und Mis ſalen⸗
— »
Aus dem Eungliſchen.
Eben deſſelben Autoris, Enchirid, Gent
— PIE
re a a
| I nn
Dritter Theil: 433
fthou hope to pleafe all ‚„thy hopes ar
Avain; if ok ea to difpleafe f Smeithy ee
- arsareidle, The vvay to pleafe thy felß , is *
to difpleafethe beft,andthe vvay to diſpleaſe
the beſt, is to pleaſe the moſt: ifthou canſt fas
hion they (elf Ftopleafe all; thou fhalt BOB
ale himthatis Alina, |
inf allen zu gefallen /p (beine Hoffnung 3
| ig/
Fuͤrcht ſtu jemand zu mie H) Bu ft deine Furcht
Willſtu dir den ſelbſt J—— mia nichtden
Willſt du dieſen nicht on un in in ihre Zahl
en/
So gefalle denn dem Poͤbel Sau, allen denn “
Kanſtu diefen nicht — li Ales iſt in |
2.
Der Poeten Reichthumb /
Aus dem Miederlaͤrriſhen Tu van
! Te muß gnug boetifiren?
Alle Blatter voll beſchmieren /
Ich durchfpidemand Gedicht /
Es kan mancher Koch das nicht /
Doch von allen meinen Reimen
in Peine Tann org
— &. .
0
40 Leuifiier Gtdichte
—— — —— — ⏑⏑ BI
Modden Rauch vom Ofen gehn / |
Moden Vußtopff vor mir ſteh =
oc das Bier vom Zapfen leder =
Noch das F leiſch am — |
Proc in meinem Haufe Speck /
Roch den warmen Hünerdred
dene chimmel in dem Gelder
Mo den Raulwurff indem elde/
ih Wolff gehn auff das ieh /
den Söffelimder Bruh /
Roch die Motten in den gleider⸗
Moch Gefahr von Beutelſchneder//
Hoc die Kape/ Raze Maus —
Jemahls kommen in us.
enter Lohniſt / leexe Beutel / *
Eine grienvolle Scheitel - -
Eindi was dem die Hande Deut’ —
Ein vergötdterı (hömer Rei d·
2719,37." BEE.
Faulen und fdyäbichten Grylium.
Gyge war ein fauler Hund
Richis war da das ſich bewegte /
Nichts warı das ſich an ihm regte /
Zis nur ſein verfreßner Mund.
Weuihn nun die Kraͤtze ylagt /
Die die faulen Gliedernagag 9
—
Ed raͤhret er hund / ohn End u
Deme / Naͤgel und die Hͤnde··
N 166
Oritter Theil. — 441
| — uvor nicht tha at *
| Bancimac ——— ER
XIX. *
Auf zwo Hochzeiten /
Deren eine zwiſchen einem alten Manne und
jungen Weibe / den ı April. alten Styls.
Die andere zwiſchen einem jungen Mann und al;
‚ten Weibe / auff den ak April: Neuen Styls
gehalten |
| ES war der erſte Tag vom eis, Monden
| omme |
So hat der alte Veit ein junges Weib genom̃en /
Und wie derſelbe Tag nach neuen Styl kam an .
Nahm Vettel Accaihenoch einen jungen Mann.
Ich glaͤube Venus hat * — Spielge⸗
Mit Narren zweyer Art’ vom —9 und dem
Doch ſchicket Acca ſich viel —9— in die Zeit /
| Se sc ben neuen Stil an fieden hie |
J 3 Zr reyt
55%
Aus dem gateiniftben dee Martialis fr
| CC“ ruber, niger ore, brevis pede, lumine
- Iufcus,
‚Rem — praftas, Zoile zli "bonus es, “
ers Mops
—
a2 . Teutliher Gt ichte ·
Or hat ein rothes Saar / ang ind kur⸗
| We N 9 Bein \
Bär’ er ein ehrlich —— ſo muͤſt es Wunder
4) Pa
* XXi. Bau,
Don der Zufriedenheit ·
SD feelig iſt zu fehanen!
Welcher auffer allem Streäitl
Seine Sinne fan ergößen
In Belichter Einfambteit !
Zſt er denn mit dem zu frieden!
Was ihm Sluͤck und Gott befehiedelt,
ch fo lebter/woie er wil /
Sein gemachfamb! und fein ftill,
Ich geſteh und muß bekennen /
Daß mich / vor folcher zul / ⸗/
richt wollt einen Kanfer nenne ——
Tas ich ließ ; Heat meine Sruſt /
Sey du En Beh
Sch Hin König von GEMUEHE, |
iDenn fo leb' ich! wie ich will]
‚Sein gemachſamb / und fein fill,
Gold / der gelbe Koth der Erden /
Silber / Geld / und wie es heißt / #
Fäffet mich zum Bettler werden. ji
Hnd befefjelt meinen Geiſt / *
ne Yes Da
* u
Dritter Then. 43
Daß er nicht zun Luͤfften fieget / |
Sch weis beſſer / was begnuget.
Wenngnan lebet / wie man will /
Fein gemachſamb / und fein ſtill.
Toller Menſch / was magſtu lauffen
Uber Land’ Sand / Stockund Stein /
Sroffen Reichthumb einzukauffen /
Geh doch in Dich ſelbſt hinein
Seh doch nicht cin Kaſten⸗Huͤter /
In ſich bat man bep’re Guter.
Wenn man lebet I wie man will/ /
Sein gemachſamb / und fein fill,
Ich will nicht Biel Goldes Tonnen /
Sit mır nur mein Theul beſchehrt /
as fein ehrlich ift gewonnen? ⸗ *
Nicht durch Triegerey und Schwerd /
Wor zu dient / das zu begehren ⸗
Was man fuͤglich Fan entbehren?
‚Denn ſo lebt man / wiemanwill/
Fein gemachſamb / und fein ſtill.
Curius/ ein Mann von Thaten /
Route vor eingrofies@ut
Fieber welde Küben braten! - +
Sebet / was cin Kluger thut⸗ |
Und: ich fag’ es — —
Hat mein Herd gleich wenig Kohlen! /
Tevb ich doch or wie ih will/ ei
Fein gemachfambr und fein fill.
| ...3b wit nieht nach hoben Dingen
Segen Ziel und Sinnen din Noch
= _
-
444 Zeukfchee Gedichte
Noch nach groſſen Titeln iinge
Ich bin doch wohl / was ich in /
——
N ergen ſchnaube
Ad) I ſo leb ich wie ich wil/
Fein gemachſamb / und fein ſtill.
Prahlerey / und groſſes ſchneiden /
Hab ich von mir außgeſjag /
Darumb muß ich offt mahls leiden /
Daß man nicht viel nach mir fragt.
Aber ich kan wohl mit ſchweigen
Solcher Leute Hochmuth beugen.
Leb' ich nur ſo / weihwilli
Sein gemachſamb / und fein ſtill.
Mun / ich lebe unterdefien
Wie es fordert Pflicht und Stand /
Bleib ich gleich der Welt vergeſſen /
Und den Leuten unbekannt? /
Kenn’ich mich und mein Gewiſſen /
Das auff Erbarkeit berliffen.
Ach / (9 leb ich / wie ich will,
Fein gemachſamb / und fein ſtill. |
2a wildes Weſen laufen / ee,
Das hernach fo übel Iohnt!
Huren / ſpielen / balgen / ſauffen /
Gehe wo Alekto woHnt/ /
Kan ich nur in Buͤthern klauben
Und da gute Kuͤnſte rauben /
Ach / fo leb’ ich / wie ihwil, >
Fein gemachſamb / und fein fill. Wi *
Deibteexpell. © 4
Wird mit nur bey meinen Dingen
En — — ins ü
em aͤffer⸗Led zu en —- re
Das Afträen wolgefäll ut A —
Wird mir dieſes frengegeßen |
Ihr ergebner Knecht zu leben /
Ach / ſo leb' ich / wie ich will /
Fein gemachſamb / und fein fill,
D wie feelig iſt zu ſchaͤtzen /
Melcher auffer allem Streit,
‚ Seine Sinne tan ergözen /
In beliebter Einfamoteit ’ | |
Iſt er denn mit dem — — 39
Mas ihm Gluͤck und GOtt Befhicden? |
Ach / ſo lebt er / wie er will /
Fein gema chſe | a 6 / und fein- pill
Wahrer Freun tSpiegel.
Doe beesecun iſt eng 2
Ein ungefälfehter Freund — einem
Ein Spiegel ift vonGGlas / und — und tin, |
So foll ein Freundes Hertz auch ungefarber ſeyn.
Ein Strahl der Augen Fan ar elles Glas durch⸗
en /
So ſoll man einẽ Brummans Ind9s Hertze ſehen/
Und nicht von auſſen nur. Des ———
ley
Zu deuten daß ein Sreund feſi und — *
448. Zeutſcher Gedichte
Ein Spiegel-Olas wird von de I Steine abge⸗
ieffe
So praͤf auch deinen Gramm An du in Neth
Ober auch bruͤchig wird Ein — — dich pn)
So weiſet auch dein Freund dein Ebenbild dir fuͤt /
Er iſt dein ander ich / ein Geiſt in zween Seibern/
So lieb ihn als dich ſelbſt / ja A —
Ein Spiegel lobet dich / wenn Du gegieret hiſt /
Alſo thur auch ein Freund / wen Tugend ben dir iſt.
EinSpiegel tadelt dich / Und zeigt dir deine Flecken /
So ſoll man Freunden au Fehler micht ver⸗
Das thut ein redlich Hert/ der ln feinengteund |
Piel mehr zalsderihtnnurzu heut Y iſt
Ein Spiegel tauget nicht / der ein
Und der es zwieſach macht / der * rtheilf
Der iſt des Teufels Freund der einem Naſen
Der srorefach iſt geſinnt / und der dich hintergeht.
Ein Spiegel zeigt dit nicht ie —*— hinten,
So halte du aid ein diefelben auf ldruͤcken /
Iſt sa Dein —* bey dir. ma
h A.
nichts ge
Der fee im Ska Bor — und des —* —
_
-
* 3
s——— Zweie es.
In kleiner Sohn liegt in der groſſen Mutter
e Schooß / Das
Dritter Theil. a
Das Grabmal iſt zwar * war er auch nicht
Sein Lebens⸗ Saden war ein und ſchwer zu
en /
* Parc formen ihn Au ie der Brille
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Auf eiten —— ben.
zur Bi ft gar wohl betant)
Sun ihn keunt das — — RE
| Parustennetalte Krüg u
| fenteifer) und Betrie EOREL. 4
euchler/ Heuchler/ ——
uben/ Schelmen / Zaͤub |
— Spieler und ne
iebe / BL Ehren⸗ſchaͤnder /
Allee kennt der Boͤſewicht /
Mur ſich ſelber —— —
—— —— — *
Auff Bibonum, —
pie ein J— Hund lege in den Siein zu
Bd wie ein Knabe pflegt die Kur Ki erefen |
Die es doch nicht verdient. So thut Bibonus aueh /
Ba er nie ainſucht X im hl
Wiefft
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448 Teutſcher Gedichte
Diff er ‚die Glaͤſer hin /. erben —
Ei brich die alt nicht, bu die dm Dat
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Be rabſchr — —
Auff Leander und Hero. —
a vorhin ein Geiſt beefen ß os die Be
offe
Siegen hier in einer Erde 7 up jan
Hersundgeandeiskeiber lie En
Eine Siuchat fie ver — ee hf
Liebet eilet alles / au die Elementen ſi — its
Enf He mir — gite tl.
Mei — uff eineng gan, * Kg Y one
lauter diſche frißt /
Kan man neigt J ‚gaseshlueh
rn —7— u — —
Auf die Hochzeit eines —
—— erſte gebet ph eben follt/
‚And Den der £iehften auch / ſo Fü Ihr eeden ar
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Ein Atlas iſt / dem ſelbſt / für.allen ms —
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Und hiet iſt guter Ra —
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Recht dem Kahn — Nar⸗
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Und da man feinen Kern, gem. | fen ih |
Wie feproigt der "Binder och tie 2 dach be
Das faure Eſelswerck in Kalbfel eingubinbert.
Das er / * ein Dee el — |
Man bind ihm ſei ine "
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Auf diezeitung, | |
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Man bringet anes an das icht on |
Und dedt es noch ſo tieffe Grufft /
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Und bey aufgaöfhter — ihr Ständigen
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und bein didlan Steine 5 erdunihe
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| eines perli Tod/dvev
; — „einer Rage — vor
Aug dem Lateinifchen: des Pafleratii. Caus.
Aoefeaget nase ſey / was mir für Leid ee
Worgabie Shehnenagie) F wir die Seuffie |
Bere — Einen! vn.
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Sri meiner Liebften Schooß / flog aus In tier
Der meine Crihme fan u ol Anker
Der mit pfog sffetmahle Mae by iu
Kein Vohe war ihmn gleich fei Sperling fg
Wen erbie@pet emir muſt Aug Den Sn ſeh *
DieSpinefieng ſo nicht die glie —
Wie er dieſelben wohl Font auff Die — ee
wie biß er doch ſo ſcharff und grim
Zeg au des Feindes Hand ſein 9 Es ©
ehe.‘
Der Hector kdũte — den Heim N er Ihregen!
Wie er der Griechen Herr wollt Na legen.
Doch wuͤrgidies arme Thier / weh loſ af ud
ie esin feiner fu und oo Hupffen wor.
Das heiſt nicht r ht geſpielt / 1,8 beit nur hinter
Sein ſchelmſcher Feind har Hoi ge⸗
ange
ein gleicher Streit war | > wurde =
Kunden an nu eines Pferdes’ Bauch!
& kam Achilles umb durch Paris feine,
dv nam Camillaguch mit Trug un
3 feine Katze des ni he
bin * jett bedacht dein ii
Reiter zo © | a15
J F Rage folles mie mitihrem Fr ſſen
Ic) wiſ den Zorne auff Zn Dihe Gefechte
So ſin tein Trauerlied rVoͤgel / w un =
Dem&perling bin we — hy | '
| Erhebet euch hiehet ch eurer Zlagel uber
Berhränet meinen /heflaget euren‘ dee. |
reue Weyhrauch aus mein iſtdas * ee |
ſchelte billig jeßt De tter Grauſa
Eu das leere Grab mir Blumen ln
in
es Spetlings zarter 2ciD, er Ka
* ja auch. R 8*
Das EinGergep um ufn ern Sa, —
Auf. |
nahe Andreas Jaͤgern /
| Als er Freyen Kunft M- in Ro⸗
| ſtock ernennet ward. -
FErr zger He chabtrechtivsl gejagt /
| Sr r habt esnun auf GOtt und Sud gewagt /
gber ſobi und liebt nicht eure sehehen &r er
Soechinf nennt man — Sägeres fer i
Auff KXXIX, ven, |
einen armen Sternieber.
2 irrt Die Smfleuusbie RUN: Schei⸗
| Waodu am Him̃el eins ndeflui im Ra
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Doe Kalte nahm mich hin / Die ich;
—* unge aan ins
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—— feine Seelebleibt *
nd wo dieſelbe fen/i
—— —— ingefah
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6 enbich ifft eines Be
ner Nacht gebohren.und geſtorben.
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er legt ein Kind / geſtor ben in der Naher —
SS, “. ie) —— Welt gebracht.
tagt fich / ob es fen gebo
a nicht kahm Pt pi ee
Es fragt ſich ob es ſoll geftorben. ſeyn —
Weil ẽs —— * en
Gradfeheife inch KErfeg ner
Beklagt hheſolchen od? —
Die war ja alles — ——— ar erfroren
Je Jetzt aber bin ich ce in Gottes Lieb kun sr
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er lege ein Pier 28, A
| Man bi yffte keinefhack' ungriher De = —* |
t fiel alhier/va auch Die Stein He A
J mag Niet hc Di 4
XL —
ar * Freund / wie a
feiner Liebſten Agnes der pulsmiteinerMadel
geſtochen⸗ nachdem er ihr zuvor den F Fin⸗ ut
gerhut geneoammen.
og züenet ihr mein 3 umb einen Na
& traff er meine Hand⸗ sg ſchaͤtt ich |
Dies Roſenbild äffnicht ſo Air igrfichzurachen
AUnnd was kan ſie davor wenn ihre Nadeln ſte De BR.
| choͤne Kofen find da iſt ihr Stachel au
| Kino Ten Me sie ni / " A der
| Seht! dieſer Stich hat euch Die —* der Hand
Es iſt ein Lebes Stich der such dag Blut erhitzet /
Und der durch einen Puls das Hertze ſelbſt bewegt⸗
De! wie der Puls ſich ER wird dns Du
ie Agnet
I)
i
i
| Sn Hauch von ihr begeiftert dieſen
Agnet iſt ein Magnet / den ihre Nadel ruͤhret
Dem wird von ihrem Geiſt auch etwas zu gefh⸗
n | | St
lauſcht ein (euer auch in dew Da
Und warum n eti rumb oſche Wunde frgent
Saft ftechen auff ven Puls / der Singer iſt geborgen!
Den nun ihr Singerhut bedecket und beſhutt /
Sie heilet ſelber auch/ wagihre Seber ——
Die Biene welche ſticht die fan auch Honig geben
She dypen · Honis giebt Den Sodien auch Dad
Gebraucht den Honig nur / ſowird in kurse Beil)
Und waͤre este ne ‚die Wunde werden heil.
Hier dient fein DBiedesftand die TBafen find ges
Sie hat deꝛ Nadel Schutz/ ihr oe nur den dinger
Druinb nehmet nur mein —* die Stiche willig
ch weiß noch mehr an ihr was Seelen rigen fat:
— wenn die Strahlen ihr aus ihren Augen
— ‚Dre 7771, | |
| XLIV. | 14 —*
Auf Jungfern die lieber ungeſchick
“ rerale gefchichee MIänmerbegehren.
gaalriee die läft des Königs Siebefahten!
Damit fie ſich nur fan mit einem Ochſen F
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N Sophie aben⸗ m):
—— 0.2.0.
Viel a ale fi ind Der Art / die legen an Seite
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| Er hat) a non =. dor Perägt, —
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469 —
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au ſahe — dein Gebuͤſche.
Eh / ſprach gut /
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je Qirbeit wird Euch wohl be
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——— * boͤſe Jungfe *
38 wer dich kennt von Sti *
Meint / du ſeyſt des 2 Himmeis / Kind /
Wer dich kennet et von Sehirnel
Weis wohl / wied 4
am eb A yon — — cin, *
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Glaͤube nicht dem ae pen Schein. Me:
Deine Stienerbeine Bangen) | 00} 3
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öunen zwar bon auſſen prangedr- / ———
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| Stedet einberann uhr —
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iecht er gleich in x aut /
Drinnen liegt ein —9 — Geck / Sc
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| An dem innern kan mans kennen /
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Ihr noͤt ig
Der feinen Muſen⸗Kra
nd in der Stuben⸗Lufft Tal
J ich nicht ol DOC) IN
Die deder / die ſtatt meiner zu etich BE
Die denno auch erſchoͤpftunde
Koͤnnt ich no Yan, 1er en *
Und haͤtte ih das Säit
So. würde gank entru
Ehren eugen/ (eigen.
ae en mein — den Pindus nie
"Und ihr elicen Sin, *
Die ihr nun ein re fer an /
| Und denen/ wie durch eines itters —
a en aͤbg Bench yt / * ai,
ihe den heiligen Martin verrathen /
‚De er zum —— —— aus dem —2 —
ah
— und Biſchoffs⸗ Muͤtze —
ie ihr deshalben werdt gefpiefler und gebraten/
a ruf ichamNafteuten € — —
eder / einen Theil von euch / heſcelen
| —89 ie noch dieſen Dienſt mie leiſt
Und ſtell euch felber/ als ein Beyſpiel⸗ dar
— aar Kuhn u. $
m wir Ai uhm erzehlen. u
De“ We ine lieben euch /. —
ſen ſelbſt und die gele rien Geiſter ,
teure Feder ja —* aller Zeiten Meiſter/
keiber reih
I elta Heden / | x
&erednen li in kaufen f fosne gehren?
ß A han —2— | Koch RB Ohren hören;
Drachen en sn)
And;
nn . Teutſcher Gedichte D
Veſſe au miräe her gen? |
hie al nd urn, \
Se aeg hie für’ und aller inf eier"
en er Pallas Vogel dnugen?. © \
Der Goͤnſe Wachſambbkeit erhielt ein 5
Macht gleich ein Rabe da dem Kayſer C Comple⸗ |
menten / |
Sd iſts nur Gouchelwerd. | 2. a |
Daß nicht: die Slliet den, BE n. de
R ten
Mon ſagt der geofl Zes En ——
Den Gmpnsne msn he ar
Det a ‚can des. Adlersiftatt/ e)
Die W träger Stelle kit neue 4
ı Ss liebt ‚euhy inf denn / und euere PRatur /
Apaollo⸗ Japler Mimerva SR —
Gaͤnſe ft —
Pen 10 — Kai ſvettacſhe
Der Benustuftu — erlig 39
he. Iegt das port eKledd enus⸗ *
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Ihr nacht ſe „nen DE. Se au
Yind laßt ihn, wiederumb Kinn a ‚an inf
Ihr macht der Gbitn relöftöen eichen Tri
Wenſi le mit — Meene
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#3:
a a aa a nn a an
aller Zheil.- 468
— faget ihr dau ©) TREE
| — — gambı welchen
nun da sit vn
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8 je fehaffehrei nun Frie nun f nt
enn auf den edern man ai Soden Geld hehe
fi der gelehtten Wee und ins von Gaͤnſen
hi oͤne Feder⸗Fechtere * —6
Sn richt uns ke a enge \
as de oder fchlaffe 5
So find die — ün I
1 ‚Bi — u d<
hren unsa
| Se wuͤnſcht nice - "ua ar * Sana
he Sieben / wie ſtehts nun? . |
Fey FR Farm — liebe Fum
Und was ſonſt HH Euſt nie ade ih
mehr als hundert Gaͤnf
Und ihr —5* Recht Hit
ie märiche ehr font ihr im Ta Aal
‚St — Mk ſelbſt die a gerne Au
_. Denise
Be Kü fi, Die den’...
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Darunter ta e ſtecken 22:
die oc Bi fi Mer I "als die Bien,
Andoas fonfk mehr — —* En, S
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& — 2—
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a6 xeubfeher Gedichte —
©: Eh es ſich gar wo gereckt!
at es ſich gar. 100 net iR und
& tesfid) auff Kuͤſſen wohl FE
| Was macht / ihr Sieben dan ee A de
Weñ ih nun — das@änfe-Kkeidsicht an?
Seht an die a wo
44572 — Din ik >E
Man bauer ihe ein unfter Reſt En #
—— er: > bar zu —* Me
ngiebtihe Haber/ Kley und Mee heſten /
Theils ſtecken FR dei *
Gebt ihr / Herr raͤutigamb / nach eurer i
Auch eurer giebften ih ihre Speiſe/ A
— ilt Den Cahr/ se)
er Außgang macht es wahr
So wird ſi ig mit den M ON J (nu
Eenah en ur e ja
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Seht / wie man an den © eben
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Wie fie wird umgew — ig 1.
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F = m Hfftig wirdgeſ A—
Wie het vb Sa ei
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Wie feurig ihr einander woll
Fuͤr Lieb' / als wie die Martens⸗
— —
Ma denn / ihr deben ma er:
Daß man Euch nimmer ne | KR —
Machts hefftig/ N Ri an ia
Und doch nicht unbedachh
Der Sänfe achſam at an alier do Kr
Weñ man die —5 mit Liſt erſteigen
Doch —— I ih en il,
Man fchlaget einen Sturm hier ab / ehe 7
Die Jun ——————
Sie laͤſt ſich gern’ und willig ann "
| Penn nun die Beutꝰ 'erjä
Und ihr / Herr — for ak —
Wird Venus von Schild u
1 Das fat dem dopplen ale en kan/ | * N
Bedı Rabbinen ung den — |
li Das Albert engem eg ee weiſe Man ?
wo Gaͤnſe die b REITER
I eing ind Doppel ice H uber
| Die Buͤrde wege gendhheen ef
468 Teutfeher, Gedichte
O wohl dem Paar / das ich ſo traͤ et und vertraͤgt /
Dem on a u Aa aan legt.
air na —J or Be doppelte Figur /
hr wißt Die Ai
nd Amor iſt b Gere dis a N) Ka |
Hl lebt ini Hiller Her Y ie
Es ſchuͤtt auff euch der: —— |
6 viel die — — rn haben. J
lee Euch Herr —— * Gluͤck eurer gu
Dafınit den Gaͤnſen euer Si a breitem guf
le — /ſo win ich nun
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heine Dun unge
Euch täglich nn 6 gäbe | Ehe ON i
Und / wolit ihr meht des Jovi
Hein die Tugend * — “u
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Als Ihr und eure
| tachten das A riſe
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uch eher nii n /
AIi weñ nun ein — di at fie
l' —— thicht taugen / —
Die * Frie Bam
lie e Rath
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raufden:
I in} Jüg fr Wälder
Mit Sonale te) — * und
c ‚AnferLac ydi Philofopho ı combs x
petuus fuit, nec noctu ‚ec interdiu able di-
R — lib 10.c. ꝛꝛ
"893. —R8
F — in ‚dehcisapı Ro
(e) Anti — — tata
hæc an Ada eig
me; a — atergo Eva, &U
——— ſcapula· quali ggl
natum fuerit, I xilfe,videntur ilte
Platode fection — remin
Convivio... Er
Ben Alrael 'Co Fäfation in.
_ eandemapprobavit: A ——
Mehr Chriftianisı nonnulli; }
"güftinus S Setuchus in"Goft —* —8
Alb. M.Leitr.: 1.0.6. Anierem duorum
capıtum ‚ala, 'quaruor: meimo-
rat, quigemi hs‘ * dorfo conn xus, al-
ternato pedufitu une, ar .
bat, nune ferebatur, a
(e), Aluditur ad Dominiei Gonzales Lufi-
tan — — de Ttinere ma =
t LE" — —R Die
Auff ein "je en gbiad
aͤniſchen
dus dns Des —— pretinac u?
Fo de’ Aurayemulator de * ;
Curfor veloeg,® volator ſene a le⸗
Di cui vola Ya la ftrale «1997
Volan de acia 1 ‚sulmind pin lenti:
x E 0}
ß
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Oritter Theil.» Mr
nn ie ET EEE TUT TE
Lotu a are an NE
"Ma perfeguirtuo corfo occhionon vale.
k an * —— il cielo a le tuo piante eguale:
en loeeilpenfier mouonle menti.
nitritoreilaferrata zampa
— lefavillei lampiintorno, .
| Epur᷑ lelce non toc
Te u) IE DR fuo carro ddor |
Mätrahe pa,
‚dei Di Pardente
"„Brieve farefti Coltuo corfoilgiorno.. 2
u der &u tſwordem Winde la
Qu Sohn der Luft —I ing-
® EEE ge
Dem tkeine Blitze gleich — fie ſih
Das Volck das Gäu geSep mb demen gan
Den doch fein Aug erre *
He Banden Rio. Name gie eF und
Vor dei bleibt El,
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| en Klauen
Die ſieht man umb ib ern u Flam⸗
Da m dein Stein Gerüßrt u, und ei I Spur
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sent, ulfantes etes ac numerant
adalp ‚abetilit —— numerum m, uos
binant —— yllabas.ı Er Gi
Dart —— Air nt RE,
Du du die Bü yne mehr 3 ftiges Weib.
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Dis gunae te gar oft Fund — cas
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Bi on — ildni dis — de
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"Orr — woten
fuͤr Nahmen dieſt haben 90
Bo —— begt en / |
gerneft du von ihren S Em U EIER
Si gan aivar Keinen! 5
Aber / wer er weſen / RO and
Kant du —— en fen. h
LI
Sce vB.
pam nt ——— A tken
PB 15 :
Indem —— erh Hi; —
—
An An den See. ‚a
Duſcht ——— ner —*
Sagſiu / was fol —* mie Buche ma⸗
Es iſt ja gar nichts werth KT
Der Höfen find g um viet.
Ein Schreiber / ſoll er ieh t/fich ee
Sp muß er / iſt miꝛ recht / wohl nie was guten Did
ji 2 sen
em bu. 477
Die andere Ehe.
Seh! will nicht noch. um andernmahl ein
eis nach Haufe führen,
a boͤſe nehm ich nit dıe gute mag ich
F nicht v erliehren. NEE
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Auf Lesbia /dievfirder Sonn
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Demt en ihr inkl fat an⸗ |
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— fol mich für tine Latve Dre
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aͤnne und ——— zwiſchen *
nem alten Manne und jungen
nger frenet mit einem alten Zeh
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Aus dem Lateinifiben des Hügeni Ps
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Diervon fichau beſteden / Bus! et 1 a... be⸗
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| Der. Yoelftand..
ER naher ADelftand if billig hoch ju fdgene
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| Buse taonp Safe der rechte Grund /
Darausder Adelſtand zu allererſt entſtund
} & tieffer der geſetzt / Je höher wird er fteigen /
breitet fich bald van Malen | —5
| So hat das gank and Schu nvon dem
| I DEHRRRTERN — Ruben onen |
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LXXV.
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Saft nach: dem Lateiniſchen des a
ge fieg' ich armes Thiet in bien Si aub be
Da ich des gungfern Blun ſo ——
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Fragt nicht ihr Weiberg en. F doch die⸗
Der Vorwitz plagte mich und bruchte nahen:
Als ihrer viere jent an einem Zifche faffeny / |
Und waren gutes men fie truncken / =
Deeleß ich mein ey und ging . te
Und habe mich dadurch ſelbſt in gebra:
Ich wollte ſchleckern 2 ru meinem gro fi
ff
Verfuͤgte mich da indai nichtivar daden/
Lind Yr te —— — nie ale ein?
mich dieſe
1% Bruͤder / Arosa und F den Dorn
% she habe bey gungfern ja einbefit werben
| Wenn ihr toie u. eh feirtem Dippocren /
Bm
LE | Ruin | PN
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2 Teutſcher Gedichte. ER
Wey Menfehen-geichen find’ ı die im Thier⸗
De 2 seifelind/ /
Die Jungfrau / u Dana been feine
im ihafen/ mut isflahl
Fin Jungfer⸗Hertze / un den Siñ / als wie einKind,
— — — seem
290 Sheet, | J LXAXL J f hin ! ß j NR
pie em end 1
_ FrancifeiQuarles, Cents2. CapıB
Tr heed of that honout⸗ yyhich t
"1 vvealch harh purchafedtheezforitis nm
cher lafling,, nor thune ovvn, Whatmony
creätes, mony prelerves if —D decay
thihonour dies; itisbut a flippery !
yyhich fortunescan'give,and rovvns can ta»
ke; and not vyorth the ovvning vuhich a
nights fire can: melt or arougl Sea. can
Sefluchter Ehrenftand / den bie das Geldge⸗
' \ Et f y w n ) * J
* ann? IR Kir,
Deñ der hat nicht Beſtand / und geher Dich nicht an.
Bas Reichthumb bir gebieetidag muß er auch er⸗
| I lad. ver
ie
Esiftdas lofe Gut nic)
Das auch ein Schiffb
1.
ML - *
’ *
—Arter Theil; 45
a ars — —— —
G
4
ebet GOtt / was GOttes iſt / und
———
Aus eben demſelben Autore, Cent. 2. c.77.
| (. MeCaung Frese Mais Gods Thy
PGold hath Cefars Image , and thouhalt
Gods, give therefore thofethingsunto Cafar;
vvhich are Cefars;jand thofethingt unto God,
—— ha Shah uf —
RS Er Menſch i ttes Schatz des Kayſers
D Schar if
Vom Kayſer wird Das Gold / der Menfeh von
| — GoOit gepraͤge /
So gebet denn nun GOtt / was ihr ihm geben follt/
Und denn dem Kayſer auch / was er euch auferleget.
—
1 RR: Pe
Gebrauch und Mifbrauch
ee
Aus eben demſelben Autore Cent, 2.cap. ss.
E thou art rich, ftrivetocommandthy mo.
‚| #ny,left [he eommand the, iftthou knov
hovv to ufeher, fhe is thy Servant , if not,
‘| thou art her Slave. ERIEEN
| Gerrſch uͤber Geld und en bye
SB tert biſt y
Diereil es fonften nur dein Herr uñ Herrſcher iſt /
dr heben Dem 5*
So bleibeſtu ſein Herr / wo nicht / ſo biſtu Knecht.
1 Bi LXXXIVs
*
©
* gebigkeit
* — Autore Cei
jat mou gixeſt ta the thou ſec
eſt from — but poor wie
hold’ft his.neceflity, @Fhi ef polſelſes.
Gods Exchequeristhe poor mans Box: vvhen
thouftrik’it ITaly, hebecomesthy'debtor.
Ag Duden Armen giebft/ — ſtu vor den
en
Und was du ihm verſagſt / iſt indes Di ehes Hand»
Darumb entzeuch ihm ni nicht ein Dei von deiner
ebe.
Der Armen Gut und Geld Gen Schasund
Sal vi nun mit deinen milden Gaben?
© adiefen felbft zum reicht Schuloner haben
LXXXV.
Sein ſelbſt Herr
Aus eben demſelben Autore: * 2. Cop 19
Hevvay to ſubj ctall thin A If, is
Tro mbjed chy elf elfto Reafon en = u (halt
SA many, if R Reafon == "thees
ouldt — crovvned the onarch 0)
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Uallee Dinge Herv / win —E
Wenn dieſe Dich regiert / ſo tan de führen: —
2*
—A
22
Oritter Theil 485
F⸗ dann Te — d/
Und gan Monarche ſeyn von deiner ———
ER — ©.
Auff ein ungleiches Bildnis.
—X meines Freundes Di uk iſt es doch ſo
Es waͤr ihm warlich gleich, hir er f außgepbn.
— —
IXxXxVII.
Auf eben daſſelbe.
D Er Mahler hat die wohl die arg recht
Weil er das ganke «heil mein Sreund/ die miß⸗
Denn / weil er dir — * Noch ei einen! Bruder
Se wird das halbe >“ is Ban auff ihn gez
— * =
nern
LXXKIIK, ea A
Gallus und Galla
Aus dem dateiniſchen des Hugenüi,
| gem Gallo ſchmernt der er Ba / Zu
E * Gallen ſcwmerzet * Ba er ihr nicht
BSL Ar Die
/
———
A23 Teceutſcher Gedichte
Die Kranckbeit iſt ſurwart ſo grohund unge⸗
Er bat vom wart —
J NER RE
Auff einen Trunckenen / de im |
Waffe erſoffen. —
Woe Aulus wohl bezecht vn —
Durchs Waſſer ſetzen will / Bi * on ver ⸗
ſthlu |
Oie Cur kam allzu fpat, Sen ihm |
FREE
Ach / haͤtt er erſt den mein * Bee —
Artzʒeneney * das Fiber.
Aus demL Lateiniſchen des Paſſeratii.
ya Fieber ſtoͤſt mich an / und ‚ploge mich ſehr
Due auch ver AertteKunft an mitt + Feinvette ndet /
h einfehönes Weib / un wad in ſie entzundet /
& daß die legte Glut der erſten Meifier ie
Weg Aerkte/ weg / ich — au u nicht 9—
Kan mir ie dehen öl des is oe heben,
*
—— —
Xxc. 6 2
Auff Gran Br *
E? ruͤhmet Grändin; und: fagt gar lächerlich
Es muß fich jederman verwundern über. mid
Ey meiner Tag fichnichtandisvergaften?
| Dertoundetuhan ——— einen Affen?
— KH 3 ar rn Te
— —
Ragſtu / Freund/ wer ich ER ? EA weiß es ſel⸗
Das weiß ich / daß ich m ein Shan, Staub |
Doch willſtu gleichwohl neh vö mir derichtet ſeyn /
Sprich einen Sturhen an / ich meine dieſen Stein.
— a A ALTES RO:
.XCHl..
"of einen/ fich nach. Weibes Ar
ſchminckenden / Füngling,
| As du ſo ierli tenchft de macht mit je
| 2 * Sbwi A
Du sit fein Dann Hr bin zum Rocken und
order Spindel.)
————
Grabſchruſt ‚eines tapfern
er wie Hat es ai erbrolfen,” N
1 967 Das
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Teutſcher nn
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Meine Ei zugeſch loſſ
& wie Feb ann’ Ich nich dafr⸗
asich ohne: * und under
Hase meinen Tod efundent
834 nicht geſtorben bin
Zole in Kampffer in dem Sande),
ed ich nun zum Gewinn
ol IS aden / Mu der Same |
_Offentliche Aemp en
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Bi Aempter Laſt iſt em, i “
Drumb pfleget man fie auch, ben, She aufs
ni
De bew eglichen Mi und 1 under
| chen Güter Verſch
Ein unberveglich Gut Fan —— mn
. Und war es nochfo tieff ge —*— in der erde,
ei
Sy hat fein Gutyvaßer Re In
erh kleinſte — 2
Tyan Fe
Don den ungern ger
nr
—
en Be hund
iſſe daß au es Eſe N
Dietefen Pfeiffen — Arc ei
Grabfäriften —— der an der a;
affſucht geſtorben.
sein Geiſt iſt nur dem Schaf, gl eine Zeit
S ch ſchlaffe nur allhier / und *— —9 ht verblei⸗
eh |
Don dem Derrätber ——
. Bar. Judas nicht gerecht heht alles
Die Deep Silberling anfeinefa ik & Brüder /
Dem Teuf At —— ne |
| Auf. Mac ein, Luthern /
Aus dem Lateiniſchen desBeze.
| Ron zwang die sanken Ze | ver Pabſt hat
bezwungen / J
Ihr iſt das Werek dur) Stadt m / durch
etrug / gelungen.
Seht / dather aber iſt viel groͤſſer als ——
Der ſte und ihn ne einer Feder
Be
..
Fetzt / weil mir meine
2
Seh) Griech
viel, |
Sein eiſern seit nö! pr ‚us vum
=
Dee Lais Geſchencke id die Venus
Aus dem Griechiſchen.
gu ich mar jung und friſch / in the —* und
Daliebt’ ich manchen Held/uh * ihn net
— Runen! und voll
So ſoll mein Spiegel dir Sim eilig ſeyn ⸗
— — mir ſonſt nichts mehr dieweil lich nich
inn
Nicht ſehnkan wie ich war ſehn mg I wie
ii :
— —
CH. —
ff Charini befliches web. |
Aus dern Lateiniſchen des Secundi.
gyuba haſt ein febones Weib / Charin /
Das keinem Weibe vorzuziehn
An — —— und Geberden / *
ðleicht ihr kein einig aa anf@rden
Hu kanſt num! als en ann und Herr/
ich deines lieben S chanes freuell-
% X
Wanu mir der gute € Jupitet A
Ä 9 u
Dritter Theil. 493
| Au oürde folcher drey derlephen
Wolitꝰ ich dem Piuto/wenn er wollte /
(Sich fag’ es euch nicht o ik UM:
Die beeden geben / daß er
Die britteäu ſich holen —
Ne Hi
Die Welt Liebe.
Wor halten ſonſt / den ms weil er von ung
i erne
Und nahe bey uns ſteht / viel höher als die Sterne)
Alſo thut auch Der Fame edge der ſchnoͤden
Die uns vor Augen —— dem Schoͤpſ
— — nn
J * 17 be 2 * CIV. An
Auf eine mit bloffen Selten.
| or die bloſſe Bruſt Wo * hin? zum
Dein du haft etwas feil drumt dendadt.
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| \ Salfeer Schein. |
| näele führen Basen in S unn un
— boͤſe Buben ep. ._
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ayyatrren And a danallen@din! ⸗/ |
In den Staͤdten / in d |
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Karren findin jedem e
Jaß man alten Win gefteſſen Se
Dagmanniemand varhe weichet El)
ſi das erfte Narrenz⸗ eſchen a
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merckt mad alfobe darbey /
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Hritter Teill.
at etwa die, Natur ai —
Die/ihe sum Spolle/ dich gemacht?
Selbjt Benus harfieausgelacht /
Als die fich fonft ſo gen verhele 9:7
Die nun ihr Werck / das ſie ſe ziert /
Hat auff die Helffte nun vollfuͤhrt. 7 ee
iey die ob ihrem Baur ent rg f%
Im teln faſt ermuͤdet ſaß⸗
ar — ver rgaß /
Froh daß She olch ein —— H — —
— — — —— — —
Der beſte 9 er iſt im oet / un
Vergaß daruͤber gantz
Den beſten Theil hi: der 5* war.
— Buch vor ed. —
...
Jes Buch, das lehret und dd so 1 |
ie echten in der Welt auf nee He
in Mine
Der einen Gt fan hen Karen, —*
Lo des often ·
— —————— Wohl ar
Hn⸗ BEN » ea
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goo Teutſcher Gedichte
vienten Paftoris , wit er fein
Die unverlaſſene ẽ SEIN
herausgab.
F lebet der (0 wohl zu Frieden |
er in der W Tb —* —5
@r lebet von ihm —
Sucht in dert” 7 eier:
Er fan noch fterblich auf Det Erden:
Ein Himmelſaße * I Bürger werden.
nd ihm den reinen geift verlobt!
EröfinetipmDeth/ tz / Mund und Ohren /
nn alles IN der Melt hier tobt/
So toͤnnt ipr dies bon ferne ſchauen /
em / * — ſaͤmbkeit
Den hat/ dd irn in allen /
Die Einoͤd ſtihm He —
Auch feines Feen DB el
Hat aller Suter Menge.
Es iſt kein unfe
Sein uͤberierdi
Reißt Ans m en
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Des Adelichen Kloſters zuPꝛ
Ihr Seelen?! die ihr GOtt ne
Ynd Tuch em Friedens» Mei öchen. *
ie fönte Weit und Zeit ac ; r
duritter Theil⸗ Ei joR |
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Dar ir ei mil. N re
ti IM en rar er Säfte
FR gen. * 2 vergeht? /
Der der. Vergaͤnglichkeit enthoben
Holt wadren Adelſtand von oben.
BR ——— konnet pr —
s euch
a nt Den Bräutigam um fangen}
Bald koͤmmet Die gespünfchte
- &iltı wenn fein Licht nun ID erben
Mit vollen Lampen euch zu ſtellen.
Und Ihr / den fell els uͤter
5 1m Ba über d riet —5 — |
J autigam vermahl///
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Ihr rufft / Herr Staͤrning / kom̃t Wetu⸗
| Eu —2 —— I.
J — andr ee mit Träumen ———
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oll Schlaffs und ohne Sorgen ſeyn /
m A — chon regen /
Er koͤmmt! ent komm / eit ihm entgegen!
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und dorw geheime: ‚Krafieie
| So tonnon wir den — end Ste!
ax Menſth iſt ek —
Die ſelbſt die Welt gem — run
Und iſt ſie was / wäh hp nie eig te
So ſollen wir muns ibt —
Die groſſe Welt ve Be! ‚in (0
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Wie bald kan doch cin Sins wie: Bald ein 5
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Brecht nur die Hälfe Ban Bios ra Das
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Steht jedem frep. Sof ing man nur /
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| Der groſſe Häffner Dat uns. —1 — gleich ge⸗
Iſt dieſer * ‚jener hä ‚u feinern Thone
Und etwa durch u rg au einen Slaf er
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Das * die Euren, Mir find der
Bis der gun Sat — Wera
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An den Wobigebobrnen Herrn / 2
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